FC Thun – BSC Young Boys 2:2

19. April 2018 um 16:44 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war das erwartet harte Spiel gegen den «Angstgegner» der laufenden Saison. Die Young Boys, im Vergleich zum Spiel gegen Zürich auf drei Positionen verändert, starteten gewohnt dynamisch und mit viel Selbstvertrauen in die Partie. Das Ziel: 3 Punkte und einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft.

Auch wenn Adi Hütter auf die verletzten Stammspieler Sow und Mbabu, sowie den gesperrten Sanogo verzichten musste, war der Qualitätsunterschied der beiden Teams von Beginn weg augenscheinlich. Sulejmani von links, Fassnacht aus der Drehung nach einem Eckball und Assalé alleine vor Faivre hätten YB bereits in Führung schiessen können, bevor Nsame, der Anstelle von Hoarau in der Startelf stand, zur verdienten Führung traf. Die Thuner blieben mit Ausnahme eines Weitschusses von Spielmann ungefährlich und blass. Es sollte gar bis in die zweite Halbzeit dauern bis Marco Wölfli erstmals einen Thuner Abschlussversuch entschärfen musste.

Auch nach dem Pausentee kannte das Spiel nur eine Richtung doch scheiterte Fassnacht aus aussichtsreicher Position und Sulejmanis scharfe Hereingabe konnte im letzten Moment abgewehrt werden. Die Gelbschwarzen hatten alles im Griff, konnten schalten und walten wie sie wollten. Vielleicht war es genau dieser Umstand welcher der Tabellenführer dazu bewog nicht mehr ganz so sehr zu Wollen und das Selbstvertrauen in Überheblichkeit überschwappte. Die Oberländer nutzten die Einladung und drehten das Spiel innert Minuten durch zwei Standards. Erst nach diesem Doppelschlag erinnerten sich die Jungs wieder an ihre Stärken und Tugenden, doch schaute ausser dem Ausgleichstreffer durch Fassnacht nichts Zählbares mehr heraus.

 

Noten:

Wölfli 4,5 – Konnte sich erstmals in der zweiten Halbzeit auszeichnen. Wehrte drei Bälle ab und musste deren zwei passieren lassen. Kein einfaches Spiel für unseren Torhüter.

Schick 4 – Durfte für den verletzten Mbabu als Rechter Verteidiger ran. Spielte auf der für ihn ungewohnten Position zwar solid aber unauffällig.

Von Bergen 5 – Auf unseren Abwehrchef ist Verlass. Rettete (nicht nur) gegen Spielmann souverän doch war bei den Gegentoren chancenlos.

Nuhu 4 – Begann stark und liess in HZ2 etwas nach. Beim Gegentreffer zum 2:1 zu weit weg von Gelmi.

Benito 5 – Erneut eine gute Leistung des formstarken Loris. Mit viel unterwegs und mit guten Flanken.

Fassnacht 5 – Erneut mit einem Treffer und einigen vergebenen Chancen. Kommt gerade rechtzeitig auf das Saisonfinale wieder auf Betriebstemperatur. Herrlicher Assist zum 1:0.

Bertone 4 – Liess sich oft vom Gegner provozieren und verlor so zuweilen den Fokus.

Aebischer 4 – Durfte wieder einmal von Beginn weg rann und konnte seine Nervosität sowie fehlende Spielpraxis nicht vollends verbergen.

Sulejmani 4,5 – Mit einigen guten Aktionen in der Offensive und mit solider Defensivleistung.

Assalé 4 – Guter Start in die Partie wo er gleich zu Beginn eine gute Chance vergab. Tauchte mit Dauer des Spiels ab.

Nsame 4,5 – Zurück in der Startelf und gleich wieder Torschütze. Vielleicht hätte er mit etwas mehr Spielpraxis den einen oder anderen Treffer mehr erzielt.

Hoarau (kam nach 71’ für Assalé) und Ngamaleu (81’ für Aebischer) waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

 

 

 

 

 

BSC Young Boys – FC Zürich 1:0

17. April 2018 um 07:48 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Was YB an diesem Sonntag in der ersten Viertelstunde zeigte, war Pressing in Vollendung. Halt: Vollendet wurde die Druckphase eben nicht. Die Krönung, sprich der Führungstreffer, blieb aus.

Dafür konnten sich die Gäste langsam aber sicher ordnen und zeigten ansprechenden Fussball. Unter Neo-Trainer Magnin scheint dem Umschaltspiel eine grössere Bedeutung zugemessen zu werden als noch unter Uli Forte. Nach 18 Minuten sorgte eine entsprechende Situation zur einer gefährlichen Abschlussmöglichkeit – doch „Uns Wolf“ war zur Stelle und verhinderte einen Rückstand gleich doppelt.

Bis zur Pause neutralisierten sich die beiden Teams immer mehr: Der FCZ setzte den Fokus vermehrt auf die Defensivarbeit, bei YB schlichen sich verhältnismässig viele Ungenauigkeiten ein. Auffällig: Die präzisen Spielverlagerungen Nuhus und die Omnipräsenz Sows konnten durch Wüthrich und Bertone nur phasenweise kompensiert werden.

Nach rund einer Stunde fand YB wieder besser ins Spiel und wurde präziser. Ein doppeltes (!) Foul an Sékou Sanogo führte zu einem Freistoss (70.). Sulejmani schlug den Ball auf den Kopf von Christian Fassnacht und dessen Zuspiel fand den sträflich freistehenden Sanogo – Tor! Dass es ausgerechnet der Ivorer traf, hatte etwas Ironisches: Nach den eingesteckten Fouls rempelte er FCZler Winter an, der physisch herzlich wenig entgegenzuhalten hatte. Nicht wenige Zürcher forderten die zweite Gelbe Karte für Sanogo. Dieses Verdikt (und das sahen auch die meisten neutralen Beobachter so) wäre aber zu hart gewesen.

Item.

YB verpasste in der Folge den zweiten Treffer und so mussten die über 26’000 Zuschauer bis zum Ende ein wenig mit den Nerven kämpfen. Doch Wölfli liess sich nicht mehr bezwingen; der nächste Dreier ist eingetütet. Noch drei Siege fehlen den Gelbschwarzen jetzt! Nächste Aufgabe: Die Kantonalmeisterschaft gegen den FC Thun (Mittwoch, 20 Uhr).

Die Noten

Wölfli 5,5/ Der alte Mann hielt YB in der ersten Halbzeit im Spiel und beweist seine starke Form Woche für Woche. Bravo Wolf!

Mbabu 4,5/ Physisch ist er kaum aufzuhalten. Defensiv liess er wenig zu. Leider schlich sich ein paar ungenaue Flanken ein.

Von Bergen 5/ Für einmal mit Wüthrich an seiner Seite. Spielte einen abgeklärten und starken Part und wird hoffentlich bald verkünden, dass er noch ein gelbschwarzes Jahr anhängt.

Wüthrich 4,5/ Machte seine Sache ordentlich. In einigen Zweikämpfen war die fehlende Spielpraxis deutlich sichtbar, doch wirklich grobe Schnitzer unterliefen ihm nicht.

Benito 5/ Loris ist in einer bestechenden Form. Endlich mal mehrere Monate unverletzt zeigt er nun wie wichtig er für YB sein kann.

Fassnacht 4/ Wie immer einer der Fleissigsten auf dem Platz und hätte sich nach einem Corner in der Startphase beinahe belohnt. In der schwächeren YB-Phase tauchte er etwas gar häufig ab.

Bertone 4/ Solider Auftritt von Bertone. Allerdings fehlten in der Vorwärtsbewegung Präzision und Überzeugung. Muss sich gegen Thun steigern und neben Aebischer den Part des Leaders übernehmen.

Sanogo 5,5/ Jeder gute Verein hat einen körperlich robusten und hart spielenden Sechser. Bei YB ist das Sanogo, der sich nicht verbiegen lässt und sich einen Deut darum schert, ob ihn gegnerische Kurven als Treter verschreien. Sékou ist DIE Maschine im YB-Spiel und ein unheimlich entscheidender Faktor – vor allem wenn er jetzt sogar Tore schiesst. Gegen Thun leider gesperrt.

Sulejmani 4,5/ Aus dem Spiel weniger überzeugend als auch schon – aber mit starken Standards. Bitte endlich verlängern.

Hoarau 4,5/ Der neuerdings blonde Getter traf erstmals in diesem Jahr nicht. Allerdings hat er selten einen solchen Aufwand betrieben wie gegen den FCZ. Gleich mehrmals scheitert er per Kopf nur knapp am nächsten Saisontreffer.

Assalé 4,5/ Weniger produktiv als auch schon. Dennoch wird es jedes Mal gefährlich, wenn Assalé mit dem Ball in Richtung Strafraum unterwegs ist.

Ngamaleu/Schick/Aebischer keine Note

Anmerkung: Moumi müsste aus dem Konter in der Nachspielzeit deutlich mehr rausholen. Das weiss er selber, soll aber in der Beurteilung nicht untergehen.

BSC Young Boys – FC Basel 2:2

3. April 2018 um 14:51 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Hoarau herrlich zum 1:0 (Foto: Thomas Hodel)

Hoarau herrlich zum 1:0 (Foto: Thomas Hodel)

Das Stadion voll, die Ränge in ein gelbschwarzes Kleid gehüllt, die Mannschaft konzentriert, die Stimmung elektrisierend und die Erwartungen hoch – es war angerichtet für das Spitzenspiel der 27. Runde und die 31’120 Zuschauer, im ausverkauften Osternest Wankdorf sollten nicht enttäuscht werden. Es wurde ein Spiel mit herrlichen Toren, Spannung, Verzweiflung, Glückseeligkeit und der aufkommenden Gewissheit, dass sich dieses YB die Meisterschaft nicht mehr nehmen lassen will.

Mit dem Selbstverständnis eines Ligadominators legten die Gelbschwarzen gleich zu Beginn ein horrendes Tempo vor. Den Gästen aus Basel blieb dabei nichts anderes übrig, als sich hinten reinzustellen und zu hoffen, die Startphase unbeschadet zu überstehen. So waren es dann auch die Berner, die das Spiel bestimmten und zur ersten Chance kamen. Assalé, mustergültig vom bärenstarken Sanogo lanciert, konnte jedoch von Lacroix in letzter Sekunde entscheidend gestört werden. Zwar kam das Heimteam danach kaum zu zwingenden Abschlüssen, doch kannte der Ball in der ersten halben Stunde nur eine Platzhälfte: die vor dem Gehäuse des FC Basels.

Auch für das erste Ostergeschenk waren die Young Boys besorgt: Nuhu auf Assalé, dieser hoppelte allen davon bis zur Grundlinie, bediente im Zentrum Hoarau und AirFrance versenkte das Ei herrlich per Bicicletta zur verdienten Berner Führung. Der zehnte Saisontreffer des Franzosen war ein fantastischer Treffer der Marke «Tor des Jahres», dies vermochte auch Xhakas «Ostermontags-Schuss» nicht zu trüben und als der amtierende Meister kurz nach Wiederanpfiff, mit ihrer zweiten Möglichkeit, gleich auf 1:2 erhöhten, brachte dies das Heimteam keinesfalls aus der Spur. Zu souverän tritt YB in diesem Jahr auf. Es ist die Sicherheit der Unbesiegbaren – die Ruhe eines Meisters. Zudem kehrte im Zentrum Sekou Sanogo von seiner Sperre zurück und verlieh dem Mittelfeld eine Art chinesische oder in seinem Fall «Ivorische Mauer», an der die Stockers, Xhakas und Zuffis wie lästige Fliegen abprallten. Und im Sturm wirbelte erneut ein nicht zu bändigender Assalé, welcher auch für die Vorbereitung des Ausgleichtreffers durch Fassnacht besorgt war. Der Sonnyboy traf übrigens erstmals seit Oktober letzten Jahres wieder und stellte so das Endresultat auf 2:2.

Denn auch wenn hüben wie drüben der Ball an die Torumrandung prallte oder vom erneut starken YB Torhüter Marco Wölfli entschärft wurde, so blieb es beim letztlich verdienten Unentschieden. Nicht zuletzt auch weil der einst in der Super League so unterforderte Stocker lieber Von Bergen das Leder auflegte, als selber abzuschliessen oder auch den zweiten Matchball alleine vor Wölfli verstockerte.

Klar, nach gestern ist in der Meisterschaft noch nichts entschieden. Aber wer die Young Boys spielen sah, zweifelt kaum noch daran, dass sich diese Truppe unter der Leitung von Adi Hütter und seinem Team, die Schokolade noch aus dem Nest klauen lassen wird. Oder anders ausgedrückt: YB gewann ein unterhaltsames und spektakuläres Spiel gegen Basel 2:2 und machte einen weiteren Schritt auf seinem Weg, nach 32 Jahren den Titel zurück nach Bern zu holen.

Noten:

Wölfli 4,5 – War bei den beiden Gegentreffern chancenlos und rettete mit einer Glanzparade kurz vor Ende des Spiels den Bernern einen Punkt. War da, wann immer es ihn brauchte. Gute Abschläge, auch wenn er in der einen oder anderen Situation den Ball schneller wieder ins Spiel bringen dürfte.
Mbabu 4,5 – Offensiv gewohnt viel unterwegs und entsprechend viel lief über die rechte Seite. Defensiv solid mit wenigen «Stellungsfehler» bei Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung, wie vor dem Gegentreffer zum 1:1.
Von Bergen 5 – Der Chef in der Verteidigung und das defensive Gewissen der Mannschaft. Vielleicht die eine oder andere Unsicherheit in der Spieleröffnung aber stets da, wenn es brennt. Bringt in dieser Saison eine unglaubliche Konstanz auf den Rasen!
Nuhu 4 – Erneut mit guter Spieleröffnung und magistralen Seitenwechseln. Gegen Ende etwas zu offensiv ausgerichtet, wodurch hinten Löcher entstanden.
Benito 5 – Eine weitere starke Partie des formstarken Benitos. Liess auf der linken Abwehrseite nichts zu und setzte sich offensiv immer wieder gut in Szene. Mit etwas mehr Gefühl im Fuss und Abschlussstärke, hätte er seine Leistung mit einem Treffer belohnt.
Sulejmani 4 – War defensiv zu sehr gefordert um offensiv Entscheidendes zu leisten. Hatte bei seinem Freistoss Pech, als sein abgelenkter Schuss knapp am Gehäuse von Vaclik vorbeischrammte.
Sanogo 6 – Bärenstark! Nicht vom Ball zu trennen und mit perfekten Pässen in die Tiefe!
Sow 4 – War immer anspielbar und hatte einige gute Momente in der Vorwärtsbewegung. Ging wohl leicht angeschlagen ins Spitzenspiel und liess die zuletzt konsequente Abwehrarbeit etwas vermissen. Doch dies wird im nächsten Spiel bereits wieder anders aussehen.
Fassnacht 4,5 – Endlich trifft er wieder. Traf er zunächst nur den Pfosten, jubelte er danach über seinen ersten Meisterschaftstreffer seit Oktober 2017. Viel unterwegs und gewohnt mannschaftsdienlich.
Assalé 5,5 – Man mag ihm die erste vergebene Chance zu Beginn des Spiels verzeihen: der ivorische Wirbelwind war auch gestern kaum zu stoppen und bereitete beide Treffer vor.
Hoarau 5 – Trotz Manndeckung liefen die meisten Angriffe über AirFrance. Gui liess sich auch vom tschechischen Rucksack nicht daran hindern, die Young Boys mit dem Tor des Jahres in Führung zu schiessen.
Ngamaleu für Sulejmani und Bertone für Assalé waren zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

FC Lugano – BSC Young Boys 2:4

5. März 2018 um 15:27 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Die Young Boys befanden sich wohl mental noch in der Kabine, als die Luganesi nach fünf Minuten bereits mit 1:0 in Front lagen. Ein langer Ball auf Gerndt, der gewinnt sein Kopfballduell gegen Nuhu und Bottani trifft ohne gelbschwarze Gegenwehr zum frühen 1:0. Aber YB wäre in dieser Saison nicht YB, könnte es nicht umgehend auf einen Gegentreffer reagieren. Fünf Zeigerumdrehungen später, der kampfstarke Sulejmani läuft dem Heimteam auf und davon, sein Schuss wird von Da Costa nur ungenügend abgewehrt und Nsame steht da, wo ein Knipser stehen muss – Ausgleich.

Mit der Ruhe des unangefochtenen Leaders und dem Selbstvertrauen eines Seriensiegers kontrollierten die Gelbschwarzen in der Folge das Spiel. Mit hohem Pressing liess man den Gegner kaum mehr aus deren Platzhälfte und dank Ballbesitz bestimmte man zudem das Tempo. Sobald Lugano etwas Unternehmergeist verspürte, wurde dieser umgehend mit einer Temposteigerung und einem Tor unterbunden. In der 30. Minute stürmte Sow über Rechts los, spielte in die Mitte zu Nsame, der liess durch zu Assalé und es stand 2:1 für die Hauptstädter.

Wenn’s läuft, dann läuft’s. Zurzeit können wir schalten und walten wie wir wollen. Für alles findet man Lösungen und jede Idee wird erfolgreich umgesetzt. Beeindruckend wie kontrolliert der Kampf gegen den unangenehmen Gegner FC Lugano geführt wurde. YB schaltete in Halbzeit 2 mindestens einen Gang zurück, ohne das Spieldiktat aus der Hand zu geben oder gar in Bedrängnis zu geraten. So plätscherte das Spiel vor sich hin, bis der zwei Minuten zuvor eingewechselte Thorsten Schick, mit seinem zweiten Saisontreffer, auf 3:1 erhöhte.

Egal wer in der offensive den Vorzug bekommt, ein jeder erfüllt des Trainers Erwartung. Sei dies Nsame, der an 3 Toren beteiligte Matchwinner oder Schick, welcher zuletzt nur selten auflaufen durfte und der vorentscheidend zum 3:1 traf oder der andere Joker Leo Bertone. Nach einer eher zurückhaltenden Phase gelang es dem Berner erneut auf einen Gegentreffer zu reagieren und er traf zum Endstand von 2:4. Auch an diesem schönen Sonntagnachmittag gelang es nicht, den Leader von der Siegerstrasse zu drängen. YB ist nunmehr seit sieben Meisterschaftsspielen und wettbewerbsübergreifend gar seit neun Pflichtspielen ungeschlagen.

Noten:

Wölfli 4,5: Nach vier Minuten kalt erwischt, bekam er im Verlaufe des Spiels doch noch Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Leitete mit seinem weiten Abschlag das 2:4 ein.
Mbabu 4: Unauffälliger als auch schon in dieser Saison.
Von Bergen 4: Beim ersten Gegentreffer stimmte die Zuordnung nicht und auch danach für einmal mit Licht und Schatten.
Nuhu 4: Auch Nuhu liess für einmal andere glänzen.
Benito 5: Seine Seite blieb dicht. Lugano gewann über Benitos Seite kein Land.
Fassnacht 4,5: Überzeugte läuferisch und kämpferisch. Das Abschlussglück lässt aber weiterhin auf sich warten.
Sanogo 4: Sehr kampfbetont aber ab und an auch ohne den Kopf einzuschalten. Hätte sich über Rot nicht beklagen dürfen.
Sow 5: Offensiv wie defensiv fehlerfrei. Bereitete den 2:1 Führungstreffer mit einem schönen Rush über die Seite vor.
Sulejmani 5: Wie zuletzt eigentlich immer, war er viel unterwegs und eroberte Bälle, wie z.B. beim 1:1 Ausgleichstreffer.
Assalé 5: Wirblig wie eh und je. Führt mit Sulejmani und Nsame das Torschützenklassament mit 10 Toren an.
Nsame 5,5: Zurück in der Startelf und gleich wieder «Man of the Match!»
Ngamaleu 4,5: Ersetzte in der 64. Minute Fassnacht. War bemüht und am 3:1 sowie 4:2 beteiligt.
Schick und Bertone kamen und entschieden das Spiel. Schön, wenn man solche Alternativen auf der Bank weiss.

BSC YB – FC Basel 2:0

28. Februar 2018 um 20:33 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

geschrieben von Mate

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Was für ein Abend gestern im Wankdorfstadion. YB empfing Meister Basel zum Cup-Halbfinal, trotz klirrender Kälte kamen über 20’000 ins Stadion und sollten dort Zeugen von einem ganz grossen YB-Sieg werden. Die Mannen in Gelb und Schwarz dominierten den Ligakrösus insbesondere in der zweiten Hälfte fast nach Belieben. So war am Ende die verdiente Final-Qualifikation das eine, die Art und Weise, wie diese zustande gekommen war, das andere (eigentlich noch viel Schönere).

YB begann druckvoll und verzeichnete bereits nach gut zwei Minuten eine erste Möglichkeit durch Benito. Den Gästen pfiff in den Anfangsminuten nicht nur der Wind um die Ohren. Doch sie überstanden diese erste Druckphase der Young Boys und sollten dann zwischen der 10. und 20. Minute selber ihre beste Phase haben. Jene zehn Minuten gehörten deutlich den Baslern, mehr als eine halbe Chance schaute aber nicht heraus. Danach übernahm YB wieder das Zepter, war die bessere Mannschaft, entschlossener, spielerisch besser und offensichtlich auch fokussierter. Bei Basel begann man sich bereits an Schiedsrichterentscheidungen aufzureiben. An dieser Stelle möchten wir Valentin Stocker noch ein virtuelles Trosttäfeli und Nastuch für seine erbärmliche Schauspieleinlage senden. Doch zurück zum Wesentlichen … Da gelang es dem Heimteam vorerst nicht, Kapital aus seiner Überlegenheit zu schlagen. Zwar erzielte Hoarau den vermeintlichen Führungstreffer, leider aber hatte der Linienrichter das Offside nicht übersehen. So ging es torlos in die warmen Katakomben.

Nach der Pause liessen die Hausherren ihre Gäste zuerst einmal noch etwas an der Kälte warten. Diese waren relativ zeitig aus der Pause auf den Platz zurückgekehrt, während YB die ganze Pause nutzte um Wärme und Energie zu tanken. Was Hütters Mannen dann ihren Fans in der zweiten Hälfte boten, war schlicht sensationell. Der Ligakrösus aus Basel hatte – und es ist auch nicht ein bisschen übertrieben – schlicht nichts mehr zu bestellen. YB überforderte die Basler mit dem Tempo, YB gewann gefühlt alle Zweikämpfe, YB spielte clever (mal mit Pressing, mal ohne – aber immer richtig). Man könnte es eine Machtdemonstration nennen, wenn man denn wollte.

Und es mag sein, dass andere Schiedsrichter nach Oberlins Hands nicht auf den Punkt gezeigt hätten. Interessiert aber niemanden, denn Klossner tat es und Hoarau versenkte souverän. 1:0, nun war auch resultatmässig alles in der richtigen Bahn. Zuvor hatte es Assalé nach starker Vorarbeit Sows verpasst, YB in Führung zu schiessen. Auch nach der Führung liess YB kein bisschen nach, powerte weiter, hatte die Sache von A-Z im Griff. Sinnbildlich für die zweite Hälfte dann das zweite YB-Tor: nach einem Ballverlust setzte Mbabu fast auf der Grundlinie nach, luchste Lacroix den Ball ab, spielte scharf zur Mitte, wo sich Suchy offenbar derart unter Druck wähnte, dass er den Ball (souverän) ins eigene Tor köpfte. Das Wankdorf stand Kopf und mit Ausnahme vielleicht der Zuschauer im Gästesektor, dürften alle vergessen haben, wie kalt es eigentlich war. Und während man früher bei Führungen gegen Basel stets ins Zittern kam, ihr Druck jeweils immer wie grösser wurde und man wusste, dass es jetzt auch etwas Glück brauchen würde – dieses Mal musste man nie Angst darum haben.

So pfiff der Schiri nach 94 Minuten pünktlich ab, YB siegte 2:0, souverän und hochverdient. Es war neben der Finalqualifikation auch ein starkes Signal der Mannschaft von Adi Hütter. Ein Zeichen an den Gegner, aber (hoffentlich) auch eines an das eigene Umfeld. Nein, auch mit dem Sieg gestern holte man keinen Pokal ins Wankdorf. Aber eigentlich müsste die Art und Weise, wie die Mannschaft das durchgezogen hat, helfen, die letzten Zweifel zu beseitigen und – ganz nach dem Vorbild des Teams – mit breiter Brust die nächsten Wochen anzugehen. Schliesslich kam diese Leistung der Berner nicht überraschend.

Die Noten:

Wölfli 5,5: Hatte dank der guten Leistung seiner Vorderleute nur wenig zu tun, rettete aber zweimal glänzend.

Mbabu 5,5: Schöner Ballgewinn vor dem 2:0. Gewohnt engagiert und ohne Mühe gegen Stockers Valentin.

Nuhu 5,5: Erneut mit einer souveränen Leistung, gewohnt zweikampfstark.

Von Bergen 6: Zeigte von Beginn weg wer der Herr am YB-Strafraum ist. Sackstarke Leistung des Captains.

Benito 5,5: Wie Mbabu mit guten Vorstössen, hätte bereits nach zwei Minuten das 1:0 erzielen können.

Sow 6: Wahnsinn was der Junge für eine Entwicklung gemacht hat. Oft auch mit Ball schneller als seine Gegenspieler.

Sanogo 5,5: Gestern für einmal etwas weniger dominant als sein Nebenmann. Schade dass er nur die Latte traf, wäre ein wunderbares Tor gewesen.

Sulejmani 5,5: Arbeitete enorm viel und gefiel erneut mit intensiver Laufarbeit. Dafür nicht ganz so produktiv wie auch schon (auf hohem Niveau aber).

Fassnacht 5,5: Gegen ihn zu spielen muss einfach ziemlich mühsam sein. Aufsässig und fleissig.

Assalé 5,5: Der Ivorer verpasste die YB-Führung nach sensationeller Vorarbeit von Sow. Viel unterwegs, sorgte dauernd für Unruhe.

Hoarau 5,5: Sorgte mit seinem Penalty dafür, dass Spielgeschehen und Anzeigetafel endlich übereinstimmten.

BSC YB – FC Thun 3:1

21. Februar 2018 um 09:22 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Vorneweg: Zum Glück kämpfen nur wir mit (Server-)Problemen und nicht unsere Gelbschwarzen!

YB kann dem wachsenden Druck standhalten. Nach dem Patzer der Basler vom Samstag, bestand vor dem Spiel gegen Thun die Möglichkeit, den Vorsprung auf acht Punkte auszubauen. Vorentscheidung! Eminent! Veryoungboysen! Elementar! Die grosse BlaBlaBla-Lawine rollte ungebremst in Richtung Wankdorf.

Thun? Genau: Der «Angstgegner» der laufenden Saison strebte den dritten Sieg gegen den übermächtigen Kantonsrivalen an und wollte es besser machen als Lausanne, die neben Thun als bisher einziger Superligist gegen YB gewinnen konnten. Doch diese Rechnung beglich das Team von Adi Hütter an dessen Geburtstag eine Woche zuvor.

Schon zu Beginn zeigt sich, dass Thuns Spielweise den Bernern nicht unbedingt liegt. Die aufsässige Art und das zeitweise hohe Pressing sind sich die Gelbschwarzen nicht mehr gewohnt. Doch mit dem Rückenwind eines Leaders und dem Selbstverständnis eines Titelkandidaten, erledigt das Team seine Aufgabe doch mehrheitlich souverän.

Nach einem Gewühl im Strafraum bleibt Hoarau vor dem Tor eiskalt und verwertet seinen eigenen Rebound zur Führung. Roger Assalé kann noch vor der Pause einen schönen Steilpass von Sékou Sanogo in die weite Ecke einschweissen – keine Chance für den sonst starken Thun-Goalie Nikolic.

Nach der Pause baut YB etwas ab, der Druck und die Überzeugung kommen abhanden. Thun wird zwar nicht gefährlich, schafft aber dann doch aus dem Nichts den Anschlusstreffer: Dennis Hediger verwertet eine Flanke technisch hochstehend per Hacke. Merke: Diesen Satz zu verfassen schmerzt in etwa so stark, wie eine Wurzelbehandlung ohne Narkose.

Doch YB beweist nach dieser Szene eindrücklich, wie es um die Reife dieser Mannschaft steht: 47 Sekunden nach dem 2:1, spielt sich YB über Benito in den Thuner Strafraum, dort verarbeitet Sulejmani den Ball technisch perfekt und legt uneigennützig auf Hoarau. Tor. Die Entscheidung.

Weitere drei Punkte auf dem Konto: Ziel erreicht. Auch wenn es das Spiel nicht in die Top-5 der bisherigen Saison schafft. Zu passiv agiert YB phasenweise, wie Trainergott Chadi Hütter nach dem Spiel auch richtigerweise analysiert.

Am Samstag geht’s gegen Sion weiter. Ganz im Sinne von «Match für Match», soll die Serie gegen die Walliser weitergehen, auch wenn diese am Wochenende erstmals unter Jacobacci gewinnen konnten.

Die Noten:

Wölfli 5/ Pariert einmal stark und strahlt die gewohnte Sicherheit aus. Mittlerweile sollten auch die letzten Zweifler verstummt sein.

Mbabu 4,5/ Seine Flanke steht am Ursprung des Führungstreffers. Ansonsten gewohnt aktiv.

Nuhu 5/ Eine Wand, ein Fels, ein Berg.

Von Bergen 5/ Bekundet etwas mehr Mühe als sein Nebenmann, agiert aber kompromisslos und strahlt zu jeder Sekunde aus, dass in diesem Spiel etwas wettzumachen ist.

Benito 5/ Zeigt sich seit der Winterpause enorm verbessert. Nicht nur in der Defensive, sondern auch im Spiel nach vorne.

Ngamaleu 4/ Nicht ganz so auffällig wie in Lausanne. Versucht vieles, gelingen will ihm allerdings eher wenig.

Sow 4,5/ Mit Licht und Schatten, aber bestätigt seinen Stammplatz grundsätzlich.

Sanogo 5/ Der gewohnt wichtige Pfeiler im YB-Team. Ist für die umkämpfte Partie die perfekte Wahl.

Sulejmani 5/ Trifft zwar für einmal nicht, glänzt aber sonst: Seine Vorarbeit vor dem 3:1 ist das Eintrittsgeld wert.

Hoarau 5,5/ Definitiv zurück in alter Form – und in dieser unverzichtbar für das Team. Auch wenn das zu Lasten des bedauernswerten Nsame geht.

Assalé 5,5/ Ergänzt sich hervorragend mit Hoarau und kann seine Schnelligkeit einige Male ausspielen. Schade ist seine Hereingabe nach schönem Dribbling zu unpräzise.

 

Schick/Lotomba/Aebischer keine Note

Lausanne-Sport – BSC Young Boys 1:4

12. Februar 2018 um 14:27 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Abgeklärt und souverän zu 3 Punkten auf der schwerbespielbaren Pontaise.

Der Leader der Super League gab sich im dritten Aufeinandertreffen mit den Waadtländern keine Blösse und bezwang Lausanne-Ineosport ohne grössere Mühen klar und deutlich mit 4:1. Es entstand nie der Eindruck, als könne die Genialität Celestinis, die Gene Zidanes, die Aggressivität Rochats oder der neueingekaufte Topskorer Rapp etwas am 14. Saisonsieg, der sechste in der Fremde, der Berner etwas ändern. Mit dem Gameplan Hütters, den Sturmläufen des aktuellen Torschützenleaders Sulejmani oder mit dem «Rückkehrer» Hoarau war YB dem Kontrahenten stets einen Schritt voraus.

Adi Hütter entschied sich den gelbgesperrten Assalé durch Leonardo Bertone zu ersetzen und die Mannschaft, auch aufgrund des krankgeschriebenen Fassnachts, auf ein 4-2-3-1 umzustellen. Die Entscheidung erwies sich nicht zuletzt dadurch als richtig, da die Young Boys das Mittelfeld nach Belieben beherrschten und dadurch kaum Chancen des Heimteams zuliessen. Einzig nach dem vorentscheidenden und wunderschönen 0:3 durch Guillaume Hoarau erlaubten sich die Hauptstädter kurz eine Pause einzulegen und ein, zwei Gänge zurückzuschalten, was die Lausanner und ihr kurz zuvor eingewechseltes Nachwuchstalent Zeqiri zum Ehrentreffer nutzten.

Ansonsten war das Meisterschaftsspiel vom Sonntag eine einseitige Angelegenheit, in der die Berner Kampfmannschaft die Blauweissen in der ersten Halbzeit, mit aufsässigem Pressing, kaum aus der eigenen Spielhälfte liess. Nach dem Pausentee stand man nicht mehr ganz so hoch und erlaubte so dem Heimteam vermehrt, über die Mittellinie zu kommen. Nichtsdestotrotz blieben gefährliche Aktionen vor dem Tor Wölflis die Ausnahme. Das laufstarke zentrale Mittelfeld erstickte Ideen des Gegners im Keim und über die Flügel gelangte man blitzschnell zum definitiv genesenen Guillaume Hoarau. Gestern waren im Spiel des Leaders kaum Schwächen auszumachen – vielleicht bei der unterlaufenen Flanke vor dem Ehrentreffer oder den Bällen welche steil hinter das pressende Mittelfeld gespielt wurden? Im Gegenzug läuft AirFrance wieder zur Bestform auf, Moumi beginnt im Angriff Akzente zu setzen und die Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns gleichen sich mittlerweile auch für YB aus oder zumindest geben sie nach den Spielen kaum mehr Anlass zur Diskussion.

Wir freuen uns auf die Fortsetzung nächsten Samstag gegen den FC Thun, denn auch gegen die haben wir aus der Hinrunde noch eine Rechnung offen, die es zu begleichen gilt.

Noten:
Wölfli 4,5 – Kaum geprüft und ohne Bezug zum Spielgeschehen, musste er sich trotzdem einmal bezwingen lassen.
Mbabu 5 – Wieder gewohnt aktiv auf der rechten Seite unterwegs.
Von Bergen 4,5 – War kaum im Mittelpunkt und erledigte seine Arbeit.
Nuhu 5 – Zweikampfstark mit guter Spielauslösung und ohne Fehler.
Benito 4,5 – Scheint seine Qualitäten endlich konstant auf den Platz zu bringen. Blieb ausser beim Gegentreffer ohne Fehler.
Sanogo 5,5 – Stopfte im Mittelfeld die Löcher und war an zwei Treffern direkt beteiligt. Schade holte er sich nach seiner Gelbsperre bereits wieder eine unnötige Gelbe Karte ab.
Sow 5 – Defensiv und offensiv ein weiteres Mal ohne Fehl und Tadel. Schöne Vorlage zum 1:0.
Moumi Ngamaleu 5 – Tolles Spiel von Moumi. Durfte von Beginn weg ran und dankte dies mit einer guten Leistung und seinem zweiten Super League Treffer. Auch schön, wie er vor dem wegweisenden 1:0 den Angriff auslöst und Sow in die Tiefe schickt.
Bertone 4,5 – Unauffällig erfüllte er seine Aufgaben auf ungewohnter Position souverän.
Sulejmani 5,5 – Dieser Mann ist zur Zeit nur durch eine Verletzung zu stoppen. Zum Glück gab es diesbezüglich heute Entwarnung, so dass wir auch in den nächsten Spielen von der Genialität des Serben profitieren können.
Hoarau 5,5 – Ein zu Unrecht aberkanntes Abstauber Tor, ein verwandelter Elfmeter und ein Tor des Monats – Hoarau Superstar ist zurück!
Lotomba 4,5 – Kam in der zweiten Hälfte für den verletzten Sulejmani und erledigte seinen Job unaufgeregt und fehlerfrei.
Nsame für Hoarau (78.) und Aebischer für Bertone (86.) waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

BSC YB – GC 1:1

12. Dezember 2017 um 10:42 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Die Winterpause steht vor der Türe – und das ist gut so! YB wirkt nicht mehr so spritzig und unbekümmert wie über weite Strecken der Hinrunde. Auswärts wurde das spätestens in Lugano augenfällig, auch wenn dort der Schaden durch die individuelle Klasse von Sulejmani noch kaschiert werden konnte. Gegen Thun gelang das schon nicht mehr – und jetzt fehlt der letzte «Pfupf» auch in den Heimspielen. Gegen ein junges GC zeigt YB in der ersten Halbzeit eine fahrige und fehlerbehaftete Leistung. Die Hüpfer sind zwar nicht überlegen, doch gehen nicht ganz unverdient durch ein Traumtor in Führung.

Offenbar wurde Adi Hütter in der Garderobe sehr laut: Die Gelbschwarzen kamen wie verwandelt aus der Kabine und schnürten GC in der eigenen Halbzeit ein. Es erinnerte an ein Powerplay im Eishockey, nur die Tore wollten nicht in der gleichen Kadenz fallen. Einzig Kevin Mbabu, der beste Berner, traf nach einem schönen Solo zum Ausgleich. Ansonsten sündigte YB im Abschluss: Fassnacht traf die Latte, Aebischer zuerst einen Mitspieler, dann den Goalie. Kurz vor Schluss kamen die Zürcher zu einem ihrer mittlerweile seltenen Vorstösse und köpften den Ball durch Avdijaj noch an den Pfosten. Alles in allem also ein Punkt mit dem man leben muss – ob man will oder nicht.

Die Maxime «Wir schauen nur auf uns» gilt aktuell noch mehr als vor einigen Wochen. Egal, wie nah uns andere Mannschaften kommen – es gilt einzig und alleine den Fokus auf das nächste Spiel zu legen. Dieses findet am Sonntag in Luzern statt und gilt gleichzeitig als Übergang von der fantastischen Hinrunde in die hoffentlich noch viel fantastischere Rückrunde.

Die Noten:

Von Ballmoos 4.5/ Keine Chance beim Gegentor, ansonsten gut.

Mbabu 5.5/ Der beste YB-Akteur krönt seine Leistung mit einem tollen Treffer.

Von Bergen 4,5/ In der ersten Halbzeit wie viele seiner Kollegen nicht Stilsicher. Danach gut.

Nuhu 4,5/ Löst einmal technisch brillant gegen zwei Gegenspieler – hätte zu dieser Halbzeit gepasst, wäre dies ins Auge gegangen. Aber hätte und wäre nerven.

Lotomba 4,5/ Wie bei allen müsste man eigentlich zwei Noten verteilen. Nach der Pause deutlich besser.

Schick 4/ Hatte wohl die grössten Leistungsschwankungen zwischen den beiden Abschnitten.

Sow 5/ Kann seine Form bestätigen und sichert sich im Zentrums-Ranking hinter Sanogo Platz zwei.

Aebischer 4,5/ Nicht zum ersten Mal glücklos im Abschluss. Ansonsten engagiert.

Fassnacht 4/ Ihm klebt das Pech an den Schuhen – ein Tor würde ihm gut tun.

Hoarau 3,5/ Noch nicht in der Form, die es braucht. Eine gute Wintervorbereitung wird Wunder wirken.

Assalé 4/ Verpasst wieder öfters den Moment des Abspiels. Dennoch ein Aktivposten.

 

Moumi/Nsame/Bertone keine Note

BSC Young Boys – Skënderbeu 2:1

8. Dezember 2017 um 16:56 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Foto: Thomas Hodel

Foto: Thomas Hodel

Die Young Boys gewinnen ein sehr dürftiges Spiel gegen den albanischen Vertreter Skënderbeu nicht unverdient mit 2:1 und beenden die diesjährige Europapokal Kampagne auf dem 3. Platz.

Das Gute vorneweg: Adi Hütter rotierte fleissig durch und gab vielen Spielern, die bisher kaum auf Spielzeit kamen, die Chance sich zu beweisen. Hoarau gab sein Stammelf Comeback und trifft wieder aus dem Spiel heraus. Bertone ist nach langer Verletzungspause zurück und übernimmt gleich wieder Verantwortung. Die Gelbschwarzen kämpften verbissen bis in die Nachspielzeit und das Karma haust zurzeit im Wankdorf, so dass sich YB zumindest mit einem Sieg aus dieser EL Gruppenphase verabschieden konnte.

«Es war sicherlich kein Leckerbissen», meinte Adi Hütter nach dem Spiel und dabei dachte er nicht einmal an die ereignislose erste Halbzeit. Trotzdem sah er eine sehr bemühte Mannschaft, die auf einer schwierigen Unterlage, bis in die Nachspielzeit kämpfte, um in allerletzter Sekunde die Rote Laterne abzugeben. Natürlich liess die auf 9 Positionen veränderte Mannschaft die Automatismen vermissen, doch auch so war der gute Spirit im Team deutlich spürbar.

Karma gut, alles gut! Nachdem bereits Hoarau, nach herrlicher Hereingabe von Aebischer, mit dem Kopf für den umgehenden Ausgleich besorgt war, erledigte Assalé in der Nachspielzeit der Nachspielzeit den Rest und somit das Laientheater Skënderbeu.

Einen besonderen Dank und ein dickes Kompliment geht an dieser Stelle an den Walisischen Schiedsrichter Evans, der sich ab den vielen Unsportlichkeiten und Spielverzögerungen der Albaner, nie aus der Ruhe bringen liess. So hat er einen simulierenden Spieler auch mal eine Weile an der Seitenauslinie warten lassen, bevor er ihm Einlass gebot und sich dieser wieder irgendwo auf dem Spielfeld hat hinlegen können.

Auch wenn diese Europapokal Kampagne nicht wie gewünscht verlaufen ist, so konnte die junge Mannschaft einiges lernen und wichtige Erfahrungen sammeln, darum freuen wir uns bereits heute wieder auf das nächste Mal, wenn es wieder heisst: «Mit üsere gäubschwarze Droge ufem Trip dür Europa!»

Noten:

Wölfli 4,5 – Das YB Urgestein durfte wieder einmal ran und machte seine Sache gut. War kaum beschäftigt aber rettete einmal bärenstark.

Mbabu 4 – Defensiv zwar ohne gröbere Schnitzer aber auch irgendwie «lauffaul». Ausserdem konnte er im 4-3-1-2 kaum zu seinen gefürchteten Flügelläufen ansetzen. Da haben wir schon bessere Spiele von ihm gesehen.

Bürki 4 – Stand beim Gegentreffer mit Wölfli am Ende einer Fehlerkette, erledigte aber sonst das, was man von ihm verlangte.

Wüthrich 4 – Teils gute Spieleröffnung aber auch er hatte, aufgrund fehlender Spielpraxis, seine Unsicherheiten.

Joss 3,5 – Vermochte seine Chance nicht zu nutzen. Musste sich ein, zwei Mal ausdribbeln lassen und gegen Vorne stand ihm wie Mbabu der Flügel im Weg.

Schick 4 – Versuchte gleich zu Beginn Zeichen zu setzen aber tauchte danach ab.

Aebischer 4,5 – Mit dem einen oder anderen Stockfehler aber war sehr bemüht und schlug eine herrliche Flanke zum schnellen 1:1 Ausgleichstreffer.

Moumi Ngamaleu 3 – Blieb während 95 Minuten blass.

Teixeira 4,5 – Wollte bei seinem erst dritten Einsatz in gelbschwarz unbedingt zeigen was er kann, was ihm trotz der daraus folgenden Verkrampfung ab und an gelang.

Hoarau 5 – Hatte zuerst kaum Zugang zum Spiel und traf dann doch herrlich zum eminent wichtigen 1:1.

Nsame 4 – Er wird froh sein kommt die Winterpause. Kämpferisch, aber zu wenig durchschlagskräftig.

Bertone 5 – Welcome back Leo! Die Mannschaft hat dich vermisst.

Assalé 6 – Blieb während dem ganzen Spiel ohne Fehler und bestrafte die Unsportlichkeit der Albaner auf die schönste Weise.

Cup: BSC YB – FC St. Gallen 2:1

1. Dezember 2017 um 18:23 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Geschrieben von Questra

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Giorgio Contini schien seine Mannen in der Garderobe richtig heiss für diesen Cup Viertelfinal gemacht zu haben: gleich die Hälfte der St. Galler Feldspieler lief in kurzärmligen Shirts auf. Wenn die Espen damit ein Zeichen in Richtung der Gelbschwarzen haben schicken wollen, ging die Rechnung nicht auf. Von solchen Kleinigkeiten lässt sich das YB Ausgabe November 2017 nicht beeindrucken. Den St. Gallern wehten im winterlichen Wankdorf nicht nur die Schneeflocken ums Gesicht, auch die Berner Wirbelwinde sprühten vor Spielwitz und Lauffreude. Sie sorgten dafür, dass die Ostschweizer trotz der kurzen Shirts gehörig ins Schwitzen kamen.

Der Leader trat zuhause auf, wie man es sich von ihm erhoffen durfte. Dominant, überlegen, stark. Als der erste, nennen wir ihn Abschluss, auf das Berner Tor kam, führten diese längst und hatten dazu bereits einige der besten Möglichkeiten ausgelassen. Denn das St. Galler Tor wurde von der ersten Minute an unter Beschuss genommen. Sow scheiterte bereits nach wenigen Sekunden mit einem Weitschuss an Cup Goali Stojanovic. Nsame lief alleine auf ebendiesen zu, doch vergab. Lotomba wurde nach tollem Zusammenspiel Sulejmanis und Assalés freigespielt, sein Abschluss aber vom Arm eines St. Gallers abgelenkt. Und die beste Chance bot sich Fassnacht, der, von Nsame perfekt eingesetzt, plötzlich keinen Gegenspieler mehr vor sich hatte. Fassnacht, Assalé und Sow konnten unbehindert aufs St. Galler Gehäuse zurennen und schafften es, das Tor nicht zu erzielen. Einerseits parierte Stojanovic stark, andererseits verpasste Fassnacht den Moment des Abspiels. Und trotzdem führten die Young Boys: Assalé fand zum Toreschiessen zurück. Der kleinste Berner erzielte den Führungstreffer nach einer perfekten Mbabu Flanke per Kopf.

Doch nicht nur die Offensive glänzte, auch der Abwehrverbund um die erneut überragenden von Bergen und Nuhu liess in der ersten Hälfte nichts zu. Und selbst das ist noch untertrieben. So waren die einzigen Gefahrenmomente übelste Foulspiele der St. Galler. Wie Lüchinger nach zwei solchen Grätschen die erste Hälfte beenden durfte, weiss allein Schiedsrichter Klossner.

Wer fürchtete, dass sich die vergebenen Chancen in Hälfte zwei vielleicht rächen könnten, dass die St. Galler vielleicht doch bereit sein könnten mitzuspielen, dass es vielleicht doch noch ein Cup Fight geben würde, sah sich so was von getäuscht. Von den Ostschweizern kam lange nichts. Auch, weil die Hausherren nichts zuliessen. Es war beeindruckend zu sehen, wie reif sich diese junge Mannschaft in diesem Viertelfinal präsentierte.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Führung der Berner ausgebaut war. Und wieder war es Assalé, der traf. Diesem Tor ging ein weiterer klasse lange Ball von Lotomba voran, dieses Mal lancierte er den unermüdlichen Sulejmani. Obwohl der Ball etwas zu lang schien, gab ihn der Serbe nicht auf. Der aus dem Tor eilende Stojanovic war an der Grenze des Torraums zwar knapp vor Sulejmani am Ball, konnte mit dem Fuss aber nicht befreien, sondern schoss Sulejmani ab. Der Prellball landete im Sechzehner, wo Assalé keine Mühe hatte, ihn ins verlassene Tor zu schieben.

Gefährlich waren die St. Galler bis dahin nur durch einen Aleksic Freistoss geworden, den David von Ballmoos aber sicher über die Latte lenkte. Aus dem Spiel heraus konnten  die Ostschweizer keine Chancen kreieren. Und doch wurde es kurz vor Schluss noch einmal spannend. Nach einem Eckball stimmte die Zuordnung in der YB-Defensive für einmal nicht, Haggui profitierte von einer abgelenkten Flanke und konnte am weiten Pfosten einnicken. Obwohl die St. Galler in den Schlussminuten anrannten, wirklich in Gefahr kam dieser verdiente YB-Sieg nie. Die Young Boys qualifizierten sich erstmals seit 2009 wieder für einen Halbfinal und empfangen im 2018 den FC Basel.

Die Noten (der erstmalige Halbfinaleinzug seit 2009 gibt jedem +0,5 Notenpunkte)

von Ballmoos 6/ Wie bewertet man einen Torhüter, der nichts zu tun hat? Man würdigt seine bisherigen Leistungen. Ganz stark was er in seiner ersten Saison auf höchstem Niveau bisher abliefert.

Lotomba 5/ Hinten sicher, nach vorne manchmal zu ungestüm oder nicht clever genug. Toller Ball auf Sulejmani vor dem 2:0.

von Bergen 5,5/ Der Chef im Abwehrzentrum. Liess nichts zu.

Nuhu 5,5/ Seine ersten Pässe und Seitenverlagerungen waren überragend.

Mbabu 5,5/ Perfekte Flanke zum 1:0. Auch wir haben Aussenverteidiger, die Spiele entscheiden.

Sulejmani 5,5/ Der einstige Schönwetterspieler ackerte im winterlichen Schneetreiben unermüdlich. In dieser Form enorm wertvoll.

Sow 5,5/ Hat körperlich zugelegt, arbeitete stark defensiv, gewann viele Bälle, verteilte diese umsichtig.

Aebischer 5/ War nicht ganz so stark wie Sow, aber half überall aus. Ein wichtiger Arbeiter.

Fassnacht 4,5/ Kämpfte, rannte, schoss, versuchte viel und scheiterte oft, traf falsche Entscheidungen.

Assalé 5,5/ Schoss die Tore, war viel unterwegs, fleissig. Eigentlich hätte er für seinen Torjubel Abzüge verdient.

Nsame 4,5/ Er war stets bemüht, trifft es nach diesem Spiel. Vergab eine Grosschance, war aber immer anspielbar. Liess seine Kaltblütigkeit etwas vermissen.

Schick 4,5/ Kam in der 70. Minute für Sulejmani. Klebte mehr an der Seite. Opferte sich in der Schlussphase, als er fürs Zeitspiel gelb sah und nun gesperrt fehlt. Nicht ganz so schick gemacht.

Hoarau 4,5/ Wurde in der 72. Minute für Nsame eingewechelt. Noch nicht in alter Form, aber er ist wieder da und kämpft sich zurück. Hob beim Gegentor aber das Offside auf.

Ngamaleu 4,5/ In der 82. Minute für Nsamé. Eigentlich zu kurz für eine Benotung, aber was solls. Wir stehen im Halbfinal, heute war jeder wichtig.