FC Thun – BSC Young Boys 0:0

29. Mai 2017 um 17:56 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

YB und der FC Thun trennten sich brüderlich die Punkte. Das Testspiel nutzte Adi Hütter um seine Mannschaft im 3-4-3 aufzustellen, so bekam Nuhu die Chance neben den Oldies Rochat und von Bergen in der Innenverteidigung und mit den beiden Aussenverteidiger Mbabu und Benito im Mittelfeld, die Abwehr zu bilden. Diese 5 machten dies so gut, dass Marco Wölfli in seinem 1. Saisonspiel gleich die «Null» mit nach Hause nehmen konnte. Während im defensiven Mittelfeld vor allem Aebischer herausgestochen ist, blieb der Angriff gestern in brütender Hitze einiges Schuldig.

Vielleicht lag es an den hohen Temperaturen oder auch ein wenig an der Testspielatmosphäre, doch als besonders spektakuläres Berner Derby wird das gestrige Spiel sicher nicht in die Annalen eingehen. Die Young Boys brauchten einige Zeit um sich an das ungewohnte 3-4-3 System zu gewöhnen und schafften dies, wenn überhaupt, nur in defensiver Hinsicht ohne grössere Probleme. Die Abwehr stand äusserst gut und kompakt, doch gelang ein schnelles Umschaltspiel nur zaghaft und hauptsächlich über Mbabus rechte Seite, während man im Angriff mit den wenigen Bällen zu hektisch und meist auch eigensinnig umging.

Ein Schuss Hedigers an das Lattenkreuz und der Anschliessende Nachschuss von Sorgic waren die besten Möglichkeiten des Heimteams in Halbzeit 1. Zwar hatte auch YB seine Möglichkeiten, doch diese vergab man zumeist bereits im Ansatz und bevor es richtig gefährlich werden konnte. Einzig kurz vor der Pause musste Ruberto aktiv eingreifen, als Roger Assalé alleine auf ihn zustürmte aber den Ball des herauseilenden Torwarts pariert sah.

Hatten die Thuner zu Beginn eher mehr vom Spiel und die zwingenderen Chancen, so vermochten die Gelbschwarzen nach dem Pausentee die Partie ausgeglichener zu gestalten. Aebischer, nach einem schnellen Angriff über Rechts und Ravet mit einem Weitschuss, prüften den Thuner Torwart. Als sich Jaccottet in der 79. Minute entschied Schirinzi, in seinem letzten Spiel für den FC Thun, nach dessen hohen Bein vom Feld zu stellen, bekamen die Hauptstädter vollends die Oberhand, ohne aber das Spiel für sich entscheiden zu können. So ging am Ende die Punkteteilung für beide Teams in Ordnung. Schlüsse ob dem 3-4-3 zu ziehen ist schwierig doch wir nehmen mit Wohlwollen zur Kenntnis, dass die Vorbereitung auf die Saison 2017/18 im vollen Gange ist.

Noten:

Wölfli 4,5 – Der Wolf hielt in seinem 422 Spiel für die Young Boys seinen Kasten zum 110 Mal rein. Trotzdem konnte das Berner Urgestein die fehlende Spielpraxis nicht vollends verheimlichen.
Nuhu 5 – Verteidigte ohne Fehl und Tadel und setzte gegen Ende des Spiels auch Akzente gegen Vorne.
Von Bergen 5,5 – War immer da wenn es brenzlig wurde, hielt die Defensive souverän zusammen und verhalf Wölfli so zu einem Shutout.
Rochat 5 – Gute Leistung vom Oldie. Rettet gegen Ende des Spiels in höchster Not das Unentschieden.
Mbabu 5 – Liess gegen Hinten fast nichts zu und beflügelte das Angriffsspiel gegen Vorne.
Aebischer 5 – Findet immer mehr seinen Platz im Team. Gestern viel er auch wieder vermehrt als Spielgestalter auf.
Zakaria 4 – Stopft gewohnt souverän die Löcher – hatte aber auch schon stärkere Spiele.
Benito 4 – Blieb ohne nennenswerte Fehler, fand aber trotzdem nie richtig ins Spiel.
Schick 3,5 – Auch wenn nur wenig Bälle den Weg zu ihm fanden, kam gestern zu wenig vom Österreicher.
Assalé 3,5 – Rannte viel aber selten mit Plan. Zudem vergab er die paar wenigen Chancen die sich ihm boten, bereits im Ansatz.
Ravet 3,5 – Es scheint als ginge unserem Assistgeber Nr. 1 gegen Ende der Saison die Puste aus.
Gerndt 3,5 – Fand nie wirklich ins Spiel.
Lecjaks – kam nach 80 Minuten für Rochat.

FC Sion – BSC Young Boys 0:1

8. Mai 2017 um 19:23 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Eigentlich ist Adi Hütter und sein Team für Pressing und eine offensive Ausrichtung bekannt. Lieber ein 4:3 als ein 1:0, so kündigte sich der Trainer der Berner Kampfmannschaft bei seiner Vorstellung in Bern an. Doch gestern gegen Sion hiess es: kompakt stehen, die Räume engmachen und aus einer gesicherten Defensive schnelle Konter lancieren. So sah der Plan aus, so wurde er umgesetzt und am Ende erwies er sich auch als richtig. Den Young Boys ist nach diesem 1:0 Auswärtssieg der 2. Platz und somit die Champions League Qualifikation kaum mehr zu nehmen.

Obwohl die Artisten des Cirque Constantin zu Beginn mehr vom Spiel hatten und mehrheitlich im Ballbesitz waren, gelang es der Heimmannschaft nicht genügend Druck aufzubauen, um die vom Captain Steve von Bergen organisierte Abwehr in Verlegenheit zu bringen. Kaum ein Ball der Walliser kam gefährlich auf das Tor der Berner und wenn doch, so stand mit Yvon Mvogo ein sicherer Wert zwischen den Pfosten. Die Gelbschwarzen standen tief, liessen den Gegner kommen und auch nach der Verletzung Sanogos arbeiteten alle konsequent nach Hinten, was ein Spektakel zwar weiterhin nicht zuliess aber die Weissroten zermürbte.

YB spielte mit viel Geduld und Disziplin und wartete auf seine Chancen die meist nach schnellen Kontern über die Seiten entstanden. Eine solche führte kurz vor der Pause zum Freistoss welcher das Spiel entscheiden sollte. Der lauffreudige Mbabu überlief mit etwas Glück die gesamte linke Abwehrseite der Walliser und konnte von Gent-Leihgabe Taravel nur durch ein Foul an der Strafraumgrenze gestoppt werden. Der äusserst auffällige Sulejmani hämmerte den fälligen Freistoss, links an der Mauer vorbei, zum umjubelten 0:1 in die Maschen.

Neben der Nervosität machte sich beim FC Sion in der zweiten Halbzeit je länger je mehr auch noch Ratlosigkeit breit und so gehörten am Ende die wenigen besonderen Aktionen den Bernern. Zum Beispiel Bertone, dessen Kopfabwehr, unter den Augen Rochats, am Pfosten landete. Oder ebendiesem Rochat, der sich mutig in den Schuss Pingas warf und so den Ausgleich verhinderte. Aber auch Aimery Pinga, dem YB-Junior der erst letzten Oktober vom Wankdorf in den Tourbillon wechselte und gestern zu seinem ersten Super League Einsatz kam.

Es blieb beim wichtigen und verdienten 1:0 Auswärtssieg. In Bern wird ab sofort wieder von Sternen und vom Europapokal geträumt und die Mannschaft des Christian Constantin macht sich auf ins Trainingslager, zur Vorbereitung auf ein Spiel gegen den FC Basel, das irgendwann um den 25. Mai 2017 in Genf stattfinden soll.

Noten:
Mvogo 5: Hatte nur eine kleine Unsicherheit, hielt aber sonst gewohnt stark die Null fest.
Mbabu 5: Beackerte die rechte Seite unermüdlich und erfüllte auch seine defensiven Aufgaben.
Von Bergen 5: Führte seine Abwehr souverän und spielte mit ihr zum zweiten Mal in Folge zu Null.
Rochat 4,5: Lies nichts anbrennen, warf sich in die Schüsse und bewies bei Bertones Kopfball, an den eigenen Pfosten, ein gutes Auge.
Lecjaks 4,5: Blieb ohne Fehler. Seine Flanken fanden gestern aber selten einen Abnehmer.
Ravet 4: Für einmal arbeitete der Franzose auch gut gegen hinten, wodurch wohl seine Stärke in der Offensive etwas darunter litt.
Sanogo 4: Bevor Sekou richtig ins Spiel fand, musste er bereits verletzungsbedingt wieder vom Feld.
Zakaria 4,5: Stopfte die Löcher im Mittelfeld aber blieb Offensiv unauffällig.
Sulejmani 5,5: Der Walliser Publikumsliebling arbeitete viel (gegen Vorne und gegen Hinten!) und traf herrlich.
Bertone 4,5: Wie Zakaria auch von Bertone ein gutes Spiel. Hatte Glück bei seiner Kopfballabwehr an den Pfosten.
Frey 4: Arbeitete wie alle anderen viel aber ihm fehlte gestern das Glück.
Aebischer 4,5: Fand sofort ins Spiel und erledigte seine Arbeit gut und unauffällig.
Schick 4: Führte sich nach seiner Einwechslung für Ravet nahtlos ins Defensivkonzept ein blieb aber auch unauffällig in der Offensive.
Gerndt kam in der 84. Minute für Sulejmani.

BSC Young Boys – FC Lugano 1:2

24. April 2017 um 19:56 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Steffi habe mit ihrem Freund Schluss gemacht, erzählt die Brünette ihrer blonden Sitznachbarin. Kinder rennen kreischend durch die Sitzreihen – deren Väter drehen ihnen den Rücken zu, schauen Richtung Balkon und fragen sich: «Isch René o da hüt?» Die schattige Ostkurve singt, hüpft und säuft auf jedem Fussballplatz, während sich das junge Ehepaar im C der Jacken entledigt, die Sonnenbrille richtet und sich mit dem Frühlingsbier zuprostet. Auf dem Feld plätschert derweil die Partie YB – Lugano vor sich hin.

Erholen sich die Zuschauer noch von der SCB Meisterfeier? Trötzelet man noch immer wegen dem Cup-Aus gegen Winterthur? Oder ist die Luft ganz einfach draussen, da in der Tabelle gegen Oben wie gegen Unten (anscheinend) nichts mehr geht? Die Bernerinnen und Berner interessieren sich an diesem Tag nicht wirklich für ihre gelbschwarze Liebe. Es wird zwar diskutiert, erklärt, geschaut und mit dem Finger gezeigt aber das wenigste hat mit dem Geschehen auf dem Platz zu tun. Dabei bekommt man gar kein schlechtes Spiel geboten. Die Young Boys behaupten geschickt den Ball in den eigenen Reihen (Ballbesitz 1. HZ 67% : 33%) und erarbeiten sich dann und wann gute Abschlussmöglichkeiten, ohne dabei erfolgreich zu sein. Der FC Lugano spielt auf seine typisch italienische Art aus einer bestens organisierten Defensive und schaltet blitzschnell um, um ihre gefürchteten Konter zu lancieren. Trotzdem hat die Partie den Charakter eines Testspieles.

YB verteidigt hoch aber nicht zu übermütig, um den konterstarken Luganesis nicht ins offene Messer zu laufen. Trotzdem dauert es keine 7 Minuten als genau dies ein erstes Mal der Fall ist. Eine weite Flanke von Mariani findet Sadiku und dessen scharfe Hereingabe verwertet der ehemalige YB Junior und aktuelle Shootingstar Ezgjan Alioski aus 3 Metern. Im Stadion nimmt man es zur Kenntnis. Danach zirkuliert der Ball erneut in den Reihen der Gelbschwarzen aber ausser bei Standards sind kaum gefährliche Chancen zu erkennen. Freys Kopfball nach einem Eckball ist zu harmlos und Sulejmanis Freistoss knallt an die Querlatte. Danach versuchte sich Michi mit Rechts aus 11 Metern Entfernung, doch treffen tut er nur den gegnerischen Verteidiger Sulmoni.

Man kann dem Heimteam keineswegs Passivität vorwerfen. Sie verteidigen hoch, lassen den Ball laufen, wechseln vermehrt die Seiten und doch scheint es als fehle mit Hoarau die einzig mögliche Angriffsvariante. Es fehlt die Anspielstation in der Spitze, wenn der Stürmer nach einer Verletzung noch nicht richtig ins Team zurückgefunden hat oder die Flügelspieler einen schwachen Tag einziehen. Sanogo, der nach einem Doppelpass alleine vor Salvi scheitert und Alexander Gerndt, welcher seinen Voleyschuss ebenfalls vom Tessiner Keeper abgewehrt sieht, bleiben die wenigen ungenutzten Ausnahmen in der 1. Halbzeit.

Dazwischen immer wieder das schnelle Umschaltspiel Luganos. Was vor der Pause noch glimpflich ausgeht, als Sadiku den Querpass Alioskis an den Pfosten hämmert, ist kurz nach der Pause die Entscheidung. Mariani schickt den Albaner auf Reisen und der trifft nach einem Sprint trocken mit einem Flachschuss zum 0:2. Die meisten YB Fans im Stadion haben auch diesen Treffer mitbekommen.

Halbzeit 2 ist nun ausgeglichener. Die Young Boys sind bemüht den Anschluss zu finden, haben aber bei ihren Abschlüssen weiterhin nicht das Glück des Tüchtigen und der Gast scheitert bei seinen Kontern mehrmals am hervorragend reagierenden Yvon Mvogo. Es ist der junge Michel Aebischer der mit seinem Jokertor in der 86. Minute Resultatkosmetik betreibt und zu seinem ersten Super League Treffer kommt. Er wird in seiner Karriere sicher noch wichtigere Treffer erzielen aber in diesem Fall ist man im Stadion ganz einfach froh, dass man auch für die eigenen Farben einen Treffer zur Kenntnis nehmen durfte.

Die Noten:

Mvogo 5 Durch seine starken Paraden verhinderte Yvon eine höhere Niederlage.
Mbabu 4 Zu Beginn sehr bemüht und mit gewohntem Zug in der Offensive. Tauchte im Verlauf der Partie ab.
Von Bergen 4 Organisierte die Defensive weitgehend gut und versuchte gegen Ende des Spiels, mit einigen Offensivaktionen, die Mannschaft anzutreiben.
Rochat 3,5 Defensiv dann und wann etwas anfällig und in der Spieleröffnung fehlerhaft.
Joss 3,5 Startete konzentriert war über die 90 Minuten aber zu wenig aktiv und fehleranfällig.
Schick 3 In allen Belangen eine sehr bescheidene Leistung des Österreichers.
Sanogo 4,5 Kampfstark wie immer aber auch er vermochte das Spiel nicht in die richtigen Bahnen zu lenken. Vergibt alleine vor Salvi.
Zakaria 4 Auch der andere ZM gewann einige Bälle im Mittelfeld aber vermochte nicht viel mit dem Ballbesitz anzufangen.
Sulejmani 4 Sehr bemüht in der Offensive mit einigen guten Aktionen aber defensiv etwas träge.
Frey 3,5 Hatte 2 – 3 gute Möglichkeiten, schaffte es aber wieder nicht den Topskorer Hoarau zu ersetzen.
Gerndt 3 Eine gute Direktabnahme und sonst… Alex hat nach seiner langen Verletzung noch nicht in das YB Spiel zurückgefunden.
Aebischer 5 Läuferisch und kämpferisch stark. Ausserdem mit seinem ersten SL Treffer!
Seferi 3,5 Fand nach seiner Einwechslung nie ins Spiel.

FC Lugano – BSC YB 0:2

20. März 2017 um 17:09 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Schönstes Sommerwetter, 25 Grad und 3 Punkte im Schongang – ein perfektes Wochenende. Die Young Boys gewinnen trotz bescheidener Leistung im Stadio di Cornaredo vor 4’121 Zuschauern dank den jungen Wilden, dem Schönwetterfussballer Miralem Sulejmani und Effizienz, verdient mit 2:0.

Auch wenn vieles an das 0:0 vom vergangenen Wochenende erinnerte und schlimmes befürchtet werden musste, war gestern doch vieles anders. Adi Hütter stellte neben dem Routinier Rochat, welcher den verletzten Abwehrchef von Bergen ersetzte, die jungen Mbabu (21), Nuhu (21) und Joss (22) auf und gab so dem YB-Nachwuchs die Möglichkeit Spielpraxis zu sammeln und sich für weitere Aufgaben in Bern aufzudrängen. Die Jungs machten dies bis auf ein paar wenige Unsicherheiten gut. Auch wenn die Luganesi gestern sicher nicht den stärksten Sparringspartner abgaben, so konnte sich Mbabu, welcher Hoarau das 2:0 auflegte und auch sonst mit gewohntem Zug die rechte Seite beackerte aber auch Sven Joss, mit seinem schönen Lupfer auf Sulejmani zum 1:0, präsentieren und zeigen, dass sie durchaus eine Alternative über die Saison 2016/17 hinaus sein könnten. Dazu stand in Lugano neben Gerndt neu auch der andere Langzeitverletzte Loris Benito wieder einmal auf dem Matchblatt und diese stellten zusammen mit Lecjaks, Ravet und Frey eine ganz beachtliche Auswechselbank.

Auch bekam Sulejmani erneut eine Chance zu zeigen, dass er zu viel mehr fähig ist, als dass er bis anhin in dieser Saison gezeigt hatte. Als wollte er den Stempel des Schönwetterfussballers zelebrieren, packte er sein schönstes Sommergewand aus und entschied die Partie beinahe im Alleingang. Jeder einigermassen gefährliche Angriff (auch wenn es gestern nicht allzuviele davon gab) fanden den Weg über des Serbens linken Fuss. So fiel es für einmal nicht ins Gewicht, dass Leistungsträger wie etwa Hoarau oder Sanogo mit angezogener Handbremse zu spielen schienen und nur wenig Einfluss auf das Spiel hatten.

Ansonsten sind die (Haupt-)Ereignisse des Spiels schnell zusammengefasst:

11. Minute Sulejmani setzt sich mit etwas Glück am rechten Flügel durch, zieht zur Mitte und prüft Torhüter Salvi aus 15 Metern.
52. Minute Sadiku bringt eine Flanke volley aufs Tor, doch Mvogo reagiert glänzend.
72. Minute Joss’ Lupfer in den Strafraum findet den Kopf von Sulejmani und der köpft den Ball am zweiten Pfosten zum 1:0 ins Tor.
74. Minute Hoarau hat nach einem Querpass Mbabus alle Zeit der Welt und trifft aus kurzer Distanz zum Endresultat von 0:2.
81. Minute Alioski zieht nach einem katastrophalen Rückpass Nuhus alleine auf Mvogo, vergibt aber kläglich.

So bedankten sich die Young Boys am Ende, nach nur 3:2 Torschüssen aber 57:43 % Spielanteilen und einem Cornerverhältnis von 6:10, beim treuen, mitgereisten Anhang und verabschiedeten sich in die Nationalmannschaftspause.

Die Noten:
Mvogo: 4,5 Wurde ein einziges Mal geprüft und bestand diesen Test souverän.
Mbabu: 5 Brachte viel Zug über die rechte Seite und bereitete den Treffer zum 2:0 vor.
Rochat: 4,5 Der Oldie ersetzte den verletzten Abwehrchef von Bergen und machte dies mit Ausnahme einiger Abspiele gut.
Nuhu: 4,5 Eine sehr ansprechende Partie des jungen Ghanaer. Spielte abgeklärt, defensiv stark und mit gutem ersten Pass bis zu seinem fürchterlichen «Rückpass» in der 81. Minute.
Joss: 4,5 Bekam den Vortritt gegenüber Lecjaks, spielte gut und bereitete den Treffer zum richtungsweisenden 1:0 vor.
Schick: 3,5 Lieferte ein unauffälliges Spiel ab.
Sanogo: 4 Offensiv äusserst unauffällig, konzentrierte sich die Kampfmaschine auf seine Rolle des Zerstörers.
Bertone: 4 Das Spiel fand auf den Flügeln statt und so kamen die offensiven Stärken Bertones zu wenig zur Geltung.
Sulejmani: 5,5 Ist er doch ein Schönwetterfussballer? Trumpfte bei sommerlichen Temperatur wieder einmal auf. War an allen Toren und Chance(n) beteiligt. Arbeitete ebenfalls sehr gut defensiv.
Hoarau: 4 Der Captain blieb trotz seines Tores eher blass.
Assalé: 3,5 War viel unterwegs wusste aber meist nichts zählbares mit dem Ball anzufangen.
Ravet: 4 Kam für einmal von der Bank aber konnte dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken.
Frey: 4 Wollte aus der kurzen Einsatzzeiten möglichst viel herausholen – was ihm auch gestern nicht gelang.
Lecjaks: Keine Note

FC Lausanne-Sport – BSC YB 0:0

13. März 2017 um 13:44 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Das Spiel gegen den Kantonsrivalen aus Thun nach einem frühen 0:2-Rückstand noch zu drehen, darf als starke Willens- und Charakterleistung betitelt werden. Trainer Hütter korrigierte seine Startaufstellung bereits nach einer halben Stunde mit einem Doppelwechsel, der dem Team die nötigen Impulse bescherte, um das bittere Cup-Out gegen Winterthur zumindest ein wenig zu kompensieren.

Beim gestrigen Spiel auf der Pontaise fehlten aber gänzlich alle Impulse und auch einen ansatzweise ausreichenden Willen konnte nur finden, wer sich mit viel Goodwill und einer starken Lupe auf die Suche machte. Da wären einerseits ein paar wenige Aktionen von Neuzugang Assalé, der einem Torerfolg noch am nächsten kam. Daneben darf konstatiert werden, dass die Abwehr endlich mal wieder ohne Gegentor blieb, was allerdings gegen den Tabellenletzten kein Ruhmesblatt darstellt.

Lausanne war die bemühtere Mannschaft, kniete sich in die Partie und agierte das erste Mal seit langem mit einer Viererkette. Dies hätte man in der Nachbetrachtung möglicherweise als klugen Schachzug oder Stabilitätsfaktor werten können, doch gestern wurde der Abwehrverbund der Waadtländer derart wenig gefordert, dass die anfallende Arbeit wohl auch zu Zweit hätte verrichtet werden können.

In der Regel versucht man bei einem Spielbericht, die diversen Aktionen beider Teams chronologisch aufzuführen und den Spielhergang möglichst verständlich aufzuzeichnen. Dies können wir uns in diesem Fall eigentlich schenken – einzig der Pfostentreffer des Heimteams kurz vor Schluss darf erwähnt werden.

Viel wichtiger ist zu diesem Zeitpunkt aber der Ausblick auf die restlichen 12 Saisonspiele. Den Meistertitel durfte man bereits vor geraumer Zeit abhaken, im Cup hat man eine weitere grosse Möglichkeit in den Sand gesetzt. Der Vorsprung auf Platz 3 ist nach wie vor beträchtlich und dürfte anhand der individuellen Qualität kaum verspielt werden. Was also nun? Wie bringt die sportliche Führung um Hütter und Spycher genügend Spannung in die Mannschaft, damit wir uns nicht auf 12 mehrbessere Testspiele einstellen müssen (die beiden Partien gegen Basel und das Heimspiel gegen den künftigen Absteiger aus Zürich einmal ausgenommen)?

Unserer Meinung nach müssen die Reizpunkte vor allem in der Ausnützung der Kaderbreite und in der Beantwortung einiger wichtiger Fragen in der Transferplanung gesetzt werden:

  • rechter Verteidiger: Nach Sutters Abgang ist Sven Joss gesetzt. Der Leihvertrag von Kevin Mbabu läuft im Sommer aus, daher müsste hier Klarheit geschaffen werden.
  • linker Verteidiger: Lecjaks agiert aktuell in einer ungeheuren Unterform, daher stellt sich die Frage, ob nicht Linus Obexer einige Einsätze erhalten sollte.
  • Innenverteidigung: Wer spielt künftig neben von Bergen? Nuhu überzeugt zu selten, bei Rochat stellt sich die Frage nach der Perspektive. Die Lösung des Problems dürfte Benito sein, allerdings müsste dieser einmal eine Saison verletzungsfrei bleiben.
  • zentrales Mittelfeld: Sanogo dürfte gesetzt sein, Zakaria oder Bertone ergänzen ihn. Hier sollte aber auch Aebischer vermehrt wieder seine Chancen erhalten, für den Fall eines Transfers von Zakaria diesen Sommer.
  • Flügel: Ravet ist gesetzt. Sulejmani braucht noch mehrere Einsätze um zu beweisen, dass bei ihm das Preis-/Leistungsverhältnis nicht nur alle 4-5 Spiele stimmt. Schick sollte so oder so als #3 fungieren, Seferi sollte daneben Einsätze erhalten um sein bereits angedeutetes Potential unter Beweis zu stellen.
  • Angriff: Hier ist YB nach wie vor gut besetzt. Neben Hoarau können Gerndt, Frey und Assalé auflaufen. Letzterer dürfte mal eine Pause erhalten.

Genügend Gründe also, um in den nächsten Wochen ab und an ein wenig zu rotieren. Dies würde für zusätzliche Motivation und Konzentration sorgen, um dem Testspielcharakter entgegen zu wirken und Wuschu könnte Eindrücke sammeln um seine Kaderplanung voran zu treiben.

Die Noten:

Mvogo 4/ Abgesehen von einer Unsicherheit beinahe beschäftigungslos.

Joss 3.5/ Defensiv bemüht, offensiv zu wenig Einfluss.

von Bergen 4/ Seine Abwehr spielte zu 0, was aber eher dem Gegner zuzuschreiben war.

Rochat 4/ Besser als gegen Thun, doch auch von ihm kamen nicht genügend Impulse.

Lecjaks 3/ Lässt sich aktuell wie ein Junior ausspielen. Das kompensieren auch seine Offensivaktionen nicht.

Ravet 3.5/ Ihm gelang nicht mehr als den anderen, allerdings verstehen wir nicht, weshalb er ausgewechselt wurde.

Sanogo 4/ Zweikampfstark und einsatzfreudig, aber mit wenig gelungenen Aktionen.

Nuhu 3.5/ Kaum Einfluss aufs Spiel.

Sulejmani 3.5/ Gemessen an seiner Klasse war das wiedereinmal zu wenig, wenn auch gegen den Ball verbessert.

Assalé 4/ Aktivster Offensivakteur.

Hoarau 3.5/ Kam nie ins Spiel, sah kaum Bälle.

Schick/Gerndt keine Note/

BSC YB – FC Winterthur 5:7 n.P.

2. März 2017 um 15:54 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Was ein geruhsamer und erfolgreicher Fussballabend werden sollte, endete in einer weiteren Cupblamage oder wie es Adi Hütter sagt: «Wir haben uns bis auf die Knochen blamiert!»

Die Vorbereitung wurde sehr ernst genommen und mit Ausnahme von Sanogo die zurzeit stärkste 11 aufgestellt. YB begann mit hohem Pressing und liess den Unterklassigen kaum atmen. Ein Absatzpass hier, ein Tunnel da – zeitweise erinnerte das Gebotene gar an ein Trainingsspiel. Nach 39 Minuten erspielte sich das Heimteam ein Torschussverhältnis von 13:1 und führte dank Toren von Hoarau, auf Pass von Schick, und Bertone, nach einem sehenswerten Freistoss, standesgemäss mit 2:0. Die Gelbschwarzen hatten alles im Griff und wirklich Nichts deutete auf eine drohende Niederlage. Der Klassenunterschied war augenfällig! Es stellte sich in der Halbzeitpause einzig die Frage: Ziehen die Young Boys mit 5 oder mehr Toren ins Halbfinale ein? Aber erstens kam es anders und zweitens als die Fans dachten.

Einfach weiterspielen wie in Halbzeit 1 war die Devise, doch die Young Boys fanden den Faden nicht mehr. Als das Spiel in die 61. Minute plätscherte, hebelte ein langer Ball aus dem Mittelfeld die gesamte Hintermannschaft von YB aus und Silvio brauchte das Leder nur noch über den herauseilenden Mvogo hinweg ins Tor zu lupfen. Keine 5 Minuten später, erneut versuchte es der Gast mit einem weiten langen Ball, vermochte Sutter nur ungenügend mit dem Kopf zu klären, Nuhu, Bertone, von Bergen, Zakaria und Lecjaks kamen mindestens einen Schritt zu spät in die Zweikämpfe, da stand es 2:2. Ausgleich! Ein Spiel, welches man eigentlich nicht verlieren kann – nicht verlieren darf – dreht der Challengeligist innert 5 Minuten. Wer sie vorne nicht macht, der bekommt sie hinten (wo steht das Schweinerl?).

Mund abwischen, Ärmel nach hinten und in die Hände gespuckt, es verblieb immer noch genügend Zeit, um das Spiel in die richtigen Bahnen zu lenken. Doch nun wirkte der Superligist verklemmt und nervös. Neben den vielen Chancen, welche an der Torumrandung oder bei einem Winterthurer endeten, schlichen sich vermehrt Fehler ein. Fehler die in der ersten Hälfte grosszügig dem Gast überlassen wurden.

Der Schiri pfiff zur Verlängerung und man hatte immer noch nicht das Gefühl, als könnte was schief laufen an diesem Abend. Doch auch wenn die Gelbschwarzen in den zusätzlichen 30 Spielminuten den Gegner dominierten, sich weitere gute Chancen herausspielten, am Resultat änderte sich nichts mehr und so ging es in den letzten Akt: Elfmeterschiessen. Und dann war es da, das Gefühl und die Angst vor dem Fluch. Die vielen ungenutzten Chancen, ein Unterklassiger der nach zwei Toren aus dem Nichts erneut Hoffnung schöpft, weitere verpasste Chancen und die aufkommende Nervosität – das Schlamassel war angerichtet, bevor Yoric Ravet seinen Elfer von Torhüter Minder abgewehrt sah. Alle 5 Spieler des FC Winterthur versenkten ihre Penaltys und die Berner sind um eine Cupgeschichte ärmer.

Die Noten:
Mvogo 4 Ohne grosse Fehler aber auch nicht mit einem Big Save.
Sutter 3 Sah nicht nur bei seiner ungenügenden Abwehr vor dem 2:2 unglücklich aus.
Nuhu 2,5 Verlor viele Zweikämpfe und spielte kaum gute Pässe.
Von Bergen 3 Der Abwehrchef konnte nichts richten gestern.
Lecjaks 3 Willig aber mit zu vielen Fehlern – beinahe wie früher.
Ravet 3,5 War zu Beginn ein Unruheherd aber ab HZ2 ohne etwas Zählbares.
Bertone 3,5 Mit einem herrlichen Freistosstor aber sonst selten auf der Höhe.
Zakaria 3 Konnte dem Spiel seinen Stempel aufdrücken. Kam meist einen Schritt zu spät.
Schick 3 Mit einem Assist aber sonst ward er nicht gesehen.
Hoarau 3,5 Blieb trotz seinem Tor blass wie nie.
Assalé 4 War meist nur durch ein Foul zu bremsen, doch blieb er heute ohne Skorerpunkt.
Frey 3,5 Fiel weder auf noch ab.
Joss 3 Hütter hat ihm mit seiner Einwechslung keinen Gefallen getan.
Sanogo 4 Brachte zwar etwas Torgefahr doch auch er konnte am Ausgang dieses Spiels nichts mehr ändern.

GC – BSC YB 2:3

27. Februar 2017 um 12:55 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Der Spielbericht wurde vom Biber verfasst.

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Die Young Boys brauchten eine Viertelstunde Anlaufzeit und einen Weckruf von Caio, ehe sie in die Partei fanden. Danach benötigte der Neuzugang Assalé gerade mal gut sechs Minuten um in seinem erst zweiten Spiel die Treffer zwei und drei zu erzielen. Zuerst profitierte er von einem Abpraller nach einem Schuss Ravets. Danach drehte er sich, umringt von mehreren GC-Spielern, um die Achse und schoss den Ball äusserst sehenswert ins Tor.

YB ruhte sich auch danach nicht auf der Führung aus. Zu denken geben dürfte Adi Hütter aber die steten Unkonzentriertheiten in der Abwehr und teilweise auch im frühen Spielaufbau. Gegen eine Spitzenmannschaft könnte eine Partei, trotz komfortablem Zweitorevorsprung, so auch einmal kippen. Da es aber nur GC war, hielt sich die Gefahr auch nach dem Anschlusstreffer in Grenzen. Nuhu hatte einen schlechten Pass von Joss noch schlechter verteidigt, so dass Dabbur alleine vor Mvogo auftauchte und den ersten GC-Treffer des Jahres erzielte. Dank eines kurz darauf folgenden Penaltytreffers von Hoarau, stand es zur Pause 3:1 für die Gelbschwarzen.

 

Nach der Pause entwickelte sich ein Geplänkels, in welchem GC mehr wollte aber nicht konnte. YB hingegen beschränkte sich aufs Kontern, was aber mehr schlecht als recht gelang. GCs Schlussoffensive wurde mit dem zweiten Tor belohnt, dies kam allerdings glücklicherweise viel zu spät. Mvogo lenkte den Ball nach einer Standardsituation unglücklich ins eigene Tor.

 

Mvogo, 4: Eigentlich solide, sieht aber beim 2:3 unglücklich aus.

Nuhu, 4: Seine guten Pässe sorgen dafür, dass man seinen Fehler vor dem 1-2 etwas vergisst.

Von Bergen, 4,5: Der beständigste YB-Verteidiger.

Lecjaks, 4,0: Blieb ohne grossen Einfluss auf das Spiel.

Joss, 4,0: Eine solide Leistung, trotz einigen Fehlern.

Bertone, 4,0: Gute Zweikämpfe wechselten sich mit schwachen Pässen ab.

Zakaria, 5,0: Starkes Spiel im Zentrum, fehlt gegen Thun gelbgesperrt.

Schick, 3,5: Blieb blass

Ravet, 5,0: Vorbereiter der Liga! War an den Toren 1 und 3 massgeblich beteiligt.

Assalé, 5,5: Nutzt die Räume, die ihm Hoarau verschafft. Drittes Tor im erst zweiten Spiel. Die nächsten Wochen werden zeigen, was wir an ihm haben. Die Erwartungen sind nach diesem Start jedenfalls hoch.

Hoarau, 5,0: Verteidigt, schiesst Tore, sorgt für Freiräume. Hatten wir in jüngster Vergangenheit jemals einen kompletteren Spieler?

 

Sutter, Seferi und Sanogo zu kurz im Spiel.

BSC YB – Astana 3:0 (0:0)

9. Dezember 2016 um 12:41 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Kühlschrank Wankdorf, die Nebelmaschine vor der geschlossenen Gästekurve hüllte das Stadion in eine Weihnachtswolke und YB hielt mit den Kasachen auf dem Platz ein Winterschläfchen… zumindest in den ersten 45 Minuten.

So ungemütlich es für die 7616 Zuschauer auf der Tribüne auch gewesen sein mag, wahrscheinlich hätte niemand freiwillig mit den Protagonisten auf dem Feld tauschen wollen. Trotz besten Absichten war beiden Mannschaften anzusehen, dass sie sich zwar mit Anstand aus der Europa League verabschieden wollten aber in der 1. Halbzeit so gar nicht auf Betriebstemperatur kamen. So blieb der Weitschuss von Aebischer die einzig nennenswerte Chance vor dem warmen Pausentee.

Aufgewärmt, mit Wärmesalbe auf Händen und Füssen und mit den besten Vorsätzen kamen die Gelbschwarzen danach aus den Katakomben. Gleich zu Beginn erspielte sich das Heimteam 4 gute Möglichkeiten, welche aber vorerst ungenutzt blieben. Zuerst scheiterte Bertone aus aussichtsreicher Position bevor Hoarau per Fuss und per Kopf das Runde nicht im Eckigen unterbrachte und zuletzt traf auch Gerndt, alleine vor Torhüter Erić, nicht zum verdienten Führungstreffer.

So mussten die Zuschauer bis zur 61. Minute und der Einwechslung von Michi Frey warten. Kaum eingewechselt nahm der Neue sogleich das Spieldiktat in die Hand, um nur 2 Minuten später mit einem scharfen Flachschuss zum verdienten 1:0 zu treffen. Weitere 3 Minuten waren nach der Führung vergangen, als Michi mit einem schönen Heber Schick in Szene setzte und der Assistgeber vom Dienst bediente den Topskorer so, dass der nach dieser herrlichen Passkombination nur noch zum 2:0 einzuschieben brauchte.

Gemütlich warm wurde es an diesem Abend zwar nicht mehr aber spätestens nach dem EL Premierentor Schicks, zum Endstand von 3:0, war es der geplante würdige Abschluss einer Europäischen Kampagne, welche vielleicht nicht ganz so spektakulär und erfolgreich verlief wie vorangegangene aber doch Lust auf mehr machte. Wir auf jeden Fall freuen uns bereits heute auf weitere Abenteuer unserer Mannschaft im Europapokal!

Noten:

Mvogo 5 Hatte kaum was zu tun ausser zu schauen, dass er nicht festfror um zwei, drei Mal stark zu parieren und die Null zu halten.
Sutter 4 Machte seine Arbeit aber blieb blass im Angriff.
Von Bergen 4 Mit ein paar Unsicherheiten aber ohne grobe Schnitzer. Offensiv inexistent.
Nuhu 4,5 Zurück in der IV mit einer robusten defensiven Leistung und gutem Passspiel.
Obexer 4 Unauffälliges Spiel des Jungspunds.
Sanogo 4,5 Zweikampfstark wie immer aber gegen Vorne verpasste er mehrmals den Zeitpunkt des Abspiels.
Schick 5 1 Tor und 1 Assist. Bitte Form über die Winterpause konservieren.
Bertone 5 Taute in HZ 2 auf und organisierte das Mittelfeld.
Aebischer 4,5 Sein Weitschuss war die einzige Chance in der 1. HZ, sonst nicht ganz so auffällig wie gegen Basel.
Gerndt 4,5 Lief und rackerte viel aber kam zunächstt kaum ins Spiel. Schade vermochte er nicht eine seiner 2 dicken Chancen zu verwerten.
Hoarau 5 In der ersten HZ sehr viel unterwegs aber ohne grossen Einfluss aufs Spiel. Im zweiten Umgang mit guten Chancen und dem obligatorischen Tor.
Frey 5,5 Der Matchwinner kam für die letzte halbe Stunde und entschied das Spiel.
Benito 4,5 Kam für Obexer und erledigte seinen Job fehlerfrei.
Duah war zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

Danke und Häppy New Year! (Bild: Thomas Hodel - YBforever)

Danke und Häppy New Year! (Bild: Thomas Hodel – YBforever)

FC Lausanne Sport – BSC YB 1:2

28. November 2016 um 12:56 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Nach der hitzigen und angespannten Atmosphäre in Piräus ging es auf der Pontaise in Lausanne gestern deutlich entspannter zu und her.

Zwar begann YB vielversprechend und erarbeitete sich bereits in den Startminuten zwei gute Aktionen, doch danach dominierten lange Bälle und Fehlpässe das Geschehen bei den Gelbschwarzen. Der zu Beginn sehr aktive YB-Debütant Sven Joss verletzte sich bereits nach wenigen Minuten und musste durch Lecjaks ersetzt werden. Der Titel „Pechvogel des Jahres“ dürfte somit vergeben sein – Gute Besserung Sven!

Lausanne, das unbedingt die fünf Niederlagen in Serie vergessen machen wollte, agierte zielstrebiger und mutiger als die Berner. Allerdings waren auch die Romands zu unpräzise in ihren Aktionen. Dennoch hätte Pak die Führung erzielen müssen, als er Mvogo bereits umkurvt hatte. Doch Kevin Mbabu rettete YB mit der Grätsche der Saison vor dem Rückstand.

Bis zur Pause blieb es beim 0:0 und Adi Hütter beschloss, einige Korrekturen vorzunehmen. Durch die Hereinnahme von Aebischer für den unglücklichen Gerndt stärkte er das Mittelfeld und ermöglichte seiner Mannschaft so etwas mehr Zugriff auf das Spiel. Zudem wurde vermehrt versucht, das Spiel gepflegt aufzubauen. Mit dem ersten (und beinahe einzigen) schönen Angriff ging YB dann auch in Führung: Sanogo lancierte Sulejmani mit einem tollen Pass in die Tiefe, dieser spielte perfekt in die Mitte, wo Hoarau in Topscorer-Manier verwertete.

Danach flachte das Spiel wieder etwas ab und wurde meist nur durch Foulspiele unterbrochen. Lausanne stemmte sich gegen die nächste Niederlage, allerdings wollte ihnen kein Tor gelingen – bis sich der eingewechselte Ben Khalifa in der 86. Minute ein Herz fasste und aus ungefähr 30 Metern mit einem satten Schuss via Innenpfosten zum vielumjubelten Ausgleich traf. Ein Punkt, der wohl unter dem Strich verdient wäre und gemessen am ganzen Spiel seine Richtigkeit gehabt hätte. Hätte! Denn nur eine Zeigerumdrehung später bewies Guillaume Hoarau, wieso er zurecht als bester Stürmer der Liga gehandelt wird: Aus beinahe unmöglichem Winkel bescherte er YB nach einem Lecjaks-Einwurf den zweiten Auswärtsdreier der Saison!

Wermutstropfen dieses Wochenendes neben der Verletzung von Joss: Sékou Sanogo sah gegen Lausanne die vierte gelbe Karte und wird YB gegen Basel fehlen. Denis Zakaria stand wegen Oberschenkelproblemen gar nicht erst im Aufgebot und ist auch für das Basel-Spiel fraglich.

 

Die Noten:

Mvogo 3.5/ Gestern war nicht sein Tag. Viele Abpraller, schlechte Abschläge und einige Unsicherheiten.

Mbabu 5/ Defensiv ein belebendes Element, besonders seine Tacklings und seine Schnelligkeit sind ein Gewinn. In der Angriffsauslösung noch mit viel Luft nach oben. Hielt YB mit einer Weltklasse-Grätsche im Spiel und erhält dafür 0.5-Notenpunkte Bonus.

Nuhu 4/ Nur knapp genügend, da auch er einige Fehlpässe zu verzeichnen hatte. Dennoch aber mit vielen gewonnen Zweikämpfen.

Von Bergen 5/ Zuletzt oftmals in der Kritik, war SVB gestern der Abwehrpatron, den es in dieser Schlacht benötigte. Wenn auch nicht fehlerfrei, so auf jeden Fall omnipräsent.

Joss -/ Pechvogel des Jahres. In den ersten 4 Minuten der auffälligste Akteur – im Anschluss verletzt ausgewechselt.

Schick 4/ Einige vielversprechende Aktionen, allerdings auch mit einigen falschen Entscheidungen. Sein Treffer wurde korrekterweise wegen Abseits aberkannt.

Sanogo 4/ In der ersten Halbzeit im Aufbau ungenügend, allerdings mit einer Steigerung nach der Pause. Fehlt gegen Basel leider gelbgesperrt.

Bertone 4/ Dito Sanogo. Steigerte sich nach der Pause etwas, als er wiederum als vorgeschobener Spielmacher agieren konnte.

Sulejmani 4/ Herrlicher Assist auf Hoarau vor dem 1:0, dazwischen mit Licht und Schatten. In Halbzeit eins der einzige mit offensiven Impulsen.

Gerndt 3.5/ Nicht sein Spiel. Hatte Probleme bei der Ballkontrolle und konnte sich selten durchsetzen. Ein nicht ganz ungefährlichen Abschluss kurz vor der Pause – danach durch Aebischer ersetzt.

Hoarau 6/ Schon nur der zweite Treffer ist die Maximalnote wert.

Lecjaks 4/ Früh für Joss eingewechselt, absolvierte der Tscheche ein Spiel ohne grosse Fehler und durfte sich beim 2:1 einen Assist gutschreiben lassen.

Aebischer 4/ Überraschend früh eingewechselt, absolvierte Aebischer eine durchaus gelungene Halbzeit mit diversen Ballgewinnen. Ärgerlicher Ballverlust vor dem 1:1.

Sutter keine Note/ Wurde auf dem linken Flügel eingesetzt und hatte kaum eine Szene.

 

FC Luzern – BSC YB 2:2 (1:0)

7. November 2016 um 14:59 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Viele Chancen, wenig Ertrag. Eine starke Leistung reichte gestern in Luzern nicht aus, um die ersehnten 3 Auswärtspunkte mit nach Hause nehmen zu können.

Den Bernern merkte man in den Startminuten die Strapazen der letzten Wochen mit 7 Spielen, innerhalb 3 Wochen, deutlich an. Daher war es auch der FC Luzern, der zu ersten Chancen kam, diese aber über das Tor setzte oder vom sicheren Mvogo pariert sah. Es dauerte rund 20 Minuten bis auch die Young Boys ins Spiel fanden und zu einem attraktiven Spiel beitrugen. Erst vergab Nuhu nach einem Ravet Freistoss aus wenigen Metern, dann liess Hoarau seine Effizienz vermissen und scheiterte gleich zweimal knapp per Kopf. So kam es, wie es kommen musste, wer die Tore nicht macht… Entlastungsangriff der Luzerner über links, Haas im Doppelpass mit von Bergen und schon stand es 1:0 für das Heimteam. Ärgerlich in der Entstehung und vom Zeitpunkt, denn das Tor fiel just in der Phase, in der YB am Drücker war. Die Jungs aus der Hauptstadt liessen sich durch diesen Rückschlag aber in keinster Weise entmutigen und griffen weiter an. Doch erneut Hoarau per Kopf oder auch Schick aus halbrechter Position, sahen ihre Abschlussversuche an die Torumrandung knallen, so dass man trotz aller Bemühungen mit einem 0:1 Rückstand in die Halbzeitpause musste.

Die Gelbschwarzen machten nach dem Pausentee genau da weiter, wo sie zuvor aufgehört hatten. Es ging weiter mit Vollgas auf das gegnerische Tor und so wurde man in der 47. Minute für die Mühen belohnt. Ein weiter Lecjaks Einwurf kam über Umwegen zu Sanogo, dieser legte herrlich per Hacke auf Ravet und der drosch das Leder unhaltbar zum Ausgleich ins Netz. Nun schien YB nichts mehr aufhalten zu können. Angriff um Angriff rollte auf das Luzerner Tor und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis die Gäste aus Bern in Führung gehen würden. Ravets Schuss parierte Zibung grandios, Grether spitzelte Hoarau in letzter Sekunde den Ball vom Fuss und Kubo verzog aus aussichtsreicher Position, nur um einige der vielen guten Torchancen zu erwähnen, bevor es dann doch noch verdientermassen einschlug. Ravet flankte herrlich zur Mitte auf Yuya und der Japaner vollendete per schönem Flugkopfball zur längst fälligen 2:1 Führung.

Es schien dies die vermeintliche Vorentscheidung zu sein, denn es waren nur noch 5 Minuten zu spielen. Die Kräfte liessen nach und man versuchte den Sieg nach Hause zu schaukeln, da passierte es: Marco Schneuwly trifft gegen seine alte LYBe in der Nachspielzeit. Der neutrale Zuschauer bewunderte den gekonnten Kopfballtreffer, Luzern jubelte über den glücklichen Ausgleich und wir ärgerten uns nur kurz über die verpasste Chance auf 3 Auswärtspunkte, denn es war ein gutes Spiel unserer Jungs.

Wir geben ab in die Nationalmannschaftspause und wünschen der Mannschaft gute Erholung!

Die Noten:

Mvogo 5 Erneut der sichere Rückhalt. Bügelte einige Unsicherheiten seiner Vorderleute aus, war aber bei beiden Toren machtlos.
Mbabu 5 Defensiv solid und mit viel Zug auf das gegnerische Tor.
Von Bergen 3 Unser Abwehrchef in der Mini-Krise. Erstaunlich unsicher und ungewohnte Zweikampfschwächen.
Nuhu 4,5 Markante Steigerung gegenüber dem Apoel-Spiel, jedoch defensiv wie offensiv hat er noch Steigerungspotenzial.
Lecjaks 4,5 Wie man ihn kennt, sehr bemüht, viel unterwegs aber erneut mit kleineren Stellungsfehlern.
Schick 4 Mit einem Lattenschuss, guten Standards. Verschwand in HZ2 zusehends.
Zakaria 3,5 Meisterschaft, EL, erste Natieinsätze, EM-Quali mit der U21, Sportler RS… das Monsterprogramm hinterlässt bei unserem 19-Jährigen Mittelfeldpuncher ein bisschen Spuren.
Sanogo 4,5 Gewohnt zweikampfstark und mit dem Assist zum 1:1 Ausgleich.
Ravet 5,5 Endlich wieder mit gewohnter Form? Starke Flügelläufe und starker Flankengeber.
Hoarau 4,5 Unermüdlich rannte er eins um andere Mal an. Scheiterte aber am Pfosten, an Zibung oder hatte ganz einfach kein Glück.
Frey 3,5 Bemüht aber ungefährlich.
Bertone 4,5 Kam in der 2. Halbzeit für Zakaria und half das Mittelfeld zu stabilisieren.
Kubo 5 Der (vermeintliche) „Chancentod“ mit seinem 5. Skorerpunkt in den letzten 3 Meisterschaftsspielen.
Sulejmani Welcome back! Zu kurz im Spiel für eine Benotung.