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BSC YB – Dynamo Kiev 2:0

3. August 2017 um 13:26 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Ist es der Moment, als Marco beim zweiten „Wölfli“-Fangesang von Ballmoos hoch zieht und ihn als Thronfolger präsentiert wie es einst Rafiki mit Simba in Lion King tat?

Oder ist es die Jubelattacke auf von Bergen während dessen SRF-Interview, die sogar dem YB-Captain ungewohnte Emotionen entlockt? Vielleicht doch die gefühlt 100 perfekten Seitenwechsel von Nuhu, meist gepaart mit einer lehrbuchmässigen Brustannahme Benitos? Wohl am ehesten der Treffer zum 2:0, den Lotomba zusammen mit Hoarau erzielt während Dynamo-Torhüter Koval gerade vom Karma gef… pardon, bestraft wird.

Man weiss auch am Morgen danach kaum, welche Eindrücke des gestrigen Abends am präsentesten sind. Fakt ist, dass uns diese Mannschaft eine unvergessliche Erinnerung beschert hat. 

Ein Jahr nach dem Wunder gegen Schachtar Donetzk greift YB ein weiteres Mal nach den Sternen. Dieses Mal braucht man aber nicht von einem Wunder zu reden: Es war ein unglaublich starker Auftritt einer Mannschaft, die den Wunsch des Trainers nach einem perfekten Spiel erfüllen konnte. Dynamo Kiev wirkte von Beginn weg seltsam passiv und uninspiriert, als wäre das Weiterkommen bereits besiegelt. Diese Passivität dürfte aber auch am YB-Auftritt gelegen haben. Von der ersten Sekunde an waren die Gelbschwarzen unglaublich aggressiv und engagiert, kauften den Ukrainern in den Zweikämpfen den Schneid ab und waren auch spielerisch die bessere Mannschaft.

Besonders Roger Assalé schien in der ersten Halbzeit vor Spielwitz zu platzen und war kaum zu bremsen. Clever, wie er sich nach einer Viertelstunde, aus knappem Offside startend, von hinten an den Verteidiger schlich und von diesem unglücklich getroffen wurde. Der polnische Unparteiische entschied auf Elfmeter und Guillaume Hoarau erzielte in gewohnt souveräner Manier sein erstes Saisontor.

Auch im Anschluss an diese Führung blieb YB konzentriert und verteidigte geschickt. Jarmolenko genoss kaum Freiheiten und Mbokani dürfte die nächsten paar Tage gegen seine Sanogo-Alpträume ankämpfen. Die beiden lieferten sich unzählige harte Duelle wobei es meist der Kongolese war, der gegen diesen menschgewordenen Achttausender das Nachsehen hatte.

Das Team von Adi Hütter setzte nebst der harten Zweikampfführung vor allem auf das Spiel über die Flügel, welches sehr gut funktionierte. Die offensiven Aussenverteidiger Benito und Mbabu wurden häufig lanciert und genossen viele Räume, die unter anderem durch die intelligenten Laufwege von Fassnacht und Ravet generiert wurden. Eine dieser Aktionen führten nach starker Benito-Flanke zu einem Kopfball Assalés, der nur knapp am Tor vorbeistrich.

YB suchte den zweiten Treffer aber nicht auf Biegen und Brechen sondern agierte mitunter auch geduldig, im Wissen das ein 2:0 auch spät fallen darf, sofern man hinten die Null hält. Hier zeigte sich oftmals die Routine von Captain von Bergen und Guillaume Hoarau, die ihre Mannschaft im richtigen Moment zu beruhigen wussten.

Auch nach der Pause startete YB umsichtig, spielte frech nach vorne, ohne die Defensive zu vernachlässigen. Der mittlerweile genervte Jarmolenko kam kaum ins Spiel und gerade als man dachte, man hätte ihn endgültig im Griff, wurde er geschickt freigespielt und stürmte auf Marco Wölfli zu. Manch einem Zuschauer dürfte in dieser Szene die YB-Wurst im Hals steckengeblieben sein – doch der alte Mann zwischen den Pfosten blieb lange stehen und wehrte den Ball mit dem rechten Arm gekonnt ab. Danach schien das Pendel endgültig zugunsten des Heimteams auszuschlagen. YB liess nun kaum mehr etwas zu und kam zu weiteren Chancen. Ravet sah seinen spektakulären Fallrückzieher pariert, eine gute Aktion von Kiev-Goalie Koval. Dieser fiel ansonsten nur durch Provokationen und Zeitspiel auf, besonders Letzteres schien von Beginn weg der Matchplan der Ukrainer zu sein. Es war beinahe bilbaoesk, wie oft die Spieler von Trainer Khatskevich auf dem Kunstrasen liegen blieben, um nach kurzer Pflege wieder wie junge Hüpfer ins Spiel zurückzukehren.

Pünktlich auf die YB-Viertelstunde reagierte Adi Hütter und brachte mit Nsamé und Sulejmani neue Kräfte für die Offensive. (Wohl dem, der solche Akteure einwechseln darf!)

Keine fünf Zeigerumdrehungen später schien sich dieser Doppelwechsel auszuzahlen: Toller Steilpass von Sulejmani auf Hoarau, dieser umspielt zwei Verteidiger und schliesst ab… abgeblockt… der Abpraller landet bei Nsamé, das Tor ist leer… NEIN, auch dieser Ball wird abgewehrt. Argh! Eine Doppel-Grosschance etwas mehr als zehn Minuten vor Schluss, das hätte es doch sein müssen!

Auf den Rängen war die Stimmung zwar ungebrochen gut, doch manch einer schien aufgrund des fehlenden Tores, des schauspielenden Goalies und der vergebenen Chancen langsam die Ruhe zu verlieren. Zum Glück schwappte diese Nervosität nicht auf die Mannschaft über, die nach wie vor den Spielplan befolgte und an den zweiten Treffer glaubte. Hütter hatte mittlerweile den jungen Lotomba für den fleissigen Sow eingewechselt und setzte somit noch mehr auf Tempo und jugendliche Frechheit.

Kurz vor dem Ablauf der regulären Spielzeit wurde Sulejmani schön freigespielt, dieser macht esich auf Richtung Tor und zwang Koval mit seinem schwächeren rechten Fuss zu einer Parade.

Der anschliessende Corner sollte das Stimmungsfass Wankdorf zum Überlaufen bringen: Sulejmani auf Lotomba, dessen Kopfball flog via Hoarau Richtung Tor und der bereits mehrfach erwähnte Koval bugsierte die Pille gleich selber hinter die Linie! TOOOOOOR! 2:0!

Ironischerweise hatte Kiev nun 6 Nachspielminuten zur Verfügung, um doch noch den Auswärtstreffer zu entscheiden. Notabene hatten die Gäste für 5:59 dieser Nachspielzeit selber gesorgt… Doch YB konnte die Leistung durchziehen und verteidigte geschickt und fehlerlos. Aus! Fertig! YB steht im CL-Playoff und hat mindestens noch acht europäische Auftritte vor sich!

Die Noten:

Wölfli 6/ Parierte in Heldenmanier gegen Jarmolenko, Big-Save des Spiels!

Mbabu 6/ Dieser Mann hat 6 Lungen und 230 PS!

von Bergen 6/ Zeigte wie gut er nach wie vor ist, drittes zu-Null im vierten Spiel.

Nuhu 6/ Seine Spielverlagerungen erinnern an Landschaftsbilder grosser Künstler, sein Zweikampfverhalten wird immer besser.

Benito 6/ Hat mit der Brust eine bessere Ballannahme als manch einer mit dem Fuss. Starker Auftritt nach der Kritik vom Hinspiel.

Ravet 6/ Unermüdlicher Antreiber nach vorne, fleissiger Kämpfer nach hinten.

Sanogo 6/ Der Inbegriff eines Abräumers.

Sow 6/ Viel unterwegs, mit guten Ideen. Hatte ein paar wenige Fehler welche aber allesamt ausgebügelt wurden.

Fassnacht 6/ Vor allem in der Defensive aktiv mit vielen wichtigen Szenen.

Assalé 6/ In der ersten Halbzeit allgegenwärtig, ihn konnte die Kiever Defensive nie kontrollieren.

Hoarau 6/ Da ist er wieder!

Nsamé 6/ Fügte sich perfekt ins Spiel ein, enorm Kopfballstark.

Sulejmani 6/ Brachte die entscheidenden Impulse und entschied das Spiel mit.

Lotomba 6/ Hat mit fünf Minuten Einsatzzeit mind. sechs Millionen eingespielt. Kann man mal machen.

Hütter 6/ Trotz harscher Abwehr-Kritik nach dem Hinspiel und dem guten Auftritt gegen GC, setzte der Trainer mehrheitilich auf die Start-11 vom Hinspiel und wurde dafür belohnt. Perfekt eingestellte Mannschaft, perfekt gewechselt – Bravo!

Vorschau BSC Young Boys – Dynamo Kiew

2. August 2017 um 06:26 von Marco in der Kategorie YB

Die Ausgangslage ist schwierig. YB muss heute Abend gegen Dynamo Kiew 2:0 gewinnen, um den Traum von der Champions League aufrecht zu erhalten. Im Hinspiel in der Ukraine war YB Dynamo Kiew klar unterlegen. In der Defensive passte nichts zusammen und im Angriff blieben die Berner blass. Auf den Lichtblick, das Tor von Fassnacht, folgte mit dem Gegentreffer sogleich wieder ein Dämpfer. Trotzdem ist ein Weiterkommen nicht unmöglich. gaeubschwarz.be nennt fünf Gründe, wieso die Young Boys die Sensation schaffen und Dynamo Kiew aus dem Wettbewerb kegeln.

 

1. Guillaume Hoarau

Die Genesung nach seiner Hüft-Verletzung erfolgte schneller als gedacht und so konnte Hoarau die ganze Vorbereitung absolvieren und stand zu Saisonbeginn bereits wieder auf dem Platz. Allerdings knüpfte er in den ersten Spielen noch nicht an seine Frühlings-Form an und blieb noch ohne Torerfolg. Doch die Klasse von Gui ist unbestritten und seinen Tor-Instinkt hat er mit Sicherheit nicht verloren. Heute geht ihm der Knopf auf und mit einem Treffer früh im Spiel ebnet er den Weg zum Sieg.

 

2. Sékou Sanogo

Gegen den FC Basel war er der beste Mann auf dem Platz und hatte grossen Anteil am tollen Sieg. Wie wertvoll Sanogo für YB ist, weiss man schon lange, trotzdem ist es immer wieder faszinierend zu beobachten, wie sich seine Präsenz im Mittelfeld auf die Leistung des ganzen Teams auswirkt. Im Hinspiel musste er mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Ein Weiterkommen gegen Kiew hängt vom Oberschenkel der (gelbschwarzen) Nation ab. Ist Sanogo fit, zerschellen die Kiewer Angriffsbemühungen bereits an der Mittellinie und YB kann Dynamo Kiew niederringen.

 

3. Torhüter

Es ist simpel: YB darf gegen Kiew kein Tor kassieren. Wenn bei dieser Ausgangslage der junge Stammtorhüter angeschlagen ist, wäre die Nervosität bei den meisten Klubs gross. Nicht so bei YB. Verhindert die Verletzung von David von Ballmoos einen Einsatz, steht Marco Wölfli bereit. Gegen GC kam er unerwartet zum Einsatz und erledigte seine Aufgabe mit Bravour. Mit seiner Routine und seinen Erfahrungen in zahlreichen internationalen Spielen ist er weder ein Risiko noch ein Schwachpunkt in der YB-Aufstellung, sondern ein sicherer Wert für seine Vorderleute. Man muss sich keine Sorgen machen, dass er dafür sorgt, die Null zu halten.*

 

4. Ersatzbank

Adi Hütter hat mit seinen Einwechslungen schon oft ein gutes Händchen bewiesen. Ohne seine fachliche Kompetenz im geringsten anzuzweifeln, darf erwähnt werden, dass die YB-Bank derzeit prächtig ausgestattet ist. Vorausgesetzt Sulejmani ist wieder fit und steht in der Startaufstellung, sitzt im Rücken des Coachs eine aufregende Auswahl: Fassnacht, Nsamé, Sow, Lotomba. Gelbschwarz erwartet im Wankdorf keine einfache Partie. Gut möglich, dass der entscheidende Impuls für den 2:0-Sieg von der Bank kommt.

 

5. YB-Fans

Exakt ein Jahr ist es her als YB die Sensation gegen Donezk gelang. Im Wankdorf waren zwar nur knapp 10’000 Fans anwesend, doch durch den dramatischen Verlauf dieser Partie herrschte im Stadion eine Hoch-Stimmung wie nur selten. Gelingt YB der erhoffte frühe Führungstreffer, ist eine Wiederholung möglich. Durch den letztjährigen Erfolg wissen nun alle, zu was YB fähig ist. Springt der Funke zwischen Spieler und Fans, trägt das Publikum die Mannschaft zum Sieg. Hopp YB!

*Mittlerweile wurde informiert, dass von Ballmoos noch nicht einsatzbereit ist und Marco Wölfli unseren Kasten sauber halten wird. Hopp Wolf!

 

GC – BSC YB 0:4

31. Juli 2017 um 13:26 von Pele in der Kategorie YB

Vorneweg: Unsere Vorschau fiel einem kleinem Planungs-Malheur zum Opfer. Wir entschuldigen uns dafür und geloben Besserung!

****

Der Start gegen Basel war sehr gut, die Fortsetzung in Kiev dafür nicht mehr ganz so. Obwohl dank dem Auswärtstor von Christian Fassnacht noch ein Funken Hoffnung bleibt, machte man sich vor dem Spiel gegen GC schon Gedanken, ob die Mannschaft den Kopf 100%ig bei der Sache haben würde. Zu oft verlor YB zwischen zwei europäischen Partien unnötig Punkte.

Im Vorfeld der Partie wurde vor allem diskutiert, wie viel Rotation Adi Hütter wohl betreiben würde. Braucht Hoarau nach seiner langen Verletzung bereits eine Pause oder kommt er nur durch Spielpraxis wieder zur gewohnten Form? Sind Sanogo und Sulejmani eventuell schon wieder einsatzbereit oder geht man hinsichtlich des Rückspiels vom Mittwoch noch kein Risiko ein? Nun, der Trainer zeigte sich mutig und veränderte die Start-11 im Vergleich zum Basel-Match gleich auf vier Positionen. Lotomba und Nsamé gaben ihr YB-Debut, Bertone rückte neben Sow ins Mittelfeld und Fassnacht ersetzte wie bereits am Mittwoch Sulejmani auf der linken Aussenbahn.

Der Start in die Partie war gefällig. YB agierte etwas gefährlicher und GC war bemüht, den Fehlstart vergessen zu machen. Die Zürcher wirkten zu Beginn deutlich konzentrierter als gegen den Stadtrivalen und kamen durch schnelle Kombinationen einige Male in die Nähe des YB-Strafraums. Die Berner gefielen durch schnelles Umschaltspiel und agile Bewegungsmuster in der Offensive. Besonders Assalé und Fassnacht waren viel unterwegs und tauschten des Öfteren situativ ihre Positionen. Nsamé demonstrierte seine Robustheit und deutete mehrfach an, der gewünschte Spielertyp zu sein, dem man als Backup von Hoarau das Vertrauen schenken kann. Er war es auch, der zur ersten gefährlichen Chance kam: Eine Hereingabe von Ravet lenkte er vor GC-Goalie Lindner entscheidend ab, der Ball prallte jedoch an die Latte. GC versuchte nun zu Antworten und zwang von Ballmoos nach einem guten Kopfball Avdijajs zu einer tollen Parade.

Nach einer Viertelstunde spielte Assalé Lotomba frei, dieser hatte Zeit zum Flanken und fand den Fuss von Fassnacht – Tor für YB! Es war die verdiente Führung für Gelbschwarz, das im Anschluss durch Nuhu und Nsamé zu weiteren Abschlussmöglichkeiten kamen. Nach 35 Minuten aber der grosse Schreckensmoment: Lavanchy blieb mit den Stollen am Bein von von Ballmoos hängen, dieser wand sich vor Schmerzen und musste nach längerer Behandlung ausgewechselt werden. Noch während des Spiels kam dann aber die Meldung, dass es sich „nur“ um eine tiefe Wunde handelt die genäht werden muss. Sicher schmerzhaft, aber immerhin keine Bänder- oder Knochenverletzung. Neu im Spiel nun YB-Legende Marco Wölfli der, um dies vorneweg zu nehmen, jedem aufzeigte, dass YB auf der Goalieposition hervorragend aufgestellt ist.

Die Gelbschwarzen benötigten einige Minuten um den Schock der Verletzung zu verdauen, brachten die Führung aber in die Pause. Nach dem Seitenwechsel drehte GC auf und war dem Ausgleich nahe, doch Marco Wölfli verhinderte das 1:1 stark. Mitten in diese Druckphase bescherte uns Milan Vilotic ein nachträgliches Abschiedsgeschenk und lenkte eine Ravet-Flanke unglücklich ins eigene Tor ab. Damit war der Widerstand gebrochen und YB lief zu Galaform auf. Fassnacht lancierte Nsamé herrlich, dieser liess sich nicht zweimal bitten und versenkte mit links zum 3:0. Um sich anständig für diese Vorarbeit zu bedanken, spielte er kurz darauf Fassnacht frei, der das Laufduell gegen zwei GC-Verteidiger gewann und Lindner per Chip bezwingen konnte.

Zwei Spiele, sechs Punkte, 6:0 Tore – der YB-Saisonstart darf als gelungen bezeichnet werden. Das Team scheint in der Breite gut aufgestellt, die jungen Spieler sind heiss darauf, ihre Chancen zu nutzen und bieten dem Trainerteam valable Alternativen. Natürlich (Achtung Mahnfinger-Alarm) sind erst zwei Spiele absolviert und besonders GC wird in dieser Saison kaum vorne mitspielen. Dennoch tut es gut, mit viel Rückenwind zu starten – und genau dieser Rückenwind soll nun genutzt werden, um am Mittwoch das kleine Wunder zu bewerkstelligen.

Die Noten:

von Ballmoos 5/ Starke Parade gegen Avdijaj, danach verletzt ausgewechselt. Gute Besserung Dävu!

Mbabu 4.5/ Sein Durchsetzungsvermögen ist eindrücklich. Allerdings muss er noch an seinen Flanken arbeiten, diese kommen noch zu wenig an.

von Bergen 5/ Arg gescholten nach dem Kiev-Match, zeigte der Captain eine souveräne und abgeklärte Leistung.

Nuhu 5/ Nuhu scheint auf einem guten Weg, seine Aussetzer auf ein Minimum zu reduzieren. Bei Standards noch zu ungefährlich.

Lotomba 5.5/ Quasi fehlerfreie Leistung des Jungspundes der sich ohne Angewöhnungszeit in die Viererkette einführte. Schöner Assist zum 1:0.

Ravet 5/ Bereits gut in Form, stetiger Antreiber und „Assistgeber“ zum vorentscheidenden 2:0.

Bertone 5/ Seine Präsenz und die gesunde Härte taten dem YB-Spiel gut. Offensiv muss er aber noch zulegen.

Sow 5/ Obwohl man ihn wegen seiner offensiven Qualitäten verpflichtete, überzeugte Sow vor allem in der Defensive. Zweikampfstarker Auftritt mit klugen, einfachen Pässen.

Fassnacht 6/ Zwei Tore, ein Assist, defensiv engagiert – Bestnote!

Assalé 5/ Fleissiger Arbeiter, nutzt die Räume clever und ist überall anzutreffen.

Nsamé 5/ Überzeugendes YB-Debut, deutete sein Potential mehrfach an. Die höhere Note bleibt ihm vorerst wegen der Chancenauswertung verwehrt.

Wölfli 5.5/ Rettete in der wichtigsten Phase mehrmals und bewies, dass er nach wie vor bereit ist.

Schick/Aebischer keine Note.

Dynamo Kiew – BSC YB 3:1

27. Juli 2017 um 18:58 von Mate in der Kategorie YB

So wenig wie am Samstag gegen Basel alles gelb war, war gestern in Kiew alles schwarz. Am Ende brachten sich die Young Boys mit Verkettungen von (individuellen) Fehlern um eine bessere Ausgangslage, wobei diese dank dem Auswärtstor grundsätzlich sogar besser ist, als jene vor Jahresfrist gegen Donezk. Während damals das Resultat noch das Beste am Hinspiel bedeutete, war das diesmal nicht der Fall. Auch das spricht eigentlich für die Leistung der Young Boys. Nun gilt es, das bezahlte Lehrgeld in die gewünschten Fortschritte umzumünzen, den Mund abzuwischen und vorwärts zu blicken. Es geht Schlag auf Schlag, Zeit um irgendwelchen besseren Resultaten nachzutrauern bleibt keine. Und das dürfte gut sein so.

Der Start in die Partie war den Young Boys gut gelungen. Sie hielten nicht nur Kiew in Schach und vom Tor fern, sie waren gar die spielbestimmende Mannschaft. In der 15. Minute dann aber ein Dämpfer. Benitos Einwurf fand Hoarau nicht, was Kiew den ersten gefährlichen Angriff ermöglichte. Nachdem zunächst Nuhu zwar den Zweikampf, aber nicht den Ball gewann, liess Andrji Jarmolenko Von Bergen stehen und drosch den Ball ins Netz. 1-0 stand es und man war sich einig, dass dieser Treffer nun so gar nicht dem bisherigen Spielverlauf entsprach. Gut ausgesehen hatte dabei keiner der beteiligten YB-Akteure. Nicht zu diesen zählte Goalie von Ballmoos, welchem nichts anderes übrigblieb, als dem Ball nachzuschauen. Es war ein ärgerliches weil mehrfach vermeidbares Tor und dasselbe galt auch für den zweiten Gegentreffer, welchen von Ballmoos – erneut ohne auch nur einen Hauch der Chance an den Ball zu kommen zu haben – in der 34. Minute hinnehmen musste. Am Ursprung hatte wieder Benito gestanden, diesmal mit einem missglückten Zuspiel auf Aebischer. Schlimmer als der Fehlpass war nur noch seine Reaktion darauf und so kam es, dass Jarmolenko Captain Steve von Bergen zum Tänzchen bat. Dieser konnte die scharfe Hereingabe nicht verhindern und so fand diese zwischen den Beinen Nuhus hindurch den völlig freistehenden Mbokani, welcher technisch raffiniert zum 2:0 verwertete. Damit hatte der Favorit beide Fehler der Berner bestraft und damit aufgezeigt, wo der Hauptunterschied zwischen einem Championsleague-Qualifikations- und einem Superleague-Spiel liegt.

Auch die zweite Halbzeit hatte für die Berner einen frühen Dämpfer parat. Sekou Sanogo verletzte sich und konnte nicht mehr weiterspielen, was kurzfristig eine sichtbare Lücke im Defensivverbund hinterliess. Kiew kam dem dritten Treffer bedrohlich nahe, es war David von Ballmoos, welcher die beste Möglichkeit mit einem glänzenden Reflex in den Corner klärte. Je länger die Halbzeit dauerte, desto mehr nahm die Gefahr aber wieder ab, Kiew schien sich auf die Kontrolle des 2-0-Vorsprungs zu konzentrieren. So kam auch YB wieder besser ins Spiel, doch leider hatte Nuhus Kopfball aus bester Position nach einem stark getretenen Ravet-Freistoss höchstens Kreisklasse-Niveau und hüpfte entsprechend am Tor vorbei. Als bereits 90 Minuten absolviert waren, brachte der eingewechselte Assalé die Kugel gefühlvoll zur Mitte und Christian Fassnacht spedierte diese mit einem tollen Kopfball ins Netz der Ukrainer. Die Freude im Team, beim mitgereisten Anhang und in den Berner Stuben und Beizen war gross, das wichtige Auswärtstor war doch noch Tatsache und die Ausgangslage schien plötzlich wieder vielversprechend. Nun galt es nur noch, die restliche Nachspielzeit über die Runden zu bringen, wozu sich YB nun ganz tief in die eigene Hälfte zurückzog. Dies ermöglichte Kievs Goalie Koval nahe der Mittellinie einen langen Ball in Richtung YB-Strafraum zu schlagen. Dort verlor Turm Hoarau das Kopfballduell, Nuhu antizipierte nicht optimal (war auch sehr schwierig) und Mbabu liess Gegenspieler Garmash laufen. Dieser nahm den verlängerten Ball kurz an und traf kaltblütig ins kurze Eck. Ein weiterer vermeidbarer Gegentreffer aus Sicht von YB und vom Zeitpunkt her natürlich höchst ärgerlich. Zwar bleiben die Chancen auf ein Weiterkommen dank des Auswärtstores intakt. Es wird aber einer Parforce-Leistung bedürfen, um ein zweites «Wunder» à la Schachtar bewerkstelligen zu können.

Die Noten:

Von Ballmoos 5:      War zweimal geschlagen, ohne überhaupt richtig im Spiel zu sein. Grandioser Reflex gegen Korzun als er das 3:0 verhinderte.

Mbabu 4:                  Sah beim 3:1 ganz schlecht aus. Sonst soweit gefällig, fädelte das YB-Tor ein.

Von Bergen 4:          Sah bei den ersten Toren älter aus als er ist. Diese ihm anzulasten wäre aber vermessen, da er beide Male schlicht am Ende einer Fehlerkette stand.

Nuhu 4:                     Machte sogar bei allen Gegentoren eine unglückliche Figur, trägt aber so direkt ebenfalls kaum eine Schuld.

Benito 3:                   Erwischte einen schwarzen Abend, stand im Gegensatz zu von Bergen bei den ersten beiden Toren am Anfang der Kette.

Sanogo 5:                  Erneut mit einem starken Auftritt, physisch jedem Gegenspieler mindestens gewachsen. Wir wünschen bon retablissement!

Aebischer 3,5:          Machte einen etwas nervösen Eindruck und hatte eine für ihn ungewohnt hohe Fehlpassquote.

Sow 4:                        Traf noch etwas oft die falsche Entscheidung, war aber aktiv.

Ravet 4,5:                   Auch er kam nicht so zur Geltung wie gewohnt, arbeitete aber viel und hatte mit Mbabu die rechte Seite gut im Griff.

Fassnacht 5:              Hatte in der ersten Halbzeit Mühe die Bindung zum Spiel zu finden, kämpfte aber vorbildlich und erzielte schliesslich das wichtige Auswärtstor.

Hoarau 3,5:                Braucht natürlich noch etwas Zeit und wurde erneut enorm isoliert. Fand nicht wie gewünscht ins Spiel, was ihn sichtlich nervte.

Assalé 4,5:                 Kam in der 52. Minute für den verletzten Sanogo und brachte neuen Schwung in die Offensive. Schöne Vorarbeit zum zwischenzeitlichen 2:1 Anschlusstreffer.

Bertone 4,5:                  In der 62. Minute für Aebischer eingewechselt. Brachte Stabilität und war kampfstark, aber mit wenig Wettkampfglück.

Lotomba (77. für Benito) ohne Note

 

 

Vorschau Dynamo Kiew – BSC Young Boys

26. Juli 2017 um 16:39 von Cabrón in der Kategorie Matchvorschau, YB

YB startet, vier Tage nach dem furiosen und euphorisierenden 2:0 Sieg, in Kiew in die Europapokal Saison 2017/18. Das junge Team von Adi Hütter macht sich auf, um in Europa erneut für Furore zu sorgen. Genauso wie vor einem Jahr, als man den ebenfalls aus der Ukraine stammenden Widersacher Schachtar Donezk aus der CL Qualifikation schoss.

Was damals galt, gilt auch heute: Der Zweite der abgelaufenen Ukrainischen Meisterschaft gilt als Favorit aber die Gelbschwarzen steigen mit guten Aussenseiterchancen in diese dritte Qualifikationsrunde zur Champions League. Adi Hütter erwartet einen vor allem im physischen Bereich starken Gegner, der im Gegensatz zu seinem Rivalen aus Donezk weniger auf brasilianische Ballzauberer als vielmehr auf einheimisches Schaffen setzt. Dynamo ist mit 15 Meisterschaften (zuletzt in den Jahren 2014/15 und 2015/16) Ukrainischer Rekordmeister zudem auch dreizehnfacher sowjetischer Meister und zweifacher Sieger des Europapokals der Pokalsieger. Seit Jahren Gast in der Champions und Europa League, schloss man die letztjährige CL Kampagne etwas enttäuschend als Vierter hinter der SSC Napoli, dem SL Benfica und Besiktas Istanbul ab. Zu den bekanntesten Spielern des Klubs gehören Oleh Blochin (Europas Fussballer des Jahres 1975 und 101-facher sowjetischer Nationalspieler), Igor Belanow (Europas Fussballer des Jahres 1986 und 2003 Besitzer des FC Wil) und Andrij Schewtschenko (Europas Fussballer des Jahres 2004, Champions League Sieger 2002/03 und 111-facher ukrainischer Nationalspieler). Aus dem aktuellen Team dürften uns mit Ausnhame von Yarmolenko und dem ehemaligen Basler Derlis Gonzalez kaum noch ein Spieler bekannt sein.

Die Young Boys reisen mit Selbstvertrauen in die ukrainische Hauptstadt. Im Wissen, dass der Gegner stark aber nicht unbezwingbar ist, man über eine talentierte junge Mannschaft verfügt und vom Verletzungspech bisher verschont blieb. Soll heissen, unser Coach kann heute aus dem Vollen schöpfen. Einzig der zurzeit angeschlagene Taulant Seferi und die «Überzähligen» Alex Gerndt, Sven Joss und Gregory Wüthrich haben die Reise vom Belpmoos nach Kiew nicht mitgemacht.

Da Dynamo Kiew bereits ein Supercup- und zwei Meisterschaftsspiele (unteranderem zwei Mal gegen Schachtar) in den Beinen hat, fällt der übliche Vorteil des frühen Schweizer Meisterschaftsbeginns zwar weg, es bleibt uns aber immer noch die Hoffnung, dass die durchwegs gute Stimmung im Verein und der erfolgreiche Meisterschaftsstart, heute Abend den kleinen Unterschied machen kann.

Trotz anstrengenden Wochen scheint es zu früh um in den Rotationsmodus zu schalten. Einerseits muss sich die Mannschaft noch weiter einspielen und andererseits verlangt einem ein Gegner des Kalibers Dynamo Kiew alles ab, respektive verlangt nach der voraussichtlich stärksten Elf. Ausser im Zentralen Mittelfeld, wo wir anstelle Michel Aebischers den defensiv etwas stärkeren und international erfahreneren Leonardo Bertone erwarten, verlässt sich gaeubschwarz.be auf die erfolgreiche Equipe des letzten Wochenendes und ist überzeugt, dass im Spiel 1 der diesjährigen Europapokal Kampagne der BSC YB nicht als Verlierer nach Bern zurückreisen wird.

Aufstellung gegen Dynamo Kiew

BSC YB – FC Basel 2:0

23. Juli 2017 um 11:26 von Jänu in der Kategorie YB

Brummender Schädel, pelzige Zunge, brennender Hals und flauer Magen… Nicht selten schwört sich der gemeine samstägliche Trinker beim sonntäglichen Aufwachen: Das will ich nie mehr erleben! Auch heute pocht’s mächtig im Oberstübchen und an feste Nahrung ist noch nicht zu denken, doch dieses Lächeln auf dem Gesicht und diese innere Zufriedenheit zeigt, dieser Kater ist anders!

Kein Wunder, schliesslich wurden die YB-Fans gestern Abend euphorisiert wie seit letztem August nicht mehr. Es war schon früh angerichtet für einen grossen Abend. Spitzenspiel, das Wetter passte, die letzten Tickets gingen über die analogen und digitalen Verkaufstheken, der Quartierplatz füllte sich früh und der Stadionspeaker meldete ausverkauft. So nahmen über 30’000 im Wankdorf Platz und eine biedere Eröffnungszeremonie mit einem etwas gar übermotivierten Claudius Schäfer später ging’s los. Anpfiff. Neue Saison. Neues Glück.

Auf den ersten Blick wurde klar, dass die Berner engagiert in die Partie starten wollten. Auf den zweiten Blick wurde aber auch klar, dass dies kein einfaches Unterfangen werden würde. Die Basler stand sehr solid, rückten in der Defensive konsequent raus und machten so die Räume eng. Zudem versuchten sie spielerisch das Heft in die Hand zu nehmen und hatten in der Folge leicht mehr Spielanteile. Dass dabei – ausser den von von Ballmoos abgewehrten Abschlüssen von Steffen und Lang – keine Torchancen resultierten, war der Verdienst der robusten und kampfbetonten Spielweise der Berner. Konsequent ging YB in die Zweikämpfe und scheute sich nicht, den Baslern auch mal auf den Fuss zu stehen. Gegen vorne war aber nicht wirklich an ein gepflegtes Aufbauspiel zu denken und so wurde mit langen Bällen versucht, Hoarau in Szene zu setzen, der die Bälle ablegen sollte. Doch wie auf der Gegenseite resultierten auch daraus kaum Torgefahr und wenn, dann war Vaclik kurz vor Ravet am Ball. Statt Chancen gab es der ersten Halbzeit viel harten und engagierten Kampf zu sehen in, in der beide Teams austeilten und auch einstecken mussten.

Die zweite Halbzeit wurde aus Berner Sicht mit einem langen Sanogo Ball so richtig lanciert. Perfekt kam er bei Adressat Ravet an, der flankte zur Mitte, wo Assalé den Ball direkt abnahm, aber leider nur das Aussennetz traf. Nun war die Berner Offensive in Schwung. Besonders schwungvoll vernaschte Ravet kurz darauf den Schulbuben Luca Zuffi und haute den Ball aus gut 20 Metern ins tiefe Eck. Das ausverkaufte Wankdorf explodierte! Und Torchancen gab es nach wie vor nur vor dem Basler Tor. Die überragenden Aussenverteidiger Mbabu und Benito hatten viel Zug nach vorne und eine Hereingabe des Erstgenannten führte kurz nach dem Führungstreffer zur nächsten grossen Chance, die Sulejmani aber mit seinem starken linken Fuss vergab, dies hätte der Doppelschlag sein müssen. Die Basler scheiterten weiterhin beim Versuch, sich auch nur eine Torchance herauszuarbeiten, dies obwohl sich YB nun deutlich zurückzog und Raphael Wicky mit einer Umstellung auf eine Dreierkette versuchte, mehr Mannen für die Offensive zu mobilisieren. Die schnellen Berner Aussenläufer nahmen den sich öffnenden Raum dankend an und versuchten weitere Torchancen für ihr Team einzuleiten. Und als die Berner nur noch durch einen Regelverstoss zu bremsen waren, gab es dafür den Freistoss, den Sulejmani in der 80. Minute wunderbar via Lattenunterkante in die Maschen haute. Das ausverkaufte Wankdorf explodierte ein zweites Mal! Ganz zum Schluss, man glaubt es kaum, kam der FCB tatsächlich noch zur Möglichkeit, den Anschlusstreffer zu erzielen. Langs strammer und gut platzierter Schuss streifte aber auf der falschen Seite des Pfostens vorbei. Dies dank dem Debütanten von Ballmoos, der sich mit einem Über-Reflex seinen ersten Shutout gleich selber sicherte. Der Sieg war eingetütet und die Nacht noch jung. Kein Wunder also, pocht der Kopf heute. Ein Pochen, das schöner nicht sein könnte.

Von Ballmoos: 6. Was für ein Einstand! Sicher, souverän, starke Reflexe und gute Abstösse (mit rechts).

Mbabu: 6. Ständiger Aktivposten nach vorne und hinten haute er alles raus was kam. Dazu einige sehenswerte Grätschen und die Höchstnote war perfekt.

Nuhu: 5. Machte seine Sache gut, wirkte aber jeweils zu Beginn der Halbzeiten sehr nervös.

Von Bergen: 5.5. Trocknete den hochgelobten van Wolfswinkel sowas von ab.

Benito: 5.5. Dank ihm entstand auch über die linke Seite viel Druck. Beindruckend war auch sein sicheres Passspiel.

Ravet: 5. Gefiel mir in der ersten Halbzeit bedingt. Der Führungstreffer war dagegen sensationell und stellte die Weichen auf Sieg.

Aebischer: 4.5. Rannte, ackerte, hielt seine Knochen hin. Viel Aufwand aber doch wenig Ertrag. War nach rund einer Stunde platt.

Sanogo: 5.5. Der Mann ist ein Fels und spielte einige gute Pässe nach vorne.

Sulejmani: 5. Holte mit seinem Tor Verpasstes nach. Denn er hätte schon viel früher das Skore erhöhen sollen. Sein inexistenter rechter Fuss zwingt ihn immer wieder zu etwas komischen Pässen, die auch mal den Adressaten nicht fanden.

Assalé: 4.5. Kein einfaches Spiel für ihn, hatte aber nach dem Seitenwechsel etwas mehr davon. Das Tor sparte er sich hoffentlich für Kiew auf.

Hoarau: 5. Der Turm ist zurück, konnte aber die Bälle in der ersten Halbzeit zu selten an seine Mitspieler bringen. Ansonsten eine mannschaftdienliche starke Leistung.

(Saison-)Vorschau: BSC YB – FC Basel

22. Juli 2017 um 10:43 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

50 Tage sind seit dem letzten Meisterschaftsspiel und dem damit verbundenen 2:0-Sieg gegen Lausanne vergangen. Beide Tore erzielte Ravet und entliess damit die YB-Fans zufrieden und entspannt in ruhige Sommerferien.

In dieser Pause wurde die Kaderplanung mit dem Ziel vorangetrieben, ein möglichst hungriges Team zusammenzustellen und allfällige sowie bereits bekannte Abgänge zu ersetzen. Wuschu Spycher agierte dabei umsichtig und überraschte mit einigen unerwarteten Aktionen. So konnten die ausgeliehenen Kevin Mbabu, Roger Assalé und Kasim Adams Nuhu fix übernommen werden, was besonders bei Erstgenanntem eine ziemliche Überraschung darstellt. Mit Jordan Lotomba wurde zudem ein sehr talentierter Spieler von Lausanne verpflichtet, der sowohl in der Defensive als auch in der Offensive auf beiden Seiten agieren kann. Ebenfalls auf der Aussenbahn (oder alternativ im Sturm) wird der Neuzugang vom FC Thun, Christian Fassnacht, eingesetzt werden. Die offene Planstelle im Zentrum wurde neu etwas offensiver besetzt: Von Gladbach wechselt mit Djibril Sow ein weiteres einheimisches Talent fix zu YB und soll im Zentrum die kreativen Einfälle liefern. Zudem konnte nach langem hin und her der Topscorer der vergangenen Challenge League Saison verpflichtet werden. Jean-Pierre Nsamé scheint ein Knipser zu sein, der vor dem Tor nicht viele Chancen braucht. Allerdings scheint sein Verhalten gegenüber dem bisherigen Arbeitgeber Servette nicht gerade vorbildlich gewesen zu sein, will man den diversen Medienberichten Glauben schenken. Daher erhoffen wir uns, dass Nsamé vor allem auf dem Platz für Schlagzeilen sorgen wird und nicht daneben.

Nsamé wird sich vorerst als vierter Stürmer hinter Hoarau, Assalé und Gerndt einreihen und nimmt damit die Position von Michael Frey ein, der YB zum wahrscheinlich letzten Mal verlassen hat.

Mit Yvon Mvogo und Denis Zakaria verliessen uns zudem zwei wichtige Leistungsträger in die Bundesliga, spülten aber auch eine entsprechende Entschädigung in die Kriegskasse. Diese Abgänge schmerzen zwar, stehen aber für den eingeschlagenen YB-Weg: Junge Talente erhalten die Chance sich zu beweisen und dürfen das Wankdorf als Sprungbrett nutzen. Im Gegenzug kann YB mit diesen Transfers die wirtschaftliche Situation erheblich verbessern und ist auch in der Lage weitere Talente auf den entsprechenden Positionen nachzuziehen.

Eine weitere, deutlich schwierigere Aufgabe bestand im „Ausmisten“ des etwas überteuerten Mittelbaus. Der in Ungnade gefallene Milan Gajic verliess YB in Richtung Ländle, Jan Lecjaks konnte an Dynamo Zagreb abgegeben werden und der zuletzt starke aber bereits in die Jahre gekommene Alain Rochat wird seine Karriere bei Lausanne beenden und macht somit Platz für Marco Bürki, der mit grossem Selbstvertrauen und gesteigerten Ansprüchen aus Thun zurückkehrt und sich mit Nuhu und Wüthrich um den Platz neben Abwehrchef Steve von Bergen balgen wird.

Als Ersatz für Mvogo wurde David von Ballmoos aus Winterthur zurückgeholt. Eine bereits früh geklärte Personalie, die mit der aktuellen Vereinspolitik absolut im Einklang steht und die durch Marco Wölfli mit einer soliden und erfahrenen Rückendeckung abgesichert ist.

Glaubt man der allgegenwärtigen Meinung der Fussballschweiz, kann YB in dieser Saison den Branchenprimus aus Basel angreifen. Wir sind zwar auch zufrieden mit dem Kader und blicken der neuen Saison freudig entgegen, können die vorherrschende Euphorie in Bezug auf den FCB aber nicht ganz nachvollziehen. Mit Ricky von Wolfswinkel wurde am Rheinknie ein Stürmer von internationalem Format als Ersatz für Doumbia und Janko verpflichtet. Ansonsten blieben die Leistungsträger aber beinahe komplett zusammen und so gelten die Basler selbstredend auch in der kommenden Saison als Topfavorit auf den Titel. Ein neuer Trainer und eine neu zusammengestellte Führung werden die Mannschaft eher noch hungriger auftreten lassen und es ist nicht anzunehmen, dass das Auftaktspiel vom Samstag ein gelbschwarzer Selbstläufer werden wird. Aufgrund des Auftaktprogramms mit Basel, Kiew und dem für gewöhnlich diffizilen Auswärtsspiel im Letzigrund, besteht eine durchaus beachtenswerte Gefahr für einen Fehlstart. Und wer die Euphoriekurven in und um YB kennt, weiss wie schnell die Vorverkaufszahlen innerhalb eines Monats um etliche Prozente sinken können…

Versteht uns nicht falsch, wir freuen uns auf die kommende Saison, sind absolut zufrieden mit der Kaderzusammenstellung und sehen in dieser Truppe sehr, sehr viel Potential. Dennoch wollen wir etwas atypisch ein wenig Demut streuen. Nicht weil wir nicht daran glauben würden, dass wir in dieser Saison endlich mal etwas reissen könnten – aber (Achtung: Floskelalarm) wir nehmen Spiel für Spiel und geben dem doch sehr jungen Team die Möglichkeit, sich zu finden und werden bei Rückschlägen auch mal ein Auge zudrücken und nicht gleich mit dem Zweihänder auffahren.

Der Auftakt in die Saison 2017/18 wird ein Festakt! Bereits über 26‘000 verkaufte Tickets werden für ein nahezu volles Wankdorf sorgen, gefüllt mit einem leidenschaftlichen Anhang und der Aussicht, nach 90 Minuten für einmal keinem tabellarischen Rückstand hinterher rennen zu müssen.

YB wird den Auftakt für sich entscheiden und die Partie mit 3:2 gewinnen. Rückkehrer Hoarau per Doppelpack und der eingewechselte Fassnacht werden die Tore für Gelbschwarz erzielen.

Aufstellung 2017/18 – Ausgangslage

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gaeubschwarz.be gelingt der grosse Coup

9. Juni 2017 um 12:55 von Mate in der Kategorie Allgemeines

Einen Tag, nachdem der BSC YB sein 30-Jahre-Ohne-Titel-Jubiläum feierte, ist gaeubschwarz.be-Redaktor M.W. der grosse Coup gelungen. Wie das Bild beweist, entführte er heute Vormittag das berühmte Siegergen aus dem Basler St. Jakob-Park. «Es lag völlig unbewacht in einer Kiste mit der Aufschrift z.Hd. Marco Streller und liess sich problemlos in einem Glas einfangen».

Siegergen

M. befindet sich mit der Beute auf dem Rückweg nach Bern, wo er das Gen nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Wankdorf-Stadion einpflanzen wird.

Der Diebstahl blieb bis anhin unbemerkt. Damit dies so bleibt, bitten wir unsere Leser um absolute Diskretion.

Hopp YB

BSC YB – Lausanne 2:0

7. Juni 2017 um 19:33 von Pele in der Kategorie YB

Die Geschichte der letzten Saisonpartie ist schnell erzählt. Bereits nach 15 Sekunden traf Ravet zur Führung, nachdem Lecjaks einen Pass der Waadtländer geschickt abzufangen wusste. In der Folge entwickelte sich ein unterhaltsames Spiel, das YB zwar dominierte doch mit einem Gegner, der sich spielerisch des Öfteren zu lösen wusste. Nach etwas mehr als einer halben Stunde schloss aber Yoric Ravet einen schönen Angriff mit seinem zweiten Treffer des Abends ab und sorgte für eine Vorentscheidung.

Nach der Pause gab es für Gelbschwarz noch zwei heikle Szenen zu überstehen, als Lausanne nur knapp am Anschlusstreffer scheiterte. Im Anschluss war die Messe aber mehr als gelesen: YB verwaltete das 2:0 im Vor-Ferienmodus und auch die geretteten Waadtländer rissen sich kein Bein mehr aus, was für eine eher maue letzte halbe Stunde sorgte. Dennoch blieb die Stimmung gut, sowohl bei den Lausannern (die doch recht zahlreich anreisten und von einer gesponserten Gratis-Auswärtsfahrt profitierten – Chapeu!) als auch bei den YB-Fans. Denn eigentlich war das Hauptthema des Abends der Abschied von Yvon Mvogo, den es im Sommer nach Leipzig zieht und der sich nach Abpfiff eine gefühlte Stunde Zeit nahm um sich bei allen gebührend zu verabschieden.

Somit endet die Saison 16/17 mit 69 Punkten und dem klaren zweiten Rang.
Einen detaillierten gs.be-Rückblick werden wir bald veröffentlichen und wünschen in der Zwischenzeit allen eine erholsame Sommerpause!

Danke für Eure Treue & Hopp YB!
Mvogo 6/ Hielt seinen Kasten auch ein letztes Mal dicht und hat dabei einmal das Glück des Tüchtigen beansprucht. Die 6 gibt es natürlich nicht für das Spiel sondern für die vergangenen Jahre in denen wir das eines der grössten YB-Torwarttalente bei seiner Entwicklung beobachten durften. Merci Yvon u aues Guete!

Nuhu 4.5/ Muss in der kommenden Saison seine etwas nonchalanten Aktionen auf ein absolutes Minimum reduzieren. Ansonsten zeigte er wiederum, dass er punkto Physis und Technik ein sehr talentierter Innenverteidiger ist.

Rochat 5/ Übernahm die Rolle des Chefs für den kranken von Bergen und erledigte dies meist souverän.

Benito 4.5/ Ist sowohl als Innen- wie auch als Aussenverteidiger eine grosse Verstärkung. Bleibt zu hoffen, dass er einmal verletzungsfrei durch eine Saison kommt.

Mbabu 5/ Wie immer einer der auffälligsten YB-Akteure. Verkündete seinen Verbleib gleich selber. Ob leihweise oder fix: Wir freuen uns!

Zakaria 4.5/ Gute Partie des Jungspundes, allerdings mit einigen Ballverlusten. Müsste punkto Abschluss nun etwas zulegen und wird dies wohl eher in Gladbach als in Bern versuchen. Merci Denis!

Aebischer 4.5/ Sehr zweikampfstark und passsicher, auch wenn ihm nicht alles gelingen wollte. Ist aber auf gutem Weg, sich in der kommenden Saison um einen Stammplatz zu bewerben.

Lecjaks 4.5/ Fast wie immer: Offensiv sehr wirblig und fleissig, defensiv mit einigen Wacklern.

Ravet 5.5/ Diese Tore werden ihm gut tun, auch wenn es jetzt zuerst in die Pause geht.

Assalé 5/ Ein stark verbesserter Auftritt des Ivorers, der wieder durch gute Aktionen auffiel. Zudem pünktlich zu seinem fixen YB-Vertrag mit seinem ersten Assist.

Frey 4/ Hat in dieser Saison in einigen Punkten Fortschritte gemacht und ist eigentlich ein besserer Spieler als vor einem Jahr. Jedoch fehlt ihm vor dem Tor im Moment fast alles. Hoffen wir, dass sich der berühmte Knoten in der neuen Spielzeit löst.

Gerndt/Seferi/Joss keine Note/

Vorschau BSC YB – FC Lausanne-Sport

2. Juni 2017 um 15:05 von Jänu in der Kategorie YB

Kehrunsaus! Zum letzten Mal bitten die Berner Young Boys im Wankdorf zum Tanz. Partner heute ist Lausanne, das sich vor allem dank einem fulminanten ersten Saisonviertel den Klassenerhalt vorzeitig gesichert hat. Ins Stadion geht wohl heute kaum einer wegen der Affiche. Viel mehr gilt es unseren gelb-schwarzen Helden für die vielen gelungenen Auftritte in dieser Spielzeit zu danken. Trotz Wirren im Verein, einem übermächtigen Basel, Lospech in der Europa League und dem ständigen Titelgelaber im Umfeld hat sich die Mannschaft in dieser Saison weiter festigen können. Auch die individuellen Fähigkeiten wurden gefördert und es ist daher kein Zufall, stehen einige Berner vor dem Absprung in die grösseren Ligen dieser Welt. Tiefschläge gab es, unbestritten, doch heute soll der Tag sein, an welchem wir diese begraben und definitiv hinter uns lassen. Denn nach den letzten 90 Minuten Fussball werden die Uhren wieder auf 0 gestellt. Bald ist es wieder Zeit für Gerüchte, Transfers, Wasserstandsmeldungen, Testspiele und Blumentopfsiege. Und wie jedes Jahr wird diese gewisse Prise Euphorie und Zuversicht in allen von uns mitschwingen. Diese Prise, die das alljährliche Kribbeln auslöst, wenn’s wieder losgeht und YBs nächster heisser Tanz ansteht.

Yvon Mvogo werden wir heute zum vorerst letzten Mal im Wankdorf sehen. Ich gebe zu, ich war einer seiner Kritiker, als er Wölfli ablöste. Aber meine Güte hat mich der Junge eines Besseren belehrt. Mit Fug und Recht konnten wir bisher behaupten, dass wir den besten Torwart der Liga zwischen den Pfosten hatten, einer der nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein Vorbild ist, wie er beispielsweise bei jedem Abklatschen mit den kleinen Kindern nach Spielschluss beweist. Merci Yvon für deine Paraden, deine Big Saves und deine offene und positive Art! Mittlerweile weiss ich, du hast alles, um ein ganz grosser zu werden. Tu es!

Ob noch andere Spieler gehen werden, wissen wir bis dato nicht. Der Transfer von Fassnacht (Salut Chrigu, übrigens!) deutet allerdings darauf hin, dass einer der offensiven Akteure YB verlassen wird. Gerndt, Sulejmani oder Ravet stehen wohl bei einigen Vereinen auf dem Zettel. Und natürlich hat auch ein Zakaria grosses Potenzial, um es im Ausland zu schaffen. Auch bei ihm heisst es aber vorerst noch abwarten und Tee trinken.

Ach ja, die 90 Minuten Fussball stehen heute auch noch an. YB wird seinen Fans noch mal Freude machen und 3:0 gewinnen (2x Frey, Mvogo) und Torschütze Mvogo in der 88. Minute unter tosendem Applaus auswechseln.