Vorschau: Stade Nyonnais – BSC Young Boys

31. Oktober 2018 um 16:44 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Kaum erholt von der grossartigen Aufholjagd gegen Sion, geht es heute schon wieder weiter. Der Meister reist ins Waadtland und trifft im Cup auf Stade Nyonnais. Nach den Partien gegen Biel und Schaffhausen ist YB auch heute Favorit – doch auf ein weiteres 3:2 n.V. möchten eigentlich alle verzichten.

Bislang ist die Berner Cupgeschichte 2018 eine spektakuläre – aber auch eine glückliche. In beiden bisherigen Runden steht YB phasenweise mit mindestens einem Bein vor dem Out. Sowohl in Biel, als auch in Schaffhausen retten den Meister «Last-Second-Treffer» vor dem Penaltyschiessen.

Doch aufgepasst: Auch Stade Nyonnais ist kein Freilos. Das Team aus der Promotion League steht in der Tabelle auf Rang vier und verfügt über einige Spieler, die bereits in den höchsten Schweizer League Erfahrungen gesammelt haben. Goalie João Barroca (Servette), Fabrizio Zambrella, Ishmael Yartey, Marco Delley und Ridge Mobulu, um nur einige zu nennen.

Im Cup überzeugte das Team von Trainer Dragani bisher: Gegen den von Weltfussballlegende Bidu Zaugg gesportcheften FC Solothurn gabs ein solides 2:0. Rekordcupsieger und Fanmagnet GC wurde mit 3:1 aus dem Wettbewerb gekegelt. Die Westschweizer wissen also wie es geht und werden «dank» YBs Cuphistorie an die Sensation glauben.

Die voraussichtlich wieder in grau gekleideten Berner dürften in der Startaufstellung wieder ein paar Veränderungen vornehmen. Gerry Seoane, Trainergott in spe, wird einige Rotationen aus dem Sionspiel rückgängig machen und mit einer starken Elf in den Ring steigen. Vor Goalie Wölfli hoffen wir auf einen wiedergenesenen Capitano Von Bergen neben Ali Camara, flankiert von Mbabu und Benito. Im Zentrum könnte Lauper neben Sanogo auflaufen und auch die Matchwinner Hoarau und Sulejmani dürften von Anfang an auf dem Platz stehen.

Wir verzichten auf einen 3:2-Tipp und glauben an ein klares 4:0 für YB. Die Tore erzielen Hoarau (2), Assalé und der eingewechselte Nsame.

BSC Young Boys – FC Sion 3:2

29. Oktober 2018 um 21:24 von Marco in der Kategorie YB

Nach der Mini-Baisse der letzten Wochen war YB wieder einmal heiss auf einen Sieg. Gerardo Seoane nahm für das Spiel gegen Sion einige Anpassungen an der Aufstellung vor. Nsame durfte wieder einmal von Beginn stürmen, Garcia kam als linker Aussenverteidiger zum Einsatz und Lauper und Camara bildeten erstmals gemeinsam die Innenverteidigung. Die Rotationen erfolgten teils aufgrund von Verletzungen und Krankheiten aber auch, um arrivierten Kräften eine Verschnaufpause zu gewähren. Gleich zu Beginn standen jedoch die Offensivkräfte im Fokus. Nsames Kopfball wurde von Fickentscher pariert und Garcias Schuss knallte an den Pfosten. YB dominierte die Startphase, blieb aber ohne Torerfolg.

Die Walliser dagegen taten wenig fürs Spiel und führten plötzlich 1:0. Garcia vertändelte den Ball an der Seitenlinie, was Sion eiskalt ausnützte. YB liess sich durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen, schliesslich waren sie die bessere Mannschaft. Assalé tanzte sich durch den Strafraum, fiel aber etwas schnell. Eine vertretbare Entscheidung des Schiedsrichters. Nur Minuten später war es wieder Assalé, der im Sittener Strafraum fällt. Diesmal wäre der Penaltypfiff angebracht gewesen, doch auch diesmal blieb die Pfeife stumm. Stumm wurden auch die YB-Fans, nachdem Sion das 2:0 erzielte. Wobei die YB-Spieler gütige Mithilfe leisteten. Camara und Lauper wollten den Abschluss vereiteln, wobei Camara den Ball Richtung Tor lenkte. Dort wurde Wölfli vom abgefälschten Ball überrascht und musste prompt hinter sich greifen.

Hält die Baisse von YB weiter an? Einzig das Resultat sprach zu diesem Zeitpunkt dafür. Gelbschwarz stürmte nach vorne und Fassnacht verpasste aus bester Position den Anschlusstreffer. Wichtig wäre ein Tor noch vor der Pause. Zum Glück wirbelte Assalé immer noch im Strafraum und wird wieder gestoppt. Diesmal gibts den Penalty, doch Nsame verschenkte den Ball an die Ostkurve. Aufwand und Ertrag stimmten zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht überein. Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel vorerst nichts. Das zweite nicht gegebene Tor stand sinnbildlich für die Sysyphus-Arbeit der Young Boys.

Gut, hat man noch eine Bank, auf der sich Sulejmani und Hoarau den Arsch abfrieren. Es dauerte dann auch nicht lange, bis Garcia mit einer butterweichen Flanke Hoarau bediente, der den Tor-Bann brach. Der Sturmlauf von YB setzte sich fort, der Rückstand blieb. Einen Effizienz-Preis lag für YB an diesem kalten Abend definitiv nicht drin, aber möglicherweise doch noch Punkte. Die bibbernden Fans mussten sich dafür aber lange gedulden und noch einige missratene Abschlüsse aushalten. Schliesslich war es Assalé, der den Corner von Sulejmani mithilfe des Rückens eines Sion-Verteidigers im Tor unterbrachte. Ausgerechnet Assalé, der so viel Aufwand betrieben hatte und kräftig einstecken musste.

Jedem war klar, dass ein Unentschieden zu wenig war. Eine solche Nicht-Leistung von Sion durfte nicht mit einem Punkt belohnt werden. Zum Glück verfügt YB über einen Krieger wie Sanogo, der wie geschaffen ist für eine solche Ausgangslage. Der Corner von Sulejmani war scharf und Sanogo wuchtete ihn mit der Entschlossenheit ins Tor, die ihn auszeichnet. Es war der Schlusspunkt einer Partie, die YB hochverdient gewann. Der Sieg darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Defensive momentan etwas anfällig ist und dass selbst YB die Absenz mehrerer Schlüsselspieler merkt.

Wölfli 4,5 Wurde beim 2:0 ein bisschen übertölpelt und hatte ansonsten wenig zu tun.

Mbabu 4,5 Nicht ganz so aktiv wie gewohnt, aber auch ohne groben Schnitzer.

Lauper 5,5 Der defensive Mittelfeldspieler als Innenverteidiger gefällt besonders in der Spielauslösung.

Camara 4 Machte beim 2:0 keine gute Figur. Kommt neben SvB besser zur Geltung.

Garcia 4 Verschuldete das erste Tor und produzierte einige Fehlpässe. Die Flanke zum Anschlusstreffer war ein Lichtblick.

Fassnacht 4,5 Hätte zwingend einen Treffer erzielen müssen. Die Kaltblütigkeit vor dem Tor bleibt sein Manko.

Sow 5 Agierte als kluger Ballverteiler, allerdings nicht so viel Zug nach vorne.

Sanogo 5,5 Geil, wie er uns zum Sieg köpft und auch zuvor gewohnt zweikampfstark.

Ngamaleu 5 War fast überall auf dem Feld anzutreffen und versuchte stets Einfluss auf das Spiel zu nehmen.

Nsame 4,5 So viele Offensiv-Aktionen inkl. Penalty und trotzdem ohne Torerfolg, das ist bitter.

Assalé 5 Auch er betrieb viel Aufwand suchte aber öfter den Penalty als den Abschluss.

Hoarau 5,5 Zusammen mit Sulejmani brachte er die Wende zum Sieg.

Sulejmani 5,5 Zwei von 13 Corner führten zu Toren, die trat beide der Serbe.

Aebischer 5 Ersetzte Garcia und stabilisierte die Defensive.

 

 

Vorschau BSC YB – FC Sion

27. Oktober 2018 um 14:22 von Mate in der Kategorie YB

Nach dem starken Auftritt vom Dienstag in der Königsklasse, geht es heute im Kerngeschäft weiter. Zu Gast im Wankdorf ist der FC Sion, welcher seit acht Spielen ohne Sieg ist. Der Leader aus Bern konnte nach dem perfekten ersten Meisterschaftsviertel zuletzt zweimal nicht gewinnen und wird bestrebt sein, wieder einmal einen Dreier einzufahren.

Trotz der kleinen «Baisse» zuletzt, liest sich die Statistik der Young Boys in dieser Spielzeit nach wie vor fantastisch. Schon nur der Schnitt von 3.4 erzielten Toren pro Spiel ist eindrücklich und unterstreicht das enorme Offensiv-Potential, welches unsere Mannschaft besitzt. Man darf gespannt sein, wen Trainer Gerry Seoane heute auf Torejagd schickt. Angesichts der anstrengenden Zeit mit einer Folge von englischen Wochen, wäre vielleicht die eine oder andere Rotation zu erwarten. Wir gehen aber davon aus, dass diese erst im Cupspiel am nächsten Mittwoch erfolgen werden. Entsprechend erwarten wir die im Vergleich zum Valencia-Spiel fast identische Aufstellung und würden einzig in der Innenverteidigung einen Wechsel vollziehen. Dort soll Ali Camara wieder einmal ein Spiel und Sandro Lauper dafür eine Pause erhalten.

Wen auch immer Seoane aufstellt: Klar ist, dass allenthalben – auch von uns – nichts anderes als ein Sieg erwartet wird. Es gibt auch keinen Grund dies nicht zu tun. Die Frage ist eigentlich vor allem, ob es den Young Boys gelingt, das Potential auf den Platz zu bringen. Gelingt dies, wird der FC Sion kaum ein gewichtiges Wort mitreden können und wird vor allem darauf hoffen müssen, dass ihm der Fussballgott zur Seite steht. Warum dieser das tun sollte, steht natürlich in den Sternen, aber man weiss ja nie. Trotz der eigentlich klaren Ausgangslage tun die Young Boys aber gut daran, konzentriert und engagiert zu Werke zu gehen – Attribute, welche eben dieser Fussballgott gerne auch mal belohnt, womit es für die Walliser Gäste dann endgültig äusserst schwierig wird.

Wir tippen auf einen glatten 3:0-Heimsieg mit Toren von Sulejmani, Hoarau und Assalé.

BSC YB – Valencia 1:1

25. Oktober 2018 um 14:53 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Endlich ein Tor! Endlich ein Punkt! YB ist in der Champions League angekommen und beweist, dass der Schweizer Meister nicht nur Kanonenfutter ist. Dass man mit dem Punkt im Nachhinein sogar etwas unzufrieden ist, unterstreicht die formidable Leistung der Gelbschwarzen.

Das Team von Gerry Seoane startete engagiert aber ein wenig unpräzis in die Partie. Von Valencia kam wenig, doch die Spanier deuteten ihre technische Klasse mehrfach an. Besonders der belgische Stürmer Michy Batshuayi beschäftigte den Berner Abwehrverbund regelmässig – und traf nach einer knappen halben Stunde zur Führung. Die YB-Verteidigung spekulierte fälschlicherweise auf Abseits und CL-Debütant Wölfli verliess seinen Kasten zu früh.

Bis zur Pause gelang es YB nicht mehr, dem Spiel den Stempel aufzudrücken. Einzig eine Kopfballchance von Hoarau (40.) sorgte für ein wenig Aufregung.

Wie bereits in Zürich verfehlten des Trainers Retouchen in der Pause ihre Wirkung nicht. YB schnürte den spanischen Spitzenklub ein und sorgte beinahe im Minutentakt für Torgefahr. Nach 55. Minuten war es endlich soweit: Nach einem Foul an Djibril Sow bleib Schiedsrichter Treimanis aus Lettland nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Guillaume Hoarau (wer sonst?) verwandelte gewohnt sicher zum ersten CL-Treffer in der YB-Geschichte.

Wer nun dachte, YB würde sich stolz auf den Lorbeeren ausruhen, der sah sich getäuscht. Der amtierende Schweizer Meister drückte weiter und kam zu einigen guten Chancen. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit jubelten bereits viele Fans. Doch Sanogos Kopfball prallte via Goalie-Hände an den Innenpfosten – und von dort leider zurück in die Arme Netos.

So feiert man in Bern zwar den ersten Treffer und den ersten Punkt in der Königsklasse. Doch die starke Leistung in der zweiten Halbzeit hätte durchaus einen zweiten Treffer verdient gehabt.

 

Die Noten

Wölfli 5/ Der Wolf feiert mit 36 Jahren sein CL-Debüt – und sieht beim einzigen Gegentor nicht gut aus. Zeigt einige starke Angriffsauslösungen. Einen Notenpunkt extra gibt’s für Massregelung von Batshuayi.

Mbabu 5/ Der Aussenverteidiger ist wie bereits gegen den FCZ noch nicht bei 100 Prozent. Trotzdem sorgt er in der zweiten Halbzeit für viel Dampf.

Von Bergen 5.5/ Fantastischer Auftritt des Capitanos. Bestreitet seine Zweikämpfe von der ersten Sekunde an kompromisslos.

Lauper 5/ Zu Beginn mit einigen Wacklern. Doch Lauper steigert sich im Verlauf des Spiels und ist in der zweiten Halbzeit ein Grund, wieso es besser läuft.

Benito 5/ Nicht jede Flanke findet ihr Ziel. Doch Benito zeigt sich physisch auf der Höhe und absolviert ein starkes Spiel.

Sulejmani 5/ Technisch hat er sowieso CL-Niveau. Auch sonst ein unermüdlicher Wirbelwind, der nach 75. Minute ausgewechselt wird.

Sow 6/ Der beste Spieler auf dem Feld. Fleissig, viel unterwegs, technisch stark – und er holt den Penalty zum 1:1 clever heraus.

Sanogo 5/ Sorgt mit einem Kopfball fast für die Entscheidung. Auch sonst ist Sanogo präsent wie immer – auch wenn er gegen Kondogbia öfters den Kürzeren zieht.

Fassnacht 4.5/ Muss viel Defensivarbeit leisten und kommt daher nicht wie gewohnt zum Zug. Die absolviert er aber stark.

Assalé 5.5/ Der Ivorer ist an jeder Offensivaktion beteiligt und dribbelt Valencias Verteidiger Knoten in die Beine. Bleibt 1-2 Mal hängen, was die Bestnote knapp verhindert.

Hoarau 5.5/ Erster CL-Torschütze in Gelbschwarz. Spielt clever, holt Freistösse raus und hält den Ball in wichtigen Momenten in den Füssen, damit seine Kollegen nachrücken können.

 

Ngamaleu/Nsame/Bertone keine Note

Vorschau BSC YB – FC Valencia

23. Oktober 2018 um 11:46 von Questra in der Kategorie Matchvorschau, Vorschau, YB

Wir befinden uns wieder einmal in intensiven YB-Wochen mit Spielen in Liga, Cup und Champions-League. Da kann es auch dem besten Blog passieren, dass ein Spiel auf der Zeitachse vom nächsten überholt wird; wir geloben Besserung.

Im Letzigrund funktionierte bei YB nicht alles wunschgemäss und manches muss heute Abend klar besser werden. Immerhin, Moral zeigte der Schweizer Championsleague Vertreter im Spitzenkampf vom vergangenen Samstag gleich mehrfach. Nach doppeltem Zweitore-Rückstand auswärts doch noch zu einem Punkt zu kommen, verdient Respekt.

Es ist Moral, welche die Berner im ersten „Finalspiel“ um Rang 3 heute Dienstag unbedingt brauchen können. Im zweiten Heimspiel in der Königsklasse, muss YB den ersten Champions-League Torschützen der Vereinsgeschichte finden. Nach guter Leistung gegen Manchester United im ersten Heimspiel, gastiert mit Valencia ein weiterer bekannter europäischer Spitzenclub in Bern. Die Spanier spielten sich letzte Saison in der Primera Division unter die Top-Vier. Allein das zeigt, gegen was für ein Kaliber hier die Gelbschwarzen anzutreten haben. Wollen die Berner auch im Jahr 2019 europäisch noch in einem Wettbewerb vertreten sein, ist ein Sieg dennoch Pflicht.

Nur das Gleiche gilt auch für Valencia: nach einer Niederlage, notabene in numerischer Überzahl, gegen Juventus Turin zuhause und einem erkämpften Unentschieden auswärts gegen Manchester United, gilt es auch für Valencia im dritten Gruppenspiel ernst; wollen sie international sicher weiter und mindestens in der Europa-League dabei sein, müssen sie gegen die Schweizer zweimal gewinnen.

Gespannt darf man sein, wie YB-Trainer Seoane aufstellen wird. Da Camara Rot-gesperrt fehlen wird, steht der Chef an der Seitenlinie vor der Entscheidung, ob er dem Formstarken Lauper oder dem etwas Routinierteren Wüthrich das Vertrauen schenken wird. Nach von Ballmoos Verletzung im Spitzenkampf ist bereits jetzt klar, dass Marco Wölfli zu seinem Debut in der Königsklasse kommen wird. Dass die Torhüter-Legende deswegen eine schlaflose Nacht hat, wäre maximal seinen Kindern geschuldet. Wer schon in der Nationalmannschaft gespielt hat, musss sich vor einem Auftritt in der Champions League sicher nicht fürchten. Im Sturm hat YB ein wahres Luxusproblem, stehen doch gleich mehrere Top-Spieler im Kader. Hier stellt sich die Frage, in welcher taktischer Formation Seoane seine Mannen aufs Feld schicken wird. Denkbar ist das bekannte 4-4-2, aber auch ein 4-4-1-1 wäre eine interessante Option.

Egal, wen der Halbspanier aufstellt: Wir glauben an unsere Mannschaft und sind uns sicher, dass die Tor- und Punkteflaute ihr Ende finden. Die Tore von Sulejmani und Hoarau werden wieder Wind in die gelbschwarzen Segel bringen und dank des überragenden Wölflis, der gleich mehrmals in Extremis retten wird, dürfen die Berner den ersten Sieg feiern. Das 2:1 wird der Grundstein sein für einen Platz in den Top-3 in dieser Hammergruppe.

 

FC Zürich – BSC YB 3:3

21. Oktober 2018 um 14:53 von Pele in der Kategorie Matchbericht, YB

Die Schweizer Super League ist eine Ausbildungsliga – und sportlich keine allzu grosse Nummer. International setzte einzig der FCB in den letzten Jahren ein paar Ausrufezeichen, daneben konnte YB in der Europa League für vereinzelte Highlights sorgen.

Wenn also eine Partie in der hiesigen Meisterschaft in der Nachbetrachtung als «Werbung für den Schweizer Fussball» bezeichnet wird, will das etwas heissen.

Gegen den FCZ verzeichnete YB einen Horrorstart: Bereits nach zehn Minuten führte Heimteam im Letzigrund mit 2:0 – ein Patzer des IV-Duos Von Bergen/Lauper sowie ein strenger Penaltypfiff gegen Mbabu sorgten für einen Zürcher Doppelschlag. Nur wenige Minuten später musste auch noch Goalie Von Ballmoos mit einer Hirnerschütterung und einer gebrochenen Nase vom Feld. Bis zur Pause kam YB kaum zu guten Möglichkeiten und alles deutete auf einen Auswärts-Dämpfer hin.

Doch wie so oft wusste das Team von Trainer Seoane nach der Pause zu reagieren. Die Gelbschwarzen starteten eine Aufholjagd und schnürten die Zürcher ein – ein wiederum streng gepfiffener Penalty sorgte nach souveräner Verwandlung durch Hoarau für den Anschlusstreffer.

Doch Schiri Jaccottet gefiel die Spannung nicht: Sein dritter Penaltypfiff richtete sich wieder gegen YB, diesmal wurde ein «Foul» von YB-Captain Von Bergen taxiert. Rodriguez verwandelte sicher zum 3:1 – der Meister war wieder gefordert. Und er zeigte seine ganze Klasse: Assalé sorgte innerhalb von zehn Minuten mit zwei Assists, verwandelt durch Ngamaleu und Hoarau, für ein hochverdientes 3:3.

In den letzten zwanzig Minuten hätte YB genügend Chancen zum Siegtreffer gehabt, doch die Berner sündigten im Abschluss. Der FCZ wurde einzig mit einem Ceesay-Konter gefährlich, doch diesen entschärfte der YB-Abwehrchef mit einer fantastischen Grätsche.

So hinterliess das Spiel leicht enttäuschte YB-Spieler und einen, trotz allem, stolzen YB-Coach. Auf der anderen Seiten durfte der FCZ trotz zweimaliger Führung mit dem Punkt zufrieden sein. Bis auf Trainer Magnin, der sich durch seinen Auftritt nach Abpfiff den Titel «Rumpelstilzchen 2.0» redlich verdiente.

Vorschau: FC Zürich – BSC Young Boys

20. Oktober 2018 um 12:28 von Cabrón in der Kategorie Matchvorschau, YB

Nach zwei langen Wochen geht es endlich wieder weiter in der Super League. Die Young Boys sind am Samstag zu Gast im Letzigrund und treten abermals im Spitzenkampf gegen den zweitplatzierten an – in diesem Fall gegen den FC Zürich.

Wenn sich der Zürcher Trainer Ludovic Magnin nicht gerade über die Unparteiischen enerviert, die Spielunterlage vorschiebt, um allfällige Niederlagen zu erklären, das Verhalten von Michi Frey kommentiert oder den Spielplan kritisiert, lässt er seinen FCZ durchaus erfolgreich Fussball spielen. In der Meisterschaft liegt man 11 Punkte hinter dem heutigen Gegner und aktuellen Schweizer Meister auf Platz 2 und in Europa ist man gar, nach zwei Spielen und vor dem Highlight gegen Bayer Leverkusen, noch ungeschlagen.

Der ehemalige Nationalmannschaftsverteidiger lässt meist aus einer sicheren Defensive herausspielen und zählt vorne auf die formstarken Offensivspieler Kololli, Odey und Winter. Obwohl der erstgenannte durchaus imstande wäre, einem Ball hinterher von einer Brücke in die Tiefe zu springen, weiss der Kosovare ganz genau wo das Tor steht. Der ex Young Boy ist wettbewerbsübergreifend, mit 5 Toren und 3 Assists, bester Skorer seiner Mannschaft.

YB hat bis auf das kleine Unglück gegen den FC Luzern, einen beinahe makellosen Saisonstart hingelegt. Man gewann die ersten neun Meisterschaftsspiele, schoss am meisten Tore und Dävu musste von allen Torhütern am Wenigsten hinter sich greifen. Von der Stärke der Hauptstädter konnten sich die Zürcher bereits in der dritten Spielrunde ein Bild malen und nun also wollen die Berner dem FCZ ein zweites Mal an den Kragen. Schliesslich wollen sie beweisen, dass das Team aus der unnötigen 2:3 Niederlage gelernt und den Schuss vor den Bug verstanden hat.

Kevin Mbabu und Gregy Wüthrich kommen von ihrer Verletzungspause zurück. Der im letzten Spiel gelbgesperrte Sekou Sanogo steht auch wieder zur Verfügung und alle 9 Spieler, die mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren, sind sicher und gesund wieder in Bern gelandet – so kann Gerry Seoane morgen beinahe aus dem Vollen schöpfen. Einzig Jordan Lotomba benötigt noch etwas Zeit und Regeneration. Es gilt gegen den FC Zürich da weiterzumachen wo man vor dem Spiel 9 aufgehört hat. Heisst, mit Power, Geschwindigkeit und glänzender Technik einen Sieg einfahren. Mit Mbabu kehrt die Geschwindigkeit zurück auf die rechte Seite, Sanogo beherrscht das Mittelfeld mit seiner Power und Miralem Sulejmani wird die Standards wieder gefährlich vors gegnerische Tor zirkeln. Im Letzi wird YB dem Gegner Knoten in die Beine spielen, die Defensive durcheinanderwirbeln, kaum Chancen zulassen und am Ende diskussionslos mit 3:0 gewinnen. Torschützen: Hoarau, Assalé und Fassnacht.

 

 

 

 

Quartalsbilanz: Trainer & Publikum

19. Oktober 2018 um 10:00 von Pele in der Kategorie YB

Etwas mehr als ein Viertel einer ereignisreichen Saison 2018/19 sind bereits durch. Zeit für die Zwischenzeugnisse!

Gerry Seoane 5.5/

Der Ex-Luzerner hat wohl die meisten überrascht. Er führte clevererweise die Arbeit von Adi Hütter fort, hat aber an den (meist) richtigen Schrauben gedreht. Auch die frühen Wechsel und die teilweise heftigen Rotationen haben ihren Zweck erfüllt. Die erste richtige Herausforderung stellte sich jetzt: Nach der ersten Niederlage folgte die Natipause.

Schwächen: Bisher noch keine offensichtlichen festgestellt.

Publikum 5.5/

Zeigt sich stark verbessert. Die befürchteten Leerstände nach Abi-Hamster-Käufen blieb bisher aus, die Stimmung im Wankdorf ist so gut, wie wohl noch nie seit der Neubau steht.

Schwächen: Der Capo dürfte mehr auf das restliche Publikum eingehen. Wenn aus dem Sektor C ein lautes „Hopp YB“ angestimmt wird, ist es unpassend in der Kurve ein Scharlachrot anzustimmen.

Quartalsbilanz: Die Stürmer

18. Oktober 2018 um 17:00 von Pele in der Kategorie YB

Etwas mehr als ein Viertel einer ereignisreichen Saison 2018/19 sind bereits durch. Zeit für die Zwischenzeugnisse!

Gui Hoarau 5.5/

Schon nur die beiden Treffer gegen Zagreb untermauern das «Hoarausche Denkmal». Den Turm sieht man des Öfteren lange nicht, bis er plötzlich entscheidend einnetzt. Ist physisch so gut drauf wie noch nie in seiner YB-Zeit. Und: Ein wichtiger Teamplayer, der auch mal einem Kollegen den Penalty überlässt, damit dieser wieder trifft.

Schwächen: In den dritten Strophen manchmal nicht ganz textsicher, zudem trifft er einige Töne oftmals nicht haargenau.

Roger Assalé 5/

War lange verletzt und litt unter einer unerklärlichen Torimpotenz. Seit er wieder trifft, hat sich auch sein Einfluss aufs Spiel gesteigert. Ist mit seiner wirbligen Art eine Waffe.

Schwächen: Ähnlich wie bei Moumi trifft er noch ab und zu die falschen Entscheidungen. Zudem fällt er immer noch ein bisschen zu schnell. Seine Körpersprache ist manchmal ähnlich wie bei Bertone.

Jean-Pierre Nsame 4.5/

Der Meisterschütze hat einen schwierigen Sommer hinter sich. Just als sich Assalé verletzte, kam Moumi überraschend gut in Fahrt und stand ihm in der Sonne. Das Ergebnis: Ein frustriert wirkender JP, der seine Enttäuschung nicht mehr so versteckte wie noch in der Meistersaison. Wirkt bei den Feierbildern aus Zagreb wie ein falsch gecasteter Woody-Allen-Statist in einem Blockbuster von Steven Spielberg. Nimmt langsam aber wieder Fahrt auf und hat bereits sechs Saisontore auf dem Konto. Bitter, dass sein Treffer in Luzern nicht den Sieg brachte.

Schwächen: Muss seinen Bankfrust besser kaschieren. Zudem war die Chancenverwertung in den Cupspielen gelinde gesagt katastrophal.

Quartalsbilanz: Die Flügelspieler

18. Oktober 2018 um 12:00 von Pele in der Kategorie YB

Etwas mehr als ein Viertel einer ereignisreichen Saison 2018/19 sind bereits durch. Zeit für die Zwischenzeugnisse!

Christian Fassnacht 5.5/

Fassnacht hat sich sein erstes Natiaufgebot redlich verdient. Fünf Tore und vier Assists sind für den Dauerspieler mehr als beachtlich. Er weist mit 16 Partien die meisten Einsätze auf und wird auch bei radikalen Aufstellungsänderungen immer berücksichtigt. Sein Auslandtransfer dürfte im nächsten Sommer nicht zu verhindern sein, obwohl ihm ein Jahr mehr bei YB kaum schaden würde.

Schwächen: Nach wie vor ist Fassnacht oftmals mit der Chancenverwertung auf Kriegsfuss. Der Zürcher macht oftmals die schwierigen und verpasst die einfachen.

Miralem Sulejmani 6/

Der Mann des ersten Quartals. Sulejmani ist fleissig, gefährlich und unglaublich produktiv. Fünf Tore und sieben Assists sprechen eine deutliche Sprache. Zudem wird er auch deutlicher als Führungsspieler wahrgenommen.

Schwächen: Der rechte Fuss hat immer noch Steigerungspotential.

Moumi Ngamaleu 5/

Der Kameruner verzeichnet die grösste Steigerung im Vergleich zur Vorsaison. Besonders im August war Ngamaleu ein Scorer-Garant. Spielt nun seine Schnelligkeit besser aus und ist vor dem Tor abgebrühter geworden. Positiv: Moumi kann sowohl auf der Seite als auch im Sturm eingesetzt werden.

Schwächen: Das Timing zwischen Pass und Dribbling ist noch verbesserungswürdig. Wirkt in seinen Aktionen manchmal noch überhastet, mehr Ruhe in seinem Spiel täte ihm und YB gut.

Pedro Teixeira -/

Das Talent muss noch unten durch und läuft vor allem bei YB II auf. Müsste langsam zu Teileinsätzen kommen – ansonsten würde eine Leihe à la Taulant Seferi Sinn machen.