Was war denn das?

14. Dezember 2009 um 14:40 von Biber in der Kategorie Getackelt

TacklingJeden Montag wird unter “getackelt” das verbale Bein ausgefahren und der Gegenspieler vom Ball getrennt. Manchmal fair, manchmal nicht, aber immer auf den Ball gespielt.

Keine 24 Stunden sind seit dem Abpfiff der Partie Lausanne – BSC Young Boys (oder war es BSC Young Boys – Lausanne?) vergangen. Klar, dass in erster Linie Frust und Enttäuschung die den YB Fan dominierenden Gefühle sind. Alle Versuche die Tatsachen objektiv darzustellen, sind wohl von allem Anfang an zum Scheitern verurteilt. Ich versuche dennoch, einige Gedanken zu formulieren.

 Zuerst einmal, und dieser Teil fällt mir wohl noch am leichtesten, gratuliere ich dem verdienten Sieger Lausanne und wünschen dem gesamten Team alles Gute für die kommende Partie gegen St. Gallen. Diesmal von Anfang an auf fremdem Terrain. Möge es ihnen Glück bringen.

 Was hingegen unser Team und seine Einstellung angeht sind mir das Weshalb, das Wieso und das Warum schlichtweg unerklärlich.

 Klar, der Cup kennt seine eigenen Gesetze. Gerade unterklassige Mannschaften wachsen oft über sich heraus und können eine Leistung abrufen, die sie sonst eine ganze Saison lang kaum einmal zu bringen im Stande sind.

 Zudem kam erschwerend hinzu, dass nach E. Dudar und M. Schneuwly auch S. Ghezal kurzfristig fehlte (ein Autounfall, bei dem seine Tochter verletzt und seine erste Frau getötet wurde, erforderte seine Anwesenheit in Tunesien. Quelle: Der Bund vom 14. Dezember 2009).

 Vielleicht hat auch der Fanboykott dem Team geschadet. Falls ja, so war dies seitens der Verantwortlichen sicher auch beabsichtigt. Denn was bringt letztendlich eine (von der Sache her berechtigte) Aktion, wenn sie keine Auswirkungen hat? Ob der Boykott das richtige Mittel war und welchen Teil er zu der Niederlage beigetragen hat, wird nie geklärt werden können. Fakt bleibt aber, dass dieser Boykott niemals eine Ausrede für ein verlorenes Spiel gegen einen NLB Klub sein kann. Von einer professionellen und guten Mannschaft darf man erwarten, dass solche Spiele gewonnen werden.

 Damit sind wir auch schon beim entscheidenden Punkt: Man kann viel erklären, relativieren und schönreden. Für etwas gibt es aber weder Ausrede noch Entschuldigungen: die Einstellung. Wer derart arrogant und überheblich auftritt, der darf sich nicht wundern, wenn er den Platz nicht als Sieger verlässt. Wer gedanklich bereits in der Winterpause weilt, der kann gar nicht die Leistung bringen, die notwendig ist. Kurz gesagt: YB liess sich vorführen und erniedrigen. Dass der Vorstand mit dem unsäglichen Platztausch bereits vor dem Spiel für negative Emotionen sorgte, ist eine weitere Episode in diesem Trauerspiel.

 Mit diesen Gedanken werden wir in die Winterpause entlassen. Selbst dem grössten Optimisten dürfte nun klar sein, dass wir noch rein gar nichts gewonnen. Ich hoffe den Spielern auch.

Lausanne-Sport – YB 4:1

14. Dezember 2009 um 09:30 von Pele in der Kategorie Matchbericht
Team: 2 Lausige Einstellung, lausiges Spiel, lausige Leistung, lausig lausig lausig!

Nein, individuelle Noten gibt es heute nicht. Diesen Aufwand würde keiner der eingesetzten Spieler rechtfertigen. Das Cupabenteuer ist zu Ende, die letzten vier konnten nicht erreicht werden. Die cleveren Lausanner hatten die nötige Effizienz, das Herz, die Überzeugung und das Quentchen Glück (das haben sie allerdings erzwungen) um auch in der Höhle des Löwen zu bestehen. Gratulation zum verdienten Erreichen des Halbfinales und viel Erfolg gegen den FC St. Gallen.

Nun zu unseren Young Boys.
Es ist sehr schade, dass man nach diesem hervorragenden Jahr mit einer herben Enttäuschung in die Winterpause muss. Gepasst hätte eigentlich alles: Man führt die Meisterschaft an, und mit Sion wäre der Cupschreck bereits ausgeschieden gewesen.
Doch offenbar wähnten sich einige Herren bereits in den Ferien, oder wollten nur so „hurti, hurti“ die Welschen aus dem Cup donnern. Mit dieser Einstellung reicht es nicht – gegen niemanden.

Natürlich ist es schade, kann die Schmach nicht gleich im nächsten Spiel ausgemerzt werden – diese Niederlage wird nun die ganze Winterpause als unnötiger „Tolggen im Reinheft“ anhaften.

Wenn man das wenige Positive aus diesem Spiel ziehen will, dann wohl diese Punkte:

Erstens:
Dieses Spiel sollte für alle ein Schuss vor den Bug sein. Auch im kommenden Frühling wird sich das Meisterrennen vor allem in den Spielen gegen die „Schwanzklubs“ entscheiden. Die Begegnungen gegen Aarau, Bellinzona, und Co. Müssen zwingend gewonnen werden, damit nicht wie in der „Vaduz-Saison“ dasteht. Gegen Basel und den FCZ wird das Team von selber genug motiviert sein – dies muss aber auch gegen die kleineren klappen.

Zweitens:
Es ist wohl jedem bewusst, dass dringend ein Stürmer-Ersatz für Schneuwly her muss. Matar Coly ist in dieser Verfassung eine Abwertung für das Team. Für diesen Ersatz muss auch Geld in die Hände genommen werden –es kann nicht alles mit Doumbia stehen und fallen.

Für den Rest der Anhängerschaft gilt:
Man muss jetzt nicht alles und jeden Hinterfragen. Die Mannschaft hat sicher nicht wegen des Fanboykottes verloren, und nicht wegen dem erkauften Heimrecht und nicht wegen der Kälte, und nicht wegen des Kunstrasens und auch nicht weil Dudar und Ghezal gefehlt haben.
Die Mannschaft hat den Gegner ganz klar unterschätzt. Die Einstellung der Meisten war mangelhaft – man war schlicht und einfach nicht bereit.

Aber deshalb ist nicht alles schlecht, was bis gestern Mittag noch gut war. Der Cup hat leider eigene Gesetze, schon viele grosse und noch viel grössere Klubs sind an Unterklassigen gescheitert. Dies soll keine Entschuldigung sein – sondern nur kurz darstellen, dass der BSC YB nicht der ärmste Klub der Welt ist…

In den nächsten Tagen soll sich jeder Spieler schämen, sich Gedanken machen und bewusst werden, welche Chance man gestern verpasst hat. Danach gilt aber: Ferien, Erholen, zurück ins Training, sauber vorbereiten und ab Februar wieder 100%ig bereit in die Spiele gehen.

Holt uns endlich diesen Kübel!!