Die Össis

8. März 2010 um 16:50 von Biber in der Kategorie Getackelt

Jeden Montag wird unter “getackelt” das verbale Bein ausgefahren und der Gegenspieler vom Ball getrennt. Manchmal fair, manchmal nicht, aber immer auf den Ball gespielt.

Nun ja, leicht haben sie es ja nicht. Früher waren die mal so etwas wie ein Kaiserreich, das sich bis Ungarn und Italien erstreckte. Heute sind sie eine Zweitklassnation, versteckt in irgendwelchen Schluchten und Tälern. Wie wir. Nur waren wie nie ein Kaiserreich.

Weil aber die Österreicher halt die Österreicher sind, unterscheiden sie sich in einem wesentlichen Punkt von uns: Sie haben das Bedürfnis, sich regelmässig lächerlich zu machen.  Wir erinnern uns an das Theater um Simon Ammans Bindung. Ein gewisser Alexander Pointer, seines Zeichen viel gerühmter Erfolgstrainer der Össis, erklärte der Welt, wie man Simon Amman vor einer unausgetesteten Bindung schützen will. Natürlich gehe es nicht gegen den Athleten, sondern einzig um die Sicherheit der Athleten. Bla bla und bla. Inzwischen haben die Österreicher – wir wissen es – die Bindung ohne weitere Tests übernommen. Natürlich ohne Erfolg. Es sind ja Österreicher.

Nun hat man das Visier auf Carlo Janka eingestellt. Dieser hat im Weltcuprennen von Kvitfjell im Gesamtweltcup seinen Rückstand auf Beni Raich auf 46 Punkte reduzieren können. Natürlich kann Raich immer noch ohne Probleme aus eigener Kraft die Kristallkugel holen. Aber das scheint man ihm im österreichischen Lager nicht recht zuzutrauen. Wie sonst lässt sich erklären, dass man gegen angeblichen Fehlstart von Carlo Janka Protest einlegen wollte? Den vermeitlichen Fehlstrat hatte übrigens auch niemand gesehen ausser Gert Ehn, ehemaliger Cheftechniker der Österreicher, zuhause vor seinem Fernseher. Er schnappte seine Eierfoun und forderte seine Kollegen auf, sofort Protest einzulegen. Erst nachdem man mit den Protestabsichten bereits an die Öffentlichkeit gegangen war, stellte man dann fest, dass es doch kein Fehlstart war. Selbst im österreichisch-kaiserlichen Staatsfernsehen ist man mittlerweile peinlich berührt und schaden wird es in erster Linie den eigenen Athleten. Apropos: Die blieben bekanntlich in Vancouver ohne einzige Medaille und warten seit einem Jahr auf einen Abfahrtssieg. Vermutlich dachte man, man könne eh nicht mehr viel kaputt machen. Nutzt nix, so schads nix. Ah geh schooo!

Liebe Össis. Wir mögen Euch. Ganz ehrlich. Ihr seid sympathisch, meistens fair und habt eine Sprache, wie wenn ihr stets gleich losweinen möchtet. Und ihr bringt uns zum Lachen.

Xamax – YB 1:0

8. März 2010 um 08:37 von Pele in der Kategorie Matchbericht
Wölfli: 4.5 Beim Gegentor machtlos, ansonsten ohne Patzer. Versuchte gegen Ende des Spiels noch einmal Feuer in die Mannschaft zu bringen und wurde sogar im gegnerischen Straufraum angetroffen. Leider erfolglos.
Dudar: 4 Ihn trifft eine Teilschuld beim Gegentor. Ansonsten genügend.
De Pierro: 3 Schlechtes Debut für den Jungspund. Sieht beim Gegentor schlecht aus und konnte auch sonst nicht viel zum Spiel beitragen. Besonders ärgerlich: die diversen Fehlpässe im Spielaufbau. Dahabe ich mir – nach all dem Werben um einen Einsatz von Beginn weg – deutlich mehr erwartet
Affolter: 3.5 Auch Affolter mit zuvielen Fehlpässen und ungenügenden Vorstössen.
Yapi: 3.5 Von ihm kam zuwenig. Beruhigte zwar das Spiel durchaus genügend, jedoch kam nach vorne viel zu wenig. So wird es für ihn wohl nicht mehr viele Einsätze geben.
Doubaï: 3.5 Auch Doubaï konnte nicht an die Leistungen von Zuletzt anknüpfen.
C. Schneuwly: 3 Spielte für den verletzten Sutter und fand den Tritt auf dieser Position nicht so richtig. Auch er mit vielen Fehlpässen und wenig gelungenen Flanken. Sein Spiel ist doch eher die Offensive.
Raimondi: 4 Mändu war bemüht und arbeitete fleissig. Zudem ist er er einzige, der zumindest eine Chance vorzuweisen hatte. Allerdings merkte man, wie ihn zum Schluss die Kräfte verliessen.
Lustrinelli: 3 Lustrigol wurde kaum gesehen. Das lag einerseits an ihm, andererseits auch an den Mitspielern, die den Angriff kaum mit brauchbaren Bällen fütterte.
Doumbia:  3 Ihm lief es nicht nach Wunsch. Versuchte zwar gegen Ende des Spiels noch etwas zu reissen, jedoch äusserst glücklos.
Regazzoni: 3.5 Rackerte wie gewohnt – doch konnte nicht an der Form der letzten Spiele anknüpfen.
Bienvenu: – keine Note
Coly: – keine Note
Hochstrasser: – keine Note

Fazit:
Der FCB verliert zuhause gegen GC, was YB DIE Chance geboten hätte, den Vorsprung wieder auf sieben Punkte auszubauen. Doch wie so oft: Die Berner verpassten es, aus dieser goldigen Möglichkeit Kapital zu schlagen. Mit einer erschreckend schlechten Leistung machte man es einem schwachen Xamax zu einfach. Will man Ende der Saison wirklich einmal mit einem Kübel dastehen, braucht es ab sofort eine deutliche Leistungssteigerung. Natürlich: Mit Sutter, Degen, Mardassi, Lingani, Schneider und Schneuwly fehlten gestern doch einige Leistungsträger – das darf aber gegen ein Xamax (nach 10 Spielen ohne Sieg) nicht als Ausrede gelten. Will man Meister werden, muss man auch kurzfristige Ausfälle verkraften können.
Es folgen nun zwei Heimspiele gegen Sion und GC, bevor es dann in die „Kellerrunden“ geht. Zeit aufzuwachen und Gas zu geben!