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FC Basel – BSC Young Boys 2:2

19. März 2019 um 18:15 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Basel gegen YB! Erster gegen Zweiter! Der aktuelle Schweizer Meister gegen den Seriensieger der letzten Jahre! Was wie ein Spitzenkampf klingt war höchstens ein Spitzenspiel zwischen Rivalen aber ohne das gewisse Etwas. Die 21 Punkte Vorsprung in der Meisterschaft wogen zu schwer und so erinnerte die Partie, der zwei besten Mannschaften der Schweiz, eher an ein Testspiel denn an eine Finalissima.

Dennoch schenkten sich die beiden Teams nichts, schlossen die Räume im Mittelfeld, verteidigten tief und verliessen sich auf ein schnelles Umschaltspiel. Der FCB startete besser in dieses Duell doch aus dem Spiel heraus gelang es den Hausherren nicht die Berner Verteidiger in irgendeiner Art zu beunruhigen. Dies gelang aber mit Standards, eigentlich eine Stärke der Young Boys, und genau ein solcher führte in der 16. Minute zum 1:0 Führungstreffer. Nach einem Corner brachte Suchy den Ball irgendwie aufs Tor, Von Ballmoos wehrt ab, doch das Spielgerät prallte von Aebischer zurück ins Tor. Die YB Spieler reklamierten im Anschluss ein Handspiel Suchys beim Schiedsrichter, doch dürfte der Treffer zurecht anerkannt worden sein.

Rotblau stellten das Mittelfeld geschickt zu und nahm so die Zentrale um Sow und Aebischer gänzlich aus dem Spiel. Dies erkannte Seoane und rückte nach dem Rückstand Christian Fassnacht auf die Position im offensiven Mittelfeld und Roger Assalé auf den Flügel. Sogleich wurde das Spiel der Gelbschwarzen besser und die Angriffe kamen vermehrt über die Seiten. Wurden die Vorstösse zunächst noch 20 Meter vor dem gegnerischen Tor gestoppt, kam fünf Minuten vor dem Pausentee der Auftritt von Goalgetter Jean-Pierre Nsame. Sow schickte auf Rechts Assalé auf die Reise und dieser flankte herrlich in die Mitte wo Fassnacht durchliess und «Schämpu» vollstreckte. Keine Vier Minuten später traf der Kameruner, nach einem Eckball und der Kopfballvorlage von Mohamed Camara, erneut. Doppelpack!

Nach der Pause folgte der schnelle Ausgleich von Okafor. Die Berner brachten den Ball nach einer Ecke nicht aus der Gefahrenzone und das Basler Junggewächs traf aus 19 Metern an Freund, Feind und Dävu vorbei zum Ausgleich. Die Young Boys hatten in den zweiten 45 Minuten mehr vom Spiel und die deutlich besseren Torchancen doch blieb es Schlussendlich bei der verdienten Punkteteilung. Auch weil Moumi und Fassnacht gegen Ende des Spiels nur die Torumrandung trafen. So gelang es dem Seriensieger der letzten Jahre erneut nicht den aktuellen Schweizermeister zu besiegen.

Es darf also weiter gerechnet werden. Stand heute: es verbleiben 11 Spiele und 21 Punkte Vorsprung.

 

 

Noten:

Von Ballmoos 5   Sah beim zweiten Gegentreffer etwas unglücklich aus, doch konnte er den Ball erst sehr spät orten. Ansonsten erneut eine gute Partie von DvB.

Mbabu   4,5   Stand zu Beginn nicht immer dort wo er hätte stehen müssen. Gegen Vorne aber wieder ein Aktivposten. Klare Steigerung gegenüber dem letzten Spiel.

Camara  5   Bekam eine Chance von Beginn weg und lieferte eine äusserst engagierte und gute Partie ab. Assistgeber zum 2:1.

Von Bergen 5   Was man an Steve hat, merkt man erst wenn er fehlt. Nach zwei Gelbsperren endlich wieder zurück als Abwehrchef.

Benito 4,5   Unauffällige aber gute Partie von Loris.

Fassnacht 4,5   War sehr bemüht doch mit fehlendem Glück beim Abschluss. Hatte den entscheidenden Treffer, mehr als einmal auf dem Fuss/Kopf.

Sow  4,5   Wurde von den Baslern per Manndeckung aus dem Spiel genommen und hatte so nicht den gewohnten Zugriff auf das Spiel. Leitete den Treffer zum 1:1 ein.

Aebischer 4   Sehr bemüht und viel unterwegs doch auch er wurde im Mittelfeld mehrheitlich abgemeldet. Lenkte den Ball unglücklich zum 0:1 ins eigene Tor ab.

Ngamaleu  4,5   In Halbzeit 1 einer der Aktivposten. Moumi kurbelte das Spiel über die Flügel an, was ihm bis zum gegnerischen Strafraum auch gelang.

Nsame  5,5   Zunächst sah es gar nicht nach einem guten Tag aus für «Schämpu», doch dies änderte er mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause.

Assalé 5   Ein ständiger Aktivposten der die Hintermannschaft der Basler ständig in Unruhe versetzte. War nicht unter den Torschützen aber bereitete den Treffer zum 1:1, per herrlichem Zuspiel von rechts, vor.

Hoarau, Lauper und Garcia waren zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

Vorschau FC Basel – BSC YB

17. März 2019 um 10:41 von Questra in der Kategorie Matchvorschau, YB

Wenn der amtierende Schweizer Meister auswärts auf den FC Basel trifft, dann schaut die ganze Fussballschweiz ans Rheinknie. BSC YB gegen den FCB ist in der jetzigen Tabellensituation vielleicht kein Spitzenkampf, ein Spitzenspiel ist es aber alleweil.

Auch wenn die Berner mit beruhigendem Punktevorsprung auf Rang zwei die Schweizer Meisterschaft anführen läuft in der Rückrunde die Maschinerie YB noch nicht ganz so geschmiert. Vieles was in der Vorrunde beinah von selbst ging, will im Jahr 2019 noch nicht so wirklich funktionieren; insbesondere die Chancensauwertung stottert weit hinter dem ertragsreichen Saisonbeginn zurück.

Mit ein Grund dafür ist sicherlich die lange Verletzungspause von Air France. Guillaume Hoarau war immer die Lebensversicherung für YB und brauchte meist nur ganz wenige Anläufe, um sein Tor zu erzielen. Und mit einem Führungstor im Rücken, spielt es sich leichter, befreiter, einfacher. Dass der fleischgewordene Fussballgott bald wieder auf dem Rasen steht, dagegen hat wohl niemand was einzuwenden. Es ist wahrscheinlich, dass er am Sonntag in der Startelf stehen wird.

Spannend wird sein, wie Tainer Seoane seine Mannschaft sonst aufstellen wird. Während Benito als linker Verteidiger gesetzt ist, wird die Position des rechten Aussenverteidigers interessant: Mbabu ist noch nicht ganz fit, Schick ist gesperrt, Lotomba wird in der U21 wichtige Aufbauzeit gewährt. Der nächste in der Liste wäre Seydoux, denkbar wäre auch, dass Garcia die Seite wechselt. Ganz sicher zurück in der Startelf steht unser Capitano, Steve von Bergen hat seine Sperren abgesessen und wird neben sich Camara dirigieren. Im Mittelfeld erwarten wir keine Überraschungen, Ngamaleu und Fassnacht werden die Seiten berennen während Sow und Aebischer das Mittelfeld orchestrieren. Und vorne dürften Assalé und Hoarau wieder gemeinsam auf Torejagd gehen.

Spiele in Basel sind immer von besonderer Brisanz. Auch wenn es punktemässig nicht mehr um viel geht: es ist ein Prestige-Duell. Die beiden bisherigen Spiele hat YB mit 10:2 Toren beide für sich entschieden. Damit dürfte der Stolz der Rot-Blauen so richtig angekratzt sein und sie werden alles daran setzen, YB zumindest einmal in dieser Saison zu schlagen.

Wir glauben aber nicht daran, dass dies geschehen wird: auch die Berner haben ihren Stolz und wollen die Chance nutzen, dem Meistertitel einen weiteren, entscheidenden Schritt näherzukommen. Und um ihren stotternden Motor für den Rest der Saison nochmals richtig durchzustarten. Beim 3:1 Sieg treffen Hoarau, Ngamaleu und Sow und machen so die Türe zur erfolgreichen Titelverteidigung weit auf.

Cup: FC Luzern – BSC YB 4:0

7. März 2019 um 12:19 von Jänu in der Kategorie YB

Der Gästesektor war gut gefüllt. Kein Wunder, schliesslich ging es in Luzern um den Einzug in den Cuphalbfinal, wo ein Heimspiel gegen Thun winkte. Die Fans auf beiden Seiten verzögerten den Anpfiff als Protest gegen die unwürdige Anspielzeit (18.00 Uhr unter der Woche). Als Fan ist man schon längst zum Kunden geworden und als Schweizer Fan halt nur noch ein uninteressanter Nebenkunde eines uninteressanten Nebenmarktes. Die Geldmaschinerie UEFA kann diktieren, wozu sie Lust hat und Verbände und Vereine tanzen nach deren Pfeife. Auch wenn es nichts bringen sollte: solche Proteste seitens der Fans dürfen nie aufhören und Aktionen wie jene der Luzerner erhielten zurecht Applaus aus dem Gästesektor.

Als alle wieder Ihre Plätze eingenommen hatten, konnte die Partie angepfiffen werden. Und es schien, als wären nicht nur die Fans hellwach, sondern auch die elf Berner auf dem Bitz. Ein schnell vorgetragener Angriff über Assalé, führte dazu, dass Sow alleine vor Zibung abschliessen und leider auch am Torwart scheitern konnte. Das war’s auch schon, die Young Boys verloren 4:0. Ende. Aus.

Das Cupaus schmerzt. Die Chance auf zwei weitere grosse Spiele und einen Pokal wurde gestern weggeben. Sie wurde den Bernern nicht weggenommen, sondern sie haben sie den Luzernern auf dem Silbertablett serviert. Als Gastgeschenk einen Cuphalbfinal – pas mal. Die Niederlage an sich kann passieren. Die Absenzen wiegen schwer und der Trend ist aktuell not YBs friend. Dazu noch Cupspiel auswärts bei einem Ligakonkurrenten mit neuem Trainer. Nach einem harten Kampf kann da auch ein souveräner Leader mal stolpern. Nur, harter Kampf sieht ganz anders aus. YB reihte besonders in der zweiten Halbzeit Fehler an Fehler und Seoane wusste wohl nicht ob er Pest, Cholera oder Masern rausnehmen soll. Schon nur in der Viererkette hätte er mit Mbabu, Wüthrich und Lauper gleich sein ganzes Wechselkontingent früh ausschöpfen können. Der Trainer war wohl so überfordert von dieser Entscheidung, dass er das Wechseln lange Zeit gleich ganz sein liess, während seine Jungs auf dem Rasen froh sein mussten, nicht noch ärger in Rückstand zu geraten. Und auch die offensiveren Reihen, kamen nie richtig in Fahrt. Die Tormaschinerie läuft immer noch nicht rund und im Mittelfeld fehlt das schnelle und direkte Passspiel Richtung gegnerisches Tor. Momentan harzt es in der YB-Mannschaft, das erste Mal seit sehr Langem.

Vielleicht werden wir in einigen Wochen sagen, es war der Klapf zum richtigen Zeitpunkt und ab da ging es wieder aufwärts. Doch ein Klapf im Cup kommt halt nie zum richtigen Zeitpunkt und zieht immer das brutale Aus nach sich. Die Antwort gegen GC muss nun folgen und zwar von denselben Herren, die uns diesen Seich eingebrockt haben. Die Mannschaft hat nun dafür zu sorgen, dass für uns in dieser Rückrunde nie mehr auch nur ein Hauch Spannung aufkommt. Mir si dr Meister u mir wärde dr Meister blibe, HOPP YB!

Die Noten

Von Ballmoos: 4.5. Diesmal ohne Big Save und schon verliert die Mannschaft. Wie immer hapert es noch mit der Genauigkeit der Abschläge, dies zu verbessern muss das mittelfristige Ziel sein.

Benito: 4. War noch der stabilste in der Viererkette, seine vielen Flanken fanden aber nur selten einen Abnehmer und auch er stand nicht immer sattelfest, so dass die Luzerner auch auf seiner Seite Räume vorfanden.

Lauper: 2.5. War enorm anfällig und ein steter Unsicherheitsfaktor. Auch die Zuspiele waren sehr ungenau.

Wüthrich: 3. Baute stark ab und reihte in der zweiten Halbzeit viele Fehler aneinander. Fand die Abstimmung zu seinen Nebenmannen nie.

Mbabu: 2.5. Kommt nach seiner Verletzung noch nicht in Fahrt. Fehlte immer wieder in der Kette, so dass die Luzerner viele Platz hatten auf seiner Seite.

Ngamaleu: 4.5. War zumindest in HZ 1 noch einer der engagiertesten, ihm fehlen noch die zündenden Ideen bei hohem Tempo, um auch mal zwei kompakte Reihen überspielen zu können.

Aebischer: 4. Wollte das Spiel an sich reissen und liess sich für den Aufbau immer wieder einige Meter zurückfallen. Leider klappte der Aufbau sehr oft nicht, immerhin spürte man bei ihm lange den Willen etwas reissen zu wollen.

Sow: 3.5. Vergab die grosse Chance zur frühen Führung und hatte danach kaum mehr zählbares zu vermelden. Ging unter.

Fassnacht: 3.5. Blieb das ganze Spiel über erstaunlich blass und unauffällig. Müsste in dieser Konstellation eigentlich einer der Leader bei YB sein. Müsste…

Nsame: 3.5. Der Knoten ist bleibt fest zusammen, leider. Kommt zwar zu Abschlüssen aber glaubt teilweise selber nicht dran, dass der Ball reingehen könnte.

Assalé: 4. Wenn es mal gefährlich wurde, dann dank seiner Schnelligkeit, nur setze er sie viel zu selten ein. Seine Aktionen haben zu selten einen erkennbaren Plan.

Vorschau Cup ¼-Finale: FC Luzern – BSC Young Boys

6. März 2019 um 00:30 von Cabrón in der Kategorie Matchvorschau, YB

Die Young Boys sind heute im Cup Viertelfinale zu Gast beim FC Luzern. Auch wenn der Cup seine eigenen Gesetzte hat, was die Spiele gegen Biel (3:2 n.V.), Schaffhausen (3:2 n.V.) und Stade Nyonnais (1:0) verdeutlichten, gehen die Berner als klarer Favorit in diese Partie. Die Mannen von Gerry Seoane liessen in diesem Jahr etwas ihre Torschusseffizienz vermissen doch versetzte der Glaube an den Sieg die YB Gemeinde noch in jedem Spiel in einen Freudentaumel.

Die Leuchtenstädter zeigten zuletzt, unter ihrem neuen Trainer Thomas Häberli, eine klare Aufwärtstendenz und so schaute gegen die beiden Zürcher Klubs FCZ und GC ein Unentschieden und ein Sieg heraus. Man rechnet sich ebenfalls gegen den Ligaprimus dank dieses Aufschwunges und dem Heimvorteil einiges aus, denn auch wenn der Gegner überlegen scheint, so ist im Cup immer alles möglich und immerhin ist der heutige Gegner die einzige Schweizer Mannschaft welcher die Young Boys in dieser Saison besiegen konnte.

Während die Luzerner auf Knezevic und Juric verzichten müssen, fehlt dem letztjährigen Finalisten Goldfüsschen Miralem Sulejmani, der mit einer Sehnenverletzung am Oberschenkel wohl die restliche Saison ausfällt, der langzeitverletzte Jordan Lotomba und der gelbgesperrte Capitano Steve von Bergen. Zudem sind Guillaume Hoarau und Sandro Lauper weiterhin fraglich.

Wir rechnen trotz hartem Kampf mit einem 3:1 Sieg der Young Boys. Die Torschützen für die Berner sind Fassnacht, Assalé und Nsame.

 

Vorschau BSC Young Boys – FC Sion

2. März 2019 um 15:11 von Marco in der Kategorie YB

Der FC Sion hat eine schwierige Woche erlebt. Nach einer 2:0-Führung zu Hause noch aus dem Cup auszuscheiden ist wahrlich kein Spass. Wir halten uns aber noch mit Spott zurück, schliesslich muss der Cupviertelfinal gegen Luzern erst noch gespielt werden. Keine Zurückhaltung müssen die Young Boys heute Abend auf dem Platz zeigen. Es gilt, den Wallisern die Woche so richtig zu vermiesen und die schöne Serie der Sittener Sieglosigkeit im Wankdorf aufrecht zu erhalten. Der letzte Meisterschaftssieg des FC Sion in Bern datiert vom 17. August 1996. Michael Schumacher absolvierte gerade seine erste Saison für Ferrari, Tupac hatte noch einen Monat zu leben und Marco Wölfli spielte für Fulgor Grenchen.

Diese Serie hat also eine hübsche Tradition und ist es wert, fortgesetzt zu werden – am besten natürlich mit einem Sieg. YB tritt in dieser Rückrunde bisher noch nicht mit der gleichen Leichtigkeit wie im 2018 auf. Verantwortlich sind vor allem die verletzungsbedingten Absenzen, aber auch der Weggang von Sanogo. Glücklicherweise stimmt die Punkteausbeute trotzdem, so dass der beruhigende Vorsprung von 19 Punkten Bestand hat. Positiv ist auch, dass die Liste der Verletzten kürzer wird. Mbabu stand mit der U21 bereits auf dem Platz und könnte heute zu einem Teileinsatz kommen, ebenso Sulejmani. In der Startaufstellung setzt Seoane aber höchstwahrscheinlich noch auf die bewährten Kräfte der letzten Wochen. Das zahlt sich aus: YB gewinnt souverän 3:0 dank Toren von Nsame, Fassnacht und Assalé.

Vorschau FC Lugano – BSC YB

24. Februar 2019 um 11:34 von Jänu in der Kategorie YB

An einem schönen Sonntag ins Tessin reisen. Was für unsereins nach einem entspannten Wochenendtrip klingt, bedeutet für die YB-Spieler Arbeitsalltag. Im Cornaredo wartet der FC Lugano auf den Meister. Meisterlich ist auch das Wetter im Tessin. Die frühlingshaften Temperaturen werden auch den mitreisenden YB-Fans die lange Reise etwas weniger beschwehrlich machen.

Der heutige Gegner legte in der Rückrunde einen veritablen Steigerungslauf hin. Gestartet mit einer Niederlage gegen Thun, erreichte man ein Unentschieden in Sion und besiegelte schliesslich letzte Woche mit einem glatten 3:0 Sieg in Luzern das Schicksal von René Weiler. Dass der Steigerungslauf in gleichem Stile weitergeht, werden die Berner heute zu verhindern versuchen. Die Vorzeichen stehen natürlich sehr gut. Die Mannschaft ist trotz einigen Absenzen stark und gut eingespielt, die Mechanismen stimmen meist und die Ergänzungsspieler fügen sich problemlos ein. Gerry Seoane – man kann es nicht oft genug sagen – gelingt es, Runde für Runde die genau richtige Elf auf den Platz zu bringen. Und wenn ein Mal doch etwas nicht ganz ineinanderpasst, sorgt der YB-Trainer mit seinem guten Auswechselhändchen für die nötigen Korrekturen. Mit dem aktuell dezimierten Kader wird Letzteres allerdings nicht einfach. Deshalb steht die erste Elf heute besonders in der Pflicht.

Gegenüber dem Züri-Spiel bleibt dem Trainer eigentlich nur eine Möglichkeit den Kader umzustellen. Michel Aebischer kehrt nach seiner Sperre zurück. Dies könnte für Wüthrich wieder einen Bankplatz bedeuten. Allerdings machte er letzte Woche mit einer ansprechenden Leistung seinen Anspruch auf einen erneuten Platz in der Startelf geltend. Wenn Aebischer spielt, wird Lauper wieder eine Position zurück in die Innenverteidigung rutschen, wo er die letzten Spiele mehr überzeugen konnte als im zentralen Mittelfeld. Allerdings würde sich Seoane so auch einige Wechselalternative verbauen. Item, wie gesagt, wird der Trainer sich bestimmt richtig entscheiden und die Berner einen 2:1 erkrampfen. Nsames Knopf löst sich mit einem Doppelplack in nichts auf. HOPP YB!

BSC Young Boys – FC Zürich 2:0 (0:0)

19. Februar 2019 um 11:10 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Torschütze Fassnacht feiert mit der YB Defensive. (Foto: Thomas Hodel)

 

Die Young Boys schlagen den FC Zürich bei frühlingshaften Temperaturen vor über 27’000 Zuschauer verdient mit 2:0. Lange Zeit sah es gestern nach einem typischen 0:0-Spiel aus, daher ist die Geschichte der ersten Halbzeit auch schnell erzählt. Die beiden Mannschaften und Schiri San störten den Spielfluss mit vielen kleinen Fehlern und Unzulänglichkeiten und so spielte sich das Geschehen meist im Mittelfeld ab, ohne dass sich die Verteidiger vor grosse Probleme gestellt sahen.

Einzig Nicolas Moumi Ngamaleu schaffte es einige Male so etwas wie Torgefahr zu erzeugen. Seine Abschlüsse verfehlten jedoch alle ihr Ziel mehr oder weniger klar. Auch Jean-Pierre Nsame, zurzeit unser Stürmer Nr. 1, hatte seine Chance, sah seinen Kopfball aber vom hervorragend reagierenden Brecher an den Pfosten gelenkt. Apropos hervorragend: David von Ballmoos, bei SRF auch bekannt als Von Allmen, rettete die Berner nach etwas mehr als einer halben Stunde vor einem Gegentreffer. Wie bereits in den Spielen zuvor schaffte es der «Bueb vor Lueg», auch bei chronischer Unterbeschäftigung, im richtigen Moment auf der Höhe zu sein und eine sogenannte 100-prozentige Möglichkeit zunichte zu machen. Gestern entschärfte er in der 34. Minute mirakulös einen Flachschuss Marchesanos, welcher zuvor ungestört durch die gesamte Innenverteidigung durchmarschieren konnte.

Gerry Seoane verstand es beim Pausentee offensichtlich erneut, die nötigen Schlüsse zu ziehen und an den richtigen Schrauben zu drehen, so dass der Leader einen weiteren Dreier einfahren konnte. Erst scheiterte Christian Fassnacht, der in den zweiten 45 Minuten vermehrt durch die Mitte stürmte, noch an der Querlatte, doch konnte er danach einen Schick-Eckball per Kopf verwerten. Knappe neun Zeigerumdrehungen später entschied Ngamaleu die Partie, nach einem bilderbuchmässig vorgetragenen Konter vorzeitig. Von Bergen liess sich von Khelifis Hinfaller nicht irritieren und spielte steil auf Assalé. Dieser passte kurz auf Nsame, welcher quer auf Moumi legte und schon stand es 2:0. Danach liess der Meister nichts mehr anbrennen.

Eine Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte reichte aus, um die Zürcher zu besiegen und so war man sogar in der Lage, dem 18-jährigen Felix Mambimbi seine ersten Minuten in der Super League zuzugestehen. Auch wenn mit Guillaume Hoarau, Kevin Mbabu, Miralem Sulejmani und Michel Aebischer vier Stammspieler fehlten, fuhr man souverän den nächsten Sieg ein. Schöne Aussichten in Bern, wenn man bedenkt, dass in den nächsten Wochen die abwesenden Leistungsträger nach und nach zurückkehren werden.

 

 

Noten:

Von Ballmoos   5,5  –  Obwohl wenig beschäftigt war er immer da, wenn es ihn brauchte. Verhinderte in der 34. Minute mit einer mirakulösen Parade den Rückstand.

Schick:  4,5  –  Vertrat den verletzten Mbabu auch gestern gut. Defensiv ohne Fehler, kamen seine Flanken in der Offensive nicht immer an. Sein Eckball auf Fassnacht war jedoch Extraklasse.

Wüthrich:  4,5  –  Gregy zeigte nach längerer Abwesenheit eine unauffällige aber gute Leistung. Auch wenn die Automatismen noch etwas fehlten, spielte er ohne Fehler.

Von Bergen: 4,5  –  Liess sich von Marchesano in der 34. Minute etwas gar leicht übertölpeln, sonst sahen wir eine gewohnt gute Leistung unseres Mannschaftsführers.

Benito:  4,5  – Wie seine Nebenleute bot auch Loris eine eher unauffällige Partie ohne grosse Ups and Downs.

Fassnacht: 5,5  – Scheiterte zunächst wie gegen Thun an der Querlatte, bevor er mit seinem herrlichen Kopfballtor YB auf die Siegerstrasse zurückführte.

Lauper:  4  –  Durfte endlich einmal auf seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld ran und… fand kaum ins Spiel. Mit ungewohnten Abspielfehlern und einigen ungünstigen Entscheidungen in der Vorwärtsbewegung machte er sich das Spiel gestern schwerer als nötig.

Sow:  4,5  –  Auch die coole Socke Sow hatte schon auffälligere Spiele doch war er immer wieder am schnellen Umschaltspiel der Young Boys beteiligt.

Ngamaleu:  5,5  –  Einerseits vergab Moumi Chancen für 2 Partien doch andererseits war er auch lauffreudigster Berner und Torschütze zum Vorentscheidenden 2:0.

Assalé:  4  –  Fand gegen seine Manndeckung kaum Lösungen.

Nsame:  4,5  –  Auch Schämpu hatte hartes Brot zu essen. Zudem verhinderte Brecher mit einer super Parade seinen Führungstreffer nach starkem Kopfball.

Garcia, Gaudino und Mambimbi (Gratulation zum Super League Debut!) waren zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

 

 

 

 

 

 

Vorschau BSC YB – FC Zürich

17. Februar 2019 um 13:47 von Marco in der Kategorie YB

Vor einer Woche hatte YB in Thun mit garstigen Wetterbedingungen zu kämpfen und musste sich mit einem Punkt begnügen. Heute empfängt der Meister den FCZ bei wunderbarstem Frühlingswetter. Wenn sich der Wetterumschwung auch auf die gelbschwarze Darbietung niederschlägt, dürfen wir uns auf die 90 Minuten freuen. Die wichtigste Meldung der Woche war aus YB-Sicht die vollzogene Vertragsverlängerung von Wuschu. Damit ist die Basis für eine langfristige positive Entwicklung der Young Boys gelegt.

Gewisse Personalsorgen gibt es dagegen auf kurzfristiger Sicht. Durch die Verletzung von Hoaurau hat man das ungute Gefühl, dass eine längst verschollen geglaubte Hexe im Wankdorf wieder ihr Unwesen treibt. Neben der weltbesten „quatre-vingt-dix-neuf“ muss Seoane weiterhin auf Mbabu, Sulejmani, Camara und Lotomba verzichten. Dazu kommt der gesperrte Aebischer. Eine solche Absenzliste ist auch für ein gut bestücktes Kader nicht leicht zu verkraften.

In der Abwehr wird wohl Wüthrich wieder einmal von Beginn weg zum Einsatz kommen, da Lauper im Mittelfeld den Part von Aebischer übernimmt. Weitere Umstellungen gegenüber dem letzten Spiel sind eigentlich nicht nötig. Auch ohne die fehlenden Leistungsträger ist YB gut genug, um das Duell Meister gegen Cupsieger für sich zu entscheiden. Nsame und Fassnacht erzielen die Treffer zum 2:0-Sieg, der aus einem schönen Nachmittag einen perfekten Nachmittag macht.

FC Thun – BSC Young Boys 1:1

10. Februar 2019 um 19:53 von Marco in der Kategorie YB

Kurz vor Spielbeginn wurde die verletzungsbedingte Absenz von Hoarau bekannt. Das war zwar eine ärgerliche Nachricht, doch aufgrund der geballten Offensivkraft von YB, nicht weiter beunruhigend. Im Fokus stand sowieso zuerst die gelbschwarze Defensive in Person von Sandro Lauper. Dieser wurde zuerst überspielt, konnte danach den Abschluss von Hunziker kurz vor der Torlinie mit etwas Glück abfangen. Diese Chance nach gut fünf Minuten zeigte, dass mit Thun zu rechnen war. Doch auch YB agierte munter, insbesondere Assalé zeigte sich gewohnt wirblig und kam nach einer Vorlage Aebischers zu einem vielversprechenden aber erfolglosen Abschluss.

Nach einer Phase in der Thun mehr vom Spiel hatte, stand erneut die Nummer 17 der Young Boys im Fokus. Nach einem Ballverlust von Sutter schnappte sich Assalé das Leder und suchte den Torerfolg. Sein Schuss blieb aber hängen. Nach einem weiteren Schuss von Ngamaleu war zum Glück Fassnacht für den Nachschuss mit dem Kopf zur Stelle. Ebenso Thuns Glarner, allerdings mit ausgestreckter Hand auf Kopfhöhe. Klossner reagierte prompt und korrekt und zeigte auf den Punkt. Von dort verwertete Assalé mit einem Hammer, in dem einiges an Frust über verpasste Chancen steckte. Führung für den Meister! In der Folge flachte das Spiel zwar etwas ab, was aber nicht zwingend schlecht war. YB kontrollierte das Geschehen mehrheitlich und liess kaum mehr Gefahr zu. Erst kurz vor dem Pausenpfiff wurde es vor Von Ballmoos noch einmal hektisch, doch der Emmentaler sorgte dafür, dass YB mit der Führung in die Pause ging.

Auch nach dem Seitenwechsel war die Intensität vorerst eher tief, stärker wurde einzig der Regen. Es dauerte zehn Minuten bis YB dem 2:0 bis auf wenige Zentimeter heran kam. Fassnachts Abschluss knallte an die Latte. Die Elf von Seoane präsentierte sich in solider Verfassung, es fehlten aber die Momente der Überraschung oder des Überfalls. In solchen Fällen können Standards Wunder wirken. Benitos Freistoss nach knapp 70 Minuten gehörte leider nicht dazu. Auch Thun kam gelegentlich gefährlich vors Stadtberner Tor, doch die Abwehr von YB agierte gefestigter als noch gegen Xamax. Leider nur bis zur 80. Minute. Eine scharfe Flanke von Salanovic fand in Spielmann den perfekten Abnehmer, dieser glich für Thun aus. Das Duo Von Bergen/Lauper wurde dabei überrumpelt.

Zumindest war YB nun wieder wach und drückte in den verbliebenen Minuten auf das zweite Tor. Insbesondere die Einwechselspieler Gaudino und Garcia machten zwar noch Druck, doch der Torerfolg blieb aus. Das Unentschieden gegen Thun ist kein Unglück, doch möglicherweise war das Fehlen von Hoarau doch eine Absenz zu viel.

Von Ballmoos 5 Beim Gegentor machtlos, ansonsten souverän.

Benito 5 Gute Übersicht und Pässe nach vorne, aber kein Exploit.

Von Bergen 5 Eigentlich gewohnt solid, die Organisation der neu formierten Abwehr ist aber noch nicht abgeschlossen.

Lauper 4.5 Auch er benötigt ev. noch etwas Zeit, bis er sich blind mit Von Bergen versteht, doch es kommt gut.

Schick 5 Der sichere Wert, wie man ihn kennt. Das schlechte Abschneiden seiner Landsfrauen bei der WM-Abfahrt wirkte sich nicht negativ auf seine Leistung aus.

Ngamaleu 4 War weniger sichtbar als gegen Xamax und mitverantwortlich, dass die YB-Offensive nie richtig in Schwung kam.

Sow 4.5 Fiel wenig auf, wenig ab und am Ende auf das Knie von Hediger.

Aebischer 4.5 Eigentlich ein guter Auftritt, doch die Impulse nach vorne waren rar.

Fassnacht 5 Bei seinem Lattenschuss fehlte nicht viel und auch sonst ein guter Auftritt.

Nsame 3.5 Das war zu wenig. Auch mit Assalé statt Hoarau an der Seite fand Nsame nie richtig ins Spiel. Hoffentlich löst sich der Knoten bald wieder.

Assalé 5 In der ersten Halbzeit war er der Aktivposten der YB-Offensive und sicherer Penaltyschütze. Danach baute er etwas ab.

Gaudino Keine Note Gelbschwarze Premiere für den Neuzuzug. Zeigte sich bemüht.

Garcia Keine Note Kam spät für Ngamaleu und konnte nicht mehr viel ausrichten.

Vorschau FC Thun – BSC YB

10. Februar 2019 um 10:19 von Jänu in der Kategorie YB

Der Plastik in der Stockhornarena scheint unseren Jungs zu liegen. Mit Ausnahme der Niederlage in der letzten Saison muss man nämlich schon ziemlich lange im verstaubten und oft vom Bier leicht getrübten Erinnerungsstübchen wühlen, bevor man auf die vorletzte Niederlage stösst. Sie fand am 8. Dezember 2013 statt, als man den Thunern mit 0:1 unterlag. Es war jenes Spiel, als sich Marco Wölfli schwer verletzte und Yvon Mvogo für ihn eingewechselt wurde und fortan das Berner Tor als Nummer 1 hüten sollte.

Abgelöst wurde er von unserem heutigen Stammtorwart David von Ballmoos, der auch in Thun zwischen den Pfosten stehen wird. Davor wird Trainer Seoane nur wenig Grund zur Veränderung haben. Zwar muss der Abwehrverbund um einiges kompakter und konsequenter agieren als gegen Xamax, jedoch dürfte sich die Viererkette in ihrer personellen Zusammensetzung nicht verändern. Schick und Benito beackern die Seiten und schlagen die schönen Flanken zur Mitte (oder skoren sogar selbst) und im Zentrum halten Lauper und von Bergen den Laden zusammen. Wobei vor allem ersterer an seiner alten Wirkungsstätte besonders motiviert sein dürfte und durch kluge Spieleröffnungen glänzen soll. Auch das Mittelfeld wird Seoane voraussichtlich unberührt aus dem Xamax-Spiel übernehmen. Einzig im Sturm könnte es zu einer Rochade kommen. Der kleine, wirblige und schnelle Assalé ist eine Alternative zum grossen, bulligen und durchschlagsstarken Nsame für den Platz neben Hoarau.

Die Thuner sind diese Saison die Überraschungsmannschaft der Super League – wie eigentlich fast immer. Mit einem Sieg könnten sie mit dem zweitplatzierten Basel gleichziehen – könnten. Zwar deutet nichts auf einen Einbruch der Thuner hin. Der etwas verspätete Rückrundenauftakt am Mittwoch in Lugano gewann man jedenfalls souverän. Allerdings ist YB dermassen stark, dass es heute für den kleinen Nachbarn kaum etwas zu holen gibt. Dazu kommen die lange Reise und die müden Beine aus dem Lugano-Spiel. Diese könnten heute nebst der individuellen Klasse ein entscheidender Vorteil für YB sein. Allerdings braucht es gegenüber dem Xamax-Spiel eine Leistungssteigerung. Denn die Thuner werden erstens nicht so viele Ballverluste produzieren und zweitens ihre Torchancen auch nutzen, besser also sie kommen gar nicht erst zu diesen. Dazu braucht es aber besonders im Zentrum einen besseren Auftritt als letzten Samstag. Die Abstimmung zwischen den zentralen Mittelfeldspieler und der Innenverteidigung muss besser passen, so dass der Gegner keine Räume zwischen den Ketten vorfinden kann.

YB wird dies heute gelingen. Die Fans erleben nach dem langen Marsch einen erfrischenden 3:0 Sieg. Hoarau, Sow und Nsame treffen für Gelbschwarz und sorgen so dafür, dass der Leader einmal mehr die volle Punktzahl aus der Stockhornarena mitnimmt.