Bericht FC Biel-Bienne – BSC YB

20. August 2018 um 12:09 von Questra in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Der BSC YB schlägt den Aussenseiter aus der 1. Liga klar und deutlich mit 6:0. Jean-Pierre Nsame erzielte in der ersten Halbzeit vier Tore. Danach war die Partie gelaufen, die zweite Hälfte verkam zum Schaulaufen des Favoriten; so hätte der Einstieg zum Bericht des Cup-Matchs vom Samstag auch lauten können. Denn die Chancen dafür waren für die Gelbschwarzen da. Besonders für Jean-Pierre Nsame: der Kameruner vergab hochkarätige Chancen im Multipack. Da er diese nicht nutzte, lief das Spiel ganz anders.

Die Young Boys zeigten sich im ersten Cup-Spiel in dieser Saison auf sieben Positionen verändert. Die Innenverteidigung um Captain und Abwehrchef von Bergen und Wüthrich erhielt eine erste Pause, Bertone und Aebischer durften im Mittelfeld die Fäden ziehen, Schick agierte auf dem Flügel und Jean-Pierre Nsame erhielt die Rolle des einsamen Stürmers. Zudem wurde das Spiel in der ungewohnten taktischen Aufstellung 4-1-4-1 in Angriff genommen, wobei auf der linken Seite Garcia zu seinem zweiten Ernstkampf und Camara, in der Innenverteidigung neben Benito, zu seiner Premiere im YB-Dress kamen. Als Captain führte Clublegende Wölfli die Berner ins Spiel, der in seinem Tor wenig gefordert und vor dem gegnerischen zu einem wichtigen Faktor werden sollte.

Die Young Boys starteten dominant und spielten von Anfang an mit breiter Brust. Nie kam während der ersten Hälfte der Eindruck auf, dass dieses Spiel nicht deutlich an die Berner gehen sollte. Nicolas Schittenhelm im Bieler Tor sah sich früh mit Abschlüssen eingedeckt, wobei die meisten den Weg auf sein Tor nicht fanden, zu ungenau agierten die Hauptstädter. Jean-Pierre Nsame hatte sein Visier noch nicht richtig eingestellt, ein Kopfball nach dem anderen verfehlte das Ziel. Und doch war er es, der den Favoriten kurz vor der Pause in Führung brachte. Nach einer herrlichen Aebischer-Flanke ging der Stürmer vergessen und hatte keine Mühe, seinen Kopfball einzunetzen. Der Bann sollte damit gebrochen, die Nerven der mitgereisten Berner-Fans beruhigt sein; es schien nur eine Frage der Zeit, bis beim FC Biel die Kräfte nachlassen und sich dem Favoriten die nötigen Räume öffnen würden.

Aber falsch gedacht: die Seeländer, die im ganzen Spiel nie Respekt vor dem Meister hatten, spielten ihre wenigen Chancen gekonnt aus. Und zeigten, dass sie genauso Fussball spielen können: ihr Ausgleich in der 63. Minute war praktisch eine Kopie des Berner Führungstors. Nach diesem Erfolg sprang der Funke auch endgültig auf die Bieler Fans über, die Heimmannschaft wurde nun lautstark unterstützt. Und die Bieler Spieler glaubten an die Sensation, schliesslich hatte man schon andere amtierende Meister im Cup ausgeschalten. Nicht, dass die Young Boys nicht weiterhin die stärkere Mannschaft waren, mittlerweile spielten auch die bisher geschonten Ngamaleu, Hoarau und Sulejmani, trotzdem wollte der zweite Treffer einfach nicht gelingen. Schlimmer noch: die Bieler dachten sich, was einmal von links gut ging klappt auch über rechts und spielten in der 86. Minute die YB-Abwehr ein zweites Mal mit einer einfachen Flanke erfolgreich aus. Dieses 1:2 aus YB-Sicht war äusserst bitter, so lässt ein Gegentreffer in den Schlussminuten der Partie nie mehr viel Zeit zum Reagieren. Zudem hätten die Berner weiterhin das deutliche Chancenplus auf ihrer Seite gehabt, eine grosse Blamage zeichnete sich jetzt ab.

Bis zu diesem Eckball tief in der Nachspielzeit: Sulejmanis Ball fand via Kopf des nach vorne geeilten Wölfli den Weg aufs Tor, der Abschluss konnte noch von einem Bieler Verteidiger geblockt werden. Der Prellball aber landete bei Ngamaleu, dieser sah seinen Abschluss an der Latte abprallen. Dann kam der grosse Auftritt Garcias, der mit letztem Einsatz die Kugel doch noch über die Linie drückte. Der Ausgleich fiel in der allerletzten Sekunde, denn Schiedsrichter Erlachner liess keine Sekunde mehr weiterspielen.

Die Bieler lagen nach diesem Genickschlag am Boden, haderten, aus ihrer Sicht war es ein ungerechter Eckball. Die Young Boys kümmerte dies nicht, sie liessen in der Verlängerung nichts mehr zu. Während die Seeländer nacheinander mit Krämpfen am Boden lagen, starteten die Young Boys Angriff um Angriff. Aber wieder dauerte es bis zum letztmöglichen Augenblick: Garcia tankte sich auf der Seite durch, flankte in die Mitte wo Hoarau seine ganze Klasse ausspielte und mit einem starken Kopfball die Berner doch noch eine Runde weiter schoss.

 

Die Noten:

Wölfli: 5 – Haderte, dass er nicht selbst das Ausgleichstor erzielte, ansonsten ohne grosse Prüfung.

Garcia: 4.5 – An zwei Toren direkt beteiligt, aber auch mitschuldig an den Gegentoren.

Camara: 4 – Schwieriges Spiel für die Verteidigung.

Benito: 4 – Ist auf der Seite besser aufgehoben.

Mbabu: 4 – Starke erste Hälfte, baute danach genau so stark ab.

Sanogo: 4 – Auch der Vorkämpfer erwischte nicht den besten Tag.

Bertone: 3 – So unsichtbar, dass nicht mal seine Auswechslung aufgefallen ist.

Schick: 4 – Versuchte immer wieder mit Kurzpässen das Spiel schnell zu machen, scheiterte aber dabei auch einige Male.

Aebischer: 4 – Tolle Flanke zum Führungstor, aber um eine Alternative zu werden muss mehr kommen.

Fassnacht: 3 – Das war nix.

Nsame: 3.5 – Erzielt zwar sein Tor, müsste aber alleine in der ersten Halbzeit für die Vorentscheidung sorgen.

Wechselspieler:

Ngamaleu (61’ für Fassnacht): 4.5 – Seine Einwechslung brachte wieder etwas Schwung.

Hoarau (74’ für Sanogo): 4 – Da wenn man ihn braucht, hatte aber auch schon mehr gute Szenen.

Sulejmani (78’ für Schick): 4.5 – Nach seiner Einwechslung ging wieder was.

Sow (106’ für Bertone): – zu kurz für eine Note.

BSC Young Boys – FC Zürich 4:0

6. August 2018 um 10:15 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Die Young Boys besiegen den FC Zürich im Spitzenspiel vor 22’827 Zuschauern, im Glutofen Wankdorf hochverdient mit 4:0.

Erneut liess Gerry Seoane den Schweizer Meister im gewohnten 4-4-2 auflaufen und mit Moumi Ngamaleu, der im Sturm den angeschlagenen Assalé ersetzte, gab es nur gerade eine personelle Änderung. So benötigte YB nur wenig Zeit, um den gut geschmierten Motor auf Betriebstemperatur und die PS auf den Kunstrasen zu bringen. Eindrücklich, wie die Gelbschwarzen bei brütender Hitze die Seitenlinien auf und ab rannten, den Gegner permanent mit Pressing unter Druck setzten und auch weite Wege nicht scheuten.

Die ersten 10 Minuten des FCZ waren gut, versicherte Magnin nach dem Spiel, doch akzeptierte man die Niederlage nach 45 Minuten und dem 3:0 durch Guillaume Hoarau. Dies mag stimmen, zumindest sah man in den erwähnten ersten 10 Minuten, zwei der vier Halbchancen der Gäste. Und YB? Die spielten wie die Götter, liessen in der Hitze den Ball und den Gegner laufen, produzierten 90 Minuten Spassfussball und siegten klar, deutlich und diskussionslos. Es muss für die Zürcher und die anderen Super League Teams beängstigend wirken, wenn man sieht wie abgebrüht, elegant und kraftvoll der Meister in diese Saison startete. Gerry fährt die offensive Linie Hütters weiter, festigt ganz nebenbei die Defensive und justiert während der Partie etwas hier und da und schon trifft Zauberfüsschen Miralem Sulejmani, nach herrlichem Hackenzuspiel Hoaraus, Fassnacht profitiert, genau wie kurz vor dem Pausentee Gui, von einem Zuki-Zuspiel und der Spitzenkampf ist bereits nach 45 Minuten entschieden. Wann immer nötig, vermochte das Heimteam das Tempo anzuziehen oder zu drosseln. Der Gegner wurde von A bis Z dominiert.

Dies beeindruckte Ludovic Magnin derart, dass er nach und nach seine Verteidigung stärkte und Umstellungen vornahm, um wenigstens den 0:3 Rückstand über die Zeit zu bringen. Es gelang ihm trotzdem nicht, auch wenn YB hitzebedingt ein oder zwei Gänge runterschaltete, dominierten die Berner weiterhin. So lobte Gerry die Mannschaft als solidarische Einheit mit viel Qualität, welche durch Superjoker JP Nsame unterstrichen wurde, indem dieser kurz nach seiner Einwechslung zuerst auf der Linie rettete, bevor er zum 4:0 Endstand traf.

Unser Resümee: 3 Spiele, 3 Siege und ein Torverhältnis von 8:0. Oder anders gesagt: YB macht glücklech!

 

 

Die Noten:

 

Von Ballmoos 5   Wurde von seinen Vorderleuten meist hervorragend abgeschirmt und falls nicht, war er zur Stelle.

Mbabu 6   Das Perpetuum Mobile ist auch bei über 40 Grad nicht zu stoppen. Grätschte hinten alles weg und vorne stellte er den Gegner ein ums andere Mal vor Schwierigkeiten. Der Publikumsliebling möge doch bitte noch etwas im Bern bleiben.

Wüthrich 5   Zu Beginn kurz etwas unsicher und mit einer defensiven Schwäche, danach abgeklärt und souverän. Setzt den Ball nach einer Ecke nur knapp neben den Pfosten.

Von Bergen 5   Der Capitano organisierte die Defensive gewohnt sicher und so steht auch im dritten Saisonspiel hinten die Null.

Benito 5   Auch Benito fährt dort weiter wo er letzte Saison aufgehört hat. Sicher in der Abwehr und stark im Spiel ohne Ball. Holte mit einer herrlichen Grätsche, Michi auf den Boden der Tatsachen zurück.

Fassnacht 5,5   Die erste Chance hatte Fassi noch versemmelt – danach war er einfach unwiderstehlich. Krönte seine starke Leistung mit einem Tor und einem Assist.

Sanogo 5   War als Abräumer zwischen Mittelfeld und Abwehr mitverantwortlich, dass dem Gegner kaum offensive Aktionen zugestanden wurde.

Sow 5   War auch schon offensiver in Erscheinung getreten doch seine Präsenz und Übersicht im zentralen Mittelfeld war mit ausschlaggebend, dass der Gegner über das ganze Spiel dominiert wurde.

Sulejmani 6   Unser Goldfuss zaubert und zaubert. Zwei Assists und ein Tor machte ihn zum Matchwinner.

Ngamaleu 5   Moumi wurde Nsame vorgezogen und ersetzte den angeschlagenen Assalé ohne Fehl und Tadel. Immer anspielbar war er ein stetiger Gefahrenherd für die Zürcher Abwehr.

Hoarau 5   Entschied mit einem herrlichen Assist zum 1:0 und dem Kopfballtor zum 3:0, noch vor der Halbzeitpause, das Spiel.

Nsame 5,5   Wie schön ist es einen Superjoker wie Jean-Pierre in der Hinterhand zu haben… kam in der 67. Minute für Sulejmani, rettete erst auf der Linie und traf dann zum 4:0 Schlussresultat.

Lauper 5   Sandro erfüllte seinen Job im 4-1-4-1 ohne Fehler und half mit, den verdienten Sieg über die Runden zu schaukeln.

Schick   Zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

 

Gelbschwarzer Spassfussball (Foto: Thomas Hodel)

 

 

 

BSC YB – GC 2:0

23. Juli 2018 um 16:00 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Was für ein Gefühl: Zum Eröffnungsspiel der neuen Saison singen gefühlt 20’000 YB-Fans schon während der Startphase gemeinsam «Fuessbau Schwiizermeischter». Noch immer: unbeschreiblich & unglaublich!

Die erste Partie als Titelverteidiger entwickelt sich recht ausgeglichen. GC hat sich mit Holzhauser und Rückkehrer Sigurjonsson verstärkt und wirkt stabil, strahlt aber nicht viel Torgefahr aus. Nach einem Fehler von Wüthrich scheitert Bahoui an der Latte und die schönste GC-Kombination der ersten Hälfte vergibt Djuricin kläglich vor von Ballmoos.

YB ist spielerisch das bessere Team, verpasst aber den Führungstreffer. Vor allem Christian Fassnacht scheitert gleich mehrmals.

Die wichtigen Szenen des Spiels ereignen sich aber nach der Pause: Wüthrich legt Holzhauser im Strafraum, doch Bieris Pfeife bleibt stumm: Ein Fehler. Nur wenige Minuten später vergisst GC-Verteidiger Doumbia, dass er bereits verwarnt ist. Er säbelt Mbabu um und fliegt mit Gelb-Rot vom Platz. Das gibt YB Platz und Zeit – und das nutzen die Gelbschwarzen. Ein Traumpass von Sanogo wird von Sulejmani wunderbar verarbeitet und mit rechts (!) zur Führung veredelt. Auch danach hat YB Chancen auf das zweite Tor, doch Fassnacht will einfach keinen Ball über die Linie bringen.

Erst Joker Ngamaleu zeigt sich nach seiner Einwechslung effizient und verwertet einen schönen Seitenwechsel von Kevin Mbabu zum 2:0.

YB übernimmt – zusammen mit Xamax – schon wieder die Tabellenspitze. Und das mit einem Auftritt, der «nur» okay war und immer noch viel Luft nach oben offen lässt.

 

Die Noten

Von Ballmoos 4,5: Wenig gefordert, hält seinen Kasten aber sauber und feiert ein gelungenes Debut. Abstösse sind noch unpräzise.

Mbabu 5,5: Vor allem nach der Pause unermüdlicher Aktivposten. Provoziert den Platzverweis und bereitet das 2:0 vor.

Wüthrich 4: Grober Schnitzer in der ersten Halbzeit und nach der Pause mit viel Glück, dass er keinen Penalty verschuldet. Sonst ein guter Auftritt.

Von Bergen 5: Ist und bleibt der Patron.

Benito 4,5: Licht und Schatten. Schaltet sich vermehrt in die Offensive ein, allerdings noch nicht so produktiv wie sein Gegenüber Mbabu.

Fassnacht 4: Fleissiger und spielfreudiger Auftritt. Allerdings vor dem Tor unglaublich unglücklich.

Sow 5: Djibril ist zurück – und wie! War phasenweise omnipräsent und hatte das Zentrum meist im Griff.

Sanogo 5: Auch Sékou wusste mit seiner Präsenz zu gefallen. Das Tandem mit Sow ist die optimale Besetzung für das YB-Mittelfeld.

Sulejmani 5,5: Zusammen mit Mbabu der beste Mann auf dem Feld. Hatte nicht allzu viele Szene, aber jede hatte Hand und Fuss. Das Tor war klasse!

Assalé 3,5: Wirbligkeit alleine reicht nicht. Assalé wartet nun schon vier Monate auf einen Treffer – es wird langsam Zeit für Nsamé oder Ngamaleu.

Hoarau 4: Zu Beginn des Spiels etwas gar verspielt, danach unauffällig.

Ngamaleu, Lauper, Nsame / keine Note

FC Thun – BSC Young Boys 2:2

19. April 2018 um 16:44 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war das erwartet harte Spiel gegen den «Angstgegner» der laufenden Saison. Die Young Boys, im Vergleich zum Spiel gegen Zürich auf drei Positionen verändert, starteten gewohnt dynamisch und mit viel Selbstvertrauen in die Partie. Das Ziel: 3 Punkte und einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft.

Auch wenn Adi Hütter auf die verletzten Stammspieler Sow und Mbabu, sowie den gesperrten Sanogo verzichten musste, war der Qualitätsunterschied der beiden Teams von Beginn weg augenscheinlich. Sulejmani von links, Fassnacht aus der Drehung nach einem Eckball und Assalé alleine vor Faivre hätten YB bereits in Führung schiessen können, bevor Nsame, der Anstelle von Hoarau in der Startelf stand, zur verdienten Führung traf. Die Thuner blieben mit Ausnahme eines Weitschusses von Spielmann ungefährlich und blass. Es sollte gar bis in die zweite Halbzeit dauern bis Marco Wölfli erstmals einen Thuner Abschlussversuch entschärfen musste.

Auch nach dem Pausentee kannte das Spiel nur eine Richtung doch scheiterte Fassnacht aus aussichtsreicher Position und Sulejmanis scharfe Hereingabe konnte im letzten Moment abgewehrt werden. Die Gelbschwarzen hatten alles im Griff, konnten schalten und walten wie sie wollten. Vielleicht war es genau dieser Umstand welcher der Tabellenführer dazu bewog nicht mehr ganz so sehr zu Wollen und das Selbstvertrauen in Überheblichkeit überschwappte. Die Oberländer nutzten die Einladung und drehten das Spiel innert Minuten durch zwei Standards. Erst nach diesem Doppelschlag erinnerten sich die Jungs wieder an ihre Stärken und Tugenden, doch schaute ausser dem Ausgleichstreffer durch Fassnacht nichts Zählbares mehr heraus.

 

Noten:

Wölfli 4,5 – Konnte sich erstmals in der zweiten Halbzeit auszeichnen. Wehrte drei Bälle ab und musste deren zwei passieren lassen. Kein einfaches Spiel für unseren Torhüter.

Schick 4 – Durfte für den verletzten Mbabu als Rechter Verteidiger ran. Spielte auf der für ihn ungewohnten Position zwar solid aber unauffällig.

Von Bergen 5 – Auf unseren Abwehrchef ist Verlass. Rettete (nicht nur) gegen Spielmann souverän doch war bei den Gegentoren chancenlos.

Nuhu 4 – Begann stark und liess in HZ2 etwas nach. Beim Gegentreffer zum 2:1 zu weit weg von Gelmi.

Benito 5 – Erneut eine gute Leistung des formstarken Loris. Mit viel unterwegs und mit guten Flanken.

Fassnacht 5 – Erneut mit einem Treffer und einigen vergebenen Chancen. Kommt gerade rechtzeitig auf das Saisonfinale wieder auf Betriebstemperatur. Herrlicher Assist zum 1:0.

Bertone 4 – Liess sich oft vom Gegner provozieren und verlor so zuweilen den Fokus.

Aebischer 4 – Durfte wieder einmal von Beginn weg rann und konnte seine Nervosität sowie fehlende Spielpraxis nicht vollends verbergen.

Sulejmani 4,5 – Mit einigen guten Aktionen in der Offensive und mit solider Defensivleistung.

Assalé 4 – Guter Start in die Partie wo er gleich zu Beginn eine gute Chance vergab. Tauchte mit Dauer des Spiels ab.

Nsame 4,5 – Zurück in der Startelf und gleich wieder Torschütze. Vielleicht hätte er mit etwas mehr Spielpraxis den einen oder anderen Treffer mehr erzielt.

Hoarau (kam nach 71’ für Assalé) und Ngamaleu (81’ für Aebischer) waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

 

 

 

 

 

BSC Young Boys – FC Zürich 1:0

17. April 2018 um 07:48 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Was YB an diesem Sonntag in der ersten Viertelstunde zeigte, war Pressing in Vollendung. Halt: Vollendet wurde die Druckphase eben nicht. Die Krönung, sprich der Führungstreffer, blieb aus.

Dafür konnten sich die Gäste langsam aber sicher ordnen und zeigten ansprechenden Fussball. Unter Neo-Trainer Magnin scheint dem Umschaltspiel eine grössere Bedeutung zugemessen zu werden als noch unter Uli Forte. Nach 18 Minuten sorgte eine entsprechende Situation zur einer gefährlichen Abschlussmöglichkeit – doch „Uns Wolf“ war zur Stelle und verhinderte einen Rückstand gleich doppelt.

Bis zur Pause neutralisierten sich die beiden Teams immer mehr: Der FCZ setzte den Fokus vermehrt auf die Defensivarbeit, bei YB schlichen sich verhältnismässig viele Ungenauigkeiten ein. Auffällig: Die präzisen Spielverlagerungen Nuhus und die Omnipräsenz Sows konnten durch Wüthrich und Bertone nur phasenweise kompensiert werden.

Nach rund einer Stunde fand YB wieder besser ins Spiel und wurde präziser. Ein doppeltes (!) Foul an Sékou Sanogo führte zu einem Freistoss (70.). Sulejmani schlug den Ball auf den Kopf von Christian Fassnacht und dessen Zuspiel fand den sträflich freistehenden Sanogo – Tor! Dass es ausgerechnet der Ivorer traf, hatte etwas Ironisches: Nach den eingesteckten Fouls rempelte er FCZler Winter an, der physisch herzlich wenig entgegenzuhalten hatte. Nicht wenige Zürcher forderten die zweite Gelbe Karte für Sanogo. Dieses Verdikt (und das sahen auch die meisten neutralen Beobachter so) wäre aber zu hart gewesen.

Item.

YB verpasste in der Folge den zweiten Treffer und so mussten die über 26’000 Zuschauer bis zum Ende ein wenig mit den Nerven kämpfen. Doch Wölfli liess sich nicht mehr bezwingen; der nächste Dreier ist eingetütet. Noch drei Siege fehlen den Gelbschwarzen jetzt! Nächste Aufgabe: Die Kantonalmeisterschaft gegen den FC Thun (Mittwoch, 20 Uhr).

Die Noten

Wölfli 5,5/ Der alte Mann hielt YB in der ersten Halbzeit im Spiel und beweist seine starke Form Woche für Woche. Bravo Wolf!

Mbabu 4,5/ Physisch ist er kaum aufzuhalten. Defensiv liess er wenig zu. Leider schlich sich ein paar ungenaue Flanken ein.

Von Bergen 5/ Für einmal mit Wüthrich an seiner Seite. Spielte einen abgeklärten und starken Part und wird hoffentlich bald verkünden, dass er noch ein gelbschwarzes Jahr anhängt.

Wüthrich 4,5/ Machte seine Sache ordentlich. In einigen Zweikämpfen war die fehlende Spielpraxis deutlich sichtbar, doch wirklich grobe Schnitzer unterliefen ihm nicht.

Benito 5/ Loris ist in einer bestechenden Form. Endlich mal mehrere Monate unverletzt zeigt er nun wie wichtig er für YB sein kann.

Fassnacht 4/ Wie immer einer der Fleissigsten auf dem Platz und hätte sich nach einem Corner in der Startphase beinahe belohnt. In der schwächeren YB-Phase tauchte er etwas gar häufig ab.

Bertone 4/ Solider Auftritt von Bertone. Allerdings fehlten in der Vorwärtsbewegung Präzision und Überzeugung. Muss sich gegen Thun steigern und neben Aebischer den Part des Leaders übernehmen.

Sanogo 5,5/ Jeder gute Verein hat einen körperlich robusten und hart spielenden Sechser. Bei YB ist das Sanogo, der sich nicht verbiegen lässt und sich einen Deut darum schert, ob ihn gegnerische Kurven als Treter verschreien. Sékou ist DIE Maschine im YB-Spiel und ein unheimlich entscheidender Faktor – vor allem wenn er jetzt sogar Tore schiesst. Gegen Thun leider gesperrt.

Sulejmani 4,5/ Aus dem Spiel weniger überzeugend als auch schon – aber mit starken Standards. Bitte endlich verlängern.

Hoarau 4,5/ Der neuerdings blonde Getter traf erstmals in diesem Jahr nicht. Allerdings hat er selten einen solchen Aufwand betrieben wie gegen den FCZ. Gleich mehrmals scheitert er per Kopf nur knapp am nächsten Saisontreffer.

Assalé 4,5/ Weniger produktiv als auch schon. Dennoch wird es jedes Mal gefährlich, wenn Assalé mit dem Ball in Richtung Strafraum unterwegs ist.

Ngamaleu/Schick/Aebischer keine Note

Anmerkung: Moumi müsste aus dem Konter in der Nachspielzeit deutlich mehr rausholen. Das weiss er selber, soll aber in der Beurteilung nicht untergehen.

BSC Young Boys – FC Basel 2:2

3. April 2018 um 14:51 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Hoarau herrlich zum 1:0 (Foto: Thomas Hodel)

Hoarau herrlich zum 1:0 (Foto: Thomas Hodel)

Das Stadion voll, die Ränge in ein gelbschwarzes Kleid gehüllt, die Mannschaft konzentriert, die Stimmung elektrisierend und die Erwartungen hoch – es war angerichtet für das Spitzenspiel der 27. Runde und die 31’120 Zuschauer, im ausverkauften Osternest Wankdorf sollten nicht enttäuscht werden. Es wurde ein Spiel mit herrlichen Toren, Spannung, Verzweiflung, Glückseeligkeit und der aufkommenden Gewissheit, dass sich dieses YB die Meisterschaft nicht mehr nehmen lassen will.

Mit dem Selbstverständnis eines Ligadominators legten die Gelbschwarzen gleich zu Beginn ein horrendes Tempo vor. Den Gästen aus Basel blieb dabei nichts anderes übrig, als sich hinten reinzustellen und zu hoffen, die Startphase unbeschadet zu überstehen. So waren es dann auch die Berner, die das Spiel bestimmten und zur ersten Chance kamen. Assalé, mustergültig vom bärenstarken Sanogo lanciert, konnte jedoch von Lacroix in letzter Sekunde entscheidend gestört werden. Zwar kam das Heimteam danach kaum zu zwingenden Abschlüssen, doch kannte der Ball in der ersten halben Stunde nur eine Platzhälfte: die vor dem Gehäuse des FC Basels.

Auch für das erste Ostergeschenk waren die Young Boys besorgt: Nuhu auf Assalé, dieser hoppelte allen davon bis zur Grundlinie, bediente im Zentrum Hoarau und AirFrance versenkte das Ei herrlich per Bicicletta zur verdienten Berner Führung. Der zehnte Saisontreffer des Franzosen war ein fantastischer Treffer der Marke «Tor des Jahres», dies vermochte auch Xhakas «Ostermontags-Schuss» nicht zu trüben und als der amtierende Meister kurz nach Wiederanpfiff, mit ihrer zweiten Möglichkeit, gleich auf 1:2 erhöhten, brachte dies das Heimteam keinesfalls aus der Spur. Zu souverän tritt YB in diesem Jahr auf. Es ist die Sicherheit der Unbesiegbaren – die Ruhe eines Meisters. Zudem kehrte im Zentrum Sekou Sanogo von seiner Sperre zurück und verlieh dem Mittelfeld eine Art chinesische oder in seinem Fall «Ivorische Mauer», an der die Stockers, Xhakas und Zuffis wie lästige Fliegen abprallten. Und im Sturm wirbelte erneut ein nicht zu bändigender Assalé, welcher auch für die Vorbereitung des Ausgleichtreffers durch Fassnacht besorgt war. Der Sonnyboy traf übrigens erstmals seit Oktober letzten Jahres wieder und stellte so das Endresultat auf 2:2.

Denn auch wenn hüben wie drüben der Ball an die Torumrandung prallte oder vom erneut starken YB Torhüter Marco Wölfli entschärft wurde, so blieb es beim letztlich verdienten Unentschieden. Nicht zuletzt auch weil der einst in der Super League so unterforderte Stocker lieber Von Bergen das Leder auflegte, als selber abzuschliessen oder auch den zweiten Matchball alleine vor Wölfli verstockerte.

Klar, nach gestern ist in der Meisterschaft noch nichts entschieden. Aber wer die Young Boys spielen sah, zweifelt kaum noch daran, dass sich diese Truppe unter der Leitung von Adi Hütter und seinem Team, die Schokolade noch aus dem Nest klauen lassen wird. Oder anders ausgedrückt: YB gewann ein unterhaltsames und spektakuläres Spiel gegen Basel 2:2 und machte einen weiteren Schritt auf seinem Weg, nach 32 Jahren den Titel zurück nach Bern zu holen.

Noten:

Wölfli 4,5 – War bei den beiden Gegentreffern chancenlos und rettete mit einer Glanzparade kurz vor Ende des Spiels den Bernern einen Punkt. War da, wann immer es ihn brauchte. Gute Abschläge, auch wenn er in der einen oder anderen Situation den Ball schneller wieder ins Spiel bringen dürfte.
Mbabu 4,5 – Offensiv gewohnt viel unterwegs und entsprechend viel lief über die rechte Seite. Defensiv solid mit wenigen «Stellungsfehler» bei Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung, wie vor dem Gegentreffer zum 1:1.
Von Bergen 5 – Der Chef in der Verteidigung und das defensive Gewissen der Mannschaft. Vielleicht die eine oder andere Unsicherheit in der Spieleröffnung aber stets da, wenn es brennt. Bringt in dieser Saison eine unglaubliche Konstanz auf den Rasen!
Nuhu 4 – Erneut mit guter Spieleröffnung und magistralen Seitenwechseln. Gegen Ende etwas zu offensiv ausgerichtet, wodurch hinten Löcher entstanden.
Benito 5 – Eine weitere starke Partie des formstarken Benitos. Liess auf der linken Abwehrseite nichts zu und setzte sich offensiv immer wieder gut in Szene. Mit etwas mehr Gefühl im Fuss und Abschlussstärke, hätte er seine Leistung mit einem Treffer belohnt.
Sulejmani 4 – War defensiv zu sehr gefordert um offensiv Entscheidendes zu leisten. Hatte bei seinem Freistoss Pech, als sein abgelenkter Schuss knapp am Gehäuse von Vaclik vorbeischrammte.
Sanogo 6 – Bärenstark! Nicht vom Ball zu trennen und mit perfekten Pässen in die Tiefe!
Sow 4 – War immer anspielbar und hatte einige gute Momente in der Vorwärtsbewegung. Ging wohl leicht angeschlagen ins Spitzenspiel und liess die zuletzt konsequente Abwehrarbeit etwas vermissen. Doch dies wird im nächsten Spiel bereits wieder anders aussehen.
Fassnacht 4,5 – Endlich trifft er wieder. Traf er zunächst nur den Pfosten, jubelte er danach über seinen ersten Meisterschaftstreffer seit Oktober 2017. Viel unterwegs und gewohnt mannschaftsdienlich.
Assalé 5,5 – Man mag ihm die erste vergebene Chance zu Beginn des Spiels verzeihen: der ivorische Wirbelwind war auch gestern kaum zu stoppen und bereitete beide Treffer vor.
Hoarau 5 – Trotz Manndeckung liefen die meisten Angriffe über AirFrance. Gui liess sich auch vom tschechischen Rucksack nicht daran hindern, die Young Boys mit dem Tor des Jahres in Führung zu schiessen.
Ngamaleu für Sulejmani und Bertone für Assalé waren zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

FC Lugano – BSC Young Boys 2:4

5. März 2018 um 15:27 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Die Young Boys befanden sich wohl mental noch in der Kabine, als die Luganesi nach fünf Minuten bereits mit 1:0 in Front lagen. Ein langer Ball auf Gerndt, der gewinnt sein Kopfballduell gegen Nuhu und Bottani trifft ohne gelbschwarze Gegenwehr zum frühen 1:0. Aber YB wäre in dieser Saison nicht YB, könnte es nicht umgehend auf einen Gegentreffer reagieren. Fünf Zeigerumdrehungen später, der kampfstarke Sulejmani läuft dem Heimteam auf und davon, sein Schuss wird von Da Costa nur ungenügend abgewehrt und Nsame steht da, wo ein Knipser stehen muss – Ausgleich.

Mit der Ruhe des unangefochtenen Leaders und dem Selbstvertrauen eines Seriensiegers kontrollierten die Gelbschwarzen in der Folge das Spiel. Mit hohem Pressing liess man den Gegner kaum mehr aus deren Platzhälfte und dank Ballbesitz bestimmte man zudem das Tempo. Sobald Lugano etwas Unternehmergeist verspürte, wurde dieser umgehend mit einer Temposteigerung und einem Tor unterbunden. In der 30. Minute stürmte Sow über Rechts los, spielte in die Mitte zu Nsame, der liess durch zu Assalé und es stand 2:1 für die Hauptstädter.

Wenn’s läuft, dann läuft’s. Zurzeit können wir schalten und walten wie wir wollen. Für alles findet man Lösungen und jede Idee wird erfolgreich umgesetzt. Beeindruckend wie kontrolliert der Kampf gegen den unangenehmen Gegner FC Lugano geführt wurde. YB schaltete in Halbzeit 2 mindestens einen Gang zurück, ohne das Spieldiktat aus der Hand zu geben oder gar in Bedrängnis zu geraten. So plätscherte das Spiel vor sich hin, bis der zwei Minuten zuvor eingewechselte Thorsten Schick, mit seinem zweiten Saisontreffer, auf 3:1 erhöhte.

Egal wer in der offensive den Vorzug bekommt, ein jeder erfüllt des Trainers Erwartung. Sei dies Nsame, der an 3 Toren beteiligte Matchwinner oder Schick, welcher zuletzt nur selten auflaufen durfte und der vorentscheidend zum 3:1 traf oder der andere Joker Leo Bertone. Nach einer eher zurückhaltenden Phase gelang es dem Berner erneut auf einen Gegentreffer zu reagieren und er traf zum Endstand von 2:4. Auch an diesem schönen Sonntagnachmittag gelang es nicht, den Leader von der Siegerstrasse zu drängen. YB ist nunmehr seit sieben Meisterschaftsspielen und wettbewerbsübergreifend gar seit neun Pflichtspielen ungeschlagen.

Noten:

Wölfli 4,5: Nach vier Minuten kalt erwischt, bekam er im Verlaufe des Spiels doch noch Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Leitete mit seinem weiten Abschlag das 2:4 ein.
Mbabu 4: Unauffälliger als auch schon in dieser Saison.
Von Bergen 4: Beim ersten Gegentreffer stimmte die Zuordnung nicht und auch danach für einmal mit Licht und Schatten.
Nuhu 4: Auch Nuhu liess für einmal andere glänzen.
Benito 5: Seine Seite blieb dicht. Lugano gewann über Benitos Seite kein Land.
Fassnacht 4,5: Überzeugte läuferisch und kämpferisch. Das Abschlussglück lässt aber weiterhin auf sich warten.
Sanogo 4: Sehr kampfbetont aber ab und an auch ohne den Kopf einzuschalten. Hätte sich über Rot nicht beklagen dürfen.
Sow 5: Offensiv wie defensiv fehlerfrei. Bereitete den 2:1 Führungstreffer mit einem schönen Rush über die Seite vor.
Sulejmani 5: Wie zuletzt eigentlich immer, war er viel unterwegs und eroberte Bälle, wie z.B. beim 1:1 Ausgleichstreffer.
Assalé 5: Wirblig wie eh und je. Führt mit Sulejmani und Nsame das Torschützenklassament mit 10 Toren an.
Nsame 5,5: Zurück in der Startelf und gleich wieder «Man of the Match!»
Ngamaleu 4,5: Ersetzte in der 64. Minute Fassnacht. War bemüht und am 3:1 sowie 4:2 beteiligt.
Schick und Bertone kamen und entschieden das Spiel. Schön, wenn man solche Alternativen auf der Bank weiss.

BSC YB – FC Basel 2:0

28. Februar 2018 um 20:33 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

geschrieben von Mate

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Was für ein Abend gestern im Wankdorfstadion. YB empfing Meister Basel zum Cup-Halbfinal, trotz klirrender Kälte kamen über 20’000 ins Stadion und sollten dort Zeugen von einem ganz grossen YB-Sieg werden. Die Mannen in Gelb und Schwarz dominierten den Ligakrösus insbesondere in der zweiten Hälfte fast nach Belieben. So war am Ende die verdiente Final-Qualifikation das eine, die Art und Weise, wie diese zustande gekommen war, das andere (eigentlich noch viel Schönere).

YB begann druckvoll und verzeichnete bereits nach gut zwei Minuten eine erste Möglichkeit durch Benito. Den Gästen pfiff in den Anfangsminuten nicht nur der Wind um die Ohren. Doch sie überstanden diese erste Druckphase der Young Boys und sollten dann zwischen der 10. und 20. Minute selber ihre beste Phase haben. Jene zehn Minuten gehörten deutlich den Baslern, mehr als eine halbe Chance schaute aber nicht heraus. Danach übernahm YB wieder das Zepter, war die bessere Mannschaft, entschlossener, spielerisch besser und offensichtlich auch fokussierter. Bei Basel begann man sich bereits an Schiedsrichterentscheidungen aufzureiben. An dieser Stelle möchten wir Valentin Stocker noch ein virtuelles Trosttäfeli und Nastuch für seine erbärmliche Schauspieleinlage senden. Doch zurück zum Wesentlichen … Da gelang es dem Heimteam vorerst nicht, Kapital aus seiner Überlegenheit zu schlagen. Zwar erzielte Hoarau den vermeintlichen Führungstreffer, leider aber hatte der Linienrichter das Offside nicht übersehen. So ging es torlos in die warmen Katakomben.

Nach der Pause liessen die Hausherren ihre Gäste zuerst einmal noch etwas an der Kälte warten. Diese waren relativ zeitig aus der Pause auf den Platz zurückgekehrt, während YB die ganze Pause nutzte um Wärme und Energie zu tanken. Was Hütters Mannen dann ihren Fans in der zweiten Hälfte boten, war schlicht sensationell. Der Ligakrösus aus Basel hatte – und es ist auch nicht ein bisschen übertrieben – schlicht nichts mehr zu bestellen. YB überforderte die Basler mit dem Tempo, YB gewann gefühlt alle Zweikämpfe, YB spielte clever (mal mit Pressing, mal ohne – aber immer richtig). Man könnte es eine Machtdemonstration nennen, wenn man denn wollte.

Und es mag sein, dass andere Schiedsrichter nach Oberlins Hands nicht auf den Punkt gezeigt hätten. Interessiert aber niemanden, denn Klossner tat es und Hoarau versenkte souverän. 1:0, nun war auch resultatmässig alles in der richtigen Bahn. Zuvor hatte es Assalé nach starker Vorarbeit Sows verpasst, YB in Führung zu schiessen. Auch nach der Führung liess YB kein bisschen nach, powerte weiter, hatte die Sache von A-Z im Griff. Sinnbildlich für die zweite Hälfte dann das zweite YB-Tor: nach einem Ballverlust setzte Mbabu fast auf der Grundlinie nach, luchste Lacroix den Ball ab, spielte scharf zur Mitte, wo sich Suchy offenbar derart unter Druck wähnte, dass er den Ball (souverän) ins eigene Tor köpfte. Das Wankdorf stand Kopf und mit Ausnahme vielleicht der Zuschauer im Gästesektor, dürften alle vergessen haben, wie kalt es eigentlich war. Und während man früher bei Führungen gegen Basel stets ins Zittern kam, ihr Druck jeweils immer wie grösser wurde und man wusste, dass es jetzt auch etwas Glück brauchen würde – dieses Mal musste man nie Angst darum haben.

So pfiff der Schiri nach 94 Minuten pünktlich ab, YB siegte 2:0, souverän und hochverdient. Es war neben der Finalqualifikation auch ein starkes Signal der Mannschaft von Adi Hütter. Ein Zeichen an den Gegner, aber (hoffentlich) auch eines an das eigene Umfeld. Nein, auch mit dem Sieg gestern holte man keinen Pokal ins Wankdorf. Aber eigentlich müsste die Art und Weise, wie die Mannschaft das durchgezogen hat, helfen, die letzten Zweifel zu beseitigen und – ganz nach dem Vorbild des Teams – mit breiter Brust die nächsten Wochen anzugehen. Schliesslich kam diese Leistung der Berner nicht überraschend.

Die Noten:

Wölfli 5,5: Hatte dank der guten Leistung seiner Vorderleute nur wenig zu tun, rettete aber zweimal glänzend.

Mbabu 5,5: Schöner Ballgewinn vor dem 2:0. Gewohnt engagiert und ohne Mühe gegen Stockers Valentin.

Nuhu 5,5: Erneut mit einer souveränen Leistung, gewohnt zweikampfstark.

Von Bergen 6: Zeigte von Beginn weg wer der Herr am YB-Strafraum ist. Sackstarke Leistung des Captains.

Benito 5,5: Wie Mbabu mit guten Vorstössen, hätte bereits nach zwei Minuten das 1:0 erzielen können.

Sow 6: Wahnsinn was der Junge für eine Entwicklung gemacht hat. Oft auch mit Ball schneller als seine Gegenspieler.

Sanogo 5,5: Gestern für einmal etwas weniger dominant als sein Nebenmann. Schade dass er nur die Latte traf, wäre ein wunderbares Tor gewesen.

Sulejmani 5,5: Arbeitete enorm viel und gefiel erneut mit intensiver Laufarbeit. Dafür nicht ganz so produktiv wie auch schon (auf hohem Niveau aber).

Fassnacht 5,5: Gegen ihn zu spielen muss einfach ziemlich mühsam sein. Aufsässig und fleissig.

Assalé 5,5: Der Ivorer verpasste die YB-Führung nach sensationeller Vorarbeit von Sow. Viel unterwegs, sorgte dauernd für Unruhe.

Hoarau 5,5: Sorgte mit seinem Penalty dafür, dass Spielgeschehen und Anzeigetafel endlich übereinstimmten.

BSC YB – FC Thun 3:1

21. Februar 2018 um 09:22 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Vorneweg: Zum Glück kämpfen nur wir mit (Server-)Problemen und nicht unsere Gelbschwarzen!

YB kann dem wachsenden Druck standhalten. Nach dem Patzer der Basler vom Samstag, bestand vor dem Spiel gegen Thun die Möglichkeit, den Vorsprung auf acht Punkte auszubauen. Vorentscheidung! Eminent! Veryoungboysen! Elementar! Die grosse BlaBlaBla-Lawine rollte ungebremst in Richtung Wankdorf.

Thun? Genau: Der «Angstgegner» der laufenden Saison strebte den dritten Sieg gegen den übermächtigen Kantonsrivalen an und wollte es besser machen als Lausanne, die neben Thun als bisher einziger Superligist gegen YB gewinnen konnten. Doch diese Rechnung beglich das Team von Adi Hütter an dessen Geburtstag eine Woche zuvor.

Schon zu Beginn zeigt sich, dass Thuns Spielweise den Bernern nicht unbedingt liegt. Die aufsässige Art und das zeitweise hohe Pressing sind sich die Gelbschwarzen nicht mehr gewohnt. Doch mit dem Rückenwind eines Leaders und dem Selbstverständnis eines Titelkandidaten, erledigt das Team seine Aufgabe doch mehrheitlich souverän.

Nach einem Gewühl im Strafraum bleibt Hoarau vor dem Tor eiskalt und verwertet seinen eigenen Rebound zur Führung. Roger Assalé kann noch vor der Pause einen schönen Steilpass von Sékou Sanogo in die weite Ecke einschweissen – keine Chance für den sonst starken Thun-Goalie Nikolic.

Nach der Pause baut YB etwas ab, der Druck und die Überzeugung kommen abhanden. Thun wird zwar nicht gefährlich, schafft aber dann doch aus dem Nichts den Anschlusstreffer: Dennis Hediger verwertet eine Flanke technisch hochstehend per Hacke. Merke: Diesen Satz zu verfassen schmerzt in etwa so stark, wie eine Wurzelbehandlung ohne Narkose.

Doch YB beweist nach dieser Szene eindrücklich, wie es um die Reife dieser Mannschaft steht: 47 Sekunden nach dem 2:1, spielt sich YB über Benito in den Thuner Strafraum, dort verarbeitet Sulejmani den Ball technisch perfekt und legt uneigennützig auf Hoarau. Tor. Die Entscheidung.

Weitere drei Punkte auf dem Konto: Ziel erreicht. Auch wenn es das Spiel nicht in die Top-5 der bisherigen Saison schafft. Zu passiv agiert YB phasenweise, wie Trainergott Chadi Hütter nach dem Spiel auch richtigerweise analysiert.

Am Samstag geht’s gegen Sion weiter. Ganz im Sinne von «Match für Match», soll die Serie gegen die Walliser weitergehen, auch wenn diese am Wochenende erstmals unter Jacobacci gewinnen konnten.

Die Noten:

Wölfli 5/ Pariert einmal stark und strahlt die gewohnte Sicherheit aus. Mittlerweile sollten auch die letzten Zweifler verstummt sein.

Mbabu 4,5/ Seine Flanke steht am Ursprung des Führungstreffers. Ansonsten gewohnt aktiv.

Nuhu 5/ Eine Wand, ein Fels, ein Berg.

Von Bergen 5/ Bekundet etwas mehr Mühe als sein Nebenmann, agiert aber kompromisslos und strahlt zu jeder Sekunde aus, dass in diesem Spiel etwas wettzumachen ist.

Benito 5/ Zeigt sich seit der Winterpause enorm verbessert. Nicht nur in der Defensive, sondern auch im Spiel nach vorne.

Ngamaleu 4/ Nicht ganz so auffällig wie in Lausanne. Versucht vieles, gelingen will ihm allerdings eher wenig.

Sow 4,5/ Mit Licht und Schatten, aber bestätigt seinen Stammplatz grundsätzlich.

Sanogo 5/ Der gewohnt wichtige Pfeiler im YB-Team. Ist für die umkämpfte Partie die perfekte Wahl.

Sulejmani 5/ Trifft zwar für einmal nicht, glänzt aber sonst: Seine Vorarbeit vor dem 3:1 ist das Eintrittsgeld wert.

Hoarau 5,5/ Definitiv zurück in alter Form – und in dieser unverzichtbar für das Team. Auch wenn das zu Lasten des bedauernswerten Nsame geht.

Assalé 5,5/ Ergänzt sich hervorragend mit Hoarau und kann seine Schnelligkeit einige Male ausspielen. Schade ist seine Hereingabe nach schönem Dribbling zu unpräzise.

 

Schick/Lotomba/Aebischer keine Note

Lausanne-Sport – BSC Young Boys 1:4

12. Februar 2018 um 14:27 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Abgeklärt und souverän zu 3 Punkten auf der schwerbespielbaren Pontaise.

Der Leader der Super League gab sich im dritten Aufeinandertreffen mit den Waadtländern keine Blösse und bezwang Lausanne-Ineosport ohne grössere Mühen klar und deutlich mit 4:1. Es entstand nie der Eindruck, als könne die Genialität Celestinis, die Gene Zidanes, die Aggressivität Rochats oder der neueingekaufte Topskorer Rapp etwas am 14. Saisonsieg, der sechste in der Fremde, der Berner etwas ändern. Mit dem Gameplan Hütters, den Sturmläufen des aktuellen Torschützenleaders Sulejmani oder mit dem «Rückkehrer» Hoarau war YB dem Kontrahenten stets einen Schritt voraus.

Adi Hütter entschied sich den gelbgesperrten Assalé durch Leonardo Bertone zu ersetzen und die Mannschaft, auch aufgrund des krankgeschriebenen Fassnachts, auf ein 4-2-3-1 umzustellen. Die Entscheidung erwies sich nicht zuletzt dadurch als richtig, da die Young Boys das Mittelfeld nach Belieben beherrschten und dadurch kaum Chancen des Heimteams zuliessen. Einzig nach dem vorentscheidenden und wunderschönen 0:3 durch Guillaume Hoarau erlaubten sich die Hauptstädter kurz eine Pause einzulegen und ein, zwei Gänge zurückzuschalten, was die Lausanner und ihr kurz zuvor eingewechseltes Nachwuchstalent Zeqiri zum Ehrentreffer nutzten.

Ansonsten war das Meisterschaftsspiel vom Sonntag eine einseitige Angelegenheit, in der die Berner Kampfmannschaft die Blauweissen in der ersten Halbzeit, mit aufsässigem Pressing, kaum aus der eigenen Spielhälfte liess. Nach dem Pausentee stand man nicht mehr ganz so hoch und erlaubte so dem Heimteam vermehrt, über die Mittellinie zu kommen. Nichtsdestotrotz blieben gefährliche Aktionen vor dem Tor Wölflis die Ausnahme. Das laufstarke zentrale Mittelfeld erstickte Ideen des Gegners im Keim und über die Flügel gelangte man blitzschnell zum definitiv genesenen Guillaume Hoarau. Gestern waren im Spiel des Leaders kaum Schwächen auszumachen – vielleicht bei der unterlaufenen Flanke vor dem Ehrentreffer oder den Bällen welche steil hinter das pressende Mittelfeld gespielt wurden? Im Gegenzug läuft AirFrance wieder zur Bestform auf, Moumi beginnt im Angriff Akzente zu setzen und die Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespanns gleichen sich mittlerweile auch für YB aus oder zumindest geben sie nach den Spielen kaum mehr Anlass zur Diskussion.

Wir freuen uns auf die Fortsetzung nächsten Samstag gegen den FC Thun, denn auch gegen die haben wir aus der Hinrunde noch eine Rechnung offen, die es zu begleichen gilt.

Noten:
Wölfli 4,5 – Kaum geprüft und ohne Bezug zum Spielgeschehen, musste er sich trotzdem einmal bezwingen lassen.
Mbabu 5 – Wieder gewohnt aktiv auf der rechten Seite unterwegs.
Von Bergen 4,5 – War kaum im Mittelpunkt und erledigte seine Arbeit.
Nuhu 5 – Zweikampfstark mit guter Spielauslösung und ohne Fehler.
Benito 4,5 – Scheint seine Qualitäten endlich konstant auf den Platz zu bringen. Blieb ausser beim Gegentreffer ohne Fehler.
Sanogo 5,5 – Stopfte im Mittelfeld die Löcher und war an zwei Treffern direkt beteiligt. Schade holte er sich nach seiner Gelbsperre bereits wieder eine unnötige Gelbe Karte ab.
Sow 5 – Defensiv und offensiv ein weiteres Mal ohne Fehl und Tadel. Schöne Vorlage zum 1:0.
Moumi Ngamaleu 5 – Tolles Spiel von Moumi. Durfte von Beginn weg ran und dankte dies mit einer guten Leistung und seinem zweiten Super League Treffer. Auch schön, wie er vor dem wegweisenden 1:0 den Angriff auslöst und Sow in die Tiefe schickt.
Bertone 4,5 – Unauffällig erfüllte er seine Aufgaben auf ungewohnter Position souverän.
Sulejmani 5,5 – Dieser Mann ist zur Zeit nur durch eine Verletzung zu stoppen. Zum Glück gab es diesbezüglich heute Entwarnung, so dass wir auch in den nächsten Spielen von der Genialität des Serben profitieren können.
Hoarau 5,5 – Ein zu Unrecht aberkanntes Abstauber Tor, ein verwandelter Elfmeter und ein Tor des Monats – Hoarau Superstar ist zurück!
Lotomba 4,5 – Kam in der zweiten Hälfte für den verletzten Sulejmani und erledigte seinen Job unaufgeregt und fehlerfrei.
Nsame für Hoarau (78.) und Aebischer für Bertone (86.) waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.