Vorschau: BSC Young Boys – FC Luzern

20. September 2017 um 16:28 von Cabrón in der Kategorie YB
Kevin Mbabu im Spiel gegen den FC Luzern vom 14. Mai 2017 (Bild: Thomas Hodel von ybforever.ch)

Kevin Mbabu im Spiel gegen den FC Luzern vom 14. Mai 2017 (Bild: Thomas Hodel von ybforever.ch)

Europapokal Gruppenphase, Einzug in die Achtelfinals des Schweizer Cups und Leader in der Super League. Alles läuft nach Plan und doch ist die anfängliche Euphorie nach dem furiosen Start in die Saison 2017/18 einer vorsichtigen Zuversicht gewichen. Klar, im Cup hatte man mit den zwei Promotion League Mannschaften FC Breitenrain und BSC Old Boys nicht viel mehr als gute Sparringpartner, doch waren es in der Vergangenheit auch immer genau solche Gegner, die uns mit beängstigender Regelmässigkeit K.O. schlugen. Noch nie gelang es den Bernern in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen und doch machte sich nach dem Ausscheiden gegen ZSKA Moskau Enttäuschung breit. Erstmals unter Adi Hütter stehen die Berner Young Boys nach 7 Spielen vor dem Serienmeister aus Basel und doch trauert der Eine oder Andere den verlorenen Punkten gegen Zürich oder St. Gallen nach – ganz zu schweigen von der Heimniederlage gegen den FC Thun. Man ist vorsichtig geworden und doch erwartet jeder heute Abend 3 Punkte gegen den FC Luzern.

Adi Hütter weiss, dass seine Mannschaft nun gejagt wird und sie Platz 1 Woche für Woche bestätigen muss. Diese Woche kommt der Jäger aus Luzern, der von Tabellenplatz 4 grüsst. Dies obwohl der FC mit nur 2 Siegen, 4 Unentschieden und 3 Niederlagen in die Saison gestartet ist. Sicherlich weil die Liga in diesem Jahr einiges ausgeglichener erscheint als in den letzten Jahren aber doch auch weil das Team von Markus Babbel auf Kontinuität und vermehrt auf junge aufstrebende Talente setzt. Es sind dies in erster Linie die Innenverteidiger Knezevic (20) und Schulz (22) und die stürmischen, jungen, wilden Follonier (23), Ugrinic (18) und Rodriguez (22) welche mit Routiniers wie Lustenberger, Schneuwly, Schwegler und Schürpf regelmässig Auflaufen. Mutig aber nicht gefeit vor Rückschlägen. Gut scheint der Australier Juric langsam aber sicher in der Leuchtenstadt angekommen zu sein, ist er doch nach dem Abgang von Marco Schneuwly neu der Topskorer des Teams.

Die letzten 3 Heimspiele gegen die Luzerner gewannen die Gelbschwarzen allesamt. Beim letzten Aufeinandertreffen im Wankdorf siegte man gar spektakulär mit 4:1. Neben Doppeltorschütze Sulejmani konnten sich damals auch Assalé und Michi Frey in die Torschützenliste eintragen lassen. Michi ist unterdessen nicht mehr bei YB. Genau so wenig wie Gerndt, Ravet, Zakaria, Rochat oder Mvogo. Dazu die verletzt fehlenden Spieler Benito, Bertone und Hoarau ergibt eine völlig neue Kampfmannschaft im Vergleich zum letzten Kräftevergleich. Nichtsdestotrotz sind die Berner auch dieses Mal klarer Favorit. Nach der Rotation im Cup dürften Kevin Mbabu, auf Kosten von Sven Joss, und Neo-Vater Kasim Adams Nuhu, für Gregory Wüthrich, in die Verteidigung zurückkehren. Im Mittelfeld erwarten wir neben Krieger Sékou Sanogo am ehesten Djibril Sow, der die Nase ganz leicht vor Michel Aebischer zu haben scheint, und die Flügelzange Miralem Sulejmani und Christian Fassnacht. Roger Assalé und Jean-Pierre (no accent aigu) Nsame werden dafür besorgt sein, die Luzerner «Baby-Verteidigung» zu wickeln und zu pudern, so dass am Ende erneut ein klarer YB-Sieg verbucht werden kann. Auch wenn unser Teamchef Adi Hütter warnt: «Luzern hat wenige Tore erhalten. Es wird schwer, sie zu schlagen» und weiter, «wir brauchen ein sehr gutes Spiel.»

Na dann: Hopp YB!

BSC YB – Partizan Belgrad 1:1

15. September 2017 um 12:19 von Jänu in der Kategorie YB

YB startete mit einem Punkt gegen Partizan Belgrad in die europäische Gruppenphase. Was dieser Punkt am Ende Wert sein wird, kann noch niemand erahnen. Dass man sich allerdings bei den Bernern drei Punkte erhoffte, war nach dem Schlusspfiff den Spielern, dem Staff sowie auch den Fans anzusehen. Nur ein Punkt war sicherlich nicht budgetiert.

Die Mission Überwintern wird mit diesem Unentschieden nicht einfacher. Objektiv betrachtet ist die Punkteteilung aber eine gerechte Sache. Im ersten Umgang war es zwar YB, das mehr vom Spiel hatte und auch auf den frühen Rückstand schnell reagieren konnte. Nach einem Angriff über Sow, Sulejmani und Assalé war es Fassnacht, der das Leder zum 1:1 in die Maschen haute. Jedoch konnten die Berner den Schwung nicht in die zweite Halbzeit mitnehmen. Partizan hatte nun mehrheitlich den Ball und YB lief diesem nach. Es gelang dem Hütter Team nie mehr, den Zugriff und somit die Kontrolle aufs Spiel zurückzugewinnen. Das in solchen Momenten enorm wichtige Umschalten von Defensive auf Offensive nach Ballgewinnen funktionierte leider ebenfalls nicht wie gewünscht. Oft wurde der Ball zu überhastet nach vorne gespielt, so dass der Gegner gleich wieder in dessen Besitz kam. Und wenn der Platz für den schnellen Gegenstoss mal da gewesen wäre, machten Ungenauigkeiten die Aktion zunichte. Zwei Mal war YB trotzdem genau genug, um in sehr aussichtsreicher Position abzuschliessen. Doch leider sündigten Fassnacht wie wenig später auch Sow im Abschluss, so dass den Bernern der zweite Treffer nicht vergönnt war. Glücklicherweise galt dies auch für die Serben, denen auch dank von Ballmoos ein weiterer Treffer verwehrt blieb.

Unterm Strich bleibt der eine Punkt für YB. Nun muss sicherlich auch auswärts, wohl besonders in Belgrad, gepunktet werden, damit wir im Frühjahr 18 noch im Wettbewerb dabei sind. Dafür muss bei den Bernern aber weiter an der Genauigkeit – besonders im Umschaltspiel – gearbeitet werden. Diese war gestern zum wiederholten Male in dieser Spielzeit alles andere als optimal. Dazu gehört, dass auch in hektischen Situationen die Übersicht gewahrt werden kann und so die richtige Entscheidung getroffen werden kann. Für unsere junge und wenig routinierte Mannschaft ist dies sicherlich eine grosse Herausforderung und die alten Hasen stehen hier besonders in der Pflicht. Wenn dann noch eine Prise Effizienz dazukommt, steht erfolgreicheren Auftritten nichts im Weg.

Die Noten:

von Ballmoos: 5. Rettet am Schluss den Punkt. Verzögerte teilweise einen schnellen Gegenstoss und war auch bei manchen Zuspielen etwas ungenau.

Mbabu: 4. Copy&Paste. Ein Auftritt wie der andere. Gute Vorstösse, schlechte Zuspiele. Liess sich beim Gegentor etwas gar leicht umkurven.

Von Bergen: 4. Defensiv solide. Seine Zuspiele und Spieleröffnung waren aber gestern Abend so schlecht wie wohl noch nie zuvor.

Nuhu: 5. Einer der besten auf dem Platz. Defensiv wie sein Kapitän souverän, gegen vorne mit starke langen Bällen.

Lotomba: 4.5. Zeigte sich immer wieder auf dem Flügel und war gewillt, etwas gegen vorne zu machen, gelingen wollte dies nicht immer. Schöne Ballrückeroberung nach einem Ballverlust in der zweiten Halbzeit, das ist vorbildlicher Kampfgeist, der mit einem halben Notenpunkt belohnt wird.

Sulejmani: 4. Blieb bis auf die Ausgleichsaktion gegen seine Landsleute blass. Viele seiner Eckbälle geraten zu kurz.

Sow: 4. Machte in der ersten Halbzeit Hoffnung, baute aber sehr stark ab in Halbzeit zwei und vertändelte zu viele Bälle. Zudem vermisst man bei ihm noch die im Zentrum nötige körperliche Präsenz.

Sanogo: 4.5. Hielt immerhin körperlich dagegen, ansonsten war es auch von Sekou eine eher durchzogene Leistung und er trägt auch Mitschuld am Nicht-Zugriff in Halbzeit zwei.

Fassnacht: 4.5. Trifft schon wieder europäisch, sollte aber noch mehr treffen und uns den Dreier holen, schade.

Nsame: 5. Hatte ebenfalls gute Torchancen, besonders der Abschluss kurz nach dem 1:1. Ansonsten sehr präsent, erkämpft sich mit seiner Grösse und seinem Kampfgewicht viele Bälle.

Assalé: 4.5. Wie immer mit viel Drive und Schwung. Wie immer zu eigensinnig.

Ngamaleu/Schick: keine Note: Ersterer wie schon bei seinem ersten gelbschwarzen Auftritt mit guter Ballsicherheit und Übersicht, wir freuen uns, mehr von ihm zu sehen.

Vorschau BSC Young Boys – Partizan Belgrad

14. September 2017 um 07:47 von Marco in der Kategorie YB

Es ist eine erfreuliche Routine. Zum fünften Mal nimmt YB an der Gruppenphase der Europa League teil. Insbesondere die Heimspiele brachten oft Spektakel, viele Siege und zahlreiche denkwürdige Momente. Was wir auch gelernt haben: Die Heimspiele entscheiden über eine mögliche Fortsetzung der europäischen Kampagne. Ohne die maximale Punkteausbeute im Wankdorf wird es schwierig. Ein Sieg gegen Partizan Belgrad wäre also der optimale Start in den europäischen Herbst.

Der serbische Rekordmeister ist zwar derzeit in der Liga nur Sechster, allerdings holte Partizan Belgrad in sieben Spielen bereits 16 Punkte und damit zwei mehr als YB und hat zwei Spiele weniger als manche Konkurrenten. Der heutige Gegner ist also gut in Form und spielt ebenfalls zum fünften Mal in der EL-Gruppenphase. Nichtsdestotrotz ist YB wahrscheinlich leicht zu favorisieren und ein Sieg liegt sicher in Reichweite. Schmerzhaft ist natürlich die Verletztenliste, die am Sonntag stark angewachsen ist. Drei Stammspieler, die in einem einzigen Spiel ausfallen: Die Verletzungshexe feierte ein fulminantes Comeback.

Hinten links dürfte Lotomba Benito ersetzen. Der junge Romand hat sein Potential bereits angedeutet und kann diese Aufgabe sicher lösen. Ärgerlicher ist der Ausfall von Bertone. Er befand sich in einer guten Form und ein gleichwertiger Ersatz ist nicht in Sicht. Sofern Aebischer gesund ist, hätte er sicher wieder einmal eine Chance verdient. Ansonsten nimmt wohl Sow den Platz neben Sanogo ein. Der Neuzugang aus Gladbach hat bei seinen bisherigen Auftritten allerdings noch wenig Spuren hinterlassen. Auch wenn Hoarau zuletzt nicht in Form war, schmerzt sein Ausfall natürlich, da die Alternativen im Sturm begrenzt sind.

Wenn die beiden Tore gegen Lugano Nsames Knopf aber tatsächlich gelöst haben, darf man dennoch zuversichtlich sein. Einfach wird es sicher nicht, aber die zwei späten Tore von Nsame und Fassnacht sorgen für den erfreulichen 2:0-Sieg.

1626806_BSC_Young_Boys

BSC YB – FC Lugano 3:0

11. September 2017 um 21:15 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Wer kurz vor oder nach der Pause seinen Platz verliess, hat am Sonntag mindestens eine von zwei entscheidenden Szenen verpasst. Nach 42 Minuten waren es die Gelbschwarzen, die eher überraschend zu einer Pausenführung kamen. Nsame reagierte nach einem Sulejmani-Corner am schnellsten und netzte aus kurzer Distanz ein.

Zuvor hatten die offiziell gemeldeten 20’000 Zuschauer ein Spiel gesehen, in dem sich die formstarken Tessiner mutig wehrten und nach Ballgewinnen blitzschnell umschalten konnten. YB hatte zwar mehr vom Spiel, konnte allerdings nur wenig zwingende Szenen kreieren. Das Pressing, das in St. Gallen zu Beginn hervorragend funktionierte, wurde nicht konsequent genug umgesetzt. Erschwerend kam hinzu, dass Guillaume Hoarau zwar wieder auflief, sein Formtief aber zu keiner Zeit kaschieren konnte.

Quasi als „Arbeitserleichterung“ durfte sich Adi Hütter an diesem Tag auf die Verletzungshexe verlassen: Keinen einzigen Wechsel konnte er aus freien Stücken tätigen, sondern musste stets auf Verletzungen reagieren. Bereits nach einer knappen halben Stunde musste Benito wegen Oberschenkelbeschwerden das Feld räumen und Lotomba Platz machen. Vorneweg: Der junge Schweiz-Kongolese konnte mit einer starken Leistung Pluspunkte sammeln.

In der Pause blieb Hoarau dann in der Kabine. Offenbar ist die Verletzung noch nicht optimal verheilt, was wie bereits erwähnt, deutlich zu Tage kam.

Zurück zu den entscheidenden Szenen. 46 Sekunden nach Wiederanpfiff ging Carlinhos mit offener Sohle in einen Zweikampf gegen Nuhu und wurde folgerichtig mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Damit nahm das Spiel eine vorentscheidende Wendung. Lugano kam kaum mehr ins Spiel und YB nahm Schwung auf. Als sich Bertone nach einer Stunde bei einem Foul selber verletzte (und dafür Gelb sah), hatte der Trainer zwei Möglichkeiten: Ein 1:1-Wechsel Aebischer für Bertone oder aber ein Debut für den Neuzugang Moumi Ngamaleu. Er entschied sich für Letzteres und stellte YB damit sehr offensiv auf. Dieser Mut wurde belohnt, Ngamaleu passte auf Assalé und der traf endlich ins Tor. Der erste Saisontreffer des Ivorers wird dessen Knopf hoffentlich lösen. Definitiv gelöst ist indes der Knopf von Nsame, der einen herrlichen Angriff mit seinem zweiten Treffer des Spiels abschloss. YB hatte nun alles im Griff und hätte das Spiel auch noch höher gewinnen können. 

Weiter geht es für den neuen Tabellenführer (!) am Donnerstag mit dem Europa League-Auftakt gegen Partizan, bevor am Samstag das zweite Cupspiel wartet (Auswärts bei Old Boys Basel).

Noten:

von Ballmoos 4,5/ In der ersten Halbzeit auf dem Posten, nach dem Seitenwechsel nahezu beschäftigungslos.

Mbabu 4,5/ Machte enorm viel Dampf und profitiert in beide Richtungen von seiner Schnelligkeit. Nachwievor ein Thema: Seine Flanken.

Nuhu 5/ Bärenstarke Form.

von Bergen 4,5/ Für einmal wenig gefordert, hatte den Laden aber im Griff.

Benito 4/ Bis zu seiner Verletzung mit einer durchzogenen Leistung.

Sulejmani 4,5/ Aktiver Auftritt des Serben, allerdings verzögerte er das Offensivspiel einige Male unnötig.

Sanogo 4.5/ Zweikampfstark wie gewohnt, musste das Zentrum in der letzten halben Stunde beinahe alleine bespielen. In der ersten Halbzeit mit einem gefährlichen Abschluss.

Bertone 4/ Engagierter aber etwas unpräziser Auftritt bis zu seiner Verletzung. Hoffentlich ist er nicht allzu schlimm verletzt.

Fassnacht 4,5/ Der polyvalente Spieler rückte nach 60 Minuten ins offensive Mittelfeldzentrum und fand dort gleich ins Spiel. Auf dem Flügel vor allem beim Ballgewinn vor dem 1:0 auffällig.

Hoarau 3/ Kaum ein Ballkontakt, kleiner Bewegungsradius. Braucht offenbar noch etwas Zeit und darf diese auch erhalten da…

Nsame 5.5/… sein Nebenmann im gestrigen Spiel der beste YBler war. Fleissig, clever und abgebrüht. Hat seine Rolle langsam gefunden.

Lotomba 5/ Starker Auftritt von Lotomba. War sofort im Spiel und blieb quasi fehlerlos. Erzielte in der Schlussphase nach feiner Einzelleistung beinahe das 4:0.

Assalé 5/ ENDLICH! Hat sich diesen Treffer verdient und brachte frischen Schwung in die Angriffsbemühungen der Gelbschwarzen.

Ngamaleu 5/ Mit knapp 30 Minuten gerade noch im Beurteilungsfenster. Tolles Debut, lässt auf mehr hoffen.

Vorschau: BSC YB – FC Lugano

9. September 2017 um 09:17 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Selten kam eine Länderspielpause passender, als die in den letzten beiden Wochen. YB absolvierte seit Ende Juli ein happiges Programm mit Reisen nach Kiew und Moskau, dazwischen konnte man sowohl jubeln (Kiew-Spiel im Wankdorf) als auch verständnislos den Kopf schütteln (Thun-Spiel, ebenfalls im Wankdorf). Ab und zu überraschte YB (GC-Spiel, auswärts), manchmal wurden uns aber auch die Grenzen aufgezeigt (ZSKA-Spiel, auswärts).
Nach einem tollen Start liess YB gegen Ende August nach und verspielte eine noch bessere Ausgangslage. Besonders die Offensive kam längere Zeit nicht mehr in Fahrt, erst in St. Gallen fanden die Gelbschwarzen durch Treffer von Nsame und Nuhu zum Scoren zurück.
Nun steht das Spiel gegen die formstarken Luganesi auf dem Programm. Die Tessiner haben die Abgänge von Alioski und Sadiku besser verkraftet als gemeinhin erwartet wurde, und stehen in der Tabelle auf Rang 5. Zuletzt liess das Team von Trainer Tami mit einem 4:1-Sieg gegen Thun, sowie einem respektablen 1:1 in Basel aufhorchen. Alex Gerndt durfte sich gegen die Thuner als Doppeltorschütze feiern lassen und wird am kommenden Sonntag zum ersten Mal als YB-Gegner auflaufen. Ein herber Schlag für die gs-be-Redaktion, war Alex Gerndt doch mehrere Jahre einer unserer (wenn nicht sogar DER) Lieblingsspieler.

Auch Yoric Ravet wird nicht mehr für YB auflaufen. Der Franzose dürfte dieses Wochenende sein Debut beim SC Freiburg geben. Als Ersatz für die Aussenbahn wurde Nicolas Moumi Ngamaleu von Altach verpflichtet. Der Kamerunische Nationalspieler lies in den letzten Monaten bei unserem östlichen Nachbarn aufhorchen und gilt als schneller und trickreicher Offensivspieler.
Aus der Abteilung «Perspektivspieler mit Potential» wurde mit Pedro Teixeira ein weiterer Flügelspieler geholt. Der Schweizer U-Natispieler kommt von Xamax zu YB.
Bei den Gelbschwarzen dürfte David von Ballmoos ins Tor zurückkehren. In der Viererkette erwarten wir keine Änderungen, zumal sich speziell die Innenverteidigung mittlerweile gefunden hat und abgeklärt agiert.
Im Zentrum ist Sanogo gesetzt, daneben erwarten wir zwar Leo Bertone, würden aber gerne wiedermal Michel Aebischer spielen sehen. Der Fribourger war in den letzten Wochen mit der U21-Nati unterwegs und spielte gegen Wales von Beginn weg (0:3). Beim 1:1 in Rumänien kam Aebischer nicht zum Einsatz.
Auf den Aussenbahnen wird Sulejmani gesetzt sein. Sein Pendant dürfte zunächst Thorsten Schick heissen, da Ravet-Nachfolger Ngamaleu zuletzt mit dem Nationalteam unterwegs war und daher noch kaum mit seinem neuen Team trainiert hat. Im Angriff hoffen wir auf einen wiedergenesenen Hoarau, der zusammen mit Assalé die Tormaschinerie in Gang setzen soll.
Trotz der aktuellen Stärke Luganos, rechnen wir mit einem klaren 3:0-Sieg und freuen uns über die Tore von Hoarau (2x) und dem eingewechselten Lotomba.

Vorschau FC St. Gallen – BSC Young Boys

27. August 2017 um 06:54 von Marco in der Kategorie YB

«Wir werden bei Rückschlägen auch mal ein Auge zudrücken und nicht gleich mit dem Zweihänder auffahren.» Diesen Satz schrieb gäubschwarz.be-Chef Pele am 22. Juli in seiner Saisonvorschau. Nun sind wir soweit, dass wir uns diese Worte in Erinnerung rufen. Die letzten Spiele boten wenig Grund zur Euphorie. Sowohl im Europacup wie auch in der Meisterschaft musste YB zuletzt Rückschläge verkraften. Die zickige Losfee am Freitag vollendete schliesslich den aufkeimenden Ärger im Umfeld der Young Boys.

Nun steht das letzte Spiel vor der Natipause und im August bevor. Blickt man in die Vergangenheit lässt sich daraus kaum auf die Gegenwart schliessen. Auswärtsspiele in St. Gallen boten von euphorischen Siegen bis zu enttäuschenden Niederlagen die ganze Vielfalt des Fan-Daseins. Am Sonntagnachmittag ist selbstverständlich Ersteres anzustreben. Die Jungs vom Dammweg weisen bei jeder Gelegenheit auf die Tor-Impotenz von YB hin und widersprechen kann man ihnen natürlich nicht. Für einen Dreier in der Ostschweiz und insbesondere für das Selbstvertrauen sind Tore unabdingbar. Einfach wird es aber trotz der Notwendigkeit nicht. Ravet verabschiedete sich am Samstag definitiv nach Freiburg (An dieser Stelle: Alles Gute!), sein Ersatz Ngamaleu ist noch nicht spielberechtigt. Dazu kommt, dass Hoarau wahrscheinlich noch verletzt ausfällt.

Die YB-Offensive ist also stark dezimiert und steht gleichzeitig unter Zugzwang. Dass es Sulejmani, Fassnacht, Nsamé und Assalé richten können, ist unbestritten. Nun ist es aber wieder Zeit, dass sie ihre Qualitäten auch in Tore ummünzen. Wir halten uns an der Wahrscheinlichkeitsrechnung fest. Wenn der Ball schon so lange nicht mehr im Netzt gezabbelt hat, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es wieder einschlägt. Das tut es in St. Gallen gleich zweimal. Die Tore von Assalé und Fassnacht sichern den 2:0-Sieg und sorgen für eine ruhige Natipause.

1620469_BSC_Young_Boys

ZSKA Moskau – BSC Young Boys 2:0

24. August 2017 um 20:28 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Die Young Boys sind nach Moskau gereist um etwas Grosses zu erreichen. Am Ende blieb die Gewissheit, dass die Hürde ZSKA und somit die Qualifikation zur Champions League, doch noch eine Nummer zu gross ist.

Viel wurde im Vorfeld diskutiert: ob des Gegners, der eigentlich im Bereich des machbaren liegt. Des Fehlens von Guillaume Hoarau, was doch Chancen im schnellen Offensivspiel eröffnen kann. Des Resultates im Hinspiel, das nur eine taktische Richtung zulässt oder des Wechsels von Yoric Ravet zum SC Freiburg, der seine Kumpels zum Abschied die Sterne von Moskaus Himmel holt. Vielleicht war es die zu Beginn dieser Saison entstandene Euphorie welche die gelbschwarze Gemeinschaft zum Träumen verleitete, doch realistischer Weise muss man sich heute eingestehen, die Ziele waren noch eine Stufe zu hoch gesteckt.

Die junge, talentierte Berner Mannschaft, die durchaus auch gestern vereinzelnd ansehnliches zeigte, bekam die Möglichkeit weiter Erfahrung zu sammeln und aufgezeigt, was es noch braucht um eines Tages eine bessere Figur im internationalen Spitzenfussball zu machen. Klar, der Gegner trat im Rückspiel einiges druckvoller auf als noch im Hinspiel. Der 1:0 Rückstand kurz vor dem Pausentee, als man kurz die Zuordnung im Strafraum aus den Augen verlor, kam zu einer denkbar ungünstigen Zeit. Hätte Akinfeev 10 Minuten nach Wiederanpfiff Sulejmanis starken Abschluss nicht grandios entzaubert, so wäre es vermutlich nicht zum perfekt herausgespielten 2:0 Endresultat gekommen. Doch es kam genau so.

Die Russen waren von Beginn weg die bessere Mannschaft und setzten den Gast aus der Schweiz von der ersten Sekunde an unter Druck. Chalov, Fernandes und vor allem der überragende Vitinho bereiteten der YB Defensive Probleme und prüften Von Ballmoos eins ums andere Mal. Christoph Spycher und Adi Hütter mahnten bereits vor dem Heimspiel, dass es zwei perfekte Spiele benötige um in die Champions League Gruppenphase aufzusteigen und dies war es dann gestern Abend halt nicht. Die Mannschaft war sicherlich bemüht aber doch ein Stück weit entfernt von der geforderten Leistungsgrenze. ZSKA Moskau war stets eine Idee schneller, zur Stelle mit einem aufsässigen Pressing und liessen den Young Boys weder Raum noch Zeit, um auch nur ins Spiel zu kommen.

Es gilt jetzt diese Leistung richtig einzuschätzen, aus den Fehlern und Erfahrungen zu lernen, den Blick in die nahe Super und Europa League Zukunft zu richten, um den erfreulichen Weg der letzten Monate weiterzugehen. Bereits am Wochenende wartet mit St. Gallen ein weiterer Prüfstein auf dem Weg in eine erfolgreiche gelbschwarze Zukunft und spätestens danach ersetzen wir die Enttäuschung in der CL durch die Freude an der Europa League.
.
.
Noten:

Von Ballmoos 5: Am jungen Torhüter lag es gestern definitiv nicht. Im Gegenteil, Dävu vereitelte bereits zu Beginn des Spiels die Vorentscheidung mehrmals.

Mbabu 4: Versuchte viel über die Seiten, blieb aber meist hängen.

Nuhu 4: Eigentlich bis auf die unzureichende Kopfballabwehr beim 1:0 sicher.

Von Bergen 4: Stemmte sich gegen die offensiv Bemühungen Moskaus aber nicht immer mit Erfolg.

Benito 3: Bekundete besonders in HZ2 grosse Mühe mit Fernandes und Vitinho, welche ihn Mal für Mal stehenlassen konnten.

Ravet 2,5: War er bereits weg…?

Sanogo 3,5: Mit einigen guten Zweikämpfen aber mit zu wenig Einfluss aufs Spiel.

Bertone 4: Sehr bemüht aber Moskau war eine Nummer zu gross.

Sulejmani 4,5: Ein paar gute Aktionen und eine riesen Chance die leider stark von Akinfeev zunichte gemacht wurde.

Assalé 4,5: Holte sich die Bälle Hinten, wirbelte Vorne aber es fehlte das Auge für den Mitspieler.

Nsamé 2,5: Der Sprung von der ChL zur CL war zumindest gestern viel zu gross.

Lotomba und Fassnacht waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

Vorschau ZSKA Moskau – BSC YB

23. August 2017 um 14:42 von Mate in der Kategorie YB

In der Vorschau zum Hinspiel hatten wir geschrieben, dass es erst in einer Woche etwas zu gewinnen gibt. Das wäre nun heute. Auf eine gute Ausgangslage hatten alle gehofft. Auch wenn diese besser ist als vor Jahresfrist gegen Mönchengladbach – von «gut» ist sie doch recht weit entfernt. Wir sparen uns die Rückblende, alle wissen, dass sie viel besser sein könnte, als sie dies jetzt ist. Da der Konjunktiv aber nach wie vor der grösste Feind des Erfolgs ist, tun wir, was unsere Mannschaft seit einer Woche macht: Wir konzentrieren uns auf das, was kommt.

Dies ist heute nichts geringeres als ein schwieriges Auswärtsspiel in Moskau gegen eine routinierte Mannschaft, welche über ein regelrechtes Abwehrbollwerk verfügt. Dabei muss YB aus dem Spiel mindestens ein Tor erzielen , eher zwei oder besser noch mehr. Es gibt einfachere Aufgaben und geht um viel Geld, um die Möglichkeit auf ein vielleicht einmaliges Erlebnis und nicht zuletzt auch darum, einen riesengrossen Pflock einzuschlagen. Die Jungs von Adi Hütter tun aber gut daran, keine Energie in solchen Gedanken zu verlieren. Sie werden alle auf dem Platz gebrauchen, müssen Zweikämpfe gewinnen, Präzision und Effizienz an den Tag legen. Es ist zu erwarten, dass die im Hinspiel sehr defensiv eingestellten Russen etwas mehr für das Spiel machen werden und eine ähnliche Taktik wählen, wie YB dies vor Wochenfrist getan hatte. Spiel kontrollieren und Gegner vom Tor fernhalten. Die Russen haben im Hinspiel ansatzweise gezeigt, dass sie zu einem guten Kombinationsspiel im Stande sind. YB tut gut daran, ihnen dazu möglichst keine Räume zu geben. Dazu wird man auf ein gutes Umschaltspiel angewiesen sein, um die Russen mit Schnelligkeit in Verlegenheit bringen.

Aufstellungstechnisch bringt der Ausfall von Hoarau von sich aus mindestens eine Änderung gegenüber dem Hinspiel mit sich. Dass er die Reise nach Moskau nicht mitmachen konnte, war bestimmt ein kleiner Dämpfer in der Vorbereitung, macht aber ohne Zweifel Sinn, wenn er nicht hundertprozentig einsatzfähig ist. Wenn sich Hütter für einen 1-1-Wechsel entscheidet, dürfte Jean-Pierre Nsamé den Vorzug gegenüber Christian Fassnacht erhalten. Nicht zuletzt weil Fassnacht mehr Möglichkeiten für eine Einwechslung bietet. Wir aber würden das Spiel in einer 4-3-3-Aufstellung beginnen, mit denselben Verteidigern wie im Hinspiel, davor Sanogo, Bertone und Sow, sowie Ravet, Assalé und Sulejmani.

Vielleicht zum letzten Mal im YB-Leibchen wird heute Yoric Ravet zu sehen sein. Ob er dann tatsächlich wechselt, wenn dem Team heute Abend der erhoffte Coup gelingt, man weiss es nicht. Was man weiss, ist, dass nur eine erneute Topleistung dazu führen wird, ihn vielleicht in diese Zwickmühle zu bringen. Ob er dann wechselt oder nicht, ist aktuell selbstverständlich aber allerhöchstens sekundär. Und wenn YB den Sprung in die Championsleague tatsächlich schafft, wird auch ein allfälliger Abgang des Franzosen für alle zu verschmerzen sein.

(Anmerkung der Redaktion: In der Zwischenzeit vermeldet die Zeitung mit den grossen Buchstaben, dass der Ravet-Abgang fix sei. Wir verzichten aufgrund der Quelle darauf, die Vorschau anzupassen. Sollte er wirklich weg sein, so freuen wir uns auf einen letzten Top-Aufritt des Franzosen, danken für seine Dienste und wünschen ihm viel Spass, im Herbst an einem nebligen Mittwochabend mit einem Ganter auf dem Sofa zu sitzen und seinen ehemaligen Teamkollegen beim Champions League-Auswärtsspiel im Bernabeu zuzuschauen)

Wir sind wie immer positiv und tippen allen Widrig- und Schwierigkeiten zum Trotz auf einen grossartigen Auswärtssieg. Bertone wird YB in Führung schiessen, die grosse Hoffnung kommt auf. Es folgt der Dämpfer nach dem Ausgleich der Russen, bevor sich ganz Bern in Ekstase befindet, wenn Nuhu in der Nachspielzeit das 2:1 erzielt.

 

zska-YB

 

Vorschau FC Zürich – BSC YB

18. August 2017 um 13:48 von Jänu in der Kategorie YB

Der August ist für YB ein wichtiger Monat. Jahr für Jahr gilt es heikle Cuprunden zu überstehen, sich für europäische Gruppenphasen zu qualifizieren und im nationalen Championat den Anschluss an die Spitze zu wahren. Und dies alles mit begeisterndem Fussball, schliesslich soll auch der eher träge Teil des Berner Anhangs ins Wankdorf gelockt werden. Etwas mehr als die Hälfte dieses Monats ist nun rum und YB schlägt sich in allen Punkten wacker. Jedoch spitzt sich die ganze Szenerie allmählich zu. War der ganze Monat wichtig, so darf die zweite Monatshälfte als eminent wichtig bezeichnet werden. Während der Cup vorerst ruht, warten in der Meisterschaft zwei heikle Auswärtsspiele in Zürich und St. Gallen. Da die Heimniederlage gegen Thun sicher nicht budgetiert war, stehen die Berner nun auswärts etwas mehr unter Zugzwang. Dazwischen steht das Auswärtsspiel in Moskau an, wo die Sterne besonders hell leuchten und wo mit einem Sieg wohl auch der trägste YB-Fan für den Herbst mobilisiert werden kann.

Doch machen wir doch so weiter, wie wir es auch in der ersten Augusthälfte taten und nehmen wir Spiel für Spiel. Der Aufsteiger und Leader wartet im Letzigrund auf YB. Dass die Zürcher Super League Niveau haben, war jedem klar, dass sie allerdings nach vier Spielen an der Spitze stehen, überrascht eher. Diese Spitze gehörte in den drei Runden zuvor YB und die Berner haben es nun in den eigenen Füssen, sich die Tabellenführung wieder zurückzuholen. Wir erwarten ein Spiel, bei dem beide Mannschaften vorerst eher auf abwarten spielen werden. Weder der FCZ noch YB wollen oder müssen von der ersten Minute an, alles in die Waagschale werfen. Basierend auf einer soliden Defensive werden aber beide Teams versuchen ihre Nadelstiche zu setzen und irgendwann den entscheidenden Treffer zu erzielen. Es könnte somit ein Spiel werden, das den Bernern liegt. Das Bollwerk um von Bergen hält in dieser Saison gut dicht und durch schnelles Umschalten wurde schon so manche Defensive schwindlig gespielt. Entscheidend wird also sein, was ganz vorne passiert, wo die beiden Stammstürmer noch etwas an Torimpotenz leiden. Weder Hoarau noch Assalé gelang in den bisherigen Spielen ein Tor aus dem Spiel heraus, höchste Zeit dies zu ändern.

Beim Gegner stehen gleich mehrere Ex-YBler auf und neben dem Bitz. Diese drei Mannen könnten für die Berner der Schlüssel zum Erfolg werden. Wenn man den Frey hinten an sich selbst sowie der YB-Abwehr scheitern lässt und dem Nef vorne Knoten in die hüftsteifen Beine spielt, dann wird dem Forte an der Seitenlinie das grosse Maul gestopft. Auch wenn das niemand kommuniziert, wissen wir, dass dies das interne Ziel bei YB ist.

Um einen forte’schen Schlund ganz zu versiegeln, reicht zwar der 1:0 Sieg (75‘, Assalé) nicht ganz aus. Doch YB wird damit weiterhin auf Kurs bleiben und das nötige Selbstvertrauen für die nächsten Spiele holen.

BSC Young Boys – ZSKA Moskau 0:1

16. August 2017 um 09:53 von Marco in der Kategorie YB

Es ist nur unglaublich bitter. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, doch gs.be kommt seiner Pflicht nach und versucht es trotzdem. YB zeigte gegen ZSKA Moskau über mehr als 90 Minuten eine beeindruckend starke Leistung und steht am Ende mit leeren Händen und leeren Gesichtern auf dem Platz. Im Vorfeld reichten die Prognosen von pessimistisch, da schliesslich ein Champions League-Stammgast auftritt, bis verhalten optimistisch, da sich YB zu Hause vor niemandem verstecken muss. Die Optimisten behielten Recht. Die Young Boys zeigten bereits in den Startminuten, dass sie gewillt waren, etwas zu reissen.

Nur nach etwa einer Viertelstunde Spielzeit hatte YB eine kurze Schwächephase und zog sich in die eigene Hälfte zurück. Moskau kam zu ein paar verhaltenen Möglichkeiten und deutete seine Qualität an, doch mit etwas Glück und solider Abwehrleistung überstanden die Gelbschwarzen diese Phase. In der Folge übernahm YB immer stärker das Spieldiktat. Mbabu sprintete sich Räume frei und füllte diese mit scharfen Pässen. In der Offensive glänzte insbesondere Sulejmani mit starken Kopfbällen und seinem linken Fuss, in den man sich manchmal ein bisschen verliebt. Ebenso positiv präsentierte sich Assalé. Mit seinen wirbligen Vorstössen stellte er sogar die abgeklärten ZSKA-Verteidiger vor Schwierigkeiten.

Nach dem Seitenwechsel gab es definitiv keine Zweifel mehr, wer das bessere Team ist. Schnelle Angriffe über die Flügel, sorgfältige Auslösungen von Mittelfeld-Motor Sanogo oder trickreiche Standards. Das Repertoire schien unerschöpflich, einzig das erlösende Tor wollte nicht fallen. Am nahesten dran war Hoarau, der einen Schuss von Benito scharf und präzise ablenkte und dennoch im russischen Torhüter seinen Meister fand. Oder auch Assalé, der seinen Verfolgern entwischte und unsanft gestoppt wurde. In Spielen, in denen alles klappt, wäre ein Penaltypfiff eine valable Option gewesen.

Leider klappte nicht alles. Der Kopfball von Nuhu machte alle vorherigen Bemühungen zunichte. Dass es sein einziger Fehler des Spiels war, vergrössert den Schmerz nur noch. YB steht in Moskau vor einer enorm schwierigen Aufgabe. Mit einer Wiederholung der gestrigen Leistung und ein bisschen mehr Glück ist sie jedoch lösbar.

Von Ballmoos 4.5 Hatte seinen Kasten im Griff und wurde in der 2. Halbzeit kaum geprüft – bis zum Missverständnis mit Nuhu.

Mbabu 5 Steigerte sich im Verlauf des Spiels und hängte seine Gegenspieler regelmässig ab.

Von Bergen 5.5 Wieder ein souveräner Auftritt des Abwehrchefs. War oft an den Spieleröffnungen beteiligt.

Nuhu 5.5 Die Benotung war nach 90 Minuten abgeschlossen.

Benito 4.5 Mehrheitlich solid, defensiv hatte er ein paar Wackler.

Ravet 5 Richtige Entscheidung auf ihn zu setzen, auch wenn der ganz grosse Exploit ausblieb.

Sanogo 5.5 Wieder einmal gehörte der Braveheart des Mittelkreises zu den besten.

Bertone 5 Suchte wieder öfter den Abschluss – weiter so!

Sulejmani 5.5 Starke Partie. Wird zurecht als der Mann für die grossen Spiele bezeichnet.

Assalé 5 Wirbelte durch die Abwehr, kreierte Chancen, muss aber noch effizienter werden.

Hoarau 5 Blieb lange blass und plötzlich hatte er die beste Chance.

Fassnacht 4.5 Ersetzte Ravet und brachte neuen Schwung.

Nsamé keine Note