Alain Baumann: Momentaufnahmen vom Richtig- und Falschmachen

6. August 2009 um 05:30 von Biber in der Kategorie YB

Bern, Wankdorfstadion, 20. Mai 2009, 23:00 Uhr. Eben war das Finalspiel des Schweizer Cup zu Ende gegangen. Für Fans des BSC Young Boys wird dieser warme Frühlingsabend (einmal mehr) als herbe Enttäuschung in Erinnerung bleiben. Dabei hatte alles an diesem Tag so gut angefangen. Seit der packenden Finalqualifikation gegen den FC Basel war YB das Gesprächsthema Nummer eins in Bern. Gelb war seit dem frühen Nachmittag die dominierende Farbe in der Stadt und die Fans demonstrierten eindrücklich ihre Kraft mit einem farbenfrohen und lauten Marsch zum Stadion. Kurz: Alles schien bereit, endlich wieder, nach langen Jahren des Wartens ein schönes und erfolgreiches Kapitel in der langen Tradition des Vereins zu schreiben. Nur der wichtigste Akteur – die Mannschaft – war es offensichtlich nicht. Die Spieler liessen alle Qualität vermissen, die sie normalerweise so stark gemacht haben. Das Resultat kennen wir, es war die verdiente Niederlage 2-3 nach einer glücklichen 2-0 Führung.

Szenenwechsel

Bern, gleicher Ort, 2. August 2009, 19:00 Uhr. Mit einer soliden aber nicht überragenden Leistung war eben GC Zürich besiegt worden. Zwar war den Spielern die Müdigkeit vom schwierigen Auswärtsspiel in Bilbao anzumerken, aber konzentriert ging es zur Sache und es resultierte ein verdienter Sieg. YB führt damit die Tabelle souverän an und hat heute Abend die Möglichkeit mit einem Unentschieden einen europäischen Top-Klub aus dem internationalen Wettbewerb zu werfen. Längst sind die Kritiker verstummt. Wir nehmen mit Freude zu Kenntnis, dass in Bern eine Mannschaft spielt, die Grosses leisten kann. Und damit meinen wir nicht die Teilnahme an einem weiteren Cupfinal oder den „guten“ zweiten Platz in der Meisterschaft. Jene Akteure, die noch vor gut zwei Monaten die Buhmänner waren, gelten heute als Baumeister des Erfolges. Stellvertretend nehmen wir den Sportchef Alain Baumann. Noch kurz vor Saisonbeginn machte er aus Sicht mancher Fans und Reporter so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann: Kultspieler Thomas Häberli wurde ebenso aussortiert wie Varela und auch der sympathische und solide Verteidiger Miguel Portillo wurde trotz laufendem Vertrag in die Wüste geschickt. Stattdessen holte man Spieler, denen viele nicht zutrauten, eine Verstärkung darzustellen. Von den umjubelten teuren Rückkehrern wie Frei, Vonlanthen und Yakin wurde keiner nach Bern geholt. Alain Baumann ist aber trotz, zum Teil harrscher Kritik, seinen Weg unbeirrt gegangen. Zudem hat er – das dürfen wir hier ruhig einmal anerkennen – offenbar aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Heute haben wir mit Doumbia den wohl auffälligsten Einzelspieler der Liga und mit Yapi den besten Spielmacher. Aber auch Spieler wie David Degen, Alberto Regazzoni oder selbst Torhüter Marco Wölfli trauen wir zu, ein Spiel zu entscheiden. Die Verteidigung wirkt stilsicher und ist nun seit drei Spielen ohne Gegentor. Zu allem dazu hat bei YB ein neues Selbstverständnis Einzug gehalten. Ein Verkauf von Seydou Doumbia wird zum Beispiel kategorisch ausgeschlossen. Und der Höhepunkt war wohl der Trainer, der vor dem Spiel in Bilbao offen einen Sieg als Ziel deklarierte. Und hielt, was er versprach. Wir hoffen natürlich, dass auch die Aussagen betreffend Doumbia mehr als Lippenbekenntnisse sind.

Fussball ist ein kurzlebiges Geschäft. Diese Tage vermutet man das Sieger-Gen (O-Ton einer Berner Tageszeitung) bei den YB. Schon Morgen kann aber alles anders sein und die gleichen Reporter ziehen wie ein Strafgericht über den Klub her. Alain Baumann muss sich weiter beweisen. Die Mannschaft ist gut, aber nicht perfekt. Zudem müssen wichtige Akteure wie Yapi und Doumbia gehalten werden. Die Richtung stimmt und – egal wie das Spiel heute ausgeht – nicht alles was heute richtig ist, wird Morgen falsch sein. Und wir stellen fest, dass heute sehr viel richtig ist.

Mini-Bilanz

5. August 2009 um 09:00 von Pele in der Kategorie YB
archiv 2008/09:

Klassischer Fehlstart, mit den Niederlagen gegen Basel, Sion, Zürich und dem tristen 0:0 gegen Vaduz. Diese Tabelle (und wohl noch einige andere Dinge) kosteten Martin Andermatt den Kopf. Die Saison beendete man auf Rang zwei, nach einer deutlichen Steigerung und einer langen Serie ohne Niederlage (15 Spiele von Ende August bis Mitte März).

2009/10:

YB ist das einzige noch ungeschlagene Team. Nach dem Startsieg gegen den amtierenden Meister, folgten ein Remis gegen den Aufsteiger und zwei Zu-Null-Siege gegen Aarau und GC. Nun wird sich zeigen, wie sich das Team von Trainer Petkovic gegen die übrigen Mannschaften wie Bellinzona Luzern, Xamax, Basel und Sion schlägt – und dann wird an dieser Stelle nach dem ersten Meisterschaftsquartal wieder Bilanz gezogen.

Aktuell

Einfach nur geil!

30. Juli 2009 um 23:54 von Biber in der Kategorie YB

Gewonnen! Mehr folgt Morgen. Heute feiern wir einfach nur.

Aues geili Sieche!

Die Saison 2009/2010 – Vorschau

11. Juli 2009 um 05:30 von Pele in der Kategorie YB

Am Dienstag, 14.07.2009 starten die Young Boys in die neue Saison.

Aus diesem Anlass werden wir auf gaeubschwarz.be diese Woche den neuen Kader unter die Lupe nehmen, und in einer 5-teiligen Serie gnadenlos beurteilen.

 

Heute

Der Trainer

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YB lag gerade am Tabellenende. 1 Punkt aus den ersten drei Spielen – das reichte um den bisherigen Trainer (und Vize-Meister) Martin Andermatt zu entlassen.

 

tr_petkovicAn der Pressekonferenz vor dem Xamax-Spiel wurde mit Vladimir Petkovic der neue Trainer vorgestellt. Dieser hatte zuvor die AC Bellinzona in die Super League geführt und erreichte als B-Ligist gar den Cupfinal. Nun, was sagt so ein Trainer, der den Tabellenletzten übernimmt? Ja genau: „Ich will mit YB Meister werden. Wenn nicht diese Saison, dann halt in der nächsten.“ Bumm, das hat gesessen. Meist haben Übungsleiter in Bern kaum eine Chance, länger als 1,5 Saison an Ihren Zielen zu arbeiten. Doch so nah wie Petkovic, kam bisher noch keiner. In keiner ganzen Saison erreichten wir den Cupfinal, wurden Vizemeister und gelten in der nächsten Saison als einer der Topfavoriten auf den Titel.

Nun wird Petkovic seine erste ganze Saison in Angriff nehmen dürfen.

Mit dem letztjährigen Punkteschnitt von 2,22 pro Spiel (!!) führte er zumindest die Rangliste der Super League deutlich an.

Bleibt zu hoffen, dass man nun endlich einmal auf Kontinuität setzt und den Coach arbeiten lässt. Kurzschlusshandlungen nach 2 sieglosen Spielen sollte man tunlichst vermeiden – ein weiterer Umbruch würde die Titelträume wohl wieder um 2 Saison verschieben.

 

Mit seinem 3-4-3-System geht der Trainer ungewohnte Wege. Ein solches System wird in der Super League sonst nirgends gespielt. Klar ist auch, dass es vor allem für die Verteidiger und die Aussenspieler im Mittelfeld kein leichtes System ist. Die Abstimmung muss sich entwickeln, die Laufwege und taktischen Elemente müssen mehr trainiert und eingeübt werden als bei einem 4-4-2, welches jeder neue Spieler kennt.

In der Offensive verspricht diese Ausrichtung natürlich Spektakel – dass konnten die Young Boys bereits letzte Saison beweisen. Das ist auch eine Marschrichtung die den Zuschauern gefällt und bei entsprechenden Resultaten für Euphorie sorgt.

 

Fazit: Der Trainer ist innovativ und sitzt für YB-Verhältnisse fest im Sattel. Ein guter Saisonstart wäre Gold wert, ansonsten ist sein psychologisches Geschick mehr denn je gefragt. Gerne würde ich den Trainer als meisterlich einstufen, doch dazu fehlt ihm noch ein Titel, deshalb erhält er als Prädikat die neuste Wortschöpfung: Meisterschaftskandidaterlich

Die Saison 2009/2010 – Vorschau

10. Juli 2009 um 06:30 von Pele in der Kategorie YB

Am Dienstag, 14.07.2009 starten die Young Boys in die neue Saison.

Aus diesem Anlass werden wir auf gaeubschwarz.be diese Woche den neuen Kader unter die Lupe nehmen, und in einer 5-teiligen Serie gnadenlos beurteilen.

 

Heute

Die  Stürmer

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Der eine war über neun Jahre lang Publikumsliebling und Urgestein, der andere teilte mit seinem Verhalten auf dem Platz das Fanlager teilweise in zwei Lager: Mit Thomas Häberli und Carlos Varela hat YB im Sommer zwei Spieler abgegeben, die uns weniger in sportlicher Hinsicht als auf jeden Fall im menschlichen Bereich fehlen werden. Vor allem Häbigou – der dienstälteste – genoss ein grosses Ansehen bei den allermeisten Fans. Mit ihm identifizierten sich viele Zuschauer, da er als einer der wenigen auch schlechtere Zeiten bei YB miterlebt hat. Aber wie bereits erwähnt: Sportlich sind die beiden Abgänge durchaus verkraftbar.

 

Die Offensive – seit zwei Saisons das absolute Prunkstück der Young Boys (168 Tore in 72 Spielen!!!) – setzt sich in der kommenden Saison wie folgt zusammen:

 

 

07_doumbiaSeydou Doumbia: Der Torschützenkönig der letzten Saison, wird sich in dieser Saison vom Joker zum Stammspieler entwickeln und die Young Boys danach mit ziemlicher Sicherheit verlassen. Im ganzen Land scheint niemand daran zu zweifeln, dass der „Lord“ wieder an seine Leistungen der Vorsaison anknüpfen kann -> wir übrigens auch nicht! Mit seiner Schnelligkeit, seiner Technik und seinem unheimlichen Torinstinkt ist er klar der beste Stürmer der Liga – hoffen wir, dass er auch am 01. September noch bei uns weilt…

 

 

26_m_schneuwlyIrgendwie unterschätzt, irgendwie unkonstant, irgendwie immer für ein Tor gut, das ist Marco Schneuwly. Er hat nicht die Strahlkraft eines Doumbia, nicht das Renomee eines Häberlis, polarisiert nicht – und dennoch war er in der letzten Saison einer der erfolgreichsten Berner Scorer. Er ist ein Stürmer der sehr viel arbeitet, sich Bälle holt und seine Stärken vor allem mit dem Rücken zum Tor ausleben kann. In der Hinrunde traf beinahe nach belieben – in der Rückrunde wollte ihm nicht mehr soviel gelingen. Würde er einmal eine komplette Saison in der angedeuteten Konstanz abspulen – 15 Tore wären kein Problem. Hoffen wir, dass er es in dieser Spielzeit schafft.

 

19_colyMatar Coly lief noch nie im YB-Dress auf und hat noch nicht einmal seine Speielberechtigung erhalten. Zuerst muss noch der Streit mit den Scheichs von Al Wahda gelöst werden – anschliessen wird sich der Trainer ein Bild über die körperliche Verfassung machen und entscheiden, ob er uns bereits weiterhelfen kann. Ich rechne ehrlich gesagt nicht mit einem Einsatz in den ersten 3 Spielen – würde mich aber freuen, denn Coly bringt genau die körperlichen Voraussetzungen mit, die uns im Angriff noch fehlen.

 

 

23_regazzoniAlberto Regazzoni startete seine YB-Karriere unglaublich schlecht. Lustlos und vom Trainer übergangen war der ehemalige Natispieler in der Saison 07/08 ein einziges Ärgernis. In der vergangenen Saison sah man aber den Rega, denn man erwartet hatte: Einsatzfreudig, mit einem unheimlichen Laufpensum, ein mannschaftsdienlicher Wirbelwind – kurz um, es machte Spass im bei der Arbeit zu zuschauen. In der kommenden Saison muss er aber zwingend auch den Schritt zum Torjäger machen – sonst könnte ihm diese dürftige Quote plötzlich zum Verhängnis werden.

 

31_frimpongJoetex Asamoah Frimpong ist zurück! Der Publikumsliebling kehrt nach einer erfolgreichen Saison in Luzern zurück nach Bern, wo er sich endgültig durchsetzen will. Oder kehrt er nur zurück weil man ihn nicht loswerden konnte? Egal – Frimpong ist ein guter Stürmer, und gute Stürmer kann man immer brauchen. Mit seiner Schnelligkeit könnte er im 3-Mann-Sturm eine wahre Bereicherung sein. Es wird interessant zu sehen sein, ob er sich durchsetzen kann – und vor allem, ob man ihm die Chance gibt sich durchzusetzen. Kommentiert wurde die „Wiederaufnahme“ Frimpongs eher als Übergangslösung. Sollte bis am 31.08. ein Angebot ins Haus flattern, liesse man ihn wohl ziehen.

 

 

25_pascheAlexandre Pasche ist eine Empfehlung Chapuisats – allein dieses Verdikt adelt einen so jungen Stürmer. Das grosse Talent kommt aus Lausanne und hat sich in den ersten Testspielen als sehr spielfreudig und wirblig erwiesen. An ihm könnte man noch mal viel Freude haben – je nach dem zu wie viel Einsatzzeit der Junge kommt. Eine vielversprechende Verpflichtung für die Zukunft ist er aber in jedem Fall.

 

 

Fazit:  Bleibt Seydou Doumbia über den 31.08. hinaus bei YB und erhält Matar Coly zeitnah eine Freigabe – dann wird die Tormarke der vergangenen Saison wieder erreicht. Und 85 Tore sind meisterlich – diskussionslos!

 

 

Gaeubschwarz beginnt mit: Regazzoni – Schneuwly – Doumbia

Die Saison 2009/2010 – Vorschau

9. Juli 2009 um 07:30 von Pele in der Kategorie YB

Am Dienstag, 14.07.2009 starten die Young Boys in die neue Saison.

Aus diesem Anlass werden wir auf gaeubschwarz.be diese Woche den neuen Kader unter die Lupe nehmen, und in einer 5-teiligen Serie gnadenlos beurteilen.

 

Heute

Das Mittelfeld

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Der Motor und das Herz der Mannschaft ist seit jeher das Mittelfeld – das ist auch bei YB nicht anders. Kaum ein Mannschaftsteil ist bei den Bernern wichtiger als Zentrum – besonders bei einem System mit nur drei Verteidigern müssen die vier Mittelfeldspieler noch schneller umschalten.

Im Zentrum gab es bei YB keine Änderungen, dagegen wird auf den Aussenpositionen einiges anders.

 

10_yapiGilles Yapi – defensives Gewissen und offensive Antriebsfeder der Young Boys. Oftmals steht und fällt das Spiel mit seiner Leistung. Diese waren in der vergangenen Saison zum Glück oftmals überragend. Yapi kann ein Spiel im richtigen Moment beruhigen, und oftmals mit einem unerwarteten Seitenwechsel eine Abwehr komplett aus den Angeln heben. Er spielt zwar nicht so viele Steilpässe wie ein Yakin und grätscht auch nicht so viele gegnerische Angriffe ab wie ein Everson – dennoch ist er ein kompletter Spieler, der sowohl nach vorne wie auch nach hinten der unbestrittene Dirigent des YB-Orchesters ist. Seine Querpässe werde ihm oft vorgeworfen – dabei ist genau das die Gabe des Ivorers: ein Spiel im richtigen Moment beruhigen, einen Mitspieler in den Angriff mitziehen anstatt den Ball mit einem Risikopass wieder zu verlieren. Seine einzigen Schwächen sind der Torschuss (es kommt etwa jeder zehnte aufs Tor – der ist dann aber drin) und sein Körperbau. Um wirklich den Sprung in eine grosse Liga zu schaffen, ist er sehr wahrscheinlich zu klein.

 

22_hochstrasserDer junge Genfer Xavier Hochstrasser hat sich in den letzten Jahren vom Talent zum Leistungsträger entwickelt. Eine dankbare Arbeitsbiene, die Yapi und den Flügelspielern den Rücken freihält und ab und zu mit seinem unglaublich harten Schuss überrascht. Er dürfte langsam aber sicher noch mehr zum Führungsspieler werden – in der Captain-Hierarchie ist er ja bereits auf Platz 3.

Wenn er sich so weiterentwickelt, wird er früher oder später auch ein Thema für die Nationalmannschaft werden. Ebenso wird ein Wechsel von „Zaza“ in die Ligue 1 von Jahr zu Jahr wahrscheinlicher.

 

 

27_traoreYoussouf „Maestro“ Traoré – ein solcher Künstlername verpflichtet… Eine weitere Perle aus der Jugendakademie von Abidjian, der gegen Ende der letzten Saison vermehrt zum Einsatz kam. Technisch hat er sein Talent bereits angedeutet – und gegen Vaduz ist er nur knapp an seinem ersten Torerfolg gescheitert. Er wird als solider Backup sicherlich zu seinen Einsätzen kommen und weitere Fortschritte machen – und ein paar Kilo mehr auf den Rippen würden ihm sicher auch nicht schaden…

 

 

11_doubaiScouts von Manchester United und anderen Spitzenteams sollen vor etwas mehr als einem Jahr im Wankdorf gewesen sein – nur wegen ihm! Thierry Doubaï gilt als eines der grössten Talente das je in der Schweiz gespielt hat, man munkelte bereits von Markwerten von 10 Mio und mehr. Leider können wir dieses Juwel seit nunmehr über 15 Monaten nicht mehr bewundern. Die Walliser Knochen- und Bändermühle hat seine Karriere jäh unterbrochen. Nachdem er seinen Kreuzbandriss Ende Herbst 08 auskuriert hatte, landete er nach den ersten Einsätzen im U21-Team gleich wieder beim Arzt. Offenbar waren die Bänder wieder verletzt – und wir warten seither immer noch auf seine Genesung.

Komm bald wieder zurück, Thierry!

 

21_degenEiner der langsam an die Leistungen heran kommt, die man von ihm erwartet, ist David Degen. Nach dem Abgang von Schwegler und Varela, gibt es auf der rechten Seite genügend Platz für ihn – diesen muss er jetzt aber nutzen! Sollte es definitiv „klick“ machen und er ruft endlich sein Potential ab, dann werden wir an ihm sehr viel Freude haben – andererseits müsste man sich von ihm trennen.

 

 

 

08_sutterScott Sutter ist der Neuzugang auf den Aussenpositionen. Der designierte Nachfolger von Chrigu Schwegler hat in den Testspielen bereits sein Potential angedeutet. Ein richtig „geiler“ Spieler, der sowohl offensiv aber auch defensiv Gas gibt. Ich wage bereits jetzt die Prognose, dass er sich in kurzer Zeit zum Publikumsliebling mausern wird – solange er von den Verletzungen verschont bleibt, die ihn bis zuletzt ausser Gefecht gesetzt hatten.

 

 

03_liechtiAaron Liechti kehrt von Biel zu den Gelbschwarzen zurück. Er wird wegen der Verletzung von Raimondi und Bastians Abgang als Ergänzung auf der linken Seite sicher einige Einsätze erhalten. Bleibt die Frage, ob auf dieser Position eventuell doch noch etwas gemacht wird (Johan Vonlanthen?) – wenn ja, dürfte Liechti schnell wieder an einen kleineren Klub abgegeben werden.

 

 

 

16_raimondiLeider wird Mario Raimondi die ersten Wochen, bzw Monate verpassen: Er muss sich einer Operation an der Achillessehne unterziehen und fällt längere Zeit aus. Ein herber Verlust, war er doch in der letzten Saison einer der Topscorer und die Zuverlässigkeit in Person. Bleibt zu hoffen, dass er bald wieder an seine Form anknüpfen kann. Gute Besserung, Mändu!

 

 

 

14_schneuwly32_freyVon Biel, resp Thun kommen die beiden Jungspunde Christian Schneuwly und David Frey zu YB. Schneuwly hat bei YB bereits im Nachwuchs gespielt und dürfte vereinzelt zu Einsätzen kommen. Für das grosse Talent Frey wird es jedoch schwierig werden, sich in der ersten Mannschaft zu etablieren. Mit seinen 18 Jahren hat er aber noch genügend Zeit sich durchzusetzen.

 

Fazit: Mit Yapi und Hochstrasser spielt eines der besten (wenn nicht Das beste) MF-Duo bei YB. Dazu noch das Potential auf den Aussen mit Sutter und Degen, einige junge hungrige Spieler und die verletzten Doubaî und Raimondi noch im Köcher -> viel besser gehts eigentlich nicht. Viel hängt davon ab, wie schnell sich Scott Sutter im 3-4-3  zurechtfindet und ob David Degen sein Talent mal ausschöpfen kann. Sollte dies funktionieren, wäre dies herrvoragend, evtl sogar meisterlich?

 

Gaeubschwarz beginnt mit:  Sutter – Yapi – Hochstrasser – Degen

Die Saison 2009/2010 – Vorschau

8. Juli 2009 um 07:30 von Pele in der Kategorie YB

Am Dienstag, 14.07.2009 starten die Young Boys in die neue Saison.

Aus diesem Anlass werden wir auf gaeubschwarz.be diese Woche den neuen Kader unter die Lupe nehmen, und in einer 5-teiligen Serie gnadenlos beurteilen.

 

Heute

Die Verteidigung

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Die letzten beiden WM, resp EM-Turniere haben es gezeigt: Weltweit steht die Defensive im Vordergrund. Die meisten Teams liefen mit einer Vierekette und zwei Sechsern auf. Oftmals musste dafür ein Stürmer weichen – ein 4-5-1 war das Non-Plusultra. Nicht so bei den Young Boys: Seit Vladimir Petkovic das Zepter übernommen hat, wird mit einem offensiven 3-4-3 gespielt. Damit konnte sogar die starke Torquote vom Vorjahr (82) überboten werden (85).

Spielt ein Team offensiv, so leidet zwangsläufig die Arbeit für die Verteidiger. Trotz der beiden zentralen Mittelfeldspieler und den Halbpositionen (Schwegler/Raimondi), die in diesem System als moderne Aussenverteidiger eingesetzt werden, kassierte man in den wichtigen Spielen zu viele Gegentore. Nicht nur deshalb gilt die 3-er Abwehr der Berner als grösste Baustelle.

Mit der Verpflichtung von drei neuen Verteidigern soll dies nun behoben werden. Folgende Spieler werden in der kommenden Saison für das defensive Wohl des Teams verantwortlich sein:

 

 

02_ghezalSaif Ghezal wurde vor 1,5 Jahren als Abwehrchef verpflichtet. Obwohl er meist solide agiert, hatte er phasenweise böse Aussetzer, die einem so wichtigen Spieler nicht passieren dürfen. Abgesehen davon, ist er mit seiner Torgefährlichkeit und seiner Zweikampfstärke eine Eckpfeiler dieser jungen Mannschaft. Besonders in der Rückrunde agierte er sehr konstant und hat sich definitiv zu einem Leistungsträger entwickelt. Ob er jemals in die Rolle des klassischen Abwehchefs hineinwachsen kann, bleibt unklar.

 

 

 

20_affolterAls frischgebackener U18-Schweizermeister und nach wenigen Spielen in der U21, lief François Affolter plötzlich als Stammspieler in der Super League auf. Was für viele junge Spieler lähmend wirken könnte, bewältige der junge Bieler unglaublich souverän. Seine Ruhe und Abgeklärtheit erinnerte zuweilen an einen Routinier, seine Pässe kamen meist ans Ziel und ab und zu lebte er seine jugendlich Übermut mit einem dreisten Dribbling im eigenen Sechzehner aus. Wenn ein junger Stürmer sich auf Anhieb in der höchsten Liga etabliert, ist dies zwar auch beachtlich – jedoch „einfacher“, da 1-2 Tore reichen um positiv auf sich aufmerksam zu machen. Wenn sich jedoch ein 18jähriger Verteidiger zum Newcomer des Jahres mausert, grenzt dies an eine Sensation. Obwohl er im Laufe der Rückrunde den einen oder anderen Lapsus zu verzeichnen hatte, darf man angesichts seines Alters beide Augen zudrücken, denn in Affolter haben wir wohl eines der grössten Verteidigertalente der Schweiz in unseren Reihen.

 

 

34_mardassiIssam Mardassi kann man nur schwer einschätzen. Im Spiel am Montag gegen Schachtjor wirkte er nicht immer souverän, sah beim 1:0 schlecht (resp. langsam) aus. Auch sonst machte er noch keinen souveränen Eindruck. Die körperlichen Anlagen, sowie die Kopfballstärke sind vorhanden – alles andere wird sich weisen. Mit Saif Ghezal hat er immerhin einen Landsmann in den eigenen Reihen, der ihm die Integration vereinfachen kann.

 

 

 

13_depierroDer junge Schlacks Adriano De Pierro überzeugt in den ersten Testspielen mit souveränen Auftritten. Er verlor kaum einen Zweikampf, integrierte sich schnell in die nicht einfach zu spielende 3er-Kette und überzeugte auch mit seinen Zuspielen. Für eine definitive Beurteilung fehlen sich noch Spiele gegen wirklich starke Mannschaften, zudem wird er in der Hierarchie wohl weit unten eingereiht werden. Allerdings traue ich ihm zu, seine Chance zu nützen – sollte er diese auch erhalten. Als junger Backup sicher eine gute Verpflichtung.

 

 

05_dudarNach der Flucht aus dem Tessin, bestritt Emiliano Dudar nun seine ersten beiden Spiele für die Young Boys. Anhand des gestrigen Auftrittes gegen Schachtjor, ist Dudar eine klare Verstärkung für die Abwehr. Sehr zweikampfstark und einige hervorragende lange Bälle. Klärte zweimal in Extremis ohne ein Foul zu begehen und leitete anschliessend diverse Angriffe ein. Je einmal pro Halbzeit brachte er sich aber selber in Bedrängnis, als er den Ball nicht wegbrachte, resp. den eigenen Mitspieler abschoss. Nach zwei Spielen kann man ihm aber die mangelnde Abstimmung mit den Mitspielern noch verzeihen. Sehr positiv: Dudar organisierte bereits lautstark, versuchte die Abwehr zu führen und hatte keine Probleme damit, auch mal einen arrivierten Spieler zurecht zu weisen.

 

04_schneiderEnttäuscht hat letzte Saison vor allem Marc Schneider. Als Routinier verpflichtet (immerhin mit zwei Meistertiteln im Gepäck), konnte er der Abwehr nie die gewünschte Stabilität verleihen. Oftmals war er mehr mit sich selber beschäftigt und seine technischen Mängel kamen mehr als einmal zum Vorschein. Wohlgemerkt: Nicht alles war schlecht und Schneider hat auch gute Spiele absolviert – aber von ihm muss ganz klar mehr kommen, in jeder Hinsicht! Ob er die Möglichkeit erhält, diese Steigerung zu demonstrieren ist fragwürdig – eine Stammplatzgarantie hat er definitiv nicht!

 

 

Fazit: Von durchschnittlich bis sehr gut ist eigentlich alles möglich. Sollten die Neuzugänge im Stande sein, die Abwehr zu stabilisieren, so kann mit einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr gerechnet werden. Ansonsten wird die Abwehr DIE grosse Baustelle bleiben.

 

geubschwarz beginnt mit: Dudar – Ghezal – Affolter

Die Saison 2009/2010 – Vorschau

7. Juli 2009 um 08:21 von Pele in der Kategorie YB

Am Dienstag, 14.07.2009 starten die Young Boys in die neue Saison.

Aus diesem Anlass werden wir auf gaeubschwarz.be diese Woche den neuen Kader unter die Lupe nehmen, und in einer 5-teiligen Serie gnadenlos beurteilen.

Heute

Die Torhüter

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Wenn es bei den Berner Young Boys eine Position gibt, auf welcher in keinster Weise Handlungsbedarf besteht, dann ist dies sicher diejenige des Torhüters.

01_woelfliMarco Wölfli hat sich in den letzten drei Jahren zu einem der besten Schweizer Torhüter entwickelt und debütierte Anfang 2009 endlich im Tor der Nationalmannschaft. Der ehemalige Junioren-Natigoalie-Dauerbrenner brauchte einige Zeit länger als seine ehemaligen U21-Kollegen (Frei, Barnetta, etc) um sich definitiv in der Beletage des Schweizer Fussballs zu etablieren. Das Talent war zweifelsfrei immer vorhanden, jedoch geriet Wölfli wegen seiner fehlenden Konstanz immer wieder in die Kritik. Nun aber hat sich Wölfli definitiv als Nummer zwei der Schweiz durchgesetzt – nur Diego Benaglio steht ihm noch vor der Sonne. Dieser wurde vor einem Monat gerade deutscher Meister – ein Erfolg von dem Wölfli im Moment nur träumen kann. Mit YB reichte es vergangene Saison nur zum Vize-Double. Dies wird sicher ein Aspekt sein, welcher Wölfli eher früher als später in eine grosse ausländische Liga treiben wird: Das höhere Renommee, resp die Herausforderung in einer wichtigen Liga zu bestehen (und dabei evtl auch einmal einen Kübel gewinnen zu können) wird ihn sehr wahrscheinlich im Sommer 2010 den Arbeitgeber wechseln lassen.

Vorerst steht er aber noch bei YB im Tor und bleibt der gewohnt starke Rückhalt für die Gelbschwarzen.

18_collavitiErster Ersatz bleibt Publikumsliebling Paolo „Pole“ Collaviti. Kaum einer ist mit soviel Herzblut dabei wie er. YB ist sein Verein und er ist einer der wenigen Profis, denen man die Verbundenheit zu Verein, Stadt und Fans auch anmerkt. Nicht nur deswegen ist Pole so beliebt in Bern: Auch wenn es oft vergessen wird, Collaviti ist auch ein sehr starker Torhüter, der in seinen wenigen Einsätzen stets zu gefallen weiss. Ein Beispiel: Im Cupspiel gegen Gossau (anfang Dezember 2008) spielte YB 85 Minuten auf ein Tor, führte aber nur 1:0. In der klirrenden Kälte hatte Collaviti etwa gefühlte 3 Ballkontakte bis zu diesem Zeitpunkt, parierte in der Schlussphase aber grandios gegen einen anstürmenden Gossauer und rettete seinen Kollegen somit den Sieg über die Zeit.

Solche Szenen belegen, dass Paolo Collaviti zu den besten Backups der Liga gehört.

40_buerkiAn Thun ausgeliehen wurde das grosse Talent Roman Bürki. Diese Lösung ist für ihn optimal, so kann er in der kommenden Spielzeit genügend Erfahrungen und Spielzeit sammeln –> denn dass er sich gegen den völlig abgehobenen Schreihals Stulz durchsetzen wird, gilt als sicher.

Ebenfalls sicher: Roman Bürki wird früher oder später als Nummer 1 im Wankdorf auflaufen – sein unglaubliches Talent ist nicht nur in Bern unumstritten.

 

 

 

 

Fazit:

Die Position des Torhüters ist nahezu optimal besetzt: Eine klare und starke Nummer 1, eine dankbare aber dennoch solide Nummer 2 und dazu noch ein grosses Talent, welches man in der zweithöchsten Liga parkieren konnte.

Prädikat: Meisterlich

Degen, David

2. Juli 2009 um 09:16 von Pele in der Kategorie YB

DDKlickt man auf diesem Blog auf den Link „Archiv“, sieht man als erstes einen Beitrag über David Degen. Es ist kein netter Beitrag, soviel dazu. Der Ärger über die Verpflichtung eines Grinse-Degens stiess auf noch mehr Ablehnung als seinerzeit der Zuzug von Hakan Yakin. Nun ist die erste Saison mit Degen im Team vorbei.

 

 

 

 

 

 

Ein Fazit ziehen kann man irgendwie nicht, da er die grösste Zeit über nur zu Teileinsätzen kam – wenn überhaupt. Als er gegen Ende der abgelaufenen Spielzeit vermehrt zum Einsatz kam, zeigte auch seine Formkurve nach oben und gipfelte in einem schönen Tor gegen seinen Ex-Klub Basel. Seine Tor-Bilanz ist – gemessen an der Spielzeit – ordentlich. In den Medien verhielt er sich mehrheitlich ruhig, z.T. wirkte er sogar gereift. Er macht keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit, griff aber weder Verein, noch Trainer an.

 

Nach dem Abgang von Chrigu Schwegler und Carlos Varela, ist nun eine ganze Seite frei und würde Platz für mehr Degen-Einsätze bieten.

Bemüht ist er, das konnte man in den bisherigen Testspielen feststellen. Obwohl seine Art recht arrogant wirkt – zeitweise auch überheblich – konnte man bei ihm vor allem in der ersten Halbzeit eine grosse Portion Wille ausmachen. Obwohl er die ganze Zeit mit Schiri und Schuh beschäftigt war, kam er noch dazu, einige Aktionen einzuleiten, Bälle zu fordern und als einer der wenigen Aktivposten in der ersten HZ aufzufallen.

Herrlich waren seine Wortgefechte mit dem Schiri, die beiden gaben sich während 90 Minuten unverblümt aufs Dach. (die Schuh-Tragödie ist im Liveticker nachzulesen).

 

Nun bleibt abzuwarten, ob Degen seine Chance wahrnehmen wird. Sollte dies nicht der Fall sein, wird er wohl ein Fall für den FC Aarau…