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Alain Baumann: Momentaufnahmen vom Richtig- und Falschmachen

6. August 2009 um 05:30 von Biber in der Kategorie YB

Bern, Wankdorfstadion, 20. Mai 2009, 23:00 Uhr. Eben war das Finalspiel des Schweizer Cup zu Ende gegangen. Für Fans des BSC Young Boys wird dieser warme Frühlingsabend (einmal mehr) als herbe Enttäuschung in Erinnerung bleiben. Dabei hatte alles an diesem Tag so gut angefangen. Seit der packenden Finalqualifikation gegen den FC Basel war YB das Gesprächsthema Nummer eins in Bern. Gelb war seit dem frühen Nachmittag die dominierende Farbe in der Stadt und die Fans demonstrierten eindrücklich ihre Kraft mit einem farbenfrohen und lauten Marsch zum Stadion. Kurz: Alles schien bereit, endlich wieder, nach langen Jahren des Wartens ein schönes und erfolgreiches Kapitel in der langen Tradition des Vereins zu schreiben. Nur der wichtigste Akteur – die Mannschaft – war es offensichtlich nicht. Die Spieler liessen alle Qualität vermissen, die sie normalerweise so stark gemacht haben. Das Resultat kennen wir, es war die verdiente Niederlage 2-3 nach einer glücklichen 2-0 Führung.

Szenenwechsel

Bern, gleicher Ort, 2. August 2009, 19:00 Uhr. Mit einer soliden aber nicht überragenden Leistung war eben GC Zürich besiegt worden. Zwar war den Spielern die Müdigkeit vom schwierigen Auswärtsspiel in Bilbao anzumerken, aber konzentriert ging es zur Sache und es resultierte ein verdienter Sieg. YB führt damit die Tabelle souverän an und hat heute Abend die Möglichkeit mit einem Unentschieden einen europäischen Top-Klub aus dem internationalen Wettbewerb zu werfen. Längst sind die Kritiker verstummt. Wir nehmen mit Freude zu Kenntnis, dass in Bern eine Mannschaft spielt, die Grosses leisten kann. Und damit meinen wir nicht die Teilnahme an einem weiteren Cupfinal oder den „guten“ zweiten Platz in der Meisterschaft. Jene Akteure, die noch vor gut zwei Monaten die Buhmänner waren, gelten heute als Baumeister des Erfolges. Stellvertretend nehmen wir den Sportchef Alain Baumann. Noch kurz vor Saisonbeginn machte er aus Sicht mancher Fans und Reporter so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann: Kultspieler Thomas Häberli wurde ebenso aussortiert wie Varela und auch der sympathische und solide Verteidiger Miguel Portillo wurde trotz laufendem Vertrag in die Wüste geschickt. Stattdessen holte man Spieler, denen viele nicht zutrauten, eine Verstärkung darzustellen. Von den umjubelten teuren Rückkehrern wie Frei, Vonlanthen und Yakin wurde keiner nach Bern geholt. Alain Baumann ist aber trotz, zum Teil harrscher Kritik, seinen Weg unbeirrt gegangen. Zudem hat er – das dürfen wir hier ruhig einmal anerkennen – offenbar aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Heute haben wir mit Doumbia den wohl auffälligsten Einzelspieler der Liga und mit Yapi den besten Spielmacher. Aber auch Spieler wie David Degen, Alberto Regazzoni oder selbst Torhüter Marco Wölfli trauen wir zu, ein Spiel zu entscheiden. Die Verteidigung wirkt stilsicher und ist nun seit drei Spielen ohne Gegentor. Zu allem dazu hat bei YB ein neues Selbstverständnis Einzug gehalten. Ein Verkauf von Seydou Doumbia wird zum Beispiel kategorisch ausgeschlossen. Und der Höhepunkt war wohl der Trainer, der vor dem Spiel in Bilbao offen einen Sieg als Ziel deklarierte. Und hielt, was er versprach. Wir hoffen natürlich, dass auch die Aussagen betreffend Doumbia mehr als Lippenbekenntnisse sind.

Fussball ist ein kurzlebiges Geschäft. Diese Tage vermutet man das Sieger-Gen (O-Ton einer Berner Tageszeitung) bei den YB. Schon Morgen kann aber alles anders sein und die gleichen Reporter ziehen wie ein Strafgericht über den Klub her. Alain Baumann muss sich weiter beweisen. Die Mannschaft ist gut, aber nicht perfekt. Zudem müssen wichtige Akteure wie Yapi und Doumbia gehalten werden. Die Richtung stimmt und – egal wie das Spiel heute ausgeht – nicht alles was heute richtig ist, wird Morgen falsch sein. Und wir stellen fest, dass heute sehr viel richtig ist.

Mini-Bilanz

5. August 2009 um 09:00 von Pele in der Kategorie YB
archiv 2008/09:

Klassischer Fehlstart, mit den Niederlagen gegen Basel, Sion, Zürich und dem tristen 0:0 gegen Vaduz. Diese Tabelle (und wohl noch einige andere Dinge) kosteten Martin Andermatt den Kopf. Die Saison beendete man auf Rang zwei, nach einer deutlichen Steigerung und einer langen Serie ohne Niederlage (15 Spiele von Ende August bis Mitte März).

2009/10:

YB ist das einzige noch ungeschlagene Team. Nach dem Startsieg gegen den amtierenden Meister, folgten ein Remis gegen den Aufsteiger und zwei Zu-Null-Siege gegen Aarau und GC. Nun wird sich zeigen, wie sich das Team von Trainer Petkovic gegen die übrigen Mannschaften wie Bellinzona Luzern, Xamax, Basel und Sion schlägt – und dann wird an dieser Stelle nach dem ersten Meisterschaftsquartal wieder Bilanz gezogen.

Aktuell

Unsere Zweiten – Vorstellung FC Allmendingen

4. August 2009 um 14:00 von Pele in der Kategorie Unsere Zweiten

In der Kategorie „Unsere Zweiten“ begleitet gaeubschwarz.be zwei unterschiedliche Mannschaften auf Ihrem Weg durch die Meisterschaft. Regelmässig berichten wir über deren Abschneiden.

 
Logo FC Allmendingen

Der FCA (1943 gegründet) ist einer von diversen Thuner Vereinen – und doch irgendwie speziell. So gilt er als familiärster aller Vereine in der Umgebung – und dass man nirgends so gut isst wie im Zelgli-Klubhaus, ist weit über die Gemeindegrenze hinaus bekannt.

Die erste Mannschaft spielt nun bereits einige Jahre an der Spitze der 2. Liga regional mit. Um die Jahrtausendwende, war man vor allem als Fahrstuhlmannschaft bekannt, in regelmässigen Abständen pendelte man zwischen 3. und 2. Liga.

Das Teamfoto 08/09

Das Teamfoto 08/09

 

Heute überrascht die erste Mannschaft mit konstanten Leistungen. Dies ist angesichts des sehr tiefen Durchschnittsalters nicht selbstverständlich.  In der vergangenen Saison spielten sogar einige Akteure regelmässig, die noch B-Junioren-Alter haben. Kaum ein Spieler ist indes älter als dreissig – eher eine Seltenheit in den Gefilden der Zweitliga.

Amüsanterweise ist das Fanionteam gespickt mit ehemaligen Junioren der Erzrivalen aus Lerchenfeld. Dies erklärt sich folgendermassen: Obwohl der FCL eine starke Juniorenabteilung hat (Meistergruppen-Teams), erhalten nicht viele davon eine Chance, sich in der ersten Mannschaft zu beweisen. Warum? „Lerchu“ leistete sich den Luxus, diverse ehemalige NLA/B-Spieler zu verpflichten (bsp. Patrick Baumann, ehemals GC, Thun, Xamax). Dies hatte nun einerseits die Konsequenz, dass der FCL in die interregio Gruppe aufgestiegen ist – die meisten gut ausgebildeten Jungen nun aber beim FCA in der ersten Mannschaft stehen. Uns solls recht sein…

Die Juniorenbewegung gilt als sehr aktiv und „tolerant“. Es gibt nur selten Teams, die in oberen Ligen mitspielen, dafür wird der Breitenfussball sehr gefördert (der FCA war einer der letzten Thuner Vereine, die eine Warteliste für neue Junioren einführten). Aufgrund der Platzprobleme, ist es oftmals ein schwieriges Unterfangen für die 9-12 Juniorenteams einen Trainingsplatz zu finden – und dennoch gelingt es jedes Jahr, für jede Mannschaft eine Möglichkeitzu finden um angemessen trainieren zu können.

Anfang Juli erfolgte endlich der Spatenstich für die neue Anlage auf dem „Zelgli“: Anstelle von einem Hauptfeld, werden nun deren zwei gebaut – ein Projekt, dass die Saisonplanung um einiges vereinfacht. Die neuen Plätze werden voraussichtlich im Spätfrühling 2010 eröffnet – bis dahin spielen beinahe sämtliche Teams im Exil.

D Limmatstadt geit d Aare abe

3. August 2009 um 06:00 von Biber in der Kategorie Getackelt

Tackling

Jeden Montag wird unter “getackelt”  das verbale Bein ausgefahren und der Gegenspieler vom Ball getrennt. Manchmal fair, manchmal nicht, aber immer auf den Ball gespielt.
 
 

Es gab Zeiten, da blickte man aus Bern – wir geben es ungern zu – neidvoll auf die Konkurrenz aus Zürich. Selbst als Basel eigentlich das Mass aller Dinge im Schweizerischen Fussball war, gelang es insbesondere dem FCZ immer wieder, mit einer jungen, aber gut zusammengestellten Mannschaft, die Basler zu bedrängen und gar Meistertitel zu bringen. Wir waren davon meistens meilenweit entfernt. Bei uns war das Stadion der Star und Spieler, Trainer und Bonvivants gaben sich die Klinke in die Hand. Letztes Jahr schliesslich zeigte der FC Zürich, zu was anhaltendes Schaffen und eine konsequente Arbeit im Juniorenbereich führt, nämlich zu einem letztlich überlegenen Gewinn der Meisterschaft. Selbst der GCZ, seines Zeichen Rekordmeister, schaffte es mit – für seine Verhältnisse –  bescheidenen Mitteln auf den – aus meiner Sicht – ordentlichen vierten Platz.

Heute, einige Monate später, blickt man – es ist eine Berner Eigenheit – immer noch nach Zürich. Von Neid kann aber keine Rede sein. GCZ hat, kurz nach ihrer peinlichen Posse um den angeblichen Investor Volker Eckel, ihren Trainer in die Wüste geschickt und durch den dynamischen und (bislang) erfolglosen Sforza ersetzt. Wie dieser seine Prioritäten setzt, hat er in Luzern eindrücklich gezeigt: Kein Wort zur grottenschlechten Vorstellung seiner Mannschaft, dafür umso mehr Gelaber zu einem knapp halbvollen Plastikbierbecher, der nun zum Politikum wird. Sforza mag mit seinem Gehabe ein paar Personen im GC Umfeld blenden. Ich ordne das Ganze eher der Kategorie Peinlichkeiten zu. Wer so als Trainer agiert, hat eigentlich schon verloren.

Noch tiefer gefallen scheint mir gegenwärtig der FC Zürich. Begleitet von medialen Jubelgesängen in die Saison gestartet, legte der Meister einen veritablen Fehlstart hin. Als man glaubte der FCZ habe sich gefangen, folgte der bisherige Tiefpunkt: Vor knapp 8’500 Nasen, die sich in das Leichtathletikstadion verirrt hatten, bot der ehemalige Arbeiterklub (gutes Stichwort: an diesem Abend arbeiteten – gut gezählt – etwa drei von elf Spielern. Banken- oder Beamtenklub wäre da passender) eine Vorstellung, die man getrost als blamabel bezeichnen darf. Gegen den keinesfalls starken Gegner als Maribor setzte es eine sehr verdiente 2-3 Niederlage ab. Obwohl gewisse boulvareske Medien den Sündenbock in Form des Ersatztorhüters (welche Zeitung sagte einst: Die beste Nummer zwei der Schweiz?) schnell gefunden hatten, greift diese Analyse zu kurz. Zürich war schlichtweg nicht bereit und hat als Mannschaft versagt. Punkt. Schönzureden gibt es nichts.

Ich bin nicht sehr schadenfroh. Ich weiss auch, dass ein international erfolgreicher FC Zürich dem Schweizer Fussball letztlich mehr nützt. Auch habe ich den FC Zürich in der Meisterschaft nicht abgeschrieben (GC schon, und das mit einer gewissen Genugtuung). Und ich weiss auch, dass YBs internationale Auftritte selten bis in den September dauern und wir in den letzten Jahr mit einer beindruckenden Regelmässigkeit nichts gewonnen haben. Ein kurzes Lächeln beim Blick Richtung Osten kann aber selbst ich mir nicht verkneifen.

Atletic Club Bilbao – BSC Young Boys 0:1

31. Juli 2009 um 09:28 von Biber in der Kategorie Matchbericht

wappen-athletic-club-bilbaoBSCYB

Hart aber unfair – die Benotung von gaeubschwarz.be:

Wölfli
6.0
Wir haben es vor dem Spiel gesagt: Will man in Bilbao den Exploit schaffen, braucht es einen starken Wölfli. Und er hat uns nicht enttäuscht. Bravo Marco!
Ghezal
5.5
Souverän, sicher.
Dudar
5.75
Die Ruhe in Person. Nein, wir brauchen den Begriff „Abwehrpatron“ nicht, aber beeindruckend, wie er die Abwehr organisiert.
Madassi
5.25
Einige kleine Unsicherheiten, aber nicht vergessen: Es ist erst seine zweite Partie in gelb-schwarz.
Sutter
4.75
Für einmal eine Steigerung nach mässigem Beginn (liess sich am Anfang einige Male überlaufen). Wir geben ihm keine bessere Note weil wir wissen, dass er noch mehr kann. Und an ihm werden wir noch unsere Freude haben.
Yapi
5.5
Konnte vermutlich Fussballspielen, bevor er gehen konnte. Gab dem Schiedsrichter Grund einen Penalty zu pfeifen. Mehr möchten wir zu dieser Szene nicht sagen.
Hochstrasser
5.25
Der Kämpfer vor dem Herrn. Ohne ihn käme Yapi wesentlich schlechter zur Entfaltung. Für einmal kein Distanzschuss.
Degen
5.75
Mit dem Auftreten von Degen ist im modernen Fussball überal zu rechnen (Auszug aus der Grundschule für Fussballer). Sensationeller Lauf über gefühlte 200 Meter vor dem 1:0.  Das Tor gehört zu einem grossen Teil ihm.
Doumbia
6.0
Höchstnote nicht nur dafür, dass er nach Degens Lauf stand, wo er stehen musste, sondern auch für seine Tricks, Läufe, Pässe und überhaupt.
M.Schneuwly
5.25
Erneut gesteigert. Sorgt für Freiräume an den Flügeln und schiesst endlich auch gefährlich aufs Tor.
Regazzoni
5.0
Fleissig, wirblig aber ohne erhöhte Durchschlagskraft.
Affolter
(keine Note)
Kam in der 76. Minute für Regazzoni. Hat sich beim hektischen, aber letztlich ungefährlichen Schlusspurt von Bilbao nahtlos in das Team eingefügt und die Defensive verstärkt.
Frimpong
(keine Note)
Kam in der 84. Minute für M. Schneuwly. Erneut spät eingewechselt konnte er keine Akzente setzen.
Pasche
(keine Note)
Kam in der 92. Minute für Doumbia und sammelte ein paar Sekunden internationale Erfahrung.

Fazit:„Als YB-Fans feiert man keine Titel, sondern geile Siege – und das war einer!“ (LJ, 1898.ch)

Einfach nur geil!

30. Juli 2009 um 23:54 von Biber in der Kategorie YB

Gewonnen! Mehr folgt Morgen. Heute feiern wir einfach nur.

Aues geili Sieche!

Matchvorschau – Athletic Bilbao

30. Juli 2009 um 14:00 von Pele in der Kategorie Matchvorschau

wappen-athletic-club-bilbaoWie schreibt man eine Matchvorschau, wenn man über den Gegner so gut wie nichts weiss? Athletic Bilbao spielt in der Primera Divison und engagiert nur baskische Spieler, resp solche mit baskischen Wurzeln. Damit treffen wir sozusagen auf die Baskische Nationalmannschaft.

Für YB steht wieder mal die Tür ins europäische Fussballgeschehen einen Spalt offen. Mit einer sagenhaften Konstanz schaffte man es in der jüngeren Vergangenheit jedes Jahr, kläglich, knapp, tragisch oder unglücklich zu scheitern. Zum Teil mit Achtungserfolgen (0:0 in Marseille), oder aber durch Leistungsverweigerungen (MyPa). In der letzten Saison erreichte man immerhin die erste Hauptrunde, in der man allerdings an Brügge scheiterte.

Mit Bilbao wartet nun eine Hürde, die deutlich höher scheint – dennoch könnte der Meisterschaftsrhythmus und die aktuelle Form für eine Überraschung sorgen. Im Gegensatz zu den Bernern, befinden sich die Basken noch mitten in der Vorbereitung, dies könnte sich durchaus positiv auf den Ausgang der Spiele auswirken.

Besonders im Hinblick auf die kommende Spielzeit wäre ein gutes Abschneiden Gold wert: ab der Saison 09/10 hat die Schweiz wieder zwei Plätze zu vergeben, die zur Teilnahme an der Champions League Qualifikation berechtigen. (Nicht das uns der zweite Platz interessieren würde, aber die Erfahrung zeigt…)

Daher wären ein paar Punkte für den berühmten Koeffizientswert durchaus hilfreich.

Aber genug in die Zukunft geblickt – Bilbao heisst der Gegner, die nächste Runde ist das Ziel.

Gaeubschwarz.be würde trotz der Rückkehr von Affolter mit der gleichen Startelf wie in Aarau antreten:

Aufstellung gegen Bilbao

Spiess im Aargau

29. Juli 2009 um 08:00 von Pele in der Kategorie Kulinarium

kulinarium-logo

 

 

heute

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Aargauer Spiess, Brügglifeld

12.-

 

Es wurde in diesem Blog bereits einmal erwähnt und hat sich letzten Sonntag erneut als wahr erwiesen: Es gibt kaum einen gemütlicheren Gästesektor als die Rasenkurve im Brügglifeld. Bei etwas gar warmen Temperaturen pilgerten hunderte von YB-Fans nach Aarau und sorgten für einen dicht gedrängten Fansektor.

Dementsprechend lange dauerte auch das Anstehen an der Kasse und an den Ess- und Trinkständen – doch für einen Spiess nimmt man dies in Kauf.

Im Gegensatz zu früher kostet der Spiess nun 12.- und wird in zwei Teilen serviert. Diese Lösung ist definitiv transport- und essfreundlicher als der frühere 60cm Spiess (obwohl dieser natürlich auf den ersten Blick mehr hermachte).

An der Qualität hat sich gottlob nichts geändert: Das Fleisch ist immer noch sehr lecker, gut durch aber nicht trocken – ein einmalig-herrliches Verzehrvergnügen in Schweizer Stadien und eine willkommene Abwechslung zu den typischen Food-Angeboten für Fussball-Fans.  Der Spiess ist wirklich vom ersten bis zum letzten Bissen ein Genuss und oftmals das einzig Positive an einem Spiel im Brügglifeld (diesmal kams zum Glück auch auf dem Feld anders). Ebenfalls erwähnenswert: Leckeres Brot, wirkt frisch und passt zum Spiess.

Hört sich schon wieder nach einer Höchstnote an? Nein, leider gibt es doch etwas zu beantstanden: Das Bier im Brügglifeld war am Sonntag leider absolut untrinkbar! Zu lange in der Sonne, abgestanden, gruuusig. Dafür gibt’s leider einen Punkt Abzug. Wie mein Co-Tester Lugi einen zweiten Becher dieser Brühe trinken konnte, bleibt mir bis heute schleierhaft.

Dennoch bleibts bei einer guten Wertung von immerhin 5 von 6 Punkten!

 

kulinarium-balken

Verlorene Söhne

27. Juli 2009 um 07:00 von Biber in der Kategorie Getackelt

Tackling

Jeden Montag wird unter “getackelt”  das verbale Bein ausgefahren und der Gegenspieler vom Ball getrennt. Manchmal fair, manchmal nicht, aber immer auf den Ball gespielt.

Die Schweizer Nationalmannschaft bestreitet gegenwärtig bekanntlich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Südafrika. Und die bisherigen Resultate, selbst unter Einbezug des Spiels gegen Luxemburg, lässt durchaus die Vermutung zu, dass die Endrunde 2010 mit Schweizer Beteiligung von statten gehen wird. Der Nationalmannschaftstrainer verfolgt bei der ganzen Kampagne streng die Devise „Es spielt in der Nati, wer regelmässig im Verein spielt“.

Die Teilnahme an der Endrunde einer Weltmeisterschaft ist für die Spieler mit Sicherheit ein Karriereglanzlicht, dem Einiges untergeordnet wird. So verwundert es nicht, dass Spieler, deren Karriere im Ausland ins Stocken geraten ist, Unterschlupf in einem Schweizer Verein suchen, da nur Spielpraxis das Tor in die Nati öffnet. Lustig wird es jeweils, wenn ein Vonlanthen erklärt, warum er in und vorallem für Zürich spielen will. Und bei Hakan mutiert sowieso gleich alles zur Herzensangelegenheit, egal ob Kinder, bezahlte Fussballferien in der Wüste oder aktuell sein Engagement bei Luzern.

Das mit der viel zitierten Herzensangelegenheit mag stimmen. Nur bezieht sich das meistens auf die eigene Karriere. Wie dem auch sei. Das Engagement solcher Spieler vermag die Liga aufzuwerten. Oder vielleicht doch nicht? Blickt man auf den Lebenslauf dieser Spieler, so stellt man fest, dass sich selten einer im Ausland durchgesetzt hat. Vonlanthen ist bis heute nicht über das Prädikat „Talent“ hinausgekommen und Hakan, da sage ich lieber nichts. Sollen diese Spieler, meistens für nicht wenig Lohn verpflichtet, den Unterschied in der schweizer Liga ausmachen? Sollen sie in heimatlichen Gefilden plötzlich jene Leistungen oder Charaktereigenschaften zeigen, die man im Ausland vermisst hat? Vermutlich müssen sie das gar nicht. Nämlich dann, wenn das Niveau in unserer Liga eben doch nicht so toll ist, wie wir uns das selber gerne einreden. Dann reicht zum Beispiel auch ein lustloses Gekicke eines Hakan Yakins und ein von ihm verwandelter Freistoss oder Penalty zum Sieg des FC Luzern gegen St. Gallen. Und beweisen können diese Spieler höchsten, dass sie in unserer Liga zu den Besten gehören. Dass sie sich aber in grossen Ligen gegen die Besten durchsetzen können, diesen Beweis bleiben sie – vielleicht mit Ausnahme von Alex Frei – wohl für immer schuldig.

Wie dem auch sei. Vonlanthen, Hakan, Frei und all die andern sind – für schweizerische Verhältnisse – Ausnahmekönner. Freuen wir uns etwas darüber, sie in der Liga zu haben und noch etwas mehr, dass YB auch ohne einen solchen Spieler Meister werden wird.

FC Aarau – BSC YB 0:3

26. Juli 2009 um 20:45 von Biber in der Kategorie Matchbericht
FCA BSCYB

Hart aber unfair – die Benotung von gaeubschwarz.be:

Wölfli
5.0
Wenig beschäftigt, Schlüsselszene in der 43. Minute, erst Glanztat gegen Bengondo, dann schnelle Angriffsauslösung die zum 2:0 für YB führte.
Ghezal
5.0
Schaltete sich auffallend oft in den Angriff ein, nicht nur bei Standards.
Dudar
5.0
Solide Partie. Ruhig und behielt die Übersicht.
Madassi
4.75
Am Anfang Abstimmungs- und Stellungsschwierigkeiten, hat sich aber dann in die sehr solide Verteidigung eingefügt. Gute erste Partie. Die Bewährungsprobe steht aber sicher noch bevor, wenn gegen stärkere Mannschaften gespielt wird.
Sutter
4.25
Es wird langweilig immer das Gleiche zu schreiben, sollte wirklich mal über 90 Minuten solide spielen, einige gute Flanken aber auch Fehler in der Verteidigung (z.B. in der 29. gegen Marazzi). Wusste mit Yapis Spielverlagerungen nicht immer etwas anzufangen. Zu Recht ausgewechselt.
Yapi
5.25
Erneut stark, super Spielverlagerungen.
Hochstrasser
4.75
Ordentliches Spiel. Hatte in der 1. Halbzeit Pecht, dass sein Schuss knapp neben den Pfosten abgelenkt wurde.
Degen
5.25
Degen war auf seiner Seite überall anzutreffen, wirblig, agil und schnell. Schiesst das 3:0, Pech mit Pfostenschuss in der 13. und Unvermögen in der 48. Minute verhinderten zwei weitere Degen Tore.
Doumbia
5.25
Was hat der für Lungen, wirblig bis am Schluss! Schiesst zwei Tore, vergibt aber auch einige Möglichkeiten. Dennoch: @Petkovic: Rausnehmen und erst Anfangs September wieder bringen!
M.Schneuwly
4.5
Wesentliche Steigerung, an zwei Toren entscheidend beteiligt. Einige gute Aktionen, beschäftigte die Aarauer Abwehr. Leider erneut gut sichtbare technische Mängel. Trend zeigt aber in die richtige Richtung.
Regazzoni
4.5
Fleissig, ging aber etwas unter.
Schneider
4.5
Kam für Sutter und spielte zuerst im linken Mittelfeld. Ab der Einwechslung von C. Schneuwly spielte er als Verteidiger. Unauffällig.
Frimpong
4.25
Kam in der 68. Minute für M. Schneuwly. Ein Abschlussversuch, mehr schaute nicht heraus. Zu wenig, wenn man berücksichtigt, was er könnte. Allerdings kam er zu einem Zeitpunkt, in dem das Spiel gelaufen war.
C.Schneuwly
(keine Benotung)
Kam in der 77. Minute für Mardassi und spielte im linken Mittelfeld.