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FC St. Gallen – BSC Young Boys 2:3

12. November 2018 um 20:57 von Marco in der Kategorie YB

Ein Fussball-Leckerbissen war es definitiv nicht, was die Young Boys in der zweiten Halbzeit gegen St. Gallen zeigten. Auf tiefem Terrain konzentrierten sie sich auf Verteidigungsarbeit, wobei viele Ballverluste eine langfristige Spielkontrolle verhinderten. Allerdings stand YB bei den wirklich entscheidenden Strafraumszenen auch erfreulich kompakt, so dass der Plan schliesslich aufging und die drei Punkte aufs Konto des Meisters flossen. Einziger Makel war das Foul von Sanogo, das zum Penalty und schliesslich zum Anschlusstreffer führte.

YB sicherte sich den sechsten Sieg im siebten Auswärtsspiel dank tollen 16 Minuten, in denen Gelbschwarz alle drei Tore schoss. Dabei misslang zuerst der Start in das Spiel einmal mehr – zumindes aus Resultat-Sicht. Die ersten Chancen gehörten nämlich YB und Assalé schoss sogar ein Tor. Das zählte allerdings zu Recht nicht, weil Passgeber Nsame im Abseits stand. Das erste reguläre Tor erzielte schliesslich Kutesa mit der ersten Chance des Heimteams. Dem Treffer ging ein wenig konsequentes Abwehrverhalten von YB voraus, David von Ballmoos hingegen war chancenlos. Der 1:0-Rückstand entwickelt sich für YB langsam zu einer ärgerlichen Gewohnheit. Immerhin ist Seoanes Team jeweils auch zu einer Reaktion fähig. Diese kam in Form einer präzisen Flanke von Mbabu auf Nsames Kopf. Was einmal funktioniert, kann man wiederholen, dachten sich die zwei. Nur acht Minuten später folgte eine Kopie dieses Tores und YB führte 2:1.

Es war ein kampfbetontes Spiel, das sich die beiden Mannschaften lieferten. Ngamaleu hatte zu diesem Zeitpunkt Glück, dass nach seinem hohen Bein nur Gelb sah und auch Mbabu wurde verwarnt. Es war aber auch ein Spiel, indem YB Charakter zeigte und dank vielen gewonnen Zweikämpfen überlegen war. Der Offensiv-Fussball von YB barg jedoch auch Risiken. Als sich St. Gallens Manneh durchtankte, verhinderten nur Von Ballmoos‘ Fingerspitzen den Ausgleich. Beim 3:1 spielte dann die Fussspitze von Assalé eine gewichtige Rolle. Sein grosser Zeh stand bei Ballabgabe im Abseits. Zum Glück fiel der Milimeter-Entscheid zugunsten von Assalé aus, der davonzog und das Skore souverän erhöhte.

An dieser Stelle noch eine TV-Kritik: Es ist unverständlich, dass Swisscom/Teleclub Millionen für die Super League-Rechte zahlen, bei den Kunden verdienen will und es dann nicht hinkriegt, solche Abseits-Entscheidungen grafisch aufzulösen. Das oft zu Recht kritisierte SRF schaffte dies nämlich problemlos.

Nach dem Seitenwechsel stellte YB die Offensiv-Bemühungen grösstenteils ein und konzentrierte sich wie Eingangs erwähnt auch solide Abwehrarbeit. Die Taktik war der Müdigkeit nach dem intensiven Programm geschuldet. Sie war zwar nicht frei von Risiko, aber sie ging auf und das ist das Wichtigste. Zwei Halbzeiten tollen Fussball spielen, kann YB auch noch nach der Natipause.

Von Ballmoos 5,5 Zwei starke Paraden, bei den Gegentoren machtlos.

Benito 5 Der Neo-Nationalspieler bestätigte seine gute Form.

Von Bergen 5 Ein schwaches Spiel wie gegen Valencia bringt ihn nicht aus der Ruhe. Gegen St. Gallen wieder gewohnt umsichtig.

Lauper 4,5 Beim ersten Gegentreffer war die Abwehr zu wenig konsequent, danach steigerte er sich.

Mbabu 5,5 Nach einer leichten Baisse in den letzten Spielen zeigte er wieder einen tollen Auftritt.

Ngamaleu 4,5 War überall anzutreffen und sehr aktiv. Einiges misslang aber auch. Zudem hatte er Glück, dass er nicht vom Platz flog.

Sanogo 4,5 Sein unnötiges Foul im Strafraum brachte SG noch einmal heran. Im Zentrum war er aber gewohnt stark.

Sow 5 Gegenspieler hatten oft Mühe, ihn vom Ball zu trennen.

Fassnacht 5 War vor allem in der ersten Halbzeit auffällig.

Nsame 5,5 Ersetzte Hoarau und rechtfertigte die Nomination mit zwei Toren.

Assalé 5,5 Ein Tor und weniger Bodenkontakt als auch schon. Gefällt!

Sulejmani 4,5 Wenig Einfluss beim gemeinsamen Defensivspiel in der zweiten Halbzeit

Schick und Aebischer 5 Stabilisierten als frische Einwechselspieler die Abwehr.

 

 

Vorschau FC St. Gallen – BSC YB

11. November 2018 um 12:14 von Questra in der Kategorie Matchvorschau, Vorschau, YB

Wir sind froh, haben die Young Boys einen Gymnastik-Trainer, der schaut, dass ihre Muskeln und Bänder beweglich genug sind. Denn der Spagat, den die Berner diese Tage wieder machen müssen, ist enorm: Meisterschaft, Cup, Meisterschaft, Champions-League, Meisterschaft… für jedes Spiel die nötige Konzentration, die richtige Vorbereitung, die erwartete Leistung abrufen zu können, ist richtig schwierig. Umso beeindruckender ist die anscheinende Selbstverständlichkeit, mit welcher der Leader der Super League seine Aufgaben wahrnimmt.

Auch der Spielplan spricht nicht für die Berner: es ist das vierte Spiel in Serie, welches Auswärts ausgetragen wird, Wettbewerbsübergreifend. Es waren anstrengende Wochen mit vielen Spielen. Und nach dem vollen Spielplan, diesen sogenannten englischen Wochen, kommt die Natipause sicher genau richtig. Erst steht aber das letzte Auswärtsspiel dieser langen Serie an. Es geht gegen den FC St. Gallen im Kybunpark darum, den Vorsprung auf die Konkurrenz weiter auszubauen.

Es ist nicht so, dass der FCSG der Angstgegner der Berner wäre; in den letzten fünf Spielen resultierten vier Siege, zuletzt gab es Ende September zu Hause ein überzeugendes 2:0 in welchem man nicht überragend spielte, aber den Gegner jederzeit im Griff hatte. Es war auch das Startelf-Debut eines gewissen Sandro Laupers, der sich seither als Nummer zwei in der Innenverteidigung etablieren konnte. Trotzdem müssen die Berner erneut ihre Leistung abrufen, in St. Gallen wird einem der Sieg normalerweise nicht einfach so geschenkt.

Peter Zeidler steht für einen schnellen, offensiven, attraktiven Fussball. Auch wenn der Trainer der Grünweissen selbst den heutigen Gegner als „die aktuell beste Schweizer Mannschaft“ bezeichnet, wird er sich kaum mit einer ehrvollen Niederlage zufrieden geben. Und auch die St. Galler wissen, dass in den letzten Spielen die Defensive nicht immer glänzte und dass die Berner eine kräfteraubende, schwierige Partie in Spanien in den Beinen haben.

Aber der Kader der Gelbschwarzen ist gross und vor allem stark genug besetzt, um auch mit dieser Hypothek umzugehen. Interessant wird darum sein, wie Gerry Seoane aufstellen wird. Wir vermuten, dass nicht jeder der Ü30-Spieler in der Startelf steht und erwarten im Sturm Nsame statt Hoarau. Ebenfalls denken wir, dass Camara neben Lauper die Innenverteidigung bilden wird. So gibt es vor der Pause noch einmal drei tolle Punkte, wobei Nsame und Fassnacht die Tore für den 2:0 Sieg des Meisters erzielen.

Vorschau FC Valencia – BSC YB

7. November 2018 um 13:16 von Questra in der Kategorie Matchvorschau, Vorschau, YB

Feiner Sand zwischen den Zehen, das lauwarme Mittelmeer auf der Haut, Tapas auf den Tischen, dazu Rioja in den Gläsern… Alternativ Shoppingtrips in der wunderschönen Altstadt, ein Besuch im eindrucksvollen Opernhaus Valencias… Nein, für all das werden die Young Boys keine Zeit haben: wenn die Berner heute Abend an Spaniens Mittelmeerküste gegen den FC Valencia in die Rückrunde der Champions-League starten, geht es einzig und allein um Punkte.

Nach dem starken Heimspiel, in dem die Berner mehr fürs Spiel gemacht haben, die besseren Chancen hatten, mutiger und vor allem besser spielten als die Spanier, wird es heute Auswärts darum gehen, diese Leistung zu bestätigen. Können die Gelbschwarzen ihre Chancen besser nutzen als noch vor zwei Wochen, könnte tatsächlich der erste Sieg im besten Wettbewerb des Clubfussballs winken. 

Ein grosser Vorteil für den Schweizer Vertreter wird definitiv der Druck sein: dieser liegt einzig und allein auf den Schultern der Spanier. Wurden die Schweizer als Punktelieferant dieser Hammergruppe angesehen, haben sie in zwei von den bisher drei Partien gezeigt, dass dem absolut nicht der Fall ist. An einem guten Tag kann die Mannschaft von Seoane auch mit den Grossen des Weltfussballs mithalten. Und sollten die Spanier heute nicht gewinnen, sind die Berner mindestens im Kampf um Platz drei schon leicht im Vorteil.

Eindrücklich ist die Offensive der Berner: die Torproduktion hat Ausmasse angenommen, die selbst den grössten Optimisten überraschen dürften. Dass in den letzten Spielen aber die Defensive nicht immer sattelfest gewesen ist, dürfte aber auch von der letzten Fledermaus in Valencia registriert worden sein.

Trotzdem glauben wir an den ersten Sieg in der Champions-League für die Berner Jungs, auch wenn dieser geschichtsträchtige Moment auswärts und nicht im heimischen Wankdorf stattfinden sollte. Da Seoane aus den Vollen schöpfen kann, erwarten wir im Vergleich zum GC-Spiel keine Änderung in der Startformation. Fussballgott Hoarau und Edeltechniker Sulejmani werden die Treffer zum 2:1 Erfolg in Valencia beisteuern und die mitgereisten Fans in Ekstase versetzen.

GC – YB 0:3

5. November 2018 um 18:00 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war lange Zeit ein trostloser Abend. Wenn GC im Letzigrund aufläuft, wiederspiegelt sich das ganze Drama um den Rekordmeister und einstigen Topklub an allen Ecken und Enden. Kaum Zuschauer, die «Exil-Kurve» erscheint erst kurz vor Spielbeginn und ist auch pünktlich auf den Schlusspfiff wieder weg. Dazu flimmert im Minutentakt Werbung für die Stadionabstimmung über die Stadionbildschirme, in denen Fussballpromis und Vereinspräsidenten um ein «Ja» flehen.

Natürlich: Dem Schweizer Fussball wäre ein anständiges Fussballstadion in Zürich zu wünschen. Doch man kommt nicht umhin, beim aktuellen Zustand der «Institution» GC ein leichtes Gefühl der Schadenfreude zu empfinden.

Item. YB startet mit den besten 11 in die Partie und dominiert die ersten Minuten klar. Hoarau verpasst nach rund zehn Minuten alleine vor Goalie Lindner – und von da an war die erste Halbzeit für den Eimer. Gelbschwarz gelang kaum eine Aktion, Präzision und Konzentration hatten sich kurzfristig verabschiedet. Zum Glück für YB musste GC-Trainer Thorsten Fink aufgrund von Verletzungen und Sperren mit dem allerletzten Aufgebot antreten, dass nicht die Qualität aufbrachte, dem Meister Schaden in Form von Toren zuzufügen.

Wie so oft in den letzten Wochen fand Trainer Gerry Seoane in der Pause die richtigen Worte und YB kam wie verwandelt aus der Kabine. Am Ende genügten vier starke Minuten, in denen Hoarau einen Ball gekonnt ins Tor schlenzte und Fassnacht, nach schöner Kombination über Hoarau und Benito, zum 2:0 abschloss. Makel: Benito stand ganz leicht im Abseits.

Danach war der Mist gekarrt und die Berner durften in den Verwaltungsmodus zurückschalten. Einzig die eingewechselten Aebischer und Schick hatten noch nicht genug und trafen zum wiederholten Mal mit der gleichen Cornervariante.

YB reicht ein durchschnittlicher Auftritt zu weiteren drei Punkten – und fügt dem bereits grosszügig gefüllten Torkonto drei weitere Treffer hinzu. Am Dienstag fliegt das Team nach Spanien und will sich gegen Valencia in der Königsklasse beweisen. Ein Punktgewinn würde die Hoffnung auf ein europäisches Überwintern am Leben lassen. Wir glauben daran! Hopp YB!

 

Die Noten

Von Ballmoos 4,5/

Nach seiner Blitzheilung wieder im Tor, muss aber dank seiner Vorderleute nicht eingreifen.

Mbabu 4/

Bei gestiegenen Ansprüchen wird auch kritischer benotet. Mbabu ist nach seiner Verletzung noch nicht wieder auf dem alten Level angelangt. Tendenz aber aufsteigend.

Von Bergen 5/

Lö Chef.

Lauper 5/

Guter Auftritt von Lauper, der als einer der wenigen über beide Halbzeiten sein Niveau erreicht.

Benito 4,5/

Schöner Assist vor dem 2:0, aber in der ersten Halbzeit mit vielen doofen Ballverlusten.

Fassnacht 4,5/

Der Thalwiler trifft zwar zum 2:0, erlebt aber einen unglücklichen Abend. Viele seiner Aktionen misslingen ihm.

Sow 5/

Vor der Pause der beste Berner, auch wenn sich bei ihm einige Ballverluste einschleichen.

Sanogo 4,5/

Assist vor dem 1:0, viele wichtige Zweikämpfe für sich entschieden. Sanogo versuchte die Mannschaft in der ersten Halbzeit aufzuwecken.

Sulejmani 4/

Für einmal will dem Zauberer nicht viel gelingen. Hat aber trotzdem bei den wenigen guten Aktionen vor der Pause seine Füsse im Spiel.

Assalé 4,5/

Wird vor der Pause zu wenig unterstützt und weicht oftmals auf die Seite aus. Fleissiger Auftritt.

Hoarau 5/

Zuerst vergibt er alleine vor dem Tor, dann besorgt der Torjäger aber doch den Dosenöffner.

Ngamaleu, Schick, Aebischer keine Note/

Schöne Aktion von Aebischer und Fussballgott Thorsten Schick zum 3:0.

 

Vorschau: GC – BSC Young Boys

3. November 2018 um 08:56 von Marco in der Kategorie YB

Bern im Herbst kann auch ungemütlich sein. Von der Aare steigt zäher Nebel empor und durch das Verschwinden der Aussensitzplätzen muss man in den Beizen enger zusammenrücken. YB reagiert auf diese Misere mit regelmässigen Fluchten in die Ferne. Gleich vier Auswärtsspiele in drei Wettbewerben stehen in diesen Tagen an.

Nach dem erfolgreichen Ausflug an die Gestade des Lac Léman geht es heute nach Zürich in den Letzigrund. Im Windkanal unter den Schweizer Stadien will YB mit einem Auswärtssieg den beruhigend grossen Abstand zur Verfolgergruppe zementieren. Bekanntlich schloss YB gegen GC die Meisterschaft ab, die eigentlich nie hätte enden sollen. An diesem frühsommerlichen Abend holte YB den Sieg dank zwei späten Toren.

Die meteorologische Wärme ist mittlerweile verschwunden, jene in den Herzen der YB-Fans strahlt unvermindert weiter. Beim Duell Erster gegen Neunter wäre ein Sieg keine Überraschung, doch die Spiele gegen Luzern und Zürich haben gezeigt, dass Siege nie selbstverständlich sein dürfen. Im Vergleich zum Cupspiel in Nyon kann Seoane wieder einige Rotationen vornehmen.

David von Ballmoos (oder wer auch immer hinter der Maske stecken wird) kann ins Tor zurückkehren. Wir wünschen ihm einen längeren und erfolgreicheren Einsatz als vor zwei Wochen. Wenn wieder Camara neben Von Bergen aufläuft, könnte Lauper in seine bevorzugte Position im Mittelfeld vorrücken. Dies im Fall, dass Sow noch nicht bereit für die Startformation ist. Bei der Aufstellung dürfte Seoane auch bereits das wegweisende Auswärtsspiel in Valencia im Hinterkopf haben. Deswegen Leistungsträger zu schonen, wäre aber zu riskant. Die Meisterschaft bleibt der wichtigste Wettbewerb für die Young Boys.

Da ist es natürlich toll, dass YB auch gegen GC ein Vollerfolg gelingt. Die Tore zum unspektakulären, aber letztlich souveränen 2:0 schiessen Hoarau und Sulejmani.

Stade Nyonnais – YB 0:1

2. November 2018 um 12:57 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Für einmal müssen die grau gekleideten Gelbschwarzen keine Überstunden leisten. YB gewinnt das Cupspiel gegen Stade Nyonnais mit 1:0.

Gerry Seoane rotierte diesmals auf den defensiven Aussenbahnen, brachte Garcia und Schick für Benito und Mbabu. Im Zentrum kamen Leo Bertone und Michel Aebischer zum Einsatz. Der Gegner aus dem Waadtland wehrte sich nach Kräften, konnte aber kaum einmal gefährlich abschliessen. Trotzdem war es für YB kein Selbstläufer: Jede Chance musste man sich hart erarbeiten – doch vor allem Jean-Pierre Nsame blieb ein weiteres Mal in dieser Saison ohne Fortune vor dem Tor.

Doch der Kameruner hatte seine Füsse kurz nach der Pause dennoch im Spiel: Sein technisch schönes Zuspiel auf Sulejmani ermöglichte YB den vorentscheidenden Führungstreffer. Im Gegensatz zu Biel und Schaffhausen konnte Stade Nyonnais nicht auf den Rückstand reagieren. Der mangelhaften Chancenverwertung YBs ist es zu verdanken, dass die Niederlage für den Underdog nicht noch deutlicher ausfiel.

Nach 90 Minuten stand der Einzug in den Viertelfinal fest – für einmal musste YB in dieser Cupsaison die Kraftreserven nicht anzapfen. Ende Februar geht es in Luzern weiter – noch drei Siege fehlen bis zum ersten Cupsieg seit 1987.

 

Die Noten:

Wölfli 5/ Der Wolf liess sich nicht aus der Ruhe bringen und fuhr am Ort seines Profidebüts ein «Clean Sheet» ein.

Schick 4.5/ Unaufgeregt in der Defensive, ab und zu mit Szenen in der Offensive.

Von Bergen 5/ Der Capitano gewann viele Zweikämpfe. Blieb in der zweiten Halbzeit mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, konnte aber weiterspielen.

Camara 4.5/ Blieb fehlerlos aber auch unauffällig.

Garcia 4.5/ Kein entscheidender Cup-Auftritt wie noch gegen Biel, aber auch ohne grösseren Fehler wie noch gegen Sion.

Sulejmani 5.5/ Besorgt technisch stark den Gamewinner und schraubt seine fantastische Scorer-Ausbeute weiter nach oben.

Bertone 4.5/ Kommt für Sanogo ins Zentrum und ist bemüht. Spielentscheidendes will ihm aber nicht gelingen.

Aebischer 4.5/ Auch Aebischer trägt seinen Teil zum Sieg bei, ohne aufzufallen.

Ngamaleu 5/ Lange Zeit der auffälligste Berner.

Nsame 4.5/ Wer um einen Stammplatz kämpft, müsste seine Chancen effizienter nutzen. Bonuspunkt für den schönen Assist.

Hoarau 4.5/ Verpasst die eine oder andere Möglichkeit.

Lauper/Fassnacht/Sow keine Note/

Vorschau: Stade Nyonnais – BSC Young Boys

31. Oktober 2018 um 16:44 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Kaum erholt von der grossartigen Aufholjagd gegen Sion, geht es heute schon wieder weiter. Der Meister reist ins Waadtland und trifft im Cup auf Stade Nyonnais. Nach den Partien gegen Biel und Schaffhausen ist YB auch heute Favorit – doch auf ein weiteres 3:2 n.V. möchten eigentlich alle verzichten.

Bislang ist die Berner Cupgeschichte 2018 eine spektakuläre – aber auch eine glückliche. In beiden bisherigen Runden steht YB phasenweise mit mindestens einem Bein vor dem Out. Sowohl in Biel, als auch in Schaffhausen retten den Meister «Last-Second-Treffer» vor dem Penaltyschiessen.

Doch aufgepasst: Auch Stade Nyonnais ist kein Freilos. Das Team aus der Promotion League steht in der Tabelle auf Rang vier und verfügt über einige Spieler, die bereits in den höchsten Schweizer League Erfahrungen gesammelt haben. Goalie João Barroca (Servette), Fabrizio Zambrella, Ishmael Yartey, Marco Delley und Ridge Mobulu, um nur einige zu nennen.

Im Cup überzeugte das Team von Trainer Dragani bisher: Gegen den von Weltfussballlegende Bidu Zaugg gesportcheften FC Solothurn gabs ein solides 2:0. Rekordcupsieger und Fanmagnet GC wurde mit 3:1 aus dem Wettbewerb gekegelt. Die Westschweizer wissen also wie es geht und werden «dank» YBs Cuphistorie an die Sensation glauben.

Die voraussichtlich wieder in grau gekleideten Berner dürften in der Startaufstellung wieder ein paar Veränderungen vornehmen. Gerry Seoane, Trainergott in spe, wird einige Rotationen aus dem Sionspiel rückgängig machen und mit einer starken Elf in den Ring steigen. Vor Goalie Wölfli hoffen wir auf einen wiedergenesenen Capitano Von Bergen neben Ali Camara, flankiert von Mbabu und Benito. Im Zentrum könnte Lauper neben Sanogo auflaufen und auch die Matchwinner Hoarau und Sulejmani dürften von Anfang an auf dem Platz stehen.

Wir verzichten auf einen 3:2-Tipp und glauben an ein klares 4:0 für YB. Die Tore erzielen Hoarau (2), Assalé und der eingewechselte Nsame.

BSC Young Boys – FC Sion 3:2

29. Oktober 2018 um 21:24 von Marco in der Kategorie YB

Nach der Mini-Baisse der letzten Wochen war YB wieder einmal heiss auf einen Sieg. Gerardo Seoane nahm für das Spiel gegen Sion einige Anpassungen an der Aufstellung vor. Nsame durfte wieder einmal von Beginn stürmen, Garcia kam als linker Aussenverteidiger zum Einsatz und Lauper und Camara bildeten erstmals gemeinsam die Innenverteidigung. Die Rotationen erfolgten teils aufgrund von Verletzungen und Krankheiten aber auch, um arrivierten Kräften eine Verschnaufpause zu gewähren. Gleich zu Beginn standen jedoch die Offensivkräfte im Fokus. Nsames Kopfball wurde von Fickentscher pariert und Garcias Schuss knallte an den Pfosten. YB dominierte die Startphase, blieb aber ohne Torerfolg.

Die Walliser dagegen taten wenig fürs Spiel und führten plötzlich 1:0. Garcia vertändelte den Ball an der Seitenlinie, was Sion eiskalt ausnützte. YB liess sich durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen, schliesslich waren sie die bessere Mannschaft. Assalé tanzte sich durch den Strafraum, fiel aber etwas schnell. Eine vertretbare Entscheidung des Schiedsrichters. Nur Minuten später war es wieder Assalé, der im Sittener Strafraum fällt. Diesmal wäre der Penaltypfiff angebracht gewesen, doch auch diesmal blieb die Pfeife stumm. Stumm wurden auch die YB-Fans, nachdem Sion das 2:0 erzielte. Wobei die YB-Spieler gütige Mithilfe leisteten. Camara und Lauper wollten den Abschluss vereiteln, wobei Camara den Ball Richtung Tor lenkte. Dort wurde Wölfli vom abgefälschten Ball überrascht und musste prompt hinter sich greifen.

Hält die Baisse von YB weiter an? Einzig das Resultat sprach zu diesem Zeitpunkt dafür. Gelbschwarz stürmte nach vorne und Fassnacht verpasste aus bester Position den Anschlusstreffer. Wichtig wäre ein Tor noch vor der Pause. Zum Glück wirbelte Assalé immer noch im Strafraum und wird wieder gestoppt. Diesmal gibts den Penalty, doch Nsame verschenkte den Ball an die Ostkurve. Aufwand und Ertrag stimmten zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht überein. Daran änderte sich auch nach dem Seitenwechsel vorerst nichts. Das zweite nicht gegebene Tor stand sinnbildlich für die Sysyphus-Arbeit der Young Boys.

Gut, hat man noch eine Bank, auf der sich Sulejmani und Hoarau den Arsch abfrieren. Es dauerte dann auch nicht lange, bis Garcia mit einer butterweichen Flanke Hoarau bediente, der den Tor-Bann brach. Der Sturmlauf von YB setzte sich fort, der Rückstand blieb. Einen Effizienz-Preis lag für YB an diesem kalten Abend definitiv nicht drin, aber möglicherweise doch noch Punkte. Die bibbernden Fans mussten sich dafür aber lange gedulden und noch einige missratene Abschlüsse aushalten. Schliesslich war es Assalé, der den Corner von Sulejmani mithilfe des Rückens eines Sion-Verteidigers im Tor unterbrachte. Ausgerechnet Assalé, der so viel Aufwand betrieben hatte und kräftig einstecken musste.

Jedem war klar, dass ein Unentschieden zu wenig war. Eine solche Nicht-Leistung von Sion durfte nicht mit einem Punkt belohnt werden. Zum Glück verfügt YB über einen Krieger wie Sanogo, der wie geschaffen ist für eine solche Ausgangslage. Der Corner von Sulejmani war scharf und Sanogo wuchtete ihn mit der Entschlossenheit ins Tor, die ihn auszeichnet. Es war der Schlusspunkt einer Partie, die YB hochverdient gewann. Der Sieg darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Defensive momentan etwas anfällig ist und dass selbst YB die Absenz mehrerer Schlüsselspieler merkt.

Wölfli 4,5 Wurde beim 2:0 ein bisschen übertölpelt und hatte ansonsten wenig zu tun.

Mbabu 4,5 Nicht ganz so aktiv wie gewohnt, aber auch ohne groben Schnitzer.

Lauper 5,5 Der defensive Mittelfeldspieler als Innenverteidiger gefällt besonders in der Spielauslösung.

Camara 4 Machte beim 2:0 keine gute Figur. Kommt neben SvB besser zur Geltung.

Garcia 4 Verschuldete das erste Tor und produzierte einige Fehlpässe. Die Flanke zum Anschlusstreffer war ein Lichtblick.

Fassnacht 4,5 Hätte zwingend einen Treffer erzielen müssen. Die Kaltblütigkeit vor dem Tor bleibt sein Manko.

Sow 5 Agierte als kluger Ballverteiler, allerdings nicht so viel Zug nach vorne.

Sanogo 5,5 Geil, wie er uns zum Sieg köpft und auch zuvor gewohnt zweikampfstark.

Ngamaleu 5 War fast überall auf dem Feld anzutreffen und versuchte stets Einfluss auf das Spiel zu nehmen.

Nsame 4,5 So viele Offensiv-Aktionen inkl. Penalty und trotzdem ohne Torerfolg, das ist bitter.

Assalé 5 Auch er betrieb viel Aufwand suchte aber öfter den Penalty als den Abschluss.

Hoarau 5,5 Zusammen mit Sulejmani brachte er die Wende zum Sieg.

Sulejmani 5,5 Zwei von 13 Corner führten zu Toren, die trat beide der Serbe.

Aebischer 5 Ersetzte Garcia und stabilisierte die Defensive.

 

 

Vorschau BSC YB – FC Sion

27. Oktober 2018 um 14:22 von Mate in der Kategorie YB

Nach dem starken Auftritt vom Dienstag in der Königsklasse, geht es heute im Kerngeschäft weiter. Zu Gast im Wankdorf ist der FC Sion, welcher seit acht Spielen ohne Sieg ist. Der Leader aus Bern konnte nach dem perfekten ersten Meisterschaftsviertel zuletzt zweimal nicht gewinnen und wird bestrebt sein, wieder einmal einen Dreier einzufahren.

Trotz der kleinen «Baisse» zuletzt, liest sich die Statistik der Young Boys in dieser Spielzeit nach wie vor fantastisch. Schon nur der Schnitt von 3.4 erzielten Toren pro Spiel ist eindrücklich und unterstreicht das enorme Offensiv-Potential, welches unsere Mannschaft besitzt. Man darf gespannt sein, wen Trainer Gerry Seoane heute auf Torejagd schickt. Angesichts der anstrengenden Zeit mit einer Folge von englischen Wochen, wäre vielleicht die eine oder andere Rotation zu erwarten. Wir gehen aber davon aus, dass diese erst im Cupspiel am nächsten Mittwoch erfolgen werden. Entsprechend erwarten wir die im Vergleich zum Valencia-Spiel fast identische Aufstellung und würden einzig in der Innenverteidigung einen Wechsel vollziehen. Dort soll Ali Camara wieder einmal ein Spiel und Sandro Lauper dafür eine Pause erhalten.

Wen auch immer Seoane aufstellt: Klar ist, dass allenthalben – auch von uns – nichts anderes als ein Sieg erwartet wird. Es gibt auch keinen Grund dies nicht zu tun. Die Frage ist eigentlich vor allem, ob es den Young Boys gelingt, das Potential auf den Platz zu bringen. Gelingt dies, wird der FC Sion kaum ein gewichtiges Wort mitreden können und wird vor allem darauf hoffen müssen, dass ihm der Fussballgott zur Seite steht. Warum dieser das tun sollte, steht natürlich in den Sternen, aber man weiss ja nie. Trotz der eigentlich klaren Ausgangslage tun die Young Boys aber gut daran, konzentriert und engagiert zu Werke zu gehen – Attribute, welche eben dieser Fussballgott gerne auch mal belohnt, womit es für die Walliser Gäste dann endgültig äusserst schwierig wird.

Wir tippen auf einen glatten 3:0-Heimsieg mit Toren von Sulejmani, Hoarau und Assalé.

BSC YB – Valencia 1:1

25. Oktober 2018 um 14:53 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Endlich ein Tor! Endlich ein Punkt! YB ist in der Champions League angekommen und beweist, dass der Schweizer Meister nicht nur Kanonenfutter ist. Dass man mit dem Punkt im Nachhinein sogar etwas unzufrieden ist, unterstreicht die formidable Leistung der Gelbschwarzen.

Das Team von Gerry Seoane startete engagiert aber ein wenig unpräzis in die Partie. Von Valencia kam wenig, doch die Spanier deuteten ihre technische Klasse mehrfach an. Besonders der belgische Stürmer Michy Batshuayi beschäftigte den Berner Abwehrverbund regelmässig – und traf nach einer knappen halben Stunde zur Führung. Die YB-Verteidigung spekulierte fälschlicherweise auf Abseits und CL-Debütant Wölfli verliess seinen Kasten zu früh.

Bis zur Pause gelang es YB nicht mehr, dem Spiel den Stempel aufzudrücken. Einzig eine Kopfballchance von Hoarau (40.) sorgte für ein wenig Aufregung.

Wie bereits in Zürich verfehlten des Trainers Retouchen in der Pause ihre Wirkung nicht. YB schnürte den spanischen Spitzenklub ein und sorgte beinahe im Minutentakt für Torgefahr. Nach 55. Minuten war es endlich soweit: Nach einem Foul an Djibril Sow bleib Schiedsrichter Treimanis aus Lettland nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Guillaume Hoarau (wer sonst?) verwandelte gewohnt sicher zum ersten CL-Treffer in der YB-Geschichte.

Wer nun dachte, YB würde sich stolz auf den Lorbeeren ausruhen, der sah sich getäuscht. Der amtierende Schweizer Meister drückte weiter und kam zu einigen guten Chancen. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit jubelten bereits viele Fans. Doch Sanogos Kopfball prallte via Goalie-Hände an den Innenpfosten – und von dort leider zurück in die Arme Netos.

So feiert man in Bern zwar den ersten Treffer und den ersten Punkt in der Königsklasse. Doch die starke Leistung in der zweiten Halbzeit hätte durchaus einen zweiten Treffer verdient gehabt.

 

Die Noten

Wölfli 5/ Der Wolf feiert mit 36 Jahren sein CL-Debüt – und sieht beim einzigen Gegentor nicht gut aus. Zeigt einige starke Angriffsauslösungen. Einen Notenpunkt extra gibt’s für Massregelung von Batshuayi.

Mbabu 5/ Der Aussenverteidiger ist wie bereits gegen den FCZ noch nicht bei 100 Prozent. Trotzdem sorgt er in der zweiten Halbzeit für viel Dampf.

Von Bergen 5.5/ Fantastischer Auftritt des Capitanos. Bestreitet seine Zweikämpfe von der ersten Sekunde an kompromisslos.

Lauper 5/ Zu Beginn mit einigen Wacklern. Doch Lauper steigert sich im Verlauf des Spiels und ist in der zweiten Halbzeit ein Grund, wieso es besser läuft.

Benito 5/ Nicht jede Flanke findet ihr Ziel. Doch Benito zeigt sich physisch auf der Höhe und absolviert ein starkes Spiel.

Sulejmani 5/ Technisch hat er sowieso CL-Niveau. Auch sonst ein unermüdlicher Wirbelwind, der nach 75. Minute ausgewechselt wird.

Sow 6/ Der beste Spieler auf dem Feld. Fleissig, viel unterwegs, technisch stark – und er holt den Penalty zum 1:1 clever heraus.

Sanogo 5/ Sorgt mit einem Kopfball fast für die Entscheidung. Auch sonst ist Sanogo präsent wie immer – auch wenn er gegen Kondogbia öfters den Kürzeren zieht.

Fassnacht 4.5/ Muss viel Defensivarbeit leisten und kommt daher nicht wie gewohnt zum Zug. Die absolviert er aber stark.

Assalé 5.5/ Der Ivorer ist an jeder Offensivaktion beteiligt und dribbelt Valencias Verteidiger Knoten in die Beine. Bleibt 1-2 Mal hängen, was die Bestnote knapp verhindert.

Hoarau 5.5/ Erster CL-Torschütze in Gelbschwarz. Spielt clever, holt Freistösse raus und hält den Ball in wichtigen Momenten in den Füssen, damit seine Kollegen nachrücken können.

 

Ngamaleu/Nsame/Bertone keine Note