FC Thun – BSC Young Boys 1:1

10. Februar 2019 um 19:53 von Marco in der Kategorie YB

Kurz vor Spielbeginn wurde die verletzungsbedingte Absenz von Hoarau bekannt. Das war zwar eine ärgerliche Nachricht, doch aufgrund der geballten Offensivkraft von YB, nicht weiter beunruhigend. Im Fokus stand sowieso zuerst die gelbschwarze Defensive in Person von Sandro Lauper. Dieser wurde zuerst überspielt, konnte danach den Abschluss von Hunziker kurz vor der Torlinie mit etwas Glück abfangen. Diese Chance nach gut fünf Minuten zeigte, dass mit Thun zu rechnen war. Doch auch YB agierte munter, insbesondere Assalé zeigte sich gewohnt wirblig und kam nach einer Vorlage Aebischers zu einem vielversprechenden aber erfolglosen Abschluss.

Nach einer Phase in der Thun mehr vom Spiel hatte, stand erneut die Nummer 17 der Young Boys im Fokus. Nach einem Ballverlust von Sutter schnappte sich Assalé das Leder und suchte den Torerfolg. Sein Schuss blieb aber hängen. Nach einem weiteren Schuss von Ngamaleu war zum Glück Fassnacht für den Nachschuss mit dem Kopf zur Stelle. Ebenso Thuns Glarner, allerdings mit ausgestreckter Hand auf Kopfhöhe. Klossner reagierte prompt und korrekt und zeigte auf den Punkt. Von dort verwertete Assalé mit einem Hammer, in dem einiges an Frust über verpasste Chancen steckte. Führung für den Meister! In der Folge flachte das Spiel zwar etwas ab, was aber nicht zwingend schlecht war. YB kontrollierte das Geschehen mehrheitlich und liess kaum mehr Gefahr zu. Erst kurz vor dem Pausenpfiff wurde es vor Von Ballmoos noch einmal hektisch, doch der Emmentaler sorgte dafür, dass YB mit der Führung in die Pause ging.

Auch nach dem Seitenwechsel war die Intensität vorerst eher tief, stärker wurde einzig der Regen. Es dauerte zehn Minuten bis YB dem 2:0 bis auf wenige Zentimeter heran kam. Fassnachts Abschluss knallte an die Latte. Die Elf von Seoane präsentierte sich in solider Verfassung, es fehlten aber die Momente der Überraschung oder des Überfalls. In solchen Fällen können Standards Wunder wirken. Benitos Freistoss nach knapp 70 Minuten gehörte leider nicht dazu. Auch Thun kam gelegentlich gefährlich vors Stadtberner Tor, doch die Abwehr von YB agierte gefestigter als noch gegen Xamax. Leider nur bis zur 80. Minute. Eine scharfe Flanke von Salanovic fand in Spielmann den perfekten Abnehmer, dieser glich für Thun aus. Das Duo Von Bergen/Lauper wurde dabei überrumpelt.

Zumindest war YB nun wieder wach und drückte in den verbliebenen Minuten auf das zweite Tor. Insbesondere die Einwechselspieler Gaudino und Garcia machten zwar noch Druck, doch der Torerfolg blieb aus. Das Unentschieden gegen Thun ist kein Unglück, doch möglicherweise war das Fehlen von Hoarau doch eine Absenz zu viel.

Von Ballmoos 5 Beim Gegentor machtlos, ansonsten souverän.

Benito 5 Gute Übersicht und Pässe nach vorne, aber kein Exploit.

Von Bergen 5 Eigentlich gewohnt solid, die Organisation der neu formierten Abwehr ist aber noch nicht abgeschlossen.

Lauper 4.5 Auch er benötigt ev. noch etwas Zeit, bis er sich blind mit Von Bergen versteht, doch es kommt gut.

Schick 5 Der sichere Wert, wie man ihn kennt. Das schlechte Abschneiden seiner Landsfrauen bei der WM-Abfahrt wirkte sich nicht negativ auf seine Leistung aus.

Ngamaleu 4 War weniger sichtbar als gegen Xamax und mitverantwortlich, dass die YB-Offensive nie richtig in Schwung kam.

Sow 4.5 Fiel wenig auf, wenig ab und am Ende auf das Knie von Hediger.

Aebischer 4.5 Eigentlich ein guter Auftritt, doch die Impulse nach vorne waren rar.

Fassnacht 5 Bei seinem Lattenschuss fehlte nicht viel und auch sonst ein guter Auftritt.

Nsame 3.5 Das war zu wenig. Auch mit Assalé statt Hoarau an der Seite fand Nsame nie richtig ins Spiel. Hoffentlich löst sich der Knoten bald wieder.

Assalé 5 In der ersten Halbzeit war er der Aktivposten der YB-Offensive und sicherer Penaltyschütze. Danach baute er etwas ab.

Gaudino Keine Note Gelbschwarze Premiere für den Neuzuzug. Zeigte sich bemüht.

Garcia Keine Note Kam spät für Ngamaleu und konnte nicht mehr viel ausrichten.

Vorschau FC Thun – BSC YB

10. Februar 2019 um 10:19 von Jänu in der Kategorie YB

Der Plastik in der Stockhornarena scheint unseren Jungs zu liegen. Mit Ausnahme der Niederlage in der letzten Saison muss man nämlich schon ziemlich lange im verstaubten und oft vom Bier leicht getrübten Erinnerungsstübchen wühlen, bevor man auf die vorletzte Niederlage stösst. Sie fand am 8. Dezember 2013 statt, als man den Thunern mit 0:1 unterlag. Es war jenes Spiel, als sich Marco Wölfli schwer verletzte und Yvon Mvogo für ihn eingewechselt wurde und fortan das Berner Tor als Nummer 1 hüten sollte.

Abgelöst wurde er von unserem heutigen Stammtorwart David von Ballmoos, der auch in Thun zwischen den Pfosten stehen wird. Davor wird Trainer Seoane nur wenig Grund zur Veränderung haben. Zwar muss der Abwehrverbund um einiges kompakter und konsequenter agieren als gegen Xamax, jedoch dürfte sich die Viererkette in ihrer personellen Zusammensetzung nicht verändern. Schick und Benito beackern die Seiten und schlagen die schönen Flanken zur Mitte (oder skoren sogar selbst) und im Zentrum halten Lauper und von Bergen den Laden zusammen. Wobei vor allem ersterer an seiner alten Wirkungsstätte besonders motiviert sein dürfte und durch kluge Spieleröffnungen glänzen soll. Auch das Mittelfeld wird Seoane voraussichtlich unberührt aus dem Xamax-Spiel übernehmen. Einzig im Sturm könnte es zu einer Rochade kommen. Der kleine, wirblige und schnelle Assalé ist eine Alternative zum grossen, bulligen und durchschlagsstarken Nsame für den Platz neben Hoarau.

Die Thuner sind diese Saison die Überraschungsmannschaft der Super League – wie eigentlich fast immer. Mit einem Sieg könnten sie mit dem zweitplatzierten Basel gleichziehen – könnten. Zwar deutet nichts auf einen Einbruch der Thuner hin. Der etwas verspätete Rückrundenauftakt am Mittwoch in Lugano gewann man jedenfalls souverän. Allerdings ist YB dermassen stark, dass es heute für den kleinen Nachbarn kaum etwas zu holen gibt. Dazu kommen die lange Reise und die müden Beine aus dem Lugano-Spiel. Diese könnten heute nebst der individuellen Klasse ein entscheidender Vorteil für YB sein. Allerdings braucht es gegenüber dem Xamax-Spiel eine Leistungssteigerung. Denn die Thuner werden erstens nicht so viele Ballverluste produzieren und zweitens ihre Torchancen auch nutzen, besser also sie kommen gar nicht erst zu diesen. Dazu braucht es aber besonders im Zentrum einen besseren Auftritt als letzten Samstag. Die Abstimmung zwischen den zentralen Mittelfeldspieler und der Innenverteidigung muss besser passen, so dass der Gegner keine Räume zwischen den Ketten vorfinden kann.

YB wird dies heute gelingen. Die Fans erleben nach dem langen Marsch einen erfrischenden 3:0 Sieg. Hoarau, Sow und Nsame treffen für Gelbschwarz und sorgen so dafür, dass der Leader einmal mehr die volle Punktzahl aus der Stockhornarena mitnimmt.