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Der FCA – eine Cupmannschaft?

11. August 2009 um 13:30 von Pele in der Kategorie Unsere Zweiten

In der Kategorie „Unsere Zweiten“ begleitet gaeubschwarz.be zwei unterschiedliche Mannschaften auf Ihrem Weg durch die Meisterschaft. Regelmässig berichten wir über deren Abschneiden.

 

Logo FC AllmendingenFür unterklassige Vereine unterhalb der Interregio-Gruppen, bedarf es mehr als einen Exploit um im Schweizer-Cup vertreten zu sein. Die Qualirunden werden jeweils bereits in der Vorsaison gespielt, die Terminplanung wird dadurch nicht einfacher. Meist werden die Spiele unter der Woche angesetzt und die Fahrten werden nicht selten länger als eine halbe Stunde, da man im Berner Cup in beinahe jedem Kantonswinkel landen kann. Dennoch: Der Berner Cup geniesst beim FCA einen relativ grossen Stellenwert. Zu schön sind die Erinnerungen an die vergangenen Erfolge in diesem Jahrtausend:

 

  • 2003 erreichte man über den Berner Cup die erste Hauptrunde – und auch die Glücksfee trug ihren Teil zu einem gelungen Fest bei: Der Lokal-„Rivale“ FC Thun wurde der erste Gegner. Zu diesem Ereignis kamen um die 2’500 Zuschauer (in etwa der jetzige Schnitt des damaligen Gegners) und man konnte sogar eine temporäre Tribüne aufstellen. Das Resultat war zweitrangig (7:0 für den Favoriten), spülte der Anlass doch einen erheblichen Batzen in die Klubkasse und sorgte für ein unvergessliches Erlebnis.

 

  • 2009 war es wieder so weit, man gewann den Berner Cup und erreichte erneut die erste Hauptrunde. Die Spannung vor der Auslosung war gross, konnte man eventuell sogar auf YB treffen? (nicht selten wird ja über fingierte Auslosungen in der ersten Runde spekuliert) Leider wurde diesmal nichts aus dem ganz grossen Fest: Der SC Zofingen aus der 1. Liga wurde als Gegner aus dem Glas gefischt. Dieses Spiel gestaltete sich einiges ausgeglichener als der Vergleich mit Thun vor 6 Jahren. So gingen die beiden Teams torlos in die Pause und manch einer stellte fest, dass die Allmendinger sogar etwas mehr vom Spiel hatten. Da man aber anschliessend mit der Chancenauswertung haderte, bewahrheitete sich die alte Weisheit „Wer die Tore nicht macht, kassiert sie“ und man verlor den Match mit 0:2.

 

Die Quali für den diesjährigen Cup schaffte man leider nicht. Nach einem starken Spiel scheiterte man am späteren Aufsteiger FC Köniz.

Am vergangenen Wochenende begann nun bereits der Berner Cup der neuen Saison (berechtigt danach für den Schweizer Cup der Saison 2010/11). Der FCA besiegte den 4.-Ligisten Radelfingen am Samstag mit 5:0 und zog erwartungsgemäss in die nächste Runde ein.

BSC Young Boys – AC Bellizona 4-2

10. August 2009 um 12:51 von Biber in der Kategorie Matchbericht

YB Logo

AC Bellinzona

Hart aber unfair – die Benotung von gaeubschwarz.be:

Wölfli
4.25
Zeigte vor der Pause zwei, drei gute Paraden. Sein Fehler beim 1-3 brachte aber den Gegner zurück ins Spiel.
Ghezal
(keine Note)
Früh verletzungsbedingt ausgeschieden.
Affolter
5.0
Solide.
Dudar
5.25
Gute Partie, schaltete sich oft in den Angriff ein spielte hinten solide. Satter Schuss kurz vor der Pause. Beim 2-3 Anschlusstreffer allerdings Statist.
Mardassi
4.75
Stand am Anfangs des Spiels etwas im Schilf. Gegen Bellizona kann man sich das erlauben, gegen Basel und Zürich nicht. Zusammenspiel mit Degen immer besser.
Sutter
5.0
Gutes Spiel, offensiv wie defensiv, auch wenn noch Luft gegen oben vorhanden ist.
Yapi
4.75
Wie immer der Stratege, machte aber auffallend viele kleine Fehler, die wir aber mit der Müdigkeit nach der strengen Woche gerne entschuldigen.
Hochstrasser
5.0
Gutes Spiel. Verletzt oder angeschlagen ausgewechselt.
Degen
5.25
Kampf, Krampf und ein Tor. So lässt sich der Arbeitstag von Degen beschreiben.
Doumbia
4.5
Versenkte einen Penalty souverän und zeigte hie und da sein Können. Chancenauswertung allerdings suboptimal. Auch einem brillianten Spieler wie Doumbia gerät nicht in jedem Spiel immer alles richtig.
M.Schneuwly
5.5
Oha, der Marco Schneuwly setzt ein Ausrufezeichen! Hinten und vorne präsent, sein bisher stärkstes Spiel. Nebst zwei Toren auch gute Pässe, insbesondere auf Doumbia. Die sehr gute Note zeigt auch die Zufriedenheit der Redaktion über seine Steigerung gegenüber dem Bilbao-Spiel, an dem seine Leistung mit einer 2 benotet werden musste.
Regazzoni
5.0
Deutliche Steigerung zum Bilbao-Spiel. Holt den Penalty herazus, gibt den Pass zum 2-0 und sorgt mit seinen Dribblings immer wieder für Raum für seine Mitspieler. Gutes Spiel.
Schneider
4.5
Kam in der 66. Minute für Hochstrasser . Spielte unauffällig.
C.Schneuwly
4.5
Kam in der 72. Minute für den guten Regazzoni. Zeigte einige sehr schöne Ansätze seines Könnens, ohne sich aber für weitere Aufgaben aufzudrängen.

Fazit: „Marco Schneuwly – der neue Thomas Häberli?“
Zumindest hört man solches immer öfters.

Unser Freund und Helfer – und Kostenfaktor

10. August 2009 um 05:30 von Biber in der Kategorie Getackelt

TacklingJeden Montag wird unter “getackelt”  das verbale Bein ausgefahren und der Gegenspieler vom Ball getrennt. Manchmal fair, manchmal nicht, aber immer auf den Ball gespielt.

Regelmässig entdecken Politiker aller Couleure den Fussball für sich. Sei es ein Bundesrat, der sich mal mit einem YB, mal mit einem FC Thun Schal zeigt, eine Nationalrätin, die sich für ein Stadionprojekt einsetzt und ein Polizeidirektor, der sich gerne als Hardliner gibt. Ein neueres Beispiel ist ein Grossrat, der, nachdem er gerade ein kantonsweites Rauchverbot initiiert hat, bereits ein neues Schlachtfeld für sich entdeckt hat: Die Sicherheitskosten rund um Fussballspiele. Wir sind sicher, dass der Grosse Rat die von ihm eingereichte Motion (Link) annehmen wird. Denn wer ist schon gegen höhere Kosten?

Auch ich habe Verständnis, wenn eine Steuerzahlerin oder ein Steuerzahler sich fragt, weshalb sich die Sicherheitskosten in den letzten Jahren verzehnfacht haben. Zwar kann man durchaus den positiven volkswirtschaftlichen Nutzen des Fussballs und die Bedeutung des Spitzen- für den Breitensport als Argumente ins Feld führen. Oder dass eine Demonstration oder zum Beispiel die Fasnacht der öffentlichen Hand oft höhere Kosten verursacht, ohne dass es zu ähnlichen Diskussion kommt. Letztlich aber sind alle Akteure rund um den Fussball aufgefordert, ihren Beitrag zur Vermeidung solcher Kosten beizutragen.

Wenn man die Kostenverursacher genauer untersucht, so darf man den Akteur nicht ausser Acht lassen, der selber am meisten direkte Kosten Verursacht, nämlich die Polizei. Ich frage mich, ob es an einem gewöhnlichen Spiel wie gegen Bilbao wirklich an jeder Ecke zehn Polizisten braucht und ob wirklich ein gutes Dutzen Zivilfander im Einsatz stehen müssen? Vielleicht sind das ja die Nachwirkungen des letzten internationalen Spiels, an dem die Polizei – trotz Grossaufgebot – weitgehend wirkungslos im Schilf stand. Das gleiche kennen wir ja auch von Spielen gegen Basel, FCZ und GC. Auch da wird meistens eine provokative „Show of Force“ Strategie, mit jeder Menge Polizisten in Vollmontur, betrieben. Wenn es aber auf dem Quartierplatz zu Ausschreitungen kommt, ist leider gerade keine „Force“ vor Ort hat um unbeteiligte Fans zu schützen. Oder bis an die Zähne mit Tränengass und Gummischrot bewaffente Polizisten lassen es zu, dass sich 30 notorische berner Kravallmacher sammeln, um den im Stadion zurückgehaltenen GC Fans aufzulauern. Ich weiss, dass dies nicht die Schuld des einzelnen Polizisten im Dienst ist, aber ich – als Nichtprofi – sehe einiges an Sparpotential, ohne die Leistungen zu reduzieren oder weniger Sicherheit zu garantieren. Ich frage mich deshalb ob es nicht auch effizienter und damit kostengünstiger geht.

Exklusiv auf gaeubschwarz.be

9. August 2009 um 01:01 von Biber in der Kategorie Allgemeines

4073-bilbao_gefaltet

Atletico Bilbao nützte den Besuch in Bern gleich in doppelter Hinsicht: Nebst der Qualifikation für die nächste Runde konnte auch ein neuer Hauptsponsor gewonnen werden. Urs Huber von der Firma Pico – Der Bettenhersteller nach den erfolgreichen Verhandlungen: „Ich habe sonst mit Fussball nicht viel am Hut. Aber nachdem ich die Schlussphase des Spiels in Bern gesehen habe wusste ich gleich, dass diese Mannschaft der ideale Werbeträger für unsere neue Gesundheits-Bettenlinie ist“. Wir gratulieren.

BSC YB – Atletic Bilbao 1-2

7. August 2009 um 09:40 von Biber in der Kategorie Matchbericht

wappen-athletic-club-bilbaoBSCYB

Hart aber unfair – die Benotung von gaeubschwarz.be:

Wölfli
4.75
War bei den Gegentoren weitgehend machtlos. Sonst wenig beschäftigt.
Ghezal
4.5
Solid, ohne aber zu brillieren.
Dudar
4.5
Ruhig, verlor aber einige Kopfballduelle. Sieht beim 0:1 gar nicht gut aus.
Madassi
4.75
Einige kleine Unsicherheiten, aber bügelte eigene Fehler oft selber aus. Zusammenspiel mit Degen schlecht. Dennoch bester Verteidiger, insbeondere in der 2. Halbzeit.
Sutter
4.25
Mehr Präzision bei den Flanken bitte!
Yapi
4.75
Erneut Dreh- und Angelpunkt. In der 2. Halbzeit fehlten vorne oft Anspielstationen. Sucht (zu) oft Doumbia. Rote Karte nach einer Tätlichkeit.
Hochstrasser
4.75
Gut gekämpft, gutes Spiel. Auswechlung aus meiner Sicht nicht verständlich, dennoch peinliches Verhalten beim Verlassen des Spielfelds.
Degen
4.25
Nicht sein bestes Spiel in gelb-schwarz. Der zu frühe Abpfiff rettete ihn vermutlich vor gelb-rot.
Doumbia
4.0
Oft viel zu eigensinnig. Schöne Aktion vor dem Anschlusstreffer
M.Schneuwly
2.0
Überfordert. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Regazzoni
3.5
Läuft wie ein Durecell-Hase und könnte sicher mehr als zwei, drei Dribblings. Zeigte es aber nicht und die ungenügende Note ist ein Ausdruck dafür, dass wir von letzter Saison einen besseren Regazzoni kennen.
Frimpong
4.5
Kam in der 73. Minute für Regazzoni. Fiel bis zu seinem Tor primär durch „interessante“ Laufwege auf.
Pasche
(keine Note)
Kam in der 78. Minute für Sutter.
Traore
(keine Note)
Kam in der 80. Minute für den guten Hochstrasser.

Fazit: „Wo liegt eigentlich Bilbao?“ „Auf dem Rasen im Wankdorf“

Liebe Euphorie

7. August 2009 um 07:37 von Biber in der Kategorie YB

Liebe Euphorie

Es freut uns, dass Dir Bern so gut gefällt und Du uns deshalb regelmässig besuchst. Gleichzeitig bedauern wir, dass Du offenbar nicht die Zeit hast, einmal etwas länger zu bleiben und stets so überstürzt abreisen musst. Schade.

Ein YB Fan

Vorschau – YB vs Bilbao

6. August 2009 um 14:00 von Pele in der Kategorie Matchvorschau

3107FR, 31.07.2009:

Die Schweizer Medien loben die Young Boys nach deren Auswärts-Exploit in Bilbao durchs Band weg. Im Gegensatz zu den blamablen (FCZ) und enttäuschenden (FCB) Hinspielen der anderen CH-Klubs, waren es für einmal die Young Boys, die für eine erfreuliche Überraschung sorgten und für die helvetische Fussballer-Ehre besorgt waren. (Der erfahrene YB-Fan ist sich gewohnt, dass sein Team in internationalen Wettbewerben noch mehr enttäuscht als in den nationalen).

0708negFR, 07.08.2009:

Nachdem der FCZ seine Hypothek bereits am Mittwoch erfolgreich tilgen konnte, zog nun auch der FCB nach und eliminierte die Isländischen Amateure aus Reijkiavik. Nur den Young Boys genügte eine durchschnittliche Leistung (wieder einmal) nicht: Aufgrund der Auswärtstor-Regel, schied das Team von Trainer Vladimir Petkovic nach der 1:2 Niederlage gegen Bilbao aus dem internationalen Geschäft aus.

OK, die zweite Meldung ist fiktiv und eine blosse Vermutung. Obwohl: eigentlich wäre es die logische Konsequenz aus allen bisher gemachten Erfahrungen und Enttäuschungen. Das sogenannte „YB’s Law“ ist weit über die Kantonsgrenze bekannt – und deshalb wäre wohl auch niemand erstaunt, wenn es tatsächlich so kommen würde.

Unter Petkovic hat YB grosse Fortschritte gemacht. Die Berner sind nicht mehr die Mannschaft welche während des Spiels reagiert – sondern haben nun meist die Rolle der agierenden Equipe übernommen. Dies sogar mit einer erstaunlichen Punkt/Tor-pro-Spiel-Bilanz. Nun gilt es, diese Winnermentalität auch in internationalen Spielen zu beweisen. Das Hinspiel wurde auswärts gewonnen, man kassierte keine Gegentor, spielt nun Zuhause vor dem eigenen Publikum und man ist in Form -> eigentlich sprechen viele Gründe dafür, dass YB heute Abend die Überraschung perfekt macht und morgen vielleicht eine solche Meldung aufgeschaltet wird:

0708posFR, 07.08.2009:

Nach dem FCZ zogen auch der FC Basel und YB in die nächste Runde ein. Mit einer überzeugenden Leistung und einer erstaunlichen Abgeklärtheit, eliminieren die Berner das Traditionsteam Bilbao aus der Primera Division und stehen verdient in der nächsten Runde. Zuvor war es erst wenigen Teams gelungen, eine Spanische Mannschaft auszuschalten – und schon gar nicht mit einer solchen Souveränität.

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gaeubschwarz.be beginnt übrigens mit der gleichen Aufstellung wie im Hinspiel. Die einzige verhandelbare Position war der linke IV in der 3er-Kette. Hier haben wir uns für Issam Mardassi entschieden. Dies eigentlich nur wegen des alten Grundsatzes „Never change a winning Team“, denn François Affolter wäre eine genauso solide Alternative. Unglaublich: Man kann bei den Young Boys die Zusammensetzung der Verteidigung diskutieren und es bestehen tatsächlich mehrere starke Kombinationen – ungewohnte Luxusprobleme!

Aufstellung Bilbao

Alain Baumann: Momentaufnahmen vom Richtig- und Falschmachen

6. August 2009 um 05:30 von Biber in der Kategorie YB

Bern, Wankdorfstadion, 20. Mai 2009, 23:00 Uhr. Eben war das Finalspiel des Schweizer Cup zu Ende gegangen. Für Fans des BSC Young Boys wird dieser warme Frühlingsabend (einmal mehr) als herbe Enttäuschung in Erinnerung bleiben. Dabei hatte alles an diesem Tag so gut angefangen. Seit der packenden Finalqualifikation gegen den FC Basel war YB das Gesprächsthema Nummer eins in Bern. Gelb war seit dem frühen Nachmittag die dominierende Farbe in der Stadt und die Fans demonstrierten eindrücklich ihre Kraft mit einem farbenfrohen und lauten Marsch zum Stadion. Kurz: Alles schien bereit, endlich wieder, nach langen Jahren des Wartens ein schönes und erfolgreiches Kapitel in der langen Tradition des Vereins zu schreiben. Nur der wichtigste Akteur – die Mannschaft – war es offensichtlich nicht. Die Spieler liessen alle Qualität vermissen, die sie normalerweise so stark gemacht haben. Das Resultat kennen wir, es war die verdiente Niederlage 2-3 nach einer glücklichen 2-0 Führung.

Szenenwechsel

Bern, gleicher Ort, 2. August 2009, 19:00 Uhr. Mit einer soliden aber nicht überragenden Leistung war eben GC Zürich besiegt worden. Zwar war den Spielern die Müdigkeit vom schwierigen Auswärtsspiel in Bilbao anzumerken, aber konzentriert ging es zur Sache und es resultierte ein verdienter Sieg. YB führt damit die Tabelle souverän an und hat heute Abend die Möglichkeit mit einem Unentschieden einen europäischen Top-Klub aus dem internationalen Wettbewerb zu werfen. Längst sind die Kritiker verstummt. Wir nehmen mit Freude zu Kenntnis, dass in Bern eine Mannschaft spielt, die Grosses leisten kann. Und damit meinen wir nicht die Teilnahme an einem weiteren Cupfinal oder den „guten“ zweiten Platz in der Meisterschaft. Jene Akteure, die noch vor gut zwei Monaten die Buhmänner waren, gelten heute als Baumeister des Erfolges. Stellvertretend nehmen wir den Sportchef Alain Baumann. Noch kurz vor Saisonbeginn machte er aus Sicht mancher Fans und Reporter so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann: Kultspieler Thomas Häberli wurde ebenso aussortiert wie Varela und auch der sympathische und solide Verteidiger Miguel Portillo wurde trotz laufendem Vertrag in die Wüste geschickt. Stattdessen holte man Spieler, denen viele nicht zutrauten, eine Verstärkung darzustellen. Von den umjubelten teuren Rückkehrern wie Frei, Vonlanthen und Yakin wurde keiner nach Bern geholt. Alain Baumann ist aber trotz, zum Teil harrscher Kritik, seinen Weg unbeirrt gegangen. Zudem hat er – das dürfen wir hier ruhig einmal anerkennen – offenbar aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Heute haben wir mit Doumbia den wohl auffälligsten Einzelspieler der Liga und mit Yapi den besten Spielmacher. Aber auch Spieler wie David Degen, Alberto Regazzoni oder selbst Torhüter Marco Wölfli trauen wir zu, ein Spiel zu entscheiden. Die Verteidigung wirkt stilsicher und ist nun seit drei Spielen ohne Gegentor. Zu allem dazu hat bei YB ein neues Selbstverständnis Einzug gehalten. Ein Verkauf von Seydou Doumbia wird zum Beispiel kategorisch ausgeschlossen. Und der Höhepunkt war wohl der Trainer, der vor dem Spiel in Bilbao offen einen Sieg als Ziel deklarierte. Und hielt, was er versprach. Wir hoffen natürlich, dass auch die Aussagen betreffend Doumbia mehr als Lippenbekenntnisse sind.

Fussball ist ein kurzlebiges Geschäft. Diese Tage vermutet man das Sieger-Gen (O-Ton einer Berner Tageszeitung) bei den YB. Schon Morgen kann aber alles anders sein und die gleichen Reporter ziehen wie ein Strafgericht über den Klub her. Alain Baumann muss sich weiter beweisen. Die Mannschaft ist gut, aber nicht perfekt. Zudem müssen wichtige Akteure wie Yapi und Doumbia gehalten werden. Die Richtung stimmt und – egal wie das Spiel heute ausgeht – nicht alles was heute richtig ist, wird Morgen falsch sein. Und wir stellen fest, dass heute sehr viel richtig ist.

Mini-Bilanz

5. August 2009 um 09:00 von Pele in der Kategorie YB
archiv 2008/09:

Klassischer Fehlstart, mit den Niederlagen gegen Basel, Sion, Zürich und dem tristen 0:0 gegen Vaduz. Diese Tabelle (und wohl noch einige andere Dinge) kosteten Martin Andermatt den Kopf. Die Saison beendete man auf Rang zwei, nach einer deutlichen Steigerung und einer langen Serie ohne Niederlage (15 Spiele von Ende August bis Mitte März).

2009/10:

YB ist das einzige noch ungeschlagene Team. Nach dem Startsieg gegen den amtierenden Meister, folgten ein Remis gegen den Aufsteiger und zwei Zu-Null-Siege gegen Aarau und GC. Nun wird sich zeigen, wie sich das Team von Trainer Petkovic gegen die übrigen Mannschaften wie Bellinzona Luzern, Xamax, Basel und Sion schlägt – und dann wird an dieser Stelle nach dem ersten Meisterschaftsquartal wieder Bilanz gezogen.

Aktuell

Unsere Zweiten – Vorstellung FC Allmendingen

4. August 2009 um 14:00 von Pele in der Kategorie Unsere Zweiten

In der Kategorie „Unsere Zweiten“ begleitet gaeubschwarz.be zwei unterschiedliche Mannschaften auf Ihrem Weg durch die Meisterschaft. Regelmässig berichten wir über deren Abschneiden.

 
Logo FC Allmendingen

Der FCA (1943 gegründet) ist einer von diversen Thuner Vereinen – und doch irgendwie speziell. So gilt er als familiärster aller Vereine in der Umgebung – und dass man nirgends so gut isst wie im Zelgli-Klubhaus, ist weit über die Gemeindegrenze hinaus bekannt.

Die erste Mannschaft spielt nun bereits einige Jahre an der Spitze der 2. Liga regional mit. Um die Jahrtausendwende, war man vor allem als Fahrstuhlmannschaft bekannt, in regelmässigen Abständen pendelte man zwischen 3. und 2. Liga.

Das Teamfoto 08/09

Das Teamfoto 08/09

 

Heute überrascht die erste Mannschaft mit konstanten Leistungen. Dies ist angesichts des sehr tiefen Durchschnittsalters nicht selbstverständlich.  In der vergangenen Saison spielten sogar einige Akteure regelmässig, die noch B-Junioren-Alter haben. Kaum ein Spieler ist indes älter als dreissig – eher eine Seltenheit in den Gefilden der Zweitliga.

Amüsanterweise ist das Fanionteam gespickt mit ehemaligen Junioren der Erzrivalen aus Lerchenfeld. Dies erklärt sich folgendermassen: Obwohl der FCL eine starke Juniorenabteilung hat (Meistergruppen-Teams), erhalten nicht viele davon eine Chance, sich in der ersten Mannschaft zu beweisen. Warum? „Lerchu“ leistete sich den Luxus, diverse ehemalige NLA/B-Spieler zu verpflichten (bsp. Patrick Baumann, ehemals GC, Thun, Xamax). Dies hatte nun einerseits die Konsequenz, dass der FCL in die interregio Gruppe aufgestiegen ist – die meisten gut ausgebildeten Jungen nun aber beim FCA in der ersten Mannschaft stehen. Uns solls recht sein…

Die Juniorenbewegung gilt als sehr aktiv und „tolerant“. Es gibt nur selten Teams, die in oberen Ligen mitspielen, dafür wird der Breitenfussball sehr gefördert (der FCA war einer der letzten Thuner Vereine, die eine Warteliste für neue Junioren einführten). Aufgrund der Platzprobleme, ist es oftmals ein schwieriges Unterfangen für die 9-12 Juniorenteams einen Trainingsplatz zu finden – und dennoch gelingt es jedes Jahr, für jede Mannschaft eine Möglichkeitzu finden um angemessen trainieren zu können.

Anfang Juli erfolgte endlich der Spatenstich für die neue Anlage auf dem „Zelgli“: Anstelle von einem Hauptfeld, werden nun deren zwei gebaut – ein Projekt, dass die Saisonplanung um einiges vereinfacht. Die neuen Plätze werden voraussichtlich im Spätfrühling 2010 eröffnet – bis dahin spielen beinahe sämtliche Teams im Exil.