Cup: FC Luzern – BSC YB 4:0

7. März 2019 um 12:19 von Jänu in der Kategorie YB

Der Gästesektor war gut gefüllt. Kein Wunder, schliesslich ging es in Luzern um den Einzug in den Cuphalbfinal, wo ein Heimspiel gegen Thun winkte. Die Fans auf beiden Seiten verzögerten den Anpfiff als Protest gegen die unwürdige Anspielzeit (18.00 Uhr unter der Woche). Als Fan ist man schon längst zum Kunden geworden und als Schweizer Fan halt nur noch ein uninteressanter Nebenkunde eines uninteressanten Nebenmarktes. Die Geldmaschinerie UEFA kann diktieren, wozu sie Lust hat und Verbände und Vereine tanzen nach deren Pfeife. Auch wenn es nichts bringen sollte: solche Proteste seitens der Fans dürfen nie aufhören und Aktionen wie jene der Luzerner erhielten zurecht Applaus aus dem Gästesektor.

Als alle wieder Ihre Plätze eingenommen hatten, konnte die Partie angepfiffen werden. Und es schien, als wären nicht nur die Fans hellwach, sondern auch die elf Berner auf dem Bitz. Ein schnell vorgetragener Angriff über Assalé, führte dazu, dass Sow alleine vor Zibung abschliessen und leider auch am Torwart scheitern konnte. Das war’s auch schon, die Young Boys verloren 4:0. Ende. Aus.

Das Cupaus schmerzt. Die Chance auf zwei weitere grosse Spiele und einen Pokal wurde gestern weggeben. Sie wurde den Bernern nicht weggenommen, sondern sie haben sie den Luzernern auf dem Silbertablett serviert. Als Gastgeschenk einen Cuphalbfinal – pas mal. Die Niederlage an sich kann passieren. Die Absenzen wiegen schwer und der Trend ist aktuell not YBs friend. Dazu noch Cupspiel auswärts bei einem Ligakonkurrenten mit neuem Trainer. Nach einem harten Kampf kann da auch ein souveräner Leader mal stolpern. Nur, harter Kampf sieht ganz anders aus. YB reihte besonders in der zweiten Halbzeit Fehler an Fehler und Seoane wusste wohl nicht ob er Pest, Cholera oder Masern rausnehmen soll. Schon nur in der Viererkette hätte er mit Mbabu, Wüthrich und Lauper gleich sein ganzes Wechselkontingent früh ausschöpfen können. Der Trainer war wohl so überfordert von dieser Entscheidung, dass er das Wechseln lange Zeit gleich ganz sein liess, während seine Jungs auf dem Rasen froh sein mussten, nicht noch ärger in Rückstand zu geraten. Und auch die offensiveren Reihen, kamen nie richtig in Fahrt. Die Tormaschinerie läuft immer noch nicht rund und im Mittelfeld fehlt das schnelle und direkte Passspiel Richtung gegnerisches Tor. Momentan harzt es in der YB-Mannschaft, das erste Mal seit sehr Langem.

Vielleicht werden wir in einigen Wochen sagen, es war der Klapf zum richtigen Zeitpunkt und ab da ging es wieder aufwärts. Doch ein Klapf im Cup kommt halt nie zum richtigen Zeitpunkt und zieht immer das brutale Aus nach sich. Die Antwort gegen GC muss nun folgen und zwar von denselben Herren, die uns diesen Seich eingebrockt haben. Die Mannschaft hat nun dafür zu sorgen, dass für uns in dieser Rückrunde nie mehr auch nur ein Hauch Spannung aufkommt. Mir si dr Meister u mir wärde dr Meister blibe, HOPP YB!

Die Noten

Von Ballmoos: 4.5. Diesmal ohne Big Save und schon verliert die Mannschaft. Wie immer hapert es noch mit der Genauigkeit der Abschläge, dies zu verbessern muss das mittelfristige Ziel sein.

Benito: 4. War noch der stabilste in der Viererkette, seine vielen Flanken fanden aber nur selten einen Abnehmer und auch er stand nicht immer sattelfest, so dass die Luzerner auch auf seiner Seite Räume vorfanden.

Lauper: 2.5. War enorm anfällig und ein steter Unsicherheitsfaktor. Auch die Zuspiele waren sehr ungenau.

Wüthrich: 3. Baute stark ab und reihte in der zweiten Halbzeit viele Fehler aneinander. Fand die Abstimmung zu seinen Nebenmannen nie.

Mbabu: 2.5. Kommt nach seiner Verletzung noch nicht in Fahrt. Fehlte immer wieder in der Kette, so dass die Luzerner viele Platz hatten auf seiner Seite.

Ngamaleu: 4.5. War zumindest in HZ 1 noch einer der engagiertesten, ihm fehlen noch die zündenden Ideen bei hohem Tempo, um auch mal zwei kompakte Reihen überspielen zu können.

Aebischer: 4. Wollte das Spiel an sich reissen und liess sich für den Aufbau immer wieder einige Meter zurückfallen. Leider klappte der Aufbau sehr oft nicht, immerhin spürte man bei ihm lange den Willen etwas reissen zu wollen.

Sow: 3.5. Vergab die grosse Chance zur frühen Führung und hatte danach kaum mehr zählbares zu vermelden. Ging unter.

Fassnacht: 3.5. Blieb das ganze Spiel über erstaunlich blass und unauffällig. Müsste in dieser Konstellation eigentlich einer der Leader bei YB sein. Müsste…

Nsame: 3.5. Der Knoten ist bleibt fest zusammen, leider. Kommt zwar zu Abschlüssen aber glaubt teilweise selber nicht dran, dass der Ball reingehen könnte.

Assalé: 4. Wenn es mal gefährlich wurde, dann dank seiner Schnelligkeit, nur setze er sie viel zu selten ein. Seine Aktionen haben zu selten einen erkennbaren Plan.

Vorschau Cup ¼-Finale: FC Luzern – BSC Young Boys

6. März 2019 um 00:30 von Cabrón in der Kategorie Matchvorschau, YB

Die Young Boys sind heute im Cup Viertelfinale zu Gast beim FC Luzern. Auch wenn der Cup seine eigenen Gesetzte hat, was die Spiele gegen Biel (3:2 n.V.), Schaffhausen (3:2 n.V.) und Stade Nyonnais (1:0) verdeutlichten, gehen die Berner als klarer Favorit in diese Partie. Die Mannen von Gerry Seoane liessen in diesem Jahr etwas ihre Torschusseffizienz vermissen doch versetzte der Glaube an den Sieg die YB Gemeinde noch in jedem Spiel in einen Freudentaumel.

Die Leuchtenstädter zeigten zuletzt, unter ihrem neuen Trainer Thomas Häberli, eine klare Aufwärtstendenz und so schaute gegen die beiden Zürcher Klubs FCZ und GC ein Unentschieden und ein Sieg heraus. Man rechnet sich ebenfalls gegen den Ligaprimus dank dieses Aufschwunges und dem Heimvorteil einiges aus, denn auch wenn der Gegner überlegen scheint, so ist im Cup immer alles möglich und immerhin ist der heutige Gegner die einzige Schweizer Mannschaft welcher die Young Boys in dieser Saison besiegen konnte.

Während die Luzerner auf Knezevic und Juric verzichten müssen, fehlt dem letztjährigen Finalisten Goldfüsschen Miralem Sulejmani, der mit einer Sehnenverletzung am Oberschenkel wohl die restliche Saison ausfällt, der langzeitverletzte Jordan Lotomba und der gelbgesperrte Capitano Steve von Bergen. Zudem sind Guillaume Hoarau und Sandro Lauper weiterhin fraglich.

Wir rechnen trotz hartem Kampf mit einem 3:1 Sieg der Young Boys. Die Torschützen für die Berner sind Fassnacht, Assalé und Nsame.

 

Vorschau BSC Young Boys – FC Sion

2. März 2019 um 15:11 von Marco in der Kategorie YB

Der FC Sion hat eine schwierige Woche erlebt. Nach einer 2:0-Führung zu Hause noch aus dem Cup auszuscheiden ist wahrlich kein Spass. Wir halten uns aber noch mit Spott zurück, schliesslich muss der Cupviertelfinal gegen Luzern erst noch gespielt werden. Keine Zurückhaltung müssen die Young Boys heute Abend auf dem Platz zeigen. Es gilt, den Wallisern die Woche so richtig zu vermiesen und die schöne Serie der Sittener Sieglosigkeit im Wankdorf aufrecht zu erhalten. Der letzte Meisterschaftssieg des FC Sion in Bern datiert vom 17. August 1996. Michael Schumacher absolvierte gerade seine erste Saison für Ferrari, Tupac hatte noch einen Monat zu leben und Marco Wölfli spielte für Fulgor Grenchen.

Diese Serie hat also eine hübsche Tradition und ist es wert, fortgesetzt zu werden – am besten natürlich mit einem Sieg. YB tritt in dieser Rückrunde bisher noch nicht mit der gleichen Leichtigkeit wie im 2018 auf. Verantwortlich sind vor allem die verletzungsbedingten Absenzen, aber auch der Weggang von Sanogo. Glücklicherweise stimmt die Punkteausbeute trotzdem, so dass der beruhigende Vorsprung von 19 Punkten Bestand hat. Positiv ist auch, dass die Liste der Verletzten kürzer wird. Mbabu stand mit der U21 bereits auf dem Platz und könnte heute zu einem Teileinsatz kommen, ebenso Sulejmani. In der Startaufstellung setzt Seoane aber höchstwahrscheinlich noch auf die bewährten Kräfte der letzten Wochen. Das zahlt sich aus: YB gewinnt souverän 3:0 dank Toren von Nsame, Fassnacht und Assalé.

Vorschau FC Lugano – BSC YB

24. Februar 2019 um 11:34 von Jänu in der Kategorie YB

An einem schönen Sonntag ins Tessin reisen. Was für unsereins nach einem entspannten Wochenendtrip klingt, bedeutet für die YB-Spieler Arbeitsalltag. Im Cornaredo wartet der FC Lugano auf den Meister. Meisterlich ist auch das Wetter im Tessin. Die frühlingshaften Temperaturen werden auch den mitreisenden YB-Fans die lange Reise etwas weniger beschwehrlich machen.

Der heutige Gegner legte in der Rückrunde einen veritablen Steigerungslauf hin. Gestartet mit einer Niederlage gegen Thun, erreichte man ein Unentschieden in Sion und besiegelte schliesslich letzte Woche mit einem glatten 3:0 Sieg in Luzern das Schicksal von René Weiler. Dass der Steigerungslauf in gleichem Stile weitergeht, werden die Berner heute zu verhindern versuchen. Die Vorzeichen stehen natürlich sehr gut. Die Mannschaft ist trotz einigen Absenzen stark und gut eingespielt, die Mechanismen stimmen meist und die Ergänzungsspieler fügen sich problemlos ein. Gerry Seoane – man kann es nicht oft genug sagen – gelingt es, Runde für Runde die genau richtige Elf auf den Platz zu bringen. Und wenn ein Mal doch etwas nicht ganz ineinanderpasst, sorgt der YB-Trainer mit seinem guten Auswechselhändchen für die nötigen Korrekturen. Mit dem aktuell dezimierten Kader wird Letzteres allerdings nicht einfach. Deshalb steht die erste Elf heute besonders in der Pflicht.

Gegenüber dem Züri-Spiel bleibt dem Trainer eigentlich nur eine Möglichkeit den Kader umzustellen. Michel Aebischer kehrt nach seiner Sperre zurück. Dies könnte für Wüthrich wieder einen Bankplatz bedeuten. Allerdings machte er letzte Woche mit einer ansprechenden Leistung seinen Anspruch auf einen erneuten Platz in der Startelf geltend. Wenn Aebischer spielt, wird Lauper wieder eine Position zurück in die Innenverteidigung rutschen, wo er die letzten Spiele mehr überzeugen konnte als im zentralen Mittelfeld. Allerdings würde sich Seoane so auch einige Wechselalternative verbauen. Item, wie gesagt, wird der Trainer sich bestimmt richtig entscheiden und die Berner einen 2:1 erkrampfen. Nsames Knopf löst sich mit einem Doppelplack in nichts auf. HOPP YB!

BSC Young Boys – FC Zürich 2:0 (0:0)

19. Februar 2019 um 11:10 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Torschütze Fassnacht feiert mit der YB Defensive. (Foto: Thomas Hodel)

 

Die Young Boys schlagen den FC Zürich bei frühlingshaften Temperaturen vor über 27’000 Zuschauer verdient mit 2:0. Lange Zeit sah es gestern nach einem typischen 0:0-Spiel aus, daher ist die Geschichte der ersten Halbzeit auch schnell erzählt. Die beiden Mannschaften und Schiri San störten den Spielfluss mit vielen kleinen Fehlern und Unzulänglichkeiten und so spielte sich das Geschehen meist im Mittelfeld ab, ohne dass sich die Verteidiger vor grosse Probleme gestellt sahen.

Einzig Nicolas Moumi Ngamaleu schaffte es einige Male so etwas wie Torgefahr zu erzeugen. Seine Abschlüsse verfehlten jedoch alle ihr Ziel mehr oder weniger klar. Auch Jean-Pierre Nsame, zurzeit unser Stürmer Nr. 1, hatte seine Chance, sah seinen Kopfball aber vom hervorragend reagierenden Brecher an den Pfosten gelenkt. Apropos hervorragend: David von Ballmoos, bei SRF auch bekannt als Von Allmen, rettete die Berner nach etwas mehr als einer halben Stunde vor einem Gegentreffer. Wie bereits in den Spielen zuvor schaffte es der «Bueb vor Lueg», auch bei chronischer Unterbeschäftigung, im richtigen Moment auf der Höhe zu sein und eine sogenannte 100-prozentige Möglichkeit zunichte zu machen. Gestern entschärfte er in der 34. Minute mirakulös einen Flachschuss Marchesanos, welcher zuvor ungestört durch die gesamte Innenverteidigung durchmarschieren konnte.

Gerry Seoane verstand es beim Pausentee offensichtlich erneut, die nötigen Schlüsse zu ziehen und an den richtigen Schrauben zu drehen, so dass der Leader einen weiteren Dreier einfahren konnte. Erst scheiterte Christian Fassnacht, der in den zweiten 45 Minuten vermehrt durch die Mitte stürmte, noch an der Querlatte, doch konnte er danach einen Schick-Eckball per Kopf verwerten. Knappe neun Zeigerumdrehungen später entschied Ngamaleu die Partie, nach einem bilderbuchmässig vorgetragenen Konter vorzeitig. Von Bergen liess sich von Khelifis Hinfaller nicht irritieren und spielte steil auf Assalé. Dieser passte kurz auf Nsame, welcher quer auf Moumi legte und schon stand es 2:0. Danach liess der Meister nichts mehr anbrennen.

Eine Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte reichte aus, um die Zürcher zu besiegen und so war man sogar in der Lage, dem 18-jährigen Felix Mambimbi seine ersten Minuten in der Super League zuzugestehen. Auch wenn mit Guillaume Hoarau, Kevin Mbabu, Miralem Sulejmani und Michel Aebischer vier Stammspieler fehlten, fuhr man souverän den nächsten Sieg ein. Schöne Aussichten in Bern, wenn man bedenkt, dass in den nächsten Wochen die abwesenden Leistungsträger nach und nach zurückkehren werden.

 

 

Noten:

Von Ballmoos   5,5  –  Obwohl wenig beschäftigt war er immer da, wenn es ihn brauchte. Verhinderte in der 34. Minute mit einer mirakulösen Parade den Rückstand.

Schick:  4,5  –  Vertrat den verletzten Mbabu auch gestern gut. Defensiv ohne Fehler, kamen seine Flanken in der Offensive nicht immer an. Sein Eckball auf Fassnacht war jedoch Extraklasse.

Wüthrich:  4,5  –  Gregy zeigte nach längerer Abwesenheit eine unauffällige aber gute Leistung. Auch wenn die Automatismen noch etwas fehlten, spielte er ohne Fehler.

Von Bergen: 4,5  –  Liess sich von Marchesano in der 34. Minute etwas gar leicht übertölpeln, sonst sahen wir eine gewohnt gute Leistung unseres Mannschaftsführers.

Benito:  4,5  – Wie seine Nebenleute bot auch Loris eine eher unauffällige Partie ohne grosse Ups and Downs.

Fassnacht: 5,5  – Scheiterte zunächst wie gegen Thun an der Querlatte, bevor er mit seinem herrlichen Kopfballtor YB auf die Siegerstrasse zurückführte.

Lauper:  4  –  Durfte endlich einmal auf seiner angestammten Position im defensiven Mittelfeld ran und… fand kaum ins Spiel. Mit ungewohnten Abspielfehlern und einigen ungünstigen Entscheidungen in der Vorwärtsbewegung machte er sich das Spiel gestern schwerer als nötig.

Sow:  4,5  –  Auch die coole Socke Sow hatte schon auffälligere Spiele doch war er immer wieder am schnellen Umschaltspiel der Young Boys beteiligt.

Ngamaleu:  5,5  –  Einerseits vergab Moumi Chancen für 2 Partien doch andererseits war er auch lauffreudigster Berner und Torschütze zum Vorentscheidenden 2:0.

Assalé:  4  –  Fand gegen seine Manndeckung kaum Lösungen.

Nsame:  4,5  –  Auch Schämpu hatte hartes Brot zu essen. Zudem verhinderte Brecher mit einer super Parade seinen Führungstreffer nach starkem Kopfball.

Garcia, Gaudino und Mambimbi (Gratulation zum Super League Debut!) waren zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

 

 

 

 

 

 

Vorschau BSC YB – FC Zürich

17. Februar 2019 um 13:47 von Marco in der Kategorie YB

Vor einer Woche hatte YB in Thun mit garstigen Wetterbedingungen zu kämpfen und musste sich mit einem Punkt begnügen. Heute empfängt der Meister den FCZ bei wunderbarstem Frühlingswetter. Wenn sich der Wetterumschwung auch auf die gelbschwarze Darbietung niederschlägt, dürfen wir uns auf die 90 Minuten freuen. Die wichtigste Meldung der Woche war aus YB-Sicht die vollzogene Vertragsverlängerung von Wuschu. Damit ist die Basis für eine langfristige positive Entwicklung der Young Boys gelegt.

Gewisse Personalsorgen gibt es dagegen auf kurzfristiger Sicht. Durch die Verletzung von Hoaurau hat man das ungute Gefühl, dass eine längst verschollen geglaubte Hexe im Wankdorf wieder ihr Unwesen treibt. Neben der weltbesten „quatre-vingt-dix-neuf“ muss Seoane weiterhin auf Mbabu, Sulejmani, Camara und Lotomba verzichten. Dazu kommt der gesperrte Aebischer. Eine solche Absenzliste ist auch für ein gut bestücktes Kader nicht leicht zu verkraften.

In der Abwehr wird wohl Wüthrich wieder einmal von Beginn weg zum Einsatz kommen, da Lauper im Mittelfeld den Part von Aebischer übernimmt. Weitere Umstellungen gegenüber dem letzten Spiel sind eigentlich nicht nötig. Auch ohne die fehlenden Leistungsträger ist YB gut genug, um das Duell Meister gegen Cupsieger für sich zu entscheiden. Nsame und Fassnacht erzielen die Treffer zum 2:0-Sieg, der aus einem schönen Nachmittag einen perfekten Nachmittag macht.

FC Thun – BSC Young Boys 1:1

10. Februar 2019 um 19:53 von Marco in der Kategorie YB

Kurz vor Spielbeginn wurde die verletzungsbedingte Absenz von Hoarau bekannt. Das war zwar eine ärgerliche Nachricht, doch aufgrund der geballten Offensivkraft von YB, nicht weiter beunruhigend. Im Fokus stand sowieso zuerst die gelbschwarze Defensive in Person von Sandro Lauper. Dieser wurde zuerst überspielt, konnte danach den Abschluss von Hunziker kurz vor der Torlinie mit etwas Glück abfangen. Diese Chance nach gut fünf Minuten zeigte, dass mit Thun zu rechnen war. Doch auch YB agierte munter, insbesondere Assalé zeigte sich gewohnt wirblig und kam nach einer Vorlage Aebischers zu einem vielversprechenden aber erfolglosen Abschluss.

Nach einer Phase in der Thun mehr vom Spiel hatte, stand erneut die Nummer 17 der Young Boys im Fokus. Nach einem Ballverlust von Sutter schnappte sich Assalé das Leder und suchte den Torerfolg. Sein Schuss blieb aber hängen. Nach einem weiteren Schuss von Ngamaleu war zum Glück Fassnacht für den Nachschuss mit dem Kopf zur Stelle. Ebenso Thuns Glarner, allerdings mit ausgestreckter Hand auf Kopfhöhe. Klossner reagierte prompt und korrekt und zeigte auf den Punkt. Von dort verwertete Assalé mit einem Hammer, in dem einiges an Frust über verpasste Chancen steckte. Führung für den Meister! In der Folge flachte das Spiel zwar etwas ab, was aber nicht zwingend schlecht war. YB kontrollierte das Geschehen mehrheitlich und liess kaum mehr Gefahr zu. Erst kurz vor dem Pausenpfiff wurde es vor Von Ballmoos noch einmal hektisch, doch der Emmentaler sorgte dafür, dass YB mit der Führung in die Pause ging.

Auch nach dem Seitenwechsel war die Intensität vorerst eher tief, stärker wurde einzig der Regen. Es dauerte zehn Minuten bis YB dem 2:0 bis auf wenige Zentimeter heran kam. Fassnachts Abschluss knallte an die Latte. Die Elf von Seoane präsentierte sich in solider Verfassung, es fehlten aber die Momente der Überraschung oder des Überfalls. In solchen Fällen können Standards Wunder wirken. Benitos Freistoss nach knapp 70 Minuten gehörte leider nicht dazu. Auch Thun kam gelegentlich gefährlich vors Stadtberner Tor, doch die Abwehr von YB agierte gefestigter als noch gegen Xamax. Leider nur bis zur 80. Minute. Eine scharfe Flanke von Salanovic fand in Spielmann den perfekten Abnehmer, dieser glich für Thun aus. Das Duo Von Bergen/Lauper wurde dabei überrumpelt.

Zumindest war YB nun wieder wach und drückte in den verbliebenen Minuten auf das zweite Tor. Insbesondere die Einwechselspieler Gaudino und Garcia machten zwar noch Druck, doch der Torerfolg blieb aus. Das Unentschieden gegen Thun ist kein Unglück, doch möglicherweise war das Fehlen von Hoarau doch eine Absenz zu viel.

Von Ballmoos 5 Beim Gegentor machtlos, ansonsten souverän.

Benito 5 Gute Übersicht und Pässe nach vorne, aber kein Exploit.

Von Bergen 5 Eigentlich gewohnt solid, die Organisation der neu formierten Abwehr ist aber noch nicht abgeschlossen.

Lauper 4.5 Auch er benötigt ev. noch etwas Zeit, bis er sich blind mit Von Bergen versteht, doch es kommt gut.

Schick 5 Der sichere Wert, wie man ihn kennt. Das schlechte Abschneiden seiner Landsfrauen bei der WM-Abfahrt wirkte sich nicht negativ auf seine Leistung aus.

Ngamaleu 4 War weniger sichtbar als gegen Xamax und mitverantwortlich, dass die YB-Offensive nie richtig in Schwung kam.

Sow 4.5 Fiel wenig auf, wenig ab und am Ende auf das Knie von Hediger.

Aebischer 4.5 Eigentlich ein guter Auftritt, doch die Impulse nach vorne waren rar.

Fassnacht 5 Bei seinem Lattenschuss fehlte nicht viel und auch sonst ein guter Auftritt.

Nsame 3.5 Das war zu wenig. Auch mit Assalé statt Hoarau an der Seite fand Nsame nie richtig ins Spiel. Hoffentlich löst sich der Knoten bald wieder.

Assalé 5 In der ersten Halbzeit war er der Aktivposten der YB-Offensive und sicherer Penaltyschütze. Danach baute er etwas ab.

Gaudino Keine Note Gelbschwarze Premiere für den Neuzuzug. Zeigte sich bemüht.

Garcia Keine Note Kam spät für Ngamaleu und konnte nicht mehr viel ausrichten.

Vorschau FC Thun – BSC YB

10. Februar 2019 um 10:19 von Jänu in der Kategorie YB

Der Plastik in der Stockhornarena scheint unseren Jungs zu liegen. Mit Ausnahme der Niederlage in der letzten Saison muss man nämlich schon ziemlich lange im verstaubten und oft vom Bier leicht getrübten Erinnerungsstübchen wühlen, bevor man auf die vorletzte Niederlage stösst. Sie fand am 8. Dezember 2013 statt, als man den Thunern mit 0:1 unterlag. Es war jenes Spiel, als sich Marco Wölfli schwer verletzte und Yvon Mvogo für ihn eingewechselt wurde und fortan das Berner Tor als Nummer 1 hüten sollte.

Abgelöst wurde er von unserem heutigen Stammtorwart David von Ballmoos, der auch in Thun zwischen den Pfosten stehen wird. Davor wird Trainer Seoane nur wenig Grund zur Veränderung haben. Zwar muss der Abwehrverbund um einiges kompakter und konsequenter agieren als gegen Xamax, jedoch dürfte sich die Viererkette in ihrer personellen Zusammensetzung nicht verändern. Schick und Benito beackern die Seiten und schlagen die schönen Flanken zur Mitte (oder skoren sogar selbst) und im Zentrum halten Lauper und von Bergen den Laden zusammen. Wobei vor allem ersterer an seiner alten Wirkungsstätte besonders motiviert sein dürfte und durch kluge Spieleröffnungen glänzen soll. Auch das Mittelfeld wird Seoane voraussichtlich unberührt aus dem Xamax-Spiel übernehmen. Einzig im Sturm könnte es zu einer Rochade kommen. Der kleine, wirblige und schnelle Assalé ist eine Alternative zum grossen, bulligen und durchschlagsstarken Nsame für den Platz neben Hoarau.

Die Thuner sind diese Saison die Überraschungsmannschaft der Super League – wie eigentlich fast immer. Mit einem Sieg könnten sie mit dem zweitplatzierten Basel gleichziehen – könnten. Zwar deutet nichts auf einen Einbruch der Thuner hin. Der etwas verspätete Rückrundenauftakt am Mittwoch in Lugano gewann man jedenfalls souverän. Allerdings ist YB dermassen stark, dass es heute für den kleinen Nachbarn kaum etwas zu holen gibt. Dazu kommen die lange Reise und die müden Beine aus dem Lugano-Spiel. Diese könnten heute nebst der individuellen Klasse ein entscheidender Vorteil für YB sein. Allerdings braucht es gegenüber dem Xamax-Spiel eine Leistungssteigerung. Denn die Thuner werden erstens nicht so viele Ballverluste produzieren und zweitens ihre Torchancen auch nutzen, besser also sie kommen gar nicht erst zu diesen. Dazu braucht es aber besonders im Zentrum einen besseren Auftritt als letzten Samstag. Die Abstimmung zwischen den zentralen Mittelfeldspieler und der Innenverteidigung muss besser passen, so dass der Gegner keine Räume zwischen den Ketten vorfinden kann.

YB wird dies heute gelingen. Die Fans erleben nach dem langen Marsch einen erfrischenden 3:0 Sieg. Hoarau, Sow und Nsame treffen für Gelbschwarz und sorgen so dafür, dass der Leader einmal mehr die volle Punktzahl aus der Stockhornarena mitnimmt.

BSC YB – Xamax Neuchâtel 2:0

4. Februar 2019 um 18:16 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war lange die erwartet einseitige Partie, in welcher die Gäste bis zur Pause keinen einzigen Torschuss verzeichnen konnten. YB kontrollierte das Geschehen von Beginn weg, Xamax versuchte mit einer defensiven Ausrichtung dem Leader den Weg zum Tor zu versperren. Dies gelang zwar mehr oder weniger, hatte aber auch mit kleinen Unzulänglichkeiten im Spiel der Young Boys zu tun. Dennoch schien der Führungstreffer nur eine Frage der Zeit.

Nur die wenigsten im Stadion dürften aber darauf getippt haben, dass dieser dann durch Loris Benito erzielt wurde. YB kam in der 14. Minute zu einem Corner und packte eine nette Variante aus, welche durch den Aargauer veredelt wurde. Der Jubel mit Assistenztrainer Harald Gämperle umrahmte das erste YB-Highlight im neuen Jahr. In der Folge blieb das Heimteam deutlich überlegen, ohne daraus aber weiter Kapital zu schlagen. So dürften sich alle über den Pausenpfiff des durchschnittlichen Schiedsrichters gefreut haben. Xamax, weil es weiterem Unheil in Form von Gegentreffern entgangen war und YB, weil alle elf Spieler selber in die Garderobe gehen konnten. Wir verstehen, wenn man dem Leader mit Härte entgegen treten will (muss), nur sollte man es nicht ganz so wörtlich nehmen, wie dies die Neuenburger zum Teil gemacht hatten.

Nun dann, weiter ging’s in Halbzeit zwei – und wie. Nicht einmal drei Minuten waren gespielt, als Aebischer das Spiel auf die Seite verlagerte, Thorsten Schick eine seiner herrlichen Flanken ins Zentrum schlug und dort Nicolas Moumi Ngamaleu zur Stelle war und mit einem Bilderbuchkopfball auf 2:0 stellte.

Man durfte davon ausgehen, dass dies bereits die Vorentscheidung war. Nur wenig später blieb ein Abschluss von Jean-Pierre Nsamé in der Gästeabwehr hängen, der Abpraller landete vor den Füssen von Guillaume Hoarau, doch der Franzose liess seine Abschlussstärke auch in dieser Szene vermissen und schoss den Ball aus sechzehn Metern weit über das Tor.

Nach einem Freistoss von Schick verpasste YB durch Fassnacht ein weiteres Mal den dritten Treffer, ehe dann die Gäste aus Neuenburg plötzlich mutiger wurden. YB seinerseits baute zwar nicht gerade ab, war aber in der einen oder anderen Situation doch etwas weniger konsequent. Dies und später auch die Einwechslung der Basler-Leihgabe Pululu führte dazu, dass YB nun plötzlich doch noch einen Torwart brauchte. Dieser bestand alle Prüfungen souverän und durfte es am Ende für sich in Anspruch nehmen, dass die Null bestehen blieb.

Noten:

Von Ballmoos 6 /

Keine Prüfung in der ersten Halbzeit, dafür umso geforderter in der letzten halben Stunde des Spiels, fehlerfrei und mit Big Saves gegen Kamber und Nuzzolo die Null ins Trockene gebracht.

Schick 5/

Einmal mehr: Wird er gebraucht, ist er zur Stelle. Schick ist einfach Gold wert und belohnte sich mit einem tollen Assist für seine Leistung.

Von Bergen 4/

Einige Wackler und weitaus weniger souverän, als wir uns das vom Capitano gewohnt sind.

Lauper 4.5/

Abgeklärt und umsichtig, seine Pässe sind einfach ein Genuss.

Benito 5/

Hat im Training offensichtlich gut aufgepasst, dafür gibt’s natürlich Bonus. Ansonsten auch mit der Körpersprache nicht immer ganz da, wo er zuletzt gewesen war.

Sow 4.5/

Ordnete das Spiel im Mittelfeld gemeinsam mit Aebischer souverän. Musste einiges einstecken.

Aebischer 4.5/

Ordnete das Spiel im Mittelfeld gemeinsam mit Sow souverän. Hatte bei den meisten gefährlichen YB-Angriffen seine Füsse im Spiel.

Ngamaleu 4.5/

Was für ein Kopfballtor, einfach herrlich. Ansonsten zwar enorm aktiv, in seinen Aktionen aber etwas gar hastig.

Fassnacht 4/

Wie immer engagiert und zweikampfstark, aber auch noch deutlich unter der Form vom Herbst.

Nsamé 3.5/

Kam nicht richtig zur Geltung. Vielleicht stimmt es halt doch, dass er und Gui für das YB-Spiel zu ähnliche Spielertypen sind.

Hoarau 3.5/

Schien irgendwie noch nicht hundertprozentig bei der Sache, verlor ungewohnt viele Zweikämpfe und liess auch im Abschluss das eine oder andere Mal die nötige Konsequenz vermissen.

Keine Noten für Assalé, Wüthrich und Garcia.

Vorschau: BSC YB – Xamax Neuchâtel

2. Februar 2019 um 12:44 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Endlich geht die Winterpause zu Ende. 48 Tage sind seit dem letzten Meisterschaftsspiel in Neuchâtel vergangen. Beim klaren 4:1-Sieg hat man sich innerlich bereits von einigen Stammspielern verabschiedet, was bei 19 Punkten Vorsprung zu verkraften gewesen wäre.

Und mit dem eher überraschenden Abgang von Sékou Sanogo zu Al-Ittihad wurde es kurz vor Weihnachten tatsächlich ein wenig emotional. Auch der Transfer von Urgestein Leo Bertone in die USA schmerzte, auch wenn der Berner Gieu sportlich keine tragende Rolle mehr spielte.

Und dann? Nichts. Mit Gianluca Gaudino kommt ein talentierter Spieler, der im Falle eines Scheiterns kein grosses Risiko darstellt. Kevin Mbabu? Immer noch hier. Genauso wie Lauper, Fassnacht und Assalé. Als Tüpfelchen auf dem i gelingt dem Team um Wuschu sogar noch ein spektakulärer Sommertransfer: Fabian Lustenberger kommt nach zwölf Jahren Bundesliga ablösefrei nach Bern und wird mittelfristig die Patron-Rolle von Steve von Bergen übernehmen.

Über allem schwebte aber der drohende Abgang von Sportchef-Gott Spycher. Das Nati-Aufgebot wirkt aus Fan-Sicht nicht besonders spannend, doch für den Familienvater hätte das Amt doch einen gewissen Reiz. Zumal man im Sommer eine vorzeitige Verlängerung verpasst hatte.

Doch in der YB-Traumwelt der letzten 1,5 Jahre nimmt auch diese Geschichte eine schöne Wendung: Am Mittwoch lässt Wuschu die Katze aus dem Sack und verkündet seinen Verbleib. Mit dem schönen Nebeneffekt, dass er sich wohl noch mehr Kompetenzen in den Vertrag packen lässt. Für YB kann das nur gut sein.

Der 48-tägige Winterpausen-Kreis schliesst sich heute Abend mit einem erneuten Duell gegen Nuzzolo und seine Neuenburger. Die haben auf dem Transfermarkt zugeschlagen, holen Serey Dié und Pululu aus Basel und testen momentan Verteidiger Martin Angha. Ob das reicht? Xamax ist Abstiegskandidat Nummer Eins, trotz einem starken Nuzz. Der 35-Jährige war zusammen mit Mbabu und Hoarau als Spieler des Jahres nominiert, ging aber leer aus. Die etwas komische SFL-Gala am vergangenen Montag war quasi eine reine YB-Angelegenheit.

Item. Mit dem Messer am Hals könnten die Neuenburger durchaus gefährlich werden. Bei ihnen geht es um alles oder nichts – bei YB könnte der Blick auf die Tabelle vielleicht zuviel Sicherheit bringen. Doch genau wie Adi Hütter, gelingt es auch Gerry Seoane immer wieder, sein Team bis in die Haarspitzen zu motivieren. Kein Gegner wird unterschätzt, kein Spiel auf die leichte Schulter genommen. Schon gar nicht ein Heimspiel nach 48 Tagen Pause vor über 20’000 Fans!

Der Meister wird gezwungenermassen einige Änderungen vornehmen müssen, da Mbabu, Lotomba, Camara und Sulejmani verletzt ausfallen. Lauper dürfte darum wieder neben Von Bergen in der Innenverteidigung starten, flankiert von Loris Benito und Thorsten Schick. Das Zentrum bilden Sow und Aebischer, Ngamaleu, Fassnacht, Hoarau und Assalé werden offensiv für die Musik besorgt sein.

Am Ende gelingt ein 3:0-Sieg, die Tore erzielen Hoarau, Assalé und Schick.

Hopp YB!