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Vorschau FC Sion – BSC YB

24. September 2017 um 09:40 von Jänu in der Kategorie YB

Die heutige Vorschau ist nur unter gütiger Mithilfe von Questra entstanden, der damit seine ersten Schritte in unserem Blog wagt. :-) Herzlichen Dank dafür!

Auswärtsspiele im Tourbillon sind nie einfach, sorgen aber meistens für gute Unterhaltung. Einerseits ist da die Sittener Mannschaft. Schon fast traditionell mit guten Einzelspielern bestückt, gelingt es ihr aber selten, als Team aufzutreten, was zur Folge hat, dass sich der Gegner nie sicher sein kann, welchen FC Sion er denn nun gerade vor sich hat. So können im Rhonetal Galaauftritten problemlos totale Arbeitsverweigerungen folgen, was zum wallisische Auf-und-Ab führt, das sich der Schweizer Fussballfan vom FC Sion seit langem gewöhnt ist. Andereseits ist die Atmosphäre im Tourbillon immer speziell. Das Stadion gilt in der Super League als letztes reines Fussballstadion der alten Generation und versprüht so einen Charme, den nicht nur Fussballromantiker zu schätzen wissen.

Sportlich läuft es beim FC Sion noch nicht wie gewünscht: drei Siege in acht Spielen stehen drei Niederlagen gegenüber; trotz starken Stürmern, erst acht erzielte Tore; dazu ein negatives Torverhältnis; eine bittere Niederlage in der Qualifikation zur Europa League und ein blamables Ausscheiden im Cup gegen Lausanne-Ouchy. Weiter an der Macht steht ein Präsident, der am Mittwoch ein weiteres Stück Schweizer «Fussballgeschichte» mitschrieb, das allerdings hier gar nicht erst weiter kommentiert werden soll. Anders das Sportliche. Der allmächtige Zampano liess nämlich im Sommer keinen Stein auf dem anderen. Er bastelte nach der erstmaligen Cupfinal-Niederlage an seiner Mannschaft rum und zeigte dabei wieder einmal eindrücklich, dass seine Talente nicht im Mannschaftsbau liegen. Dass ausserdem eine solche Veränderung nicht von heute auf morgen Erfolge zeigt, erfährt der FC Sion derzeit, denn die Mannschaft hat sich bisher nicht zu einer Einheit entwickelt. Die individuelle Klasse jedoch ist nach wie vor vorhanden und die Berner müssen alles daransetzen, dass die Sion Spieler diese nicht entfalten können. Dazu braucht es in erster Linie eine Mannschaft, welche den Kopf zu 100% im Hier-und-Jetzt hat und mit der richtigen Einstellung den Platz betritt. Dafür zuständig ist vor allem der sportliche Staff und in dieser Hinsicht sind die Berner momentan Ligaspitze. Hütter, Peintinger, Gämperle, Spycher… alle ziehen am gleichen Strick und machen einen famosen Job. Die neue Geduld, die das Wankdorf umgibt, ist förmlich spürbar. Passend schrieb der BSCYB nach den drei Punkten gegen Luzern unter der Woche auf seiner Homepage: „Mit Geduld zum Heimsieg“. Und diese Geduld wird auch im morgigen Auswärtsspiel gegen Sion gefragt sein. Es gilt auch während Walliser Druckphasen die Ordnung nicht zu verlieren und geduldig den Matchplan zu verfolgen. Die eigenen Chancen werden nämlich kommen, auch wenn der Zugriff aufs Spiel nicht immer gegeben sein sollte. Doch diese Chancen kommen nicht durch abwarten, die Mannschaft wird sie sich über 90 Minuten hart erarbeiten müssen.

Die Ausgangslage für das sonntägliche Spiel ist für uns klar: hier YB, der Tabellenführer, der trotz der Sperre des bisher überragenden Sanogos als Favorit antritt. Da Sion, das nach seinem Gesicht sucht. Und über allem schwebt das Damokles-Schwert Constantin, welches am Donnerstag sieben Punkte aus den Spielen gegen Lugano, YB und Lausanne als Ziel bekannt gab, drei davon wurden im Tessin bereits geholt. Es ist anzunehmen, dass bei Nichterreichen der Vorgabe des Schwertes Opfer Tramezzani heisst. Nicht, dass wir dem Italiener das schnelle Ende bei Sion wünschen, aber nach der Niederlage gegen die Berner wird er als Hauptschuldiger angeklagt werden. Bei der Verhandlung werden die Staatsanwälte Fassnacht, Assalé und Ngamaleu glasklare Beweise vorlegen. Richter Totomat wird Henker Constantin nach der 1:3 Niederlage zum Handeln zwingen. HOPP YB!

BSC Young Boys – FC Luzern 4:1

21. September 2017 um 10:56 von Marco in der Kategorie YB

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Als am Ende auch noch Ngamaleu zum 4:1 traf, herrschte im Wankdorf schon fast ein bisschen Euphorie. Die letzten Minuten gegen den FC Luzern waren ein Schaulaufen und die Resultate aus den anderen Stadien, die über den Totomat flimmerten, waren das Sahnehäubchen eines gelungenen Abends.

Dabei musste sich YB lange gedulden, bis das Spiel in die erfreulichen Bahnen gelenkt wurde. Die Young Boys starteten zwar druckvoll in die Partie und hielten sich vornehmlich in der Hälfte der Luzerner auf, der Torerfolg blieb ihnen allerdings verwehrt. Viel Ballbesitz und gewonnene Zweikämpfe machten deutlich, dass die Gelbschwarzen mit der richtigen Einstellung in den Match gekommen waren. Die wenigen Angriffsversuche des FCL vereitelte die YB-Defensive problemlos. Wenn es aus dem Spiel heraus nicht gelingt, bietet sich ein Standard an. Der engagierte Sulejmani brachte den Corner präzise vors Tor, nach einem Abpraller stand Asselé richtig und brachte YB in Führung.

Alles im Griff, hätte man meinen können. Doch ganz so leicht wollte sich Luzern nicht geschlagen geben. Nur drei Minuten nach der Führung landete ein Freistoss vor David von Ballmoos, der zu zögerlich reagierte und Luzerns Schmid den Ausgleich ermöglichte. Der junge Goalie machte dabei keine gute Figur, doch schliesslich gehören auch Fehler zur Entwicklung. Das Tor war übrigens einer von nur drei Torschüssen, die Luzern in Halbzeit eins abgegeben hatte. YB liess sich erfreulicherweise vom Ausgleich nicht irritieren und zog sein Spiel gleich wieder auf. Erneut war es ein Standard, der kurz vor dem Pausenpfiff für die Führung sorgte. Sulejmanis Freistoss behändigte zuerst Fassnacht und danach Nsame, der Luzerns Torhüter mit einem gefühlvollen Kopfball überlistete.

Mit der hochverdienten Führung im Rücken kam YB aus der Kabine und war bereit, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Zunächst fiel aber vor allem die Reaktion der Innerschweizer auf. Sie zeigten sich deutlich angriffiger und tauchten mehrmals gefährlich vor von Ballmoos auf. Doch YB nahm das Spiel bald wieder in die Hand und suchte vehement den Entscheidungstreffer. Es war schliesslich Fassnacht, der YB ins Glück schoss. Sein erster Abschluss blockte der Goalie noch, gegen den Nachschuss war er dann aber chancenlos. Die letzten zwölf Minuten gehörten dann dem eingewechselten Ngamaleu und dem Totomat.

Von Ballmoos 4.5 Agierte beim Gegentor unglücklich. Positiv, dass er sich davon nicht aus der Ruhe bringen liess.

Mbabu 5 Offensiv wie gewohnt aktiv und engagiert in den Zweikämpfen. Die defensiven Schwächen fielen dank Luzerns Harmlosigkeit nicht auf.

Nuhu 5.5 Starker Auftritt des frischgebackenen Papas. Hütters Taktik, die Abwehr durch Routine zu festigen, geht auf.

Von Bergen 5.5 Auch der Captain erledigte seinen Job unaufgeregt und souverän.

Lotomba 5 Findet sich auf der linken Seite gut zurecht. Manchmal vergisst man fast, dass er erst 18-jährig ist.

Fassnacht 5.5 Hat grossen Anteil am souveränen Auftritt von YB. Das Nachsetzen beim 3:1 war grosse Klasse.

Sow 4.5 Setzte wenig Akzente, machte aber auch keine gravierenden Fehler.

Sanogo 5 Wie gewohnt stark in den Zweikämpfen und mit Initiative nach vorne.

Sulejmani 5 Vor allem in der ersten Halbzeit sehr aktiv und mit tollen Standards.

Assalé 5 Erfreulich, dass sein Engagement auch mit Toren belohnt wird.

Nsame 5 Trifft zuverlässig. In der aktuellen Form muss man sich über die Torproduktion keine Sorgen machen.

Schick 4.5 Ersetzte in der YB-Viertelstunde Sulejmani und fiel nicht auf.

Ngamaleu 5 Mausert sich zum wertvollen Joker und krönte seinen Kurz-Einsatz mit einem Tor.

Aebischer Keine Note

Vorschau: BSC Young Boys – FC Luzern

20. September 2017 um 16:28 von Cabrón in der Kategorie YB
Kevin Mbabu im Spiel gegen den FC Luzern vom 14. Mai 2017 (Bild: Thomas Hodel von ybforever.ch)

Kevin Mbabu im Spiel gegen den FC Luzern vom 14. Mai 2017 (Bild: Thomas Hodel von ybforever.ch)

Europapokal Gruppenphase, Einzug in die Achtelfinals des Schweizer Cups und Leader in der Super League. Alles läuft nach Plan und doch ist die anfängliche Euphorie nach dem furiosen Start in die Saison 2017/18 einer vorsichtigen Zuversicht gewichen. Klar, im Cup hatte man mit den zwei Promotion League Mannschaften FC Breitenrain und BSC Old Boys nicht viel mehr als gute Sparringpartner, doch waren es in der Vergangenheit auch immer genau solche Gegner, die uns mit beängstigender Regelmässigkeit K.O. schlugen. Noch nie gelang es den Bernern in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen und doch machte sich nach dem Ausscheiden gegen ZSKA Moskau Enttäuschung breit. Erstmals unter Adi Hütter stehen die Berner Young Boys nach 7 Spielen vor dem Serienmeister aus Basel und doch trauert der Eine oder Andere den verlorenen Punkten gegen Zürich oder St. Gallen nach – ganz zu schweigen von der Heimniederlage gegen den FC Thun. Man ist vorsichtig geworden und doch erwartet jeder heute Abend 3 Punkte gegen den FC Luzern.

Adi Hütter weiss, dass seine Mannschaft nun gejagt wird und sie Platz 1 Woche für Woche bestätigen muss. Diese Woche kommt der Jäger aus Luzern, der von Tabellenplatz 4 grüsst. Dies obwohl der FC mit nur 2 Siegen, 4 Unentschieden und 3 Niederlagen in die Saison gestartet ist. Sicherlich weil die Liga in diesem Jahr einiges ausgeglichener erscheint als in den letzten Jahren aber doch auch weil das Team von Markus Babbel auf Kontinuität und vermehrt auf junge aufstrebende Talente setzt. Es sind dies in erster Linie die Innenverteidiger Knezevic (20) und Schulz (22) und die stürmischen, jungen, wilden Follonier (23), Ugrinic (18) und Rodriguez (22) welche mit Routiniers wie Lustenberger, Schneuwly, Schwegler und Schürpf regelmässig Auflaufen. Mutig aber nicht gefeit vor Rückschlägen. Gut scheint der Australier Juric langsam aber sicher in der Leuchtenstadt angekommen zu sein, ist er doch nach dem Abgang von Marco Schneuwly neu der Topskorer des Teams.

Die letzten 3 Heimspiele gegen die Luzerner gewannen die Gelbschwarzen allesamt. Beim letzten Aufeinandertreffen im Wankdorf siegte man gar spektakulär mit 4:1. Neben Doppeltorschütze Sulejmani konnten sich damals auch Assalé und Michi Frey in die Torschützenliste eintragen lassen. Michi ist unterdessen nicht mehr bei YB. Genau so wenig wie Gerndt, Ravet, Zakaria, Rochat oder Mvogo. Dazu die verletzt fehlenden Spieler Benito, Bertone und Hoarau ergibt eine völlig neue Kampfmannschaft im Vergleich zum letzten Kräftevergleich. Nichtsdestotrotz sind die Berner auch dieses Mal klarer Favorit. Nach der Rotation im Cup dürften Kevin Mbabu, auf Kosten von Sven Joss, und Neo-Vater Kasim Adams Nuhu, für Gregory Wüthrich, in die Verteidigung zurückkehren. Im Mittelfeld erwarten wir neben Krieger Sékou Sanogo am ehesten Djibril Sow, der die Nase ganz leicht vor Michel Aebischer zu haben scheint, und die Flügelzange Miralem Sulejmani und Christian Fassnacht. Roger Assalé und Jean-Pierre (no accent aigu) Nsame werden dafür besorgt sein, die Luzerner «Baby-Verteidigung» zu wickeln und zu pudern, so dass am Ende erneut ein klarer YB-Sieg verbucht werden kann. Auch wenn unser Teamchef Adi Hütter warnt: «Luzern hat wenige Tore erhalten. Es wird schwer, sie zu schlagen» und weiter, «wir brauchen ein sehr gutes Spiel.»

Na dann: Hopp YB!

Old Boys Basel – Young Boys Bern 0:4

19. September 2017 um 12:30 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Bislang scheint Adi Hütter die richtigen Worte zu finden. YB agierte, wie bereits gegen Breitenrain, engagiert und konzentriert und liess OB kaum Luft zum Atmen.

Die logische Folge war eine 2:0-Führung nach einer guten halben Stunde, Nsame und Fassnacht hatten getroffen. Ersterer musste sich allerdings wegen eines Brummschädels auswechseln lassen – bleibt zu hoffen, dass er sich nicht als nächster Spielers ins leider wieder grosse YB-Lazarett einreihen muss.

Nach der Pause entschied der eingewechselte Assalé das Spiel mit einem Doppelschlag vorzeitig. YB hätte durchaus höher gewinnen können, doch sowohl Fassnacht als auch der erstmals eingesetzte Teixeira trafen nur die Torumrandung.

Die Losfee bescherte YB anschliessend mit dem FC Münsingen das zweite Cup-Derby der Saison. Die Partie wird am 25. oder 26. Oktober stattfinden.

Noten:

von Ballmoos 4.5/ Eigentlich kaum geprüft, daher die Standard-Note für Goalies.

Joss 5/ Gefälliger Auftritt des Konolfingers, der erstmals in dieser Saison von Beginn weg eingesetzt wurde.

Wüthrich 5/ Sein zweiter Einsatz, beide Male im Cup. Agierte umsichtig und versuchte das Spiel von hinten aufzubauen, schlug aber in der zweiten Halbzeit einige ungenaue Bälle.

von Bergen 5/ Keine Probleme für den Captain.

Lotomba 5/ Fleissiger Auftritt, gegen hinten fehlerlos. Offensiv mit guten Vorstössen.

Sow 4.5/ Agierte als einziger Sechser und begann gut. In der ersten Halbzeit mit schönen Pässen in die Tiefe, im zweiten Umgang unauffällig.

Ngamaleu 4.5/ Wurde nominell als «10ner» aufgestellt und war überall anzutreffen. Allerdings noch nicht so zwingend, wie er es in den vorherigen Partien andeutete.

Fassnacht 5.5/ Der beste YBler auf dem Feld. Omnipräsent auf dem Spielfeld und mit einem schönen Treffer zum 2:0.

Schick 4.5/ Nicht so auffällig wie seine Kollegen, aber dennoch ein fleissiger Auftritt.

Teixeira 4.5/ Sein erstes Spiel im YB-Dress. War viel unterwegs und hatte mehrmals Pech im Abschluss. In den 1:1-Aktionen oftmals mit den falschen Entscheidungen.

Nsame 5/ Hätte über 90 Minuten wohl mindestens noch ein zweites und drittes Tor erzielt. Bis zu seiner Auswechslung zusammen mit Fassnacht der auffälligste Spieler.

Assalé 5/ Doppelschlag und dennoch «nur» eine 5? Er hatte wiederum einige Aktionen, in denen er die komplett falschen Entscheidungen traf. Zudem nach wie vor zu grosse Fallsucht.

Aebischer/Bürki keine Note/

Vorschau: Old Boys – Young Boys

17. September 2017 um 14:45 von Pele in der Kategorie Matchvorschau

Nach Europapokal gegen Partizan Belgrad folgt am Sonntag das Cupspiel gegen die Old Boys aus Basel. Ein Spiel, welches vor allem geschichtlich eine kleine Prise Brisanz mit sich bringt. Schliesslich sind die Old Boys aus Basel bekanntlich der Grund dafür, dass man heute von den berühmten Berner Young Boys spricht. Es waren die Brüder Max und Oskar Schwab, welche zusammen mit Hermann Bauer und Franz Kehrli am 14. März 1898 einen Fussballclub gründeten und diesem den Namen FC Young Boys gaben. Grund dafür war, dass den vieren ein Auftritt der Basler Old Boys beim FC Bern grossen Eindruck gemacht hatte. So liessen sie sich nicht nur bei der Namensgebung ihres neu gegründeten Vereins inspirieren, sondern übernahmen auch die schönsten Vereinsfarben der Welt.
Old Boys gegen Young Boys also. Die Hoffnungen der Basler dürften vor allem im Ruf der Berner gründen, etwa einmal im Cup gegen einen Kleinen zu patzen und sich so zum Gespött der Fussballnation zu machen. Das Team von Aziz Sayilir ist doch eher mässig in die Saison gestartet und kommt in der Promotion League nach sieben Spielen gerade einmal auf einen Sieg.

So dürfte tatsächlich vor allem die Entscheidung der Gelbschwarzen aus der Hauptstadt darüber entscheiden, ob es eine knappe Angelegenheit gibt oder nicht. Hier vertrauen wir auf Adi Hütter und dass es ihm gelingt, das Team auch nach einem europäischen Auftritt und vor dem Ligaspiel gegen Luzern am kommenden Mittwoch, optimal auf die Aufgabe im Sportstadion Schützenmatte einzustellen.

Dabei dürfte er die Gelegenheit nutzen, dem einen oder anderen eine Pause, respektive etwas Auslauf zu gönnen. Explizit rechnen wir mit einer Nomination für Sven Joss und hoffen darauf, dass Michel Aebischer genügend fit ist, um wieder einmal etwas Spielpraxis mit der ersten Mannschaft zu erhalten. Ihn würden wir anstelle von Sekou Sanogo aufstellen, um diesen für einmal etwas zu schonen. Auch dürfte Marco Bürki die Gelegenheit erhalten, sich neben Kasim Adams Nuhu in der Innenverteidigung zu zeigen.

Die Captainbinde wird anstelle von Steve von Bergen Goalie Marco Wölfli tragen. Weiter dürfte Moumi Ngamaleu zu seinem ersten Spiel von Beginn weg kommen. Das reicht dann aus unserer Sicht auch
schon was die Rotationen anbelangt. Wir sind da aber natürlich auch deutlich gebrannter als das Trainergespann, welches aber bekanntlich nichts von den alten «Typisch YB»-Zöpfen hält.
Wie die Trainer sind auch wir positiv und rechnen mit einer klaren Angelegenheit. YB wird mit einem deutlichen 3:0 in die nächste Runde einziehen, die Tore zum Sieg erzielen Nuhu per Weitschuss, Assalé per Kopf und Ngamaleu.

Aufstellung
Wölfli
Joss – Nuhu – Bürki – Lotomba
Ngamaleu – Aebischer – Sow – Sulejmani
Fassnacht – Assalé

BSC YB – Partizan Belgrad 1:1

15. September 2017 um 12:19 von Jänu in der Kategorie YB

YB startete mit einem Punkt gegen Partizan Belgrad in die europäische Gruppenphase. Was dieser Punkt am Ende Wert sein wird, kann noch niemand erahnen. Dass man sich allerdings bei den Bernern drei Punkte erhoffte, war nach dem Schlusspfiff den Spielern, dem Staff sowie auch den Fans anzusehen. Nur ein Punkt war sicherlich nicht budgetiert.

Die Mission Überwintern wird mit diesem Unentschieden nicht einfacher. Objektiv betrachtet ist die Punkteteilung aber eine gerechte Sache. Im ersten Umgang war es zwar YB, das mehr vom Spiel hatte und auch auf den frühen Rückstand schnell reagieren konnte. Nach einem Angriff über Sow, Sulejmani und Assalé war es Fassnacht, der das Leder zum 1:1 in die Maschen haute. Jedoch konnten die Berner den Schwung nicht in die zweite Halbzeit mitnehmen. Partizan hatte nun mehrheitlich den Ball und YB lief diesem nach. Es gelang dem Hütter Team nie mehr, den Zugriff und somit die Kontrolle aufs Spiel zurückzugewinnen. Das in solchen Momenten enorm wichtige Umschalten von Defensive auf Offensive nach Ballgewinnen funktionierte leider ebenfalls nicht wie gewünscht. Oft wurde der Ball zu überhastet nach vorne gespielt, so dass der Gegner gleich wieder in dessen Besitz kam. Und wenn der Platz für den schnellen Gegenstoss mal da gewesen wäre, machten Ungenauigkeiten die Aktion zunichte. Zwei Mal war YB trotzdem genau genug, um in sehr aussichtsreicher Position abzuschliessen. Doch leider sündigten Fassnacht wie wenig später auch Sow im Abschluss, so dass den Bernern der zweite Treffer nicht vergönnt war. Glücklicherweise galt dies auch für die Serben, denen auch dank von Ballmoos ein weiterer Treffer verwehrt blieb.

Unterm Strich bleibt der eine Punkt für YB. Nun muss sicherlich auch auswärts, wohl besonders in Belgrad, gepunktet werden, damit wir im Frühjahr 18 noch im Wettbewerb dabei sind. Dafür muss bei den Bernern aber weiter an der Genauigkeit – besonders im Umschaltspiel – gearbeitet werden. Diese war gestern zum wiederholten Male in dieser Spielzeit alles andere als optimal. Dazu gehört, dass auch in hektischen Situationen die Übersicht gewahrt werden kann und so die richtige Entscheidung getroffen werden kann. Für unsere junge und wenig routinierte Mannschaft ist dies sicherlich eine grosse Herausforderung und die alten Hasen stehen hier besonders in der Pflicht. Wenn dann noch eine Prise Effizienz dazukommt, steht erfolgreicheren Auftritten nichts im Weg.

Die Noten:

von Ballmoos: 5. Rettet am Schluss den Punkt. Verzögerte teilweise einen schnellen Gegenstoss und war auch bei manchen Zuspielen etwas ungenau.

Mbabu: 4. Copy&Paste. Ein Auftritt wie der andere. Gute Vorstösse, schlechte Zuspiele. Liess sich beim Gegentor etwas gar leicht umkurven.

Von Bergen: 4. Defensiv solide. Seine Zuspiele und Spieleröffnung waren aber gestern Abend so schlecht wie wohl noch nie zuvor.

Nuhu: 5. Einer der besten auf dem Platz. Defensiv wie sein Kapitän souverän, gegen vorne mit starke langen Bällen.

Lotomba: 4.5. Zeigte sich immer wieder auf dem Flügel und war gewillt, etwas gegen vorne zu machen, gelingen wollte dies nicht immer. Schöne Ballrückeroberung nach einem Ballverlust in der zweiten Halbzeit, das ist vorbildlicher Kampfgeist, der mit einem halben Notenpunkt belohnt wird.

Sulejmani: 4. Blieb bis auf die Ausgleichsaktion gegen seine Landsleute blass. Viele seiner Eckbälle geraten zu kurz.

Sow: 4. Machte in der ersten Halbzeit Hoffnung, baute aber sehr stark ab in Halbzeit zwei und vertändelte zu viele Bälle. Zudem vermisst man bei ihm noch die im Zentrum nötige körperliche Präsenz.

Sanogo: 4.5. Hielt immerhin körperlich dagegen, ansonsten war es auch von Sekou eine eher durchzogene Leistung und er trägt auch Mitschuld am Nicht-Zugriff in Halbzeit zwei.

Fassnacht: 4.5. Trifft schon wieder europäisch, sollte aber noch mehr treffen und uns den Dreier holen, schade.

Nsame: 5. Hatte ebenfalls gute Torchancen, besonders der Abschluss kurz nach dem 1:1. Ansonsten sehr präsent, erkämpft sich mit seiner Grösse und seinem Kampfgewicht viele Bälle.

Assalé: 4.5. Wie immer mit viel Drive und Schwung. Wie immer zu eigensinnig.

Ngamaleu/Schick: keine Note: Ersterer wie schon bei seinem ersten gelbschwarzen Auftritt mit guter Ballsicherheit und Übersicht, wir freuen uns, mehr von ihm zu sehen.

Vorschau BSC Young Boys – Partizan Belgrad

14. September 2017 um 07:47 von Marco in der Kategorie YB

Es ist eine erfreuliche Routine. Zum fünften Mal nimmt YB an der Gruppenphase der Europa League teil. Insbesondere die Heimspiele brachten oft Spektakel, viele Siege und zahlreiche denkwürdige Momente. Was wir auch gelernt haben: Die Heimspiele entscheiden über eine mögliche Fortsetzung der europäischen Kampagne. Ohne die maximale Punkteausbeute im Wankdorf wird es schwierig. Ein Sieg gegen Partizan Belgrad wäre also der optimale Start in den europäischen Herbst.

Der serbische Rekordmeister ist zwar derzeit in der Liga nur Sechster, allerdings holte Partizan Belgrad in sieben Spielen bereits 16 Punkte und damit zwei mehr als YB und hat zwei Spiele weniger als manche Konkurrenten. Der heutige Gegner ist also gut in Form und spielt ebenfalls zum fünften Mal in der EL-Gruppenphase. Nichtsdestotrotz ist YB wahrscheinlich leicht zu favorisieren und ein Sieg liegt sicher in Reichweite. Schmerzhaft ist natürlich die Verletztenliste, die am Sonntag stark angewachsen ist. Drei Stammspieler, die in einem einzigen Spiel ausfallen: Die Verletzungshexe feierte ein fulminantes Comeback.

Hinten links dürfte Lotomba Benito ersetzen. Der junge Romand hat sein Potential bereits angedeutet und kann diese Aufgabe sicher lösen. Ärgerlicher ist der Ausfall von Bertone. Er befand sich in einer guten Form und ein gleichwertiger Ersatz ist nicht in Sicht. Sofern Aebischer gesund ist, hätte er sicher wieder einmal eine Chance verdient. Ansonsten nimmt wohl Sow den Platz neben Sanogo ein. Der Neuzugang aus Gladbach hat bei seinen bisherigen Auftritten allerdings noch wenig Spuren hinterlassen. Auch wenn Hoarau zuletzt nicht in Form war, schmerzt sein Ausfall natürlich, da die Alternativen im Sturm begrenzt sind.

Wenn die beiden Tore gegen Lugano Nsames Knopf aber tatsächlich gelöst haben, darf man dennoch zuversichtlich sein. Einfach wird es sicher nicht, aber die zwei späten Tore von Nsame und Fassnacht sorgen für den erfreulichen 2:0-Sieg.

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BSC YB – FC Lugano 3:0

11. September 2017 um 21:15 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Wer kurz vor oder nach der Pause seinen Platz verliess, hat am Sonntag mindestens eine von zwei entscheidenden Szenen verpasst. Nach 42 Minuten waren es die Gelbschwarzen, die eher überraschend zu einer Pausenführung kamen. Nsame reagierte nach einem Sulejmani-Corner am schnellsten und netzte aus kurzer Distanz ein.

Zuvor hatten die offiziell gemeldeten 20’000 Zuschauer ein Spiel gesehen, in dem sich die formstarken Tessiner mutig wehrten und nach Ballgewinnen blitzschnell umschalten konnten. YB hatte zwar mehr vom Spiel, konnte allerdings nur wenig zwingende Szenen kreieren. Das Pressing, das in St. Gallen zu Beginn hervorragend funktionierte, wurde nicht konsequent genug umgesetzt. Erschwerend kam hinzu, dass Guillaume Hoarau zwar wieder auflief, sein Formtief aber zu keiner Zeit kaschieren konnte.

Quasi als „Arbeitserleichterung“ durfte sich Adi Hütter an diesem Tag auf die Verletzungshexe verlassen: Keinen einzigen Wechsel konnte er aus freien Stücken tätigen, sondern musste stets auf Verletzungen reagieren. Bereits nach einer knappen halben Stunde musste Benito wegen Oberschenkelbeschwerden das Feld räumen und Lotomba Platz machen. Vorneweg: Der junge Schweiz-Kongolese konnte mit einer starken Leistung Pluspunkte sammeln.

In der Pause blieb Hoarau dann in der Kabine. Offenbar ist die Verletzung noch nicht optimal verheilt, was wie bereits erwähnt, deutlich zu Tage kam.

Zurück zu den entscheidenden Szenen. 46 Sekunden nach Wiederanpfiff ging Carlinhos mit offener Sohle in einen Zweikampf gegen Nuhu und wurde folgerichtig mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Damit nahm das Spiel eine vorentscheidende Wendung. Lugano kam kaum mehr ins Spiel und YB nahm Schwung auf. Als sich Bertone nach einer Stunde bei einem Foul selber verletzte (und dafür Gelb sah), hatte der Trainer zwei Möglichkeiten: Ein 1:1-Wechsel Aebischer für Bertone oder aber ein Debut für den Neuzugang Moumi Ngamaleu. Er entschied sich für Letzteres und stellte YB damit sehr offensiv auf. Dieser Mut wurde belohnt, Ngamaleu passte auf Assalé und der traf endlich ins Tor. Der erste Saisontreffer des Ivorers wird dessen Knopf hoffentlich lösen. Definitiv gelöst ist indes der Knopf von Nsame, der einen herrlichen Angriff mit seinem zweiten Treffer des Spiels abschloss. YB hatte nun alles im Griff und hätte das Spiel auch noch höher gewinnen können. 

Weiter geht es für den neuen Tabellenführer (!) am Donnerstag mit dem Europa League-Auftakt gegen Partizan, bevor am Samstag das zweite Cupspiel wartet (Auswärts bei Old Boys Basel).

Noten:

von Ballmoos 4,5/ In der ersten Halbzeit auf dem Posten, nach dem Seitenwechsel nahezu beschäftigungslos.

Mbabu 4,5/ Machte enorm viel Dampf und profitiert in beide Richtungen von seiner Schnelligkeit. Nachwievor ein Thema: Seine Flanken.

Nuhu 5/ Bärenstarke Form.

von Bergen 4,5/ Für einmal wenig gefordert, hatte den Laden aber im Griff.

Benito 4/ Bis zu seiner Verletzung mit einer durchzogenen Leistung.

Sulejmani 4,5/ Aktiver Auftritt des Serben, allerdings verzögerte er das Offensivspiel einige Male unnötig.

Sanogo 4.5/ Zweikampfstark wie gewohnt, musste das Zentrum in der letzten halben Stunde beinahe alleine bespielen. In der ersten Halbzeit mit einem gefährlichen Abschluss.

Bertone 4/ Engagierter aber etwas unpräziser Auftritt bis zu seiner Verletzung. Hoffentlich ist er nicht allzu schlimm verletzt.

Fassnacht 4,5/ Der polyvalente Spieler rückte nach 60 Minuten ins offensive Mittelfeldzentrum und fand dort gleich ins Spiel. Auf dem Flügel vor allem beim Ballgewinn vor dem 1:0 auffällig.

Hoarau 3/ Kaum ein Ballkontakt, kleiner Bewegungsradius. Braucht offenbar noch etwas Zeit und darf diese auch erhalten da…

Nsame 5.5/… sein Nebenmann im gestrigen Spiel der beste YBler war. Fleissig, clever und abgebrüht. Hat seine Rolle langsam gefunden.

Lotomba 5/ Starker Auftritt von Lotomba. War sofort im Spiel und blieb quasi fehlerlos. Erzielte in der Schlussphase nach feiner Einzelleistung beinahe das 4:0.

Assalé 5/ ENDLICH! Hat sich diesen Treffer verdient und brachte frischen Schwung in die Angriffsbemühungen der Gelbschwarzen.

Ngamaleu 5/ Mit knapp 30 Minuten gerade noch im Beurteilungsfenster. Tolles Debut, lässt auf mehr hoffen.

Vorschau: BSC YB – FC Lugano

9. September 2017 um 09:17 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Selten kam eine Länderspielpause passender, als die in den letzten beiden Wochen. YB absolvierte seit Ende Juli ein happiges Programm mit Reisen nach Kiew und Moskau, dazwischen konnte man sowohl jubeln (Kiew-Spiel im Wankdorf) als auch verständnislos den Kopf schütteln (Thun-Spiel, ebenfalls im Wankdorf). Ab und zu überraschte YB (GC-Spiel, auswärts), manchmal wurden uns aber auch die Grenzen aufgezeigt (ZSKA-Spiel, auswärts).
Nach einem tollen Start liess YB gegen Ende August nach und verspielte eine noch bessere Ausgangslage. Besonders die Offensive kam längere Zeit nicht mehr in Fahrt, erst in St. Gallen fanden die Gelbschwarzen durch Treffer von Nsame und Nuhu zum Scoren zurück.
Nun steht das Spiel gegen die formstarken Luganesi auf dem Programm. Die Tessiner haben die Abgänge von Alioski und Sadiku besser verkraftet als gemeinhin erwartet wurde, und stehen in der Tabelle auf Rang 5. Zuletzt liess das Team von Trainer Tami mit einem 4:1-Sieg gegen Thun, sowie einem respektablen 1:1 in Basel aufhorchen. Alex Gerndt durfte sich gegen die Thuner als Doppeltorschütze feiern lassen und wird am kommenden Sonntag zum ersten Mal als YB-Gegner auflaufen. Ein herber Schlag für die gs-be-Redaktion, war Alex Gerndt doch mehrere Jahre einer unserer (wenn nicht sogar DER) Lieblingsspieler.

Auch Yoric Ravet wird nicht mehr für YB auflaufen. Der Franzose dürfte dieses Wochenende sein Debut beim SC Freiburg geben. Als Ersatz für die Aussenbahn wurde Nicolas Moumi Ngamaleu von Altach verpflichtet. Der Kamerunische Nationalspieler lies in den letzten Monaten bei unserem östlichen Nachbarn aufhorchen und gilt als schneller und trickreicher Offensivspieler.
Aus der Abteilung «Perspektivspieler mit Potential» wurde mit Pedro Teixeira ein weiterer Flügelspieler geholt. Der Schweizer U-Natispieler kommt von Xamax zu YB.
Bei den Gelbschwarzen dürfte David von Ballmoos ins Tor zurückkehren. In der Viererkette erwarten wir keine Änderungen, zumal sich speziell die Innenverteidigung mittlerweile gefunden hat und abgeklärt agiert.
Im Zentrum ist Sanogo gesetzt, daneben erwarten wir zwar Leo Bertone, würden aber gerne wiedermal Michel Aebischer spielen sehen. Der Fribourger war in den letzten Wochen mit der U21-Nati unterwegs und spielte gegen Wales von Beginn weg (0:3). Beim 1:1 in Rumänien kam Aebischer nicht zum Einsatz.
Auf den Aussenbahnen wird Sulejmani gesetzt sein. Sein Pendant dürfte zunächst Thorsten Schick heissen, da Ravet-Nachfolger Ngamaleu zuletzt mit dem Nationalteam unterwegs war und daher noch kaum mit seinem neuen Team trainiert hat. Im Angriff hoffen wir auf einen wiedergenesenen Hoarau, der zusammen mit Assalé die Tormaschinerie in Gang setzen soll.
Trotz der aktuellen Stärke Luganos, rechnen wir mit einem klaren 3:0-Sieg und freuen uns über die Tore von Hoarau (2x) und dem eingewechselten Lotomba.

FCSG – BSC YB 2:2 & kurzes Zwischenfazit

31. August 2017 um 13:08 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Mit dem Spiel in St. Gallen endete eine intensive Phase von 11 Spielen in kurzer Zeit.

Die Geschichte der Partie ist rasch erzählt: YB startete engagiert und zog nach langer Zeit wieder einmal ein rigoroses Pressing auf. Spielerisch wollte nicht alles gelingen, zu ungenau waren die Pässe und die Abschlüsse. Dafür liess die Defensive nichts zu und Wölfli (vierter Einsatz in der Saison, da von Ballmoos eine leichte Verletzung am Knie plagt) blieb beschäftigungslos.

Nach 25. Minuten führte das eingangs erwähnte Pressing zu einem Ballgewinn an der Strafraumgrenze. Fassnacht luchste Taipi den Ball clever ab und Nsame hatte in der Folge keine Mühe, zum 1:0 zu treffen.

Leider weckte dieser Treffer das Heimteam. St. Gallen nahm nun auch am Spiel teil und begann zu kombinieren, jedoch noch ohne YB vor grosse Probleme zu stellen. Doch ein unerwarteter und mutiger Abschluss Aratores führte vor der Pause zum Ausgleich für die Grünweissen.

Dem etwas platt wirkenden YB wurde mit dieser Szene der Stecker gezogen. Nach der Pause spielte fast ausschliesslich das Team von Contini und traf früh zum 2:1. Auch in der Folge waren die Ostschweizer näher am 3:1 als YB am Ausgleich.

Hütter wechselte mit Assalé, Sow und Lotomba neue Kräfte ein, doch keiner dieser Joker brachte den benötigten Schwung. Es wäre eine mühsame Natipause geworden, hätte man gegen St. Gallen verloren. Dieser Meinung war auch Kasim Nuhu, der kurz vor Ablauf der Nachspielzeit einen Eckball mit etwas Hand kontrollierte und wuchtig zum späten Ausgleich verwertete.

Dieser Punkt ist wichtig und es sind offenkundig alle froh, folgen nun ein paar Tage Pause.

Noten

Wölfli 4.5/ Bei beiden Toren machtlos, im Verlauf der zweiten Halbzeit stark gefordert.

Mbabu 4/ Wirkte platt und konnte sich nicht wie gewohnt umsetzen. Dennoch mit guten Aktionen gegen den Ball.

Nuhu 5/ Scheint seine Torblockade langsam überwunden zu haben. Auch defensiv konstant besser geworden.

von Bergen 4.5/ Der Abwehrchef ist in Form, konnte aber die beiden Gegentreffer auch nicht verhindern.

Benito 3.5/ Kein guter Auftritt. Zu viele Fehlpässe und einige schlechte Zweikämpfe.

Schick 3.5/ Wurde kaum gesehen und wirkte brutal langsam.

Bertone 3.5/ Unkonstanter Auftritt Bertones, bei dem sich starke Ballgewinne mit einfachsten Fehlpässen abwechselten.

Sanogo 4/ Auch Sanogo wird die Pause gut tun. Zwar immer noch der Aggressivleader, aber mit weniger „Pfupf“ als auch schon.

Sulejmani 4/ Einer der Aktiveren, gute Szenen in der ersten Halbzeit. Baute aber in der Folge ab.

Nsame 5/ Das Pressing der ersten Halbzeit lag ihm sehr, die Absprache mit Fassnacht funktionierte gut. In der zweiten Halbzeit kamen fast keine Bälle mehr.

Fassnacht 4.5/ Ergänzte sich gut mit Nsame und erzwang das 1:0. Auch sonst fleissig.

Assalé, Sow, Lotomba keine Note/

Nach dem furiosen Start in die Saison 2017/18 wurde die Euphorie in den letzten Wochen ein wenig gedämpft. Das 0:4 in Thun war ein brutales Verdikt, obschon in dieser Partie vor allem die Effizienz entschied. Danach folgten, abgesehen vom Cupspiel gegen Breitsch, vier weitere Spiele ohne Sieg. Diese sind aber unterschiedlich zu betrachten: Das 0:1 gegen ZSKA war unglücklichstmöglich, das torlose Remis in Zürich ging soweit in Ordnung. Beim Rückspiel in Moskau war man nahezu chancenlos und bei der oben beschriebenen Partie gegen St Gallen muss man im Nachhinein froh sein, einen Punkt geholt zu haben.

Das intensive Programm hat durchaus Spuren hintelassen. Adi Hütter rotierte im August durchaus häufig, ohne dass man zuviele Automatismen einbüsste. Erfreulicherweise blieb man bisher von schweren Verletzungen verschont. Sowohl die Blessur von von Ballmoos als auch der Oberschenkel von Hoarau sollte nach der Natipause wieder verheilt sein.

Mit Ngamaleu und Teixeira konnten zwei weitere Talente für den Angriff verpflichtet werden. Zusammen mit Fassnacht und Nsame sollen sie die bestehende Offensive variabler machen. Dies ist auch dringend nötig, denn die beiden Treffer in St. Gallen beendeten eine Serie von vier Spielen ohne eigenen Treffer. Dies ist insofern bedenklich, als dass man zu Beginn der Saison beinahe aus jeder Lage Treffer erzielen konnte. Gui Hoarau ist nach wie vor ein wichtiger Faktor in der Offensive – doch er sollte nach der Pause damit beginnen, wieder Tore aus dem Spiel zu machen.

Erfreulich sattelfest zeigt sich die YB-Defensive. Der schwache Auftritt in Kiew war eher eine Ausnahme als die Regel. Besonders die IV um Nuhu/von Bergen wirkt stabil und sicher. Aussen wäre die Kombination von Benito und Mbabu wohl der perfekte Aussenverteidiger. So bringen beide ihre Stärken ein, haben aber auch Schwachstellen (Mbabu: taktisch, Stellungsspiel, Flanken; Benito: Geschwindigkeit, Präzision). Beiden sitzt Lotomba im Nacken, der für sein Alter schon sehr weit ist und jederzeit eine der beiden Positionen übernehmen könnte.

Im Zentrum führt kein Weg an Sanogo vorbei. Daneben hat sich Bertone als Partner #1 etabliert, Sow hat seinen Platz noch nicht ganz gefunden und Aebischer seinen für den Moment verloren. Dennoch ist der Dreikampf um die Position neben Sekou noch lange nicht beendet.

Nach der erholsamen Natipause wird YB dreimal Zuhause (Lugano, Partizan, Luzern) sowie einmal auswärts (Old Boys im Cup) antreten. Mit diesen Begegnungen sollte wieder Schwung geholt werden – denn grundsätzlich ist man in allen Wettbewerben absolut dabei. So unattraktiv die EL-Gruppe auch geworden ist, ein Überwintern ist nicht unrealistisch. Im Cup zählt wie immer nur die nächste Runde und in der Meisterschaft ist man bislang bei den Leuten.

Es wird ein spannender und intensiver Herbst – Hopp YB!