Sportshow – Was wäre wenn…

27. Januar 2010 um 10:00 von admin in der Kategorie Sportshow

Momentan regen sich Teile der Schweiz über die mögliche Überführung zweier  Uiguren in die Schweiz etwas auf.
Ob diese Aktion nötig, brauchbar oder sinnvoll ist wollen wir hier aber nicht beurteilen.

Stellen wir uns doch einmal vor YB würde einen Ex-Guantanamo Häftling verpflichten als Nachwuchsförderung und Re-Integrationsprogramm.
Nennen wir den Neuzugang doch mal Ali al Sharkawi, afghanischer Staatsbürger und in seiner Jugenzeit Fussballspieler beim AFC Kabul -Sport.
Durch einen dummen Zufall wurde er von einigen übereifrigen amerikanischen GI’s mitgenommen und nach Guantanamo gebracht.
Eben dieser Ali wird nun bei YB unter Vertrag genommen um ihn von Gitmo weg holen zu können und dem Jungen eine Chance zu geben. In der ersten Saison trainiert Ali wacker und hält sich konditionell recht gut, schliesslich hat er auf Kuba fleissig seine Runden gedreht. Er wird zunehmend besser und setzt sich vor allem in Zweikämpfen kräftig durch. Schon bald schafft er den Sprung auf die Ersatzbank und profitiert vom Verletzungspech eines Mitspielers als er endlich auf dem Feld steht. Auf diesen Moment hat Ali nur gewartet. Eingesetzt als Stürmer, setzt er sich mühelos gegen die Gegner durch. Er fegt sie nur so vom Platz, läuft sie schwindelig und scheut sich nicht auch mal brav in einer Attacke rein zu grätschen. Er beginnt seine Vorlieben für’s Schiessen zu entdecken und ballert auf den Torwart bei jeder Gelegenheit. Die Schüsse werden immer präziser und härter und schon bald ist er als Scharfschützen-Ali in der Liga bekannt. Die Keeper fürchten sich vor seinen Schüssen, deren Durchschlagskraft sogar eine Betonwand zum ausweichen bewegen würden. Ali entwickelt sich prächtig und schiesst Tor für Tor für YB.
Die Medien loben ihn und der Blick schreibt „Wer stoppt Killer-Ali?“ und „Bombt er YB zum Meistertitel?“.
Die Fans treiben ihn mit Sprechchören an und Ali steigt zu den Anhängern in die Fanzone um mit ihnen zu feiern.
Alles läuft perfekt. Ali schiesst und schiesst, sogar aus dem Hinterhalt und alle Welt beginnt sich vor dem Sturmtank, dem Torbomber zu fürchten.
Ali könnte nun viel erreichen mit seinem Team als ein Angebot aus einem anderen Land daher flattert. Ali zögert nicht lange und verschwindet ohne sich umzudrehen in einer Nacht- und Nebelaktion.
Nach ein paar Wochen steht dann in den Zeitungen wo er aufgetaucht ist.

Er ist jetzt der  Scharfschützenbomber von Al-Ahli Jeddah…

Blick Schlagzeile: „Der Bomber passte sowieso nicht hierhin! Nächste Woche wieder ein spannender Live Bericht über den FCB.“

Neuer Spieler

26. Januar 2010 um 10:00 von Biber in der Kategorie Unsere Zweiten

Anmerkung der Redaktion: Im Moment sind “unsere” beiden Mannschaften in der Winterpause. Wir berichten weiterhin regelmässig, aber nicht jede Woche. Spätestens zum Saisonstart wird sich dies definitiv ändern.

In der Kategorie „Unsere Zweiten” begleitet gaeubschwarz.be zwei unterschiedliche Mannschaften auf Ihrem Weg durch die Meisterschaft. Regelmässig berichten wir über deren Abschneiden. Diese Woche mit Siddharta United, aus Sicht des Spielers D. W. aus B (Name der Redaktion bekannt).

KöbiKuhnz, der neue Mann bei den Senioren von Siddhartha United. Letzten Winter mit viel Vorschusslorbeeren zur Mannschaft gestossen, will Köbi, ehemaliger Handballspieler, dieser Saison seinen Stempel aufdrücken. Uns sei dies als Kreisläufer. Gaeubschwarz hatte die Möglichkeit, das erste Interview mit KöbiKuhnz zu führen:

Gaeubschwarz: Was hat Dich zu Deinem Wechsel zu Sidi bewegt?

KöbiKuhnz: Die mehrmaligen Beteuerungen von Dräner und Iventmänätscher dass tatsächlich irgendwo organisiert Fussball gespielt wird wo ich mithalten kann – als bisher Nichtfussballer sondern Handball-Randsportler. Nach 30 Jahren Handball wollte ich noch was Anderes sehen solange ich noch aufrecht gehen kann. Dass mein Bruder, der schon bei Sidi dabei ist dort bereits dabei war und akzeptiert wird und sogar zu längeren Einsatzzeiten kommt hat meinen Entscheid erleichtert. Sein Werdegang ist der gleiche, und er ist sowohl technisch als auch taktisch, läuferisch und optisch schwächer als ich. Von Dingen wie Übersicht, der Fähigkeit das Spiel zu lesen etc. wollen wir schon gar nicht sprechen…; ich war also sogar kurz davor, finanzielle Forderungen zu stellen

Du kanntest also schon Spieler vor Deinem Wechsel?

Ja, grundsätzlich über meinen Bruder und – obwohl ich C-Abonnent bin und der Sidi-Pöbel sich mehrheitlich im D aufhält (im Wankdorf) hat man sich bei Nicht-Meisterschaftsspielen wie Europacup- und Testspielen (wenn sie denn stattfanden) zueinander gesetzt. Ja, wir sind sogar zu Cupfxxxx-Leidensgenossen geworden…..

Firmenmeisterschaft wird ja oftmals etwas belächelt. Siehst Du das auch so und wie gehst Du damit um?

Nein, sehe ich nicht so. Für Leute die absolut zum Plausch Fussball spielen wollen ist das ideal. Ich jedenfalls möchte nicht in der Bonecrusher-5.Liga antreten müssen. Das muss für uns alle die mitmachen stimmen. Wem das Niveau zu tief ist der soll halt a) bei uns nicht mitspielen und b) halt auch nicht hinschauen. – Falls er’s dennoch tut und uns dann belächelt ist’s sein Problem, nicht meines

Was erwartest Du vom Trainer?

Dass er bei den Medizinballübungen und Laufserien auch mal mitmacht.

Du warst ja Gerüchten zufolge bereits an einer Meisterfeier von Sidi. Wirst Du in diesem Jahr wieder an einer teilnehmen?

Diese Aussicht war für mich Voraussetzung zum Einstieg bei Sidi. Als Gloryhunter gehe ich nur zu einem Verein der quasi bereits Meister ist um anschliessend meinen Anteil daran grosszureden. Der Mxxxxxxxtitel kann nur gefährdet werden falls ich zuviel Einsatzzeit erhalte oder der Iventmänätscher Wahliassinho zuviel Defensivarbeit leisten soll

Ganz zum Schluss: Ist auch die Teilnahme an einer Meisterfeier im Frühsommer denkbar? Vielleicht im oder rund ums Wankdorfstadion?

Hm. Bleibt Doumbia bis Sesongende? Hat Schwegler den Guafför mit nach Salzburg genommen? Pennt Hottiger? Hat Baumannaläng etwas zu melden oder nicht? Braucht’s um Blick-Sportscheff zu werden irgendwelche Vorkenntnisse oder Referenzen? Fragen über Fragen…. – The answer, my friend, ….

Danke für Deine Zeit.

Arten von Journalismus

25. Januar 2010 um 09:45 von Biber in der Kategorie Getackelt

Jeden Montag wird unter “getackelt” das verbale Bein ausgefahren und der Gegenspieler vom Ball getrennt. Manchmal fair, manchmal nicht, aber immer auf den Ball gespielt.

Heute lest ihr etwas über die Journalisten und den Sportjournalismus im Allgemeinen. Und das geht so:

Der „heimische“ Journalist.

Das ist der Kerl, der für das Blatt schreibt, das aus der gleichen Stadt wie der Verein kommt. Erste Anforderung im Jobprofil aus Sicht des Fans: Man will einfach am liebsten jeden Tag einen Artikel über die Gelb-Schwarzen im Bund oder in der BZ lesen. Die zweite Anforderung ist da schon etwas schwieriger: Der Artikel muss der Gefühlslage des Fans entsprechen. Hat man schlecht gespielt, dann liest man am liebsten einen Verriss und nach einem Traummatch will man Lobhymnen lesen. Für differenzierte Berichtserstattung bleibt meistens (viel zu wenig) Platz. Hat Doumbia gegen Basel zwei Tore geschossen, dann will der Fan ein Doumbia-Interview, eine Doumbia-Homestory und einen Hintergrundbericht über Doumbias Hamster. Wie Scott Sutter auf der Seite gespielt hat oder dass Affolter bloss zwei Laufduelle verloren hat, interessiert den Leser nicht. Oder ist es doch nicht so einfach? Könnte es etwa sein, dass gewisse Berner Journalisten ihre Leserschaft bisweilen etwas unterschätzen? Vielleicht denken sie, ein paar Kalauer zu bemühen stillt der intellektuellen Durst des Fans? Ich hoffe mal nicht.

Der Analyst

Warum liest man die besten Hintergrundberichte und die messerschärfsten Analysen zu Berner Vereinen in der Neuen Zürcher Zeitung? Mir eigentlich egal. Solange man sie lesen kann.

Der Boulvarjourni

„Yapi geht zu Basel.“ „Doumbia per sofort zu Moskau.“ „Wann geht Doumbia?“ „Raimondi schwängert Wölflis Freundin.“

Diese Überschriften dienen einzig einem Zweck, es sind Blick-fänger. Peinlich. Simpel. Und immer etwas vom Hauche der Dümmlichkeit umweht. Und dennoch erfolgreich. Irgendwie ist dieser Journalismus wie Kotze am Strassenrand. Ekelhaft, aber man schaut trotzdem hin.

Fazit

Obgleich jede Sportjournalistin und jeder Sportjournalist seinen eigenen Schreibstil hat, lässt er oder sie sich einer dieser drei Kategorien zuordnen: Das meiste Schreibwerk unterhält uns gut, nur Weniges regt zum Nachdenken an und ab und zu ist es einfach grottenschlecht. Und selbst über das redet man.

Matchvorbereitung – Beispiel anhand eines Trainingsspiels

23. Januar 2010 um 11:15 von Pele in der Kategorie Gelbschwarze Karte

Schiri“ ist ein junger und ambitionierter Schiedsrichter aus der Region. Er wird uns in regelmässigen Abständen Anekdoten aus der Welt der Regionalfussball-Schiris berichten und wird unklare Referee-Entscheidungen aus der grossen Fussball-Welt aufschlüsseln.

Das Erste was ihr von einem Schiri meistens seht ist sein Einlaufen vor dem Match mit den Assistenten und das Letzte sein Abgang in die Garderobe. Falls du interessiert bist, was ich dafür tue um in dieser Zeit einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen, kannst du jetzt weiterlesen.

Die Matchvorbereitung beginnt bei mir rund zwei bis vier Tage vor dem Match. Bei Meisterschaftsspielen weiss ich gut 15 Tage vorher, wann in welcher Funktion ich wo im Einsatz stehe. Bei Trainingsspielen wie morgen läuft das anders: Dienstag, 19. Januar, 17.00: Der Berner Schiriaufbieter ruft an und fragt, ob man am Samstag schon was vor hat. Da ich im Moment eh schon viel auf dem Buckel habe, antworte ich mit einem vorsichtigen „kommt drauf an“ um mal zu erfahren, wohin die Reise dieses Mal führen soll. „Dürrenast 2. Inter gägä 1. Liga Düdinge, i bruche no e Schiri!“. Schwer zu erraten, als 2. Liga Schiri hat man für sowas immer Zeit. Sofort die Zusage geben und schnell noch dem Kollegen absagen, dem man zum 1000. Mal versprochen hat, dass es diesen Samstag mal für ein Bierchen reicht. Solche Geschichten haben mich übrigens auch schon x-mal zum Single gemacht. Macht nichts: ich bin verheiratet mit Königin Fussball und wir lieben einander wirklich sehr.

Diese Woche habe ich immerhin nebst dem Beruf 13 Stunden Training, dazu noch am Ice-Cup als SRA die Herren Rossi und Taljeivic kennen gelernt und noch eine Massage bei meinem Masseurgott hinter mir. Das sind alles Sachen, die für mich zur Matchvorbereitung als Schiri gehören, selbstverständlich alles freiwillig! Ich könnte es mir einfacher machen. Ohne mein Umfeld, das mich unterstützt und ohne einen toleranten Arbeitgeber wäre das alles nie möglich (jetzt rede ich schon wie ein Fussballprofi)! Wenn man berücksichtigt, dass dies eine Trainingsspiel-Woche im Januar ist, kann man sich vorstellen, was im April, Mai und Juni abgeht… Zeitmanagement; dieses Wort wird uns Jungschiris seit Jahren eingeimpft, ist doch die Professionalisierung des Schiriwesens im Moment etwa so weit weg wie der Meistertitel für den FC Aarau. Zur Erinnerung: Alle Oberligaschiris haben neben dem Pfeifen beruflich nahezu ein Vollpensum zu absolvieren.

Drei Tage vor dem Spiel: Schiri, Telefon!
Die Assisenten anrufen Themen sind: welche Kleider werden getragen? Wer fährt? Wo ist der Treffpunkt? Wer nimmt die Fahnen mit? Wer nimmt drei gleiche Einlaufleibchen mit? Und sowieso: Wer bist du überhaupt? Manchmal fährt man mit wildfremden Leuten an ein Spiel, für das Spiel von morgen Samstag ist das immerhin nicht der Fall. Ich kenne beide SRA bestens.

Der Abend vor dem Spiel: Rot für meine Kochkünste!
Teigwaren essen
Heute hab ich mal wieder grauenhaft gekocht. Notiz an mich für die nächsten Spiele: Restaurant aufsuchen oder WG-Kollegen kochen lassen!

Im Internet die Tabelle, Mannschaftsfotos und Spielernamen anschauen
Heute bedeutet dies: mit Freude feststellen, dass die Martin-Fraktion bei Düdingen immer noch Weber und Lengen heisst! Wenn Lengen wüsste, dass ich dieser 9-jährige Junge war, der immer bei seiner Freundin Schuhe im Ehrismann Wabern kaufen wollte, um sie über ihn ausquetschen zu können…

Einem Kollegen anrufen
Irgendein Kollege hat diese Mannschaften immer schon mal gepfiffen und kann mir nützliche Infos geben: Welches System spielen die Teams? Wer ist der Schlüsselspieler für die Mannschaft, wer ist der Schlüsselspieler für den Schiri? Wie verhalten sich die Trainer? Gibt es irgendeine Spezialität?

Rapportmaterial vorbereiten, Spesenquittung vorbereiten
Administrationsarbeit, zwecks Rapportierung an SFV, wenn was „schlimmes“ passiert.
Kabinengespräch vorbereiten Dazu nächste Woche mehr

Früh ins Bett Darf man in einem Blog lügen?

Was alles am Tag des Spiels geschieht und wie es ausgegangen ist, bleibt bis nächste Woche mein Geheimnis. Ich geh jetzt schlafen!

Freitags-Apèro mit Biber und Pele

22. Januar 2010 um 14:00 von Pele in der Kategorie YB

 

Kurz vor dem Mittagessen treffen sich Biber und Pele zu einer gepflegten Fachsimpelei – für unsere treue Leserschaft werden diese Gespräche in Zukunft aufgezeichnet.
„Bald ist Rückrundenstart. Ich freue mich extrem, kann mich aber eines etwas unguten Gefühls den ersten Match betreffend nicht ganz erwehren. Was meinst Du? Sieg oder Niederlage in Basel. Wozu ich noch anfügen muss, dass für mich ein Unentschieden eher der Kategorie Sieg zuzuordnen sein dürfte.“  
„Ja, die Vorfreude ist gross – ebenso die Nervosität. Das Gefühl ist aber eher positiv: Wir haben mit Petkovic noch nie gegen Basel verloren, und ich sehe nicht was sich daran ändern sollte. Mit Morello und Bienvenu haben wir Konkurrenz für Coly, Doumbia ist noch da und der Wichtigste überhaupt ist auch fit: Dudar.“  
„Konkurrenz für Coly? Du meinst wohl eher eine passable Alternative. Egal. Ich habe das Gefühl, dass Basel kommen wird wie die Feuerwehr und wir brauchen daher einen Dudar in Topform, der die umgebaute Abwehr dirigieren kann. Dass wir mit Petkovic noch nie gegen Basel verloren haben war mir nicht mal bewusst. Das ist ein gutes Zeichen, aber es vermag mein negatives Bauchgefühl aber nicht gänzlich zum Verschwinden zu bringen.“  
“Na gut, Konkurrent von Coly zu sein ist im Moment noch keine grosse Herausforderung. Aber Fakt ist, dass er wegen der Verletzung Schneuwlys halt gesetzt ist. Noch. Wird noch interessant zu sehen sein, wie sich der Basler Morello im Joggeli einfügt, sofern er zum Einsatz kommt. Ein Umbau in der Abwehr hat ja nicht stattgefunden: Mit Dudar und Affolter werden 2/3 wie gewohnt auflaufen. Dahinter streiten sich Schneider, Lingani, Mardassi und De Pierro um den freien Platz. Hier würde ich mich übrigens für letzteren entscheiden. Gewiss ein Risiko, den jüngsten gleich beim Rückrundenstart ins kalte Wasser zu werfen, aber von ihm verspreche ich mir viel.“  
„Das mit der Abwehr sehe ich dezidiert anders. Gerade wenn De Pierro zum Einsatz kommen sollte, was ich persönlich nicht glaube, spielen zwei Junge mit einem Routinier. Für mich eine neue Ausgangslage. Mein schlechtes Gefühl gründet aber nicht nur auf der Verteidigung. Im Sturm spielt zwar Doumbia, aber der wird die konzentrierte Basler Abwehr gegen sich haben und Coly wird vom dadurch gewährten Freiraum nicht profitieren können. Vielleicht aber Regazzoni?“  
“Ich glaube eben, dass es neben Dudar zwei junge, schnelle Verteidiger vertragen kann. Zudem habe ich bei Mardassi und Schneider so meine Bedenken, wenn es gegen Stocker und Carlitos geht. Lingani konnte ich nach dem Thun-Spiel noch zu wenig einschätzen. Im Sturm dagegen ist die Auswahl schier grenzenlos: Doumbia hat schon mehrmals bewiesen, dass er sich auch gegen 2-3 Bewacher durchsetzen kann. Regazzoni zeigt in dieser Saison eine ungewohnte Konstanz, auch wenn er dies immer noch zuwenig in Tore ummünzt. Je nachdem wie Morello, Bienvenu und Coly in Form (oder eben nicht in Form) sind, würde ich auch den kleinen Schneuwly von Anfang an bringen. Oder Degen nach vorne ziehen und dafür Raimondi ins MF stellen.“  
„Ja, der Mändu ist endlich zurück. Ich habe ihn persönlich vermisst, auch wenn Sutter und Degen in der Hinrunde prima Arbeit geleistet haben. Aber wir haben jetzt doch mehr Alternativen. Aber zurück zum Match. Ich bin wirklich gespannt. Die Mannschaft hat Klasse, aber auch einige potentielle Schwachstellen. Nach dem ersten Match wissen wir mehr. Basel wird auf jeden Fall 100% bereit sein. Dennoch, für uns spricht, dass Basel unbedingt gewinnen muss und den ganzen Druck trägt. Etwas womit Basel in der Vergangenheit auch schon Probleme hatte. Und zudem habe ich vor dem ersten Match dieser Saison auswärts in Zürich ähnlich gedacht. Und wir haben, wenn auch glücklich, gewonnen.“  
“Bin auch froh, dass er wieder zurück ist. Wie du sagst: mehr Alternativen – und man kann jetzt auch qualitativ auf Ausfälle reagieren, und nicht nur quantitativ. Der Druck ist eher auf der Seite der Basler. Jedoch muss man sich bewusst sein: Eine Niederlage im Joggeli, und der Vorsprung schmilzt auf 4 Punkte zurück – und die nächsten Gegner wären mit Luzern (h) und St. Gallen (a) nicht gerade angenehm. Wenn man bei YB schon immer von „wichtigen Spielen“ spricht, muss  man diesen Rückrundenstart mit einschliessen, und zwar als wichtigstes Spiel der Saison.“  
„Gewinnt Basel im Eröffnungsspiel gewinnen wir halt das letzte Spiel der Saison und wir sind gleich weit. Aber vermutlich spiele ich damit bewusst die Wichtigkeit dieses Spiels herunter. Diese Rechnung wäre höchstwahrscheinlich ohnehin zu einfach. Eher hätte Basel einen gewaltigen Schub und wir einen Dämpfer. Lange Rede kurzer Sinn: Wir haben die Möglichkeit dieses Spiel zu gewinnen und genau daran muss jeder glauben. Auch mein Bauchgefühl. Das sagt mir übrigens gerade, dass bald Essen angesagt ist. Bei mir gibt es Zürcher Geschnetzeltes und zum Nachtisch vernasche ich noch ein paar Basler Leckerli. Wenn das für die Rückrunde kein Glück bringt!“  

“Dieses Spiel hätte halt schon eine gewisse Signalwirkung für die gesammte Rückrunde – aber dennoch gibt es noch 54 Punkte zu holen – da könnte sogar der FCZ noch ins Meisterrennen eingreifen. HAHAHAHAHA! Mir steht der Sinn nach einer Wallisser Käseschnitte, ä guete!“

 

Transfermarkt Schweiz

20. Januar 2010 um 13:30 von Pele in der Kategorie Transferküche


Seydou Doumbia wechselt im Sommer für einen zweistelligen Millionenvertrag nach Moskau. Gilles Yapi verlängert seinen Vertrag nicht und wird YB im Sommer ebenfalls verlassen, sehr wahrscheinlich nach Frankreich.
Wie immer wenn ein Schweizer Klub an der Spitze steht und über gute Spieler verfügt, werden diese von ausländischen (Top-)Klubs beobachtet und abgeworben.
Das ist das Los einer Ausbildungsliga. In der Schweiz wird es in naher Zukunft nie einem Verein möglich sein, die besten Spieler längerfristig an sich zu binden.
Sei es im aktuellen Fall YB, oder bereits GC (Bobadilla, Eduardo, Nunez, etc), dem FCZ (Raffael, Keita, etc), dem FCB (Delgado, Yakin, Gimenez, Atouba, etc) – die Liste könnte endlos weitergeführt werden.

Bei Spielern vom Kaliber eines Yapis oder eines Doumbias, ist im Prinzip jedes halbe Jahr Verbleib als Erfolg zu verbuchen.
Meist sind diese Verlängerungen auf grosse finanzielle Aufbesserungen zurück zu führen, oder auf die Aussicht in der aktuellen Spielzeit noch einen Titel zu holen und erst danach den Klub zu wechseln.
Gilles Yapi wird im Sommer seine vierte Saison bei YB abgeschlossen haben, Seydou Doumbia konnte trotz Millionenangeboten im Sommer für zwei Jahre gehalten werden.

Stimmen welche nun vom grossen Ausverkauf reden oder von einer unfähigen Führung im sportlichen Bereich, haben schlicht und ergreifend keine Ahnung:

Bei Doumbia darf es sogar als grosser Erfolg verbucht werden, dass man ihn bis Ende der Saison halten wird. Damit hätte im Sommer kaum jemand gerechnet, schliesslich konnten in den Medien täglich Meldung über einen „fast perfekten“ Wechsel gelesen werden.
Doch YB kommuniziert klar: „Er spielt die Saison bei uns zu Ende“ – und hielt Wort.


Der Abgang Yapis wird eigentlich bereits seit zwei Jahren erwartet. Doch auch hier konnte man den Angeboten widerstehen und behielt Yapi als Führungsperson auf und vor allem auch neben dem Platz. Nicht wenige sind sich sicher, dass die schnelle Integrierung der jungen Ivorer-Gruppe vor allem auf die Betreuung Yapis zurückzuführen ist: Ein Doumbia oder ein Doubaï hätten sich ohne die Hilfe ihres Vorbilds kaum so schnell in so tragenden Rollen im YB-Spiel einbinden lassen.

Es wäre falsch, jetzt von einem grossen Kader-Exodus im Sommer auszugehen. Alle weiteren Verträge laufen nach dieser Saison weiter. Es müssten schon relativ hohe Beträge fliessen, um weitere Spieler aus den laufenden Arbeitspapieren freizukaufen.
Mögliche (schmerzhafte) Abgänge könnten die Marco Wölflis und Emiliano Dudars sein, doch gerade hier würden namhafte Beträge fliessen. Zudem winken den Young Boys (je nach Abschneiden in dieser Saison) attraktive sportliche Perspektiven – ein weiteres Argument für die Spieler, noch ein wenig in Bern zu bleiben.

Weshalb also die vielen negativen Stimmen aus dem Umfeld? Wieso sollte YB in der Rückrunde geschwächt sein, wenn die Abgänge bereits feststehen?

Ich denke, dass eher das Gegenteil der Fall sein wird. Seydou Doumbia hat jetzt Ruhe. Die täglichen Medienberichte und die Transfergerüchte werden verstummen. Der Ivorer kann sich nun auf den Fussball konzentrieren und wird dies auch machen. Das Gleiche gilt für Yapi, sofern er bald einmal den neuen Vertrag unterschreibt.
Die beiden wissen, was sie YB zu verdanken haben und werden sich dementsprechend den Allerwertesten aufreissen um YB diesen lang ersehnten Titel zu holen. Zudem ist im Juli noch WM und die zwei können sich nur durch äusserst starke Leistungen Hoffnungen auf ein Aufgebot ausrechnen.

Deshalb gehe ich davon aus, dass sich diese beiden frühzeitig geklärten Abgänge noch sehr positiv auf den weiteren Saisonverlauf auswirken werden.

Sportschau – Aus aktuellem Anlass

20. Januar 2010 um 09:00 von admin in der Kategorie Sportshow

gaeubschwarz.be trägt heute aus Respekt für die Opfer von Haiti Trauerflor.
Weil wir aber nicht hauptsächlich auf die Situation eingehen wollen (das machen die Medien schon), haben wir uns mal den haitianischen Fussball etwas näher angeschaut.
Als Nationalmannschaft gibt es für Haiti nur wenige Erfolge zu verzeichnen. Zwei Mal standen die haitianischen Kicker im Viertelfinale des Concacaf Gold Cup (Cup der nord- und zentralamerikanischen und karibischen Fussballföderation) und 1974 schaffte es das Team des damaligen Trainers Antoine Tassy sogar an die Weltmeisterschaft in Deutschland. Allerdings kam das Team nicht über die Qualifikationsrunde hinaus.
Die erfolgreichsten und bekanntesten Teams des Landes sind: Baltimore Sportif Club, Racing Club Haitien, Violette Athletic Club. Racing ist dabei mit 10 Meisterschaftstiteln der Rekordmeister Haitis. 1963 gelang dem Club auch der Sieg im Concacaf Champions Cup.
Nur wenige haitianische Spieler haben es in die europäische Fussballwelt geschafft.
Aktuell spielt Jean-Jacques Pierre als Verteidiger beim FC Nantes in der französischen Ligue 2. In der Nationalmannschaft ist Pierre einer der grossen Leistungsträger.
Vielleicht wär das ja mal was…?

Lingani/Morello

19. Januar 2010 um 09:00 von Pele in der Kategorie YB

Anlässlich des Testspiels vom vergangenen Samstag, konnte man von den beiden Neuzugängen Hassan Lingani und Giuseppe Morello einen ersten Eindruck erlangen.

Hassan Lingani spielte in der ersten Halbzeit hinten rechts, Zusammen mit Dudar und Schneider.
Allzu oft trat er nicht in Erscheinung, die meisten seiner Zweikämpfe gewann er und seine Spieleröffnung war ganz passabel.
Der erste Eindruck wurde durch den verschuldeten Penalty vor dem 0:1 getrübt.
Was weiter zu beachten ist: Er hat einen unglaublich komischen Laufstil. Schwer zu beschreiben an was oder wen dieser erinnert – und langsam wirkte er dadurch auch nicht. Aber es dauert schon ein paar Minuten bis man sich daran gewöhnt hat.

Giuseppe Morello kam in der zweiten Halbzeit als Mittelstürmer zum Einsatz, neben ihm agierten Doumbia und Khaled Gourmi. Er bewies eine gute Technik und man konnt bereits erkennen, wieso er als (hoffentlich) Torjäger geholt wurde. zwei- dreimal stand er am richtigen Ort oder war zumindest auf dem richtigen Weg. Nach einer ersten Gelegenheit, bei der er den Schuss aber leider verzog, wurde er herrlich von Doumbia in Szene gesetzt. Einige Minuten später reagierte er am schnellsten auf einen freien Ball im Strafraum – doch Torhüter Stulz reagierte für einmal hervorragend und vereitelte den ersten Treffer für den neuen YB-Stürmer.

Es ist sicher noch zu früh um die beiden Neuzugäng definitiv einzuschetzen, dafür war das Testspiel noch zuwenig und die Spieler indes erst eine Woche im Mannschaftstraining integriert. Interessant werden die allfälligen Einsätze im Testspiel gegen Winterthur (mit Captain Rainer Bieli) nach dem Trainingslager – und eventuell dann im Rückrundenauftakt in Basel.

Fanlokal = Pforte zur Hölle

18. Januar 2010 um 17:20 von Biber in der Kategorie Getackelt

Jeden Montag wird unter “getackelt” das verbale Bein ausgefahren und der Gegenspieler vom Ball getrennt. Manchmal fair, manchmal nicht, aber immer auf den Ball gespielt.

Der geneigte Zeitungsleser konnte letzte Woche in Erfahrung bringen, dass das Fanlokal für die Anhänger des BSC Young Boys nicht nur einen Rückschlag, sondern eher Schiffbruch erlitten hat. Der Grund dafür ist eine, im Zent-Areal ansässige Firma, die sich erfolgreich gegen das Vorhaben der  Fans gewehrt hat in ihrer unmittelbarer Nähe ein Fantreff zu eröffnen. Winkelriedgleich verhinderte diese Firma, dass sich alkoholisierte Hooligans im und auf dem Areal breit machen und allerlei Sachbeschädigungen begehen. Man kennt es ja nicht anders aus den Medien. Welche seriöse Firma möchte mit solchen Menschen zu tun haben? Keine. Auch nicht Mastercard, OBI, Novartis und wie die nicht zuletzt auch durch den Fussball bekannten Firmen alle heissen. Und klar ist auch, dass man mit solchen Menschen wie Fussballfans gar nicht erst zu reden braucht. Wozu auch?

Unsere Heldin des Zent-Areals heisst Pinplus. Pinplus ist ein Spin-off der Berner Fachhochschule. Sie bezeichnet sich auf ihrer Homepage als innovativ und kreativ. Wir können das nur bestätigen, denn wie sonst hätte Pinplus das Fanlokal im Eigenregie verhindern können? Verhinderung und Verweigerung des Dialogs sind bekanntlich besonders kreative und innovative Formen des Schaffens. Wir können nur gratulieren.

Von Schiris, Senf und 5-Gängern

15. Januar 2010 um 09:00 von Pele in der Kategorie Gelbschwarze Karte

„Schiri“ ist ein junger und ambitionierter Schiedsrichter aus der Region. Er wird uns in regelmässigen Abständen Anekdoten aus der Welt der Regionalfussball-Schiris berichten und wird unklare Referee-Entscheidungen aus der grossen Fussball-Welt aufschlüsseln.

Als ich von Pele zum Bloggen auf dieser Seite angefragt wurde, war ich gleichzeitig geehrt und unsicher:
Darf ein Schiri sowas grundsätzlich überhaupt? Was soll ich bloss schreiben?

Meine Gedanken kamen grundlos zu Frau N.P. und der „Schnegge-Check“ bot sich an, ich entschied mich aber LJ dies zu überlassen und bin gespannt, ob er meinen Steilpass annimmt… (obwohl er in am Fanturnier immer wieder bewiesen hat, dass ihm die Ballkontrolle erhebliche Schwierigkeiten bereitet).
So belasse ich es für heute bei einigen kleinen Stories mit weniger Gehalt und werde dann versuchen in der Saison auf aktuelle Anlässe einzugehen. Jedenfalls ein „Danke“ an Pele für die Anfrage, es ist mir eine grosse Freude, hier ein wenig aus dem Leben eines Schiris plaudern zu dürfen.

Hier einige Gedanken:
Ein Einsatz in Romont bedeutet immer das grosse Bangen um die eigene Ausrüstung. Wenn man als Schiedsrichterassistent auf der Seite der Buvette im Einsatz steht, sollte der SRA 1 (Schiedsrichterassistent, d.red.) immer versuchen, den Schiri zu überzeugen, heute das gelbe Leibchen zu tragen. Es ist schlicht das einzige Leibchen, das man die ganze Saison senfverschmiert tragen kann. Das Publikum hinter dem Assistent ist so nahe am Geschehen, dass die Zuschauer beim „Wurst-in-den-Senf-Prozess“ gleich dem „Fähnlima“ eine Portion abgeben. Wenn Romont in Rückstand gerät, hat man sowieso den halben Fribourger-Senf-Vorrat am Dress… Diesbezüglich sind Matches in der Ostschweiz vorteilhaft…

Anders läuft es in Dornach: die Spiele dort sind zwar auch immer eher schwierig und sehr emotional (das letzte Mal zeigte der Schiri zehn gelbe und zwei rote unter den Augen von Uli Forte) , aber statt die Schiris während dem Spiel mit Essen zu bewerfen, servieren sie dem Trio an einem im Clubhaus reservierten Tisch einen unglaublichen 5-Gänger, egal wie das Spiel ausging. Da geht man gerne wieder hin!

Schön ist auch, wenn man in der Region Bern einen Platz betritt und es heisst: „ah super lue iz, du wieder mau, das freut mi iz, mau wieder e guete Schiri“. Nach einer Niederlage heisst’s dann: „Es isch jedes mau z gliche we du chunnsch huere gopfertammi!!!“. Ein Trainer von dieser Art (ca. 97% funktionieren so) hielt früher im Wankdorf übrigens den Kasten dicht und ich jubelte ihm dabei zu. Ich mag ihn eigentlich heute noch, aber ich glaube er wünscht sich, dass ich mich dort in einen See stürze, wo er am tiefsten ist… Das wäre übrigens noch einer fürs Donnerstags-Quiz .

Der geneigte Leser denkt sich jetzt, warum zum Teufel wird man denn eigentlich Schiri? Das kann‘s doch nicht sein, am Wochenende quer durch die Schweiz zu reisen, um ein paar Beleidigungen und ein paar Fränkli abzuholen?! Ich kann euch nur sagen, dass man es selber erleben muss, um genau nachvollziehen zu können, was der Reiz dieses HOBBYS ist. Als Schiri baust du dich an kleinen Freuden auf, man freut sich über ein „merci“ nach dem Spiel oder auf das Abklatschen mit den Kollegen in der Garderobe, nachdem ein Spiel gut über die Bühne ging. Oder die Gratiswurst (mit Senf!) am Fanclubturnier.

Ich liebe meine Herausforderung: 22 unterschiedliche Charaktere auf dem Platz, die beiden Trainercrews, Ersatzspieler, Zuschauer, Schiedsrichterinspizienten und je höher die Liga, kommt noch die Presse (in Bern sind ab der 2. Liga sind fast immer Journis dabei) : das gibt Zielkonflikte! Ausserdem können die zuvor genannten Komponenten eines Matches genau das, was ich heute mache, alle viel besser als ich und dennoch entscheiden sie sich, es nicht zu tun.

Sich innerhalb dieser Kontroversen zu bewegen (damit meine ich auch die rund 10 km Laufarbeit pro Spiel) und versuchen so gut wie möglich daraus herauszukommen, das finde ich spannend und das ist mein Antrieb, wenn ich mal wieder eine Diät mache oder am Mittwoch bei Minus 100 Grad nach dem Feierabend um 20.30 noch einen Lauf durch halb Zollikofen absolviere, weil ich ja konditionell noch fit sein sollte…

Und dann denk ich wieder an den 5-Gänger in Dornach, und meine Beine werden schneller.