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Vorschau: Lugano – BSC YB

26. November 2017 um 12:58 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

geschrieben von Maté

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Läuft bei YB. Klingt nach dem Ausscheiden vom Donnerstag etwas komisch, ist es aber nicht. In der Meisterschaft hat Gelbschwarz zuletzt in den Direktduellen die beiden engsten Verfolger in Schach gehalten. Und auch der Spielplan meint es gut: Während praktisch die ganze Schweiz Kälte, Nässe und gar Schnee erwartet, stand für YB eine Fahrt ins Tessin an, wo sich Adi Hütter und sein Gefolge auf Sonnenschein bei rund elf Grad freuen konnten.

Nein, wir sind nicht zu einem Wetterblog mutiert – sind aber sicher, dass Spieler und Staff nicht traurig sind, ausgerechnet jetzt nach Lugano zu müssen. Und für die Fans gilt: Sonnenbrille raus und ab in den Süden, etcetera.

Rein sportlich sieht die Aufgabe im Tessin natürlich nicht ganz so gemütlich aus, auch wenn YB zuletzt immer mit etwas Zählbarem im Gepäck zurück durch den Gotthard gefahren ist. Die Luganesi haben in der Meisterschaft ihre Niederlagenserie beendet und sind seit vier Spielen ungeschlagen. Zudem werden sie mit dem Selbstvertrauen eines Sieges auf europäischer Bühne in die Partie gehen. Das Ausscheiden jedoch mussten auch sie verdauen.

Dass Lugano fähig ist, guten Fussball zu spielen, zeigten sie auch im Hinspiel in Bern, wo YB erst nach der Pause und einer roten Karte die Oberhand gewinnen konnte. Aber beim YB Ausgabe Sommer/Herbst 2017 braucht man sich erfreulicherweise keine Sorgen bezüglich mangelhafter Einstellung zu machen und so wird der Leader (immer wieder schön dieses Wort zu schreiben) auch dieses Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Bezüglich Aufstellung ist natürlich die Frage, ob Steve von Bergen und Sékou Sanogo wieder einsatzfähig sind. Ist dies der Fall, dürfte Adi Hütter auf die beiden zurückgreifen. Falls nicht, erwarten wir auch mangels Alternativen eine praktisch unveränderte Aufstellung, zumindest was das Zentrum betrifft. Hinten links würden wir Lotomba Benito vorziehen und im Sturm wäre eine Pause für Roger Assalé zumindest prüfenswert. Jedoch würden wir für ihn nicht Gui Hoarau aufstellen – für sein Startaufstellungscomeback scheint uns das Cupspiel prädestiniert – sondern Christian Fassnacht. Läuft Maschine Assalé schon wieder volltourig, soll sie auch eingesetzt werden und Fassnacht dafür im Mittelfeld Moumi Ngamaleu ersetzen.

Weil wir sicher sind, dass es Adi Hütter und seinem Staff gelungen ist, die Burschen (wie er das nannte) wieder her zu richten, erwarten wir eine konzentrierte Leistung und tippen auf einen 2:1-Auswärtssieg dank Toren von Assalé und Hoarau – welcher nach seiner Einwechslung das Siegtor erzielt.

 

Partizan Belgrad – BSC YB 2:1

25. November 2017 um 10:12 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es sollte nicht sein: Auch die letzte der etlichen Hereingaben von Sulejmani verpassen alle YB-Akteure vor dem Partizan-Tor. Der Ausgleich gelingt nicht – YB verliert und scheidet aus.

Dabei wäre auch in diesem Spiel mehr möglich gewesen. Eine Aussage, die beinahe auf jedes Europa-League-Spiel dieser Kampagne zutrifft. Im Gegensatz zu anderen Jahren, in denen man sehr knapp ein Weiterkommen verpasst hat, scheitert man jetzt zum zweiten Mal in Serie vorzeitig.

Keine Ausrede aber sicher eine Erklärung, ist die Zusammenstellung der gestrigen Equipe: 22,9 Jahre betrug das Durchschnittsalter zu Beginn des Spiels. Sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Halbzeit kommt der Gastgeber besser ins Spiel: Partizan geht nach 13 Minuten in Führung. Dieses Tor kommt einem Weckruf gleich, YB agiert nun aktiver und versucht das Spiel zu machen. Ngamaleu gelingt nach 25 Minuten im Anschluss an einen Eckball der verdiente Ausgleich. Die Berner sind bis zur Pause das aktivere Team, kann aber zuwenig Druck auf das gegnerische Tor ausüben.

Nach der Pause geht Partizan nach einem schönen Konter wieder in Führung. Dem Treffer haftet aber der Makel einer Abseitsposition an und hätte, zum Pech für YB, nicht zählen dürfen. In der Folge entwickelt sich die Partie phasenweise zu einem Fehlpassfestival auf beiden Seiten. Besonders Wüthrich und Benito machen in dieser Phase einen fahrigen Eindruck, doch auch im Sturm werden viele falsche Entscheidungen getroffen. Assalé verpasst oftmals den Moment des Abspiels und Nsame hat Mühe ins Spiel zu kommen. Die Einwechslung von Hoarau bringt ein wenig Struktur zurück und YB versucht in der Schlussphase noch den Ausgleich zu erzwingen. Doch entweder steht noch irgendwo ein Partizan-Bein im Weg, oder man verpasst – wie eingangs erwähnt – die Hereingaben knapp. Ein 2:2 hätte YB nochmals die Möglichkeit gegeben, im letzten Spiel mit einem Sieg gegen Skenderbeu auf einen gleichzeitigen Kiew-Sieg gegen Belgrad zu hoffen. Doch daraus wird nichts: Partizan holt sich die drei Punkte und überwintert europäisch. Auf YB wartet noch ein Kehrausspiel gegen Skenderbeu, bei dem wohl mit einem Minusrekord im Wankdorf zu rechnen ist.

Unter dem Strich wäre in dieser Kampagne mehr drin gewesen. Doch wie Trainerfuchs Adi Hütter nach dem Spiel sagt: “Drei Unentschieden und zwei Niederlagen sind zuwenig.”

Noten

Von Ballmoos 4,5/Machtlos bei den Gegentoren, ansonsten sicher. Konnte sich nicht allzu häufig auszeichnen.

Mbabu 4,5/ Bester, weil “unfahrigster” Verteidiger. Setzte sich Offensiv weniger durch als auch schon.

Nuhu 4/ Licht und Schatten wechselten sich ab. Sein Standard-Partner Von Bergen hat ihm aber in der einen oder anderen Szene gefehlt. Zum Organisator fehlt noch ein Stück.

Wüthrich 3,5/ In der YB-Schwächephase Mitte der zweiten Halbzeit der fehlerhafteste Akteur. Liess sich einige Male zu einfach ausspielen.

Benito 4/ Liess sich in der zweiten Hälfte zu Fehlern hinreissen, die er nicht immer ausbügeln konnte. Sein Ballverlust führt zum 1:2. Ansonsten aber mit einer gesunden Härte und aktivem Auftritt.

Ngamaleu 4,5/ Der Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 dürfte ihm etwas Auftrieb geben. Traf in der zweiten Halbzeit ab und zu die falsche Entscheidung oder wurde von Assalé ignoriert.

Sow 4,5/ Nicht mehr ganz so stark wie gegen den FCZ aber immer noch solide. Mit 2-3 Top-Zuspielen in die Spitze – genau die Pässe, die oftmals vermisst wurden.

Aebischer 4/ Sehr bemüht, aber oftmals etwas fahrig. Schaffte es nicht immer, genügend Präzision in seine Aktionen zu packen.

Sulejmani 5/ Der produktivste YB-Spieler. Kreierte einige vielversprechende Szenen über die Seite, die leider allesamt nicht verwertet wurden.

Nsame 4/ Etwas unglücklicher Auftritt des Kameruners, der oftmals einen Schritt zu spät kam.

Assalé 4/ Vergisst bei einigen Aktionen seine Mitspieler und versucht es alleine. Das ist für einen Stürmer zwar normal, die Balance muss er aber noch finden.

 

Hoarau/Fassnacht keine Note/

Vorschau Partizan Belgrad – BSC Young Boys

23. November 2017 um 10:31 von Marco in der Kategorie YB

Bereits zum zweiten Mal in dieser Europa League-Kampagne reist der BSC YB in den Balkan. Nach dem Gastspiel in Albanien tritt YB heute Abend in Belgrad an. Aufgrund der Tabellenlage ist es für die Berner ein wegweisendes Spiel. Mit einem Sieg wären die Chancen auf ein europäisches Überwintern intakt, bei einem Unentschieden wären die Young Boys im letzten Spiel auf Kiewer Schützenhilfe angewiesen und eine Niederlage würde das Aus bedeuten. Es wird deshalb spannend zu beobachten, wie die Berner in der serbischen Kapitale auftreten werden. Gegen Skenderbeu überraschte YB mit vielen Rotationen, hatte zeitweise Mühe und rettete am Ende einen Punkt. Adi Hütters Fokus lag damals auf dem folgenden Meisterschaftsspiel, das er mit der Bestbesetzung bestreiten wollte. Knapp zwei Monate später ist die Meisterschaft immer noch der Wettbewerb mit der höchsten Priorität und mit Lugano steht ein anspruchsvolles Auswärtsspiel bevor.

Trotzdem ist die Ausgangslage heute leicht anders. Wie eingangs erwähnt, ist es im Europacup wohl das Spiel der letzten Chance. Zudem ist Partizan Belgrad natürlich deutlich stärker einzustufen als Skenderbeu. Mit der zweiten Garde wäre die Chance auf drei Punkte unrealistisch und auch ein Unentschieden eine Überraschung. Die bestmögliche Aufstellung und ein Spiel auf Sieg ist daher unumgänglich. Schliesslich wäre es mehr als schade, einer Europacup-Kampagne, die (gefühlt) kurz nach dem Burkhaltercup begann, vorzeitig den Stecker zu ziehen.

Die personelle Situation bietet sowohl Licht als auch Schatten. Die Verletzung von Von Bergen ist ärgerlich. Der Captain war in dieser Saison fast immer eine sichere Bank und verbesserte die ganze Defensive. Allerdings hat sich Nuhu in den letzten Monaten derart gut entwickelt, dass er auch ohne Von Bergen neben sich bestehen kann. Neben ihm dürfte Wüthrich auflaufen. Positiv ist, dass er gegen Zürich bereits ein bisschen Spielpraxis sammeln konnte.

Vom Schatten ins Licht führt natürlich keinen Weg an Hoarau vorbei. Seine Rückkehr auf den Platz war neben dem Sieg das grosse Highlight des letzten Sonntags. Ob er heute von Anfang an spielt, ist offen und nur bedingt relevant. Schliesslich verfügt YB mit Nsame und Assalé über einen formstarken Sturm, zudem ist Gui auch ein formidabler Joker, wenn es denn einen benötigt. Da eine Entscheidung getroffen werden muss, lautet der Tipp dennoch auf eine Startaufstellung mit Hoarau. Nsame darf sich erholen und in Lugano wieder treffen. Ansonsten braucht es in Sachen Aufstellung keine Änderungen.

Die Berner Stammelf verfügt derzeit über viel Selbstvertrauen. Das ist hilfreich auf dem Weg zum ersten Europacup-Auswärtssieg seit Bratislava 2014. Die Tore von Hoarau und Sulejmani (Was für eine Geschichte! *SaschaRueferGebrüll*) sorgen für einen hart erkämpften 1:2-Sieg und ebnen den Weg in den 1/16-Final der Europa League.

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BSC Young Boys – FC Zürich 2:1

20. November 2017 um 14:14 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Auch gegen den FC Zürich feiern die Young Boys einen Heimsieg. (Foto: Thomas Hodel)

Auch gegen den FC Zürich feiern die Young Boys einen Heimsieg. (Foto: Thomas Hodel)

Lang war sie die Natipause und die Freude entsprechend gross als es endlich wieder gelbschwarzen Fussball zu sehen gab. Zu Gast beim Leader – der Aufsteiger. Mit der gestählten Brust eines Tabellenführers und der Selbstverständlichkeit eines Seriensiegers machten sich die Berner auf, die 20’000 Zuschauer zu beglücken und den Löwen zu erlegen.

Es sollte nicht das Spektakelspiel werden, welches üblicherweise zwischen diesen zwei Mannschaften zelebriert wird. Dies lies Fortes Catenaccio nicht ansatzweise zu. Zu gross war die Angst vor einer Klatsche, wie sie zuletzt der FC Sion (5:1), der FC St. Gallen (6:1) oder der FC Luzern (4:1) erleiden mussten. Die Statisten aus Zürich versuchten ohne Umschweife, in einem ultradefensiven 5–3–2, mindestens einen Punkt zu er-mauern oder eventuell sogar durch einen schnellen Gegenstoss die volle Punktezahl aus dem Wankdorf zu entführen. Uli wird nach dem Spiel zu Protokoll geben, dass der Plan beinahe aufgegangen wäre. Beinahe. Doch eigentlich ging es beinahe nur in eine Richtung. Die Räume und Chancen der Young Boys waren knapp bemessen, doch kam man gleichwohl zu guten Abschlussmöglichkeiten durch Assalé und Fassnacht, die in Halbzeit 1 jedoch beide ihren Kopfball nicht wunschgemäss auf das Tor von Vanins brachten.

Den kurzzeitigen Rückstand, nach einem unglücklichen Abwehrversuch unseres Toptorschützen Nsame machte es den Hausherren in der Folge zwar kaum einfacher Räume vorzufinden oder Chancen zu kreieren, doch liess man sich nie aus der Ruhe bringen und korrigierte das Resultat nur zwei Minuten später. Assalé war einmal mehr nur durch ein Foul vom Ball zu trennen und Miralem Sulejmani verwandelte den fälligen Penalty.

Auch wenn die Young Boys in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit nicht ganz so dominant auftraten wie zu Beginn der Partie, so bestand kaum je Zweifel daran wer die Punkte in diesem einseitigen Spiel einfahren würde. So kam es zur 84. Minute und dem Auftritt der 3 Musketiere, den YB-Teen-Avengers, den Matchwinnern des gestrigen Abends. Freistoss des überragenden und omnipräsenten Sows, Kevin «The Machine» Mbabu schraubte sich in der Mitte hoch und köpft den Ball Richtung Tor, wo der nicht zu bändigende Assalé, eng umklammert von Pa Modou, vorbei am fangbereiten Vanins, zum entscheidenden und hochverdienten 2:1 traf. Es wäre dies der uneingeschränkte Höhepunkt des gestrigen Spitzenspiels gewesen, wenn sich in der YB-Viertelstunde nicht Gui von der Bank erhoben und sich zum Aufwärmen aufgemacht hätte. Ein Raunen ging durchs Stadion und brandete in einer Standing Ovation, als nach zweimonatiger Verletzungspause unsere gefährlichste Waffe endlich wieder auf dem Platz stand.

Guillaume Hoarau ist zurück, die Jungs grüssen nach wie vor mit 7 Punkte Vorsprung von der Tabellenspitze, Adi Hütter und Roger Assalé verlängern ihre Verträge – läuft bei YB oder wie hiess es einst so schön? YB macht glücklech!

Noten:
Von Ballmoos: 4,5 Ohne Fehler und ohne Schuld beim Gegentor. Weiter hatte er kaum Chancen sich auszuzeichnen.
Mbabu: 6 Man kann sich nur immer und immer wieder wiederholen, dieser Mann ist über rechts nicht aufzuhalten.
Von Bergen: 4,5 Unauffälliges und fehlerfreies Spiel des Capitanos. Musste nach 57 Minuten verletzt vom Feld. Gute Besserung!
Nuhu: 4,5 Sicherte mit Steve die IV und liess Michi und Dwamena keinen Raum für Chancen.
Lotomba: 5 Defensiv klasse und offensiv immer mutiger.
Sulejmani: 5 Der Schönwetterfussballer ist längst zum Arbeiter und «Chrampfer» mutiert. Sorgt vorne für Unruhe und hinten für Unterstützung.
Sow: 6 SoWow! Was für eine Partie!? Eroberte die Bälle und die Herzen der Zuschauer. Kämpfte defensiv und brillierte offensiv! Überragendes Spiel von Djibril!
Sanogo: 4,5 Gewohnt zweikampfstark aber auch mit ein, zwei Stockfehlern.
Fassnacht: 4 Nicht so auffällig und durchschlagskräftig wie auch schon in dieser Saison. Es ist dies die Zeit zu beissen und Lehrgeld zu bezahlen.
Nsame: 4 Auch unser Top Torschütze war schon mal auffälliger unterwegs. Zudem mit einem unglücklichen Eigentor.
Assalé: 6 Von der ersten bis zur letzten Minute wirblig und ein stetiger Gefahrenherd. Röschu war nicht vom Ball zu trennen und brachte immer (s)einen Fuss an den Ball.
Wüthrich: 5 Kam nach einer Stunde für von Bergen und erledigte seine Arbeit konzentriert, souverän und cool.
Moumi Ngamaleu: 4 Ersetzte nach 69 Minuten Fassnacht. War agil, gewillt aber unglücklich im Abschluss.
Hoarau: ! Welcome back! Schön dich wieder dabei zu haben!

Vorschau BSC YB – FC Zürich

18. November 2017 um 13:37 von Jänu in der Kategorie YB

Geschlagene 575 Tage ist es her, seit der BSC YB das letzte Mal den FC Zürich im heimischen Wankdorf empfangen durfte. Eine solch lange Zeitspanne ohne Gastspiel in Bern, die erst durch den Abstieg der Zürcher ermöglicht wurde, dürfte es länger nicht mehr geben. Zu gefestigt präsentiert sich der Aufsteiger in der aktuellen Saison, wenn auch der Schwung aus den Anfangstagen etwas verflogen ist.

Anfänglicher Schwung, der nach und nach verflog, brachte der heutige Zürcher Trainer Forte damals auch bei YB. Für ihn wird die Rückkehr ins Wankdorf sicherlich ein besonderes Erlebnis und nur zu gern würde er einen Erfolg seiner Mannschaft auch persönlich auskosten. Würden Floskeln und Worthülsen mehr Tore als Assalé und Nsame schiessen, wäre ihm ein solcher garantiert. Auch für einen anderen „Zürcher“ wird die Rückkehr speziell. Michi Frey wird im dritten Trikot eines Superleaguisten im Wankdorf auflaufen und sicherlich bis in die Strähnchenspitzen motiviert sein. So schön er sich freuen kann, so schön ist es als gegnerischer Fan auch, ihn verzweifeln zu sehen.

Die beiden dürften aber die Ausnahme sein, denn die meisten Zürcher werden sich nicht auf den Berner Plastik freuen, so müssen sie doch darauf gegen den aktuellen Leader antreten, der auch am Sonntag nur schwer zu bezwingen sein wird. Die Berner konnten während der (Verschnaufs-)Natipause neue Kräfte sammeln. Blessuren und Müdigkeitserscheinungen wurden mit Massagen und Pausen beseitigt, so dass am Sonntag die Tanks der Spieler voll sein werden. Personell wird es kaum Änderungen geben, einzig Guillaume Hoarau, wird bald wieder im Aufgebot erwartet. Mal schauen, ob es bereits am Sonntag soweit sein wird. Doch auch ohne ihn wird es für die Berner vor allem eine Richtung geben: vorwärts. Auf den Aussenbahnen werden Mbabu und Lotomba zusammen mit ihren Vordermänner Sulejmani und Fassnacht die Zürcher unter Dauerdruck setzen und unser Sturmduo Nsame/Assalé wird entweder die nötigen Räume für sie aufreissen oder aber ihre Vorlagen kaltschnäuzig verwerten. Währenddessen hinten von Bergen und Nuhu vor von Ballmoos dichthalten und im Zentrum Aebischer und Sanogo den Zürcher kaum Platz zum Atmen lassen.

Der FCZ wird deshalb ohne Punkte wieder abreisen müssen und selbst ein Torerfolg bleibt ihm beim diskussionslosen 4:0 Sieg verwehrt. Das neben Nsame und Assalé (2x) auch Lotomba ein Tor erzielen wird, ist zwar erstaunlich, doch wir mögen es ihm schon jetzt gönnen. HOPP YB!

Mögliche YB-Aufstellung

FC Basel – BSC Young Boys 1:1

6. November 2017 um 14:45 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Lange ist es her, seit es in einem Spiel Basel – YB im Joggeli spürbar um mehr als «nur» Prestige ging. Für einmal ging YB mit einem Punktevorsprung ins Rennen und Trainer Hütter stellte seine Elf nicht nur nominell, sondern auch taktisch etwas um. Für Lotomba und Nsame begannen Benito und Ngamaleu. Die Ausrichtung war etwas defensiver und kontrollierter als sonst, im Wissen, dass YB ein Unentschieden deutlich mehr bringt als den Baslern. Zudem ermöglichte die Umstellung auch Optionen für allfällige Wechsel.

Den über 30’000 Zuschauern bot sich ein Kampfspiel, das von Zweikämpfen und wenig zusammenhängenden Szenen geprägt war. Beide Teams verteidigten stark und kamen im Ballbesitz kaum zu gefährlichen Aktionen. Zu aufsässig waren beide Mannschaften, zu unpräzise die Pässe in die Spitze. Obwohl der FCB leichte Vorteile punkto Ballbesitz verzeichnen konnte, gehörte die beste Chance YB: Sulejmani reagierte am gegnerischen Strafraum am schnellsten und konnte mit seinem schwächeren Fuss abschliessen. Doch Vaclik war zur Stelle und vereitelte einen Basler Rückstand.

Nach der Pause wirkte Basel etwas entschlossener und liess YB nicht mehr viel Raum zur Entlastung. Die Gelbschwarzen verteidigten aber solid und liessen eigentlich nichts zu, bis Nuhu im Strafraum zu einem Dribbling ansetzte, den Ball etwas spät zu Sanogo passte, dieser bei der Ballannahme patzte und im Anschluss den Ball verlor. Serey Die fasste sich ein Herz und schloss stark in die untere, rechte Ecke ab. Von Ballmoos, der in der ersten Halbzeit eine Fleischwunde unter dem Auge verarzten lassen musste, war zwar dran, konnte den Ball auf dem nassen Rasen aber nicht entscheidend ablenken.

YB brauchte einige Minuten, um wieder in den Tritt zu kommen. Hilfreich war dabei die Einwechslung von Topscorer Nsame, der sich sofort ins Spiel einfand und mit seiner physischen Präsenz den gegnerischen Verteidiger das Leben schwer machte. Das Team bewies die zuletzt häufig zitierten Mentalität und Kampfgeist und arbeitete sich schrittweise nach vorne. Ein Konter führte nach rund 80 Minuten zu einem Freistoss. Den Ball von Sulejmani brachte keiner aufs Tor, doch der Rebound landete bei Mbabu. Der umkurvte seinen Gegenspieler wie einen Schuljungen und fand in der Mitte Nsame, der mit der Hacke wunderschön zum Ausgleich traf.

Ein verdienter Punkt, der das 7-Punkte-Polster erfreulicherweise aufrecht erhält. YB hat gezeigt, dass die Mannschaft reifer ist als in den Jahren zuvor. In der Natipause soll sich nun jeder erholen (Gute Besserung Jean-Pierre!) damit wir am Sonntag in einer Woche Zuhause den FCZ würdig empfangen können. Hopp YB!

 

Die Noten

Von Ballmoos 5/ Biss trotz Fleischwunde unter dem Auge durch und liess sich nichts anmerken. Beim Gegentor ist er dran, der Ball springt im dümmsten Moment auf.

Mbabu 5,5/ Defensiv sehr konzentriert und zweikampfstark. In der Offensiv nicht so viel Platz wie sonst – aber bei einer der weniger Aktionen entscheidend. Toller Assist.

Von Bergen 5,5/ Starker Auftritt des Captains. Der Abwehrverbund liess kaum etwas zu.

Nuhu 4,5/ Schwankte zwischen Welt- und Kreisklasse. Defensiv absolut Top, allerdings mit zwei, drei non-chalanten Aktionen. Legte sich sogar noch mit dem Publikum an, fand aber danach glücklicherweise wieder in die Spur.

Benito 5/ Begann für Lotomba und rechtfertigte seine Nominierung durchaus. Robuster Auftritt auf der deutlich belebteren Basler Seite.

Ngamaleu 4/ War bemüht, kämpfte aber glücklos. Hatte in der ersten Halbzeit einige gute Ideen, verstolperte aber einige Male den Ball oder wurde – meist von Assalé – nicht angespielt.

Aebischer 4,5/ Wehrte sich gut und fing diverse Bälle ab. In der zweiten Halbzeit dann etwas weniger präsent.

Sanogo 5/ Doofer Ballverlust vor dem Gegentor wegen einer schlechten Ballannahme. Solche Szenen wurden aber auch schon abgepfiffen. Sonst aber der Chef auf dem Platz.

Sulejmani 5/ Defensiv so engagiert wie selten, die Standards nur mittelmässig. Aber Sulejmani gab nicht auf und war auch am Ursprung des Freistosses sowie an dessen Ausführung beteiligt.

Fassnacht 4/ Fand nicht so recht ins Spiel und konnte seine Schnelligkeit zu wenig ausspielen. Gefällt auf dem Flügel besser.

Assalé 4/ Natürlich ist Roger ein wirbliger und fleissiger Stürmer, der für YB Gold wert ist. Gestern fiel er aber vor allem durch vertändelte Konter, zu späte Abspiele oder schlechte Flugeinlagen auf. Das kann er definitiv besser.

Nsame 6/ Das Tor allein ist die Höchstnote wert. Ansonsten: So stellt man sich den Auftritt eines Jokers vor.

Lotomba und Sow keine Note

Vorschau FC Basel – BSC Young Boys

5. November 2017 um 11:32 von Marco in der Kategorie YB

In wenigen Stunden ist es soweit: Der Spitzenkampf FC Basel gegen den BSC Young Boys geht vor mehr als 30’000 Zuschauer über die Bühne. Nachdem beide Teams eine enttäuschende Europacup-Woche erlebt haben, steht nun wieder das Kerngeschäft Meisterschaft auf dem Programm. Darin hat sich YB bisher sehr gut behauptet. Insbesondere die Schwächen der Vorjahre sind bisher nicht zu beobachten. Auch auf fremden Terrain präsentiert sich YB in guter Form und spielt konsequent auf Sieg. Die Folge: YB führt auch die Auswärtstabelle an. Ein anderes Manko in den letzten Saisons war der Rhythmus-Wechsel zwischen Meisterschaft und Europacup. Nach tollen Auftritten auf internationalem Parkett folgten oft uninspirierte Spiele gegen SL-Vertreter. Nicht so in dieser Saison: Nach einem Europacup-Spiel ging YB noch nie als Verlierer vom Platz und gab nur zweimal Punkte ab.

Die Schlussfolgerung ist wenig überraschend. YB hat ein Europacup-Spiel hinter sich und tritt in der Fremde an. Die Voraussetzungen für einen Sieg in Basel sind also gegeben.

Personell sind die Young Boys heute gut aufgestellt. Auf der Verletztenliste stehen nur Bertone, Hoarau und Seferi. Sperren sind keine abzusitzen. Bei Basel fehlen Stürmer Van Wolfswinkel und Innenverteidiger Suchy, was für YB sicher kein Nachteil ist. Nachdem die Berner Verteidigung gegen Sion umgestellt werden musste, kann Adi Hütter heute wieder auf die Stammkräfte Von Bergen und Nuhu setzen. Rechts aussen ist Mbabu gesetzt. Dagegen ist die Position des Linksverteidigers noch offen. Benito hat wenig Spielpraxis aber viel Erfahrung. Lotomba spielt bisher eine starke Saison, bezahlt aber aufgrund seines Alters manchmal Lehrgeld wie gegen Kiew. Auch Sulejmani blieb in der Europa League unter seinen Möglichkeiten, doch er ist der Mann für die grossen Spiele und kann im St. Jakobpark zu seiner Form zurückfinden. Erfreulich ist die Rückkehr von Sanogo. Seine Robustheit und Spielübersicht könnten  Erfolgsfaktoren sein. Neben ihm stehen Sow und Aebischer zur Verfügung. Sow hat sich zuletzt gesteigert und ist physisch ein bisschen stärker. Das dürfte ihm den Platz in der Startaufstellung bescheren. Fassnacht ist ein sicherer Wert auf dem Flügel. Wenn er wieder etwas effizienter wird, ist er auch ein Tor-Garant. Falls nicht, richten es Assalé und Nsame im Sturm.

Nsame teilt sich die Spitze im Torschützenklassement derzeit mit Thuns Rapp. Heute trifft er zum 0:1, Sulejmani erhöht auf 0:2. Der Gegentreffer in der Schlussphase ist ärgerlich und das Zittern nervenaufreibend. Zum Glück reicht es und YB verlässt Basel mit drei Punkten im Gepäck.

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BSC Young Boys – Dynamo Kiew 0:1

3. November 2017 um 13:05 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es stimmte vieles und doch fehlte am Ende das kleine Bisschen um den Abend erfolgreich abzuschliessen. Die Young Boys begannen stark, störten den Gegner früh und schalteten blitzschnell um, so dass Kiew gar nicht erst ins Spiel fand. Sow und Aebischer spielten im Mittelfeld gross auf, kämpften um jeden Ball, vertraten den gesperrten Sanogo ohne Fehl und Tadel. Die Verteidigung stand sicher und nach schnellem Umschalten ging es jeweils über die Seiten in die gegnerische Platzhälfte, die Stürmer liefen in die Tiefe und verpassten das Zuspiel nur um ein kleines Bisschen. Es war wie verhext! Um sich einer Biermetapher zu bemühen: Es war wie ein Schluck aus dem alkoholfreien Bier, welches im Stadion an europäischen Spielen ausgeschenkt wird. Es sieht aus wie Bier, es schmeckt (manchmal sogar ein bisschen) nach Bier aber die euphorisierende Wirkung bleibt aus – egal wie oft man daran nippt.

Nach einem Sulejmani Eckball in der 16. Minute fehlte nur ein kleines Bisschen, doch Nuhu köpfte den Ball an den Pfosten und der Nachschuss Nsames «klärte» der unglücklich kämpfende Assalé auf der Linie. Freistoss Sulejmani, geblockter Schuss Sow und wieder Nsame der aus spitzem Winkel das Tor nur um ein kleines Bisschen verfehlte. Zugegeben, es waren zumeist die ruhenden Bälle, welche zu akuter Torgefahr führten, denn aus dem Spiel heraus war der letzte Pass jeweils ein kleines Bisschen zu ungenau. Und was war mit Kiew? Fehlte der abgewanderte Yarmolenko oder der verletzte Mbokani? Dies war sicher mit ein Grund, weshalb die Ukrainer kaum einmal gefährlich vor dem YB Tor auftauchten. Doch vor allem standen die Mannen von Adi Hütter solid und setzten den Gameplan perfekt um. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis sich dies auch auf dem Totomat ersichtlich zeigen würde. So dachte man.

Auch wenn Dynamo nach der Einwechslung von Kravets etwas agiler auftrat und die schmutzigen Fouls sowie das unfaire Zeitspiel nach und nach beim Heimteam Wirkung zeigte, hatten die Gelbschwarzen auch nach dem Seitenwechsel mehr vom Spiel. 17 zu 5 Eckbälle und 17 zu 8 Torschüsse reichten jedoch nicht aus um den ersten Sieg in der diesjährigen Europa League Kampagne zu bewerkstelligen. Der wohl einzige Fehler, des ansonsten stark aufspielenden Lotombas, am gestrigen Abend oder sagen wir es war eine falsche Entscheidung, nutzten die Gäste zum entscheidenden 0:1 Siegtreffer. Denn Sulejmani verfehlte das Tor, bei seinem indirekten Freistoss aus 11 Metern, mehr als nur ein kleines Bisschen und Aebischers Weitschuss parierte der Kovalersatz Bushchan.

Mund abwischen und das Spiel gegen Basel aus dem Hinterkopf in den Fokus rücken!

Noten:
Von Ballmoos: 4,5 War nicht allzu sehr beschäftigt, doch erledigte, was zu erledigen war.
Mbabu: 4,5 Beackerte in gewohnter Manier seine rechte Seite, doch auch seine Flanken waren zu ungenau.
Von Bergen: 4 Defensiv solid aber Schwierigkeiten mit dem ersten Pass.
Nuhu: 5 Gegen Hinten souverän und gegen Vorne ohne Fortune.
Lotomba: 4,5 Unterband mehrere Gegenstösse nach Konter des Gegners und machte auch sonst fast alles Richtig, bis auf das eine Mal in der 70. Minute.
Fassnacht: 4 Kämpfte und lief viel, doch auch ihm gelang kaum etwas Zählbares.
Sow: 5 Gute Leistung des Youngsters. Stark am Ball und kämpferisch unterwegs.
Aebischer: 5 Bester Spieler auf dem Platz. Immer anspielbar, mit gutem Auge für die Mitspieler und zweikampfstark.
Sulejmani: 4 Sein Visier war gestern definitiv falsch eingestellt, aber viel unterwegs und sehr bemüht.
Nsame: 4,5 Hatte die eine oder andere Chance doch verpasste auch gestern seinen ersten Treffer in der EL.
Assalé: 4 Meist einen Schritt zu spät und mit einigen Fehlpässen. Das war nicht sein Spiel gestern.
Moumi Ngamaleu: kam in der 73. Minute für Nsame.
Schick: kam nach 81. Minuten für Fassnacht.

Michel Aebischer konnte seine starke Leistung nicht mit einem Tor krönen. (Foto: Thomas Hodel)

Michel Aebischer konnte seine starke Leistung nicht mit einem Tor krönen. (Foto: Thomas Hodel)

Vorschau BSC YB – Dynamo Kiew

2. November 2017 um 12:53 von Jänu in der Kategorie YB

YB-Kiew… man kann es schon fast nicht mehr hören. Wiedermal spielen die Berner gegen den Ukrainer Hauptstadtverein, diesmal im Rahmen des ersten „Rückrundenspiels“ der Europa League Gruppenphase.

Der Gegner ist sicherlich kein Grund zur Vorfreude, die Ausgangslage schon eher. Mit einem Sieg können die Berner einen weiteren grossen Schritt in Richtung Weiterkommen machen, sogar der erste Platz wäre mit einem Dreier wieder greifbar. Da Punkte gegen Kiew in dieser Gruppe eher die Ausnahme als die Regel sind, kann YB ruhig etwas pokern und va banque spielen, zu verlieren haben die Berner nämlich nicht viel. Bei einer Niederlage bleiben die Chancen europäisch zu Überwintern nach wie vor gut.
Ein weiterer Grund sich aufs Spiel zu freuen, ist ganz einfach das momentane YB-Spiel an sich. Mit viel Spielfreude und Spielwitz machen es die Berner jedem Gegner schwer, ein Rezept gegen sie zu finden. Die Hütter Elf verfügt über die Fähigkeit, den Kontrahenten zum richtigen Zeitpunkt konsequent unter Druck zu setzen. Dazu kommt die Spielintelligenz, um aus diesen Druckphasen auch Chancen zu kreieren und schliesslich werden diese aktuell auch effizient verwertet. Egal ob Nsame, Assalé oder Sulejmani, der Ball zappelt früher oder später im Netz des Gegners.
Und dann wäre da auch noch dieser eine mickrige Grund zur Vorfreude im Tor der Kiewer: Maxym Koval. Der Dynamo-Goalie trieb uns im Champions League Qualifikation Rückspiel erst zur Weissglut, nur um uns anschliessend einen der Glücksmomente der aktuellen Saison zu bescheren. Nun kehrt er ins Wankdorf zurück und darauf freuen wir uns bestimmt mehr, als er sich.

YB hat durchaus das Potenzial dem Gruppenkrösus erneut Punkte abzuringen, ihn gar zu besiegen. Es wäre besonders schön, den ersten Sieg in der EL-Gruppenphase zu Hause zu feiern und so auch gleich das Langzeitduell 2017 gegen Kiew für sich zu entscheiden (aktuell 1 Niederlage, 1 Sieg, 1 Unentschieden). Allerdings wird Adi Hütter auf Sekou Sanogo verzichten müssen, der Ivorer ist gesperrt und wird somit zwangsgeschont. Dieser Verlust wiegt schwer, ist doch Sanogo in den Spielen gegen die robusten europäischen Mannschaften, gegen die Zweikampfstärke und –härte besonders wichtig sind, nur schwer zu ersetzen. Da aber die Kiewer den erneuten Bern Ausflug nicht allzu ernst nehmen werden, klappt‘s trotzdem mit dem Sieg. Beim 3:2 für YB schiessen Fassnacht, Assalé und Sow die Tore.

mögliche YB-Aufstellung

BSC YB – FC Sion 5:1

31. Oktober 2017 um 08:16 von Mate in der Kategorie YB

6:1 gegen St. Gallen, 5:1 gegen Sion – Gastteam im Wankdorf zu sein, ist momentan keine schöne Angelegenheit. Erfreulicherweise. Auch wenn der Gegner natürlich nicht der ganz grosse Herausforderer war, die Leistung der Gelbschwarzen war beeindruckend. Sie schwankte zwischen solid und hervorragend und es gab in keiner Sekunde des Spiels einen Zweifel darüber, ob YB dieses Spiel gewinnen würde oder nicht. Wie bereits im letzten Heimspiel gegen St. Gallen hätten es auch diesmal gut und gerne noch 2-3 Tore mehr sein können.

Wenn YB vor noch nicht allzu langer Zeit gut startete, früh in Führung ging und dann einen dummen Gegentreffer kassierte, hatte dies nicht selten Verunsicherung und entsprechende Leistungseinbusse zur Folge. Nicht so im Moment. Goalie Von  Ballmoos hatte gezögert, Cunha profitiert  und Kasami freigespielt, welcher den 2:1-Anschlusstreffer für die Walliser erzielte. Bis auf eine kleine Chance ganz zu Beginn hatte Sion bis dahin genau nichts zu bestellen gehabt. YB führte 2:0 durch Tore von Sulejmani und Assalé. ein Angriff nach dem anderen war bis da in Richtung Sion-Tor gerollt, die Überlegenheit von YB war immens. Eindrücklich auch wie Hütters Mannschaft auf diesen unnötigen Gegentreffer reagierte. Zuvor ganz kurz mit verhältnismässig etwas weniger Drive unterwegs , schien man festgestellt zu haben, dass da doch noch ein Gegner auf dem Platz steht. Also drehte man den Tempoknopf einfach wieder etwas rauf und es war am Ende Jean-Pierre Nsame, welcher mit einer Riesenkiste den 3:1-Vorsprung wiederherstellte. Man munkelt, dass Sions Ricardo immer noch unter Orientierungsstörungen leidet und Goalie Mitryushkin das Ohrensausen hat, seit dieser Knaller über ihn hinweg ins nahe Eck gedonnert ist. Kurz danach war Pause und – auch das ist anders – auf den Rängen, wo man früher in solchen Situationen trotz allem befürchtete, YB würde es plötzlich doch noch verkacken, wurde nun über die Höhe des YB-Siegs gerätselt. Es scheint, als habe sich das augenfällige Selbstvertrauen vom Rasen auf die Ränge ausgebreitet.

Halbzeit zwei begann eher gemächlich, YB hatte das Spiel im Griff und Sion keine Mittel, den Leader in Bedrängnis zu bringen. So brauchte es auch in der zweiten Hälfte einen Schnitzer der Berner Hintermannschaft, damit Sion zu einer wirklich guten Chance kam. Der sonst bärenstarke Mbabu verpasste das Abspiel, wonach Marco Schneuwly alleine losziehen konnte, den Ball aber nur ins Aussennetz schoss. Vorne erhielten die Young Boys einen Penalty zugesprochen, nachdem Nsame Zverotic überfordert hatte und ihm dieser das Bein wegzog. Sulejmani verwertete gekonnt. Danach hätte Nsame auf 5:1 stellen sollen, scheiterte aber aus fünf Metern vor dem leeren Tor – nach einem zügigen Angriff über rechts und einem schönen Zuspiel von Sturm-Compagnon Assalé. Wenig später erhielt Nsame, wieder von Assalé in Szene gesetzt, die nächste Gelegenheit, seinen zweiten Treffer zu erzielen. Diese wiederum nutzte der Kameruner eiskalt, 5:1, drei Punkte. Weitermachen.

 

Noten:

Von Ballmoos 4,5:      Muss den Gegentreffer auf seine Kappe nehmen, eigentlich atypisch, dass er dort zögerte. Es sah fast so aus als hätte er einen Moment vergessen, dass er die Strafraumlinie übertreten darf. Danach gewohnt sicher und mit zwei guten Interventionen.

Mbabu 5,5:                 Abgesehen von seinem Aussetzer, welcher aber ohne Folgen blieb, mitunter einer der besten auf dem Platz, defensiv wie nach vorne stark. Klasse die Vorarbeit zum 1:0.

Bürki 5:                       Das zweite Meisterschaftsspiel von Beginn weg lief für Bürki um einiges besser als das Erste. Kam mit kleinen erfolgreichen Interventionen am Anfang schnell und gut ins Spiel und spielte danach solide.

Wüthrich 5:                 Ebenfalls mit einer erfreulich souveränen Leistung – auch wenn die Verteidigung natürlich nicht aufs Letzte gefordert war. Setzte seine Robustheit gut ein und traute sich auch mit dem Ball je länger je mehr zu. Zu recht.

Lotomba 5:                 Solide Leistung des Jungspunds, jedoch auch gestern mit zwei, drei kleinen Fehlern, welche er aber entweder gleich selber ausbügelte oder sich auf die Hilfe seiner Mitspieler verlassen konnte.

Sulejmani 5,5:             Starker Auftritt des Serben, bleibt nicht viel mehr zu sagen als «weiter so».

Sanogo 5,5:                Chef auf dem Platz. Stellte seine Zweikampfstärke einmal mehr eindrücklich zur Schau. Sehr diszipliniert erreichte er das Ziel, keine gelbe Karte zu holen, problemlos.

Sow 5:                        Steigert sich langsam aber sicher und hat mehr Einfluss auf das Spiel als noch Anfangs Saison. Manchmal noch mit vermeidbaren Ballverlusten, weil er die falsche Entscheidung trifft.

Fassnacht 5:               Vergab zu Beginn des Spiels einmal mehr eine Riesenchance. Ansonsten gewohnt fleissig und aggressiv im Spiel gegen den Ball. Mit viel Zug unterwegs, gefällt einfach der Mann.

Nsame 5 :          Zwei Tore gemacht, eines schon fast fahrlässig liegen gelassen. Schön zu sehen dass ihn das offensichtlich fast mehr wurmte, als es ihn freute, dass er zweimal getroffen hat. Wobei der erste Treffer schlicht grosse Klasse war.

Assalé 5:                     War auch in der 90. Minute nicht zu müde, Sions Torhüter noch unter Druck zu setzen. Bestätigte seine gute Form und war an vielen guten Offensivaktionen beteiligt.