Vorschau YB – ZSKA Moskau

15. August 2017 um 15:56 von Mate in der Kategorie YB

Bei YB ist man sich einig: Will man an die Honigtöpfe der Champions League herankommen, braucht es gegen ZSKA Moskau zwei absolute Topleistungen. Trainer wie Sportchef betonten dies im Vorfeld bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Etwas anders sieht offenbar immer noch die Wahrnehmung im Umfeld aus. Dort spricht man gerne von der «riesigen Chance», dem «wenn nicht jetzt, wann dann» und davon, dass YB mit ZSKA ein «Superlos» gezogen hat. Dies ist sicher nicht falsch, wenn man sieht, was für Gegner sonst zur Debatte gestanden hätten. Dennoch ist es doch etwas gar verwegen, mit Aussagen wie «die muss man einfach schlagen» um sich zu werfen oder sich zu fragen, ob ein 2:0 Polster wohl fürs Rückspiel reichen würden, oder ob es nicht ein 3:0 sein sollte.

Vergleichen wir die beiden Mannschaften, fällt vor allem eines auf: Punkto Erfahrung sind uns die Gäste weit überlegen. Da steht auf YB-Seite ein junges, hungriges Team, welchem sich die Chance zur erstmaligen Champions League-Qualifikation bietet. Internationale Erfahrung fehlt fast gänzlich. Anders beim Gegner aus Moskau, bei dem schon nur die Innenverteidigung weit mehr Länderspiele aufweisen kann, als die gesamte YB-Mannschaft zusammen. Nun gewinnt Erfahrung alleine natürlich so wenig Spiele wie der Marktwert (YB nach Schätzungen eines Onlineportals rund 28 Mio. vs. rund 78 Mio. bei ZSKA Moskau). Beide zeigen aber halt etwas die Relationen auf, welche sich der eine oder andere vielleicht noch einmal vor Augen führen sollte. Oder auch der Umstand, dass die Moskauer in den letzten zehn Jahren nicht weniger als sieben Mal in der Gruppenphase der Champions League standen, YB dagegen, na wir wissen es.

Nichtsdestotrotz, träumen natürlich auch wir bei gäubschwarz.be vom grossen Coup und sind überzeugt, dass er möglich ist. Um diesen bewerkstelligen zu können, geht es nun heute einmal darum, eine solide Basis zu legen. Gewinnen können wir das Ding sowieso erst nächste Woche. Dass unsere Mannschaft taktisch und physisch auf hohem Niveau spielen kann, hat sie zuletzt gegen Kiew gezeigt. Energisch, kontrolliert und enorm fokussiert präsentierte sich Adi Hütters Mannschaft. Die Grundvoraussetzung, auch heute ein gutes Resultat zu erreichen und entsprechend mit intakten Chancen nach Moskau fahren zu können. Dann vielleicht noch eine uns gut gesinnte Glücksgöttin und wer weiss….sitzt plötzlich ganz Bern am 24.08.2017 vor dem Fernseher und wartet gespannt darauf, welche Gruppengegner die Champions League-Auslosung für den besten und berühmtesten Fussballclub der Welt bereithält.

Aufstellungstechnisch erwarten wir keine Überraschungen. Eigentlich stellt sich nur die Frage der Besetzung im Zentrum, wo wir uns für Leonardo Bertone entscheiden würden. Auf dem Flügel wird Yoric Ravet ins Team zurückkehren, mit seinem Drive und seinen Fähigkeiten, spielentscheidende Situationen heraufzubeschwören, ist er für diese Affiche unabdingbar.

Entsprechend ergibt sich dadurch die folgende Aufstellung, welche mit einer weiteren berauschenden Leistung für einen 2:0-Heimsieg (Tore durch Ravet und Hoarau) verantwortlich zeichnen wird.

YB-ZSKA

 

Cup: FC Breitenrain – BSC Young Boys 0:3 (0:1)

14. August 2017 um 23:36 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war das erwartete Fussballfest im Quartierderby auf dem altehrwürdigen Spitz! Die Ostkurve marschierte 2 Stunden vor Spielbeginn vom Wankdorf über Umwegen durch den Breitsch zum Stadion. Vorbei an lauter gutgelaunten Fussballfans, die meisten in Gelbschwarz aber doch auch ein paar wenige im weissschwarzen Breitenrainschal, die sich am Breitschplatz, wie meist vor den YB Spielen, noch ein Bier gönnten. Das Fussballstadion Spitalacker war rappelvoll. Sogar auf den Cateringständen, dem Clubhaus und den umliegenden Dächern und Balkonen war dichtes Gedränge. Kinder sassen an der Auslinie, schauten erwartungsfroh auf den Kunstrasen und den auftretenden Hauptdarstellern dieses ungewöhnlich schönen Cupspiels. 6’000 Zuschauer konnten dank provisorischen Zusatztribünen und dem Einsatz vieler Helfer, Live dabei sein und auch wenn die Sicht auf das Spielgeschehen ab der dritten Reihe und dem vierten Bier, vielleicht nicht mehr ganz so gut war, so zog sich diese überaus gute Feststimmung bis weit nach dem Schlusspfiff durch.

Die Young Boys befanden sich nach der Niederlage gegen Thun einerseits auf Wiedergutmachungstour aber andererseits auch irgendwie in Vorbereitung auf das Spiel für die Champions League. Dazwischen erwarteten alle einen souverän herausgespielten Aufstieg in die nächste Cuprunde. Adi Hütter rotierte 7 Spieler in das neu formierte 3-5-2 System aber lies nie Zweifel aufkommen, was Ziel und Zweck dieser Veranstaltung war. Der FC Breitenrain, bis in den kleinen Zeh motiviert, vom grossen Gegner und der Kulisse sichtlich beeindruckt, versuchte mehr oder weniger erfolgreich die Räume zu schliessen und die Null möglichst lange zu halten. Dies gelang bis in die 22. Minute und dem Kunststück von Nuhu. Es war dies der erste Treffer in einem Ernstkampf für die Gelbschwarzen und wurde dementsprechend gefeiert.

Ehe das Heimteam zu ihrer ersten Chance kam und die Nervosität einigermassen abstreifen konnte, war bereits eine Stunde gespielt und man lag nach einem glücklichen Treffer von Thorsten Schick mit 0:2 zurück. Danach traf Franjic im Offside stehend zum vermeintlichen 1:2 und Breitsch Urgestein und ex YB Spieler Kehrli verliess seine Posten in der Innenverteidigung um im Strafraum des Super League Klubs für Unruhe zu sorgen. Was nicht unbedingt gelang, dafür schoss der auffällige aber nicht ganz so effiziente Nsamé zum verdienten 3:0 Endstand.

Der Höhepunkt dieses schönen Fussballnachmittags war hingegen der Platzsturm dutzender Kinder und das «We love you Tänzchen» mit den YB Spielern vor der Ostkurve. Als jeder ein Autogramm erhascht oder ein Selfie geschossen hatte konnte kehrte man glücklich nach Hause zurück und manch einer erhofft sich schon bald wieder ein solch gelungenes Quartierfest auf dem Spitz.

Die Noten:
Von Ballmoos 4,5: Zugegeben, David hatte nicht wirklich was zu tun, doch musste er auch nie hinter sich greifen.
Bürki 4,5: Hatte kaum was zu tun aber erledigte was kam gut.
Nuhu 5: Defensiv nicht gefordert und offensiv mit seinem ersten Pflichtspieltreffer in Gelbschwarz.
Wüthrich 4,5: Stand zum ersten Mal in dieser Saison im YB-Kader und holte sich gleich einen sturmen Schädel und eine gebrochene Nase ab.
Bertone 4,5: Organisierte das Spiel im Mittelfeld – Konzentrierter Arbeitstag von Leo.
Schick 5: Begann gut aber baute nach seinem glücklichen Treffer etwas ab.
Sow 4: Suchte auch gegen das Unterklassige Breitenrain seine Rolle im Team.
Aebischer 4: Unauffälliges Spiel mit wenigen persönlichen Akzenten.
Lotomba 5: Viel unterwegs und mit zwei Assists.
Hoarau 4,5: Führte die «Jugendtruppe» souverän in die nächste Cuprunde.
Nsamé 5: Gefährlichster Spieler auf dem Platz. Hätte auch 1 oder 2 Treffer mehr erzielen dürfen.
Fassnacht 4: Kam für die letzten 20 Minuten als das Spiel bereits entschieden war und konnte keine Akzente mehr setzen.
Joss war zu kurz im Spiel für eine Benotung.

BSC YB – FC Thun 0:4

10. August 2017 um 10:31 von Jänu in der Kategorie YB

Das Meer tobt, der Wind peitscht übers Wasser und die meterhohen Wellen brechen in sich zusammen. Kein Nordseesturm hätte die YB-Träume brutaler unter sich begraben können, als der gestrige Abend. Die YB-Erfolgswelle brach in sich zusammen, schäumte und lief langsam auf dem Berner Plastik aus.

Zu analysieren gibt es heute eigentlich nichts. YB war wie gewohnt die spielbestimmende Mannschaft im eigenen Stadion. Man wollte von Anfang an das Spieldiktat an sich reissen. Leider gelang dies nur bis 30 Meter vor das gegnerische Tor, danach war Schluss. Das neue nicht eingespielte Sturmduo Nsamé/Assalé war nicht in der Lage, genügend Druck aufs Thuner-Tor auszuüben. Jedoch war es nicht alleine verantwortlich für die Harmlosigkeit der Gelbschwarzen in der ersten Halbzeit. Auf den Aussenbahnen kam weder von den Flügeln noch von den Aussenverteidigern der gewohnte Druck und so fehlte einer wie Guillaume Hoarau ganz vorne, der in solch schwierigen Momenten die Bälle halten und verteilen kann.

Die ersten 45 Minuten vergingen daher ohne, dass YB wirklich für Torgefahr sorgen konnte. Auch Thun war eigentlich nicht allzu gefährlich und trotzdem stand es zum Pausenpfiff 0:3. Zwei Eckbälle und ein sauber gespielter schneller Angriff waren für die Führung besorgt. Besonders ärgerlich aus Berner Sicht war, dass man sich beim Führungstreffer mit derselben Eckball Variante erwischen liess, wie man vor Tagesfrist gegen Lausanne noch selber geskort hatte. Die Effizienz, die YB in den letzten Spielen auszeichnete, war für einmal auf der Seite des Gegners anzutreffen und die Thuner machten sich die etwas zu zahmen Abwehrversuche der Stadtberner zu Nutze, um bereits zur Halbzeit für klare Verhältnisse zu sorgen.

YB steckte den Kopf nach dem Seitenwechsel nicht in den Sand und versuchte, das Ruder nochmal rumzureissen. Doch nachdem alle Assalés, Fassnachts und Hoaraus ihre Abschlüsse abgewehrt sahen, wurde auch dem Superoptimisten auf der Tribüne klar, dass heute kein YB-Treffer fallen wird. Im Gegenteil fiel kurz darauf auf der Gegenseite die Entscheidung. 4:0… Wärs auswärts gegen St. Gallen, Sion oder den FCZ passiert, wärs halb so schlimm, so tut’s weh. Verdammt weh. Trotzdem gilt es nun, nicht alles schlecht zu machen. Das Resultat war deutlicher als der Spielverlauf und es bringt nichts, nun die Mannschaft in den Senkel zu stellen. Der Staff wird seine Lehren aus dem Spiel ziehen und entsprechend weiterarbeiten. Eine davon wird sicherlich sein, dass der Fokus ausschliesslich auf dem Sportlichen liegen muss. Weder Shoppingtrips, noch Transfergerüchte, noch irgendwelche Medienlobhudeleien dürfen während den 90 Minuten irgendwo in den Köpfen präsent sein. Ob dies gestern der Fall war, können und wollen wir nicht beurteilen. Auffällig aber war, dass die Zweikämpfe mit einer Spur weniger Aggressivität und Verbissenheit geführt wurden, als in den Spielen zuvor. Man tat dem Gegner weniger weh und die normalerweise breite YB-Brust im Wankdorf wirkte für einmal einige Zentimeter dünner. Und es waren mitunter genau diese Zentimeter, die die Thuner auszunutzen wussten.

Wischen wir uns den Mund ab und gehen vorwärts. Adi Hütter wird die Mannschaft auf die nächsten grossen Herausforderungen wieder richtig ein- und aufzustellen wissen. Breitsch und ZSKA warten, wir sind bereit. HOPP YB!

Von Ballmoos: 4.5. Machtlos bei den Thuner Toren musste er die vier ersten Gegentreffer der Saison hinnehmen.

Mbabu: 3.5. Heute kam er mit seinen Rushes nicht durch und seine Flanken bleiben nach wie vor die Schwäche des jungen Aussenverteidigers.

Von Bergen: 4.5. Einer der besseren heute, die Spieleröffnung wird nie mehr seine Stärke werden.

Bürki: 2.5. Wir sehen das Positive: es kommen sicher bessere Spiele. Wird sich ärgern, dass er gegen seinen Ex-Verein einen schlechten Tag einzog.

Benito: 3.5 Ohne Zug gegen vorne und ohne zündende Ideen, dazu kamen einige ungenaue Pässe, die erfolgsversprechende Angriffsbemühungen zu Nichte machten.

Fassnacht: 4. Wollte wohl seine Ex-Kollegen schonen. Vergab einige Grosschancen. Immerhin war sowas wie Kampf auszumachen.

Sow: 3. Musste zur Halbzeit zu recht runter. Hatte keinen Zugriff im Mittelfeld und konnte daher auch keine Impulse setzen.

Sanogo: 4.5. Will man heute den besten YB Spieler küren? Keine Ahnung, aber Sanogo wäre ein Anwärter dafür. Gegen vorne kam allerdings auch von ihm nichts.

Sulejmani: 3. Nach ansehnlichem Beginn wars schnell vorbei mit Sulejmanis Spielwitz. Ihm fehlte in der ersten Halbzeit Hoarau als Anspielstation.

Assalé: 3.5. Hatte die Chance, YB ins Spiel zurück zu bringen. Viel Laufbereitschaft, wenig Ertrag.

Nsamé: 3. Ich hätte lieber Hoarau neben ihm gesehen. So blieb der Neuzugang sehr blass.

Bertone: 4. Wurde von Anfang an erwartet, konnte aber die Leistung aus dem Lausanne Spiel auch nach der Einwechslung nicht wiederholen.

Hoarau: 4. Er kam nach 45 Minuten für Nsamé und war präsent, ohne das Spiel entscheidend zu beeinflussen.

Lotomba: k.N. Kam rein und war danach drin.

Vorschau BSC Young Boys – FC Thun

9. August 2017 um 07:48 von Marco in der Kategorie YB

Und weiter geht’s. Nach dem ungefährdeten, aber gleichwohl erfreulichen Sieg gegen Lausanne, steht nun wieder ein Spiel unter der Woche auf dem Programm. Ausnahmsweise gastiert aber nicht ein Gegner mit internationalem Renommee im Wankdorf, sondern nur der FC Thun. Macht aber nichts, YB ist schliesslich gastfreundlich und gewährt auch Thunern gerne Obdach.

Blickt man auf die Tabelle, ist die Ausgangslage klar: Leader gegen Tabellenletzter, null Gegentore gegen einen erzielten Treffer, Team der Stunde gegen Krisen-Klub. Es ist daher keineswegs überheblich oder arrogant, wenn der BSC Young Boys mit einem gesunden Selbstvertrauen in dieses Spiel steigt. Selbstverständlich ist auch ein seriöser und konzentrierter Auftritt angezeigt, wie ihn YB im Wankdorf in dieser Saison bisher immer gelungen ist. Schafft das YB, wäre alles andere als ein Sieg eine Überraschung.

Nach Thun folgen die Gegner Breitenrain und ZSKA Moskau. Drei Spiele mit völlig unterschiedlichem Charakter. Rotationen bleiben deshalb das Gebot der Stunde. Gegen den FC Thun kehrt sicher wieder David von Ballmoos ins Tor zurück, dessen Verletzung ausgeheilt ist. Im Hinblick auf das Champions League-Spiel ist es von Vorteil, wenn er wieder in den Rhythmus kommt. Trotz der intensiven Belastung wäre ein Wechsel in der Innenverteidigung derzeit noch nicht sinnvoll. Abgesehen vom Auswärtsspiel in Kiew verrichten Von Bergen und Nuhu einen tollen Job und Wechsel wären womöglich ein unnötiges Risiko. Allerdings ist es natürlich durchaus eine Option, bei entsprechendem Spielstand, einen der beiden vorzeitig vom Bitz zu nehmen.

Gegen Lausanne kriegte Benito eine Pause. Jetzt ist er hoffentlich erholt und beglückt uns wieder als Linksverteidiger. Eine weitere Rotation bietet sich auf dem linken Flügel an. Für Sulejmani könnte wieder Fassnacht den Vorzug erhalten. Schliesslich wäre es schade, wenn seine tolle Form nicht genutzt wird und gegen den Ex-Verein trifft man schliesslich besonders gerne. In der Offensive will Hoarau weiterhin auf Spielpraxis kommen, eine Ansage, die jeder Verteidigung Sorgen macht. An seiner Seite könnte gegen Thun aber Nsamé auflaufen. Dauerläufer Assalé hätte Gelegenheit, seine Batterien aufzuladen und der Neuzuzug aus Genf könnte seine Torgefährlichkeit erneut unter Beweis stellen.

Glücklicherweise ist es aber momentan ziemlich egal, wer auf dem Platz steht. YB macht mit jeder Elf Freude. Daran ändert sich auch gegen Thun nichts. Dank den Toren von Fassnacht und Nsamé gewinnt YB 2:0 und behauptet sich an der Tabellenspitze.1615135_BSC_Young_Boys

BSC Young Boys – FC Lausanne-Sport 3:0 (2:0)

7. August 2017 um 16:11 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Vor dem Match stellte sich den YB Fans einzig die Frage, wie stark Adi Hütter gegen Lausanne rotieren lassen wird. Auf 4, 5 oder gar auf 7 Positionen? Kein Wunder, denn in den vorangegangenen Spielen konnte von der Bank kommen wer wolle – meistens sorgten genau sie für den Sieg. Nach Fassnacht, der das wichtige Auswärtstor gegen Kiew erzielte oder zusammen mit Nsamé den Grasshopper Club abschoss und Lotomba, dem Co-Siegschützen im Heimspiel gegen die Ukrainer, war die Reihe nun also an «True Legend» Leonardo Bertone. Gegen Basel und in der CL Qualifikation zumeist nur auf der Bank, sorgte er mit seinem Doppelpack gegen die Waadtländer früh für klare Verhältnisse.

Nach gemächlichem Beginn und einer schönen Eckballvariante brachte Leo unsere Farben zuerst mit einem satten Schuss via Innenpfosten 1:0 in Front, bevor der Matchwinner nur 6 Minuten später und nach herrlichem Doppelpass mit Ravet, die Weichen früh auf Sieg stellte. Die Lausanner, gewohnt mutig und offensiv von Fabio Celestini eingestellt, starteten trotz mässigem Meisterschaftsstart selbstbewusst in die Partie, doch nach dem Doppelschlag wurde ihnen schlagartig bewusst, dass in Bern auch in dieser Saison nicht viel zu holen sein wird. Einzig Rückkehrer Rochat konnte sich über gelbschwarze Geschenke freuen und marschierte am Ende mit einem Lächeln und zwei YB Trikots, eines sicherte er sich von Gui und das andere überreichte ihm Sportchef Wuschu Spycher für seine Verdienste in unseren Farben, von dannen.

Die Young Boys machten gestern da weiter, wo sie in den letzten Spielen aufgehört haben und ritten auf einer Welle der Euphorie Angriff um Angriff. Meist über die Flügel, wo ein bestens aufgelegter Yoric Ravet seine Gegenspieler eins ums andere Mal vernaschte oder Assalé den Verteidigern um die Ohren flitzte und so in der 66. Minute etwas glücklich einen Strafstoss herausholte. Der Mann für solche Fälle liess sich nicht zweimal bitten und erhöhte zum Endstand von 3:0. Guillaume Hoarau scheint nach seiner schweren Verletzung auf bestem Weg zurück zur alten Form und dies nicht nur, weil er im vierten Ernstkampf bereits seinen zweiten Treffer buchte, sondern vor allem, weil er sich wieder in jedem Spiel gute Chancen erarbeitet und mit seinem Kopfballspiel ein beinahe unüberwindbare Herausforderung darstellt – zumindest national.

Klar gönnte man sich zu Beginn der jeweiligen Halbzeiten eine ruhigere Phase, doch wann immer nötig oder Lust vorhanden war das Tempo zu steigern, ging die Post ab und die 17’364 Zuschauer fühlten sich bestens unterhalten. Um noch auf die Anfangs gestellte Frage zurückzukommen: Unser Wunderwuzzi an der Seitenlinie rotierte auf 3 Positionen. Halt genau so viel wie es benötigte um die aktuelle Welle zu reiten und die nächste nicht auslassen zu müssen.
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Die Noten:

Marco Wölfli 4,5: Lange nicht gefordert, beanspruchte er etwas Glück beim Pfostenschuss von Margiotta bevor sich der Wolf dann doch noch zweimal auszeichnen konnte.

Kevin Mbabu 4,5: Nicht ganz so auffällig wie in den letzten Spielen aber wieder eine souveräne Leistung.

Kasim Nuhu 5: Findet sich immer besser in der IV zurecht. Defensiv zweikampfstark und offensiv mit schönem öffnendem ersten Pass.

Steve von Bergen 5: Was will man mehr von einem Abwehrchef?! Erneut zu Null gespielt!

Jordan Lotomba 4,5: Spielte gegen seine ehemaligen Teamkameraden eine unauffällige aber auch unaufgeregte Partie.

Yoric Ravet 5,5: Er dribbelt(e) dem Gegner wieder Knoten in die Beine. Dazu zwei Assists – Grande Yoric!

Sékou Sanogo 4,5: Auch wenn er gestern wieder keine Fehler beging, so waren andere auffälliger.

Leonardo Bertone 6: Kam, sah und traf gleich doppelt! Auch defensiv omnipräsent.

Miralem Sulejmani 4,5: Arbeitete sehr gut gegen Hinten aber mit ein, zwei Ausnahmen in der Offensive eher unauffällig.

Roger Assalé 5,5: Der Wirbelwind kommt immer mehr in Fahrt und war auch gestern erneut ein steter Unruheherd. Holte zudem den Elfer raus und traf nach 28 Minuten den Pfosten.

Guillaume Hoarau 5: Brauchte etwas Zeit bis er ins Spiel fand. Danach erspielte sich Gui mehrere Chancen, traf erneut per Penalty und hatte gegen Ende des Spiels zweimal Pech im Abschluss, als seine Kopfbälle knapp neben dem Tor oder am Pfosten landeten.

Djibril Sow 4,5: Kam in der 71. Minute für Sanogo und fügte sich gut ins Spiel der Young Boys ein.

Christian Fassnacht und JP Nsamé waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

Matchwinner Bertone im Zweikampf mit Zarate. (Foto: Thomas Hodel - ybforever.ch)

Matchwinner Bertone im Zweikampf mit Zarate. (Foto: Thomas Hodel – ybforever.ch)

Vorschau BSC YB – FC Lausanne-Sport

4. August 2017 um 17:29 von Mate in der Kategorie YB

Vor der Saison haben wir uns gewünscht, dass YB Basel und GC schlagen und dazu irgendwie in die Championsleague Playoffs einziehen würde. Und dass es so beginnt, auf einer Welle zu reiten, die im Team und Umfeld eine Dynamik entwickelt, welche uns erfolgreich in und am liebsten auch gleich durch den ganzen Herbst surfen lässt. Die Welle hat YB erwischt, nun geht es darum, diese auszufahren und nicht abbrechen zu lassen.

Dazu wartet nur vier Tage nach dem grandiosen Mittwoch-Abend die nächste Aufgabe auf Adi Hütters Mannen. Im Wankdorf gastiert am Sonntag der FC Lausanne-Sport, welcher mit einem spektakulären Unentschieden gegen St. Gallen und einer unglücklichen Niederlage gegen Sion in die Meisterschaft gestartet ist.

Für YB wird es darum gehen, gut ins Tagesgeschäft zurückzukehren und mit derselben erfreulichen Einstellung zu Werke zu gehen, wie man das gegen Basel, bei den Hüpfern und zuletzt am Mittwoch gegen Kiew tat. Wir können uns jedenfalls nicht erinnern, wann wir bei unserer Mannschaft zuletzt so viel Entschlossenheit und Aggressivität gesehen haben. Gepaart mit individueller Klasse, Spielwitz und einem offensichtlich bestens intakten Teamgeist, ergibt sich die Mischung, welche dazu führen kann, erwähnten Ritt auf der Welle noch lange weiterzuziehen.

Hinzu kommt, dass der Trainer über herausragende Alternativen verfügt und entsprechend auch am Sonntag guten Gewissens dem einen oder anderen Helden des Kiew-Spiels eine Pause gönnen kann. Eine solche erwarten wir für Mbabu, Nuhu, Ravet, Sanogo, Sow und Assalé. Noch vor einer Woche hätten wir gesagt, dass dies zu viele Wechsel wären – vor einem Jahr wäre eine solche Rochade gar komplett undenkbar gewesen. Das GC-Spiel hat aber gezeigt, dass dies funktionieren kann. Ein Vorteil, welchen es auszunützen gilt, zumal es auch diesmal bereits am Mittwoch wieder weitergehen wird. Hier dürfen wir auch um einen Trainer vor unserer Mannschaft wissen, welcher offenbar weiss, wie viel wovon und wann es braucht und der es auch hingekriegt hat, dass jeder mit Leib und Seele dabei ist. Ein schönes Zeichen dafür war die Reaktion der «Tribünen-Spieler» nach dem Kiew-Spiel.

Aber (und es tut uns leid, hier jetzt etwas auf die Bremse zu treten): Bis anhin ist alles gut bis ideal gelaufen. Jedem dürfte klar sein, dass dem nicht immer so sein wird. Vielleicht gibt es einmal ein Spiel, in welchem der Goalie, welcher zuvor das ganze Stadion zur Weissglut trieb, den Ball kurz vor Schluss nicht wie ein Fünfjähriger ins Tor kullern lässt. Ein Spiel, in welchem der Schiri den Elfer nicht pfeift oder der Freistoss anstatt von der Latte ins Tor, vor die Linie prallt. Oder halt auch ein Spiel, in welchem die Jungs ihr grosses Potential nicht wunschgemäss ausschöpfen können und sich am mauernden Gegner die Zähne ausbeissen. Da wird es dann interessant sein, wie die Mannschaft reagiert, aber auch das Umfeld.

So ist es jedenfalls angenehmer, auf einer Welle zu reiten, als mit Wasser bis zum Hals gegen Ströme und Wirbel anzukämpfen. Lasst uns hoffen, dass der Ritt noch möglichst lange weitergeht und mit derselben Energie für Unterstützung zu sorgen, wenn wir die Welle dann doch einmal kurz verlieren sollten. Bis dahin soll sie aber grösser und grösser, schneller und schneller werden. Für am Sonntag tippen wir darauf, dass die Young Boys dem FC Lausanne ein deutliches 3:0 mit auf die Heimreise geben werden. Die Tore erzielen Hoarau und Nsamé – welcher der beiden zweimal trifft, wissen wir leider nicht.

 

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Vorschau BSC Young Boys – Dynamo Kiew

2. August 2017 um 06:26 von Marco in der Kategorie YB

Die Ausgangslage ist schwierig. YB muss heute Abend gegen Dynamo Kiew 2:0 gewinnen, um den Traum von der Champions League aufrecht zu erhalten. Im Hinspiel in der Ukraine war YB Dynamo Kiew klar unterlegen. In der Defensive passte nichts zusammen und im Angriff blieben die Berner blass. Auf den Lichtblick, das Tor von Fassnacht, folgte mit dem Gegentreffer sogleich wieder ein Dämpfer. Trotzdem ist ein Weiterkommen nicht unmöglich. gaeubschwarz.be nennt fünf Gründe, wieso die Young Boys die Sensation schaffen und Dynamo Kiew aus dem Wettbewerb kegeln.

 

1. Guillaume Hoarau

Die Genesung nach seiner Hüft-Verletzung erfolgte schneller als gedacht und so konnte Hoarau die ganze Vorbereitung absolvieren und stand zu Saisonbeginn bereits wieder auf dem Platz. Allerdings knüpfte er in den ersten Spielen noch nicht an seine Frühlings-Form an und blieb noch ohne Torerfolg. Doch die Klasse von Gui ist unbestritten und seinen Tor-Instinkt hat er mit Sicherheit nicht verloren. Heute geht ihm der Knopf auf und mit einem Treffer früh im Spiel ebnet er den Weg zum Sieg.

 

2. Sékou Sanogo

Gegen den FC Basel war er der beste Mann auf dem Platz und hatte grossen Anteil am tollen Sieg. Wie wertvoll Sanogo für YB ist, weiss man schon lange, trotzdem ist es immer wieder faszinierend zu beobachten, wie sich seine Präsenz im Mittelfeld auf die Leistung des ganzen Teams auswirkt. Im Hinspiel musste er mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Ein Weiterkommen gegen Kiew hängt vom Oberschenkel der (gelbschwarzen) Nation ab. Ist Sanogo fit, zerschellen die Kiewer Angriffsbemühungen bereits an der Mittellinie und YB kann Dynamo Kiew niederringen.

 

3. Torhüter

Es ist simpel: YB darf gegen Kiew kein Tor kassieren. Wenn bei dieser Ausgangslage der junge Stammtorhüter angeschlagen ist, wäre die Nervosität bei den meisten Klubs gross. Nicht so bei YB. Verhindert die Verletzung von David von Ballmoos einen Einsatz, steht Marco Wölfli bereit. Gegen GC kam er unerwartet zum Einsatz und erledigte seine Aufgabe mit Bravour. Mit seiner Routine und seinen Erfahrungen in zahlreichen internationalen Spielen ist er weder ein Risiko noch ein Schwachpunkt in der YB-Aufstellung, sondern ein sicherer Wert für seine Vorderleute. Man muss sich keine Sorgen machen, dass er dafür sorgt, die Null zu halten.*

 

4. Ersatzbank

Adi Hütter hat mit seinen Einwechslungen schon oft ein gutes Händchen bewiesen. Ohne seine fachliche Kompetenz im geringsten anzuzweifeln, darf erwähnt werden, dass die YB-Bank derzeit prächtig ausgestattet ist. Vorausgesetzt Sulejmani ist wieder fit und steht in der Startaufstellung, sitzt im Rücken des Coachs eine aufregende Auswahl: Fassnacht, Nsamé, Sow, Lotomba. Gelbschwarz erwartet im Wankdorf keine einfache Partie. Gut möglich, dass der entscheidende Impuls für den 2:0-Sieg von der Bank kommt.

 

5. YB-Fans

Exakt ein Jahr ist es her als YB die Sensation gegen Donezk gelang. Im Wankdorf waren zwar nur knapp 10’000 Fans anwesend, doch durch den dramatischen Verlauf dieser Partie herrschte im Stadion eine Hoch-Stimmung wie nur selten. Gelingt YB der erhoffte frühe Führungstreffer, ist eine Wiederholung möglich. Durch den letztjährigen Erfolg wissen nun alle, zu was YB fähig ist. Springt der Funke zwischen Spieler und Fans, trägt das Publikum die Mannschaft zum Sieg. Hopp YB!

*Mittlerweile wurde informiert, dass von Ballmoos noch nicht einsatzbereit ist und Marco Wölfli unseren Kasten sauber halten wird. Hopp Wolf!

 

GC – BSC YB 0:4

31. Juli 2017 um 13:26 von Pele in der Kategorie YB

Vorneweg: Unsere Vorschau fiel einem kleinem Planungs-Malheur zum Opfer. Wir entschuldigen uns dafür und geloben Besserung!

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Der Start gegen Basel war sehr gut, die Fortsetzung in Kiev dafür nicht mehr ganz so. Obwohl dank dem Auswärtstor von Christian Fassnacht noch ein Funken Hoffnung bleibt, machte man sich vor dem Spiel gegen GC schon Gedanken, ob die Mannschaft den Kopf 100%ig bei der Sache haben würde. Zu oft verlor YB zwischen zwei europäischen Partien unnötig Punkte.

Im Vorfeld der Partie wurde vor allem diskutiert, wie viel Rotation Adi Hütter wohl betreiben würde. Braucht Hoarau nach seiner langen Verletzung bereits eine Pause oder kommt er nur durch Spielpraxis wieder zur gewohnten Form? Sind Sanogo und Sulejmani eventuell schon wieder einsatzbereit oder geht man hinsichtlich des Rückspiels vom Mittwoch noch kein Risiko ein? Nun, der Trainer zeigte sich mutig und veränderte die Start-11 im Vergleich zum Basel-Match gleich auf vier Positionen. Lotomba und Nsamé gaben ihr YB-Debut, Bertone rückte neben Sow ins Mittelfeld und Fassnacht ersetzte wie bereits am Mittwoch Sulejmani auf der linken Aussenbahn.

Der Start in die Partie war gefällig. YB agierte etwas gefährlicher und GC war bemüht, den Fehlstart vergessen zu machen. Die Zürcher wirkten zu Beginn deutlich konzentrierter als gegen den Stadtrivalen und kamen durch schnelle Kombinationen einige Male in die Nähe des YB-Strafraums. Die Berner gefielen durch schnelles Umschaltspiel und agile Bewegungsmuster in der Offensive. Besonders Assalé und Fassnacht waren viel unterwegs und tauschten des Öfteren situativ ihre Positionen. Nsamé demonstrierte seine Robustheit und deutete mehrfach an, der gewünschte Spielertyp zu sein, dem man als Backup von Hoarau das Vertrauen schenken kann. Er war es auch, der zur ersten gefährlichen Chance kam: Eine Hereingabe von Ravet lenkte er vor GC-Goalie Lindner entscheidend ab, der Ball prallte jedoch an die Latte. GC versuchte nun zu Antworten und zwang von Ballmoos nach einem guten Kopfball Avdijajs zu einer tollen Parade.

Nach einer Viertelstunde spielte Assalé Lotomba frei, dieser hatte Zeit zum Flanken und fand den Fuss von Fassnacht – Tor für YB! Es war die verdiente Führung für Gelbschwarz, das im Anschluss durch Nuhu und Nsamé zu weiteren Abschlussmöglichkeiten kamen. Nach 35 Minuten aber der grosse Schreckensmoment: Lavanchy blieb mit den Stollen am Bein von von Ballmoos hängen, dieser wand sich vor Schmerzen und musste nach längerer Behandlung ausgewechselt werden. Noch während des Spiels kam dann aber die Meldung, dass es sich „nur“ um eine tiefe Wunde handelt die genäht werden muss. Sicher schmerzhaft, aber immerhin keine Bänder- oder Knochenverletzung. Neu im Spiel nun YB-Legende Marco Wölfli der, um dies vorneweg zu nehmen, jedem aufzeigte, dass YB auf der Goalieposition hervorragend aufgestellt ist.

Die Gelbschwarzen benötigten einige Minuten um den Schock der Verletzung zu verdauen, brachten die Führung aber in die Pause. Nach dem Seitenwechsel drehte GC auf und war dem Ausgleich nahe, doch Marco Wölfli verhinderte das 1:1 stark. Mitten in diese Druckphase bescherte uns Milan Vilotic ein nachträgliches Abschiedsgeschenk und lenkte eine Ravet-Flanke unglücklich ins eigene Tor ab. Damit war der Widerstand gebrochen und YB lief zu Galaform auf. Fassnacht lancierte Nsamé herrlich, dieser liess sich nicht zweimal bitten und versenkte mit links zum 3:0. Um sich anständig für diese Vorarbeit zu bedanken, spielte er kurz darauf Fassnacht frei, der das Laufduell gegen zwei GC-Verteidiger gewann und Lindner per Chip bezwingen konnte.

Zwei Spiele, sechs Punkte, 6:0 Tore – der YB-Saisonstart darf als gelungen bezeichnet werden. Das Team scheint in der Breite gut aufgestellt, die jungen Spieler sind heiss darauf, ihre Chancen zu nutzen und bieten dem Trainerteam valable Alternativen. Natürlich (Achtung Mahnfinger-Alarm) sind erst zwei Spiele absolviert und besonders GC wird in dieser Saison kaum vorne mitspielen. Dennoch tut es gut, mit viel Rückenwind zu starten – und genau dieser Rückenwind soll nun genutzt werden, um am Mittwoch das kleine Wunder zu bewerkstelligen.

Die Noten:

von Ballmoos 5/ Starke Parade gegen Avdijaj, danach verletzt ausgewechselt. Gute Besserung Dävu!

Mbabu 4.5/ Sein Durchsetzungsvermögen ist eindrücklich. Allerdings muss er noch an seinen Flanken arbeiten, diese kommen noch zu wenig an.

von Bergen 5/ Arg gescholten nach dem Kiev-Match, zeigte der Captain eine souveräne und abgeklärte Leistung.

Nuhu 5/ Nuhu scheint auf einem guten Weg, seine Aussetzer auf ein Minimum zu reduzieren. Bei Standards noch zu ungefährlich.

Lotomba 5.5/ Quasi fehlerfreie Leistung des Jungspundes der sich ohne Angewöhnungszeit in die Viererkette einführte. Schöner Assist zum 1:0.

Ravet 5/ Bereits gut in Form, stetiger Antreiber und „Assistgeber“ zum vorentscheidenden 2:0.

Bertone 5/ Seine Präsenz und die gesunde Härte taten dem YB-Spiel gut. Offensiv muss er aber noch zulegen.

Sow 5/ Obwohl man ihn wegen seiner offensiven Qualitäten verpflichtete, überzeugte Sow vor allem in der Defensive. Zweikampfstarker Auftritt mit klugen, einfachen Pässen.

Fassnacht 6/ Zwei Tore, ein Assist, defensiv engagiert – Bestnote!

Assalé 5/ Fleissiger Arbeiter, nutzt die Räume clever und ist überall anzutreffen.

Nsamé 5/ Überzeugendes YB-Debut, deutete sein Potential mehrfach an. Die höhere Note bleibt ihm vorerst wegen der Chancenauswertung verwehrt.

Wölfli 5.5/ Rettete in der wichtigsten Phase mehrmals und bewies, dass er nach wie vor bereit ist.

Schick/Aebischer keine Note.

Dynamo Kiew – BSC YB 3:1

27. Juli 2017 um 18:58 von Mate in der Kategorie YB

So wenig wie am Samstag gegen Basel alles gelb war, war gestern in Kiew alles schwarz. Am Ende brachten sich die Young Boys mit Verkettungen von (individuellen) Fehlern um eine bessere Ausgangslage, wobei diese dank dem Auswärtstor grundsätzlich sogar besser ist, als jene vor Jahresfrist gegen Donezk. Während damals das Resultat noch das Beste am Hinspiel bedeutete, war das diesmal nicht der Fall. Auch das spricht eigentlich für die Leistung der Young Boys. Nun gilt es, das bezahlte Lehrgeld in die gewünschten Fortschritte umzumünzen, den Mund abzuwischen und vorwärts zu blicken. Es geht Schlag auf Schlag, Zeit um irgendwelchen besseren Resultaten nachzutrauern bleibt keine. Und das dürfte gut sein so.

Der Start in die Partie war den Young Boys gut gelungen. Sie hielten nicht nur Kiew in Schach und vom Tor fern, sie waren gar die spielbestimmende Mannschaft. In der 15. Minute dann aber ein Dämpfer. Benitos Einwurf fand Hoarau nicht, was Kiew den ersten gefährlichen Angriff ermöglichte. Nachdem zunächst Nuhu zwar den Zweikampf, aber nicht den Ball gewann, liess Andrji Jarmolenko Von Bergen stehen und drosch den Ball ins Netz. 1-0 stand es und man war sich einig, dass dieser Treffer nun so gar nicht dem bisherigen Spielverlauf entsprach. Gut ausgesehen hatte dabei keiner der beteiligten YB-Akteure. Nicht zu diesen zählte Goalie von Ballmoos, welchem nichts anderes übrigblieb, als dem Ball nachzuschauen. Es war ein ärgerliches weil mehrfach vermeidbares Tor und dasselbe galt auch für den zweiten Gegentreffer, welchen von Ballmoos – erneut ohne auch nur einen Hauch der Chance an den Ball zu kommen zu haben – in der 34. Minute hinnehmen musste. Am Ursprung hatte wieder Benito gestanden, diesmal mit einem missglückten Zuspiel auf Aebischer. Schlimmer als der Fehlpass war nur noch seine Reaktion darauf und so kam es, dass Jarmolenko Captain Steve von Bergen zum Tänzchen bat. Dieser konnte die scharfe Hereingabe nicht verhindern und so fand diese zwischen den Beinen Nuhus hindurch den völlig freistehenden Mbokani, welcher technisch raffiniert zum 2:0 verwertete. Damit hatte der Favorit beide Fehler der Berner bestraft und damit aufgezeigt, wo der Hauptunterschied zwischen einem Championsleague-Qualifikations- und einem Superleague-Spiel liegt.

Auch die zweite Halbzeit hatte für die Berner einen frühen Dämpfer parat. Sekou Sanogo verletzte sich und konnte nicht mehr weiterspielen, was kurzfristig eine sichtbare Lücke im Defensivverbund hinterliess. Kiew kam dem dritten Treffer bedrohlich nahe, es war David von Ballmoos, welcher die beste Möglichkeit mit einem glänzenden Reflex in den Corner klärte. Je länger die Halbzeit dauerte, desto mehr nahm die Gefahr aber wieder ab, Kiew schien sich auf die Kontrolle des 2-0-Vorsprungs zu konzentrieren. So kam auch YB wieder besser ins Spiel, doch leider hatte Nuhus Kopfball aus bester Position nach einem stark getretenen Ravet-Freistoss höchstens Kreisklasse-Niveau und hüpfte entsprechend am Tor vorbei. Als bereits 90 Minuten absolviert waren, brachte der eingewechselte Assalé die Kugel gefühlvoll zur Mitte und Christian Fassnacht spedierte diese mit einem tollen Kopfball ins Netz der Ukrainer. Die Freude im Team, beim mitgereisten Anhang und in den Berner Stuben und Beizen war gross, das wichtige Auswärtstor war doch noch Tatsache und die Ausgangslage schien plötzlich wieder vielversprechend. Nun galt es nur noch, die restliche Nachspielzeit über die Runden zu bringen, wozu sich YB nun ganz tief in die eigene Hälfte zurückzog. Dies ermöglichte Kievs Goalie Koval nahe der Mittellinie einen langen Ball in Richtung YB-Strafraum zu schlagen. Dort verlor Turm Hoarau das Kopfballduell, Nuhu antizipierte nicht optimal (war auch sehr schwierig) und Mbabu liess Gegenspieler Garmash laufen. Dieser nahm den verlängerten Ball kurz an und traf kaltblütig ins kurze Eck. Ein weiterer vermeidbarer Gegentreffer aus Sicht von YB und vom Zeitpunkt her natürlich höchst ärgerlich. Zwar bleiben die Chancen auf ein Weiterkommen dank des Auswärtstores intakt. Es wird aber einer Parforce-Leistung bedürfen, um ein zweites «Wunder» à la Schachtar bewerkstelligen zu können.

Die Noten:

Von Ballmoos 5:      War zweimal geschlagen, ohne überhaupt richtig im Spiel zu sein. Grandioser Reflex gegen Korzun als er das 3:0 verhinderte.

Mbabu 4:                  Sah beim 3:1 ganz schlecht aus. Sonst soweit gefällig, fädelte das YB-Tor ein.

Von Bergen 4:          Sah bei den ersten Toren älter aus als er ist. Diese ihm anzulasten wäre aber vermessen, da er beide Male schlicht am Ende einer Fehlerkette stand.

Nuhu 4:                     Machte sogar bei allen Gegentoren eine unglückliche Figur, trägt aber so direkt ebenfalls kaum eine Schuld.

Benito 3:                   Erwischte einen schwarzen Abend, stand im Gegensatz zu von Bergen bei den ersten beiden Toren am Anfang der Kette.

Sanogo 5:                  Erneut mit einem starken Auftritt, physisch jedem Gegenspieler mindestens gewachsen. Wir wünschen bon retablissement!

Aebischer 3,5:          Machte einen etwas nervösen Eindruck und hatte eine für ihn ungewohnt hohe Fehlpassquote.

Sow 4:                        Traf noch etwas oft die falsche Entscheidung, war aber aktiv.

Ravet 4,5:                   Auch er kam nicht so zur Geltung wie gewohnt, arbeitete aber viel und hatte mit Mbabu die rechte Seite gut im Griff.

Fassnacht 5:              Hatte in der ersten Halbzeit Mühe die Bindung zum Spiel zu finden, kämpfte aber vorbildlich und erzielte schliesslich das wichtige Auswärtstor.

Hoarau 3,5:                Braucht natürlich noch etwas Zeit und wurde erneut enorm isoliert. Fand nicht wie gewünscht ins Spiel, was ihn sichtlich nervte.

Assalé 4,5:                 Kam in der 52. Minute für den verletzten Sanogo und brachte neuen Schwung in die Offensive. Schöne Vorarbeit zum zwischenzeitlichen 2:1 Anschlusstreffer.

Bertone 4,5:                  In der 62. Minute für Aebischer eingewechselt. Brachte Stabilität und war kampfstark, aber mit wenig Wettkampfglück.

Lotomba (77. für Benito) ohne Note

 

 

Vorschau Dynamo Kiew – BSC Young Boys

26. Juli 2017 um 16:39 von Cabrón in der Kategorie Matchvorschau, YB

YB startet, vier Tage nach dem furiosen und euphorisierenden 2:0 Sieg, in Kiew in die Europapokal Saison 2017/18. Das junge Team von Adi Hütter macht sich auf, um in Europa erneut für Furore zu sorgen. Genauso wie vor einem Jahr, als man den ebenfalls aus der Ukraine stammenden Widersacher Schachtar Donezk aus der CL Qualifikation schoss.

Was damals galt, gilt auch heute: Der Zweite der abgelaufenen Ukrainischen Meisterschaft gilt als Favorit aber die Gelbschwarzen steigen mit guten Aussenseiterchancen in diese dritte Qualifikationsrunde zur Champions League. Adi Hütter erwartet einen vor allem im physischen Bereich starken Gegner, der im Gegensatz zu seinem Rivalen aus Donezk weniger auf brasilianische Ballzauberer als vielmehr auf einheimisches Schaffen setzt. Dynamo ist mit 15 Meisterschaften (zuletzt in den Jahren 2014/15 und 2015/16) Ukrainischer Rekordmeister zudem auch dreizehnfacher sowjetischer Meister und zweifacher Sieger des Europapokals der Pokalsieger. Seit Jahren Gast in der Champions und Europa League, schloss man die letztjährige CL Kampagne etwas enttäuschend als Vierter hinter der SSC Napoli, dem SL Benfica und Besiktas Istanbul ab. Zu den bekanntesten Spielern des Klubs gehören Oleh Blochin (Europas Fussballer des Jahres 1975 und 101-facher sowjetischer Nationalspieler), Igor Belanow (Europas Fussballer des Jahres 1986 und 2003 Besitzer des FC Wil) und Andrij Schewtschenko (Europas Fussballer des Jahres 2004, Champions League Sieger 2002/03 und 111-facher ukrainischer Nationalspieler). Aus dem aktuellen Team dürften uns mit Ausnhame von Yarmolenko und dem ehemaligen Basler Derlis Gonzalez kaum noch ein Spieler bekannt sein.

Die Young Boys reisen mit Selbstvertrauen in die ukrainische Hauptstadt. Im Wissen, dass der Gegner stark aber nicht unbezwingbar ist, man über eine talentierte junge Mannschaft verfügt und vom Verletzungspech bisher verschont blieb. Soll heissen, unser Coach kann heute aus dem Vollen schöpfen. Einzig der zurzeit angeschlagene Taulant Seferi und die «Überzähligen» Alex Gerndt, Sven Joss und Gregory Wüthrich haben die Reise vom Belpmoos nach Kiew nicht mitgemacht.

Da Dynamo Kiew bereits ein Supercup- und zwei Meisterschaftsspiele (unteranderem zwei Mal gegen Schachtar) in den Beinen hat, fällt der übliche Vorteil des frühen Schweizer Meisterschaftsbeginns zwar weg, es bleibt uns aber immer noch die Hoffnung, dass die durchwegs gute Stimmung im Verein und der erfolgreiche Meisterschaftsstart, heute Abend den kleinen Unterschied machen kann.

Trotz anstrengenden Wochen scheint es zu früh um in den Rotationsmodus zu schalten. Einerseits muss sich die Mannschaft noch weiter einspielen und andererseits verlangt einem ein Gegner des Kalibers Dynamo Kiew alles ab, respektive verlangt nach der voraussichtlich stärksten Elf. Ausser im Zentralen Mittelfeld, wo wir anstelle Michel Aebischers den defensiv etwas stärkeren und international erfahreneren Leonardo Bertone erwarten, verlässt sich gaeubschwarz.be auf die erfolgreiche Equipe des letzten Wochenendes und ist überzeugt, dass im Spiel 1 der diesjährigen Europapokal Kampagne der BSC YB nicht als Verlierer nach Bern zurückreisen wird.

Aufstellung gegen Dynamo Kiew