Manchester United – BSC Young Boys 1:0

28. November 2018 um 10:30 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es scheint als müsse YB in der ersten Champions-League-Kampagne jeden erdenklichen Batzen Lehrgeld bezahlen: Ein starker, konzentrierter und mutiger Auftritt der sehr jungen Young Boys wird nicht mit einem Punkt belohnt.

In der Startphase brauchen die in Grau spielenden Berner einen Moment, um sich an die taktischen Umstellungen zu gewöhnen. Trainer Seoane setzt zu Beginn auf ein fluides 4-1-4-1, das sich in Ballbesitz in ein 4-3-3 wandelt. Aufgrund der Sperre Sanogos setzt der Coach auf ein Dreiermittelfeld mit dem defensiven Lauper und den beiden agilen Aebischer und Sow davor. Der Dreizack setzt sich aus Sulejmani, Assalé und Nsame zusammen.

Die Offensive kommt während der ersten Halbzeit noch selten zum Einsatz. Das in der Meisterschaft unkonstante Manchester United nimmt das Heft in die Hand und sucht sein Heil im Angriff. Doch im Unterschied zu den Auftritten in Valencia und Turin kann YB ein frühes Gegentor verhindern und kommt dank guter Organisation und einer konzentrierten Leistung besser ins Spiel.

Kurz vor der Pause kommt der Schweizer Meister sogar zu einer Grosschance: Eine flache Mbabu-Hereingabe versucht Djibril Sow mit der Hacke zu verwerten – es bleibt beim Versuch. Besonders ärgerlich: Gleich dahinter wäre Nsame „plütterläär“ freigestanden.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Berner bereits auf eine Dreierkette umgestellt. Grund: Eine Verletzung von Captain von Bergen, der nach der Pause in der Kabine bleibt. Für ihn kommt Uli Garcia ins Spiel, der die linke Aussenbahn übernimmt – Benito rückt zu Lauper und Camara in die Innenverteidigung.

Und diese Umstellungen scheinen zu funktionieren. YB kommt immer besser ins Spiel und hat phasenweise sogar die Oberhand. Vor allem Garcia und Sow kurbeln die Offensive immer wieder an und sorgen für gefährliche Szenen. Nach 70 Minuten jubeln die 3000 FANTASTISCHEN Berner Fans lautstark – leider vergeblich: Ein abgefälschter Abschluss von Garcia wird von De Gea mirakulös pariert. Wahrscheinlich halten diesen Ball keine fünf Goalies auf der Welt…

In der Schlussphase verteidigt YB stark und kann durch Konter für Entlastung sorgen. Als der vierte Offizielle 3 Minuten Nachspielzeit anzeigt, scheint der Punktgewinn perfekt. Doch mit der Brechstange (in Person von Marouane Fellaini) erzielt Man Utd kurz vor dem Schlusspfiff den entscheidenden Treffer. Ein hartes Verdikt für YB, das mit einem Durchschnittsalter von unter 24 Jahren (!) eine tolle Leistung abliefert. Der verletzte Captain trifft den Nagel nach dem Spiel auf den Kopf: Dieses Spiel wird uns alle besser machen.

Hopp YB!

Von Ballmoos 5/ Gute Leistung des Goalies, trotz 1-2 Wackler.

Mbabu 5,5/ Sehr fleissig in Offensive und auch Defensive. Könnte einen Abschluss in der ersten Halbzeit auch aufs Tor bringen.

Camara 5/ Oft gescholten, lange Zeit auf der Bank verbracht. Gestern aber mit einer starken Leistung.

Von Bergen 4,5/ Sein Schnitzer führt nicht zu einem Tor, aber wohl zu seiner Verletzung. Gute Besserung.

Benito 5/ Spielt sowohl als Linksverteidiger stark, als auch in der Innenverteidigung. Macht gegen Fellaini nicht viel falsch und hat doch das Nachsehen.

Lauper 5,5/ In den ersten Minuten einige Fehlpässe, danach sackstark. Sowohl als Sechser, als auch als abkippender Verteidiger.

Aebischer 5/ Viele starke Ballgewinne des jungen Fribourgers.

Sow 6/ Bester YB-Spieler auf dem Feld, ist omnipräsent und steigert seinen Marktwert an einem Abend um gefühlt 10 Millionen.

Sulejmani 4,5/ Der Meister aller Standards wird wohl etwas zu früh ausgewechselt. Die Freistoss-Situation einige Minuten später wäre auf ihn zugeschnitten gewesen. Sonst ein fleissiger Auftritt mit viel Defensivaufgaben.

Assalé 4/ Strenges Verdikt. Aber Assalé verpasst unglaublich oft den richtigen Moment für den Pass und vertändelt gleich mehrere Über-/Gleichzahl-Situationen. Zudem mit einem unglaublich schlampigen Rückpass vor der Pause.

Nsame 5/ JP sieht nicht viele Bälle, stellt sich aber in den Dienst des Teams und ackert fleissig.

Garcia 5,5/ Uli bringt unglaublich viel Schwung in die Partie und kurbelt das Offensivspiel an.

Fassnacht, Ngamaleu keine Note/

Vorschau: Manchester United – BSC Young Boys

27. November 2018 um 13:30 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Theater of Dreams! Über 3000 lautstarke und begeisternde YB-Fans! Das Spiel in Manchester ist mit Sicherheit das grosse Highlight der ersten Champions-League-Kampagne unserer Meisterhelden.

Sportlich gesehen – so ehrlich müssen wir sein – ist die Luft seit den Duellen gegen Valencia mehr oder weniger draussen. Gegen die Spanier hätte man mit etwas Glück und besserer Chancenauswertung gut und gerne auch vier statt nur einen Punkt abstauben können.

Mit einem Zähler aus vier Spielen steht YB am Tabellenende der Gruppe H, nur zwei Siege gegen Man Utd und Juventus (bei gleichzeitigen Niederlagen Valencias) würden zumindest ein europäisches Überwintern sichern.

Ohne den gesperrten Sanogo und den verletzten Guillaume Hoarau wird die Aufgabe im Old Trafford noch schwerer, als sie sowieso schon ist.

Nichtsdestotrotz: Ein Duell mit Manchester United ist ein absolutes Highlight in der Clubgeschichte und wird schon nur wegen des fantastischen Supports der gelbschwarzen Anhänger in die Annalen eingehen.

Wer weiss: Vielleicht nimmt die beinahe aussichtslose Tabellensituation den Druck weg und YB kann befreit und mutig aufspielen. Gegen ein momentan stark verunsichertes Manchester ist ein Punktgewinn nicht auszuschliessen. Bereits im Hinspiel agierte YB eine halbe Stunde lang dominant und musste sich am Ende nur der individuellen Klasse Pogbas und einem katastrophalen Penaltypfiff beugen.

In Turin stellte Trainer Seoane das Team etwas defensiver auf als gewohnt – in Valencia versuchte man es im bekannten 4-4-2. Beide Male verliess man das Feld ohne Punkte, doch in Spanien kam man einem Punkt deutlich näher als in Italien.

Auch ohne den verletzten Gui: Wir würden auch heute mit zwei Stürmern auflaufen. In der Innenverteidigung sollten die Stammkräfte beginnen, davor Leo Bertone als defensiver Abräumer. Djibril Sow, Miralem Sulejmani und Christian Fassnacht komplettieren das Mittelfeld. Ganz vorne stürmen Jean-Pierre Nsame und Roger Assalé. Moumi Ngamaleu kann im Verlauf der Partie entweder ganz vorne oder auf der Seite eingewechselt werden.

Wir tippen auf eine 2:1-Sensation. Aus Gründen! Treffen werden Nsame und Sow.

 

Bericht BSC YB – FC Lugano

25. November 2018 um 20:17 von Questra in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Bis Miralem Sulejmani in der 83. Minute den Freistoss ins Tor zirkelte, war es eine äusserst zähe Angelegenheit. Obwohl die Berner mehr vom Spiel hatten, waren grosse Chancen an einer Hand abzuzählen; Sulejmani zirkelte einen ersten Freistoss um Milimeter am Lattenkreuz vorbei, dann scheiterte Assalé mit seinen Versuchen, erst am Lugano-Hüter Da Costa, später am Pfosten und ein drittes Mal an einer Abseitsposition. Ansonsten wurde den gut gezählten 21‘800 Zuschauern im Kühlschrank Wankdorf wenig Erwärmendes gezeigt.

Auch wenn der klare Leader der Super League auf ein schwächelndes Lugano traf, war die Partie keineswegs ein Selbstläufer. Ungenauigkeiten im Mittelfeld und fehlende Ideen in der Zone vor dem gegnerischen Tor waren die Hauptverantwortlichen für einer an Höhepunkten armen Partie.

Lange hatten die Gelbschwarzen den Gegner im Griff, einzig der ex-Berner Alexander Gerndt war ein Gefahrenherd. Er hebelte mit einem genialen Pass auf Carlinhos Junior die gesamte YB-Verteidigung aus, wodurch der Brasilianer alleine vor von Ballmoos auftauchte; sein Lob war allerdings die falsche Entscheidung, der YB-Goalie hatte keine grösseren Probleme damit.

Die nächste gefährliche Szene vor dem YB-Tor ging wiederum von Gerndt aus: der Schwede durfte aus 18 Metern einen (hart gepfiffenen) Freistoss treten. Sein Ball wurde glücklicherweise von der Mauer abgelenkt, dieser Schuss wäre sehr schwierig zu halten gewesen. Auch YB hatte seinen Aktivposten: Roger Assalé wirbelte im gegnerischen Strafraum, hatte mit seinen Abschlüssen aber genauso wenig Glück.

Versuchten die Luganesi in der ersten Hälfte noch etwas mitzuspielen, standen sie in den zweiten 45 Minuten doch deutlich weiter zurück. Fabio Celestini schien sich einen Punkt in Bern ermauern zu wollen. Und lange schien dieser Plan auch aufzugehen, Da Costa war ähnlich beschäftigungslos wie sein Gegenüber von Ballmoos.

Bis das Heimteam seine starken zehn Minuten auspackte: endlich wurden die Angriffe mit einer gewissen Konsequenz vorgetragen, endlich wurden die Bälle scharf vors Tor gebracht, endlich wurde der Abschluss gesucht. Als Sulejmani dann mit Tempo in den Lugano-Strafraum vorstossen konnte und von Daprelà mit einem Body-Check abgeräumt wurde, wäre ein Penalty die einzig richtige Entscheidung gewesen, doch Schiedsrichter Klossners Pfeife blieb stumm. Als wenig später Sanogo von Sabbatini von den Beinen geholt wurde, kam der Pfiff. Und damit Sulejmanis Zauberfuss, der zum verdienten Berner Sieg traf.

Die Hauptprobe für das Gastspiel im Old Traffort ist damit resultatmässig geglückt. Allerdings mit einem hohen Preis: Guillaume Hoarau musste zur Pause aufgrund einer Sprunggelenksverletzung ausgewechselt werden, leider wird der Franzose damit mindestens die Champions League Partie in Manchester verpassen.

von Ballmoos: 5 / dank seiner Parade in der ersten Halbzeit steht hinten die 0
Mbabu: 4,5 / hinten gut, nach vorne auch schon mit mehr Einfluss
von Bergen: 4,5 / hatte hinten alles im Griff, wurde aber auch nicht gross gefordert
Lauper: 4,5 / lässt zwar Carlinhos Junior ziehen, was zur gefährlichen Lugano-Chance führte, aber sonst fehlerlos
Benito: 4 / nicht immer ganz stilsicher
Sulejmani: 5 / ein Aktivposten, und dieses linke Füsschen…
Sow: 4,5 / mit weniger Einfluss aufs Spiel als auch schon
Sanogo: 5 / der dominante Mann im Mittelfeld
Fassnacht: 4 / bemüht, aber unglücklich kämpfend
Assalé: 4,5 / auch er ein Aktivposten, mit Pech im Abschluss
Hoarau: 4 / war in den ersten 45 Minuten zu wenig ins Spiel eingebunden, wir hoffen auf schnelle Genesung

Nsame (46‘ für Hoarau): 4 / mit ähnlich wenig Einfluss aufs Spiel wie Hoarau
Ngamaleu (80‘ für Fassnacht) und Aebischer (88‘ für Assalé) zu kurz für eine Bewertung

Vorschau BSC Young Boys – FC Lugano

23. November 2018 um 16:05 von Cabrón in der Kategorie Matchvorschau, YB

Lange zwei Wochen Natipause, einen Monat seit dem letzten YB Heimspiel im Wankdorf. Doch morgen Samstag ist es endlich wieder soweit – Runde 15 im Kampf um die Titelverteidigung.

Auch wenn sechs Spieler des Fanionteams für ihre A-Nationalmannschaften im Einsatz standen, so tat der Mannschaft, die zuletzt ihre mentale und physische Müdigkeit nicht mehr verheimlichen konnte, allemal gut. Mohamed Ali Camara mit Guinea und Roger Assalé mit der Elfenbeinküste traten gar in der Afrika-Cup-Qualifikation gegeneinander an, doch sassen sie dabei beide über 90 Minuten auf der Ersatzbank. Anders die Schweizer Nationalspieler von YB die langsam aber sicher auch in der Nationalelf einen dicken gelben Farbtupfer hinterlassen. Standen doch nicht weniger als vier aktuelle und zwei ehemalige «Berner» im Aufgebot. Hier herauszustreichen gilt sicher der erste Einsatz von Loris Benito aber natürlich auch die super Leistung von Kevin Mbabu, der beim Sieg gegen die aktuelle Weltnummer Eins, einer der Besten war.

Zurück in die hiesige Meisterschaft. Die Young Boys führen die Tabelle souverän mit 14 Punkten Vorsprung an, doch wie auch schon im letzten Jahr werden die Beine zur Winterpause schwerer und schwerer und es mag der schwindenden Konzentrationsfähigkeit schuldig sein, dass das eine oder andere Zuspiel nicht wie zu Beginn der Saison seinen Abnehmer findet. Es gilt nun also in den letzten 4 Meisterschaftsspielen bis zur Winterpause noch einmal auf die Zähne zu beissen und die Pace hochzuhalten.

Der morgige Gegner FC Lugano steckt trotz gutem siebten Tabellenrang in einer kleinen Resultatkrise. Verlor man doch vier der letzten sieben Spiele und vermochte nur deren zwei zu gewinnen. Dies obwohl oder gerade, weil (der Tessiner CC) Renzetti Anfang Oktober den Jungtrainer Abascal durch Celestini ersetzte, wobei es auch dem ehemaligen Trainer von Lausanne Sport nicht gelang, aus den 18 Neuzugänge ein erfolgreiches Team zu formen. Während die Tormaschine Janko noch nicht auf Touren kam vermochte unser guter Freund Alex Gerndt sporadisch Glanzpunkte zu setzen, musste aber zuletzt seinem Sturmpartner Botani den Vortritt lassen.

Die Young Boys haben ihre fünf letzten Begegnungen gegen die Luganesi für sich entscheiden können und alles andere als ein erneuter Sieg wäre eine Überraschung. Gerry Seoane kann mit Ausnahme der Verletzten Wüthrich und Lotomba aus dem Vollen schöpfen und wird die stärkste Elf nominieren. Nach der zweiwöchigen Pause gilt es auch in Hinblick auf die ausstehenden zwei Champions League Spiele, die YB Maschine schnellstmöglich wieder auf Temperatur zu bringen. Dies gelingt aus unserer optimistischen Sicht ohne Probleme und resümiert in einem klaren 3:0 Sieg. Torschützen: Assalé, Hoarau, Sulejmani.

 

FC St. Gallen – BSC Young Boys 2:3

12. November 2018 um 20:57 von Marco in der Kategorie YB

Ein Fussball-Leckerbissen war es definitiv nicht, was die Young Boys in der zweiten Halbzeit gegen St. Gallen zeigten. Auf tiefem Terrain konzentrierten sie sich auf Verteidigungsarbeit, wobei viele Ballverluste eine langfristige Spielkontrolle verhinderten. Allerdings stand YB bei den wirklich entscheidenden Strafraumszenen auch erfreulich kompakt, so dass der Plan schliesslich aufging und die drei Punkte aufs Konto des Meisters flossen. Einziger Makel war das Foul von Sanogo, das zum Penalty und schliesslich zum Anschlusstreffer führte.

YB sicherte sich den sechsten Sieg im siebten Auswärtsspiel dank tollen 16 Minuten, in denen Gelbschwarz alle drei Tore schoss. Dabei misslang zuerst der Start in das Spiel einmal mehr – zumindes aus Resultat-Sicht. Die ersten Chancen gehörten nämlich YB und Assalé schoss sogar ein Tor. Das zählte allerdings zu Recht nicht, weil Passgeber Nsame im Abseits stand. Das erste reguläre Tor erzielte schliesslich Kutesa mit der ersten Chance des Heimteams. Dem Treffer ging ein wenig konsequentes Abwehrverhalten von YB voraus, David von Ballmoos hingegen war chancenlos. Der 1:0-Rückstand entwickelt sich für YB langsam zu einer ärgerlichen Gewohnheit. Immerhin ist Seoanes Team jeweils auch zu einer Reaktion fähig. Diese kam in Form einer präzisen Flanke von Mbabu auf Nsames Kopf. Was einmal funktioniert, kann man wiederholen, dachten sich die zwei. Nur acht Minuten später folgte eine Kopie dieses Tores und YB führte 2:1.

Es war ein kampfbetontes Spiel, das sich die beiden Mannschaften lieferten. Ngamaleu hatte zu diesem Zeitpunkt Glück, dass nach seinem hohen Bein nur Gelb sah und auch Mbabu wurde verwarnt. Es war aber auch ein Spiel, indem YB Charakter zeigte und dank vielen gewonnen Zweikämpfen überlegen war. Der Offensiv-Fussball von YB barg jedoch auch Risiken. Als sich St. Gallens Manneh durchtankte, verhinderten nur Von Ballmoos‘ Fingerspitzen den Ausgleich. Beim 3:1 spielte dann die Fussspitze von Assalé eine gewichtige Rolle. Sein grosser Zeh stand bei Ballabgabe im Abseits. Zum Glück fiel der Milimeter-Entscheid zugunsten von Assalé aus, der davonzog und das Skore souverän erhöhte.

An dieser Stelle noch eine TV-Kritik: Es ist unverständlich, dass Swisscom/Teleclub Millionen für die Super League-Rechte zahlen, bei den Kunden verdienen will und es dann nicht hinkriegt, solche Abseits-Entscheidungen grafisch aufzulösen. Das oft zu Recht kritisierte SRF schaffte dies nämlich problemlos.

Nach dem Seitenwechsel stellte YB die Offensiv-Bemühungen grösstenteils ein und konzentrierte sich wie Eingangs erwähnt auch solide Abwehrarbeit. Die Taktik war der Müdigkeit nach dem intensiven Programm geschuldet. Sie war zwar nicht frei von Risiko, aber sie ging auf und das ist das Wichtigste. Zwei Halbzeiten tollen Fussball spielen, kann YB auch noch nach der Natipause.

Von Ballmoos 5,5 Zwei starke Paraden, bei den Gegentoren machtlos.

Benito 5 Der Neo-Nationalspieler bestätigte seine gute Form.

Von Bergen 5 Ein schwaches Spiel wie gegen Valencia bringt ihn nicht aus der Ruhe. Gegen St. Gallen wieder gewohnt umsichtig.

Lauper 4,5 Beim ersten Gegentreffer war die Abwehr zu wenig konsequent, danach steigerte er sich.

Mbabu 5,5 Nach einer leichten Baisse in den letzten Spielen zeigte er wieder einen tollen Auftritt.

Ngamaleu 4,5 War überall anzutreffen und sehr aktiv. Einiges misslang aber auch. Zudem hatte er Glück, dass er nicht vom Platz flog.

Sanogo 4,5 Sein unnötiges Foul im Strafraum brachte SG noch einmal heran. Im Zentrum war er aber gewohnt stark.

Sow 5 Gegenspieler hatten oft Mühe, ihn vom Ball zu trennen.

Fassnacht 5 War vor allem in der ersten Halbzeit auffällig.

Nsame 5,5 Ersetzte Hoarau und rechtfertigte die Nomination mit zwei Toren.

Assalé 5,5 Ein Tor und weniger Bodenkontakt als auch schon. Gefällt!

Sulejmani 4,5 Wenig Einfluss beim gemeinsamen Defensivspiel in der zweiten Halbzeit

Schick und Aebischer 5 Stabilisierten als frische Einwechselspieler die Abwehr.

 

 

Vorschau FC St. Gallen – BSC YB

11. November 2018 um 12:14 von Questra in der Kategorie Matchvorschau, Vorschau, YB

Wir sind froh, haben die Young Boys einen Gymnastik-Trainer, der schaut, dass ihre Muskeln und Bänder beweglich genug sind. Denn der Spagat, den die Berner diese Tage wieder machen müssen, ist enorm: Meisterschaft, Cup, Meisterschaft, Champions-League, Meisterschaft… für jedes Spiel die nötige Konzentration, die richtige Vorbereitung, die erwartete Leistung abrufen zu können, ist richtig schwierig. Umso beeindruckender ist die anscheinende Selbstverständlichkeit, mit welcher der Leader der Super League seine Aufgaben wahrnimmt.

Auch der Spielplan spricht nicht für die Berner: es ist das vierte Spiel in Serie, welches Auswärts ausgetragen wird, Wettbewerbsübergreifend. Es waren anstrengende Wochen mit vielen Spielen. Und nach dem vollen Spielplan, diesen sogenannten englischen Wochen, kommt die Natipause sicher genau richtig. Erst steht aber das letzte Auswärtsspiel dieser langen Serie an. Es geht gegen den FC St. Gallen im Kybunpark darum, den Vorsprung auf die Konkurrenz weiter auszubauen.

Es ist nicht so, dass der FCSG der Angstgegner der Berner wäre; in den letzten fünf Spielen resultierten vier Siege, zuletzt gab es Ende September zu Hause ein überzeugendes 2:0 in welchem man nicht überragend spielte, aber den Gegner jederzeit im Griff hatte. Es war auch das Startelf-Debut eines gewissen Sandro Laupers, der sich seither als Nummer zwei in der Innenverteidigung etablieren konnte. Trotzdem müssen die Berner erneut ihre Leistung abrufen, in St. Gallen wird einem der Sieg normalerweise nicht einfach so geschenkt.

Peter Zeidler steht für einen schnellen, offensiven, attraktiven Fussball. Auch wenn der Trainer der Grünweissen selbst den heutigen Gegner als „die aktuell beste Schweizer Mannschaft“ bezeichnet, wird er sich kaum mit einer ehrvollen Niederlage zufrieden geben. Und auch die St. Galler wissen, dass in den letzten Spielen die Defensive nicht immer glänzte und dass die Berner eine kräfteraubende, schwierige Partie in Spanien in den Beinen haben.

Aber der Kader der Gelbschwarzen ist gross und vor allem stark genug besetzt, um auch mit dieser Hypothek umzugehen. Interessant wird darum sein, wie Gerry Seoane aufstellen wird. Wir vermuten, dass nicht jeder der Ü30-Spieler in der Startelf steht und erwarten im Sturm Nsame statt Hoarau. Ebenfalls denken wir, dass Camara neben Lauper die Innenverteidigung bilden wird. So gibt es vor der Pause noch einmal drei tolle Punkte, wobei Nsame und Fassnacht die Tore für den 2:0 Sieg des Meisters erzielen.

Vorschau FC Valencia – BSC YB

7. November 2018 um 13:16 von Questra in der Kategorie Matchvorschau, Vorschau, YB

Feiner Sand zwischen den Zehen, das lauwarme Mittelmeer auf der Haut, Tapas auf den Tischen, dazu Rioja in den Gläsern… Alternativ Shoppingtrips in der wunderschönen Altstadt, ein Besuch im eindrucksvollen Opernhaus Valencias… Nein, für all das werden die Young Boys keine Zeit haben: wenn die Berner heute Abend an Spaniens Mittelmeerküste gegen den FC Valencia in die Rückrunde der Champions-League starten, geht es einzig und allein um Punkte.

Nach dem starken Heimspiel, in dem die Berner mehr fürs Spiel gemacht haben, die besseren Chancen hatten, mutiger und vor allem besser spielten als die Spanier, wird es heute Auswärts darum gehen, diese Leistung zu bestätigen. Können die Gelbschwarzen ihre Chancen besser nutzen als noch vor zwei Wochen, könnte tatsächlich der erste Sieg im besten Wettbewerb des Clubfussballs winken. 

Ein grosser Vorteil für den Schweizer Vertreter wird definitiv der Druck sein: dieser liegt einzig und allein auf den Schultern der Spanier. Wurden die Schweizer als Punktelieferant dieser Hammergruppe angesehen, haben sie in zwei von den bisher drei Partien gezeigt, dass dem absolut nicht der Fall ist. An einem guten Tag kann die Mannschaft von Seoane auch mit den Grossen des Weltfussballs mithalten. Und sollten die Spanier heute nicht gewinnen, sind die Berner mindestens im Kampf um Platz drei schon leicht im Vorteil.

Eindrücklich ist die Offensive der Berner: die Torproduktion hat Ausmasse angenommen, die selbst den grössten Optimisten überraschen dürften. Dass in den letzten Spielen aber die Defensive nicht immer sattelfest gewesen ist, dürfte aber auch von der letzten Fledermaus in Valencia registriert worden sein.

Trotzdem glauben wir an den ersten Sieg in der Champions-League für die Berner Jungs, auch wenn dieser geschichtsträchtige Moment auswärts und nicht im heimischen Wankdorf stattfinden sollte. Da Seoane aus den Vollen schöpfen kann, erwarten wir im Vergleich zum GC-Spiel keine Änderung in der Startformation. Fussballgott Hoarau und Edeltechniker Sulejmani werden die Treffer zum 2:1 Erfolg in Valencia beisteuern und die mitgereisten Fans in Ekstase versetzen.

GC – YB 0:3

5. November 2018 um 18:00 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war lange Zeit ein trostloser Abend. Wenn GC im Letzigrund aufläuft, wiederspiegelt sich das ganze Drama um den Rekordmeister und einstigen Topklub an allen Ecken und Enden. Kaum Zuschauer, die «Exil-Kurve» erscheint erst kurz vor Spielbeginn und ist auch pünktlich auf den Schlusspfiff wieder weg. Dazu flimmert im Minutentakt Werbung für die Stadionabstimmung über die Stadionbildschirme, in denen Fussballpromis und Vereinspräsidenten um ein «Ja» flehen.

Natürlich: Dem Schweizer Fussball wäre ein anständiges Fussballstadion in Zürich zu wünschen. Doch man kommt nicht umhin, beim aktuellen Zustand der «Institution» GC ein leichtes Gefühl der Schadenfreude zu empfinden.

Item. YB startet mit den besten 11 in die Partie und dominiert die ersten Minuten klar. Hoarau verpasst nach rund zehn Minuten alleine vor Goalie Lindner – und von da an war die erste Halbzeit für den Eimer. Gelbschwarz gelang kaum eine Aktion, Präzision und Konzentration hatten sich kurzfristig verabschiedet. Zum Glück für YB musste GC-Trainer Thorsten Fink aufgrund von Verletzungen und Sperren mit dem allerletzten Aufgebot antreten, dass nicht die Qualität aufbrachte, dem Meister Schaden in Form von Toren zuzufügen.

Wie so oft in den letzten Wochen fand Trainer Gerry Seoane in der Pause die richtigen Worte und YB kam wie verwandelt aus der Kabine. Am Ende genügten vier starke Minuten, in denen Hoarau einen Ball gekonnt ins Tor schlenzte und Fassnacht, nach schöner Kombination über Hoarau und Benito, zum 2:0 abschloss. Makel: Benito stand ganz leicht im Abseits.

Danach war der Mist gekarrt und die Berner durften in den Verwaltungsmodus zurückschalten. Einzig die eingewechselten Aebischer und Schick hatten noch nicht genug und trafen zum wiederholten Mal mit der gleichen Cornervariante.

YB reicht ein durchschnittlicher Auftritt zu weiteren drei Punkten – und fügt dem bereits grosszügig gefüllten Torkonto drei weitere Treffer hinzu. Am Dienstag fliegt das Team nach Spanien und will sich gegen Valencia in der Königsklasse beweisen. Ein Punktgewinn würde die Hoffnung auf ein europäisches Überwintern am Leben lassen. Wir glauben daran! Hopp YB!

 

Die Noten

Von Ballmoos 4,5/

Nach seiner Blitzheilung wieder im Tor, muss aber dank seiner Vorderleute nicht eingreifen.

Mbabu 4/

Bei gestiegenen Ansprüchen wird auch kritischer benotet. Mbabu ist nach seiner Verletzung noch nicht wieder auf dem alten Level angelangt. Tendenz aber aufsteigend.

Von Bergen 5/

Lö Chef.

Lauper 5/

Guter Auftritt von Lauper, der als einer der wenigen über beide Halbzeiten sein Niveau erreicht.

Benito 4,5/

Schöner Assist vor dem 2:0, aber in der ersten Halbzeit mit vielen doofen Ballverlusten.

Fassnacht 4,5/

Der Thalwiler trifft zwar zum 2:0, erlebt aber einen unglücklichen Abend. Viele seiner Aktionen misslingen ihm.

Sow 5/

Vor der Pause der beste Berner, auch wenn sich bei ihm einige Ballverluste einschleichen.

Sanogo 4,5/

Assist vor dem 1:0, viele wichtige Zweikämpfe für sich entschieden. Sanogo versuchte die Mannschaft in der ersten Halbzeit aufzuwecken.

Sulejmani 4/

Für einmal will dem Zauberer nicht viel gelingen. Hat aber trotzdem bei den wenigen guten Aktionen vor der Pause seine Füsse im Spiel.

Assalé 4,5/

Wird vor der Pause zu wenig unterstützt und weicht oftmals auf die Seite aus. Fleissiger Auftritt.

Hoarau 5/

Zuerst vergibt er alleine vor dem Tor, dann besorgt der Torjäger aber doch den Dosenöffner.

Ngamaleu, Schick, Aebischer keine Note/

Schöne Aktion von Aebischer und Fussballgott Thorsten Schick zum 3:0.

 

Vorschau: GC – BSC Young Boys

3. November 2018 um 08:56 von Marco in der Kategorie YB

Bern im Herbst kann auch ungemütlich sein. Von der Aare steigt zäher Nebel empor und durch das Verschwinden der Aussensitzplätzen muss man in den Beizen enger zusammenrücken. YB reagiert auf diese Misere mit regelmässigen Fluchten in die Ferne. Gleich vier Auswärtsspiele in drei Wettbewerben stehen in diesen Tagen an.

Nach dem erfolgreichen Ausflug an die Gestade des Lac Léman geht es heute nach Zürich in den Letzigrund. Im Windkanal unter den Schweizer Stadien will YB mit einem Auswärtssieg den beruhigend grossen Abstand zur Verfolgergruppe zementieren. Bekanntlich schloss YB gegen GC die Meisterschaft ab, die eigentlich nie hätte enden sollen. An diesem frühsommerlichen Abend holte YB den Sieg dank zwei späten Toren.

Die meteorologische Wärme ist mittlerweile verschwunden, jene in den Herzen der YB-Fans strahlt unvermindert weiter. Beim Duell Erster gegen Neunter wäre ein Sieg keine Überraschung, doch die Spiele gegen Luzern und Zürich haben gezeigt, dass Siege nie selbstverständlich sein dürfen. Im Vergleich zum Cupspiel in Nyon kann Seoane wieder einige Rotationen vornehmen.

David von Ballmoos (oder wer auch immer hinter der Maske stecken wird) kann ins Tor zurückkehren. Wir wünschen ihm einen längeren und erfolgreicheren Einsatz als vor zwei Wochen. Wenn wieder Camara neben Von Bergen aufläuft, könnte Lauper in seine bevorzugte Position im Mittelfeld vorrücken. Dies im Fall, dass Sow noch nicht bereit für die Startformation ist. Bei der Aufstellung dürfte Seoane auch bereits das wegweisende Auswärtsspiel in Valencia im Hinterkopf haben. Deswegen Leistungsträger zu schonen, wäre aber zu riskant. Die Meisterschaft bleibt der wichtigste Wettbewerb für die Young Boys.

Da ist es natürlich toll, dass YB auch gegen GC ein Vollerfolg gelingt. Die Tore zum unspektakulären, aber letztlich souveränen 2:0 schiessen Hoarau und Sulejmani.

Stade Nyonnais – YB 0:1

2. November 2018 um 12:57 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Für einmal müssen die grau gekleideten Gelbschwarzen keine Überstunden leisten. YB gewinnt das Cupspiel gegen Stade Nyonnais mit 1:0.

Gerry Seoane rotierte diesmals auf den defensiven Aussenbahnen, brachte Garcia und Schick für Benito und Mbabu. Im Zentrum kamen Leo Bertone und Michel Aebischer zum Einsatz. Der Gegner aus dem Waadtland wehrte sich nach Kräften, konnte aber kaum einmal gefährlich abschliessen. Trotzdem war es für YB kein Selbstläufer: Jede Chance musste man sich hart erarbeiten – doch vor allem Jean-Pierre Nsame blieb ein weiteres Mal in dieser Saison ohne Fortune vor dem Tor.

Doch der Kameruner hatte seine Füsse kurz nach der Pause dennoch im Spiel: Sein technisch schönes Zuspiel auf Sulejmani ermöglichte YB den vorentscheidenden Führungstreffer. Im Gegensatz zu Biel und Schaffhausen konnte Stade Nyonnais nicht auf den Rückstand reagieren. Der mangelhaften Chancenverwertung YBs ist es zu verdanken, dass die Niederlage für den Underdog nicht noch deutlicher ausfiel.

Nach 90 Minuten stand der Einzug in den Viertelfinal fest – für einmal musste YB in dieser Cupsaison die Kraftreserven nicht anzapfen. Ende Februar geht es in Luzern weiter – noch drei Siege fehlen bis zum ersten Cupsieg seit 1987.

 

Die Noten:

Wölfli 5/ Der Wolf liess sich nicht aus der Ruhe bringen und fuhr am Ort seines Profidebüts ein «Clean Sheet» ein.

Schick 4.5/ Unaufgeregt in der Defensive, ab und zu mit Szenen in der Offensive.

Von Bergen 5/ Der Capitano gewann viele Zweikämpfe. Blieb in der zweiten Halbzeit mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, konnte aber weiterspielen.

Camara 4.5/ Blieb fehlerlos aber auch unauffällig.

Garcia 4.5/ Kein entscheidender Cup-Auftritt wie noch gegen Biel, aber auch ohne grösseren Fehler wie noch gegen Sion.

Sulejmani 5.5/ Besorgt technisch stark den Gamewinner und schraubt seine fantastische Scorer-Ausbeute weiter nach oben.

Bertone 4.5/ Kommt für Sanogo ins Zentrum und ist bemüht. Spielentscheidendes will ihm aber nicht gelingen.

Aebischer 4.5/ Auch Aebischer trägt seinen Teil zum Sieg bei, ohne aufzufallen.

Ngamaleu 5/ Lange Zeit der auffälligste Berner.

Nsame 4.5/ Wer um einen Stammplatz kämpft, müsste seine Chancen effizienter nutzen. Bonuspunkt für den schönen Assist.

Hoarau 4.5/ Verpasst die eine oder andere Möglichkeit.

Lauper/Fassnacht/Sow keine Note/