BSC YB – Lausanne 3:2

25. November 2013 um 11:54 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Nein, glanzvoll war der Auftritt der Unsrigen am Samstag nicht.

Dennoch holte YB zum dritten Mal in Folge drei Punkte und konnte den Anschluss an die Tabellenspitze halten.

Als Reaktion auf das blamable Cup-Out wurde nichts anderes als ein Sieg erwartet – nichtsdestotrotz konnte nicht damit gerechnet werden, Lausanne per Kantersieg aus dem Wankdorf zu fegen. Schliesslich haben die Waadtländer nun einen neuen Trainer und in der Tabelle definitiv nichts zu verlieren. Die Mission Ligaerhalt wurde neu lanciert und Marco Simone zeigte von Anfang an, dass er nicht vorhat, sich zu verstecken. Mit einem 3-5-2, inklusive wirbliger Flügelspieler (Khelifi und Tafer) sowie den fleissigen Coly und Ravet in der Sturmspitze, wollte Lausanne in Bern mehr sein als nur der Punktelieferant. Spielerisch hielten die Waadtländer phasenweise gut dagegen und in der Offensive suchten sie ihr Glück oftmals in den Distanzschüssen. Was nicht so recht in den Gameplan der Gäste passen wollte, war die Effizienz von YB. Zweimal waren es die vereinten Kräfte von Gerndt und Frey, die Zarate, respektive Nuzzolo den Torerfolg ermöglichten.

Nach dem 2:0 hatte YB das Spiel im Griff und abgesehen von 1-2 Unsicherheiten wäre auch eine 3:0 Pausenführung  möglich gewesen (Zarate, Rochat).

Gleich nach der Pause durfte Matar Coly dank gütiger Mithilfe von Alain Rochat auf 2:1 verkürzen. Es war dies der unnötige Knackpunkt im YB-Spiel, welcher Lausanne den Mut zurückbrachte und den Gelb-Schwarzen ebendiesen wegnahm. Mehrmals zeigten die Welschen gute Ansätze die aber (zum Glück) nicht in Tore umgemünzt werden konnten. Anders bei YB: Ein Fehlpass von Zambrella in die Füsse des besten YB-Spielers Alex Gerndt, bescherte diesem einen Assist – sein Zuspiel wurde nämlich von Nuzz zum 3:1 verwandelt. Die Entscheidung schien gefallen.

Da es aber aktuell selten ein wirklich souveränes YB-Spiel zu geben scheint, liess man 5 Minuten später Tafer zu viel Platz und Zeit, und dieser liess sich nicht zweimal bitten: 3:2 aus circa 20 Metern. Die Schlussphase war ein einziges hin und her, geprägt von zu komplizierten Lausannern und zu wenig konsequenten Bernern (Kubo). Nach 93 Minuten pfiff Schiri Erlachner ab und die YB-Welt war wieder halbwegs in Ordnung. Weitere drei Punkte und etwas Mut für den anstehenden Spitzenkampf gegen den FC Basel. Und die Waadtländer durften mit dem Gefühl nach Hause reisen, dass mit ähnlichen Leistungen auf jeden Fall noch Punkte zu holen sind.

Die Noten:

Wölfli: 5 / Hielt was zu halten war und rettete einige Male gegen Ravet und Coly.

Sutter: 4 / Zurück von seiner Verletzung mit einer genügenden Leistung. Ein paar Mal fehlte aber der Saft. Wurde von Zarate nicht immer gut unterstützt.

Von Bergen: 4.5 / Wirkte schon souveräner, wurde aber auch nicht genug unterstützt.

Rochat: 3.5 / Eigentlich mit einer soliden Leistung, allerdings mit einem kapitalen Bock gegen Coly.

Spycher: 4 / Solide aber unauffällige Leistung des Captains. Über seine Seite fällt das 3:2 – hier müssten wohl er oder Nuzz früher reagieren.

Gaijc: 4 / Ein Riesenfehler in der ersten Halbzeit, den er aber selber ausbügelte. Ansonsten fleissig und umsichtig, aber ohne zwingende Aktionen.

Costanzo: 4 / Für einmal mit diversen wichtigen Zweikämpfen in der Defensive, konnte diverse Konter früh unterbinden. Ein toller Pass auf Kubo, der diesen aber nicht in Zählbares ummünzen konnte. Es happert aber weiterhin bei den Standards.

Nuzzolo: 5 / 2 Tore, viel unterwegs und mit schönem Schnolz!

Frey: 4.5 / An den beiden ersten Toren beteiligt und auch sonst gewohnt fleissig. Wirkte aber in der zweiten Halbzeit ausgelaugt und wurde ausgewechselt.

Zarate: 4 / Traf endlich mal wieder und hatte auch sonst einige gute Szenen in der ersten Halbzeit. Leider vernachlässigte er die Defensivarbeit vor allem in der zweiten Hälfte.

Gerndt: 5.5 / Der beste YB-Spieler, auch ohne Tor. Erkämpfte sich enorm viele Bälle, war fast immer anspielbar und leitete alle drei Tore ein.

Kubo/Afum/Affolter: keine Note

Alle drei ohne Note. Kubo müsste entweder treffen oder auf Afum spielen. Letzterer wirkt immer noch nicht richtig frisch und Affolter durfte endlich mal wieder als IV ran.

Forte: 5 / Für die Gegentore kann er nichts. Wechselte früh genug um Impulse zu setzen und konnte die Mannschaft nach dem Cupspiel offenbar aufrichten. Am nächsten Wochenende folgt ein erster, echter Härtetest.

 

Die RGS-Stimmen:

FC Basel – BSC YB 2:1

2. September 2013 um 23:25 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Bern ist im Freudentaumel! Egal wer sich den Bernern stellt, er wird platt gemacht! Der unbändigen Kraft und geschmeidigen Technik ist kein Gegner gewachsen. So war es zumindest an diesem Wochenende in Burgdorf am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest, aber auch in den ersten 5 Spielen dieser Saison. Aus Basel gab es an diesem Wochenende nicht ganz so Erfreuliches zu berichten, denn das Erfrischenste an diesem Sonntag schien „der Schluck Wasser“ welcher aus der Gästekurve über den Zaun Richtung Teleclubmoderation flog. Das Spiel war nämlich bis in die 70. Minute ein richtiger Chnorz!

Anders als noch zu Hause gegen GC kam diese Niederlage nicht überraschend. Zu passiv traten die Gelbschwarzen an diesem Wochenende auf. Das vielgelobte Pressing wurde nur zögernd umgesetzt. Keine flüssigen Kombinationen, kein öffnender Pass, keine unwiderstehliche Flügelläufe, nicht einmal eine nennenswerte Einzelleistung oder gar eine Torchance war im gut gefüllten St. Jakobs Park auszumachen. Zu vieles überliessen die Gelbschwarzen dem Zufall. Das Zentrale Mittelfeld konnte zu keiner Zeit irgendwelche Akzente setzen und die Stürmer wussten mit den meist planlos nach vorne geschlagenen Bälle nichts anzufangen. Da auch der Gegner nichts Entscheidendes zum Spitzenkampf beizutragen vermochte, kam es auch mal vor, dass sich die Torhüter gar die Bälle gegenseitig zu kickten und die Zuschauer sich auf einen Gestellten vorbereiteten. Schaut man das Ganze von einer etwas positiveren Seite an, so liessen die Young Boys den Meisterschaftsfavoriten und CL-Teilnehmer nie ins Spiel kommen, machten hinten erfolgreich die Reihen dicht und waren auf gutem Wege einen Punkt nach Bern zu entführen.

Dann kam die 70. Minute und mit ihr die erste wirkliche Chance des Spiels. Für einmal kombinierten sich die Gelbschwarzen mit guten schnellen Pässen auf der rechten Seite durch und Kubo schob das Runde nach einer Nuzzolo Grätsche an Sommer vorbei – Schär konnte hier noch auf der Linie retten. Jetzt kam plötzlich doch noch Spannung auf und nur eine Minute später nickte Afum, der kurz zuvor für den verletzt vom Feld getragenen Zarate eingewechselt wurde, einen Costanzo Eckball wunderschön zum Führungstreffer ein. Im Nachhinein darf dies eher als Fluch denn Segen bezeichnet werden. Der Gästesektor lag sich immer noch in den Armen und Forte versuchte der Mannschaft klar zu machen, dass man konzentriert weiterspielen soll, als es gleich doppelt hinter Wölfli einschlug. Zwei Mal innerhalb 2 Minuten spielten sich die Basler mitten durch die Berner Verteidigung und drehten das Spiel mit den Treffern von Sio und Streller. Danach konnte der Berner Sportklub auch mit der Einwechslung von Tabakovic, einem dritten Stürmer, die kurze Unkonzentriertheit nicht mehr korrigieren.

Die Niederlage ist zwar sehr ärgerlich aber nicht überraschend. Jedoch trübt es den guten Start in diese Meisterschaft nur geringfügig, denn noch grüsst Bern auch im Fussball von der Spitze. In Basel darf man verlieren und eine Saison ohne Niederlagen hat niemand erwartet. Uli Forte wird mit seinem Staff das Spiel analysieren und mit dem Team an den Fehlern arbeiten, davon bin ich überzeugt. Es gilt sich nun auf die nächste Cup-Runde zu konzentrieren, dann kommen Luzern und St. Gallen und erst danach werden wir in etwa einschätzen können wo uns die Reise in dieser Saison hinführt. Es war nicht alles gut in den ersten Runden aber genauso wenig ist nach zwei Niederlagen alles schlecht und wie pflegt Michi immer zu sagen? „Wir müssen einfach immer weiter hart arbeiten“.

Wölfli 4 Rettete einmal stark gegen Salah sonst selten gefordert. Seine Abschläge und langen Bälle waren zu ungenau.
Zverotić 3,5 Defensiv solid aber offensiv inexistent.
Von Bergen 4,5 Bis auf 2 Minuten hielt er die Abwehr souverän zusammen.
Veškovac 3 War unsicher und selten in der Lage das Spiel von hinten heraus zu lancieren.
Sutter 3 Bekundete vorallem Mühe mit dem schnellen Salah. Konnte für einmal keine Impulse in der Offensive setzen.
Costanzo 4 Kämpfte aber blieb immer wieder am Gegner hängen. Guter Eckball zum 0:1.
Spycher 3,5 Bemüht aber glücklos.
Zárate 3,5 Blieb ohne Einfluss aufs Spiel. Musste nach grobem Foul ausgewechselt werden (gute Besserung und eine schnelle Genesung!)
Frey 3,5 Kam mit den langen hohen Bällen nicht zurecht und vermochte keine Torgefahr zu kreieren.
Nuzzolo 3,5 Auch Nuzzolo war sehr unauffällig.
Gerndt 3,5 War nicht ganz so viel unterwegs wie noch in den ersten Spielen.
Kubo 4,5 Mit ihm kam so etwas wie Torgefahr.
Afum 5 Brachte Schwung und erziehlte ein herrliches Kopftor.
Tabaković war zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

 

Sutter nach dem Spiel zu Gast bei RGS:

 

Veyrier Sports – BSC Young Boys 0:8 (0:1)

19. August 2013 um 12:48 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

 

„Die Berner Young Boys, ihres Zeichens souveräner Leader der Super League, gewinnen in der ersten Runde des Schweizer Cups gegen den Zweitligisten Veyrier Sports mit 8:0.“ – Aber Hoffentlich neigt man zu sagen. 

„Erster und einziger Torabschluss für das Heimteam nach 78 Minuten. Der Ball fliegt weit über das YB Gehäuse.“ – Nicht mehr als eine Randbemerkung. 

„Die Berner lassen auch in ihrem zweiten Anzug, mit Mvogo, Affolter, Rochat, Bertone, Sessolo, Afum und Kubo, nie Zweifel an ihrem Sieg aufkommen.“ – Darf man doch auch von einem Tabellenführer erwarten? 

„Der 20-Jährige Hélios Sessolo trifft 3 Mal und soll zwecks Spielpraxis in die Challenge League ausgeliehen werden.“ – Das Beste für alle Beteiligten. 

„Neuzugang Yuya Kubo mit seinem sechsten Skorerpunkt im sechsten Pflichtspiel für YB.“ – Für etwas hat man ihn ja geholt.

Oder man könnte auch die missglückten Torschüsse von Nuzzolo, die fahrlässig ausgelassenen Tormöglichkeiten von Afum oder die technische Unzulänglichkeit Mvogos, nach einem Rückpass, aus der Suppe haaren. Wäre da nicht die jüngere Vergangenheit und die gelbschwarzen Mahnmale peinlicher Niederlagen gegen ein unterklassiges Wil, Winterthur, Sion oder Lausanne, um nur einige zu nennen.

So erstaunt es, dass die Berner stets Herr der Lage waren und auch nach zu knapper Pausenführung nie nervös wurden oder gar Zweifel an ihrem Sieg aufkommen liessen. Das von Forte vielfach erwähnte 18-Mann-Stammkader presste wie gegen einen Superligisten, kämpfte als spielten sie im ausverkauften Wankdorf und feierten die Tore als wäre es jeweils das entscheidende gewesen. Dies scheint die neue Qualität unseres Herzensvereins. Und genau deshalb ist dieses unspektakuläre und von allen erwartete 0:8 so aussergewöhnlich!

Es ist der sechste Sieg im sechsten Pflichtspiel in dieser Saison, wo man von Spiel zu Spiel schaut – auch wenn der Gegner Veyrier Sports heisst und aus der 2. Liga der Schweiz kommt.

 

Einzelkritik:

Mvogo:   War bei seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die 1. Mannschaft (Herzliche Gratulation!) vielleicht weniger Torhüter als vielmehr einer der 2‘150 Zuschauer.

Sutter:   Zurück auf seiner Stammposition.

Von Bergen:   Abwehrchef

Affolter:   Feierte seinen ersten Einsatz in dieser Saison mit seinem ersten persönlichen Treffer auf Schweizer Boden seit dem 17.09.11 und dem 8:0 Auswärtssieg im Cup gegen den FC Domdidier.

Rochat:   Fiel auf durch seine herrlichen weiten oder in die Tiefe geschlagenen Pässe und weil er der einzige YB Verteidiger mit Kopfhaar war.

Bertone:   Spielte als U21 Spieler 90 Minuten durch.

Costanzo:   Trug in Abwesenheit von Kapitän Spycher die Captain-Binde.

Nuzzolo:   Traf mal aufs Tor, mal drüber aber auch mal hinein. Wurde gemäss Platzspeaker 2 Mal ausgewechselt.

Sessolo:   3-facher Torschütze!!

Afum:   Brauchte mehrere Anläufe aber traf. Auch letzte Saison brauchte er seine Zeit. Chunt scho guet.

Kubo:   *Hand-an-den-Unterarm-klatsch*

Zarate, Gerndt, Zverotic:   Waren auch da.

Uli:   Er macht zurzeit einfach ALLES richtig!

 

Die Stimmen von RGS:

 

Die Impressionen zum Spiel von RGS:

http://www.radio-gelb-schwarz.ch/news_detail.htm?nID=190

FC Aarau – BSC YB 0:4

12. August 2013 um 11:39 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Vor einigen Wochen erwartete man gegen Lausanne den wohlbekannten Abwehrriegel und einen tief stehenden Gegner, der mit jeder Minute ohne Gegentor gefährlicher werden würde. Nach einem Fehler von Ekeng war es Gonzalo Zarate, der bereits nach 36 Sekunden zur Führung einnetzte und damit den Plan des Gegners über den Haufen warf.

Auch gegen Aarau erwartete man ein schwer zu knackendes Bollwerk mit aufopfernd kämpfenden Weiss-Söcklern, die durch schnelle Konter und vor allem mittels gefährlichen Standardsituationen den zweiten Heimsieg anpeilen wollten.

Es dauerte diesmal nicht 36 Sekunden sondern ganze 16 Minuten, bis eben dieser Gonzalo Zarate herrlich zur Führung traf. Und auch gegen Aarau war damit der Weg frei zum nächsten Sieg, denn das Heimteam konnte sich von diesem Schlag kaum mehr erholen.

Einzig kurz vor der Pause hatte Staubli den Ausgleichstreffer auf dem Fuss. Es war dies eine der wenigen Chancen, die der starke Abwehrverbund um Patron von Bergen zuliess. Auch der Forte-Plan bei den ansonsten sehr gefährlichen Eckbällen der Aargauer ging auf: Anstatt sich mit Mann und Maus im Strafraum zu sammeln, stellte der YB-Trainer gleich drei Angreifer auf die Mittellinie. Dadurch mussten sich auch die Gastgeber umorientieren was zur Folge hatte, dass kein einziger Corner gefährlich wurde.

Nach der Pause brachen dann die Dämme endgültig: Nach einem schönen aber etwas missglückten Kunststück von Zarate, erkämpfte sich Zverotic den Ball an der Strafraumgrenze zurück, spielte kurz auf Costanzo und dieser traf herrlich zum 2:0.

Eine Viertelstunde später flankte der hervorragende Gerndt auf den eingewechselten Steffen, der den Ball irgendwie über die Linie bugsierte. Das 3:0 wäre ein passendes Resultat gewesen, mit dem sich die tapferen Aarauer wohl hätten abfinden können. Doch das effiziente YB ist aktuell kaum zu bremsen – und so durfte Costanzo seine starke Leistung mit dem Penalty -Tor zum 4:0 krönen.

Ein klarer und deutlicher Sieg beim „wohl bisher schwierigsten Spiel“ – eine klare Ansage an die Konkurrenz die am Wochenende gleich reihenweise Punkte abgab. Der YB-Fan ist allerdings ein Routinier wenn es um Realismus und Bodenhaftung geht. Es sind erst 5 Runden gespielt und es kann und wird – erfahrungsgemäss – noch viel passieren.

Daher sollten wir alle den Moment auskosten und geniessen, dass man wieder deutlich lieber an YB-Spiele geht als in den letzten beiden Jahren.

Zu den Noten:

Wölfli 4,5:

Hielt was zu halten war – und davon gab es nicht viel. Hatte eine Unsicherheit, als ihn ein Abschluss des Heimteams aus dem Tiefschlaf weckte.

Zverotic 5:

Stark verbessert. Hatte die Defensive im Griff und brachte tatsächlich auch offensiv etwas zu Stande.

Von Bergen 5:

Enorm zweikampfstark. Wahrscheinlich der beste YB-Innenverteidiger der letzten Jahre.

Veskovac 5:

Auch Veskovac zeigte sich verbessert. Gewann seine Zweikämpfe und hatte keine groben Schnitzer drin.

Sutter 5:

Souverän und abgeklärt. Fiel offensiv weniger auf als auch schon, gewann dafür aber quasi jeden Zweikampf.

Spycher 4,5:

Für einmal nicht ganz so souverän. Hatte einige Fehlpässe und keinen allzu grossen Einfluss aufs Spiel. Dies lag aber vor allem auch daran, dass jegliche Aufgaben im Aufbau von Costanzo übernommen wurden.

Costanzo 5,5:

Tolle Leistung des Zehners. Hat bei jedem Angriff seine Füsse im Spiel und traf zweimal. Auch in den Zweikämpfen besser, wirkte robuster als auch schon.

Zarate 5:

Tolles Tor von Zarate, dazu leitete er mit einem eigentlich verunglückten Trick das 2:0 ein. Über seine Seite läuft aktuell sehr viel.

Kubo 4,5:

Hatte in der ersten Halbzeit einige Aktionen. Dabei wechselten sich verlorene Zweikämpfe und gelungene Aktionen in etwa ab. Ist am Ball sehr stark und extrem Beweglich. Allerdings würden ihm 5kg Muskelmasse mehr sicher nicht schaden.

Nuzzolo 4,5:

Fleissiger Auftritt von Nuzzolo dem für einmal nichts zählbares gelang.

Gerndt 5:

Arbeitet unglaublich viel für sein Team. Tolle Flanke auf Steffen und auch sonst sehr ballsicher. Gerndt kann den Ball hervorragend halten und abdecken, damit die Mitspieler nachrücken können.

Steffen, Rochat, Afum:

Alle keine Note. Hervorzuheben sind:

–          Tor und fleissiger Auftritt von Steffen.

–          Grosschance durch Afum leider vergeben

–          Rochat fügte sich nahtlos ins Team ein.

Forte 6:

Das Team war sehr gut auf den Gegner eingestellt und die Massnahmen trugen allesamt Früchte. Uli Forte scheint aktuell einfach alles zu gelingen.

 

Die Stimmen von RGS:

 

Lausanne-YB 1:3

21. Juli 2013 um 19:34 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Ohne personelle Wechsel startete YB in das erste Auswärtsspiel der Saison.

Trotz Gurtenfestival und sommerlichen Temperaturen war der Gästesektor gut gefüllt und man durfte auf den ersten Auftritt in der Fremde gespannt sein. Uli Forte sah offenbar keinen Grund, etwas an seiner Vorwärtsstrategie zu ändern und setze bereits zu Spielbeginn auf sein hohes Pressing und viel Laufarbeit. Das Ziel war ein frühes Tor, welches die Aufgabe vereinfachen und den Defensivriegel der Waadtländer auflockern sollte. Und weil dem neuen Übungsleiter aktuell scheinbar einfach alles gelingen will, lag der Ball bereits nach 36 Sekunden im Netz: Gonzalo Zarate erlief einen zu kurzen Rückpass von Ekeng und schob eiskalt zur Führung ein.

Frühe Führung? Diese zwei Worte lassen einen YB-Fan normalerweise erschaudern. Denn wann immer die Gelbschwarzen in den letzten Jahren früh das Skore eröffneten, stellten sie das Spielen anschliessend ein und warteten geduldig auf den bald einmal fälligen Ausgleich.

Diese Krankheit scheint zum Glück fürs Erste geheilt: YB drückte weiter, griff hoch an und liess Lausanne-Sport nie ins Spiel kommen. Wie bereits gegen Sion waren es Gerndt und Frey die vorne viel Laufarbeit verrichteten und von Nuzzolo und Zarate dabei unterstützt wurden. Auffällig oft liessen sich die beiden Flügelspieler in die Mitte ziehen und eröffneten so den Aussenverteidigern Zverotic und Sutter die Möglichkeit, zu hinterlaufen und sich ins Offensivspiel einzuschalten. Diese nutzen den gegebenen Raum gut aus und kamen zu einigen guten Aktionen. Durch schnelle Kombinationen und rasches Umschalten resultierten noch vor der Pause das 2:0 durch Nuzzolo (19‘) und das 3:0 durch Sutter (Ja, Scott Lee Sutter hat gestern ein Tor erzielt!).

Nach der Pause dann der frühe Rückschlag: Gleich mit dem ersten Angriff markierte der eingewechselte Tafer das 1:3 – es war das erste Gegentor der Saison. Danach musste YB kurze Zeit das Spieldiktat abgeben. Lausanne drückte und wollte den Schwung des Anschlusstreffers ausnutzen. Doch die Achse um von Bergen und Spycher zeigte, wie wichtig Routine und Abgeklärtheit in solchen Situationen sind. Hätte man in der letzten Saison noch bangen müssen, spulte das YB der Saison 13/14 sein Programm souverän runter.

Abgesehen von einigen Ansätzen (Zarate und Gerndt) ging Offensiv zwar nicht mehr viel, aber das war auch nicht von Nöten. Schade war dies einzig für die eingewechselten Kubo und Steffen, die nicht mehr viel bewirken konnten. Der ebenfalls eingewechselte Schneuwly trat genau einmal in Erscheinung und holte sich relativ unnötig eine gelbe Karte ab.

YB gewinnt auch sein zweites Saisonspiel und steht mit 2 Spielen und 6 Punkten zumindest für 20 Stunden an der Tabellenspitze.

 

Die Noten:

Wölfli 4,5:

Beim Gegentreffer machtlos, ansonsten meist ohne Beschäftigung.

Zverotic 4,75:

Offensiv deutlich besser als gegen Sion, in der zweiten Halbzeit defensiv mehr gefordert.

Veskovac 4:

Gewann seine Zweikämpfe leitete allerdings mit einem katastrophalen Pass das 1:3 ein.

Von Bergen 5:

Ordnet die Abwehr non-stop und sehr gut. Lässt nichts anbrennen.

Sutter 5:

Knüpfte an die gute Leistung gegen Sion an und spielte gut. Traf zum 3:0 – ein Sutter-Tor ist eine Seltenheit.

Spycher 5:

Passspiel war deutlich besser als eine Woche zuvor. Auch ansonsten tadellos.

Costanzo 4,5:

Versuchte viel, allerdings wollte ihm nicht viel Zählbares gelingen. Wirkt als Schaltzentrale allerdings recht umsichtlich.

Nuzzolo 5:

Erzielte sein erstes Saisontor und war auch sonst viel unterwegs.

Zarate 5,25:

Traf früh und wirkte an der Entstehung zum 2:0 mit. Ist in einer starken Frühform und blüht richtiggehend auf.

Frey 4,75:

Fleissig wie immer, engagiert wie immer. Allerdings etwas unpräzise beim letzten Pass.

Gerndt 5:

Assist zum 2:0 und auch sonst enorm fleissig. Hatte gestern phasenweise etwas Pech, resp. Es fand sich oftmals noch ein gegnerisches Bein zwischen ihm und dem Torerfolg.

Kubo, Steffen und Schneuwly: Zu kurz im Einsatz. Steffen und Schneuwly traten kaum in Erscheinung. Kubo hatte bereits einige Aktionen, allerdings war das oft noch zu umständlich und zu verspielt.

Forte 5:

Erneut alles aufgegangen. Bleibt noch abzuwarten, was er in einem Spiel unternimmt, in dem das frühe, hohe Pressing nicht zum gewünschten Torerfolg führt.

 

Die Stimmen zum Spiel von RGS:

BSC YB – FC Sion 2:0

14. Juli 2013 um 15:19 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Ein Startsieg! Ha! Lange hat man das nicht mehr erlebt – zuletzt 2009.
Nun war es also wieder mal soweit und das Spiel sorgte für eine ausgelassene Stimmung im Wankdorf. Im Hinblick auf die neue Saison zwar noch kein Grund zur Euphorie, aber zumindest entwickelte sich ein optimistisches Gefühl im Bauch.

Aber der Reihe nach.

YB begann sehr druckvoll, das von Neo-Coach Forte geforderte hohe Pressing wurde gut umgesetzt. Besonders die beiden Offensiven Gerndt und Frey setzten die Walliser früh unter Druck und wurden dabei von Nuzzolo und vor allem von Zarate gut unterstützt.

Bereits nach 9 Minuten kam YB zum ersten Pfostentreffer und nur eine Zeigerumdrehung später schob Gerndt zur Führung ein. 75% dieses Treffers gehörten allerdings Michi Frey, der sich herrlich durchtankte und im Fallen per Aussenrist seinen Schwedischen Sturmpartner bediente.

Danach tauchten auch die Walliser ab und zu gefährlich im YB-Strafraum auf. Zuerst konnte von Bergen einen gefährlichen Schuss abblocken, der nach einem Fehler Veskovacs resultierte. Anschliessend war es Wölfli, der die grösste Sion-Chance des Spiels parierte.

Kurz vor der Pause dann ein Freistoss für YB. Costanzo flankt scharf vors Tor, Frey steigt hoch, kurze Verwirrung – und dann zeigt der Assistent das Tor an: 2:0. Die Rettungstat von Rüfli kam zu spät, der Kopfball von Frey hatte die Torlinie bereits überquert.

Zu Beginn der zweiten Hälfte spielten sich Gerndt und Frey mit viel Schwung und etwas Glück durch die Sittener Hintermannschaft – doch erneut war es die Torumrandung, die einen YB-Treffer verhinderte.

Danach kontrollierte YB das Geschehen ungewohnt solide und abgeklärt. Sion kam kaum zum kontern und die Berner störten den Gegner phasenweise immer noch sehr hoch, damit diese gar nicht erst ins Spiel kamen. Eine Reihe von guten (neu einstudierten!) Corner-Varianten sorgten immer mal wieder für Gefahr vor dem Sion-Tor und auch die eingewechselten Neuverpflichtungen Kubo und vor allem Steffen konnten bereits einige gute Aktionen verzeichnen.

YB sicherte sich die ersten drei Punkte der Saison mit einer guten, erfrischenden und vor allem sehr engagierten Leistung. Das hohe Pressing und die aktive Spielweise der Berner gefällt und darauf wird nun hoffentlich aufgebaut. Sion war noch kein richtiger Gradmesser und das Auswärtsspiel in Lausanne wird traditionell eine schwierige Herausforderung.

Besonders Erwähnenswert:

– Gernd & Frey sowie die restliche Offensiv-Abteilung scheinen sich im neuen System wohlzufühlen und erfüllten Ihre (aufwändigen) Aufgaben gut.

– Die Abwehr um von Bergen spielte zu 0.

– Mit Steffen, Kubo, Schneuwly, Tabakovic (und in ein paar Wochen auch noch Afum) kann YB immer wieder starke, frische Kräfte bringen um den Druck hochzuhalten.

Zu den Noten

Wölfli 5:
Es gab kaum Sion-Chancen. Doch die Grösste parierte er hervorragend. Bei den Abstössen phasenweise etwas besser als zuvor, ab und zu aber wieder im gleichen Fahrwasser.


Zverotic 4.5:

Solide Leistung von Zverotic, tiefe Fehlerquote. „Elsi“ muss offensiv aber noch zulegen

Von Bergen 4.75:
Abgeklärtes Debut des neuen Abwehrchefs. Klärte oftmals kompromisslos statt spielerisch und entschuldigte sich jeweils bei den Nebenleuten. Hat eine starke Ausstrahlung auf dem Platz.

Veskovac 4:
Eigentlich eine gute Leistung mit vielen gewonnenen Zweikämpfen. Allerdings mit einem ziemlichen Bock in der ersten Hälfte. Mit dem Saisonstartbonus gibts trotzdem eine 4.

Sutter 4.75:
Als linker Aussenverteidiger aufgestellt – und prompt mit einer starken Leistung. Gewann viele Zweikämpfe und war auch offensiv sehr fleissig.

Spycher 4.5:
Fleissiger Organisator im Zentrum aber mit einigen Fehlpässen.

Costanzo 4.5:
Muss körperlich immer noch zulegen, dass Zweikampfverhalten war nicht durchgehend SL-tauglich. Allerdings in die meisten Offensivaktionen involviert und mit einigen guten Standards.

Nuzzolo 4.25:
Zu Beginn noch nicht ganz sattelfest, steigerte sich aber kontinuierlich. Kann aber sicher noch mehr.

Zarate 4.75:
Überraschend fleissiger Auftritt von Zarate. War viel unterwegs und gewann die meisten seiner Zweikämpfe. Scheint auf dem richtigen Weg zu sein.

Frey 5.5:
Bester Mann auf dem Platz. Bereite das 1:0 mustergültig vor und traf danach selber zum 2:0. Auch sonst mit vielen guten Aktionen. Das neue System mit dem hohen Pressing kommt dem einsatzfreudigen und laufstarken Frey entgegen.

Gerndt 5:
Starker Auftritt von Alex Gerndt. Hat gezeigt, dass er kein Fehltransfer ist. Viel unterwegs, schöne Aktionen und viel torgefährlicher als noch vor einem halben Jahr. Könnte mit dem 3:0 den Sack früh zu machen.

Steffen, Kubo, Schneuwly: keine Noten. Allerdings deutete besonders Steffen an, dass er das Team mit seiner Spielweise bereichern kann. Nuzz und Zarate dürfen sich kaum schwache Leistungen erlauben.

Forte 5:
Zum Einstand eigentlich alles richtig gemacht. Könnte seinen ersten Wechsel eventuell noch etwas früher tätigen. Seine Handschrift war bereits erkennbar – etwas auf das wir lange gewartet haben.

 

Und hier noch die Stimmen von RGS:

Hopp YB!

YB – FCZ 2:4

27. Mai 2013 um 07:26 von Marco in der Kategorie Matchbericht, Redaktionelles, Spielerbewertungen, YB

Eine wirklich gute Fussballmannschaft beherrscht drei Dinge: Ein gutes Stellungsspiel, Pressing und Konterqualitäten. Auch mit nur einer der drei Eigenschaften kann ein Team dem Gegner immer noch sein Spiel aufzwingen. YB beherrscht nicht einmal ansatzweise eine dieser Fähigkeiten. Das führte das Spiel gegen Zürich schonungslos vor Augen. Über weite Strecken vermittelte YB den Eindruck einer Mannschaft, die sich aufgegeben hat. In der allgemeinen Tristesse gab es jedoch auch einige Lichtblick.

In der Anfangsphase deuteten Gerndt, Nuzzolo und Afum an, wie eine druckvolle Flügelzange aussehen könnte. Nuzzolo, der ausnahmsweise rechts spielte, verlieh dem Spiel mit präzisen Seitenverlagerungen gute Impulse. Gerndt auf links zeigte Einsatz und setzte sich mehrmals gegen die FCZ-Verteidiger durch. Es war dann auch sein Pass, den Afum nur noch einzuschieben brauchte zur 1:0-Führung. Neben dem Seitenwechsel von Nuzzolo überraschte Challandes mit der Nominierung von Leonardo Bertone als Sechser. Der 19-Jährige versuchte primär keine Fehler zu machen, dabei unterliefen ihm natürlich solche erst recht. Weil sich seine Vorderleute selten in Position brachten, musste er sich meistens mit Rück- oder Fehlpässen behelfen. Die YB-Offensive baute nach der Führung nämlich stark ab. Im Gegenzug fand Zürich besser ins Spiel und nach 20 Minuten glich Drmic aus. Mit zwei, drei schnellen Pässen übertölpelte der FCZ die Abwehr.

Für Nef und Zverotic wäre schon die Bezeichnung Statisten des Lobes zu viel. Wie immer nach einem Gegentor fiel YB völlig aus dem Konzept und stellte das Fussball spielen fast gänzlich ein. Fehlpass reihte sich an Fehlpass und kein einziger Spieler übernahm in dieser Situation Verantwortung. Costanzo blieb bei seinen Dribblings immer hängen und Farnerud fiel nur mit Ballverlusten auf. Diese Verluste standen meist am Anfang einer Zürcher Chance. So auch beim 2:1 als Chermiti plötzlich vor Wölfli auftauchte und das Tor schoss. Nach der Pause stand erstaunlicherweise die gleiche Elf auf dem Platz und es ging dementsprechend gleich weiter. In einer Situation in der YB Druck aufbauen sollte, schoben sich die Spieler den Ball zu bis er beim Gegner landete. Für die Vorentscheidung sorgte Gaijc als er einen Foulpenalty verwertete. Dem Pfiff ging ein Foul von Zverotic voraus. Aus der Distanz schien der Entscheid ziemlich streng. Das 4:1 für Zürich war dann die definitive Entscheidung. YB zeigte Auflösungserscheinungen.

Challandes reagierte erst jetzt mit den Wechseln Sutter und Tabakovic für Nuzzolo und Gerndt. Zürich beschränkte sich in der Folge aufs Kontern und YB fand viel Platz zum nutzlosen Ballgeschiebe. Nach dem gefühlten 72. Fehlpass wurde es Farnerud zu langweilig und er schoss mal Richtung Tor. Das hatte auch Da Costa nicht erwartet, so stand es am Schluss 4:2.

 

Noten:

Wölfli: 4

Zweimal gut gehalten, bei den Toren keine grosse Schuld, aber vier Gegentore sind zu viel.

 

Zverotic: 2

Da ist Sutter noch fast besser. Im Gegensatz zum DM als AV unbrauchbar.

 

Nef: 1

Schlechtester YB-Spieler der Saison.

 

Veskovac: 2

Zwei gute Grätschen reichen, damit man von Note 1 verschont wird.

 

Raimondi: 3

Gehört zur Verteidigung aber nur auf dem Matchblatt. Eine schöne Flanke.

 

Bertone: 3,5

Viel zu viele Fehlpässe. Trotzdem ein bisschen Jugendbonus.

 

Nuzzolo: 4,5

Weniger gut als auch schon. Lieber wieder auf links.

 

Costanzo: 3

Das wird nie mehr etwas in Bern.

 

Farnerud: 3

Ein Tor. Ansonsten ein Ärgernis

 

Gerndt: 4,5

Hat Potenzial angedeutet. Wenn es nicht läuft unsichtbar.

 

Afum: 4,5

Könnte gut kommen, wenn er mehr Bälle erhielte.

 

Sutter: 4

Unverständliche Einwechslung. Spielte dann nicht sooo übel.

 

Tabakovic: 4,5

Guter Einsatz. Die Wasserverdrängung gefällt.

 

Gonzalez: 3,5

Wie immer: Viel Aufwand, wenig Ertrag

 

Auf Radio Gelb-Schwarz nehmen Bertone und Nuzzolo Stellung zur Niederlage.

Stimmen zum Spiel

FC Luzern – YB 3:1

12. Mai 2013 um 14:41 von Marco in der Kategorie Matchbericht, Redaktionelles, Spielerbewertungen, YB

War der 4:0-Sieg gegen GC nur ein Strohfeuer oder der Wendepunkt, fragte gaeubschwarz.be vor dem Spiel gegen Luzern. Es war nur ein Strohfeuer muss man nach der 3:1-Niederlage in Luzern feststellen. YB spielte besonders in der zweiten Halbzeit so schwach, wie in den meisten Spielen dieser Saison. Es dauerte gerade mal acht Minuten bis Hochstrasser zum 1:0 traf. Bevor Hochstrasser nach Pass von Sally Sarr aus drei Metern Distanz das 1:0 schoss, liess sich Nef auf beschämende Art und Weise von Gygax düpieren. Gygax brachte es in der Ecke tatsächlich fertig, den Ball mit der Hacke durch Nefs Beine zu spielen. Es war leider nicht das letzte Mal in diesem Spiel, dass Nef neben Gygax uralt aussah.

Wenn man irgendetwas Positives an der sogenannten Leistung von YB suchen müsste, wäre es die Reaktion auf den frühen Rückstand. Fiel YB bisher zuverlässig auseinander nach einem Rückstand, gaben sich die Spieler diesmal nicht komplett auf. Luzern war zwar überlegen, YB zeigte aber gute Ansätze und insbesondere Afum rackerte und suche mehrmals den Abschluss. In der Szene als Afums Schuss an Lustenbergers Hand prallte, entschied der Schiri wohl korrekt auf kein Penalty. Wo ein bisschen Licht ist, ist bei YB stets auch viel Schatten. Viel zu oft überlistete Luzern das Berner Mittelfeld und brachte die Verteidigung ins Rotieren. Ausgangspunkt vieler Ballverluste war Farnerud, der nach dem Ausreisser gegen GC wieder an seine gewohnt schlechten Leistungen anknüpfte. Die Bemühungen in der Offensive zahlten sich in der 34. Minute aus als Gerndt nach einem Pass von Frey mit einem starken Flachschuss zum 1:1 traf.

In Sachen Pausenansprachen gewann ̶B̶̶e̶̶r̶̶n̶̶s̶̶c̶̶h̶̶r̶̶e̶̶c̶̶k̶̶e̶̶r̶ Bernegger deutlich gegen Challandes. Luzern spielte nach dem Seitenwechsel druckvoll und zeigte viel mehr Siegeswillen als die Young Boys, die mehr reagierten als agierten. Der FCL entschied das Spiel schliesslich mit zwei Toren innert fünf Minuten. Das 2:1 erzielte Gygax per Kopf nach einer Flanke von Sarr. Wie eingangs angekündigt war Nef auch dieses Mal beteiligt. Er gewährte dem 11 Zentimeter kleineren Gygax so viel Platz, dass er völlig umbedrängt zum Kopfball kam. Den Todesstoss versetzte Gygax YB als er einen Freistoss von Andrist unhaltbar ablenkte. Nef half tatkräftig mit, indem er den Kopf einzog. Nach dem fünftletzten Saisonspiel kann man feststellen, dass YB keinen Schritt weiter ist und auch nirgends einen Hoffnungsschimmer zu sehen ist.

 

Zeugnis

Wölfli 4,5
Machtlos bei den Toren. Verhinderte mit einigen Paraden eine Kanterniederlage.

Bürki 4
Kann und muss (noch) nicht die Abwehr stabilisieren. Schön wäre es trotzdem.

Veskovac 3
Kam beim 1:0 zu spät. Ist kein Abwehrchef

Nef 2
Hatte am meisten Einfluss auf den Spielausgang. War an allen Gegentoren mitschuldig.

Gonzalez 3
Reihte Fehlpass an Fehlpass. Zu wenig Defensivarbeit.

Farnerud 3
Fiel nur mit Ballverlusten auf.

Zverotic 4
Bemüht aber planlos. Mit Spycher an der Seite käme es wohl besser.

Nuzzolo 4
Setzte keine Akzente. Braucht wieder einmal ein Erfolgserlebnis

Frey 4,5
Kämpfte wie man ihn kennt. Intelligenter Pass zum 1:1. Dürfte mal wieder treffen.

Afum 4,5
Schiesst viel, trifft wenig

Gerndt 4,5
Ist der Bann gebrochen? Zweifel bleiben bestehen.

Costanzo 4
Ist nicht der Typ, der einen Zweitore-Rückstand noch im Alleingang herumreisst.

Raimondi 4,5
Brachte ein bisschen Sicherheit in die Abwehr. Luzern griff aber auch nicht mehr wirklich an.

Martinez 4
Super League ist nicht 1. Liga Classic. Leider.

Raimondi stellte sich nach dem Spiel den Fragen von Radio Gelb-Schwarz.

Raimondi auf RGS

BSC YB – GC 4:0

8. Mai 2013 um 14:01 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

  

Die YB-Sorgenkinder schlagen GC mit 4:0

Tore von Afum, Farnerud, Gerndt und Nuzzolo, dazu ein Sieg gegen den Meisterschaftszweiten und eine Mannschaft die läuft, rackert und kämpft  –  wer hätte dies gestern Abend vorauszusagen gewagt? Wohl nicht einmal die Protagonisten selbst und schon gar nicht die 15’069 Zuschauer, welche angeblich den Weg ins Wankdorf zu Bern fanden.

In den ersten 30 Minuten spielte eine eher verunsicherte aber bemühte YB Mannschaft gegen ein GC, welches mit der geschwellten Brust eines Titelkandidaten und starkem Pressing begann. Wäre Mann an der Ladys Night nicht so emotionslos und ohne Erwartungen ins Stadion gepilgert, niemand hätte sich über einen frühen Rückstand gewundert. Doch es kam anders, denn nachdem die Zürcher ihre guten aber nicht zwingenden Chancen nicht zu nutzen wussten, verwertete Afum seine vielleicht zweite Möglichkeit in „Gaeubschwarz“, indem er einen Schuss von Raimondi unhaltbar zum 1:0 ablenkte.

Nur kurz versuchten die Zürcher danach eine Reaktion zu zeigen aber da war plötzlich eine Raumdeckung und das Selbstvertrauen in den Reihen der Gelb-Schwarzen, welches man sich bei YB in dieser Saison einige Male gewünscht hat.

Nach der Pause spielten dann nur noch die Berner und als „Karate Kid“-Bürki und Vilotic auch beim letzten im Stadion die Emotionen auf Meisterschaftsendspurt kickten, lief es auf einmal fast wie von selbst. Der Ball fiel Farnerud nach einem Standard (!) und in Abwesenheit unserer Kopfballungeheuer auf den Kopf  –  2:0. Etwas später entschied Nuzzolo den „Rückkampf“ gegen Bürki für sich und erhöhte auf 3:0 und am Ende krönte Geeeerndt seinen kämpferisch und läuferisch vorbildlichen Einsatz mit seinem ersten Tor in „Gaeubschwarz“  –  4:0.

Ein schöner Frühlingsabend, 3 Punkte gegen GC, eine kämpferische und läuferische YB-Mannschaft… Aarebötle wäre für einmal sicher nicht schöner gewesen.

Fussball im Wankdorf kann manchmal so einfach und schön sein!

 

 

Einzelkritik:

Wölfli   5  –  Ein paar wichtige Paraden und zu Null gespielt.

Zverotic   4,5   –   Defensiv solid und offensiv unauffällig.

Spycher   5,5  –  Ganz egal wie Spielstark er war (oder eben nicht), seine Präsenz und Führungsqualitäten waren allgegenwärtig und mit ein Grund für das 4:0. Welcome back Wuschu!

Bürki   4,5  –  Zuerst etwas unsicher aber danach defensiv gut.

Raimondi   4,5  –  Defensiv bemüht und kämpferisch. Offensiv nur zu Beginn aktiv.

Farnerud   5  –  Endlich eine Leistungssteigerung und nach seinem Tor wieder richtig stark.

Schneuwly   4,5  –  Hat sich auf das beschränkt was er gut kann. Kämpferisch wie immer gut.

Costanzo   4,5  –  Sehr mannschaftsdienliches Spiel von ihm. Ging in die Zweikämpfe und zog im Mittelfeld die Fäden. Übernimmt immer mehr Verantwortung.

Afum   5,5  –  Kommt immer besser in Fahrt. Jetzt noch etwas mehr Durchschlagskraft und wir werden tanzen.

Nuzzolo   4,5  –  Wieder einmal ein Tor unseres Topskorers. War ausserdem Auslöser für die notwendigen Emotionen. Spielerisch kann er sich aber noch steigern, wie wir wissen.

Gerndt   5  –  Noch sind nicht alle Laufwege klar aber ENDLICH sein erstes Tor. Kämpferisch wie läuferisch ein Vorbild.

Sutter   4,5  –  Brauchte 5 Minuten bis er im Spiel war und spielte danach munter mit. Mit einem starkem Abschluss aus gut 25 Metern.

Gonzalez und Frey zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

Und hier die Stimmen zum Spiel von RGS:

 https://soundcloud.com/radio-gelb-schwarz/wolf-wir-haben-uns-das-gl-ck

 

 

FCSG – BSC YB 3:1

6. Mai 2013 um 10:52 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Dass sich YB gegen tief stehende Teams wie Servette oder Lausanne jeweils schwer tut und dies dann auch moniert, ist soweit akzeptabel kein Gegner mag das wirklich. Damit suggerieren die Spieler gleichzeitig aber, dass sie lieber Teams haben, die das Spiel machen und viel Dampf machen.

Ebendies tat St. Gallen… und wie! Respekt vor den Ostschweizern, die die Räume eng machten, hoch standen, früh und oft auch zu zweit attackierten. Dennoch: Irgendwie kommen wir zu einem Penalty, den Costanzo dann auch verwertet, so weit so gut. Obwohl die St. Galler dann noch aggressiver spielen und vom fantastischen Publikum nach vorne gepeitscht werden, braucht es zunächst einen Bock von Wölfli, damit St. Gallen auch resultatmässig wieder bei den Leuten war.

Erstaunlich, dass davor keine Tore fielen. Nuzzolos unnötige Aktion am 16er kippte das Spiel schliesslich. Wie zuvor unserem 10er, gelang auch dem St. Galler 10er ein Penaltytor. Danach erhöhte St. Gallen noch auf 3:1.

Ein Resultat das in dieser Höhe in Ordnung geht, hätte es doch auch höher ausfallen können, ja fast müssen.

Schade, hat man es verpasst, aus dem Lausanne-Spiel etwas Schwung mitzunehmen und die glückliche Führung geschickter zu verwalten. Einsatz und Wille können aus meiner Sicht nicht beanstandet werden. Es fehlte schlicht die Cleverness, die spielerische Klasse und eine klare Spielidee. So kam es, dass zwei Songs des Albums Ballast der Republik“ der Toten Hosen symbolisch für die Gefühlslagen in den Fan-Lagern standen.

RGS spielte Schade, wie konnte das passieren“, in der AFG-Arena lief Tage wie diese“…

 

 

Einzelkritik:

 

Wolf 2.5 – Riesenbock vor dem ersten Tor, beim dritten unglücklich.

 

Sutter 3.5 – Fing äusserst erfreulich an und wollte sich aufdrängen, baute stark ab und sah dann beim dritten Tor schlecht aus.

 

Nef 3.5 – Oft überlaufen, gewann weniger Duelle als sonst, kriegt gegen GC eine Pause.

 

Veskovac 4.25 – An ihm lag es eigentlich weniger, schaltete sich auch oft offensiv ein, zeigte aber dort seine technischen Limiten auf, kriegt gegen GC eine Pause.

 

Bürki 3.25 – Defensiv einigermassen solid nach vorne schlicht nie gesehen gegen GC wird er ins Zentrum rücken, gut so.

Zverotic 2.5 Spielte wieder einmal vor der Abwehr, schlechtes Spiel mit vielen Ungenauigkeiten.

Doubai 2 – Sein schlechtester Auftritt in dieser Saison, viele Fouls, anfällig, ungewohnt viele Fehlpässe und verletzt ausgewechselt, sah nicht gut aus und wird wohl gegen GC fehlen.

 

Nuzzolo 2 – Zeigt seit paar Spielen einen enormen Abwärtstrend und bräuchte gegen GC eine Pause.

 

Farnerud 1 – Was söu me da no sägä…?

 

Costanzo 4 – Zu Beginn mit vielen guten Aktionen, vor allem oft auch bissig im Zweikampf, zudem Penalty erneut verwandelt. Ging aber je länger je mehr unter.

 

Afum 4 – Noch einer der besten, mit seiner Schnelligkeit konnte er bis zum 1:0 viel Bälle erobern, holte paar Eckbälle raus. Ist aber definitiv kein 4-2-3-1-Stürmer, der (vor allem hohe) Bälle halten kann und sie weiterleitet, für mich klar ein Flügelspieler.

 

Spycher 4.5 – Welcome back, wir brauchen dich. Seine Ruhe am Ball, seine Seitenwechsel, sein energisches Auftreten er deutete seinen Wert an.

Schneuwly 4 – Gar nicht so übelst, gewohnt viel unterwegs, teils mit ordentlichen Aktionen. Nach seinem Sion-Gewurstel deutete er an, dass er es wieder besser machen will.

 

Frey – Zu kurz im Einsatz.

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Die RGS-Stimmen zum Spiel:

https://soundcloud.com/radio-gelb-schwarz/wuschu-spycher-wir-d-rfen-das