Vorschau: YB – FCL

12. Februar 2010 um 14:00 von Pele in der Kategorie Matchvorschau

„So oder so: Meiner Meinung nach ist dem zweiten Spiel zuhause gegen Luzern mindestens die gleiche Bedeutung beizumessen. Nach einem Sieg in Basel muss der berühmt-berüchtigte Schlendrian verhindert werden – nach einer Niederlage geht es darum, den Mund abzuwischen und sich gleich wieder zu fangen.

So endete letzten Freitag die Vorschau auf das Spiel gegen Basel – und dieses Motto ist leider aktueller als wir es gehofft und gedacht hatten.

Nach der Niederlage vom Sonntag muss die Mannschaft nun unbedingt wieder auf die Erfolgsschiene finden. Schaut man sich die letzten drei Pflichtspiele an, zeigt die Formkurve leider steil nach unten: der erknorzte 1:0-Sieg gegen Xamax basierte nicht auf einer starken Leistung, das Cup-Out gegen Lausanne war blamabel und das 0:4 in Basel war Wasser auf die Mühlen jener, die in YB auch in Zukunft den chronischen Verlierer-Klub sehen.

Es ist an der Zeit, diesen Stimmen das Maul zu stopfen! Es ist an der Zeit, den Bann endlich einmal zu brechen und die Gunst der Stunde, resp. der Saison zu nutzen!
Es ist Ewigkeiten her, dass YB mal als (souveräner) Leader in eine Rückrunde gestartet ist – und auch wenn der Auftakt kolossal in die Hose ging, bleibt man an der Spitze.

Nun gilt es, der Konkurrenz ein Signal zu senden und das drittplatzierte Luzern zu schlagen. Es braucht zwingend drei Punkte und eine gute Leistung, um so rasch wie möglich den Tritt in die Rückrunde zu finden.

Die Rückkehr Yapis wird bestimmt eine gewisse Qualitätssteigerung bringen (womit hier die Leistung Doubaïs nicht kritisiert werden soll). Der Ausfall des gelb-gesperrten Affolter kann verkraftet werden und sollte die Mannschaft nicht erheblich schwächen.
Klar ist aber auch, dass es von allen 11 Spielern eine erhebliche Steigerung braucht. Die Äusserungen zum tollen Teamgeist und der Nicht-Verunsicherung nach dem Basel-Spiel sind schön und gut. Doch jetzt braucht es auch ein sportliches Bekenntnis dazu – und diese Gelegenheit muss am Samstag ergriffen werden.

gaeubschwarz.be tippt auf einen 3:1-Sieg und spielt mit folgender Aufstellung:

Wölfli
Lingani – Dudar – De Pierro
Sutter – Hochstrasser – Yapi – Degen
Rega – C.Schneuwly – Doumbia

Der Matchtag – Mehr Vorbereitungsaufwand als Spielzeit

12. Februar 2010 um 08:30 von Pele in der Kategorie Gelbschwarze Karte

Schiri“ ist ein junger und ambitionierter Schiedsrichter aus der Region. Er wird uns in regelmässigen Abständen Anekdoten aus der Welt der Regionalfussball-Schiris berichten und wird unklare Referee-Entscheidungen aus der grossen Fussball-Welt aufschlüsseln.

 Die Topvorbereitung vom Vortag hat genutzt: fit und munter stehe ich auf stürze mich in 200 Schichten Thermowäsche und in die Joggingschuhe um als erstes einfach mal eine Runde durch das Dorf zu drehen, Footing heisst das Fluchwort. Ich denke nicht, dass ich noch jemals einen Match pfeifen könnte, ohne am Morgen das verdammte 15-minütige Footing zu machen.
Back home gibt’s Kaffee, Brot und möglichst noch eine Banane, die mich dann zugleich noch an das Laufkonzept erinnern soll: Schiris sollten nämlich immer eine Banane laufen und zwar immer links vom Assistenten.
Danach kommt mein Horror vor dem Spiel und das einzige, was mich wirklich nervös macht: Tasche packen! Ich bin einer dieser Refs, der einfach immer etwas vergisst. In der vergangen Saison reiste ich nach Genf – ohne Fussballschuhe! In Dornach war ich ohne Uhr anwesend. In Basel fehlten mir mal die Stulpen und durchschnittlich in jedem zweiten Match muss ich auf frische Unterwäsche verzichten… und ja… jedes Mal denke ich: mach dir eine Liste mit den Dingern, die du brauchst. Dieses Projekt liegt seit sieben Jahren (also seit Beginn) brach. Nie mehr vergessen werde ich meine Linsen (ich habe ca. 100 Dioptrien Minus…), denn vor rund zwei Jahren musste ich mal einen Match mit Brille leiten. Die Herren auf dem Biz füllten 300 Seiten mit ihren schlechten Witzen!
Wenn ich dann doch alles habe werde ich als Nichtautofahrer meist komfortabel vor der Haustüre abgeholt und fahre mit den Assistenten zum Spiel. Am Spielort möglichst nicht negativ auffallen und mal dezent in die Garderobe, meist aber ist dies nicht möglich. Oft kommt der Smalltalk mit dem Platzwart, dem Trainer oder den Spielern, hier möglichst einen guten Eindruck hinterlassen: „You never get a second chance to make a first impression!“. Danach brauche ich fast immer meinen Kaffee am Spielort, rund 75 Minuten vor Beginn dann geht’s zum Umziehen.
Nun folgt das Administrative: Absprache mit den Betreuern der beiden Teams  Administrative Besprechung mit den Betreuern, Kontrolle der Mannschaften (Passfoto, Ausrüstung) und danach das Kabinengespräch mit den Assistenten: dort wird angesprochen, welche Linie heute gefahren werden soll welche Foullinie gefahren werden soll, wie ich mit einzelnen Situationen umgehen und was ich dort dann von ihnen erwarte. Danach 20 Minuten Einlaufen mit den Assis und das Spiel kann beginnen. Die ganze Prozedur dauert übrigens rund 90 Minuten.
Schwer zu erraten, dass eine seriöse Vorbereitung also das A und O eines Schiris ist, wenn man bedenkt, dass sie am Spielort gleich lange dauert, wie das Spiel selbst. Vielleicht brauchen wir ja schon bald alles nicht mehr, schliesslich wird der Videobeweis immer lauter gefordert… Dies bereits der Steilpass zum nächsten Thema!