yb-stgallen_10nov2019_10

BSC YB – FC St. Gallen 4:3

Nach sieben Spielen in 23 Tagen nach zweimaligem Rückstand noch zu gewinnen, zeugt von besonderen Qualitäten. Zum Abschluss des intensiven Programms der letzten drei Wochen sorgte YB gegen St. Gallen noch einmal für Spektakel. Im Vorfeld der Partie stand der aktuelle Lauf des FCSG im Vordergrund, sowie der Ostschweizer Wunsch, nach 14 Jahren wieder einmal in Bern zu gewinnen. Letzteres gelang zum Glück nicht, ersteres wurde zumindest gebremst.

Die Young Boys nahmen das Spiel an diesem kühlen Novembernachmittag mit einem Europacup-Auftritt in den Knochen und einer nach wie vor langen Verletzungsliste in Angriff. So erstaunte es nicht, dass die Überfall-Taktik der St. Galler zunächst aufging. Ein schneller Pass von rechts in den Strafraum und Babic schoss die Gäste in Führung. Die Gelbschwarze Defensive präsentierte sich arg verunsichert und konnte froh sein, nicht umgehend das 0:2 zu erhalten. Gut, wenn man in einer solchen Situation auf Standards zurückgreifen kann. Zesiger brachte YB mit einem perfekt platzierten Kopfballtreffer nach 23 Minuten ins Spiel zurück. Leider währte dieses Glück nur kurz und Itten brachte St. Gallen ebenfalls nach einem Corner erneut in Führung.

Das Spiel wogte zwar hin und her und brachte den Zuschauern viel Spektakel, aus YB-Sicht war jedoch die Defensive schlicht zu anfällig. Gut für die Young Boys, dass es auf der anderen Seite nicht viel besser war. Eine tolle Flanke von Garcia erreichte Fassnacht, der mit einem wuchtigen Kopfball den Gleichstand wieder herstellte. Nach einer Halbzeit, die auch 5:3 für den FCSG hätte enden können, tat die Pause allen Beteiligten gut.

Vorerst hielt das Spektakel aber auch nach dem Seitenwechsel an und YB versuchte mehr Druck auf St. Gallen aufzubauen. Erfolg hatte erneut Zesiger, der zum zweiten Mal seinen Kopf an der richtigen Stelle hatte und YB nach einem Cornererstmals in Führung brachte. Mit seinen zwei wichtigen Toren liess der Seeländer seine fahrige Defensiv-Leistung fast vergessen. Nun reicht es hoffentlich und YB übernimmt das Spieldiktat. Das haben sich zu diesem Zeitpunkt sicher viele Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Wankdorf gedacht. Sie lagen leider falsch. Nur fünf Minuten später bezwang Demirovic Wölfli, der nach der Pause für den angeschlagenen Von Ballmoos übernommen hatte. Wölfli sah bei diesem Gegentor etwas unglücklich aus, allerdings reagierten auch Sörensen und Zesiger zu langsam.

Wie schon in Genf erhielt YB erneut drei Gegentreffer. Immerhin traf YB zu diesem Zeitpunkt ebenso oft. Doch ein Punkt war natürlich zu wenig. YB erspielte sich gute Möglichkeiten, wenn auch etwas die Präzision fehlte. Hoarau lief sich bereits an der Seitenlinie warm, bereit sein Comeback zu geben. Daraus wurde zum Glück nichts. Zum Glück, weil Nsame die Hereingabe von Ngamaleu nach einer Pirouette zum 4:3 verwertete. Damit fand das torreiche Spiel ein Ende und YB durfte sich als Leader in die Natipause verabschieden.

Von Ballmoos 4,5 Schwieriges Spiel für Dävu. Kassiert in einer Halbzeit zwei Tore, verhindert ein Drittes und muss verletzt raus.

Wölfli 4,5 Erster Saisoneinsatz, beim Gegentor nach fünf Minuten zögert er etwas. Danach sicher.

Janko 4,5 Zu Beginn etwas wacklig, danach sicherer. Setzte auch offensiv Akzente.

Sörensen 4 Manchmal funktionierten seine rustikalen Abwehraktionen, manchmal stand er auch einfach zu weit weg von seinen Gegenspielern.

Zesiger 5,5/3,5 Eine Note für die Offensive und eine für die Defensive.

Garcia 4 Zu Beginn wurde er regelmässig von den St. Galler Stürmern überrumpelt. Im Aufbauspiel gelang ihm mehr.

Fassnacht 5 Schönes Tor zum 2:2. Ein zweites verpasste er nur knapp.

Lustenberger 5,5 Versuchte Ordnung in die Defensive zu bringen und rettete mit einer starken Grätsche.

Aebischer 5,5 Gute Übersicht und zwei Corner, die zu Toren führten.

Ngamaleu 5 Ballverluste bei der Defensivarbeit und tolle Dribblings in der Offensive.

Nsame 5 War lange wenig sichtbar, aber eben: „Früecher oder speter…“

Assalé 4,5 Wieder einmal viel Aufwand, der aber nicht mit einem Tor belohnt wurde.

Lotomba 4,5 Ersetzte Janko und brachte etwas Sicherheit.

Bürgy Keine Note

Tags: Keine Tags

Add a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.