Hi Gerry!

4. Juni 2018 um 17:41 von Jänu in der Kategorie YB

Die Katze ist seit letztem Freitag aus dem Sack. Gerardo Seoane wird neuer Cheftrainer beim BSC YB. Wir heissen Gerry, der Spitzname wurde von Seoane an der heutigen Pressekonferenz persönlich genehmigt, herzlich Willkommen in Bern bei unserem Herzensverein!

Für uns ist es sehr schwer abzuschätzen, inwiefern Seoane die richtige Wahl für YB ist, allerdings sprechen viele Indizien dafür. Er ist jung – also keiner aus dem leicht angegrauten Schweizer-Trainerkuchen. Er lässt einen attraktiven und erfolgreichen Fussball spielen – dies zeigte er zuletzt beim FCL. Er ist sich gewohnt, junge Spieler zu trainieren – dies zeigte er in den letzten Jahren im Nachwuchs der Leuchtenstädter. Er ist ein Sprachtalent – dies erlaubt ihm, mit unserem internationalen Kader direkt zu kommunizieren. Wuschu hat ihn eingestellt – unser Sportchef weiss was er tut. Jedoch garantiert nichts, dass er wie sein Vorgänger mit YB Erfolg haben wird. Nicht vergessen werden darf dabei, dass selbst der beste Trainer letzendlich nur ein Steinchen im Mosaik eines erfolgreichens Fussballclubs bleibt. Die obengenannten positiven Punkte geben allerdings keinen Grund, als YB-Fan negativ in die Zukunft zu blicken.

Negative Aspekte werden von uns nicht einfach ausgeblendet, jedoch sind bei der Verpflichtung von Seoane für uns objektiv betrachtet keine erkennbar. Dass das Luzerner Umfeld keine Freude am Wechsel hat, ist verständlich. Sich beklagen, wenn Spieler oder Trainer die Farben wechseln sobald ein grösserer Klub mit einem grösseren Etat ruft, gehört zur Fussballromantik dazu. Uns in Bern aber kann das herzlich egal sein und wir können uns beruhigt aufs Fussballbusiness berufen – so läufts halt. Und hätte die Presse den Namen Seoane auch nur irgendeinmal in irgendeinem Nebensatz erwähnt, so wären die aktuellen Schlagzeilen wohl eher geprägt von einer Selbstbeweiräucherung der schreibenden Zunft als von Gerrys angeblicher Charakterschwäche. Äusserst praktisch natürlich, dass damit indirekt auch gleich das eigene Versagen legitimiert werden kann: wer konnte schon ahnen, dass Seoane so dreist ist und zu YB wechselt?

Lassen wir die Schreiberlinge weiter wursteln, aber auch den ungeduldigen LeserInnen unter Ihnen sollte nun ein für alle mal bewusst geworden sein, dass ein Artikel über YB in einem Medium egal welcher Art (ausser natürlich bscyb.ch und gaeubschwarz.be), noch lange kein Grund für eine Massenpanik ist. Aber ich schweife ab…

Schliesslich soll hier Gerry Seoane herzlich Willkommen geheissen werden. Wir wünschen Ihnen viel Glück und Freude an der tagtäglichen Arbeit mit dem besten, geilsten, tollsten, liebsten, attraktivsten, spannendsten und leidenschaftlichsten Verein der Welt und freuen uns, schon bald Ihre Handschrift auf dem Rasen erkennen zu dürfen! Hi Gerry!

Quelle: SRF

FC Zürich – BSC YB 2:1

28. Mai 2018 um 16:31 von Jänu in der Kategorie YB

Es ist eine Krux mit diesem Cupkübel. Nichtmal die Meistermannschaft, die in der Saison 17/18 unter Adi Hütter so magistral auftrat, konnte ihn nach Bern holen. Wem zum Teufel soll dies je gelingen, wenn nicht diesem Team?

Es ist ein komisches Gefühl im Wankdorf aber trotzdem nicht zu Hause zu spielen. So stellte sich bei mir schon beim Betreten der Wankdorftreppe ein ungutes Gefühl ein. Irgendwie ist es befremdlich, wenn einer der Speaker zu Hause plötzlich Züridütsch spricht und das halbe Wankdorf mit Gästefans besetzt ist. Item, die Stimmung war trotzdem grossartig und es war schön, wiedermal Teil eines Finals zu sein. Dieses gewisse Etwas, das dich als Fan vor einem Final elektrisiert, ist wohl ein Gefühl, dass es nirgends sonst auf der Welt zu holen gibt. Ein schönes Gefühl, dem gestern leider kein emotionaler Freudenausbruch à la 28. April folgte. YB kam mit der harten und druckvollen Gangart der Zürcher nicht zurecht. Der Rest ist Geschichte.

Einige Akteure, die wir im letzten Monat so oft feierten, waren leider ein Schatten ihrer selbst. Leo Bertone gelang rein gar nichts, keine Agressivität, keine Passqualität, keine Abschlussgefahr. Sanogo alleine konnte das Zentrum nicht ausfüllen, so dass der FCZ dort ein entscheidendes Übergewicht hatte und fast jeder zweite Ball in den Füssen der Zürcher landete. Lotomba konnte weder seine fehlende Spielpraxis noch Kevin Mbabu vergessen machen. Hoarau war schwach und Assalé gar ein Totalausfall – sein unrühmlicher Abgang leider sinnbildlich. Die mannschaftliche Geschlossenheit, die uns den Titel mitbeschehrte, war gestern nicht ersichtlich und auch nicht spürbar.

Klar, es schmerzt und ja, es schmerzt verdammt fest! So aufregend das Gefühl vor dem Final, so scheisse das Gefühl wenn man ebendiesen verliert. Eine grosse Chance wurde verpasst, die Chance auf das Double, etwas das selbst alteingesessene YB-Fans noch nicht erlebt haben – und nun vielleicht auch nie erleben werden, wer weiss das schon… Was wir aber alle erlebt haben, war die schönste Saison unseres Lebens (zumindest fiel die Wahl im Redaktorenteam einstimmig auf diese Spielzeit). Dafür werden wir dieser Mannschaft auf ewig dankbar sein. Sie hat uns ermöglicht, wovon wir zuvor kaum zu träumen wagten. Was und wer davon übrigbleiben wird, werden die nächsten drei Monate zeigen.

Was sicher bleiben wird, ist der gute Charakter der Mannschaft. Immer wieder wurde betont wie wichtig dieser Wuschu sei und dass dieser Weg der richtige ist, zeigte sich gestern auch im Misserfolg. Gestern wurde mir einmal mehr bewusst, wie froh ich jeweils bin, auf der gelben Seite des Stadions zu sein. Jene Seite, auf der nicht Schwachmaten auf den Rängen Schwachmaten auf dem Platz anfeuern und jene Seite, die weiss, dass Erfolg mit einer Mannschaft voller „geile Sieche“ noch um einiges schöner ist.

Die Noten zum Spiel:
Wölfli: 4.5. Sehr schwach mit dem Fuss, bei den Gegentoren leider ohne Big Save (aber auch ohne Mitschuld).

Benito: 4.5. Machte seine Sache zwar nicht allzu schleche, allerdings ist er nicht einer, der mit Rushes oder guten Zuspielen dem Spiel etwas Schwung verleihen kann.

von Bergen: 4. Liess sich ungewohnt provozieren, brachte so in die Mannschaft eine Unruhe rein, die nie mehr rausging.

Nuhu: 4. Wurde beim 2:0 zuerst allein und dann vom Marchesano wie ein Schuljunge stehen gelassen.

Lotomba: 3.5. Versuchte zwar nach vorne etwas zu machen, hatte aber zuwenig Tempo. So war es auch ein Fehlpass von ihm, der das 1:0 einleitete.

Fassnacht: 4.5. Sollte beim Kopfball nächstes mal die Augen öffnen. War immer wieder bemüht das Spiel offensiv anzukurbeln, was leider aufgrund der agressiv störenden Zürcher kaum gelang.

Bertone: 2. Entäuschte mich auf der ganzen Linie. Von der Körpersprache übers Spiel bis zum Zweikampfverhalten.

Sanogo: 5.5. Die kämpfende Maschine wurde sehr hart angegangen. Er wehrte sich nach Kräften und wurde immer wieder schmerzlich im Stich gelassen von seinem Nebenmann.

Sulejmani: 5.5. Auch der Serbe stemmte sich gegen die Niederlage. Mit viel Kampfgeist und einem Treffer. Der einzige, dem es gelang, auch mal mit etwas Tempo in den Gefahrenbereich einzudringen.

Hoarau: 4. Für einmal gelang es ihm nicht, die Bälle vorne zu halten, zu aggressiv sassen im die Zürcher auf.

Assalé: 2.5. Hätte in der ersten Halbzeit den Spielverlauf ändern können, was aufgrund Thelander und viel Pech nicht geschah. Dies war die einzige rühmliche Aktion, alles folgende inkl. Abgang war eines YB-Spielers unwürdig.

Schick: 4.5. Brachte einiges an Schwung rein. Leider war die zweite Halbzeit aber zu zerfahren, als das tatsächlich Spielfluss über seine Seite hätte aufkommen können.

Nsame: Die Wucht, die er jeweils ins Spiel bringt, reichte leider gestern nicht zu einem Tor.

Ngamaleu: Kam für die YB-Viertelstunde für Benito.

Vorschau Cupfinal: FC Zürich – BSC Young Boys

25. Mai 2018 um 14:55 von Mate in der Kategorie YB

Eine Saison voller Höhepunkte neigt sich dem Ende zu. Eine Saison, welche wir alle bestimmt niemals vergessen werden. So wird irgendwann die nächsten Tage, nach all den Feierlichkeiten der letzten Wochen, auch eine gehörige Portion Wehmut aufkommen. Zu hoffen bleibt, dass dies frühestens am Montag der Fall sein wird, weil sie bis dahin noch einmal von ganz viel Freude in den Hintergrund gedrängt wird. Denn ein letzter grosser Höhepunkt steht noch bevor: es ist Cupfinal in Bern und YB ist dabei. Wir sind der Meinung, dass ein Sieg gegen den FCZ der adäquate Schlusspunkt wäre und wollen dann – wie die Spieler bestimmt auch – noch einmal eine richtig grosse Sause steigen lassen. Es wäre das Double, das erste seit 1958.

Natürlich hat man als YB-Fan der jüngeren oder mittleren Generation nicht die besten Erinnerungen an Cupfinals. Die letzten drei gingen allesamt auf bitterste Art und Weise verloren. Doch ein letztes Mal in dieser Saison dürfen wir betonen: beim jetzigen YB ist (mittlerweile erwiesenermassen) alles anders. Und deshalb wäre es aus unserer Sicht falsch, am Sonntag aufgrund der Vergangenheit mit einem schlechten Gefühl ins Stadion zu gehen. Vielmehr geht es vor allem um eines: diese einzigartige Mannschaft mit ihrem Staff noch ein letztes Mal so richtig zu geniessen und bedingungslos zum Sieg zu schreien. Auch wenn der Start in die Hosen gehen sollte, das jetzige YB hat in der abgelaufenen Spielzeit eigentlich immer eine Antwort gefunden. Es hat diesen Willen (und natürlich auch die Möglichkeiten), um gegen jeden Gegner dieses Landes eine Wende herbeiführen zu können. Nur weil das am Sonntag ein Cupfinal ist, wird das nicht anders sein.

Klar steht die Frage im Raum, ob es die Mannschaft nach diesen drei ausserordentlichen Wochen tatsächlich schafft, den Fokus noch einmal hundertprozentig zu richten und die nötige Spannung aufzubauen. Doch an unserer Seitenlinie steht mit Adi Hütter der Trainergott himself. Er wird den Jungs nicht erst heute die Bedeutung dieses Spiels klargemacht haben. Sie werden darauf brennen, auch noch diesen Pott in die YB-Vitrine zu holen und sich damit endgültig unsterblich zu machen.

Aufstellungstechnisch sieht es so aus, dass Adi Hütter auf den gesperrten Kevin Mbabu verzichten muss. An seiner Stelle erwarten wir Jungspund Jordan Lotomba. Die Alternative wäre Thorsten Schick, doch der Reisfleisch-Liebhaber ist ein vielseitig einsetzbarer und daher dankbarer Einwechselspieler, so dass wir auch deshalb Lotomba vorziehen würden. Mit grosser Spannung darf die Aufstellung im zentralen Mittelfeld erwartet werden. Wird Leseratte Djibril Sow nach seiner Verletzung in der Startelf stehen? Falls nicht, wird Leo Bertone noch einmal zum Handkuss kommen und – schenkt man den immer hartnäckigeren Gerüchten Glaube – sein (vorerst) letztes Spiel für gelbschwarz machen.

«Nomau», heisst der erste Track auf dem Wurzel5-Album «Letschti Rundi». «Nomau» gilt am Sonntag auch für die Young Boys. «Nomau» die Ansagen von Adi Hütter umsetzen, «Nomau» in dieser Konstellation die Fans begeistern, «Nomau» einen Titel holen, «Nomau» die ganze Stadt in eine gelbschwarze Extase versetzen und komplett durchdrehen lassen. Liebe Leserinnen, liebe Leser, nomau: Geniesst diesen Tag in vollen Zügen. Schreien wir YB zum Sieg und feiern danach noch einmal so richtig fest. Der Folgetrack auf «Letschti Rundi» heisst übrigens «Nummer 1». Und «chasch mache was du wosch, versteisch», soll am Sonntag auch für Michi Frey und seine Zürcher Compagnions gelten. Natürlich sind wir vom Sieg unserer Mannschaft überzeugt und tippen einen 3:1-Sieg. Die Tore erzielen Guillaume Hoarau, Roger Assalé und Christian Fassnacht.

Hopp YB!

 

Gelobte Gentechnik

24. Mai 2018 um 06:56 von Marco in der Kategorie YB

Jeder kennt die Fakten: Trainergott Adi Hütter hat uns zur Meisterschaft gecoacht, Nsame das entscheidende Tor erzielt und die ganze geile Truppe uns den Titel beschert. Doch als geschichtsbewusster Blog müssen wir auch kurz zurückspulen an den Ursprung dieser wunderschönen Reise. Es war am 9. Juni 2017 als das ominöse Siegergen in den Gewahrsam von gäubschwarz.be gelangte. Wer sich nicht erinnern kann, frischt hier bitte sein Gedächtnis auf.

Tatsächlich gelang es in einer Aktion, die Danny Ocean neidisch gemacht hätte, das Siegergen unbeschadet nach Bern zu bringen. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir ja nicht einmal wirklich, ob das Siegergen tatsächlich existierte oder sportliche Gründe für die Basler Erfolge verantwortlich waren. Mittlerweile wissen wir, dass es nicht nur existiert, sondern auch seine Wirkung zuverlässig entfaltet.

Dies ist umso wichtiger, da sich das Siegergen weder von einem Millionensalär noch von grösseren sportlichen Perspektiven locken lässt. Das Siegergen ist nun zu Hause angekommen.

Bonus: Eine Auswahl der Facebook-Kommentare zum Bericht vor einem Jahr. Wir lassen das mal so stehen.

comments

Vorschau: GC Zürich – Schweizer Meister BSC

19. Mai 2018 um 15:02 von Marco in der Kategorie YB

Vorhang auf zur Dernière! Intendant Adi Hütter und sein gelbschwarzes Ensemble sind in den letzten zehn Monaten 35 Mal im Rahmen der Super League aufgetreten. Bei ihren Gastspielen zwischen St. Gallen und Lausanne, und Basel und Lugano haben sie das Publikum begeistert und auf heimischer Bühne im Wankdorf für nachhaltige Verzückung und feuchte Augen gesorgt. Leider hat auch die schönste Meisterschaft ein Ende. Dass dies ausgerechnet bei der Laientruppe aus Niederhasli stattfindet ist natürlich schade, soll unsere Euphorie aber nicht trüben. Im Gegensatz zu vielem anderen wird Adi Hütter den Letzigrund in Deutschland wohl nicht vermissen.

Theoretisch geht es auch in diesem Spiel um nichts mehr, doch einige nette Fakten könnte man mit einem Sieg doch noch schaffen. Beispielsweise könnte YB die beste Rückrunde der SL-Geschichte markieren und GC die schlechteste Schlussrangierung seit dem Fall in die Abstiegsrunde 1993 bescheren. Wobei zweiteres fast noch verlockender ist. Daneben geht es selbstverständlich auch noch um den Titel des Torschützenkönigs, den sich Hoarau noch krallen möchte. Die Ausgangslage ist allerdings knifflig, da Ajeti mit einem Treffer in Führung liegt. Zu guter Letzt kann sich YB mit dem elften Auswärtssieg der Saison ein gutes Gefühl für den kommenden Cupfinal holen und zugleich die morgigen Feierlichkeiten würdig einläuten.

Und sollte es dennoch nicht klappen, spielt alles keine Rolle, weil: Fuessbau Schwizer Meister BSC!

Tipp: 1:3, 2x Hoarau, 1x Sulejmani.

 

Vorschau FC Basel – Schweizer Meister BSC YB

10. Mai 2018 um 11:24 von Mate in der Kategorie YB

Als YB-Fan ist man sich durchaus gewohnt, gegen Ende der Saison zu Spielen zu fahren, in welchen es um nichts mehr geht. Nur ist es in diesem Jahr leicht, ganz leicht anders als sonst. Triumphfahrt könnte man es nennen oder Meistertour. Der Spielplan meint es dabei gut mit uns. Nach der Reise ins Wallis, wartet heute der Gang nach Basel. Es könnte kaum besser sein.

Sportlich gesehen geht es noch um diesen Punkterekord, welcher, wie es scheint, für Adi Hütter und seine Mannen durchaus seinen Reiz hat. Ansonsten gilt es vor allem, die Meisterform bis Ende Monat zu konservieren (und keine Verletzungen einzufahren).

Nachdem der Meistercoach am vergangenen Wochenende noch ausgiebig rotierte, erwarten wir heute die „Top-Elf“ auf dem Rasen. Diese wird dafür sorgen, dass die Ungeschlagenheit der Young Boys anhält und diese weiter auf Punkterekord-Kurs bleiben. Und während der Gästeblock wie vor Wochenfrist im Tourbillon zur Partyzone wird, werden Hoarau und Assalé die beiden Berner-Tore schiessen, welche es für den 2:1-Auswärtssieg im Joggeli braucht.

Geniessen wir es, Hopp YB!

FC Sion – BSC Young Boys 0:1

6. Mai 2018 um 13:25 von Marco in der Kategorie YB

c6e780d9-e652-452b-89ce-b79cad07a7be

We let Sion shine bright, shine in the limelight. Foto: Lio

 

Es ist einfach immer noch wunderschön. Nach einer Woche, in der wir jedes Foto, jedes Video und jeden Text über YB und die Meisternacht verschlungen haben, kam es zum ersten Wiedersehen mit den Helden von 2018. Bei schönem Wetter mit hunderten Menschen, die allesamt ein Lächeln auf den Lippen haben, Richtung Wallis zu fahren, ist fantastisch. Bei all dieser Glücksseligkeit rückte der sportliche Aspekts dieses Ausflugs etwas in den Hintergrund.

Klar, YB strebt noch den Punkterekord an und im Hinblick auf den Cupfinal sollte man nicht gleich in ein Formtief geraten, aber der erste Match nach den ausgedehnten Feierlichkeiten in Bern und Barcelona, hätte durchaus zu einem Stolperstein werden können. Mit dem Titel im Sack zeigte sich Trainergott Adi Hütter experimentierfreudig. Capitano Steve von Bergen dirigierte eine Dreierabwehr mit Bürki und Wühtrich an seiner Seite, im Mittelfeld kamen neben Bertone und Aebischer im Zentrum, Schick und Lotomba auf den Aussenbahnen zum Einsatz. Auch die Offensive kam ungewohnt daher. Meistertorschütze Nsame wurde flankiert von Ngamaleu und Fassnacht.

Die Folgen der Umstellungen liessen sich nicht ganz kaschieren. Sion machte zu Beginn mehr Druck und kam auch dank Nachlässigkeiten seitens YB zu einigen Chancen. Meistergoalie Wölfli zeigte sich aber ausgeschlafen und bewahrte YB vor einem frühen Rückstand. Nach der engagierten Startphase flachte das Spiel ab. Das System von YB begann defensiv zu greifen und Sion erhielt nicht mehr so viel Platz. Einzig die Offensive blieb harmlos. Was tun, wenn man trotzdem gewinnen möchte? Richtig, man überlässt das Toreschiessen dem Gegner. Als Nsame aus verheissungsvoller Position auf den Sittener Torhüter loszog, spitzelte ihm Bamert den Ball weg und dieser flog in hohem Bogen ins Netz. So geht Kater-Sieg.

Sion wollte nochmals auf den Rückstand reagieren und insbesondere Kasami übertölpelte die YB-Abwehr. Doch er scheiterte stets an Wölfli oder an seiner eigenen Unzulänglichkeit. Durch diese Aktionen öffneten sich Räume zum kontern. YB spielte sich immerhin ein paar Halbchancen heraus, doch Nsame und Ngamaleu fehlte an diesem frühsommerlichen Abend im Tourbillon die Präzision. Doch das spielt zum Glück alles keine Rolle, YB gewann auch so und entliess die feiernde Anhängerschaft mit dem zehnten Auswärtssieg der Saison in die Nacht.

Wölfli 5.5 Bügelte einige Patzer seiner Vorderleute aus und blieb im 20. Saisonspiel zum 8. Mal unbezwungen. Meisterlich!

Bürki 4.5 Die fehlende Spielpraxis war ihm anzumerken. Er kam mehrmals einen Schritt zu spät.

Von Bergen 5 Unser Abwehrpatron kann auch Dreierkette. In der zweiten Halbzeit musste er aber einmal in extremis klären.

Wüthrich 5 Erledigte seinen Part solide.

Lotomba 4.5 Einige Unsicherheiten, die wohl auch auf die wenigen Einsatzminuten zurückzuführen sind.

Aebischer 5 Schöner Pass in die Tiefe, der zum Tor führte.

Bertone 5 Erledigte seinen Job im Zentrum, aber wenig Impulse nach vorne.

Schick 4.5 Blieb weitgehend unauffällig.

Fassnacht 4.5 War stets bemüht, doch auf seiner angestammten Position ist er besser aufgehoben.

Nsame 5 Kam in der zweiten Halbzeit besser auf Touren, doch die Kaltblütigkeit fehlte etwas. Aber egal, man kann nicht jede Woche eine Meisterschaft entscheiden.

Ngamaleu 4.5 Liess die Präzision im Abschluss vermissen.

Mbabu 5 Ersetzte Lotomba und stabilisierte die Abwehr.

Sulejmani 5 Seine wichtigste Tat in dieser Woche war die Unterschrift. Sein Kurzeinsatz gegen Sion war Zugabe.

Sanogo keine Note

 

FC Sion – Schweizer Meister BSC

4. Mai 2018 um 16:23 von Cabrón in der Kategorie YB
Photo by MeisterPhotograf Tömu!

Photo by MeisterPhotograf Tömu!

******

C’est la nuit de triomphe

On va faire le show

On est tous ensemble, on est tous ensemble

On va faire la fête, fiers de nos couleurs

On est tous ensemble, on est tous ensemble.

******

 

Sulejmani mit ganz starkem Dribbling…Hoarau…Nsame… Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

Immer und immer wieder läuft die 89. Minute vor meinem inneren Auge. Noch vor dem Aufstehen und dem Morgenkaffee durchsurfe ich das WorldWideWeb auf der Suche nach einem noch nicht gesehenen Aufnahmewinkel, einem noch nicht gehörten Jubelschrei, nach Augenblitzer, unglaublichen Augenblicken, einem weiteren Glücksgefühl. Kaum auf der Strasse lächeln mir wildfremde Leute zu. Vielleicht weil ich unaufhörlich vor mich hinsingend bezeuge, dass eim irgendeinisch dz’Glück fingt und mis Härz gäubschwarz agmaut isch? Vielleicht aber auch, weil ein Jeder dieses 89. Minute-Grinsen einfach nicht mehr aus dem Gesicht bekommt (es steht uns aber auch verdammt gut; Anm. d. Red.)?

Beinahe eine Woche nach der legendären Nacht im Wankdorf befindet sich Bern noch immer im Freudentaumel!  Unsere Helden, auf der wohlverdienten Meisterreise in Barcelona, haben sich ein Social Media Verbot auferlegt und trotzdem ist Grande Berna auf allen Plattformen, Stammtischen und Medien omnipräsent. Wölflis Meisterlatte (nicht die aus der Hose; Anm. d. Red.) auf dem Weg zum Interview, ein Meistergraffiti in Bümpliz, ausverkaufte Meistershirts im Fanshop, das Berner Münster meldet: GEYOUNGBOYST, die Strassen tragen Spielernamen, Master Maurice lädt zum YB-Tattoo-Day, die altehrwürdige Wankdorfuhr wurde entsprechend angepasst, man schickt Fotos, Videos und das Glück in die ganze Welt – alle sollen sie wissen: Ich YB Dich! Und die Welt grüsst zurück. Eine Stadt im Delirium! YB macht überglücklech!

Die frohen Botschaften reissen nicht ab (dies darf ruhig noch ne weile andauern; Anm. d. Red.), denn seit gestern ist bekannt, Miralem Goldfüsschen Sulejmani wird zwei weitere Jahre (plus Option) das Meisterpublikum in Bern verzücken. Ein starkes Zeichen an Spieler und Fans des Zauberers von Belgrad oder wie er sagt: «Alles ist gut!»

Wie um Fussballgotteswillen kann man sich da noch auf die hiesige und seit der 89. Minute entschiedene Meisterschaft konzentrieren? Dies ist Aufgabe von Trainergott und Wunderwuzzi Adi Hütter. Frisch geschoren wird unser Trainer und sein Staff eine schlagkräftige Truppe aufstellen, welche auch in Sion nach drei Punkten greift – der frisch gekürte Schweizer Meister will den Punkterekord. Dafür sorgen im Stade de Tourbillon auch Spieler, «welche diese Saison weniger spielten aber eine unglaublich wichtige Rolle eingenommen haben». Sion – YB 0:3. Torschützen: Nsame, Ngamaleu und Assalé.

 

180504 Sion - YB

Üs hets Glück gfunge!

29. April 2018 um 14:19 von Jänu in der Kategorie YB

Irgendwo in ganz weiter Ferne war er. Irgendwo ganz weit weg war er dumpf auszumachen. Nur noch ein kleines mickriges Übrigbleibsel von ihm, konnte sich zwischen all dem beissenden Rauch, den leuchtenden Fackeln und den tausend schreienden Kehlen den Weg zu meinem Ohr bahnen. Und bevor ich ihn richtig wahrnahm, war er auch schon wieder vorbei und alle Dämme brachen. Es war Schiri Klossners Pfeife, die ihn nach 94 Minuten reinstem Kampf ausstiess: den Schlusspfiff. Was danach folgte, kann jede und jeder von euch für sich selbst beantworten. Es irgendwie in Worte fassen zu wollen, ist nicht möglich. Am besten schliesst man die Augen und denkt nochmals kurz zurück an den Moment, geniesst die Hühnerhaut, die gleich wieder hochkommt und wischt sich die Augen trocken.

Irgendwie schwummrig sind die Erinnerungen geworden, obwohl es noch nicht lange her ist. In diesen Augenblicken nach Klossners Pfiff ging soviel ab, dass ein Mensch wohl gar nicht fähig ist, all dies zu registrieren, es war wie in Trance. Man lag sich in den Armen, man küsste sich, drückte sich, seine liebsten YB-Fans, mit denen man Match für Match mitfiebert, leidet und jubelt. All die, mit denen man jahrelang denselben Weg ging.

Über den Spielverlauf noch Worte zu verlieren, wären dessen nicht würdig. Irgendeinisch fingt z Glück eim! Noch nie und nie wieder wird eine Songzeile so für einen Helden stehen können. Helden sind sie alle, alle die, die Woche für Woche alles für den Erfolg von YB tun. Die uns dieses Jahr etwas ermöglicht haben, wovon wir zuvor gar Angst hatten zu träumen. Wir werden an dieser Stelle sicher noch viele Möglichkeiten haben, die einzelnen Akteure zu lobpreisen und zu würdigen. Ehre wem Ehre gebührt, wir verneigen uns! Doch hier und jetzt sind die Emotionen noch zu aktuell, zu nahe ist das Geschehene, das müssen auch wir zuerst verarbeiten. Ein schönes Verarbeiten, eines das hoffentlich noch lange dauern wird. Üs hets Glück gfunge, Merci!

Vorschau: BSC YB – FC Luzern

27. April 2018 um 15:25 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Breaking News++++An alle Matchbesucher++++Breaking News
Wie gaeubschwarz.be soeben erfahren hat, ist der YB-Meistertitel für morgen Samstag noch nicht garantiert! Wir wiederholen: Ein rauschendes Fest ist noch nicht gesichert!

Grund: Offenbar hat sich die Liga eine fiese Stolperfalle ausgedacht. Um 19 Uhr wird morgen eine Partie gegen Luzern angepfiffen. Diese wird – zum grossen Erstaunen aller – ins laufende Championnat mit eingerechnet. Und jetzt kommts: Diese Luzerner reisen scheinbar mit der Absicht nach Bern, um dieses Spiel dreisterweise für sich zu entscheiden!

Was nach einem Eklat klingt, hat scheinbar mit dem Kampf um die internationalen Plätze zu tun. Laut FCL-Trainer Seoane will er sich mit seinem Team den dritten Tabellenrang sichern. Klammheimlich hat sich der Verein aus der Innerschweiz in der Rangliste nach oben gearbeitet. Erst zwei Partien haben die Luzerner im laufenden Jahr verloren. Damit ist das morgige Spiel der eigentliche Spitzenkampf der Rückrunde: Die besten Teams 2018 treffen aufeinander.

Wer sich also ein Ticket in der Hoffnung gesichert hat, gegen 20:45 Uhr ins Stadion zu pilgern und an der Feier teilzunehmen: Obacht! Es besteht die Möglichkeit, dass dieses Fest vertagt wird.

Glücklicherweise sind diese Umstände dem Team von Adi Hütter längstens bekannt. Die Mannschaft wird darauf brennen, gleich den ersten Matchball zu verwerten und sich für immer einen Platz in den Herzen aller YB-Fans zu sichern. Wir rechnen mit einem ähnlich furiosen Start wie zuletzt gegen Lausanne – hoffen aber auch auf eine solidere zweite Halbzeit als in besagtem Spiel.

Personell dürfte es nur einen Wechsel geben: Leo Bertone ist gelbgesperrt und wird durch Michel Aebischer ersetzt, der an der Seite von Sékou Sanogo das Zentrum im Griff haben wird. In der Defensive und im Sturm sind keine Wechsel zu erwarten.

Gehen wir es an, geniessen wir die Vorfreude – und denken daran, dass mindestens nochmal 90 anstrengende Minuten vor uns liegen, bis wir uns trunken vor Glück und mit feuchten Augen in den Armen liegen können. Wir zweifeln nicht an unseren Mannen und tippen auf ein 4:1. Die Tore erzielen Hoarau, Assalé (2x) und Sulejmani.

Hopp YB!