BSC YB – FC Basel 2:0

28. Februar 2018 um 20:33 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

geschrieben von Mate

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Was für ein Abend gestern im Wankdorfstadion. YB empfing Meister Basel zum Cup-Halbfinal, trotz klirrender Kälte kamen über 20’000 ins Stadion und sollten dort Zeugen von einem ganz grossen YB-Sieg werden. Die Mannen in Gelb und Schwarz dominierten den Ligakrösus insbesondere in der zweiten Hälfte fast nach Belieben. So war am Ende die verdiente Final-Qualifikation das eine, die Art und Weise, wie diese zustande gekommen war, das andere (eigentlich noch viel Schönere).

YB begann druckvoll und verzeichnete bereits nach gut zwei Minuten eine erste Möglichkeit durch Benito. Den Gästen pfiff in den Anfangsminuten nicht nur der Wind um die Ohren. Doch sie überstanden diese erste Druckphase der Young Boys und sollten dann zwischen der 10. und 20. Minute selber ihre beste Phase haben. Jene zehn Minuten gehörten deutlich den Baslern, mehr als eine halbe Chance schaute aber nicht heraus. Danach übernahm YB wieder das Zepter, war die bessere Mannschaft, entschlossener, spielerisch besser und offensichtlich auch fokussierter. Bei Basel begann man sich bereits an Schiedsrichterentscheidungen aufzureiben. An dieser Stelle möchten wir Valentin Stocker noch ein virtuelles Trosttäfeli und Nastuch für seine erbärmliche Schauspieleinlage senden. Doch zurück zum Wesentlichen … Da gelang es dem Heimteam vorerst nicht, Kapital aus seiner Überlegenheit zu schlagen. Zwar erzielte Hoarau den vermeintlichen Führungstreffer, leider aber hatte der Linienrichter das Offside nicht übersehen. So ging es torlos in die warmen Katakomben.

Nach der Pause liessen die Hausherren ihre Gäste zuerst einmal noch etwas an der Kälte warten. Diese waren relativ zeitig aus der Pause auf den Platz zurückgekehrt, während YB die ganze Pause nutzte um Wärme und Energie zu tanken. Was Hütters Mannen dann ihren Fans in der zweiten Hälfte boten, war schlicht sensationell. Der Ligakrösus aus Basel hatte – und es ist auch nicht ein bisschen übertrieben – schlicht nichts mehr zu bestellen. YB überforderte die Basler mit dem Tempo, YB gewann gefühlt alle Zweikämpfe, YB spielte clever (mal mit Pressing, mal ohne – aber immer richtig). Man könnte es eine Machtdemonstration nennen, wenn man denn wollte.

Und es mag sein, dass andere Schiedsrichter nach Oberlins Hands nicht auf den Punkt gezeigt hätten. Interessiert aber niemanden, denn Klossner tat es und Hoarau versenkte souverän. 1:0, nun war auch resultatmässig alles in der richtigen Bahn. Zuvor hatte es Assalé nach starker Vorarbeit Sows verpasst, YB in Führung zu schiessen. Auch nach der Führung liess YB kein bisschen nach, powerte weiter, hatte die Sache von A-Z im Griff. Sinnbildlich für die zweite Hälfte dann das zweite YB-Tor: nach einem Ballverlust setzte Mbabu fast auf der Grundlinie nach, luchste Lacroix den Ball ab, spielte scharf zur Mitte, wo sich Suchy offenbar derart unter Druck wähnte, dass er den Ball (souverän) ins eigene Tor köpfte. Das Wankdorf stand Kopf und mit Ausnahme vielleicht der Zuschauer im Gästesektor, dürften alle vergessen haben, wie kalt es eigentlich war. Und während man früher bei Führungen gegen Basel stets ins Zittern kam, ihr Druck jeweils immer wie grösser wurde und man wusste, dass es jetzt auch etwas Glück brauchen würde – dieses Mal musste man nie Angst darum haben.

So pfiff der Schiri nach 94 Minuten pünktlich ab, YB siegte 2:0, souverän und hochverdient. Es war neben der Finalqualifikation auch ein starkes Signal der Mannschaft von Adi Hütter. Ein Zeichen an den Gegner, aber (hoffentlich) auch eines an das eigene Umfeld. Nein, auch mit dem Sieg gestern holte man keinen Pokal ins Wankdorf. Aber eigentlich müsste die Art und Weise, wie die Mannschaft das durchgezogen hat, helfen, die letzten Zweifel zu beseitigen und – ganz nach dem Vorbild des Teams – mit breiter Brust die nächsten Wochen anzugehen. Schliesslich kam diese Leistung der Berner nicht überraschend.

Die Noten:

Wölfli 5,5: Hatte dank der guten Leistung seiner Vorderleute nur wenig zu tun, rettete aber zweimal glänzend.

Mbabu 5,5: Schöner Ballgewinn vor dem 2:0. Gewohnt engagiert und ohne Mühe gegen Stockers Valentin.

Nuhu 5,5: Erneut mit einer souveränen Leistung, gewohnt zweikampfstark.

Von Bergen 6: Zeigte von Beginn weg wer der Herr am YB-Strafraum ist. Sackstarke Leistung des Captains.

Benito 5,5: Wie Mbabu mit guten Vorstössen, hätte bereits nach zwei Minuten das 1:0 erzielen können.

Sow 6: Wahnsinn was der Junge für eine Entwicklung gemacht hat. Oft auch mit Ball schneller als seine Gegenspieler.

Sanogo 5,5: Gestern für einmal etwas weniger dominant als sein Nebenmann. Schade dass er nur die Latte traf, wäre ein wunderbares Tor gewesen.

Sulejmani 5,5: Arbeitete enorm viel und gefiel erneut mit intensiver Laufarbeit. Dafür nicht ganz so produktiv wie auch schon (auf hohem Niveau aber).

Fassnacht 5,5: Gegen ihn zu spielen muss einfach ziemlich mühsam sein. Aufsässig und fleissig.

Assalé 5,5: Der Ivorer verpasste die YB-Führung nach sensationeller Vorarbeit von Sow. Viel unterwegs, sorgte dauernd für Unruhe.

Hoarau 5,5: Sorgte mit seinem Penalty dafür, dass Spielgeschehen und Anzeigetafel endlich übereinstimmten.

BSC YB – FC Thun 3:1

21. Februar 2018 um 09:22 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Vorneweg: Zum Glück kämpfen nur wir mit (Server-)Problemen und nicht unsere Gelbschwarzen!

YB kann dem wachsenden Druck standhalten. Nach dem Patzer der Basler vom Samstag, bestand vor dem Spiel gegen Thun die Möglichkeit, den Vorsprung auf acht Punkte auszubauen. Vorentscheidung! Eminent! Veryoungboysen! Elementar! Die grosse BlaBlaBla-Lawine rollte ungebremst in Richtung Wankdorf.

Thun? Genau: Der «Angstgegner» der laufenden Saison strebte den dritten Sieg gegen den übermächtigen Kantonsrivalen an und wollte es besser machen als Lausanne, die neben Thun als bisher einziger Superligist gegen YB gewinnen konnten. Doch diese Rechnung beglich das Team von Adi Hütter an dessen Geburtstag eine Woche zuvor.

Schon zu Beginn zeigt sich, dass Thuns Spielweise den Bernern nicht unbedingt liegt. Die aufsässige Art und das zeitweise hohe Pressing sind sich die Gelbschwarzen nicht mehr gewohnt. Doch mit dem Rückenwind eines Leaders und dem Selbstverständnis eines Titelkandidaten, erledigt das Team seine Aufgabe doch mehrheitlich souverän.

Nach einem Gewühl im Strafraum bleibt Hoarau vor dem Tor eiskalt und verwertet seinen eigenen Rebound zur Führung. Roger Assalé kann noch vor der Pause einen schönen Steilpass von Sékou Sanogo in die weite Ecke einschweissen – keine Chance für den sonst starken Thun-Goalie Nikolic.

Nach der Pause baut YB etwas ab, der Druck und die Überzeugung kommen abhanden. Thun wird zwar nicht gefährlich, schafft aber dann doch aus dem Nichts den Anschlusstreffer: Dennis Hediger verwertet eine Flanke technisch hochstehend per Hacke. Merke: Diesen Satz zu verfassen schmerzt in etwa so stark, wie eine Wurzelbehandlung ohne Narkose.

Doch YB beweist nach dieser Szene eindrücklich, wie es um die Reife dieser Mannschaft steht: 47 Sekunden nach dem 2:1, spielt sich YB über Benito in den Thuner Strafraum, dort verarbeitet Sulejmani den Ball technisch perfekt und legt uneigennützig auf Hoarau. Tor. Die Entscheidung.

Weitere drei Punkte auf dem Konto: Ziel erreicht. Auch wenn es das Spiel nicht in die Top-5 der bisherigen Saison schafft. Zu passiv agiert YB phasenweise, wie Trainergott Chadi Hütter nach dem Spiel auch richtigerweise analysiert.

Am Samstag geht’s gegen Sion weiter. Ganz im Sinne von «Match für Match», soll die Serie gegen die Walliser weitergehen, auch wenn diese am Wochenende erstmals unter Jacobacci gewinnen konnten.

Die Noten:

Wölfli 5/ Pariert einmal stark und strahlt die gewohnte Sicherheit aus. Mittlerweile sollten auch die letzten Zweifler verstummt sein.

Mbabu 4,5/ Seine Flanke steht am Ursprung des Führungstreffers. Ansonsten gewohnt aktiv.

Nuhu 5/ Eine Wand, ein Fels, ein Berg.

Von Bergen 5/ Bekundet etwas mehr Mühe als sein Nebenmann, agiert aber kompromisslos und strahlt zu jeder Sekunde aus, dass in diesem Spiel etwas wettzumachen ist.

Benito 5/ Zeigt sich seit der Winterpause enorm verbessert. Nicht nur in der Defensive, sondern auch im Spiel nach vorne.

Ngamaleu 4/ Nicht ganz so auffällig wie in Lausanne. Versucht vieles, gelingen will ihm allerdings eher wenig.

Sow 4,5/ Mit Licht und Schatten, aber bestätigt seinen Stammplatz grundsätzlich.

Sanogo 5/ Der gewohnt wichtige Pfeiler im YB-Team. Ist für die umkämpfte Partie die perfekte Wahl.

Sulejmani 5/ Trifft zwar für einmal nicht, glänzt aber sonst: Seine Vorarbeit vor dem 3:1 ist das Eintrittsgeld wert.

Hoarau 5,5/ Definitiv zurück in alter Form – und in dieser unverzichtbar für das Team. Auch wenn das zu Lasten des bedauernswerten Nsame geht.

Assalé 5,5/ Ergänzt sich hervorragend mit Hoarau und kann seine Schnelligkeit einige Male ausspielen. Schade ist seine Hereingabe nach schönem Dribbling zu unpräzise.

 

Schick/Lotomba/Aebischer keine Note

Lausanne-Sport – BSC Young Boys 1:4

12. Februar 2018 um 14:27 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Abgeklärt und souverän zu 3 Punkten auf der schwerbespielbaren Pontaise.

Der Leader der Super League gab sich im dritten Aufeinandertreffen mit den Waadtländern keine Blösse und bezwang Lausanne-Ineosport ohne grössere Mühen klar und deutlich mit 4:1. Es entstand nie der Eindruck, als könne die Genialität Celestinis, die Gene Zidanes, die Aggressivität Rochats oder der neueingekaufte Topskorer Rapp etwas am 14. Saisonsieg, der sechste in der Fremde, der Berner etwas ändern. Mit dem Gameplan Hütters, den Sturmläufen des aktuellen Torschützenleaders Sulejmani oder mit dem «Rückkehrer» Hoarau war YB dem Kontrahenten stets einen Schritt voraus.

Adi Hütter entschied sich den gelbgesperrten Assalé durch Leonardo Bertone zu ersetzen und die Mannschaft, auch aufgrund des krankgeschriebenen Fassnachts, auf ein 4-2-3-1 umzustellen. Die Entscheidung erwies sich nicht zuletzt dadurch als richtig, da die Young Boys das Mittelfeld nach Belieben beherrschten und dadurch kaum Chancen des Heimteams zuliessen. Einzig nach dem vorentscheidenden und wunderschönen 0:3 durch Guillaume Hoarau erlaubten sich die Hauptstädter kurz eine Pause einzulegen und ein, zwei Gänge zurückzuschalten, was die Lausanner und ihr kurz zuvor eingewechseltes Nachwuchstalent Zeqiri zum Ehrentreffer nutzten.

Ansonsten war das Meisterschaftsspiel vom Sonntag eine einseitige Angelegenheit, in der die Berner Kampfmannschaft die Blauweissen in der ersten Halbzeit, mit aufsässigem Pressing, kaum aus der eigenen Spielhälfte liess. Nach dem Pausentee stand man nicht mehr ganz so hoch und erlaubte so dem Heimteam vermehrt, über die Mittellinie zu kommen. Nichtsdestotrotz blieben gefährliche Aktionen vor dem Tor Wölflis die Ausnahme. Das laufstarke zentrale Mittelfeld erstickte Ideen des Gegners im Keim und über die Flügel gelangte man blitzschnell zum definitiv genesenen Guillaume Hoarau. Gestern waren im Spiel des Leaders kaum Schwächen auszumachen – vielleicht bei der unterlaufenen Flanke vor dem Ehrentreffer oder den Bällen welche steil hinter das pressende Mittelfeld gespielt wurden? Im Gegenzug läuft AirFrance wieder zur Bestform auf, Moumi beginnt im Angriff Akzente zu setzen und die Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns gleichen sich mittlerweile auch für YB aus oder zumindest geben sie nach den Spielen kaum mehr Anlass zur Diskussion.

Wir freuen uns auf die Fortsetzung nächsten Samstag gegen den FC Thun, denn auch gegen die haben wir aus der Hinrunde noch eine Rechnung offen, die es zu begleichen gilt.

Noten:
Wölfli 4,5 – Kaum geprüft und ohne Bezug zum Spielgeschehen, musste er sich trotzdem einmal bezwingen lassen.
Mbabu 5 – Wieder gewohnt aktiv auf der rechten Seite unterwegs.
Von Bergen 4,5 – War kaum im Mittelpunkt und erledigte seine Arbeit.
Nuhu 5 – Zweikampfstark mit guter Spielauslösung und ohne Fehler.
Benito 4,5 – Scheint seine Qualitäten endlich konstant auf den Platz zu bringen. Blieb ausser beim Gegentreffer ohne Fehler.
Sanogo 5,5 – Stopfte im Mittelfeld die Löcher und war an zwei Treffern direkt beteiligt. Schade holte er sich nach seiner Gelbsperre bereits wieder eine unnötige Gelbe Karte ab.
Sow 5 – Defensiv und offensiv ein weiteres Mal ohne Fehl und Tadel. Schöne Vorlage zum 1:0.
Moumi Ngamaleu 5 – Tolles Spiel von Moumi. Durfte von Beginn weg ran und dankte dies mit einer guten Leistung und seinem zweiten Super League Treffer. Auch schön, wie er vor dem wegweisenden 1:0 den Angriff auslöst und Sow in die Tiefe schickt.
Bertone 4,5 – Unauffällig erfüllte er seine Aufgaben auf ungewohnter Position souverän.
Sulejmani 5,5 – Dieser Mann ist zur Zeit nur durch eine Verletzung zu stoppen. Zum Glück gab es diesbezüglich heute Entwarnung, so dass wir auch in den nächsten Spielen von der Genialität des Serben profitieren können.
Hoarau 5,5 – Ein zu Unrecht aberkanntes Abstauber Tor, ein verwandelter Elfmeter und ein Tor des Monats – Hoarau Superstar ist zurück!
Lotomba 4,5 – Kam in der zweiten Hälfte für den verletzten Sulejmani und erledigte seinen Job unaufgeregt und fehlerfrei.
Nsame für Hoarau (78.) und Aebischer für Bertone (86.) waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

BSC YB – GC 1:1

12. Dezember 2017 um 10:42 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Die Winterpause steht vor der Türe – und das ist gut so! YB wirkt nicht mehr so spritzig und unbekümmert wie über weite Strecken der Hinrunde. Auswärts wurde das spätestens in Lugano augenfällig, auch wenn dort der Schaden durch die individuelle Klasse von Sulejmani noch kaschiert werden konnte. Gegen Thun gelang das schon nicht mehr – und jetzt fehlt der letzte «Pfupf» auch in den Heimspielen. Gegen ein junges GC zeigt YB in der ersten Halbzeit eine fahrige und fehlerbehaftete Leistung. Die Hüpfer sind zwar nicht überlegen, doch gehen nicht ganz unverdient durch ein Traumtor in Führung.

Offenbar wurde Adi Hütter in der Garderobe sehr laut: Die Gelbschwarzen kamen wie verwandelt aus der Kabine und schnürten GC in der eigenen Halbzeit ein. Es erinnerte an ein Powerplay im Eishockey, nur die Tore wollten nicht in der gleichen Kadenz fallen. Einzig Kevin Mbabu, der beste Berner, traf nach einem schönen Solo zum Ausgleich. Ansonsten sündigte YB im Abschluss: Fassnacht traf die Latte, Aebischer zuerst einen Mitspieler, dann den Goalie. Kurz vor Schluss kamen die Zürcher zu einem ihrer mittlerweile seltenen Vorstösse und köpften den Ball durch Avdijaj noch an den Pfosten. Alles in allem also ein Punkt mit dem man leben muss – ob man will oder nicht.

Die Maxime «Wir schauen nur auf uns» gilt aktuell noch mehr als vor einigen Wochen. Egal, wie nah uns andere Mannschaften kommen – es gilt einzig und alleine den Fokus auf das nächste Spiel zu legen. Dieses findet am Sonntag in Luzern statt und gilt gleichzeitig als Übergang von der fantastischen Hinrunde in die hoffentlich noch viel fantastischere Rückrunde.

Die Noten:

Von Ballmoos 4.5/ Keine Chance beim Gegentor, ansonsten gut.

Mbabu 5.5/ Der beste YB-Akteur krönt seine Leistung mit einem tollen Treffer.

Von Bergen 4,5/ In der ersten Halbzeit wie viele seiner Kollegen nicht Stilsicher. Danach gut.

Nuhu 4,5/ Löst einmal technisch brillant gegen zwei Gegenspieler – hätte zu dieser Halbzeit gepasst, wäre dies ins Auge gegangen. Aber hätte und wäre nerven.

Lotomba 4,5/ Wie bei allen müsste man eigentlich zwei Noten verteilen. Nach der Pause deutlich besser.

Schick 4/ Hatte wohl die grössten Leistungsschwankungen zwischen den beiden Abschnitten.

Sow 5/ Kann seine Form bestätigen und sichert sich im Zentrums-Ranking hinter Sanogo Platz zwei.

Aebischer 4,5/ Nicht zum ersten Mal glücklos im Abschluss. Ansonsten engagiert.

Fassnacht 4/ Ihm klebt das Pech an den Schuhen – ein Tor würde ihm gut tun.

Hoarau 3,5/ Noch nicht in der Form, die es braucht. Eine gute Wintervorbereitung wird Wunder wirken.

Assalé 4/ Verpasst wieder öfters den Moment des Abspiels. Dennoch ein Aktivposten.

 

Moumi/Nsame/Bertone keine Note

BSC Young Boys – Skënderbeu 2:1

8. Dezember 2017 um 16:56 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Foto: Thomas Hodel

Foto: Thomas Hodel

Die Young Boys gewinnen ein sehr dürftiges Spiel gegen den albanischen Vertreter Skënderbeu nicht unverdient mit 2:1 und beenden die diesjährige Europapokal Kampagne auf dem 3. Platz.

Das Gute vorneweg: Adi Hütter rotierte fleissig durch und gab vielen Spielern, die bisher kaum auf Spielzeit kamen, die Chance sich zu beweisen. Hoarau gab sein Stammelf Comeback und trifft wieder aus dem Spiel heraus. Bertone ist nach langer Verletzungspause zurück und übernimmt gleich wieder Verantwortung. Die Gelbschwarzen kämpften verbissen bis in die Nachspielzeit und das Karma haust zurzeit im Wankdorf, so dass sich YB zumindest mit einem Sieg aus dieser EL Gruppenphase verabschieden konnte.

«Es war sicherlich kein Leckerbissen», meinte Adi Hütter nach dem Spiel und dabei dachte er nicht einmal an die ereignislose erste Halbzeit. Trotzdem sah er eine sehr bemühte Mannschaft, die auf einer schwierigen Unterlage, bis in die Nachspielzeit kämpfte, um in allerletzter Sekunde die Rote Laterne abzugeben. Natürlich liess die auf 9 Positionen veränderte Mannschaft die Automatismen vermissen, doch auch so war der gute Spirit im Team deutlich spürbar.

Karma gut, alles gut! Nachdem bereits Hoarau, nach herrlicher Hereingabe von Aebischer, mit dem Kopf für den umgehenden Ausgleich besorgt war, erledigte Assalé in der Nachspielzeit der Nachspielzeit den Rest und somit das Laientheater Skënderbeu.

Einen besonderen Dank und ein dickes Kompliment geht an dieser Stelle an den Walisischen Schiedsrichter Evans, der sich ab den vielen Unsportlichkeiten und Spielverzögerungen der Albaner, nie aus der Ruhe bringen liess. So hat er einen simulierenden Spieler auch mal eine Weile an der Seitenauslinie warten lassen, bevor er ihm Einlass gebot und sich dieser wieder irgendwo auf dem Spielfeld hat hinlegen können.

Auch wenn diese Europapokal Kampagne nicht wie gewünscht verlaufen ist, so konnte die junge Mannschaft einiges lernen und wichtige Erfahrungen sammeln, darum freuen wir uns bereits heute wieder auf das nächste Mal, wenn es wieder heisst: «Mit üsere gäubschwarze Droge ufem Trip dür Europa!»

Noten:

Wölfli 4,5 – Das YB Urgestein durfte wieder einmal ran und machte seine Sache gut. War kaum beschäftigt aber rettete einmal bärenstark.

Mbabu 4 – Defensiv zwar ohne gröbere Schnitzer aber auch irgendwie «lauffaul». Ausserdem konnte er im 4-3-1-2 kaum zu seinen gefürchteten Flügelläufen ansetzen. Da haben wir schon bessere Spiele von ihm gesehen.

Bürki 4 – Stand beim Gegentreffer mit Wölfli am Ende einer Fehlerkette, erledigte aber sonst das, was man von ihm verlangte.

Wüthrich 4 – Teils gute Spieleröffnung aber auch er hatte, aufgrund fehlender Spielpraxis, seine Unsicherheiten.

Joss 3,5 – Vermochte seine Chance nicht zu nutzen. Musste sich ein, zwei Mal ausdribbeln lassen und gegen Vorne stand ihm wie Mbabu der Flügel im Weg.

Schick 4 – Versuchte gleich zu Beginn Zeichen zu setzen aber tauchte danach ab.

Aebischer 4,5 – Mit dem einen oder anderen Stockfehler aber war sehr bemüht und schlug eine herrliche Flanke zum schnellen 1:1 Ausgleichstreffer.

Moumi Ngamaleu 3 – Blieb während 95 Minuten blass.

Teixeira 4,5 – Wollte bei seinem erst dritten Einsatz in gelbschwarz unbedingt zeigen was er kann, was ihm trotz der daraus folgenden Verkrampfung ab und an gelang.

Hoarau 5 – Hatte zuerst kaum Zugang zum Spiel und traf dann doch herrlich zum eminent wichtigen 1:1.

Nsame 4 – Er wird froh sein kommt die Winterpause. Kämpferisch, aber zu wenig durchschlagskräftig.

Bertone 5 – Welcome back Leo! Die Mannschaft hat dich vermisst.

Assalé 6 – Blieb während dem ganzen Spiel ohne Fehler und bestrafte die Unsportlichkeit der Albaner auf die schönste Weise.

Cup: BSC YB – FC St. Gallen 2:1

1. Dezember 2017 um 18:23 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Geschrieben von Questra

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Giorgio Contini schien seine Mannen in der Garderobe richtig heiss für diesen Cup Viertelfinal gemacht zu haben: gleich die Hälfte der St. Galler Feldspieler lief in kurzärmligen Shirts auf. Wenn die Espen damit ein Zeichen in Richtung der Gelbschwarzen haben schicken wollen, ging die Rechnung nicht auf. Von solchen Kleinigkeiten lässt sich das YB Ausgabe November 2017 nicht beeindrucken. Den St. Gallern wehten im winterlichen Wankdorf nicht nur die Schneeflocken ums Gesicht, auch die Berner Wirbelwinde sprühten vor Spielwitz und Lauffreude. Sie sorgten dafür, dass die Ostschweizer trotz der kurzen Shirts gehörig ins Schwitzen kamen.

Der Leader trat zuhause auf, wie man es sich von ihm erhoffen durfte. Dominant, überlegen, stark. Als der erste, nennen wir ihn Abschluss, auf das Berner Tor kam, führten diese längst und hatten dazu bereits einige der besten Möglichkeiten ausgelassen. Denn das St. Galler Tor wurde von der ersten Minute an unter Beschuss genommen. Sow scheiterte bereits nach wenigen Sekunden mit einem Weitschuss an Cup Goali Stojanovic. Nsame lief alleine auf ebendiesen zu, doch vergab. Lotomba wurde nach tollem Zusammenspiel Sulejmanis und Assalés freigespielt, sein Abschluss aber vom Arm eines St. Gallers abgelenkt. Und die beste Chance bot sich Fassnacht, der, von Nsame perfekt eingesetzt, plötzlich keinen Gegenspieler mehr vor sich hatte. Fassnacht, Assalé und Sow konnten unbehindert aufs St. Galler Gehäuse zurennen und schafften es, das Tor nicht zu erzielen. Einerseits parierte Stojanovic stark, andererseits verpasste Fassnacht den Moment des Abspiels. Und trotzdem führten die Young Boys: Assalé fand zum Toreschiessen zurück. Der kleinste Berner erzielte den Führungstreffer nach einer perfekten Mbabu Flanke per Kopf.

Doch nicht nur die Offensive glänzte, auch der Abwehrverbund um die erneut überragenden von Bergen und Nuhu liess in der ersten Hälfte nichts zu. Und selbst das ist noch untertrieben. So waren die einzigen Gefahrenmomente übelste Foulspiele der St. Galler. Wie Lüchinger nach zwei solchen Grätschen die erste Hälfte beenden durfte, weiss allein Schiedsrichter Klossner.

Wer fürchtete, dass sich die vergebenen Chancen in Hälfte zwei vielleicht rächen könnten, dass die St. Galler vielleicht doch bereit sein könnten mitzuspielen, dass es vielleicht doch noch ein Cup Fight geben würde, sah sich so was von getäuscht. Von den Ostschweizern kam lange nichts. Auch, weil die Hausherren nichts zuliessen. Es war beeindruckend zu sehen, wie reif sich diese junge Mannschaft in diesem Viertelfinal präsentierte.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Führung der Berner ausgebaut war. Und wieder war es Assalé, der traf. Diesem Tor ging ein weiterer klasse lange Ball von Lotomba voran, dieses Mal lancierte er den unermüdlichen Sulejmani. Obwohl der Ball etwas zu lang schien, gab ihn der Serbe nicht auf. Der aus dem Tor eilende Stojanovic war an der Grenze des Torraums zwar knapp vor Sulejmani am Ball, konnte mit dem Fuss aber nicht befreien, sondern schoss Sulejmani ab. Der Prellball landete im Sechzehner, wo Assalé keine Mühe hatte, ihn ins verlassene Tor zu schieben.

Gefährlich waren die St. Galler bis dahin nur durch einen Aleksic Freistoss geworden, den David von Ballmoos aber sicher über die Latte lenkte. Aus dem Spiel heraus konnten  die Ostschweizer keine Chancen kreieren. Und doch wurde es kurz vor Schluss noch einmal spannend. Nach einem Eckball stimmte die Zuordnung in der YB-Defensive für einmal nicht, Haggui profitierte von einer abgelenkten Flanke und konnte am weiten Pfosten einnicken. Obwohl die St. Galler in den Schlussminuten anrannten, wirklich in Gefahr kam dieser verdiente YB-Sieg nie. Die Young Boys qualifizierten sich erstmals seit 2009 wieder für einen Halbfinal und empfangen im 2018 den FC Basel.

Die Noten (der erstmalige Halbfinaleinzug seit 2009 gibt jedem +0,5 Notenpunkte)

von Ballmoos 6/ Wie bewertet man einen Torhüter, der nichts zu tun hat? Man würdigt seine bisherigen Leistungen. Ganz stark was er in seiner ersten Saison auf höchstem Niveau bisher abliefert.

Lotomba 5/ Hinten sicher, nach vorne manchmal zu ungestüm oder nicht clever genug. Toller Ball auf Sulejmani vor dem 2:0.

von Bergen 5,5/ Der Chef im Abwehrzentrum. Liess nichts zu.

Nuhu 5,5/ Seine ersten Pässe und Seitenverlagerungen waren überragend.

Mbabu 5,5/ Perfekte Flanke zum 1:0. Auch wir haben Aussenverteidiger, die Spiele entscheiden.

Sulejmani 5,5/ Der einstige Schönwetterspieler ackerte im winterlichen Schneetreiben unermüdlich. In dieser Form enorm wertvoll.

Sow 5,5/ Hat körperlich zugelegt, arbeitete stark defensiv, gewann viele Bälle, verteilte diese umsichtig.

Aebischer 5/ War nicht ganz so stark wie Sow, aber half überall aus. Ein wichtiger Arbeiter.

Fassnacht 4,5/ Kämpfte, rannte, schoss, versuchte viel und scheiterte oft, traf falsche Entscheidungen.

Assalé 5,5/ Schoss die Tore, war viel unterwegs, fleissig. Eigentlich hätte er für seinen Torjubel Abzüge verdient.

Nsame 4,5/ Er war stets bemüht, trifft es nach diesem Spiel. Vergab eine Grosschance, war aber immer anspielbar. Liess seine Kaltblütigkeit etwas vermissen.

Schick 4,5/ Kam in der 70. Minute für Sulejmani. Klebte mehr an der Seite. Opferte sich in der Schlussphase, als er fürs Zeitspiel gelb sah und nun gesperrt fehlt. Nicht ganz so schick gemacht.

Hoarau 4,5/ Wurde in der 72. Minute für Nsame eingewechelt. Noch nicht in alter Form, aber er ist wieder da und kämpft sich zurück. Hob beim Gegentor aber das Offside auf.

Ngamaleu 4,5/ In der 82. Minute für Nsamé. Eigentlich zu kurz für eine Benotung, aber was solls. Wir stehen im Halbfinal, heute war jeder wichtig.

FC Lugano – BSC YB 1:2

27. November 2017 um 14:42 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war bestimmt keine Glanzleistung: Der YB-Auftritt wirkte von Beginn weg uninspiriert und ideenlos. In der Angriffsauslösung wurde zu oft mit langen Bällen operiert und der Chip hinter die gegnerische Abwehr wurde recht schnell als Stilmittel enttarnt und von den Lugano-Haudegen rigoros geklärt. Zu allem Übel hatten die Gelb(schwarz)en auch noch mit dem Wind zu kämpfen.

Die Folge aus all diesen Faktoren: Ein leichtes Übergewicht was den Ballbesitz betraf, aber nichts Zählbares. Lugano indes bewies, wieso sie die letzten vier Spiele ungeschlagen blieben: Eine solide und kompromisslose Defensive bildet das Fundament für schnelle und zielstrebige Konter. Das wirblige Duo Mariani/Gerndt sorgte für einige Aufreger, blieb jedoch (genauso wie Ngamaleu bei der einzigen YB-Chance) glücklos. Adi Hütter gefielen die ersten 45 Minuten überhaupt nicht. Mehrmals sprang er von seiner Bank auf und erklärte seinen Burschen lautstark, dass er es anders haben möchte.

In der Pause nahm er deshalb auch zwei Änderungen in seiner Kampfmannschaft vor: Für Nsame und Fassnacht kamen Hoarau und, etwas überraschend, Thorsten Schick zum Einsatz. Und letzterer schien mit der Wut im Bauch, seine bisherige Auswärtsschwäche beseitigen zu wollen. Sowohl gegen den Ball, wie auch im Spiel nach vorne, brachte Schick neuen Schwung in die Mannschaft. Seine rasch gespielten Flanken brachten deutlich mehr Gefahr, als die Stand-Dribblings der ersten Halbzeit.

Nach gut 70 Minuten verpuffte aber auch die neue Energie vorerst ergebnislos. Lugano gelang es vermehrt, sein Spiel aufzuziehen und mit schnellen Kontern für Gefahr zu sorgen. Gerade in der Phase, als man sich langsam aber sicher mit dem Punkt zufriedengeben wollte, setzte sich der eben eingewechselte Sulejmani den Ball für eine Freistossflanke. Dachte man. Der Serbe, dessen linker Fuss an die Virtuosität des Gitarrenspiels Jimi Hendrix’ erinnert, jagte den Ball mit Schmackes in den Winkel! Kurz darauf schlug ein weiterer Joker zu: Schick wurde von Lotomba herrlich lanciert und der Österreicher blieb vor dem Tor eiskalt.

In der Nachspielzeit gelang Lugano der Anschlusstreffer, was noch für ein kurzes Zittern sorgte. Doch am Ende behielt der Leader aus Bern die Oberhand. Dank Miralems Genialität, Schicks Überzeugung und dem goldenen Händchen unseres Lieblingsösterreichers, hält YB den Vorsprung bei sieben Punkten.

Die Noten

Von Ballmoos 4,5/ Teilweise fürchterliche Abstösse in der ersten Halbzeit, oft dem Wind geschuldet. In der Schlussphase mit wichtigen Interventionen.

Mbabu 4/ Er sah mindestens eine gelbe Karte und war in etliche Nickligkeiten verstrickt. Sicher nicht sein bester Auftritt in Gelbschwarz, trotzdem solid.

Nuhu 4,5/ Wirkte neben von Bergen gleich wieder viel sicherer. Risikierte ab und zu etwas viel, passiert ist jedoch nichts.

Von Bergen 5/ Relativ früh war zu sehen, weshalb von Bergen der absolute Chef in der Abwehr ist – und wie viel stärker diese mit ihm ist.

Lotomba 5/ Sehr engagierter Auftritt von Lotomba, der für seinen Assist beim 2:0 eine halbe Note supplément erhält.

Fassnacht 3,5/ Rieb sich in der ersten Halbzeit in vielen Zweikämpfen auf und wurde selten vernünftig angespielt. Musste in der Pause Schick weichen.

Sow 4,5/ Hat einen guten Lauf. Im Tessin mit vielen wichtigen Zweikämpfen und grossem Einsatz.

Aebischer 4,5/ Die beiden RS-Kollegen ergänzen sich gut, auch Aebischer taut langsam auf. Kann im Abschluss noch überzeugter agieren.

Ngamaleu 4/ Vergibt in der ersten Halbzeit die beste YB-Chance. Ansonsten fleissig, aber glücklos.

Nsame 3,5/ Unglücklicher Auftritt, war oftmals einen Schritt zu spät und kam selten in gute Abschlusspositionen.

Assalé 4/ Oft hart attackiert, blieb Assalé einige Male im letzten Moment hängen. Muss am Donnerstag seinen Tor-Knoten wieder lösen.

Hoarau 4/ Kam bereits in der Pause und war gleich in einige Szenen verwickelt. Strahlte aber noch zu wenig Torgefahr aus.

Schick 5/ Keine einfachen Zeiten für den Grazer, der meist aussenvor bleibt. Heute mit einem sehr starken Lebenszeichen, nicht nur wegen des Treffers.

Sulejmani 5,5/ Verlängern, merci!

 

Partizan Belgrad – BSC YB 2:1

25. November 2017 um 10:12 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es sollte nicht sein: Auch die letzte der etlichen Hereingaben von Sulejmani verpassen alle YB-Akteure vor dem Partizan-Tor. Der Ausgleich gelingt nicht – YB verliert und scheidet aus.

Dabei wäre auch in diesem Spiel mehr möglich gewesen. Eine Aussage, die beinahe auf jedes Europa-League-Spiel dieser Kampagne zutrifft. Im Gegensatz zu anderen Jahren, in denen man sehr knapp ein Weiterkommen verpasst hat, scheitert man jetzt zum zweiten Mal in Serie vorzeitig.

Keine Ausrede aber sicher eine Erklärung, ist die Zusammenstellung der gestrigen Equipe: 22,9 Jahre betrug das Durchschnittsalter zu Beginn des Spiels. Sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Halbzeit kommt der Gastgeber besser ins Spiel: Partizan geht nach 13 Minuten in Führung. Dieses Tor kommt einem Weckruf gleich, YB agiert nun aktiver und versucht das Spiel zu machen. Ngamaleu gelingt nach 25 Minuten im Anschluss an einen Eckball der verdiente Ausgleich. Die Berner sind bis zur Pause das aktivere Team, kann aber zuwenig Druck auf das gegnerische Tor ausüben.

Nach der Pause geht Partizan nach einem schönen Konter wieder in Führung. Dem Treffer haftet aber der Makel einer Abseitsposition an und hätte, zum Pech für YB, nicht zählen dürfen. In der Folge entwickelt sich die Partie phasenweise zu einem Fehlpassfestival auf beiden Seiten. Besonders Wüthrich und Benito machen in dieser Phase einen fahrigen Eindruck, doch auch im Sturm werden viele falsche Entscheidungen getroffen. Assalé verpasst oftmals den Moment des Abspiels und Nsame hat Mühe ins Spiel zu kommen. Die Einwechslung von Hoarau bringt ein wenig Struktur zurück und YB versucht in der Schlussphase noch den Ausgleich zu erzwingen. Doch entweder steht noch irgendwo ein Partizan-Bein im Weg, oder man verpasst – wie eingangs erwähnt – die Hereingaben knapp. Ein 2:2 hätte YB nochmals die Möglichkeit gegeben, im letzten Spiel mit einem Sieg gegen Skenderbeu auf einen gleichzeitigen Kiew-Sieg gegen Belgrad zu hoffen. Doch daraus wird nichts: Partizan holt sich die drei Punkte und überwintert europäisch. Auf YB wartet noch ein Kehrausspiel gegen Skenderbeu, bei dem wohl mit einem Minusrekord im Wankdorf zu rechnen ist.

Unter dem Strich wäre in dieser Kampagne mehr drin gewesen. Doch wie Trainerfuchs Adi Hütter nach dem Spiel sagt: “Drei Unentschieden und zwei Niederlagen sind zuwenig.”

Noten

Von Ballmoos 4,5/Machtlos bei den Gegentoren, ansonsten sicher. Konnte sich nicht allzu häufig auszeichnen.

Mbabu 4,5/ Bester, weil “unfahrigster” Verteidiger. Setzte sich Offensiv weniger durch als auch schon.

Nuhu 4/ Licht und Schatten wechselten sich ab. Sein Standard-Partner Von Bergen hat ihm aber in der einen oder anderen Szene gefehlt. Zum Organisator fehlt noch ein Stück.

Wüthrich 3,5/ In der YB-Schwächephase Mitte der zweiten Halbzeit der fehlerhafteste Akteur. Liess sich einige Male zu einfach ausspielen.

Benito 4/ Liess sich in der zweiten Hälfte zu Fehlern hinreissen, die er nicht immer ausbügeln konnte. Sein Ballverlust führt zum 1:2. Ansonsten aber mit einer gesunden Härte und aktivem Auftritt.

Ngamaleu 4,5/ Der Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 dürfte ihm etwas Auftrieb geben. Traf in der zweiten Halbzeit ab und zu die falsche Entscheidung oder wurde von Assalé ignoriert.

Sow 4,5/ Nicht mehr ganz so stark wie gegen den FCZ aber immer noch solide. Mit 2-3 Top-Zuspielen in die Spitze – genau die Pässe, die oftmals vermisst wurden.

Aebischer 4/ Sehr bemüht, aber oftmals etwas fahrig. Schaffte es nicht immer, genügend Präzision in seine Aktionen zu packen.

Sulejmani 5/ Der produktivste YB-Spieler. Kreierte einige vielversprechende Szenen über die Seite, die leider allesamt nicht verwertet wurden.

Nsame 4/ Etwas unglücklicher Auftritt des Kameruners, der oftmals einen Schritt zu spät kam.

Assalé 4/ Vergisst bei einigen Aktionen seine Mitspieler und versucht es alleine. Das ist für einen Stürmer zwar normal, die Balance muss er aber noch finden.

 

Hoarau/Fassnacht keine Note/

BSC Young Boys – FC Zürich 2:1

20. November 2017 um 14:14 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Auch gegen den FC Zürich feiern die Young Boys einen Heimsieg. (Foto: Thomas Hodel)

Auch gegen den FC Zürich feiern die Young Boys einen Heimsieg. (Foto: Thomas Hodel)

Lang war sie die Natipause und die Freude entsprechend gross als es endlich wieder gelbschwarzen Fussball zu sehen gab. Zu Gast beim Leader – der Aufsteiger. Mit der gestählten Brust eines Tabellenführers und der Selbstverständlichkeit eines Seriensiegers machten sich die Berner auf, die 20’000 Zuschauer zu beglücken und den Löwen zu erlegen.

Es sollte nicht das Spektakelspiel werden, welches üblicherweise zwischen diesen zwei Mannschaften zelebriert wird. Dies lies Fortes Catenaccio nicht ansatzweise zu. Zu gross war die Angst vor einer Klatsche, wie sie zuletzt der FC Sion (5:1), der FC St. Gallen (6:1) oder der FC Luzern (4:1) erleiden mussten. Die Statisten aus Zürich versuchten ohne Umschweife, in einem ultradefensiven 5–3–2, mindestens einen Punkt zu er-mauern oder eventuell sogar durch einen schnellen Gegenstoss die volle Punktezahl aus dem Wankdorf zu entführen. Uli wird nach dem Spiel zu Protokoll geben, dass der Plan beinahe aufgegangen wäre. Beinahe. Doch eigentlich ging es beinahe nur in eine Richtung. Die Räume und Chancen der Young Boys waren knapp bemessen, doch kam man gleichwohl zu guten Abschlussmöglichkeiten durch Assalé und Fassnacht, die in Halbzeit 1 jedoch beide ihren Kopfball nicht wunschgemäss auf das Tor von Vanins brachten.

Den kurzzeitigen Rückstand, nach einem unglücklichen Abwehrversuch unseres Toptorschützen Nsame machte es den Hausherren in der Folge zwar kaum einfacher Räume vorzufinden oder Chancen zu kreieren, doch liess man sich nie aus der Ruhe bringen und korrigierte das Resultat nur zwei Minuten später. Assalé war einmal mehr nur durch ein Foul vom Ball zu trennen und Miralem Sulejmani verwandelte den fälligen Penalty.

Auch wenn die Young Boys in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit nicht ganz so dominant auftraten wie zu Beginn der Partie, so bestand kaum je Zweifel daran wer die Punkte in diesem einseitigen Spiel einfahren würde. So kam es zur 84. Minute und dem Auftritt der 3 Musketiere, den YB-Teen-Avengers, den Matchwinnern des gestrigen Abends. Freistoss des überragenden und omnipräsenten Sows, Kevin «The Machine» Mbabu schraubte sich in der Mitte hoch und köpft den Ball Richtung Tor, wo der nicht zu bändigende Assalé, eng umklammert von Pa Modou, vorbei am fangbereiten Vanins, zum entscheidenden und hochverdienten 2:1 traf. Es wäre dies der uneingeschränkte Höhepunkt des gestrigen Spitzenspiels gewesen, wenn sich in der YB-Viertelstunde nicht Gui von der Bank erhoben und sich zum Aufwärmen aufgemacht hätte. Ein Raunen ging durchs Stadion und brandete in einer Standing Ovation, als nach zweimonatiger Verletzungspause unsere gefährlichste Waffe endlich wieder auf dem Platz stand.

Guillaume Hoarau ist zurück, die Jungs grüssen nach wie vor mit 7 Punkte Vorsprung von der Tabellenspitze, Adi Hütter und Roger Assalé verlängern ihre Verträge – läuft bei YB oder wie hiess es einst so schön? YB macht glücklech!

Noten:
Von Ballmoos: 4,5 Ohne Fehler und ohne Schuld beim Gegentor. Weiter hatte er kaum Chancen sich auszuzeichnen.
Mbabu: 6 Man kann sich nur immer und immer wieder wiederholen, dieser Mann ist über rechts nicht aufzuhalten.
Von Bergen: 4,5 Unauffälliges und fehlerfreies Spiel des Capitanos. Musste nach 57 Minuten verletzt vom Feld. Gute Besserung!
Nuhu: 4,5 Sicherte mit Steve die IV und liess Michi und Dwamena keinen Raum für Chancen.
Lotomba: 5 Defensiv klasse und offensiv immer mutiger.
Sulejmani: 5 Der Schönwetterfussballer ist längst zum Arbeiter und «Chrampfer» mutiert. Sorgt vorne für Unruhe und hinten für Unterstützung.
Sow: 6 SoWow! Was für eine Partie!? Eroberte die Bälle und die Herzen der Zuschauer. Kämpfte defensiv und brillierte offensiv! Überragendes Spiel von Djibril!
Sanogo: 4,5 Gewohnt zweikampfstark aber auch mit ein, zwei Stockfehlern.
Fassnacht: 4 Nicht so auffällig und durchschlagskräftig wie auch schon in dieser Saison. Es ist dies die Zeit zu beissen und Lehrgeld zu bezahlen.
Nsame: 4 Auch unser Top Torschütze war schon mal auffälliger unterwegs. Zudem mit einem unglücklichen Eigentor.
Assalé: 6 Von der ersten bis zur letzten Minute wirblig und ein stetiger Gefahrenherd. Röschu war nicht vom Ball zu trennen und brachte immer (s)einen Fuss an den Ball.
Wüthrich: 5 Kam nach einer Stunde für von Bergen und erledigte seine Arbeit konzentriert, souverän und cool.
Moumi Ngamaleu: 4 Ersetzte nach 69 Minuten Fassnacht. War agil, gewillt aber unglücklich im Abschluss.
Hoarau: ! Welcome back! Schön dich wieder dabei zu haben!

FC Basel – BSC Young Boys 1:1

6. November 2017 um 14:45 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Lange ist es her, seit es in einem Spiel Basel – YB im Joggeli spürbar um mehr als «nur» Prestige ging. Für einmal ging YB mit einem Punktevorsprung ins Rennen und Trainer Hütter stellte seine Elf nicht nur nominell, sondern auch taktisch etwas um. Für Lotomba und Nsame begannen Benito und Ngamaleu. Die Ausrichtung war etwas defensiver und kontrollierter als sonst, im Wissen, dass YB ein Unentschieden deutlich mehr bringt als den Baslern. Zudem ermöglichte die Umstellung auch Optionen für allfällige Wechsel.

Den über 30’000 Zuschauern bot sich ein Kampfspiel, das von Zweikämpfen und wenig zusammenhängenden Szenen geprägt war. Beide Teams verteidigten stark und kamen im Ballbesitz kaum zu gefährlichen Aktionen. Zu aufsässig waren beide Mannschaften, zu unpräzise die Pässe in die Spitze. Obwohl der FCB leichte Vorteile punkto Ballbesitz verzeichnen konnte, gehörte die beste Chance YB: Sulejmani reagierte am gegnerischen Strafraum am schnellsten und konnte mit seinem schwächeren Fuss abschliessen. Doch Vaclik war zur Stelle und vereitelte einen Basler Rückstand.

Nach der Pause wirkte Basel etwas entschlossener und liess YB nicht mehr viel Raum zur Entlastung. Die Gelbschwarzen verteidigten aber solid und liessen eigentlich nichts zu, bis Nuhu im Strafraum zu einem Dribbling ansetzte, den Ball etwas spät zu Sanogo passte, dieser bei der Ballannahme patzte und im Anschluss den Ball verlor. Serey Die fasste sich ein Herz und schloss stark in die untere, rechte Ecke ab. Von Ballmoos, der in der ersten Halbzeit eine Fleischwunde unter dem Auge verarzten lassen musste, war zwar dran, konnte den Ball auf dem nassen Rasen aber nicht entscheidend ablenken.

YB brauchte einige Minuten, um wieder in den Tritt zu kommen. Hilfreich war dabei die Einwechslung von Topscorer Nsame, der sich sofort ins Spiel einfand und mit seiner physischen Präsenz den gegnerischen Verteidiger das Leben schwer machte. Das Team bewies die zuletzt häufig zitierten Mentalität und Kampfgeist und arbeitete sich schrittweise nach vorne. Ein Konter führte nach rund 80 Minuten zu einem Freistoss. Den Ball von Sulejmani brachte keiner aufs Tor, doch der Rebound landete bei Mbabu. Der umkurvte seinen Gegenspieler wie einen Schuljungen und fand in der Mitte Nsame, der mit der Hacke wunderschön zum Ausgleich traf.

Ein verdienter Punkt, der das 7-Punkte-Polster erfreulicherweise aufrecht erhält. YB hat gezeigt, dass die Mannschaft reifer ist als in den Jahren zuvor. In der Natipause soll sich nun jeder erholen (Gute Besserung Jean-Pierre!) damit wir am Sonntag in einer Woche Zuhause den FCZ würdig empfangen können. Hopp YB!

 

Die Noten

Von Ballmoos 5/ Biss trotz Fleischwunde unter dem Auge durch und liess sich nichts anmerken. Beim Gegentor ist er dran, der Ball springt im dümmsten Moment auf.

Mbabu 5,5/ Defensiv sehr konzentriert und zweikampfstark. In der Offensiv nicht so viel Platz wie sonst – aber bei einer der weniger Aktionen entscheidend. Toller Assist.

Von Bergen 5,5/ Starker Auftritt des Captains. Der Abwehrverbund liess kaum etwas zu.

Nuhu 4,5/ Schwankte zwischen Welt- und Kreisklasse. Defensiv absolut Top, allerdings mit zwei, drei non-chalanten Aktionen. Legte sich sogar noch mit dem Publikum an, fand aber danach glücklicherweise wieder in die Spur.

Benito 5/ Begann für Lotomba und rechtfertigte seine Nominierung durchaus. Robuster Auftritt auf der deutlich belebteren Basler Seite.

Ngamaleu 4/ War bemüht, kämpfte aber glücklos. Hatte in der ersten Halbzeit einige gute Ideen, verstolperte aber einige Male den Ball oder wurde – meist von Assalé – nicht angespielt.

Aebischer 4,5/ Wehrte sich gut und fing diverse Bälle ab. In der zweiten Halbzeit dann etwas weniger präsent.

Sanogo 5/ Doofer Ballverlust vor dem Gegentor wegen einer schlechten Ballannahme. Solche Szenen wurden aber auch schon abgepfiffen. Sonst aber der Chef auf dem Platz.

Sulejmani 5/ Defensiv so engagiert wie selten, die Standards nur mittelmässig. Aber Sulejmani gab nicht auf und war auch am Ursprung des Freistosses sowie an dessen Ausführung beteiligt.

Fassnacht 4/ Fand nicht so recht ins Spiel und konnte seine Schnelligkeit zu wenig ausspielen. Gefällt auf dem Flügel besser.

Assalé 4/ Natürlich ist Roger ein wirbliger und fleissiger Stürmer, der für YB Gold wert ist. Gestern fiel er aber vor allem durch vertändelte Konter, zu späte Abspiele oder schlechte Flugeinlagen auf. Das kann er definitiv besser.

Nsame 6/ Das Tor allein ist die Höchstnote wert. Ansonsten: So stellt man sich den Auftritt eines Jokers vor.

Lotomba und Sow keine Note