Die Saison 2009/2010 – Vorschau

8. Juli 2009 um 07:30 von Pele in der Kategorie YB

Am Dienstag, 14.07.2009 starten die Young Boys in die neue Saison.

Aus diesem Anlass werden wir auf gaeubschwarz.be diese Woche den neuen Kader unter die Lupe nehmen, und in einer 5-teiligen Serie gnadenlos beurteilen.

 

Heute

Die Verteidigung

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Die letzten beiden WM, resp EM-Turniere haben es gezeigt: Weltweit steht die Defensive im Vordergrund. Die meisten Teams liefen mit einer Vierekette und zwei Sechsern auf. Oftmals musste dafür ein Stürmer weichen – ein 4-5-1 war das Non-Plusultra. Nicht so bei den Young Boys: Seit Vladimir Petkovic das Zepter übernommen hat, wird mit einem offensiven 3-4-3 gespielt. Damit konnte sogar die starke Torquote vom Vorjahr (82) überboten werden (85).

Spielt ein Team offensiv, so leidet zwangsläufig die Arbeit für die Verteidiger. Trotz der beiden zentralen Mittelfeldspieler und den Halbpositionen (Schwegler/Raimondi), die in diesem System als moderne Aussenverteidiger eingesetzt werden, kassierte man in den wichtigen Spielen zu viele Gegentore. Nicht nur deshalb gilt die 3-er Abwehr der Berner als grösste Baustelle.

Mit der Verpflichtung von drei neuen Verteidigern soll dies nun behoben werden. Folgende Spieler werden in der kommenden Saison für das defensive Wohl des Teams verantwortlich sein:

 

 

02_ghezalSaif Ghezal wurde vor 1,5 Jahren als Abwehrchef verpflichtet. Obwohl er meist solide agiert, hatte er phasenweise böse Aussetzer, die einem so wichtigen Spieler nicht passieren dürfen. Abgesehen davon, ist er mit seiner Torgefährlichkeit und seiner Zweikampfstärke eine Eckpfeiler dieser jungen Mannschaft. Besonders in der Rückrunde agierte er sehr konstant und hat sich definitiv zu einem Leistungsträger entwickelt. Ob er jemals in die Rolle des klassischen Abwehchefs hineinwachsen kann, bleibt unklar.

 

 

 

20_affolterAls frischgebackener U18-Schweizermeister und nach wenigen Spielen in der U21, lief François Affolter plötzlich als Stammspieler in der Super League auf. Was für viele junge Spieler lähmend wirken könnte, bewältige der junge Bieler unglaublich souverän. Seine Ruhe und Abgeklärtheit erinnerte zuweilen an einen Routinier, seine Pässe kamen meist ans Ziel und ab und zu lebte er seine jugendlich Übermut mit einem dreisten Dribbling im eigenen Sechzehner aus. Wenn ein junger Stürmer sich auf Anhieb in der höchsten Liga etabliert, ist dies zwar auch beachtlich – jedoch „einfacher“, da 1-2 Tore reichen um positiv auf sich aufmerksam zu machen. Wenn sich jedoch ein 18jähriger Verteidiger zum Newcomer des Jahres mausert, grenzt dies an eine Sensation. Obwohl er im Laufe der Rückrunde den einen oder anderen Lapsus zu verzeichnen hatte, darf man angesichts seines Alters beide Augen zudrücken, denn in Affolter haben wir wohl eines der grössten Verteidigertalente der Schweiz in unseren Reihen.

 

 

34_mardassiIssam Mardassi kann man nur schwer einschätzen. Im Spiel am Montag gegen Schachtjor wirkte er nicht immer souverän, sah beim 1:0 schlecht (resp. langsam) aus. Auch sonst machte er noch keinen souveränen Eindruck. Die körperlichen Anlagen, sowie die Kopfballstärke sind vorhanden – alles andere wird sich weisen. Mit Saif Ghezal hat er immerhin einen Landsmann in den eigenen Reihen, der ihm die Integration vereinfachen kann.

 

 

 

13_depierroDer junge Schlacks Adriano De Pierro überzeugt in den ersten Testspielen mit souveränen Auftritten. Er verlor kaum einen Zweikampf, integrierte sich schnell in die nicht einfach zu spielende 3er-Kette und überzeugte auch mit seinen Zuspielen. Für eine definitive Beurteilung fehlen sich noch Spiele gegen wirklich starke Mannschaften, zudem wird er in der Hierarchie wohl weit unten eingereiht werden. Allerdings traue ich ihm zu, seine Chance zu nützen – sollte er diese auch erhalten. Als junger Backup sicher eine gute Verpflichtung.

 

 

05_dudarNach der Flucht aus dem Tessin, bestritt Emiliano Dudar nun seine ersten beiden Spiele für die Young Boys. Anhand des gestrigen Auftrittes gegen Schachtjor, ist Dudar eine klare Verstärkung für die Abwehr. Sehr zweikampfstark und einige hervorragende lange Bälle. Klärte zweimal in Extremis ohne ein Foul zu begehen und leitete anschliessend diverse Angriffe ein. Je einmal pro Halbzeit brachte er sich aber selber in Bedrängnis, als er den Ball nicht wegbrachte, resp. den eigenen Mitspieler abschoss. Nach zwei Spielen kann man ihm aber die mangelnde Abstimmung mit den Mitspielern noch verzeihen. Sehr positiv: Dudar organisierte bereits lautstark, versuchte die Abwehr zu führen und hatte keine Probleme damit, auch mal einen arrivierten Spieler zurecht zu weisen.

 

04_schneiderEnttäuscht hat letzte Saison vor allem Marc Schneider. Als Routinier verpflichtet (immerhin mit zwei Meistertiteln im Gepäck), konnte er der Abwehr nie die gewünschte Stabilität verleihen. Oftmals war er mehr mit sich selber beschäftigt und seine technischen Mängel kamen mehr als einmal zum Vorschein. Wohlgemerkt: Nicht alles war schlecht und Schneider hat auch gute Spiele absolviert – aber von ihm muss ganz klar mehr kommen, in jeder Hinsicht! Ob er die Möglichkeit erhält, diese Steigerung zu demonstrieren ist fragwürdig – eine Stammplatzgarantie hat er definitiv nicht!

 

 

Fazit: Von durchschnittlich bis sehr gut ist eigentlich alles möglich. Sollten die Neuzugänge im Stande sein, die Abwehr zu stabilisieren, so kann mit einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr gerechnet werden. Ansonsten wird die Abwehr DIE grosse Baustelle bleiben.

 

geubschwarz beginnt mit: Dudar – Ghezal – Affolter

Die Saison 2009/2010 – Vorschau

7. Juli 2009 um 08:21 von Pele in der Kategorie YB

Am Dienstag, 14.07.2009 starten die Young Boys in die neue Saison.

Aus diesem Anlass werden wir auf gaeubschwarz.be diese Woche den neuen Kader unter die Lupe nehmen, und in einer 5-teiligen Serie gnadenlos beurteilen.

Heute

Die Torhüter

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Wenn es bei den Berner Young Boys eine Position gibt, auf welcher in keinster Weise Handlungsbedarf besteht, dann ist dies sicher diejenige des Torhüters.

01_woelfliMarco Wölfli hat sich in den letzten drei Jahren zu einem der besten Schweizer Torhüter entwickelt und debütierte Anfang 2009 endlich im Tor der Nationalmannschaft. Der ehemalige Junioren-Natigoalie-Dauerbrenner brauchte einige Zeit länger als seine ehemaligen U21-Kollegen (Frei, Barnetta, etc) um sich definitiv in der Beletage des Schweizer Fussballs zu etablieren. Das Talent war zweifelsfrei immer vorhanden, jedoch geriet Wölfli wegen seiner fehlenden Konstanz immer wieder in die Kritik. Nun aber hat sich Wölfli definitiv als Nummer zwei der Schweiz durchgesetzt – nur Diego Benaglio steht ihm noch vor der Sonne. Dieser wurde vor einem Monat gerade deutscher Meister – ein Erfolg von dem Wölfli im Moment nur träumen kann. Mit YB reichte es vergangene Saison nur zum Vize-Double. Dies wird sicher ein Aspekt sein, welcher Wölfli eher früher als später in eine grosse ausländische Liga treiben wird: Das höhere Renommee, resp die Herausforderung in einer wichtigen Liga zu bestehen (und dabei evtl auch einmal einen Kübel gewinnen zu können) wird ihn sehr wahrscheinlich im Sommer 2010 den Arbeitgeber wechseln lassen.

Vorerst steht er aber noch bei YB im Tor und bleibt der gewohnt starke Rückhalt für die Gelbschwarzen.

18_collavitiErster Ersatz bleibt Publikumsliebling Paolo „Pole“ Collaviti. Kaum einer ist mit soviel Herzblut dabei wie er. YB ist sein Verein und er ist einer der wenigen Profis, denen man die Verbundenheit zu Verein, Stadt und Fans auch anmerkt. Nicht nur deswegen ist Pole so beliebt in Bern: Auch wenn es oft vergessen wird, Collaviti ist auch ein sehr starker Torhüter, der in seinen wenigen Einsätzen stets zu gefallen weiss. Ein Beispiel: Im Cupspiel gegen Gossau (anfang Dezember 2008) spielte YB 85 Minuten auf ein Tor, führte aber nur 1:0. In der klirrenden Kälte hatte Collaviti etwa gefühlte 3 Ballkontakte bis zu diesem Zeitpunkt, parierte in der Schlussphase aber grandios gegen einen anstürmenden Gossauer und rettete seinen Kollegen somit den Sieg über die Zeit.

Solche Szenen belegen, dass Paolo Collaviti zu den besten Backups der Liga gehört.

40_buerkiAn Thun ausgeliehen wurde das grosse Talent Roman Bürki. Diese Lösung ist für ihn optimal, so kann er in der kommenden Spielzeit genügend Erfahrungen und Spielzeit sammeln –> denn dass er sich gegen den völlig abgehobenen Schreihals Stulz durchsetzen wird, gilt als sicher.

Ebenfalls sicher: Roman Bürki wird früher oder später als Nummer 1 im Wankdorf auflaufen – sein unglaubliches Talent ist nicht nur in Bern unumstritten.

 

 

 

 

Fazit:

Die Position des Torhüters ist nahezu optimal besetzt: Eine klare und starke Nummer 1, eine dankbare aber dennoch solide Nummer 2 und dazu noch ein grosses Talent, welches man in der zweithöchsten Liga parkieren konnte.

Prädikat: Meisterlich

Degen, David

2. Juli 2009 um 09:16 von Pele in der Kategorie YB

DDKlickt man auf diesem Blog auf den Link „Archiv“, sieht man als erstes einen Beitrag über David Degen. Es ist kein netter Beitrag, soviel dazu. Der Ärger über die Verpflichtung eines Grinse-Degens stiess auf noch mehr Ablehnung als seinerzeit der Zuzug von Hakan Yakin. Nun ist die erste Saison mit Degen im Team vorbei.

 

 

 

 

 

 

Ein Fazit ziehen kann man irgendwie nicht, da er die grösste Zeit über nur zu Teileinsätzen kam – wenn überhaupt. Als er gegen Ende der abgelaufenen Spielzeit vermehrt zum Einsatz kam, zeigte auch seine Formkurve nach oben und gipfelte in einem schönen Tor gegen seinen Ex-Klub Basel. Seine Tor-Bilanz ist – gemessen an der Spielzeit – ordentlich. In den Medien verhielt er sich mehrheitlich ruhig, z.T. wirkte er sogar gereift. Er macht keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit, griff aber weder Verein, noch Trainer an.

 

Nach dem Abgang von Chrigu Schwegler und Carlos Varela, ist nun eine ganze Seite frei und würde Platz für mehr Degen-Einsätze bieten.

Bemüht ist er, das konnte man in den bisherigen Testspielen feststellen. Obwohl seine Art recht arrogant wirkt – zeitweise auch überheblich – konnte man bei ihm vor allem in der ersten Halbzeit eine grosse Portion Wille ausmachen. Obwohl er die ganze Zeit mit Schiri und Schuh beschäftigt war, kam er noch dazu, einige Aktionen einzuleiten, Bälle zu fordern und als einer der wenigen Aktivposten in der ersten HZ aufzufallen.

Herrlich waren seine Wortgefechte mit dem Schiri, die beiden gaben sich während 90 Minuten unverblümt aufs Dach. (die Schuh-Tragödie ist im Liveticker nachzulesen).

 

Nun bleibt abzuwarten, ob Degen seine Chance wahrnehmen wird. Sollte dies nicht der Fall sein, wird er wohl ein Fall für den FC Aarau…