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Vorschau: FC Zürich – BSC Young Boys

20. Oktober 2018 um 12:28 von Cabrón in der Kategorie Matchvorschau, YB

Nach zwei langen Wochen geht es endlich wieder weiter in der Super League. Die Young Boys sind am Samstag zu Gast im Letzigrund und treten abermals im Spitzenkampf gegen den zweitplatzierten an – in diesem Fall gegen den FC Zürich.

Wenn sich der Zürcher Trainer Ludovic Magnin nicht gerade über die Unparteiischen enerviert, die Spielunterlage vorschiebt, um allfällige Niederlagen zu erklären, das Verhalten von Michi Frey kommentiert oder den Spielplan kritisiert, lässt er seinen FCZ durchaus erfolgreich Fussball spielen. In der Meisterschaft liegt man 11 Punkte hinter dem heutigen Gegner und aktuellen Schweizer Meister auf Platz 2 und in Europa ist man gar, nach zwei Spielen und vor dem Highlight gegen Bayer Leverkusen, noch ungeschlagen.

Der ehemalige Nationalmannschaftsverteidiger lässt meist aus einer sicheren Defensive herausspielen und zählt vorne auf die formstarken Offensivspieler Kololli, Odey und Winter. Obwohl der erstgenannte durchaus imstande wäre, einem Ball hinterher von einer Brücke in die Tiefe zu springen, weiss der Kosovare ganz genau wo das Tor steht. Der ex Young Boy ist wettbewerbsübergreifend, mit 5 Toren und 3 Assists, bester Skorer seiner Mannschaft.

YB hat bis auf das kleine Unglück gegen den FC Luzern, einen beinahe makellosen Saisonstart hingelegt. Man gewann die ersten neun Meisterschaftsspiele, schoss am meisten Tore und Dävu musste von allen Torhütern am Wenigsten hinter sich greifen. Von der Stärke der Hauptstädter konnten sich die Zürcher bereits in der dritten Spielrunde ein Bild malen und nun also wollen die Berner dem FCZ ein zweites Mal an den Kragen. Schliesslich wollen sie beweisen, dass das Team aus der unnötigen 2:3 Niederlage gelernt und den Schuss vor den Bug verstanden hat.

Kevin Mbabu und Gregy Wüthrich kommen von ihrer Verletzungspause zurück. Der im letzten Spiel gelbgesperrte Sekou Sanogo steht auch wieder zur Verfügung und alle 9 Spieler, die mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren, sind sicher und gesund wieder in Bern gelandet – so kann Gerry Seoane morgen beinahe aus dem Vollen schöpfen. Einzig Jordan Lotomba benötigt noch etwas Zeit und Regeneration. Es gilt gegen den FC Zürich da weiterzumachen wo man vor dem Spiel 9 aufgehört hat. Heisst, mit Power, Geschwindigkeit und glänzender Technik einen Sieg einfahren. Mit Mbabu kehrt die Geschwindigkeit zurück auf die rechte Seite, Sanogo beherrscht das Mittelfeld mit seiner Power und Miralem Sulejmani wird die Standards wieder gefährlich vors gegnerische Tor zirkeln. Im Letzi wird YB dem Gegner Knoten in die Beine spielen, die Defensive durcheinanderwirbeln, kaum Chancen zulassen und am Ende diskussionslos mit 3:0 gewinnen. Torschützen: Hoarau, Assalé und Fassnacht.

 

 

 

 

Quartalsbilanz: Trainer & Publikum

19. Oktober 2018 um 10:00 von Pele in der Kategorie YB

Etwas mehr als ein Viertel einer ereignisreichen Saison 2018/19 sind bereits durch. Zeit für die Zwischenzeugnisse!

Gerry Seoane 5.5/

Der Ex-Luzerner hat wohl die meisten überrascht. Er führte clevererweise die Arbeit von Adi Hütter fort, hat aber an den (meist) richtigen Schrauben gedreht. Auch die frühen Wechsel und die teilweise heftigen Rotationen haben ihren Zweck erfüllt. Die erste richtige Herausforderung stellte sich jetzt: Nach der ersten Niederlage folgte die Natipause.

Schwächen: Bisher noch keine offensichtlichen festgestellt.

Publikum 5.5/

Zeigt sich stark verbessert. Die befürchteten Leerstände nach Abi-Hamster-Käufen blieb bisher aus, die Stimmung im Wankdorf ist so gut, wie wohl noch nie seit der Neubau steht.

Schwächen: Der Capo dürfte mehr auf das restliche Publikum eingehen. Wenn aus dem Sektor C ein lautes „Hopp YB“ angestimmt wird, ist es unpassend in der Kurve ein Scharlachrot anzustimmen.

Quartalsbilanz: Die Stürmer

18. Oktober 2018 um 17:00 von Pele in der Kategorie YB

Etwas mehr als ein Viertel einer ereignisreichen Saison 2018/19 sind bereits durch. Zeit für die Zwischenzeugnisse!

Gui Hoarau 5.5/

Schon nur die beiden Treffer gegen Zagreb untermauern das «Hoarausche Denkmal». Den Turm sieht man des Öfteren lange nicht, bis er plötzlich entscheidend einnetzt. Ist physisch so gut drauf wie noch nie in seiner YB-Zeit. Und: Ein wichtiger Teamplayer, der auch mal einem Kollegen den Penalty überlässt, damit dieser wieder trifft.

Schwächen: In den dritten Strophen manchmal nicht ganz textsicher, zudem trifft er einige Töne oftmals nicht haargenau.

Roger Assalé 5/

War lange verletzt und litt unter einer unerklärlichen Torimpotenz. Seit er wieder trifft, hat sich auch sein Einfluss aufs Spiel gesteigert. Ist mit seiner wirbligen Art eine Waffe.

Schwächen: Ähnlich wie bei Moumi trifft er noch ab und zu die falschen Entscheidungen. Zudem fällt er immer noch ein bisschen zu schnell. Seine Körpersprache ist manchmal ähnlich wie bei Bertone.

Jean-Pierre Nsame 4.5/

Der Meisterschütze hat einen schwierigen Sommer hinter sich. Just als sich Assalé verletzte, kam Moumi überraschend gut in Fahrt und stand ihm in der Sonne. Das Ergebnis: Ein frustriert wirkender JP, der seine Enttäuschung nicht mehr so versteckte wie noch in der Meistersaison. Wirkt bei den Feierbildern aus Zagreb wie ein falsch gecasteter Woody-Allen-Statist in einem Blockbuster von Steven Spielberg. Nimmt langsam aber wieder Fahrt auf und hat bereits sechs Saisontore auf dem Konto. Bitter, dass sein Treffer in Luzern nicht den Sieg brachte.

Schwächen: Muss seinen Bankfrust besser kaschieren. Zudem war die Chancenverwertung in den Cupspielen gelinde gesagt katastrophal.

Quartalsbilanz: Die Flügelspieler

18. Oktober 2018 um 12:00 von Pele in der Kategorie YB

Etwas mehr als ein Viertel einer ereignisreichen Saison 2018/19 sind bereits durch. Zeit für die Zwischenzeugnisse!

Christian Fassnacht 5.5/

Fassnacht hat sich sein erstes Natiaufgebot redlich verdient. Fünf Tore und vier Assists sind für den Dauerspieler mehr als beachtlich. Er weist mit 16 Partien die meisten Einsätze auf und wird auch bei radikalen Aufstellungsänderungen immer berücksichtigt. Sein Auslandtransfer dürfte im nächsten Sommer nicht zu verhindern sein, obwohl ihm ein Jahr mehr bei YB kaum schaden würde.

Schwächen: Nach wie vor ist Fassnacht oftmals mit der Chancenverwertung auf Kriegsfuss. Der Zürcher macht oftmals die schwierigen und verpasst die einfachen.

Miralem Sulejmani 6/

Der Mann des ersten Quartals. Sulejmani ist fleissig, gefährlich und unglaublich produktiv. Fünf Tore und sieben Assists sprechen eine deutliche Sprache. Zudem wird er auch deutlicher als Führungsspieler wahrgenommen.

Schwächen: Der rechte Fuss hat immer noch Steigerungspotential.

Moumi Ngamaleu 5/

Der Kameruner verzeichnet die grösste Steigerung im Vergleich zur Vorsaison. Besonders im August war Ngamaleu ein Scorer-Garant. Spielt nun seine Schnelligkeit besser aus und ist vor dem Tor abgebrühter geworden. Positiv: Moumi kann sowohl auf der Seite als auch im Sturm eingesetzt werden.

Schwächen: Das Timing zwischen Pass und Dribbling ist noch verbesserungswürdig. Wirkt in seinen Aktionen manchmal noch überhastet, mehr Ruhe in seinem Spiel täte ihm und YB gut.

Pedro Teixeira -/

Das Talent muss noch unten durch und läuft vor allem bei YB II auf. Müsste langsam zu Teileinsätzen kommen – ansonsten würde eine Leihe à la Taulant Seferi Sinn machen.

Quartalsbilanz: Das Zentrum

17. Oktober 2018 um 17:00 von Pele in der Kategorie YB

Etwas mehr als ein Viertel einer ereignisreichen Saison 2018/19 sind bereits durch. Zeit für die Zwischenzeugnisse!

Sékou Sanogo 5.5/

Das Herzstück der Mannschaft besteht aus Muskeln und reinem Kampfgeist: Sékou ist ein wichtiger Pfeiler des Teams und ist vor allem in knappen Spielen Gold wert. Hat sich auch spielerisch verbessert und nimmt vermehrt Einfluss in die Offensive.

Schwächen: Seine Spielweise (und sein Ruf, den er aus zweifelhaften Gründen hat) führt zu vielen Verwarnungen.

 

Djibril Sow 5.5/

Dank des breiteren Kaders konnte seine Verletzung kompensiert werden. Seine Mischung aus Zweikampfstärke und Spielintelligenz ist selten und macht ihn deshalb so wertvoll. Bildet mit Sanogo nach wie vor die beste Kombination im Zentrum.

Schwächen: Darf noch mehr Torgefahr entwickeln. Und in der Defensive muss er konsequenter ran.

Michel Aebischer 5/

Nach Startschwierigkeiten hat sich Aebischer enorm gesteigert und trifft jetzt auch regelmässig. Ist ein ähnlicher Spielertyp wie Djibril Sow. Seine Entwicklung wird altersbedingt nicht nur steil nach oben zeigen, aber er ist auf dem richtigen Weg.

Schwächen: Taktisch ab und zu noch mangelhaft. Und: Muss seine Nerven im Griff haben.

Leo Bertone 4.5/

Es ist nicht die einfachste Phase für Bertone, der in der Mittelfeld-Hierarchie zwischen Rang drei und vier pendelt. Ein möglicher (Ausland)-Transfer fand nicht statt. Doch in den letzten Wochen kam Bertone aufgrund von Verletzungen und der Rotation – pardon – der Belastungssteuerung vermehrt zum Einsatz und hat überzeugt.

Schwächen: War auch schon torgefährlicher. Zudem ist seine Körpersprache nicht immer optimal – läuft es nicht wie gewünscht, sieht man das auch von Reihe 24.

Sandro Lauper 5.5/ 

Die Lauper-Fans fühlten sich bestätigt – die Unwissenden waren überrascht: Der Rückkehrer aus Thun überzeugt mit starken Auftritten in der Innenverteidigung und auch im Zentrum. Umsichtig, ballsicher, ruhig und clever agiert der junge Mann – und ist als Mittelfeldspieler aktuell eigentlich die Nummer zwei in der Innenverteidigung.

Schwächen: Dürfte ein paar Kilo Muskeln zulegen und noch etwas Schnellkraft trainieren.

Quartalsbilanz: Die Aussenverteidiger

17. Oktober 2018 um 12:00 von Pele in der Kategorie YB

Etwas mehr als ein Viertel einer ereignisreichen Saison 2018/19 sind bereits durch. Zeit für die Zwischenzeugnisse!

Loris Benito 5/

Der Schnellsprecher hat seine Verletzungssorgen überwunden (*aufholzklopf*) und ist ein absoluter Leistungsträger. Versucht in dieser Saison öfters, selber in den Abschluss zu gehen – dort happerts aber noch. Seine Einstellung und die Mentalität haben die Mannschaft im ersten Viertel des Öfteren aus «Larifari-Phasen» geweckt.

Schwächen: Der Abschluss. Und: Ab und zu schleichen sich unglaublich naive Ballverluste ein. Sein Stellungsspiel ist nicht immer sicher.

Kevin Mbabu 6/

Eine Aufzählung von Superlativen wäre angemessen. Mbabu ist ein Schlüsselfaktor im YB-Spiel, er ist ein Spielmacher auf der Aussenbahn und bringt auch in ein totes Spiel wieder Leben rein. Dass der Marathonmann noch in der Schweiz spielt, ist der Verlockung der Champions League – und Wuschus Überzeugungskunst zu verdanken. Dürfte nach seiner Verletzung schnell wider in Fahrt kommen und YB danach eher früher als später verlassen. Bis dahin geniessen wir seine Läufe noch.

Schwächen: No have

(Wenn wir eine finden wollen, dann sind es die Flanken die noch nicht immer den richtigen Adressaten finden – das ist aber Klagen auf allerhöchstem Niveau)

Thorsten Schick 4.5/

Die Gruppe der Schick-Ablehner ist auf Forums-LJ zusammengeschrumpft. Die Vertragsverlängerung im Sommer wurde lang und breit diskutiert – doch es war die absolut richtige Entscheidung. Ein Teamplayer wie er im Buche steht, der auf der Bank nicht aufmuckt und seine «Rückschulung» zum Aussenverteidiger problemlos akzeptierte. Er bietet keine Rushes à la Mbabu, aber schlägt tolle Flanken und macht wenig Fehler. Einen Spieler wie Schick kann sich jeder Trainer nur wünschen, er ist vielseitig Einsetzbar und bringt auf jeder Position seine Leistung.

Schwächen: Nicht der Schnellste.

Jordan Lotomba -/

Das Talent ist verletzt und wird langsam wieder an die Mannschaft herangeführt. Hat aber bereits in der letzten Saison gezeigt, dass er ein unglaubliches Juwel ist.

Schwächen: Die Erfahrung fehlt – dafür noch etwas gar verletzungsanfällig.

Ulisses Garcia 4/

Kam bis jetzt noch nicht gross zum Zug, deutete aber seinen Wert mehrmals an. Sein Tor in Sion hat ihn selber wohl am meisten überrascht – im Cup gegen Biel neben Wölfli der entscheidende Mann. Leistet sich in der Rückwärtsbewegung noch zu viele Fehler.

Schwäche: Etwas fahrlässig im Spielaufbau und das Stellungsspiel muss besser werden.

Léo Seydoux -/

Premiere ist erfolgt, herzliche Gratulation dazu! Ist ein Mann für die Zukunft.

Quartalsbilanz: Die Innenverteidiger

16. Oktober 2018 um 17:00 von Pele in der Kategorie YB

Etwas mehr als ein Viertel einer ereignisreichen Saison 2018/19 sind bereits durch. Zeit für die Zwischenzeugnisse!

Steve von Bergen 5/

Sparen wir uns die Sprüche zu «Wein» und «altern»: Steve ist nach wie vor der beste Innenverteidiger und der wahre Mannschafts-Patron. Sollte eigentlich langsam entlastet werden, lässt das aber mit seinen Leistungen (noch) nicht zu. An seiner Seite glänzen die jungen Wüthrich, Camara und Lauper – ohne ihn ist es noch deutlich schwieriger.

Schwächen: International merkt man die fehlende Geschwindigkeit ab und zu. Allerdings spielt YB auch gegen die Grössten des europäischen Klubfussballs.

Mohamed Ali Camara 4.5/

Schon lange nicht mehr hat ein Neuzugang die Meinungen im Fussball-Land derart gespalten: Fans und Experten lieben den talentierten Schlacks – für viele Medien ist er indes auch dann der Schuldige, wenn es im Wankdorf zieht. In Tat und Wahrheit kämpft er oftmals noch mit der Umstellung auf das höhere Niveau und zahlt vor allem in den internationalen Spielen Lehrgeld. Doch er ist mit einem Potential gesegnet, das selbst einem blinden Lacrosse-Experten auffällt.

Schwächen: Fehlende Erfahrung und taktische Mängel lassen sich nicht wegdiskutieren, sind aber kurierbar. Erinnert mit seiner Unerschrockenheit an den frühen Nuhu.

Grégory Wüthrich 4.5/

Stand erstmals mehrere Wochen in der Start-11 und hat sich dort deutlich gesteigert. Solange er nicht verletzt ist, reicht Grégy national auf jeden Fall. Seinen grössten Patzer (0:1 in Zagreb) bügelte er mit einem millionenschweren Assist (2:1 in Zagreb) gleich wieder aus.

Schwächen: Geschwindigkeit, Antizipation und das Spiel nach vorne haben Luft nach oben.

Jan Kronig -/

Ein Versprechen für die Zukunft. Über den Abwehrchef der U21 hört man nur Gutes – wir dürfen gespannt sein auf seine ersten Gehversuche in der ersten Mannschaft.

Schwächen: Noch nicht bewertbar.

Quartalsbilanz: Die Goalies

16. Oktober 2018 um 12:00 von Pele in der Kategorie YB

Etwas mehr als ein Viertel einer ereignisreichen Saison 2018/19 sind bereits durch. Zeit für die Zwischenzeugnisse!

David von Ballmoos 5/

Verpasste die meisterliche Rückrunde verletzungsbedingt und muss in die riesigen Fussstapfen von Legende Marco Wölfli treten. Macht das seit der ersten Sekunde an souverän und ist ein sicherer Rückhalt. Belohnung: Erstes Natiaufgebot mit 23 Jahren.

Schwächen: Am Fuss gibts Verbesserungspotential, inklusive Qualität der Abstösse.

Marco Wölfli 5/

Zwei Auftritte im Cup, beide Male muss der gelbschwarze Favorit in die Verlängerung. Das lag aber nicht an Wölfli: Ohne den Goaliegott wäre YB wohl im Pokal nicht mehr vertreten.

Schwächen: Sein Alter und die Tatsache, dass nicht zwei Goalies eingesetzt werden dürfen…

Dario Marzino -/

Dankbare Nummer drei, aber ohne jegliche Einsatzchancen. Bester Auftritt 2018: Das Video zu Sulejmanis Vertragsverlängerung. «Suka, du hesch no ä Termin», steht dem Method-Acting eines Daniel Day-Lewis in nichts nach.

Schwächen: Unbekannt, da nie gesehen.

 

 

Bericht BSC YB – FC Luzern 2:3 (0:1)

10. Oktober 2018 um 14:50 von Questra in der Kategorie Matchbericht, YB

Nach den ersten 45 Minuten sahen sich erstaunte Mienen im weiten Wankdorfstadion-Viereck an. Was war denn das? Die Berner Young Boys zeigten einen Auftritt, der so gar nicht zu ihrem bisherigen Saisonstart passen wollte, überall fehlte die letzte Entschlossenheit. Schlimm genug, dass die Berner schlecht spielten, die Luzerner, nach drei Niederlagen in Folge in einer sportlichen Krise, konnten das ausnutzen und gingen nach einem, aus Berner Sicht unnötigen Einwurf, einer schlechten Zuteilung und zwei verlorenen Kopfballduellen früh in Führung. Normalerweise sind die Gelbschwarzen in so einer Situation im Stolz verletzt und drücken auf den sofortigen Ausgleich. Nicht so am Samstagabend. Die Reaktion glich eher Gleichgültigkeit denn Kämpferherz. Und so war die schlechteste Halbzeit der diesjährigen Meisterschaftssaison Tatsache, keine einzige gefährliche Torchance konnten sich die Männer von Gerardo Seoane herausspielen.

Die Worte, die ebendieser Seoane in seiner Pausenpredigt gefunden haben muss, hätte ich gerne mitangehört. Wie das Biest, das sich am Ende des französischen Märchens in den zauberhaften Prinzen verwandelt, transformierten sich die Young Boys in den Verlustpunktlosen Leader und spielten die Luzerner so an die Wand, dass diese nicht mehr wussten, ob sie nun noch in der Realität oder in einer Gruselgeschichte gelandet sind.

Dem Dauerdruck der Hausherren hatten sie jedenfalls gar nichts mehr entgegenzusetzen. Nach einer Reihe starker Aktionen und mächtig viel Abschlusspech, konnte Hoarau mit seiner ersten gefährlichen Aktion endlich ausgleichen. Und als Einwechselspieler Nsame das vermeintlich vorentscheidende 2:1 gelang, fühlte sich manch einer 5 Monate zurückversetzt.

Doch so märchenhaft wie das damalige Spiel ausging, so grauenvoll war das Ende dieses Mal. Die Luzerner kamen in der zweiten Hälfte ganze drei Mal in die Nähe des bedauernswerten von Ballmoos, zwei Mal zappelte der Ball am Schluss im Netz des Berners. Erst hämmerte Schulz einen Sonntagsschuss in den Torhimmel, dann profitierte Knezevic von einem nicht gepfiffenen Abseits gegen Eleke. Das nach einem Lattenschuss entstandene Durcheinander, nachdem der Abpraller beim im Offside-stehenden Luzerner landete, nutzte Knezevic eiskalt aus, er schlenzte den Ball ins offenstehende Gehäuse.

Eine gute Halbzeit reichte dem Schweizer Meister nicht aus; die erste Niederlage der laufenden Saison ist hoffentlich ein Augenöffner, dass es trotz vermeintlicher Überlegenheit in der Meisterschaft schon nicht mehr reicht, wenn jeder auch nur ein paar Prozent weniger Einsatz zeigt.

 

Die Noten:

von Ballmoos: 4.5 / kein Spiel für den Torhüter, lange Beschäftigungs-, bei den Toren machtlos

Benito: 4 / verliert das Kopfballduell vor dem ersten Gegentor

von Bergen: 4.5 / aber auch dem Chef in der Abwehr gelang es nicht, die drei Gegentore zu verhindern

Camara: 4.5 / gefällt mit seiner unerschrockenen Spielart, findet den Mix zwischen Risiko und Sicherheit aber noch nicht immer

Schick: 4.5 / der Österreicher ist ein guter Ersatz für Mbabu

Moumi: 4.5 / in der ersten Halbzeit lust- und glücklos, in der zweiten Hälfte verbessert, mit Pech im Abschluss

Lauper: 5 / am Vielseitigen Lauper lag die Niederlage nicht, versuchte einiges

Sow: 4.5 / unglücklich in der Verteidigungsarbeit

Fassnacht: 4 / war bemüht, aber ihm fehlte etwas das Spielglück

Hoarau: 5 / immer anspielbar, machte dann auch viel Gutes mit dem Ball. Und seine Wucht beim Kopfballtor ist unerreicht.

Assalé: 4.5 / wirblig, mit guten Ansätzen

Wechselspieler:

Nsame (60′ für Assalé): 4.5 / machte sein Tor, aber mehr kam leider nicht von ihm

Sulejmani (71′ für Moumi): 5 / der Serbe brachte noch mehr Schwung und Unberechenbarkeit ins YB-Spiel

Aebischer (81′ für Fassnacht): zu kurz für eine Bewertung

Vorschau BSC Young Boys – FC Luzern

6. Oktober 2018 um 15:52 von Cabrón in der Kategorie Matchvorschau, YB

Nach einem Viertel der Meisterschaft führen die Young Boys die Tabelle verlustpunktlos mit 12 Punkten Vorsprung auf den zweitplatzierten FC Zürich an. Gegen die Berner ist in der heimischen Liga zurzeit kein Kraut gewachsen. Der FC Luzern vermochte zwar im ersten Aufeinandertreffen den Gelbschwarzen das erste Gegentor einzuschenken aber ernsthaft in Bedrängnis brachten uns die Leuchtenstädter auch nicht.

Im Gegensatz zum souveränen Tabellenführer starteten die Luzerner eher dürftig in die Saison. Aus den 9 gespielten Runden resultierten nur gerade 9 Punkte, wobei das Team von René Weiler zuletzt 3 Spiele in Folge verlor und bis auf Rang 8 abrutschte.

Auf der anderen Seite der Tabelle steht der amtierende Schweizer Meister mit dem Punktemaximum und einem Torverhältnis von 32:6 Treffern. Egal wer von Gerry Seoane jeweils aufgestellt wird vermag zu überzeugen. 10 verschiedene Spieler trafen bisher und 5-mal spielte man zu Null. Es sind dies eindrückliche Daten und niemand traut dem heutigen Gast zu etwas an der Dominanz von YB zu ändern.

Aber hier liegt die Gefahr begraben. Erst gerade zurück von der Champions League gilt es den Fokus wieder auf das heimische Schaffen und auf das Hauptgeschäft zu richten. Die Offensivabteilung des FC Luzern ist durchaus in der Lage uns weh zu tun und Schürpf, Eleke, Demashaj und Juric warten nur darauf ihre Scorer Werte weiter zu erhöhen.

Die Berner müssen heute um 19 Uhr auf den gesperrten Sékou Sanogo und wohl auch auf den erkrankten Miralem Sulejmani verzichten. Zudem fehlen weiterhin die Verteidiger Kevin Mbabu, Gregy Wüthrich und Jordan Lotomba. Dies ergibt für unseren Coach die Möglichkeit ein weiteres Mal zu rotieren und neue Kräfte aufzustellen. Sandro Lauper dürfte neben Capitano Steve Von Bergen auflaufen und wieder unter Beweis stellen, über was für einen exzellenten Ersten Pass er verfügt. Das Mittelfeld wird durch die Youngsters Michel Aebischer und Djibril Sow organisiert, während Christian Fassnacht und Moumi Ngamaleu die Flügelzangen mimen. Im Sturm starten Assalé und Nsame.

So bauen die Young Boys die bereits eindrückliche Siegesserie weiter aus und schicken den FC Luzern nach Toren von Nsame, Assalé, Fassnacht und Hoarau mit 4:1 nach Hause.