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Vorschau ZSKA Moskau – BSC YB

23. August 2017 um 14:42 von Mate in der Kategorie YB

In der Vorschau zum Hinspiel hatten wir geschrieben, dass es erst in einer Woche etwas zu gewinnen gibt. Das wäre nun heute. Auf eine gute Ausgangslage hatten alle gehofft. Auch wenn diese besser ist als vor Jahresfrist gegen Mönchengladbach – von «gut» ist sie doch recht weit entfernt. Wir sparen uns die Rückblende, alle wissen, dass sie viel besser sein könnte, als sie dies jetzt ist. Da der Konjunktiv aber nach wie vor der grösste Feind des Erfolgs ist, tun wir, was unsere Mannschaft seit einer Woche macht: Wir konzentrieren uns auf das, was kommt.

Dies ist heute nichts geringeres als ein schwieriges Auswärtsspiel in Moskau gegen eine routinierte Mannschaft, welche über ein regelrechtes Abwehrbollwerk verfügt. Dabei muss YB aus dem Spiel mindestens ein Tor erzielen , eher zwei oder besser noch mehr. Es gibt einfachere Aufgaben und geht um viel Geld, um die Möglichkeit auf ein vielleicht einmaliges Erlebnis und nicht zuletzt auch darum, einen riesengrossen Pflock einzuschlagen. Die Jungs von Adi Hütter tun aber gut daran, keine Energie in solchen Gedanken zu verlieren. Sie werden alle auf dem Platz gebrauchen, müssen Zweikämpfe gewinnen, Präzision und Effizienz an den Tag legen. Es ist zu erwarten, dass die im Hinspiel sehr defensiv eingestellten Russen etwas mehr für das Spiel machen werden und eine ähnliche Taktik wählen, wie YB dies vor Wochenfrist getan hatte. Spiel kontrollieren und Gegner vom Tor fernhalten. Die Russen haben im Hinspiel ansatzweise gezeigt, dass sie zu einem guten Kombinationsspiel im Stande sind. YB tut gut daran, ihnen dazu möglichst keine Räume zu geben. Dazu wird man auf ein gutes Umschaltspiel angewiesen sein, um die Russen mit Schnelligkeit in Verlegenheit bringen.

Aufstellungstechnisch bringt der Ausfall von Hoarau von sich aus mindestens eine Änderung gegenüber dem Hinspiel mit sich. Dass er die Reise nach Moskau nicht mitmachen konnte, war bestimmt ein kleiner Dämpfer in der Vorbereitung, macht aber ohne Zweifel Sinn, wenn er nicht hundertprozentig einsatzfähig ist. Wenn sich Hütter für einen 1-1-Wechsel entscheidet, dürfte Jean-Pierre Nsamé den Vorzug gegenüber Christian Fassnacht erhalten. Nicht zuletzt weil Fassnacht mehr Möglichkeiten für eine Einwechslung bietet. Wir aber würden das Spiel in einer 4-3-3-Aufstellung beginnen, mit denselben Verteidigern wie im Hinspiel, davor Sanogo, Bertone und Sow, sowie Ravet, Assalé und Sulejmani.

Vielleicht zum letzten Mal im YB-Leibchen wird heute Yoric Ravet zu sehen sein. Ob er dann tatsächlich wechselt, wenn dem Team heute Abend der erhoffte Coup gelingt, man weiss es nicht. Was man weiss, ist, dass nur eine erneute Topleistung dazu führen wird, ihn vielleicht in diese Zwickmühle zu bringen. Ob er dann wechselt oder nicht, ist aktuell selbstverständlich aber allerhöchstens sekundär. Und wenn YB den Sprung in die Championsleague tatsächlich schafft, wird auch ein allfälliger Abgang des Franzosen für alle zu verschmerzen sein.

(Anmerkung der Redaktion: In der Zwischenzeit vermeldet die Zeitung mit den grossen Buchstaben, dass der Ravet-Abgang fix sei. Wir verzichten aufgrund der Quelle darauf, die Vorschau anzupassen. Sollte er wirklich weg sein, so freuen wir uns auf einen letzten Top-Aufritt des Franzosen, danken für seine Dienste und wünschen ihm viel Spass, im Herbst an einem nebligen Mittwochabend mit einem Ganter auf dem Sofa zu sitzen und seinen ehemaligen Teamkollegen beim Champions League-Auswärtsspiel im Bernabeu zuzuschauen)

Wir sind wie immer positiv und tippen allen Widrig- und Schwierigkeiten zum Trotz auf einen grossartigen Auswärtssieg. Bertone wird YB in Führung schiessen, die grosse Hoffnung kommt auf. Es folgt der Dämpfer nach dem Ausgleich der Russen, bevor sich ganz Bern in Ekstase befindet, wenn Nuhu in der Nachspielzeit das 2:1 erzielt.

 

zska-YB

 

FC Zürich – BSC Young Boys 0:0

20. August 2017 um 17:30 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Nach Moskau ist vor Moskau. So fest wir uns alle vornehmen, Spiel für Spiel zu nehmen und dies auch von den Spielern erwarten, so schwierig ist es das Spiel vom kommenden Mittwoch auszublenden.

Adi Hütter versuchte mittels leichter Rotation, sowie einer Systemumstellung für neue Reize zu sorgen. Mit einem 3-4-1-2 sollte dem 3-4-3 des FCZ entgegengewirkt werden, Benito rückte in die Innenverteidigung neben Nuhu und von Bergen, Mbabu und Lotomba sollten auf den Aussenbahnen für Wirbel sorgen. Im Zentrum durfte sich Sow ein weiteres Mal neben Sanogo zeigen und versuchen, die drei Offensiven Fassnacht, Assalé und Hoarau mit Zuspielen zu füttern. So gut dies auf dem Papier klang, so ungenügend war die Ausführung dieses Plans in der ersten Halbzeit. Es entwickelte sich eine von Zweikämpfen und Fehlpässen geprägte Partie, in denen YB zwar nicht schlechter aber sicher etwas weniger zielstrebig agierte. „Mentalitätsmonster“ Frey zeigte sich gegen seine Kollegen (über)motiviert und lieferte sich über 90 Minuten ein hartes Duell mit von Bergen. Unverständlich wie er dabei ohne Verwarnung davon kommen konnte.

Erst kurz vor der Pause kam YB zu einer Chance, doch Assalé traf den Ball nicht optimal nachdem er bereits an Vanins vorbeigezogen war. Was vor allem auffiel war der ausbleibende Spielaufbau auf beiden Seiten, vor allem aber bei YB. Viel zu oft wurde mit langen Bällen operiert, die für den routinierten Alain Nef meist ein gefundenes Fressen darstellten.

In der Pause reagierte der Trainer und brachte das Duo Schick/Nsame für Lotomba/Assalé. Dadurch wurde das System wieder zu einem 4-4-2 umgestellt, was YB direkt eine deutliche Sicherheit einbrachte. Die ersten Minuten nach der Halbzeit gehörten klar den Gästen, es wurde flüssiger kombiniert und man näherte sich dem Strafraum sichtlich. Eine schöne Flanke von rechts konnte Hoarau per Seitfallzieher abnehmen – sah diesen Abschluss von Vanins hervorragend pariert. Es scheint, als müsse unsere Torversicherung seine Treffer aktuell doppelt und dreifach erzielen. Nach dieser Szene fing sich der FCZ ein wenig und kam zu zwei guten Steilpässen, die allerdings von Mbabu und von Ballmoos verteidigt werden konnten. Generell wirkte Gelbschwarz aber nun etwas stilsicherer, ohne zu zwingenden Torchancen zu kommen. Es schien, als würde sich der „Abschlussfluch“ der Spiele gegen Thun und ZSKA auch in Zürich fortsetzen. Zudem liess sich Hoarau auch noch angeschlagen auswechseln, dies hoffentlich nur als Vorsichtsmassnahme für Mittwoch. So blieb es nach 90 Minuten und einem durchzogenen Spitzenkampf beim 0:0. Eine Punkteteilung die in Ordnung geht und keinen Grund zur Besorgnis darstellt. Allerdings muss am kommenden Sonntag ein Erfolgserlebnis in St. Gallen her, um mit Toren, drei Punkten und Rückenwind in die wohlverdiente Natipause zu gehen. Rückenwind, der hoffentlich am Mittwochabend zu wehen beginnt Hopp YB!

Die Noten:

von Ballmoos 4.5/ Zu Beginn mit Glück gegen den anstürmenden Frey. Im Anschluss sicher.

Nuhu 4.5/ Ein Wackler in der ersten Halbzeit sowie ein sehr riskanter Pass gegen Ende des Spiels. Ansonsten sehr zweikampfstark und mit guten Seitenwechseln.

von Bergen 4.5/ Bekundete Mühe gegen Frey und erledigte seine Aufgabe nicht immer stilsicher. Hielt aber mit seinem Verbund die 0.

Benito 4.5/ Mit zwei wichtigen Rettungstaten und guten Tacklings. Seine Flanken sind gut, seine 1:1-Situationen noch nicht.

Lotomba 4/ Versuchte sich aktiv in die Offensive einzubringen, allerdings wollte ihm nicht allzu viel gelingen. Nahm sich aber in der ersten Halbzeit ein Herz und versuchte es aus der Distanz.

Sanogo 4/ Hatte Mühe gegen Rüegg und Sarr, nicht so dominant wie gewöhnlich. Hat Glück fliegt er nicht vom Platz, muss seine Hände unter Kontrolle behalten.

Sow 3.5/ Sichtlich bemüht aber ohne Fortune. Seine Standards waren sehr schwach.

Mbabu 4/ In der ersten Halbzeit verhalten und es hätte nicht verwundert, wenn er für Schick hätte weichen müssen statt Lotomba. In der zweiten Hälfte aber deutlich besser.

Fassnacht 4/ Bis zur Pause kaum gesehen. Nach der Pause auf dem Flügel deutlich auffälliger. Rückte nach der Auswechslung Hoaraus in die Spitze.

Assalé 3.5/ Kaum eine Szene gegen die massierte Zürcher Abwehr. Hat im Abschluss das Pech am Schuh.

Hoarau 4/ Stemmte sich gegen die FCZ-Defensive und kam zur besten Chance des Spiels. Sinnbildlich, dass diese nicht zu einem Treffer führte.

Nsame 4/ Grosser Einsatz nach seiner Einwechslung, behauptete diverse Bälle auch gegen mehrere Verteidiger. Trifft im Strafraum aber noch die falschen Entscheidungen.

Schick 4.5/ Seine Einwechslung brachte Schwung und bessere Standards sowie Flanken, die auch mal ankamen.

Ravet ohne Note/

Vorschau FC Zürich – BSC YB

18. August 2017 um 13:48 von Jänu in der Kategorie YB

Der August ist für YB ein wichtiger Monat. Jahr für Jahr gilt es heikle Cuprunden zu überstehen, sich für europäische Gruppenphasen zu qualifizieren und im nationalen Championat den Anschluss an die Spitze zu wahren. Und dies alles mit begeisterndem Fussball, schliesslich soll auch der eher träge Teil des Berner Anhangs ins Wankdorf gelockt werden. Etwas mehr als die Hälfte dieses Monats ist nun rum und YB schlägt sich in allen Punkten wacker. Jedoch spitzt sich die ganze Szenerie allmählich zu. War der ganze Monat wichtig, so darf die zweite Monatshälfte als eminent wichtig bezeichnet werden. Während der Cup vorerst ruht, warten in der Meisterschaft zwei heikle Auswärtsspiele in Zürich und St. Gallen. Da die Heimniederlage gegen Thun sicher nicht budgetiert war, stehen die Berner nun auswärts etwas mehr unter Zugzwang. Dazwischen steht das Auswärtsspiel in Moskau an, wo die Sterne besonders hell leuchten und wo mit einem Sieg wohl auch der trägste YB-Fan für den Herbst mobilisiert werden kann.

Doch machen wir doch so weiter, wie wir es auch in der ersten Augusthälfte taten und nehmen wir Spiel für Spiel. Der Aufsteiger und Leader wartet im Letzigrund auf YB. Dass die Zürcher Super League Niveau haben, war jedem klar, dass sie allerdings nach vier Spielen an der Spitze stehen, überrascht eher. Diese Spitze gehörte in den drei Runden zuvor YB und die Berner haben es nun in den eigenen Füssen, sich die Tabellenführung wieder zurückzuholen. Wir erwarten ein Spiel, bei dem beide Mannschaften vorerst eher auf abwarten spielen werden. Weder der FCZ noch YB wollen oder müssen von der ersten Minute an, alles in die Waagschale werfen. Basierend auf einer soliden Defensive werden aber beide Teams versuchen ihre Nadelstiche zu setzen und irgendwann den entscheidenden Treffer zu erzielen. Es könnte somit ein Spiel werden, das den Bernern liegt. Das Bollwerk um von Bergen hält in dieser Saison gut dicht und durch schnelles Umschalten wurde schon so manche Defensive schwindlig gespielt. Entscheidend wird also sein, was ganz vorne passiert, wo die beiden Stammstürmer noch etwas an Torimpotenz leiden. Weder Hoarau noch Assalé gelang in den bisherigen Spielen ein Tor aus dem Spiel heraus, höchste Zeit dies zu ändern.

Beim Gegner stehen gleich mehrere Ex-YBler auf und neben dem Bitz. Diese drei Mannen könnten für die Berner der Schlüssel zum Erfolg werden. Wenn man den Frey hinten an sich selbst sowie der YB-Abwehr scheitern lässt und dem Nef vorne Knoten in die hüftsteifen Beine spielt, dann wird dem Forte an der Seitenlinie das grosse Maul gestopft. Auch wenn das niemand kommuniziert, wissen wir, dass dies das interne Ziel bei YB ist.

Um einen forte’schen Schlund ganz zu versiegeln, reicht zwar der 1:0 Sieg (75‘, Assalé) nicht ganz aus. Doch YB wird damit weiterhin auf Kurs bleiben und das nötige Selbstvertrauen für die nächsten Spiele holen.

BSC Young Boys – ZSKA Moskau 0:1

16. August 2017 um 09:53 von Marco in der Kategorie YB

Es ist nur unglaublich bitter. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, doch gs.be kommt seiner Pflicht nach und versucht es trotzdem. YB zeigte gegen ZSKA Moskau über mehr als 90 Minuten eine beeindruckend starke Leistung und steht am Ende mit leeren Händen und leeren Gesichtern auf dem Platz. Im Vorfeld reichten die Prognosen von pessimistisch, da schliesslich ein Champions League-Stammgast auftritt, bis verhalten optimistisch, da sich YB zu Hause vor niemandem verstecken muss. Die Optimisten behielten Recht. Die Young Boys zeigten bereits in den Startminuten, dass sie gewillt waren, etwas zu reissen.

Nur nach etwa einer Viertelstunde Spielzeit hatte YB eine kurze Schwächephase und zog sich in die eigene Hälfte zurück. Moskau kam zu ein paar verhaltenen Möglichkeiten und deutete seine Qualität an, doch mit etwas Glück und solider Abwehrleistung überstanden die Gelbschwarzen diese Phase. In der Folge übernahm YB immer stärker das Spieldiktat. Mbabu sprintete sich Räume frei und füllte diese mit scharfen Pässen. In der Offensive glänzte insbesondere Sulejmani mit starken Kopfbällen und seinem linken Fuss, in den man sich manchmal ein bisschen verliebt. Ebenso positiv präsentierte sich Assalé. Mit seinen wirbligen Vorstössen stellte er sogar die abgeklärten ZSKA-Verteidiger vor Schwierigkeiten.

Nach dem Seitenwechsel gab es definitiv keine Zweifel mehr, wer das bessere Team ist. Schnelle Angriffe über die Flügel, sorgfältige Auslösungen von Mittelfeld-Motor Sanogo oder trickreiche Standards. Das Repertoire schien unerschöpflich, einzig das erlösende Tor wollte nicht fallen. Am nahesten dran war Hoarau, der einen Schuss von Benito scharf und präzise ablenkte und dennoch im russischen Torhüter seinen Meister fand. Oder auch Assalé, der seinen Verfolgern entwischte und unsanft gestoppt wurde. In Spielen, in denen alles klappt, wäre ein Penaltypfiff eine valable Option gewesen.

Leider klappte nicht alles. Der Kopfball von Nuhu machte alle vorherigen Bemühungen zunichte. Dass es sein einziger Fehler des Spiels war, vergrössert den Schmerz nur noch. YB steht in Moskau vor einer enorm schwierigen Aufgabe. Mit einer Wiederholung der gestrigen Leistung und ein bisschen mehr Glück ist sie jedoch lösbar.

Von Ballmoos 4.5 Hatte seinen Kasten im Griff und wurde in der 2. Halbzeit kaum geprüft – bis zum Missverständnis mit Nuhu.

Mbabu 5 Steigerte sich im Verlauf des Spiels und hängte seine Gegenspieler regelmässig ab.

Von Bergen 5.5 Wieder ein souveräner Auftritt des Abwehrchefs. War oft an den Spieleröffnungen beteiligt.

Nuhu 5.5 Die Benotung war nach 90 Minuten abgeschlossen.

Benito 4.5 Mehrheitlich solid, defensiv hatte er ein paar Wackler.

Ravet 5 Richtige Entscheidung auf ihn zu setzen, auch wenn der ganz grosse Exploit ausblieb.

Sanogo 5.5 Wieder einmal gehörte der Braveheart des Mittelkreises zu den besten.

Bertone 5 Suchte wieder öfter den Abschluss – weiter so!

Sulejmani 5.5 Starke Partie. Wird zurecht als der Mann für die grossen Spiele bezeichnet.

Assalé 5 Wirbelte durch die Abwehr, kreierte Chancen, muss aber noch effizienter werden.

Hoarau 5 Blieb lange blass und plötzlich hatte er die beste Chance.

Fassnacht 4.5 Ersetzte Ravet und brachte neuen Schwung.

Nsamé keine Note

Vorschau YB – ZSKA Moskau

15. August 2017 um 15:56 von Mate in der Kategorie YB

Bei YB ist man sich einig: Will man an die Honigtöpfe der Champions League herankommen, braucht es gegen ZSKA Moskau zwei absolute Topleistungen. Trainer wie Sportchef betonten dies im Vorfeld bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Etwas anders sieht offenbar immer noch die Wahrnehmung im Umfeld aus. Dort spricht man gerne von der «riesigen Chance», dem «wenn nicht jetzt, wann dann» und davon, dass YB mit ZSKA ein «Superlos» gezogen hat. Dies ist sicher nicht falsch, wenn man sieht, was für Gegner sonst zur Debatte gestanden hätten. Dennoch ist es doch etwas gar verwegen, mit Aussagen wie «die muss man einfach schlagen» um sich zu werfen oder sich zu fragen, ob ein 2:0 Polster wohl fürs Rückspiel reichen würden, oder ob es nicht ein 3:0 sein sollte.

Vergleichen wir die beiden Mannschaften, fällt vor allem eines auf: Punkto Erfahrung sind uns die Gäste weit überlegen. Da steht auf YB-Seite ein junges, hungriges Team, welchem sich die Chance zur erstmaligen Champions League-Qualifikation bietet. Internationale Erfahrung fehlt fast gänzlich. Anders beim Gegner aus Moskau, bei dem schon nur die Innenverteidigung weit mehr Länderspiele aufweisen kann, als die gesamte YB-Mannschaft zusammen. Nun gewinnt Erfahrung alleine natürlich so wenig Spiele wie der Marktwert (YB nach Schätzungen eines Onlineportals rund 28 Mio. vs. rund 78 Mio. bei ZSKA Moskau). Beide zeigen aber halt etwas die Relationen auf, welche sich der eine oder andere vielleicht noch einmal vor Augen führen sollte. Oder auch der Umstand, dass die Moskauer in den letzten zehn Jahren nicht weniger als sieben Mal in der Gruppenphase der Champions League standen, YB dagegen, na wir wissen es.

Nichtsdestotrotz, träumen natürlich auch wir bei gäubschwarz.be vom grossen Coup und sind überzeugt, dass er möglich ist. Um diesen bewerkstelligen zu können, geht es nun heute einmal darum, eine solide Basis zu legen. Gewinnen können wir das Ding sowieso erst nächste Woche. Dass unsere Mannschaft taktisch und physisch auf hohem Niveau spielen kann, hat sie zuletzt gegen Kiew gezeigt. Energisch, kontrolliert und enorm fokussiert präsentierte sich Adi Hütters Mannschaft. Die Grundvoraussetzung, auch heute ein gutes Resultat zu erreichen und entsprechend mit intakten Chancen nach Moskau fahren zu können. Dann vielleicht noch eine uns gut gesinnte Glücksgöttin und wer weiss….sitzt plötzlich ganz Bern am 24.08.2017 vor dem Fernseher und wartet gespannt darauf, welche Gruppengegner die Champions League-Auslosung für den besten und berühmtesten Fussballclub der Welt bereithält.

Aufstellungstechnisch erwarten wir keine Überraschungen. Eigentlich stellt sich nur die Frage der Besetzung im Zentrum, wo wir uns für Leonardo Bertone entscheiden würden. Auf dem Flügel wird Yoric Ravet ins Team zurückkehren, mit seinem Drive und seinen Fähigkeiten, spielentscheidende Situationen heraufzubeschwören, ist er für diese Affiche unabdingbar.

Entsprechend ergibt sich dadurch die folgende Aufstellung, welche mit einer weiteren berauschenden Leistung für einen 2:0-Heimsieg (Tore durch Ravet und Hoarau) verantwortlich zeichnen wird.

YB-ZSKA

 

Cup: FC Breitenrain – BSC Young Boys 0:3 (0:1)

14. August 2017 um 23:36 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war das erwartete Fussballfest im Quartierderby auf dem altehrwürdigen Spitz! Die Ostkurve marschierte 2 Stunden vor Spielbeginn vom Wankdorf über Umwegen durch den Breitsch zum Stadion. Vorbei an lauter gutgelaunten Fussballfans, die meisten in Gelbschwarz aber doch auch ein paar wenige im weissschwarzen Breitenrainschal, die sich am Breitschplatz, wie meist vor den YB Spielen, noch ein Bier gönnten. Das Fussballstadion Spitalacker war rappelvoll. Sogar auf den Cateringständen, dem Clubhaus und den umliegenden Dächern und Balkonen war dichtes Gedränge. Kinder sassen an der Auslinie, schauten erwartungsfroh auf den Kunstrasen und den auftretenden Hauptdarstellern dieses ungewöhnlich schönen Cupspiels. 6’000 Zuschauer konnten dank provisorischen Zusatztribünen und dem Einsatz vieler Helfer, Live dabei sein und auch wenn die Sicht auf das Spielgeschehen ab der dritten Reihe und dem vierten Bier, vielleicht nicht mehr ganz so gut war, so zog sich diese überaus gute Feststimmung bis weit nach dem Schlusspfiff durch.

Die Young Boys befanden sich nach der Niederlage gegen Thun einerseits auf Wiedergutmachungstour aber andererseits auch irgendwie in Vorbereitung auf das Spiel für die Champions League. Dazwischen erwarteten alle einen souverän herausgespielten Aufstieg in die nächste Cuprunde. Adi Hütter rotierte 7 Spieler in das neu formierte 3-5-2 System aber lies nie Zweifel aufkommen, was Ziel und Zweck dieser Veranstaltung war. Der FC Breitenrain, bis in den kleinen Zeh motiviert, vom grossen Gegner und der Kulisse sichtlich beeindruckt, versuchte mehr oder weniger erfolgreich die Räume zu schliessen und die Null möglichst lange zu halten. Dies gelang bis in die 22. Minute und dem Kunststück von Nuhu. Es war dies der erste Treffer in einem Ernstkampf für die Gelbschwarzen und wurde dementsprechend gefeiert.

Ehe das Heimteam zu ihrer ersten Chance kam und die Nervosität einigermassen abstreifen konnte, war bereits eine Stunde gespielt und man lag nach einem glücklichen Treffer von Thorsten Schick mit 0:2 zurück. Danach traf Franjic im Offside stehend zum vermeintlichen 1:2 und Breitsch Urgestein und ex YB Spieler Kehrli verliess seine Posten in der Innenverteidigung um im Strafraum des Super League Klubs für Unruhe zu sorgen. Was nicht unbedingt gelang, dafür schoss der auffällige aber nicht ganz so effiziente Nsamé zum verdienten 3:0 Endstand.

Der Höhepunkt dieses schönen Fussballnachmittags war hingegen der Platzsturm dutzender Kinder und das «We love you Tänzchen» mit den YB Spielern vor der Ostkurve. Als jeder ein Autogramm erhascht oder ein Selfie geschossen hatte konnte kehrte man glücklich nach Hause zurück und manch einer erhofft sich schon bald wieder ein solch gelungenes Quartierfest auf dem Spitz.

Die Noten:
Von Ballmoos 4,5: Zugegeben, David hatte nicht wirklich was zu tun, doch musste er auch nie hinter sich greifen.
Bürki 4,5: Hatte kaum was zu tun aber erledigte was kam gut.
Nuhu 5: Defensiv nicht gefordert und offensiv mit seinem ersten Pflichtspieltreffer in Gelbschwarz.
Wüthrich 4,5: Stand zum ersten Mal in dieser Saison im YB-Kader und holte sich gleich einen sturmen Schädel und eine gebrochene Nase ab.
Bertone 4,5: Organisierte das Spiel im Mittelfeld – Konzentrierter Arbeitstag von Leo.
Schick 5: Begann gut aber baute nach seinem glücklichen Treffer etwas ab.
Sow 4: Suchte auch gegen das Unterklassige Breitenrain seine Rolle im Team.
Aebischer 4: Unauffälliges Spiel mit wenigen persönlichen Akzenten.
Lotomba 5: Viel unterwegs und mit zwei Assists.
Hoarau 4,5: Führte die «Jugendtruppe» souverän in die nächste Cuprunde.
Nsamé 5: Gefährlichster Spieler auf dem Platz. Hätte auch 1 oder 2 Treffer mehr erzielen dürfen.
Fassnacht 4: Kam für die letzten 20 Minuten als das Spiel bereits entschieden war und konnte keine Akzente mehr setzen.
Joss war zu kurz im Spiel für eine Benotung.

BSC YB – FC Thun 0:4

10. August 2017 um 10:31 von Jänu in der Kategorie YB

Das Meer tobt, der Wind peitscht übers Wasser und die meterhohen Wellen brechen in sich zusammen. Kein Nordseesturm hätte die YB-Träume brutaler unter sich begraben können, als der gestrige Abend. Die YB-Erfolgswelle brach in sich zusammen, schäumte und lief langsam auf dem Berner Plastik aus.

Zu analysieren gibt es heute eigentlich nichts. YB war wie gewohnt die spielbestimmende Mannschaft im eigenen Stadion. Man wollte von Anfang an das Spieldiktat an sich reissen. Leider gelang dies nur bis 30 Meter vor das gegnerische Tor, danach war Schluss. Das neue nicht eingespielte Sturmduo Nsamé/Assalé war nicht in der Lage, genügend Druck aufs Thuner-Tor auszuüben. Jedoch war es nicht alleine verantwortlich für die Harmlosigkeit der Gelbschwarzen in der ersten Halbzeit. Auf den Aussenbahnen kam weder von den Flügeln noch von den Aussenverteidigern der gewohnte Druck und so fehlte einer wie Guillaume Hoarau ganz vorne, der in solch schwierigen Momenten die Bälle halten und verteilen kann.

Die ersten 45 Minuten vergingen daher ohne, dass YB wirklich für Torgefahr sorgen konnte. Auch Thun war eigentlich nicht allzu gefährlich und trotzdem stand es zum Pausenpfiff 0:3. Zwei Eckbälle und ein sauber gespielter schneller Angriff waren für die Führung besorgt. Besonders ärgerlich aus Berner Sicht war, dass man sich beim Führungstreffer mit derselben Eckball Variante erwischen liess, wie man vor Tagesfrist gegen Lausanne noch selber geskort hatte. Die Effizienz, die YB in den letzten Spielen auszeichnete, war für einmal auf der Seite des Gegners anzutreffen und die Thuner machten sich die etwas zu zahmen Abwehrversuche der Stadtberner zu Nutze, um bereits zur Halbzeit für klare Verhältnisse zu sorgen.

YB steckte den Kopf nach dem Seitenwechsel nicht in den Sand und versuchte, das Ruder nochmal rumzureissen. Doch nachdem alle Assalés, Fassnachts und Hoaraus ihre Abschlüsse abgewehrt sahen, wurde auch dem Superoptimisten auf der Tribüne klar, dass heute kein YB-Treffer fallen wird. Im Gegenteil fiel kurz darauf auf der Gegenseite die Entscheidung. 4:0… Wärs auswärts gegen St. Gallen, Sion oder den FCZ passiert, wärs halb so schlimm, so tut’s weh. Verdammt weh. Trotzdem gilt es nun, nicht alles schlecht zu machen. Das Resultat war deutlicher als der Spielverlauf und es bringt nichts, nun die Mannschaft in den Senkel zu stellen. Der Staff wird seine Lehren aus dem Spiel ziehen und entsprechend weiterarbeiten. Eine davon wird sicherlich sein, dass der Fokus ausschliesslich auf dem Sportlichen liegen muss. Weder Shoppingtrips, noch Transfergerüchte, noch irgendwelche Medienlobhudeleien dürfen während den 90 Minuten irgendwo in den Köpfen präsent sein. Ob dies gestern der Fall war, können und wollen wir nicht beurteilen. Auffällig aber war, dass die Zweikämpfe mit einer Spur weniger Aggressivität und Verbissenheit geführt wurden, als in den Spielen zuvor. Man tat dem Gegner weniger weh und die normalerweise breite YB-Brust im Wankdorf wirkte für einmal einige Zentimeter dünner. Und es waren mitunter genau diese Zentimeter, die die Thuner auszunutzen wussten.

Wischen wir uns den Mund ab und gehen vorwärts. Adi Hütter wird die Mannschaft auf die nächsten grossen Herausforderungen wieder richtig ein- und aufzustellen wissen. Breitsch und ZSKA warten, wir sind bereit. HOPP YB!

Von Ballmoos: 4.5. Machtlos bei den Thuner Toren musste er die vier ersten Gegentreffer der Saison hinnehmen.

Mbabu: 3.5. Heute kam er mit seinen Rushes nicht durch und seine Flanken bleiben nach wie vor die Schwäche des jungen Aussenverteidigers.

Von Bergen: 4.5. Einer der besseren heute, die Spieleröffnung wird nie mehr seine Stärke werden.

Bürki: 2.5. Wir sehen das Positive: es kommen sicher bessere Spiele. Wird sich ärgern, dass er gegen seinen Ex-Verein einen schlechten Tag einzog.

Benito: 3.5 Ohne Zug gegen vorne und ohne zündende Ideen, dazu kamen einige ungenaue Pässe, die erfolgsversprechende Angriffsbemühungen zu Nichte machten.

Fassnacht: 4. Wollte wohl seine Ex-Kollegen schonen. Vergab einige Grosschancen. Immerhin war sowas wie Kampf auszumachen.

Sow: 3. Musste zur Halbzeit zu recht runter. Hatte keinen Zugriff im Mittelfeld und konnte daher auch keine Impulse setzen.

Sanogo: 4.5. Will man heute den besten YB Spieler küren? Keine Ahnung, aber Sanogo wäre ein Anwärter dafür. Gegen vorne kam allerdings auch von ihm nichts.

Sulejmani: 3. Nach ansehnlichem Beginn wars schnell vorbei mit Sulejmanis Spielwitz. Ihm fehlte in der ersten Halbzeit Hoarau als Anspielstation.

Assalé: 3.5. Hatte die Chance, YB ins Spiel zurück zu bringen. Viel Laufbereitschaft, wenig Ertrag.

Nsamé: 3. Ich hätte lieber Hoarau neben ihm gesehen. So blieb der Neuzugang sehr blass.

Bertone: 4. Wurde von Anfang an erwartet, konnte aber die Leistung aus dem Lausanne Spiel auch nach der Einwechslung nicht wiederholen.

Hoarau: 4. Er kam nach 45 Minuten für Nsamé und war präsent, ohne das Spiel entscheidend zu beeinflussen.

Lotomba: k.N. Kam rein und war danach drin.

Vorschau BSC Young Boys – FC Thun

9. August 2017 um 07:48 von Marco in der Kategorie YB

Und weiter geht’s. Nach dem ungefährdeten, aber gleichwohl erfreulichen Sieg gegen Lausanne, steht nun wieder ein Spiel unter der Woche auf dem Programm. Ausnahmsweise gastiert aber nicht ein Gegner mit internationalem Renommee im Wankdorf, sondern nur der FC Thun. Macht aber nichts, YB ist schliesslich gastfreundlich und gewährt auch Thunern gerne Obdach.

Blickt man auf die Tabelle, ist die Ausgangslage klar: Leader gegen Tabellenletzter, null Gegentore gegen einen erzielten Treffer, Team der Stunde gegen Krisen-Klub. Es ist daher keineswegs überheblich oder arrogant, wenn der BSC Young Boys mit einem gesunden Selbstvertrauen in dieses Spiel steigt. Selbstverständlich ist auch ein seriöser und konzentrierter Auftritt angezeigt, wie ihn YB im Wankdorf in dieser Saison bisher immer gelungen ist. Schafft das YB, wäre alles andere als ein Sieg eine Überraschung.

Nach Thun folgen die Gegner Breitenrain und ZSKA Moskau. Drei Spiele mit völlig unterschiedlichem Charakter. Rotationen bleiben deshalb das Gebot der Stunde. Gegen den FC Thun kehrt sicher wieder David von Ballmoos ins Tor zurück, dessen Verletzung ausgeheilt ist. Im Hinblick auf das Champions League-Spiel ist es von Vorteil, wenn er wieder in den Rhythmus kommt. Trotz der intensiven Belastung wäre ein Wechsel in der Innenverteidigung derzeit noch nicht sinnvoll. Abgesehen vom Auswärtsspiel in Kiew verrichten Von Bergen und Nuhu einen tollen Job und Wechsel wären womöglich ein unnötiges Risiko. Allerdings ist es natürlich durchaus eine Option, bei entsprechendem Spielstand, einen der beiden vorzeitig vom Bitz zu nehmen.

Gegen Lausanne kriegte Benito eine Pause. Jetzt ist er hoffentlich erholt und beglückt uns wieder als Linksverteidiger. Eine weitere Rotation bietet sich auf dem linken Flügel an. Für Sulejmani könnte wieder Fassnacht den Vorzug erhalten. Schliesslich wäre es schade, wenn seine tolle Form nicht genutzt wird und gegen den Ex-Verein trifft man schliesslich besonders gerne. In der Offensive will Hoarau weiterhin auf Spielpraxis kommen, eine Ansage, die jeder Verteidigung Sorgen macht. An seiner Seite könnte gegen Thun aber Nsamé auflaufen. Dauerläufer Assalé hätte Gelegenheit, seine Batterien aufzuladen und der Neuzuzug aus Genf könnte seine Torgefährlichkeit erneut unter Beweis stellen.

Glücklicherweise ist es aber momentan ziemlich egal, wer auf dem Platz steht. YB macht mit jeder Elf Freude. Daran ändert sich auch gegen Thun nichts. Dank den Toren von Fassnacht und Nsamé gewinnt YB 2:0 und behauptet sich an der Tabellenspitze.1615135_BSC_Young_Boys

BSC Young Boys – FC Lausanne-Sport 3:0 (2:0)

7. August 2017 um 16:11 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Vor dem Match stellte sich den YB Fans einzig die Frage, wie stark Adi Hütter gegen Lausanne rotieren lassen wird. Auf 4, 5 oder gar auf 7 Positionen? Kein Wunder, denn in den vorangegangenen Spielen konnte von der Bank kommen wer wolle – meistens sorgten genau sie für den Sieg. Nach Fassnacht, der das wichtige Auswärtstor gegen Kiew erzielte oder zusammen mit Nsamé den Grasshopper Club abschoss und Lotomba, dem Co-Siegschützen im Heimspiel gegen die Ukrainer, war die Reihe nun also an «True Legend» Leonardo Bertone. Gegen Basel und in der CL Qualifikation zumeist nur auf der Bank, sorgte er mit seinem Doppelpack gegen die Waadtländer früh für klare Verhältnisse.

Nach gemächlichem Beginn und einer schönen Eckballvariante brachte Leo unsere Farben zuerst mit einem satten Schuss via Innenpfosten 1:0 in Front, bevor der Matchwinner nur 6 Minuten später und nach herrlichem Doppelpass mit Ravet, die Weichen früh auf Sieg stellte. Die Lausanner, gewohnt mutig und offensiv von Fabio Celestini eingestellt, starteten trotz mässigem Meisterschaftsstart selbstbewusst in die Partie, doch nach dem Doppelschlag wurde ihnen schlagartig bewusst, dass in Bern auch in dieser Saison nicht viel zu holen sein wird. Einzig Rückkehrer Rochat konnte sich über gelbschwarze Geschenke freuen und marschierte am Ende mit einem Lächeln und zwei YB Trikots, eines sicherte er sich von Gui und das andere überreichte ihm Sportchef Wuschu Spycher für seine Verdienste in unseren Farben, von dannen.

Die Young Boys machten gestern da weiter, wo sie in den letzten Spielen aufgehört haben und ritten auf einer Welle der Euphorie Angriff um Angriff. Meist über die Flügel, wo ein bestens aufgelegter Yoric Ravet seine Gegenspieler eins ums andere Mal vernaschte oder Assalé den Verteidigern um die Ohren flitzte und so in der 66. Minute etwas glücklich einen Strafstoss herausholte. Der Mann für solche Fälle liess sich nicht zweimal bitten und erhöhte zum Endstand von 3:0. Guillaume Hoarau scheint nach seiner schweren Verletzung auf bestem Weg zurück zur alten Form und dies nicht nur, weil er im vierten Ernstkampf bereits seinen zweiten Treffer buchte, sondern vor allem, weil er sich wieder in jedem Spiel gute Chancen erarbeitet und mit seinem Kopfballspiel ein beinahe unüberwindbare Herausforderung darstellt – zumindest national.

Klar gönnte man sich zu Beginn der jeweiligen Halbzeiten eine ruhigere Phase, doch wann immer nötig oder Lust vorhanden war das Tempo zu steigern, ging die Post ab und die 17’364 Zuschauer fühlten sich bestens unterhalten. Um noch auf die Anfangs gestellte Frage zurückzukommen: Unser Wunderwuzzi an der Seitenlinie rotierte auf 3 Positionen. Halt genau so viel wie es benötigte um die aktuelle Welle zu reiten und die nächste nicht auslassen zu müssen.
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Die Noten:

Marco Wölfli 4,5: Lange nicht gefordert, beanspruchte er etwas Glück beim Pfostenschuss von Margiotta bevor sich der Wolf dann doch noch zweimal auszeichnen konnte.

Kevin Mbabu 4,5: Nicht ganz so auffällig wie in den letzten Spielen aber wieder eine souveräne Leistung.

Kasim Nuhu 5: Findet sich immer besser in der IV zurecht. Defensiv zweikampfstark und offensiv mit schönem öffnendem ersten Pass.

Steve von Bergen 5: Was will man mehr von einem Abwehrchef?! Erneut zu Null gespielt!

Jordan Lotomba 4,5: Spielte gegen seine ehemaligen Teamkameraden eine unauffällige aber auch unaufgeregte Partie.

Yoric Ravet 5,5: Er dribbelt(e) dem Gegner wieder Knoten in die Beine. Dazu zwei Assists – Grande Yoric!

Sékou Sanogo 4,5: Auch wenn er gestern wieder keine Fehler beging, so waren andere auffälliger.

Leonardo Bertone 6: Kam, sah und traf gleich doppelt! Auch defensiv omnipräsent.

Miralem Sulejmani 4,5: Arbeitete sehr gut gegen Hinten aber mit ein, zwei Ausnahmen in der Offensive eher unauffällig.

Roger Assalé 5,5: Der Wirbelwind kommt immer mehr in Fahrt und war auch gestern erneut ein steter Unruheherd. Holte zudem den Elfer raus und traf nach 28 Minuten den Pfosten.

Guillaume Hoarau 5: Brauchte etwas Zeit bis er ins Spiel fand. Danach erspielte sich Gui mehrere Chancen, traf erneut per Penalty und hatte gegen Ende des Spiels zweimal Pech im Abschluss, als seine Kopfbälle knapp neben dem Tor oder am Pfosten landeten.

Djibril Sow 4,5: Kam in der 71. Minute für Sanogo und fügte sich gut ins Spiel der Young Boys ein.

Christian Fassnacht und JP Nsamé waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

Matchwinner Bertone im Zweikampf mit Zarate. (Foto: Thomas Hodel - ybforever.ch)

Matchwinner Bertone im Zweikampf mit Zarate. (Foto: Thomas Hodel – ybforever.ch)

Vorschau BSC YB – FC Lausanne-Sport

4. August 2017 um 17:29 von Mate in der Kategorie YB

Vor der Saison haben wir uns gewünscht, dass YB Basel und GC schlagen und dazu irgendwie in die Championsleague Playoffs einziehen würde. Und dass es so beginnt, auf einer Welle zu reiten, die im Team und Umfeld eine Dynamik entwickelt, welche uns erfolgreich in und am liebsten auch gleich durch den ganzen Herbst surfen lässt. Die Welle hat YB erwischt, nun geht es darum, diese auszufahren und nicht abbrechen zu lassen.

Dazu wartet nur vier Tage nach dem grandiosen Mittwoch-Abend die nächste Aufgabe auf Adi Hütters Mannen. Im Wankdorf gastiert am Sonntag der FC Lausanne-Sport, welcher mit einem spektakulären Unentschieden gegen St. Gallen und einer unglücklichen Niederlage gegen Sion in die Meisterschaft gestartet ist.

Für YB wird es darum gehen, gut ins Tagesgeschäft zurückzukehren und mit derselben erfreulichen Einstellung zu Werke zu gehen, wie man das gegen Basel, bei den Hüpfern und zuletzt am Mittwoch gegen Kiew tat. Wir können uns jedenfalls nicht erinnern, wann wir bei unserer Mannschaft zuletzt so viel Entschlossenheit und Aggressivität gesehen haben. Gepaart mit individueller Klasse, Spielwitz und einem offensichtlich bestens intakten Teamgeist, ergibt sich die Mischung, welche dazu führen kann, erwähnten Ritt auf der Welle noch lange weiterzuziehen.

Hinzu kommt, dass der Trainer über herausragende Alternativen verfügt und entsprechend auch am Sonntag guten Gewissens dem einen oder anderen Helden des Kiew-Spiels eine Pause gönnen kann. Eine solche erwarten wir für Mbabu, Nuhu, Ravet, Sanogo, Sow und Assalé. Noch vor einer Woche hätten wir gesagt, dass dies zu viele Wechsel wären – vor einem Jahr wäre eine solche Rochade gar komplett undenkbar gewesen. Das GC-Spiel hat aber gezeigt, dass dies funktionieren kann. Ein Vorteil, welchen es auszunützen gilt, zumal es auch diesmal bereits am Mittwoch wieder weitergehen wird. Hier dürfen wir auch um einen Trainer vor unserer Mannschaft wissen, welcher offenbar weiss, wie viel wovon und wann es braucht und der es auch hingekriegt hat, dass jeder mit Leib und Seele dabei ist. Ein schönes Zeichen dafür war die Reaktion der «Tribünen-Spieler» nach dem Kiew-Spiel.

Aber (und es tut uns leid, hier jetzt etwas auf die Bremse zu treten): Bis anhin ist alles gut bis ideal gelaufen. Jedem dürfte klar sein, dass dem nicht immer so sein wird. Vielleicht gibt es einmal ein Spiel, in welchem der Goalie, welcher zuvor das ganze Stadion zur Weissglut trieb, den Ball kurz vor Schluss nicht wie ein Fünfjähriger ins Tor kullern lässt. Ein Spiel, in welchem der Schiri den Elfer nicht pfeift oder der Freistoss anstatt von der Latte ins Tor, vor die Linie prallt. Oder halt auch ein Spiel, in welchem die Jungs ihr grosses Potential nicht wunschgemäss ausschöpfen können und sich am mauernden Gegner die Zähne ausbeissen. Da wird es dann interessant sein, wie die Mannschaft reagiert, aber auch das Umfeld.

So ist es jedenfalls angenehmer, auf einer Welle zu reiten, als mit Wasser bis zum Hals gegen Ströme und Wirbel anzukämpfen. Lasst uns hoffen, dass der Ritt noch möglichst lange weitergeht und mit derselben Energie für Unterstützung zu sorgen, wenn wir die Welle dann doch einmal kurz verlieren sollten. Bis dahin soll sie aber grösser und grösser, schneller und schneller werden. Für am Sonntag tippen wir darauf, dass die Young Boys dem FC Lausanne ein deutliches 3:0 mit auf die Heimreise geben werden. Die Tore erzielen Hoarau und Nsamé – welcher der beiden zweimal trifft, wissen wir leider nicht.

 

Aufstellung_LS