Sportshow – Ja was den nun…

3. Februar 2010 um 12:00 von admin in der Kategorie Sportshow

Von Polizisten, Kommentatoren, Politikern aller Ausrichtungen und Stadionbetreibern haben wir es schon gehört:
Pyros gehören nicht zum Sport und haben da auch nix zu suchen.
Nun fragt sich aber der geneigte Leser, welcher das nächtliche Skirennen in Schladming verfolgt hat, was denn da los war.
Waren das am Pistenrand etwa grelle Taschenlampen?
Nein, es waren eindeutig schöne bengalische Fackeln welche den Zauber in den Nachthimmel gebrannt haben.
Die TV-Kommentatoren hatten ihre helle Freude an der „super Stimmung“ und keiner verlor auch nur ein Wort darüber, dass die Leute die solche Fackeln abbrennen nur Pyromanen, Wahnsinnige und Randalierer seien.
Da kann es schon sein, dass  sich der eine oder andere im falschen Film wähnt. Wie war das?
Der östereichische Kurier hat das Thema auch aufgenommen und schreibt zum Schluss:

„Vielleicht waren aber auch einfach nur unheimlich viele Zuschauer entlang der Strecke „in Bergnot“. Denn für Berg- und Seenotsignale sind keinerlei Berechtigungen erforderlich. “

Nun könnte man sich fragen welche Not man den im Stadion vorschieben könnte, um legal ein kleines Feuerwerk der Freude zu entzünden…
Das mit unterschiedlichen Ellen gemessen wird ist sicher seither klar.
Ich warte auf den Moment in dem wieder einmal ein  Kommentator sich dazu bekennt die Show etwas cooles zu finden.
Denn sicher gehandhabt ist eine solche  Fackel es ein tolles Bild am Match!

Sonderausgabe „Getackelt“- aus aktuellem Anlass

3. Februar 2010 um 10:30 von Pele in der Kategorie Getackelt

Jeden Montag wird unter “getackelt” das verbale Bein ausgefahren und der Gegenspieler vom Ball getrennt. Manchmal fair, manchmal nicht, aber immer auf den Ball gespielt.

Lieber Andy Egli (ich darf doch Du sagen?),

Du warst ein beinharter Verteidiger und hast trotz bescheidenem Talent eine respektable Karriere vorzuweisen. Ich schätze solche Typen sehr. Auch Deine Ausbildung als Trainer ist respektabel und es ist mir (wirklich!) ein Rätsel, weshalb zu schon seit längerem ohne Team dastehst.
Zusammen mit Gilbert Gress machst Du deine Sache als TV-Experte eigentlich auch nicht schlecht, zumindest bist Du mir lieber als der olle Kubi oder der noch ollere Kaenzig.

In der heutigen Ausgabe vom „Blick“, vergleichst Du anlässlich des Rückrundenstarts die beiden Verteidigungen von Basel und YB.

Deine Bilanz fällt überraschend aus: Du schätzt die Abwehr der Basler stärker ein. Das ist natürlich Dein gutes Recht und mit einer plausiblen Erklärung würde ich das sogar verstehen. Aber Deine Gründe sind doch ein wenig konfus:
– Die emotionale Ebene sei in diesem Fall entscheidend. Der FCB komme von ganz hinten und habe eine Riesen-Serie hingelegt (wurde übrigens von YB gestoppt, munkelt man).
– YB werde dem Druck nicht standhalten, weil sie die ganze Saison vorne liegen. Hä?
– Petkovic habe eine sehr stabile Mannschaft, spiele fast immer mit derselben Aufstellung und einer Dreier-Kette. Das birge Gefahren. Hä?
„Spieler wie Huggel, Streller und Stocker haben das absolute Sieger-Gen. Und als auch noch Alex Frei zum FCB wechselte, war mir klar: Die Basler werden Meister“. Das ist ja alles schön und gut, doch was hat das mit dem Vergleich der beiden Verteidigungen zu tun?

Versuchen wir doch mal zusammen, eine gehaltvollere Analyse durchzuführen.

Individuelle Stärke:
Mit Emiliano Dudar spielt der zurzeit beste Verteidiger der Liga in Bern. Dazu kommt mit François Affolter ein grosses Talent, welches wohl in seiner Altersklasse unangefochten die #1 ist. Der Abgang von Ghezal ist sportlich gewiss ein herber Verlust, jedoch buhlen gleich mehrere Spieler um die freie Position. Dies gibt dem Trainer die Möglichkeit nach Leistung auszuwählen und einen gesunden Konkurrenzkampf zu lancieren.

Bei Basel haben wir den lange verletzten Abraham, welcher Majstorovic nie ersetzen konnte. Cagdas, der seine Arbeit solide aber nie überragend verrichtet, und auf den Aussenpositionen den soliden Safari und den noch ungestümen Inkoom.

System:
Du erklärst, dass die Dreier-Abwehr (je höher das Niveau ist) problematisch werde und die Viererkette im taktischen Bereich einfacher zu trainieren sei.
Erklären willst Du das anhand den Beispielen Bilbao-Rückspiel und Cupfinal.
Wenn man, wie beim Spiel gegen Bilbao, etwa 8-10 Chancen nicht nutzt, dann verliert man auch mit einer 6-er-Kette. Und eine Niederlage im Cup dem System zuzuschreiben, ist doch recht hanebüchen.
Kleiner Denkanstoss: In Bilbao hat eine Dreier-Abwehr zu 0 gespielt. Und im Cuphalbfinale spielte YB auch zu 0, dies gegen… Basel. So viel zum Thema „höheres Niveau“.

Organisation:
Dazu sagst Du kaum etwas. Doch gerade von Dir als diplomierter Fussballlehrer erwarte ich, dass Du das Abwehrverhalten als gesammtheitliches Mannschaftsverhalten analysieren kannst:
In der Rückwärtsbewegung rücken die beiden äusseren Mittelfeldspieler nach hinten (Degen, Sutter) dadurch wird aus der Dreier- schnell mal eine Fünfer-Kette. Wenn diese Spieler dies konstant und zuverlässig machen (wie Sutter und Degen das tun), dann hat jeder Gegner Mühe. (Dabei habe ich die beiden ZM Hochstrasser und Yapi noch nicht einmal erwähnt).

Ich bitte Dich, am Sonntag mal darauf zu achten, wie viel Defensivarbeit ein Carlitos und ein Stocker leisten (welche Voraussichtlich auf den Flügeln spielen werden). Klar: Ein anderes System. Aber Du kannst doch einer eingespielten Dreier-Kette nicht die Tauglichkeit in wichtigen Spielen abschreiben?
Ansonsten bitte ich Dich, bei Gelegenheit mal die Torstatistiken der Hinrunde zu studieren. Lesen kannst Du ja.

Wenn Du willst, kannst Du mich für zukünftige Analysen anrufen. Wir setzen uns dann zusammen und ordnen unsere (respektive Deine) Gedanken. Danach erstellen wir eine THEMENBEZOGENE Analyse und schicken Sie anschliessend dem Blick. Du wirst sehen: So schnell wird man vom proletigen SF-Laferi zum kompetenten Taktik-Experten.

Alles Gute bei der Stellensuche und liebe Grüsse,

Dein Pele