Saisonfazit – die Torhüter

17. Mai 2010 um 17:00 von Pele in der Kategorie YB
Die einfachste zu bewertende Kategorie. Marco Wölfli war einer der ganz wichtigen Eckpfeiler dieser Mannschaft. Mit seinen tadellosen Leistungen trug der YB-Captain massgeblich dazu bei, dass die Berner bis zum Ende um den Titel spielen konnten. Ist auch als Persönlichkeit gereift und konnte seine anfänglich etwas ungestüme Art als Captain ablegen. Nebenbei auch noch der einzige fixe Schweizer Nationalspieler im Kader und Torhüter #1b an der WM.
Aufgrund des verpassten Titels und der kleinen Chance auf die Championsleague, wird uns Wölfli wohl bei entsprechendem Angebot im Sommer verlassen. Ihm wird man weder böse sein, noch Steine in den Weg legen – Wölfli isch ä geile Siech. Merci Marco!

Durchschnittsnote Hinrunde 5.09
Durchschnittsnote Rückrunde 4.78
Gesamte Saison 4.94
Dahinter folgt auch gleich die grosse Integrationsfigur und lebende YB-Legende Paolo Collaviti. Hinter den Kulissen eine der wichtigsten Figuren in der Mannschaft, wird er als Torhüter leider eher unterschätzt.
Konnte sich diese Saison leider nicht auszeichnen – dennoch die perfekte Nummer 2.

Mit Hrvoije Bukovski fungiert ein dritter Torhüter im Kader, wird allerdings nur im Nachwuchs eingesetzt. Das grosse Talent Roman Bürki spielte die Rückrunde in Schaffhausen, nachdem er bei Thun keine richtige Chance erhielt.

YB – FCB 0:2

17. Mai 2010 um 12:00 von Pele in der Kategorie Matchbericht

Auf eine individuelle Notengebung wird heute verzichtet.

Abgefallen ist gestern kaum einer im Kollektiv. Bemüht waren alle, und man hatte bei jedem den Eindruck, dass es grundsätzlich nicht am Willen scheitern würde.
In der ersten halben Stunde verlief das Spiel durchaus ausgeglichen, YB hatte sogar leichte Vorteile was Ballbesitz und Dynamik betraf. Bis 20 Meter vors Tor kombinierte man mehr oder weniger flüssig, Mit Scott Sutter und David Degen spulten die beiden Flügel ein grosses Pensum ab. Basel hielt stark dagegen, kam aber wegen vieler Fehlpässen kaum einmal gefährlich vor das Tor von Marco Wölfli.
Im Anschluss an einen YB-Corner konnten die Basler einen Konter lancieren, den der unsägliche Herr Stocker gekonnt abschliessen konnte.
Der Knackpunkt war da.
Auf den Rängen wirkten die Leute wie gelähmt, die Bilder vergangener Finals und Finalissimas erschienen vor den Augen der eingefleischteren Anhänger – und irgendwie schien diese Stimmung auf die Mannschaft überzuschwappen. Hätte Regazzonis Schuss vor der Pause den Weg ins Tor gefunden, wer weiss: Die Blockade hätte sich vielleicht noch einmal gelöst und wäre einer Euphorie gewichen. Doch der Ball drehte nach rechts am Tor vorbei – der Rest ist ein weiteres, trauriges Kapitel der neueren YB-Geschichte.
Der Wille zum Siegen wich einer Angst, YB wirkte paralysiert (wie wir es leider schon des Öfteren erleben mussten.)
Es war, als wären die Jungs wie gelähmt. Der Kopf wollte, doch die Beine nicht. Alles, was in dieser Saison oftmals so einfach aussah – Doppelpässe, Flügelläufe, präzise Flanken, eiskalte Verwerter – all dies ging plötzlich nicht. Soviel hatte man sich vorgenommen, doch man konnte es leider zum wiederholten Male nicht umsetzen.

Es war eine wahrlich tolle Saison, die YB absolvierte. Man führte unglaubliche 30 Runden lang die Tabelle an – so etwas hatte es lange nicht mehr gegeben. Man spielte phasenweise Zauberfussball (Hinrunde) oder überzeugte mit einer sensationellen Moral bis zum Schlusspfiff (Rückrunde). All dies ist nun auf dem Papier nichts mehr wert, weil ein weiterer Vizemeister-Titel Tatsache ist.
Wieder jubeln nur die andern und den Gelb-Schwarzen bleibt das Nachsehen. So wie gestern.

Züri West singt „Irgendeinisch fingt ds Glück eim“ – Doch dieses „Irgendeisch“ scheint sich mal wieder auf unbestimmte Zeit zu verschieben. YB wird auch nächste Saison wieder vorne mitspielen, davon kann und will man ausgehen. Doch wenn selbst eine Saison wie diese nicht für einen Titel reicht, was muss dann geschehen?

An dieser Stelle möchten wir doch noch eine Note vergeben:
Die 6 an alle diejenigen, die in dieser Saison für die tollen Choreos zuständig waren. Ebenso an diejenigen, welche die Extrazugfahrten organisieren und überhaupt an alle, die etwas im Umfeld von YB bewirkt haben.
Man ist auf dem richtigen Weg, daran gibt es nichts zu rütteln. Allerdings braucht es in der Mannschaft ein paar grosse, schwere, mächtige & haarige Eier! Chuzpe ist gefragt!

Zur Hölle mit…

17. Mai 2010 um 09:20 von Biber in der Kategorie Getackelt

Jeden Montag wird unter “getackelt” das verbale Bein ausgefahren und der Gegenspieler vom Ball getrennt. Manchmal fair, manchmal nicht, aber immer auf den Ball gespielt.

Folgende Personen und Personengruppen mögen mit einer Dauerkarte des Stade Nyonais (mit Anwesenheitskontrolle!) bestraft werden:

– Alle, die vor dem Spiel gestern Meistergesänge angestimmt haben;
– Jede und jeder, der ein Fussballspiel mit einem Diskobesuch verwechselt;
– Valentin Stocker, der wohl gegenwärtig unsympatischte Fussballer der Schweiz;
– Typen, die Schals mit dem Aufdruck „YB-Schweizermeister 2010“ verkaufen;
– Alle, die solche Schals kaufen;
– Alle, die solche Schals tragen;
– Basler, die vor dem Berner Anhang feiern wollen und dabei gehörig auf die Fresse fallen;
– Spieler, die während der laufenden Saison zum einzigen Konkurrenten um die Meisterschaft wechseln;
– Alle, die gerne pokern, aber die Regeln nicht verstehen;
– Alle „ig has ja geng gseit“ Typen;
– Alle „YB cha eifach nüt“ Typen, die Dich spätestens im nächsten Frühjahr wieder fragen, ob du Ihnen für das entscheidende Spiel ein Ticket organisieren kannst;
– Der Erfinder des Worts „Finalissima“;
– Der amateurhaften SFV für diesen hervorragenden Spielplan;
– Alle und jeden, der heute Morgen nervt.