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Vorschau BSC YB – FC Lausanne-Sport

22. April 2018 um 09:23 von Jänu in der Kategorie YB

Es sind turbulente Tage bei den Young Boys. Da wäre die englische Woche, die sportliche Strapazen mit sich bringt. Dazu die emotionalen Strapazen, die die Todesnachricht von Andy Rihs mit sich brachte. Ausserdem der Vorverkaufsstart für den Cupfinal und eine aufkommende Meistereuphorie in der ganzen Stadt. Der Club und die Stadt suchen im Stillen nach Plätzen für eine allfällige Meisterfeier. Viel lauter tragen einige Anhänger ihre Überzeugung auf der Zunge und posaunen überall rum, wie dieses Jahr nichts mehr schief gehen kann. Dies geht sogar so weit, dass sich manch einer einen Sieg des FCB wünscht, so dass YB nicht zu früh Meister wird – schliesslich hat man ja ausgerechnet beim Luzern Heimspiel dem Grosstanti eine Frühlingskaffeefahrt ins Emmental versprochen. Absurd! Auch im Blätterwald wird mehr über Meisterfeierlichkeiten als das sportliche Restprogramm geschrieben. Dabei geht manchmal vergessen, dass alles im Sport sehr sehr schnell gehen kann, wenn der Fokus aufs Wesentliche und Zentrale verloren geht. Zumal wir noch sieben starke Mannschaften gegenüber stehen werden, bei denen es ebenfalls um viel geht (Europa, Abstieg). Deshalb nehme ich die paar Franken ins Phrasenschwein gerne in kauf: Alles was zählt ist immer das nächste Spiel und die nächsten möglichen Punkte. Der Rest kommt von alleine und ergibt sich unter dem Strich nur als Folge der einzelnen Spiele.

Dass YB am Sonntag als klarer Favorit ins Spiel geht, steht ausser Frage. Lausanne steckt mitten im Abstiegskampf und die Situation wurde nach der jüngsten Niederlage gegen Luzern noch etwas ernster. Die Verantwortlichen sahen sich daher veranlasst, die Reissleine zu ziehen und den an deren Ende hängenden Fabio Celestini zu entlassen. Celestini brachte einst neuen Schwung nach Lausanne und wurde schnell als Trainer für höhere Aufgaben gehandelt. Nun aber scheint die Vereinsführung nicht mehr an einen Ligaerhalt mit ihm zu glauben. An seiner Stelle wird am Sonntag Ilija Boranovic an der Linie stehen, welcher zuvor die U21 des Team Vaud coachte. Bekannter als der Chefcoach ist der neue Assistent Xavier Margairaz. YB sei also gewarnt, schon öfters kehrten neue Besen (zumindest kurzfristig) besser.

Dies weiss auch Adi Hütter und er wird unsere Elf dementsprechend einstellen. Kein einziger wird dieses Spiel auf die leichte Schulter nehmen oder es auch nur wagen, so etwas wie den Schlendrian bei sich einkehren zu lassen. Die letzten Auftritte der Berner waren nicht mehr so berauschend wie jene im März, aber dies braucht es auch nicht, solange die Spiele gewonnen werden. Gegen Lausanne kann dabei auch Sékou Sanogo wieder mithelfen. Der Ivorer ist ein sehr wichtiges Bauteil im System Hütter, das nebst klugem Pressing auch durch eine harte Gangart geprägt ist. Dafür ist einer wie Sanogo unverzichtbar. Ausserdem wird Hoarau wieder von Beginn weg stürmen dürfen und so auch noch seinen Treffer für diese Woche buchen können. Mit seinem Doppelpack und Fassnachts und Assalés Einerpacks werden die Lausanner mit 4:1 nach Hause geschickt und weitere drei Punkte den Weg aufs YB-Konto finden.

O Captain! My Captain!

19. April 2018 um 17:27 von Cabrón in der Kategorie YB

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(by Walt Whitman)

O Captain! my Captain! our fearful trip is done,

The ship has weather’d every rack, the prize we sought is won,

The port is near, the bells I hear, the people all exulting,

While follow eyes the steady keel, the vessel grim and daring;

But O heart! heart! heart!

O the bleeding drops of red,

Where on the deck my Captain lies,

Fallen cold and dead.

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Aus Frankreich erreicht uns die traurige Nachricht vom Ableben unseres obersten Bosses, Teilhabers, Geldgebers, YB Fan und Ringelsockenträger Andy Rihs. Der hemdsärmelige YB Boss kam als Investor, amtete als Patron und verlässt uns als Meistermacher.

Du bist der Meistermacher – ein Titelgarant! Nicht immer verstanden wir dein Handeln, wir hinterfragten des Öfteren deine Absichten, doch am Ende des Tages waren wir stets froh dich in unseren Reihen zu wissen. Du lebtest ein Leben voller Emotionen, Leidenschaft, Hingabe und grossem Engagement. Ganz Bern ist Dir dankbar für alles was Du mit Deinem Bruder für YB, unsere Farben und die Stadt getan und geleistet hast!

Danke Andy Rihs und Ruhe in Frieden!

 

Hopp YB! Holen wir diesen Pokal und stemmen ihn mit Stolz und Leidenschaft Richtung Himmel!

 

 

"Es gibt nur ein Leben! Das müssen sie leben und zwar voll und kompromisslos!" (Zitat: Andy Rihs)

„Es gibt nur ein Leben! Das müssen sie leben und zwar voll und kompromisslos!“ (Zitat: Andy Rihs)

 

FC Thun – BSC Young Boys 2:2

19. April 2018 um 16:44 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war das erwartet harte Spiel gegen den «Angstgegner» der laufenden Saison. Die Young Boys, im Vergleich zum Spiel gegen Zürich auf drei Positionen verändert, starteten gewohnt dynamisch und mit viel Selbstvertrauen in die Partie. Das Ziel: 3 Punkte und einen weiteren Schritt in Richtung Meisterschaft.

Auch wenn Adi Hütter auf die verletzten Stammspieler Sow und Mbabu, sowie den gesperrten Sanogo verzichten musste, war der Qualitätsunterschied der beiden Teams von Beginn weg augenscheinlich. Sulejmani von links, Fassnacht aus der Drehung nach einem Eckball und Assalé alleine vor Faivre hätten YB bereits in Führung schiessen können, bevor Nsame, der Anstelle von Hoarau in der Startelf stand, zur verdienten Führung traf. Die Thuner blieben mit Ausnahme eines Weitschusses von Spielmann ungefährlich und blass. Es sollte gar bis in die zweite Halbzeit dauern bis Marco Wölfli erstmals einen Thuner Abschlussversuch entschärfen musste.

Auch nach dem Pausentee kannte das Spiel nur eine Richtung doch scheiterte Fassnacht aus aussichtsreicher Position und Sulejmanis scharfe Hereingabe konnte im letzten Moment abgewehrt werden. Die Gelbschwarzen hatten alles im Griff, konnten schalten und walten wie sie wollten. Vielleicht war es genau dieser Umstand welcher der Tabellenführer dazu bewog nicht mehr ganz so sehr zu Wollen und das Selbstvertrauen in Überheblichkeit überschwappte. Die Oberländer nutzten die Einladung und drehten das Spiel innert Minuten durch zwei Standards. Erst nach diesem Doppelschlag erinnerten sich die Jungs wieder an ihre Stärken und Tugenden, doch schaute ausser dem Ausgleichstreffer durch Fassnacht nichts Zählbares mehr heraus.

 

Noten:

Wölfli 4,5 – Konnte sich erstmals in der zweiten Halbzeit auszeichnen. Wehrte drei Bälle ab und musste deren zwei passieren lassen. Kein einfaches Spiel für unseren Torhüter.

Schick 4 – Durfte für den verletzten Mbabu als Rechter Verteidiger ran. Spielte auf der für ihn ungewohnten Position zwar solid aber unauffällig.

Von Bergen 5 – Auf unseren Abwehrchef ist Verlass. Rettete (nicht nur) gegen Spielmann souverän doch war bei den Gegentoren chancenlos.

Nuhu 4 – Begann stark und liess in HZ2 etwas nach. Beim Gegentreffer zum 2:1 zu weit weg von Gelmi.

Benito 5 – Erneut eine gute Leistung des formstarken Loris. Mit viel unterwegs und mit guten Flanken.

Fassnacht 5 – Erneut mit einem Treffer und einigen vergebenen Chancen. Kommt gerade rechtzeitig auf das Saisonfinale wieder auf Betriebstemperatur. Herrlicher Assist zum 1:0.

Bertone 4 – Liess sich oft vom Gegner provozieren und verlor so zuweilen den Fokus.

Aebischer 4 – Durfte wieder einmal von Beginn weg rann und konnte seine Nervosität sowie fehlende Spielpraxis nicht vollends verbergen.

Sulejmani 4,5 – Mit einigen guten Aktionen in der Offensive und mit solider Defensivleistung.

Assalé 4 – Guter Start in die Partie wo er gleich zu Beginn eine gute Chance vergab. Tauchte mit Dauer des Spiels ab.

Nsame 4,5 – Zurück in der Startelf und gleich wieder Torschütze. Vielleicht hätte er mit etwas mehr Spielpraxis den einen oder anderen Treffer mehr erzielt.

Hoarau (kam nach 71’ für Assalé) und Ngamaleu (81’ für Aebischer) waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

 

 

 

 

 

Vorschau FC Thun – BSC Young Boys

18. April 2018 um 11:15 von Marco in der Kategorie YB

Laut Farben-Symbolik steht Gelb, zumindest in Asien, seit jeher für das Schöne, Heilige und Göttliche. Heute Abend geht es zwar nur nach Thun, doch auch DER Arena schadet eine gehörige Portion Schönheit sicher nicht. Ein optisches und akustisches Heimspiel in der Fremde ist schliesslich etwas Wunderbares. Der FC Thun ist der einzige Liga-Konkurrent, gegen den YB momentan noch eine negative Saisonbilanz hat. Das darf natürlich nicht sein und trübt den Gesamteindruck dieser Spielzeit leider erheblich.

Spass beiseite: Die Ausgangslage ist und bleibt einfach. Die Young Boys benötigen noch drei Siege, um unabhängig von der Konkurrenz alles klar zu machen. In Thun können wir also einen weiteren Schritt vorwärts machen, einzig darum geht es heute. In der Verteidigung und im Mittelfeld kommt es erneut zu Rotationen. Nuhu kehrt nach seiner Sperre zurück und dürfte wieder seinen Platz neben Captain Von Bergen einnehmen. Dafür muss Sanogo eine Gelb-Sperre absitzen. Weil Sow immer noch verletzt ist, kommt Bertone der Part des Routiniers auf der ZM-Position zu. An seiner Seite kommt voraussichtlich Aebischer zum Einsatz, der bereits gegen Zürich einige Minuten auf dem Platz stand. Auf dem Papier ist das zentrale Mittelfeld damit eine Schwachstelle, doch gespielt wird auf Plastik und da werden andere Faktoren als Einsatzminuten oder das Alter zählen. YB hat in dieser Saison schon mehrmals gezeigt, dass die Solidarität spielt, wenn Unterstützung nötig ist.

Das wird auch heute der Fall sein und uns zum zehnten Auswärtssieg in dieser Saison tragen. Fassnacht und Hoarau schiessen die Tore beim 2:0-Sieg.

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BSC Young Boys – FC Zürich 1:0

17. April 2018 um 07:48 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Was YB an diesem Sonntag in der ersten Viertelstunde zeigte, war Pressing in Vollendung. Halt: Vollendet wurde die Druckphase eben nicht. Die Krönung, sprich der Führungstreffer, blieb aus.

Dafür konnten sich die Gäste langsam aber sicher ordnen und zeigten ansprechenden Fussball. Unter Neo-Trainer Magnin scheint dem Umschaltspiel eine grössere Bedeutung zugemessen zu werden als noch unter Uli Forte. Nach 18 Minuten sorgte eine entsprechende Situation zur einer gefährlichen Abschlussmöglichkeit – doch „Uns Wolf“ war zur Stelle und verhinderte einen Rückstand gleich doppelt.

Bis zur Pause neutralisierten sich die beiden Teams immer mehr: Der FCZ setzte den Fokus vermehrt auf die Defensivarbeit, bei YB schlichen sich verhältnismässig viele Ungenauigkeiten ein. Auffällig: Die präzisen Spielverlagerungen Nuhus und die Omnipräsenz Sows konnten durch Wüthrich und Bertone nur phasenweise kompensiert werden.

Nach rund einer Stunde fand YB wieder besser ins Spiel und wurde präziser. Ein doppeltes (!) Foul an Sékou Sanogo führte zu einem Freistoss (70.). Sulejmani schlug den Ball auf den Kopf von Christian Fassnacht und dessen Zuspiel fand den sträflich freistehenden Sanogo – Tor! Dass es ausgerechnet der Ivorer traf, hatte etwas Ironisches: Nach den eingesteckten Fouls rempelte er FCZler Winter an, der physisch herzlich wenig entgegenzuhalten hatte. Nicht wenige Zürcher forderten die zweite Gelbe Karte für Sanogo. Dieses Verdikt (und das sahen auch die meisten neutralen Beobachter so) wäre aber zu hart gewesen.

Item.

YB verpasste in der Folge den zweiten Treffer und so mussten die über 26’000 Zuschauer bis zum Ende ein wenig mit den Nerven kämpfen. Doch Wölfli liess sich nicht mehr bezwingen; der nächste Dreier ist eingetütet. Noch drei Siege fehlen den Gelbschwarzen jetzt! Nächste Aufgabe: Die Kantonalmeisterschaft gegen den FC Thun (Mittwoch, 20 Uhr).

Die Noten

Wölfli 5,5/ Der alte Mann hielt YB in der ersten Halbzeit im Spiel und beweist seine starke Form Woche für Woche. Bravo Wolf!

Mbabu 4,5/ Physisch ist er kaum aufzuhalten. Defensiv liess er wenig zu. Leider schlich sich ein paar ungenaue Flanken ein.

Von Bergen 5/ Für einmal mit Wüthrich an seiner Seite. Spielte einen abgeklärten und starken Part und wird hoffentlich bald verkünden, dass er noch ein gelbschwarzes Jahr anhängt.

Wüthrich 4,5/ Machte seine Sache ordentlich. In einigen Zweikämpfen war die fehlende Spielpraxis deutlich sichtbar, doch wirklich grobe Schnitzer unterliefen ihm nicht.

Benito 5/ Loris ist in einer bestechenden Form. Endlich mal mehrere Monate unverletzt zeigt er nun wie wichtig er für YB sein kann.

Fassnacht 4/ Wie immer einer der Fleissigsten auf dem Platz und hätte sich nach einem Corner in der Startphase beinahe belohnt. In der schwächeren YB-Phase tauchte er etwas gar häufig ab.

Bertone 4/ Solider Auftritt von Bertone. Allerdings fehlten in der Vorwärtsbewegung Präzision und Überzeugung. Muss sich gegen Thun steigern und neben Aebischer den Part des Leaders übernehmen.

Sanogo 5,5/ Jeder gute Verein hat einen körperlich robusten und hart spielenden Sechser. Bei YB ist das Sanogo, der sich nicht verbiegen lässt und sich einen Deut darum schert, ob ihn gegnerische Kurven als Treter verschreien. Sékou ist DIE Maschine im YB-Spiel und ein unheimlich entscheidender Faktor – vor allem wenn er jetzt sogar Tore schiesst. Gegen Thun leider gesperrt.

Sulejmani 4,5/ Aus dem Spiel weniger überzeugend als auch schon – aber mit starken Standards. Bitte endlich verlängern.

Hoarau 4,5/ Der neuerdings blonde Getter traf erstmals in diesem Jahr nicht. Allerdings hat er selten einen solchen Aufwand betrieben wie gegen den FCZ. Gleich mehrmals scheitert er per Kopf nur knapp am nächsten Saisontreffer.

Assalé 4,5/ Weniger produktiv als auch schon. Dennoch wird es jedes Mal gefährlich, wenn Assalé mit dem Ball in Richtung Strafraum unterwegs ist.

Ngamaleu/Schick/Aebischer keine Note

Anmerkung: Moumi müsste aus dem Konter in der Nachspielzeit deutlich mehr rausholen. Das weiss er selber, soll aber in der Beurteilung nicht untergehen.

Vorschau BSC Young Boys – FC Zürich

15. April 2018 um 12:36 von Marco in der Kategorie YB

Es sind Wochen der Freude und Glückseligkeit, die wir mit YB derzeit erleben dürfen. Der Sieg in St. Gallen war ein Spektakel und demonstrierte, wie stark YB reagieren kann, auch wenn eine Halbzeit mal nicht perfekt läuft. Trotzdem rückt das Geschehen auf dem Platz in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung manchmal fast ein wenig in den Hintergrund. Dafür dominiert jeweils gleich nach dem Abpfiff die Frage, wann „es“ soweit sein könnte. Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits auch ein wenig schade. Schliesslich sollte man jetzt die glanzvollen Momente und spektakulären Aktionen auf dem Platz geniessen, ohne ständig an die Punkte zu denken. Solange die tollen Leistungen der Young Boys anhalten, kommen die Punkte von alleine und irgendwann gibt die Tabelle das Verdikt dieser Saison bekannt. Bis dahin wird das gelbschwarze Ensemble hoffentlich noch viele unvergessliche Vorstellungen zeigen.

Die nächste findet gegen den FC Zürich statt, der gegen den FC Basel zuletzt eine bescheidene Leistung zeigte. Seit dem Trainerwechsel von Forte zu Magnin zeigt die Formkurve des FCZ in der Meisterschaft nach unten. Uns solls recht sein, aber einfacher wird es deswegen nicht. Adi Hütter, der Stammformationen so gerne mag wie das Golfspiel, muss gegen Zürich gleich zwei Stammkräfte ersetzen. Nuhu ist nach der achten gelben Karte gesperrt und Sow verletzte sich in St. Gallen. Die nötigen Rotationen kann Hütter gelassen vornehmen, das Kader von YB ist so gut besetzt, dass es praktisch kein Leistungsgefälle zwischen Stamm- und Ersatzspielern gibt.

Für Nuhu dürfte Wüthrich in der Startelf auflaufen. Er gehört mit sieben Einsätzen in dieser Saison zu den Spielern mit der kleinsten Spielpraxis. Allerdings konnte er sich nun eine Woche auf seine Aufgabe vorbereiten und wird bereit sein. Anstelle von Sow kommt höchstwahrscheinlich Bertone, der bei seinen Einsätzen in dieser Saison stets einen guten Eindruck machte. Diese Rotationen bringen die geölte YB-Maschinerie nicht ins Stocken. Mit einem 3:1-Sieg und Toren von Assalé, Sulejmani und Hoarau beschert uns der BSC YB einen weiteren wunderbaren Nachmittag in dieser wunderbaren Saison.

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FC St. Gallen – BSC YB 2:4

9. April 2018 um 18:07 von Pele in der Kategorie YB

Was für ein Fussballfest! Schönstes Frühlingswetter ein lauter und gut gefüllter Kybunpark, dazu Tore satt – und auch noch richtig verteilt. Aber der Reihe nach.

YB startet kontrolliert ins Spiel und hat die Lage im Griff, auch wenn die ersten beiden Abschlüsse auf das Konto der Heimmannschaft gehen. Doch Gelbschwarz antwortet mit der Eiseskälte eines Leaders und verwertet die erste Chance zur frühen Führung. Sensationell: Als Torschütze darf sich Loris Benito feiern lassen, der in seinem 99. Super-League-Spiel seinen ersten Treffer erzielt. Im Anschluss bleibt YB am Drücker und müsste durch Fassnacht und Assalé die Führung ausbauen. Doch beide scheitern mit ihren Abschlüssen am St. Galler Goalie Stojanovic.

Dann beginnt eine Phase des Spiels, die sich konträr zum aktuellen YB-Hoch gestaltet: St. Gallen kommt viel zu oft und viel zu einfach, meist mit langen Bällen, in die Nähe von Wölflis Kasten und hat – was noch viel ungewohnter scheint – die Überhand bei zweiten Bällen. Mit der Überzeugung des formstarken Drittplatzierten nutzt Grünweiss auch gleich zwei Chancen und liegt nach 40 Minuten plötzlich (und nicht mal unverdient) in Führung. Doch YB hat einen Lauf. Und so holt Sulejmani noch vor dem Pausenpfiff einen Freistoss heraus, den er in unwiderstehlicher Manier im Kasten versenkt. Trotz phasenweise ungenügender Leistung hält YB den Schaden nach 45 Minuten in Grenzen.

Gerne wäre man in der Pause Mäuschen in der Berner Kabine gewesen. Denn: Was das Team von Adi Hütter nach den isotonischen Getränken auf den Rasen zaubert, ist eindrücklich. Keine zehn Minuten nach Wiederbeginn liegt der Leader um zwei Längen vorne. Zuerst verwertet Hoarau eine schöne Vorarbeit von Assalé, dann köpft Sanogo einen Sulejmani-Corner zum 4:2 in die Maschen. Hütters Mannen dominieren das Geschehen in der Folge und lassen St. Gallen nicht mehr ins Spiel kommen. Assalé, Hoarau und Co. verpassen es im weiteren Verlauf der Partie, das Resultat noch deutlicher zu gestalten.

Souverän, eindrücklich, begeisternd! YB bleibt im Jahr 2018 weiterhin ungeschlagen und kann sich nun auf die nächste Woche vorbereiten. Noch vier Siege fehlen der Equipe, um sich unsterblich zu machen.

Hopp YB!

Die Noten

Wölfli 5/ Hielt in der ersten Halbzeit einen Aufsetzer glänzend. Bei den Gegentoren machtlos. Musste seinen Vorderleuten im ersten Umgang einige Male deutlich die Leviten lesen.

Mbabu 5/ Dieser Mann hat mittlerweile ein unheimliches Selbstvertrauen und konnte sich  in der zweiten Halbzeit einige Male toll in Szene setzen.

Von Bergen 4,5/ Die Steigerung nach der Pause war vor allem an der besseren Defensive auszumachen. In Halbzeit eins zeigten sich von Bergen und seine Kollegen ungewohnt fahrig.

Nuhu 4,5/ Dito von Bergen. Die Abstimmung vor der Pause stimmte zu selten. Nach der Pause deutlich besser.

Benito 5/ EIN TOR! Wahnsinn! Ansonsten auf seiner Seite oft im Stich gelassen. Auch er mit einer grossen defensiven Steigerung nach der Pause.

Sulejmani 5,5/ Auch wenn er phasenweise etwas abtauchte: Sein Treffer zum 2:2 war nicht nicht nur wunderschön, sondern auch unglaublich wichtig. Zudem mit starken Eckbällen.

Sow 4,5/ Ein guter, wenn auch unauffälliger Auftritt. Musste nach einer Stunde raus – und fehlt leider vier Wochen. Gute Besserung!

Sanogo 5/ Vor der Pause einer der Gründe für das St. Galler Übergewicht im Zentrum. Stand zu hoch und war nicht präsent genug auf den zweiten Bällen. Nach der Pause viel besser – und erzielte gar eines seiner seltenen Tore.

Fassnacht 4,5/ Fleissig, wirblig – aber halt auch oftmals ein Chancentod. Müsste das 2:0 erzielen.

Assalé 5/ Toll seine Vorarbeit zum 3:2, auch sonst ein Aktivposten. Traf aber ab und zu die falsche Entscheidung. Und: Muss das 5:2 erzielen.

Hoarau 5/ Tauchte in der ersten Halbzeit etwas ab, fiel vor allem in der Defensive auf. Nach der Pause aber mit der Vorentscheidung.

Bertone 5/ Kam nach einer Stunde für Sow und machte seine Sache gut. Er wird den verletzten Djibril problemlos ersetzen können.

Ngamaleu keine Note/ aber ein auffälliger Auftritt. Ging zweimal in den Abschluss, davon einmal etwas überhastet.

Nsame keine Note/

Vorschau FC St. Gallen – BSC YB

8. April 2018 um 10:49 von Mate in der Kategorie YB

Nach acht (respektive neun) Siegen in Folge, haben die Young Boys am vergangenen Sonntag also wieder einmal nicht als Gewinner vom Feld gehen dürfen. Und irgendwie – wir wissen es alle – halt trotzdem. Nun, das ist Geschichte, es gilt wieder vorwärts zu schauen und da rückt eine delikate Aufgabe ins Blickfeld: St. Gallen Auswärts.

Auch wenn die Ostschweizer zuletzt in Luzern eine Niederlage einstecken mussten, sie sind nach YB und eben diesem Luzern das drittbeste Team 2018 und damit auf bestem Weg in den Europacup. So herrscht auch in St. Gallen eine Fussball-Euphorie, was sich in den Vorverkaufszahlen zum Spiel gegen den Leader aus Bern zeigt. Entsprechend erwartet die Young Boys in der AFG-Arena ein Hexenkessel und auch sonst ganz sicher kein Selbstläufer, im Gegenteil. Es dürfte zumindest von der Papierform her eines der noch schwierigsten ausstehenden Spiele sein, welches die Jungs von Adi Hütter in diesem Frühjahr noch erwartet. Wobei natürlich das nächste immer das schwierigste Spiel ist, um noch eine beliebte Phrase hinzudreschen.

Neun Spiele sind noch zu gehen, über Ausgangslage und Erwartungen brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht zu schreiben. Wichtig bleibt es, locker zu bleiben und Schritt für Schritt zu nehmen. Natürlich hoffen wir, dass der erste davon heute in der Olmastadt gelingt. Aufstellungstechnisch erwarten wir für dieses Auswärtsspiel keine Überraschungen. Der Trainer wird seine beste Mannschaft auf den Platz schicken und damit genau jenen elf Spielern das Vertrauen schenken, wie am Sonntag gegen Basel. Es gibt auch keinen Grund zu wechseln, die Mannschaft ist eingespielt, ausgeglichen und solid. Auch von der Spielausrichtung her dürfte es keine grossen Änderungen geben – YB wird auf Sieg spielen und sich nicht (von Beginn weg) mit einem Punkt zufriedengeben. Es ist dies die neue Mentalität, welche die Mannschaft auch dahin gebracht hat, wo sie jetzt ist.

Wie gewohnt, glauben wir an einen Sieg und tippen auf ein 1:2 mit Toren von Hoarau und Sulejmani.

 

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BSC Young Boys – FC Basel 2:2

3. April 2018 um 14:51 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Hoarau herrlich zum 1:0 (Foto: Thomas Hodel)

Hoarau herrlich zum 1:0 (Foto: Thomas Hodel)

Das Stadion voll, die Ränge in ein gelbschwarzes Kleid gehüllt, die Mannschaft konzentriert, die Stimmung elektrisierend und die Erwartungen hoch – es war angerichtet für das Spitzenspiel der 27. Runde und die 31’120 Zuschauer, im ausverkauften Osternest Wankdorf sollten nicht enttäuscht werden. Es wurde ein Spiel mit herrlichen Toren, Spannung, Verzweiflung, Glückseeligkeit und der aufkommenden Gewissheit, dass sich dieses YB die Meisterschaft nicht mehr nehmen lassen will.

Mit dem Selbstverständnis eines Ligadominators legten die Gelbschwarzen gleich zu Beginn ein horrendes Tempo vor. Den Gästen aus Basel blieb dabei nichts anderes übrig, als sich hinten reinzustellen und zu hoffen, die Startphase unbeschadet zu überstehen. So waren es dann auch die Berner, die das Spiel bestimmten und zur ersten Chance kamen. Assalé, mustergültig vom bärenstarken Sanogo lanciert, konnte jedoch von Lacroix in letzter Sekunde entscheidend gestört werden. Zwar kam das Heimteam danach kaum zu zwingenden Abschlüssen, doch kannte der Ball in der ersten halben Stunde nur eine Platzhälfte: die vor dem Gehäuse des FC Basels.

Auch für das erste Ostergeschenk waren die Young Boys besorgt: Nuhu auf Assalé, dieser hoppelte allen davon bis zur Grundlinie, bediente im Zentrum Hoarau und AirFrance versenkte das Ei herrlich per Bicicletta zur verdienten Berner Führung. Der zehnte Saisontreffer des Franzosen war ein fantastischer Treffer der Marke «Tor des Jahres», dies vermochte auch Xhakas «Ostermontags-Schuss» nicht zu trüben und als der amtierende Meister kurz nach Wiederanpfiff, mit ihrer zweiten Möglichkeit, gleich auf 1:2 erhöhten, brachte dies das Heimteam keinesfalls aus der Spur. Zu souverän tritt YB in diesem Jahr auf. Es ist die Sicherheit der Unbesiegbaren – die Ruhe eines Meisters. Zudem kehrte im Zentrum Sekou Sanogo von seiner Sperre zurück und verlieh dem Mittelfeld eine Art chinesische oder in seinem Fall «Ivorische Mauer», an der die Stockers, Xhakas und Zuffis wie lästige Fliegen abprallten. Und im Sturm wirbelte erneut ein nicht zu bändigender Assalé, welcher auch für die Vorbereitung des Ausgleichtreffers durch Fassnacht besorgt war. Der Sonnyboy traf übrigens erstmals seit Oktober letzten Jahres wieder und stellte so das Endresultat auf 2:2.

Denn auch wenn hüben wie drüben der Ball an die Torumrandung prallte oder vom erneut starken YB Torhüter Marco Wölfli entschärft wurde, so blieb es beim letztlich verdienten Unentschieden. Nicht zuletzt auch weil der einst in der Super League so unterforderte Stocker lieber Von Bergen das Leder auflegte, als selber abzuschliessen oder auch den zweiten Matchball alleine vor Wölfli verstockerte.

Klar, nach gestern ist in der Meisterschaft noch nichts entschieden. Aber wer die Young Boys spielen sah, zweifelt kaum noch daran, dass sich diese Truppe unter der Leitung von Adi Hütter und seinem Team, die Schokolade noch aus dem Nest klauen lassen wird. Oder anders ausgedrückt: YB gewann ein unterhaltsames und spektakuläres Spiel gegen Basel 2:2 und machte einen weiteren Schritt auf seinem Weg, nach 32 Jahren den Titel zurück nach Bern zu holen.

Noten:

Wölfli 4,5 – War bei den beiden Gegentreffern chancenlos und rettete mit einer Glanzparade kurz vor Ende des Spiels den Bernern einen Punkt. War da, wann immer es ihn brauchte. Gute Abschläge, auch wenn er in der einen oder anderen Situation den Ball schneller wieder ins Spiel bringen dürfte.
Mbabu 4,5 – Offensiv gewohnt viel unterwegs und entsprechend viel lief über die rechte Seite. Defensiv solid mit wenigen «Stellungsfehler» bei Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung, wie vor dem Gegentreffer zum 1:1.
Von Bergen 5 – Der Chef in der Verteidigung und das defensive Gewissen der Mannschaft. Vielleicht die eine oder andere Unsicherheit in der Spieleröffnung aber stets da, wenn es brennt. Bringt in dieser Saison eine unglaubliche Konstanz auf den Rasen!
Nuhu 4 – Erneut mit guter Spieleröffnung und magistralen Seitenwechseln. Gegen Ende etwas zu offensiv ausgerichtet, wodurch hinten Löcher entstanden.
Benito 5 – Eine weitere starke Partie des formstarken Benitos. Liess auf der linken Abwehrseite nichts zu und setzte sich offensiv immer wieder gut in Szene. Mit etwas mehr Gefühl im Fuss und Abschlussstärke, hätte er seine Leistung mit einem Treffer belohnt.
Sulejmani 4 – War defensiv zu sehr gefordert um offensiv Entscheidendes zu leisten. Hatte bei seinem Freistoss Pech, als sein abgelenkter Schuss knapp am Gehäuse von Vaclik vorbeischrammte.
Sanogo 6 – Bärenstark! Nicht vom Ball zu trennen und mit perfekten Pässen in die Tiefe!
Sow 4 – War immer anspielbar und hatte einige gute Momente in der Vorwärtsbewegung. Ging wohl leicht angeschlagen ins Spitzenspiel und liess die zuletzt konsequente Abwehrarbeit etwas vermissen. Doch dies wird im nächsten Spiel bereits wieder anders aussehen.
Fassnacht 4,5 – Endlich trifft er wieder. Traf er zunächst nur den Pfosten, jubelte er danach über seinen ersten Meisterschaftstreffer seit Oktober 2017. Viel unterwegs und gewohnt mannschaftsdienlich.
Assalé 5,5 – Man mag ihm die erste vergebene Chance zu Beginn des Spiels verzeihen: der ivorische Wirbelwind war auch gestern kaum zu stoppen und bereitete beide Treffer vor.
Hoarau 5 – Trotz Manndeckung liefen die meisten Angriffe über AirFrance. Gui liess sich auch vom tschechischen Rucksack nicht daran hindern, die Young Boys mit dem Tor des Jahres in Führung zu schiessen.
Ngamaleu für Sulejmani und Bertone für Assalé waren zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

Vorschau BSC Young Boys – FC Basel

1. April 2018 um 18:57 von Marco in der Kategorie YB

Leiden! Erlösung! Auferstehung! Ja, wir befinden uns mitten in den Oster-Feierlichkeiten, aber wir stehen auch vor einem elektrisierenden Spiel gegen den FC Basel. Zu gewinnen, gibt es natürlich nur drei Punkte, so wie in jedem Meisterschaftsspiel. Die Ausgangslage ist dennoch vielversprechend. Schlägt YB den FCB, beträgt der Vorsprung 16 Punkte (inkl. Verlustpunkte) bei neun verbleibenden Spielen. Dieses Polster, kumuliert mit dem mentalen Wert eines Sieges gegen den Direktkonkurrenten, dürfte YB den entscheidenden Schub für das letzte Meisterschaftsviertel verleihen.

Klar: Ein Sieg gegen Basel kann nie vorausgesetzt werden. Trotzdem gibt es momentan kaum Argumente, die gegen einen YB-Erfolg sprechen. Acht Siege en suite, eine Truppe in Form und verletzungsfrei, ein Trainer, der alles im Griff hat und eine kontrollierte Euphorie, die sich langsam aber sicher in der ganzen Stadt entfaltet. Diese Aufzählung ist nicht abschliessend, zeigt aber deutlich, wie stabil das YB-Haus derzeit ist.

Nach vielen kalten, aber herzerwärmenden Spielen im 2018 könnte am Ostermontag die berühmte Kirsche auf dem Eis platziert werden. Die Wetterfrösche prognostizieren 15 Grad und das YB-Ticketing ein ausverkauftes Wankdorf. Dann braucht es nur noch eine Valentina, die vor der Ostkurve die Hände verwirft, Gelbschwarze, die das Tor treffen und ein Wolf, der den Kasten sauber hält. Dann, ja dann, erleben wir einen Nachmittag der Erweckung, dass man auch im Vatikan neidisch nach Bern blickt. Brenodurum et Orbi.

Zweimal gastierte Basel in dieser Saison bereits in Bern und zweimal gab es ein 2:0. Weil aller guten Dinge drei sind, halten wir an diesem Resultat fest. Hoarau und Sulejmani tragen sich in die Liste der Torschützen ein.

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