BSC Young Boys – Juventus Turin 2:1

13. Dezember 2018 um 11:07 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

2018 neigt sich langsam dem Ende zu. Und als ob das gelbschwarze Traumjahr noch besser werden könnte, setzt YB noch einmal einen drauf! Der Reihe nach.

Ohne Von Bergen, Sanogo und Sulejmani wirkt die Ausgangslage vor dem abschliessenden Gruppenspiel gegen den italienischen Rekordmeister noch schwieriger, als sie sowieso schon war.

Seoane und sein Staff entscheiden sich, auch nach den Erfahrungen in Manchester, für eine taktische Umstellung und starten in einem 3-4-3. Und dieser Plan geht nach einigen Startschwierigkeiten auf. YB agiert mutig und gut organisiert, lässt sich von den grossen Namen nicht einschüchtern. Ob Ronaldo, Costa, Mandzukic oder Pjanic: Die Berner zeigen sich in den Zweikämpfen hart und am Ball mutig. Und auch etwas glücklich: Ronaldo und Costa verpassen die Führung mehrmals knapp, bis YB endlich einmal in einem CL-Spiel in Führung gehen kann. Ngamaleu wird von Alex Sandro dämlich im Strafraum gefoult und Hoarau trifft zum 100. Mal für YB!

Nach der Pause drücken die Italiener mächtig und schnüren YB ein, ohne jedoch wirlich oft zu gefährlichen Szenen zu kommen. Zu dicht steht der Berner Riegel, zu aufsässig ist der Schweizer Meister in den Zweikämpfen. Nach etwas mehr als einer Stunde verpasst Fassnacht per Kopf das 2:0 knapp – eine Chance, die man in so einem Spiel eigentlich nützen muss. Doch YB verzweifelt nicht, kontert erneut über Benito und Ngamaleu bis der Ball bei Hoarau landet. Und dieser macht weiter Werbung für eine eigene Statue vor dem Wankdorf. Lässig lässt er Bonucci stehen und versenkt aus 17 Metern unhaltbar.

Die letzten zehn Minuten des Spiels fühlen sich auf den Rängen endlos an, vor allem nach dem Anschlusstreffer des eingewechselten Dybala. Juve drückt und trifft in der Nachspielzeit zum Ausgleich – doch das Tor zählt berechtigterweise nicht. Ronaldo stand beim vermeintlichen zweiten Dybala-Tor im Abseits. Nach fast fünf Minuten Nachspielzeit pfeifft der Schiri ab – und Bern liegt sich zum wiederholten Mal in diesem Jahr in den Armen.

Noch einmal 90 Minuten in Neuchâtel – dann geht das grossartigste Jahr in Gelbschwarz zu Ende. Hopp YB!

Die Noten

Wölfli 6/ Dribbelt schon in den Startminuten einen Vizeweltmeister aus, kratzt Ronaldo den Ball vom Fuss und strahlt 90 Minuten eine riesige Freude aus. Beim Gegentor machtlos.

Camara 5,5/ Steht sinnbildlich für die Steigerung YBs in der CL. Camara zeigt ein starkes Spiel und leistet sich kaum Fehler.

Lauper 6/ Schon fast unheimlich mit welcher Abgeklärtheit Lauper zu Werke geht. Sein Passspiel ist fantastisch, ebenso seine Antizipation.

Benito 5,5/ Auch Benito zeigt ein tolles Spiel, bügelt 1-2 Stellungsfehler gleich selber aus. Leitet den Konter zum 2:0 fantastisch ein.

Mbabu 5,5/ Kevin beweist auch gegen Juve, dass er bereit ist für den Schritt in eine Topliga. Darf aber gerne bis Sommer warten.

Sow 5/ Fleissig und omnipräsent. Ein paar Abspiele gelingen ihm nicht wie gewünscht, doch die fallen nicht ins Gewicht.

Aebischer 5,5/ Stark wie Aebischer sich im Zentrum behauptet und etliche Löcher stopft. Der Fribourger hat nochmals einen grossen Schritt gemacht.

Garcia 5/ Uli merkt man die fehlende Spielpraxis ab und zu an. Hat viel Zug nach vorne, defensiv ab und zu noch etwas ungestüm. Spielt mit unglaublich viel Herz.

Fassnacht 5/ Starke Angriffsauslösungen bei mehreren Kontern, zudem mit einem fantastischen „Zidane-Trick“. Müsste aber per Kopf das 2:0 erzielen.

Ngamaleu 5,5/ Einer seiner besten Auftritte im YB-Dress. Defensiv fleissig, offensiv überall anzutreffen. Holt den Penalty heraus und steuert den Assist zum 2:0 bei.

Hoarau 6/ Da gibts eigentlich nichts zu sagen. Le roi!

Bertone/Schick/Wüthrich keine Note/

Seoane 6/ Unglaublich wie Gerry in seiner ersten YB-Saison überzeugt. Grossartige Interviews, taktisch klug und mutig.

Vorschau BSC YB – Juventus Turin

12. Dezember 2018 um 09:35 von Questra in der Kategorie Matchvorschau, Vorschau, YB

Es wird der letzte Höhepunkt eines davon reichen Jahres 2018 im Berner Wankdorf sein: die abschliessende Champions-League Partie gegen eines der besten Teams des Kontinents. Wenn der BSC YB den italienischen Meister Juventus Turin empfängt, könnte der Unterschied kaum grösser sein: hier der Aussenseiter, der erstmals in der Vereinsgeschichte an der Champions League teilnehmen durfte, dort das Team, das den Sieg im bedeutendsten Wettbewerb des Clubfussballs anstrebt. Hier das Team, in welchem die Stars von morgen spielen, dort das Team, das mit Weltstars gespickt ist. Hier die jungen Buben, dort die alte Dame.

Obwohl es für den BSC YB im sechsten und letzten Gruppenspiel um nichts weiteres als Ehre (und ein paar Franken) geht, wird die Partie nicht in die Bedeutungslosigkeit verschwinden. Wenn eine italienische Mannschaft in Bern antritt, ist eine heisse Stimmung garantiert. Da es sich dabei noch um den Serienmeister der letzten Jahre handelt, der viele Fans in der Schweiz kennt, wird das Wankdorf in einen Hexenkessel verwandelt. Die Partie ist seit Wochen ausverkauft, die YB-Geschäftsstelle warnt vor unnötigen Reisen an die Wankdorfküste.

Obwohl es für den Leader der Super League eine Herkulesaufgabe wird, gegen das vermeintlich übermächtige Juventus zu bestehen, sind wir zuversichtlich: Druck haben die Berner keinen, verlieren können sie gar nichts. Und es ist die letzte grosse Bühne für die Spieler, die sich präsentieren wollen.

Kein Abschiedsstück wird es für den gesperrten Sanogo und die verletzten von Bergen und Sulejmani geben. Trotzdem wird YB-Trainer Seoane eine starke Mannschaft aufs Feld schicken können. Mit Pommes-Gui steht viel Erfahrung auf dem Platz. Auch ein Benito kennt die grosse Bühne und dass Mbabu furchtlos ist, wissen wir spätestens seit seinem ersten Europa-League-Einsatz in Gelbschwarz. Zudem sind die Berner im eigenen Stadion stark; insbesondere gegen italienische Teams. Und wie sagten wir schon in der letzten Vorschau: vermutlich verliert YB in 8 von 10 Partien gegen Juve. Aber wieso sollte nicht heute eine der anderen 2 Partien sein?

 

BSC Young Boys – FC Thun 3:2 (0:1)

10. Dezember 2018 um 16:15 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Die Young Boys drehen auch das Spiel gegen wacker kämpfende Thuner und gewinnen bereits zum 15. Mal im 17. Spiel. Dabei war der zweimalige Rückstand einiges erstaunlicher als der Doppelschlag in der YB-Viertelstunde, welcher die Siegsicherung brachte. YB legte von der ersten Minute an ein horrendes Tempo vor und bemühte sich das Spiel frühzeitig in die richtige Bahn zu lenken.

Der Gast hingegen ging wenig Risiken ein und versuchte durch kleine Fouls den Spielfluss der Gelbschwarzen gleich zu Beginn zu stören, was ihnen teilweise auch gelang. So wurde die Berner Drangphase zwar immer wieder unterbrochen doch stoppen konnte man die Sturmläufe nur bedingt. Dabei stellten sich die Thuner sehr clever und äusserst effizient an. Während sie bei zwei Schüssen auf das gegnerische Tor auch zwei Treffer verbuchen konnten, benötigte das Heimteam eine Quote von 0.25. Doch wie eingangs erwähnt, reichte dies erneut aus um eine weitere Partie in extremis zu drehen.

Dabei scheiterte vor allem Roger Assalé, der im 4-2-3-1 meist über Rechts kam, bereits in der Startviertelstunde einige Male aus aussichtsreicher Position. Das Heimteam fegte über das Kunstgrün, wie ein Turbolaubbläser durch die herbstlichen Strassen. Kaum landete die letzte Papierschlange, der sensationellen Choreo, auf dem Rasen legte YB los. Aebischer auf Pass von Fassnacht, Nsame nach toller Vorarbeit durch Seydoux, der ganz nebenbei ein tolles Startelfdebut feierte. Danach scheiterten auch noch Sulejmani und Assalé, bevor Von Ballmoos den Ball erstmals aus der Nähe betrachten konnte.

Im Grunde war es ein Spiel auf ein Tor mit ein zwei Entlastungsangriffen der Roten. Trotzdem brauchte der Ligaprimus 56 Minuten, einen herrlichen Lob Aebischers und die Technik eines Sulejmanis um erstmals in dieser Begegnung zu treffen. Danach vergab YB weiter Chance um Chance und benötigte etwas Glück und den Fuss vom Thuner Rodrigues um die Partie erneut auszugleichen. Danach war es nur noch eine Frage der Zeit, bevor der Pommesliebhaber Hoarau das siegbringende 3:2 erzielte.

Zurzeit klappt einfach alles in der Fussballhauptstadt Bern – dieses stimmungsvolle Publikum, die sensationelle Choreo und dieser unwiderstehliche Fussball – YB macht Glücklech!

 

 

Die Noten:

Von Ballmoos:   4 / Ein sehr unangenehmes Spiel für unsere Nr. 1. Bekam in den gesamten 90 Minuten keinen Ball zu halten und kassierte gleichwohl 2 Gegentreffer.

Seydoux:   5 / Tolles Startelfdebut des jungen Fribourgers. Versteckte seine Nervosität hinter frechen Flügelläufen.

Lauper:   5,5 / Ballsicher, super Spielverständnis und vielleicht die beste Spieleröffnung der Liga. Was kann der Junge eigentlich nicht?!

Ali Camara:   4,5 / Machte seine Sache gut doch war er offensiv auch schon auffälliger.

Benito:   4 / Ohne Fehler aber für einmal eher eine unauffällige Partie unseres Aussenläufers.

Sanogo:   5,5 / Hielt sich nach der zuletzt harten Kritik an seiner Spielweise etwas mehr zurück und stach dafür mit seiner spielerischen Extraklasse hervor.

Aebischer:   5 / Sieht bei beiden Gegentreffern etwas unglücklich aus, sein Assist zum 1:1 Ausgleich entschädigt aber für alles.

Assalé:   4 / Wirblig und gefährlich wie immer, doch im Abschluss unglücklich und zu wenig clever.

Fassnacht:   4,5 / Spielte im 4-2-3-1 zentraler als gewohnt. Machte seine Sache gut doch fehlte ihm das Glück im Abschluss.

Sulejmani:   6 / Mira…Mira…Miralem Sulejmani! *sing*

Nsame: 4 / Wie Assalé an vielen offensiven Aktionen beteiligt, mit guten Möglichkeiten aber ohne Abschlussglück.

Hoarau für Nsame und mit Pommesjubel, Ngamaleu für Assalé und mit einer riesen Chance kurz vor dem Abpfiff und Bertone für Aebischer waren zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

 

 

Vorschau BSC Young Boys – FC Thun

7. Dezember 2018 um 22:37 von Marco in der Kategorie YB

Vor einer Woche trat YB zum Spitzenkampf gegen den Zweitplatzierten an und gewann nach einer starken zweiten Halbzeit souverän. Nun tritt YB erneut gegen den Zweiten der Super League an, diesmal ist es der FC Thun. Während YB seit der zweiten Runde unbeirrt die Tabelle anführt, geben sich dahinter die anderen Klubs die Klinke in die Hand. Fünf Teams (exkl. YB, das nach der ersten Runde auf Rang zwei stand) belegten bisher den Platz, der in früheren Jahren von YB gehalten worden war. Nun spielt es für die Young Boys natürlich eine untergeordnete Rolle, wer sich momentan als erster Verfolger bezeichnen darf. Hauptsache der Vorsprung bleibt beruhigend gross.

Obwohl YB mehr als eineinhalb mal so viele Punkte wie Thun auf dem Konto hat, dürfte das zweitletzte Heimspiel des Jahres nicht ganz einfach werden. Thun hat einen Lauf, mit Sorgic den Ligatopskorer in ihren Reihen und wird ordentlich heiss sein auf das Duell gegen die Nummer eins im Kanton. Cool bleiben, ist daher die Devise für Gelbschwarz. YB verfügt mittlerweile über ein so gefestigtes Selbstvertrauen, dass sich die Spieler auch von Rückschlägen während der Partie nicht verunsichern lassen. Mindestens ein Tor für YB fällt mit grosser Wahrscheinlichkeit immer und die Fähigkeit, Spiele in der Schlussphase zu gewinnen, ist Gold wert.

Letzte Woche in Basel musste YB auf Von Bergen und Hoarau verzichten, die verletzungsbedingt ausfielen. Gegen Thun ist nur Hoarau einsatzbereit, Von Bergen laboriert immer noch an seiner Fussverletzung. Ebefalls nicht dabei ist Mbabu, der seine Rot-Sperre absitzen wird. An seiner Stelle dürfte Schick zum Einsatz kommen. Falls Seoane vor Weihnachten noch ein paar Geschenke in Form von Einsatzminuten verteilen möchte, könnte auch Léo Seydoux den Part als Rechtsverteidiger übernehmen. Auch Sow leidet noch an einer Bauchmuskelverletzung, daher spielt Aebischer neben Sanogo.

Im Sturm entscheidet Hoarau das Topskorer-Duell mit Sorgic für sich und führt YB mit zwei Toren zum 2:0-Sieg.

Matchbericht FC Basel – BSC YB

4. Dezember 2018 um 13:10 von Questra in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Wer sich ein Bild von der Verunsicherung des FC Basels machen wollte, musste sich nur die Pressekonferenz im Anschluss an das Spiel anschauen. Wie ratlos Trainer Marcel Koller den Journalisten Red- und Antwort stand, sprach Bände. Verwundert darüber darf man nach diesen neunzig Minuten vom eigentlichen Spitzenspiel der sechzehnten Super League Runde nicht sein. Denn es war eine Machtdemonstration im St. Jakob-Park. Nicht etwa vom Heimteam, dem entthronten Meister vom Rheinknie, nein, es war eine Demonstration des Gastes von der Aare.

Noch selten hat man den FC Basel vor heimischem Publikum so sehr schwimmen sehen, noch seltener wurde der einst so dominante Club zuhause dermassen vorgeführt. Die Young Boys waren das bessere Team, hatten mehr Präsenz, waren physisch bereiter und fussballerisch besser. Die Berner kamen vor der Pause zu mehreren aussichtsreichen Halbchancen, aber die letzte Konsequenz fehlte in der ersten Halbzeit. Der FC Basel seinerseits hatte während den ganzen neunzig Minuten zwei Abschlüsse; und selbst die sind noch grosszügig gezählt.

Doch es passte zur Dramatik des Spiels, dass trotzdem die Basler zur Pause in Führung lagen; und dies tatsächlich mit ihrem einzigen Schuss aufs Tor. Der Gegentreffer war aus Berner Sicht komplett unnötig, denn eigentlich waren sie in dieser Situation im eigenen Strafraum in Überzahl. Trotzdem konnte Kalulu ungestört flanken, trotzdem konnte Frei seinen Kopfball auf Ajeti spielen, trotzdem stand ebendieser alleine vor von Ballmoos und gab dem Ball die entscheidende Richtungsänderung.

Ebenso passte zum Spiel, dass genau dieser Gegentreffer der Genickschlag für die Basler war. Verunsichert – oder überheblich – wie sie sind, hielten sie es für eine vielversprechende Idee, sich nach diesem Tor komplett zurückzuziehen und die Führung dank Mauertaktik über die Zeit zu bringen. Notabene gegen das Team, welches in 15 Spielen bereits 47 Tore erzielt hatte.

Es kam dem spielstarken Gast also entgegen, dass sich das Heimteam in der eigenen Platzhälfte einigelte, so konnten die Berner ihre ganze Klasse ausspielen. Der omnipräsente Sulejmani kam zu einem wahren Standardtraining auf Wettkampfniveau, er durfte zwölf Eckbälle zur Mitte schlagen. Im Anschluss eines dieser Eckbälle kam der Ball zurück zum serbischen Zauberfuss. Dass man einem Sulejmani keinen Platz zum Flanken geben darf, müsste in der Super League eigentlich bekannt sein. Dennoch gaben ihm die Basler in der 69. Minute alle Zeit der Welt. Seine Hereingabe fand den Kopf von Ali Camara, der den Ball ungestört in die Maschen köpfelte.

Wer nun erwartete, dass vom Heimteam irgendeine Reaktion kommen sollte, sah sich getäuscht. Es waren nur die Berner, die weiter spielten, nur die Berner, die etwas ausstrahlten, nur die Berner, die den Sieg wollten. All dies wurde zehn Minuten nach dem Ausgleich mit dem Führungstreffer belohnt. Natürlich war es Sulejmani, der einmal mehr den Unterschied ausmachte. Sein scharf getretener Freistoss flog an Freund und Feind vorbei und landete in der weiten Torecke.

Dass der Gast aus der Hauptstadt erstmals seit über sechs Jahren die volle Punktzahl aus Basel mitnehmen sollte, daran gab es ab diesem Moment keine Zweifel mehr. Selbst der grösste Optimist der Muttenzer-Kurve musste dies eingesehen haben, verliessen doch bereits etliche Zuschauer vor Abpfiff das Stadion-Oval. Und verpassten so das Berner Schluss-Bouquet. Der eingewechselte Garcia, ebenfalls mit unglaublichem Gefühl im Fuss gesegnet, durfte ungestört in den Basler Strafraum flanken wo Fassnacht komplett vergessen gegangen war. Dessen Kopfball in den Torhimmel hatte mehr Wucht, als das ganze Basler-Spiel. So verkam der vermeintliche Spitzenkampf zu einer Kapitulation vor der Stärke des Berner Leaders.

(Anmerkung der Redaktion: allfällige Tätlichkeiten, Schiedsrichter-Fehlentscheide oder falsch gewählte Kartenflut wurden in diesem Text absichtlich ausgeklammert.)

Noten:

von Ballmoos: 5 / die grösste Gefahr für den Torhüter war, sich eine Erkältung einzufangen

Mbabu: 5.5 / er ist zurück, diese Stärke, diese Kampfkraft, diese Power, dieser Jubel – wow!

Lauper: 5 / einige Stellungsfehler am Anfang, danach stark, mit Magistralen Auslösungen

Camara: 5 / dieses IV-Duo macht spass, auch wenn Steve definitiv noch gebraucht wird

Benito: 5.5 / welche Präsenz auf den Aussenbahnen

Sulejmani: 6 / der Serbe war der Leader auf dem Feld

Sanogo: 5.5 / die Käptenbinde schien seine Brust noch breiter zu machen

Aebischer: 5 / musste Sow ersetzen, machte seine Sache als Ballverteiler in der Mitte stark

Fassnacht: 4.5 / rettete seinen Auftritt mit dem schönen Kopfballtor

Assalé: 5 / wirbelte gewohnt, kam zu Abschlüssen, zeigte starke Leistung

Nsame: 5 / er ersetzte Hoarau wieder stark, konnte Bälle halten und wagte sich immer, selbst in den Abschluss zu gehen

 

Wechselspieler:

Bertone (84′ für Sulejmani) / Garcia (88′ für Assalé) / Ngamaleu (93′ für Nsame): zu kurz für eine Benotung

Vorschau FC Basel – BSC Young Boys

2. Dezember 2018 um 11:00 von Marco in der Kategorie YB

Mittlerweile sind hoffentlich auch alle gestrandeten YB-Fans aus Manchester zurück und der Fokus kann wieder auf die Meisterschaft gerichtet werden. In dieser tritt YB heute auswärts gegen den FCB an. Dass die Partie FCB-YB das Duell Erster gegen Zweiter ist, erstaunt wenig. Dass YB allerdings mit einem Vorsprung von 16 Punkten führt, ist ungewohnt aber natürlich wunderschön. Dennoch ist eine Prognose für das heutige Spiel schwierig.

Für YB spricht, dass sie der absolute Dominator der Liga sind und daheim und auswärts jeden Gegner besiegen können. Individuell ist YB sowieso besser besetzt als Basel. Dazu kommt die Verunsicherung beim FCB und die 7:1-Niederlage dürfte in den Köpfen wieder auftauchen.

Allerdings könnten genau die Gedanken an diese Klatsche bei den Baslern zu einer Trotzreaktion führen. Zudem ist es für Basel die letzte Chance im 2018 noch zu zeigen, dass sie fähig sind, dem Meister die Stirn zu bieten und den Rückstand zu verringern. Es ist also vieles offen, wobei die Favoritenrolle natürlich trotzdem bei YB liegt.

Eine Stärke der Gelbschwarzen ist die Qualität durchs ganze Kader. Diese ist heute gefragt. Hoarau und Von Bergen fallen voraussichtlich verletzungsbedingt aus. Daher kommt wahrscheinlich Camara in der Innenverteidigung neben Lauper zum Zug. Im defensiven Mittelfeld agiert Sow neben Sanogo und im Sturm sorgen Assalé und Nsame für Gefahr. Letzterer erzielte vor einem Jahr das wichtige Tor beim wegweisenden 1:1. Heute trifft auch noch Fassnacht, was YB einen 2:1-Sieg beschert.