Voegtu bei den Bavaren – Teile XXIX – XXXIII

11. Februar 2012 um 08:00 von Biber in der Kategorie Voegtus 34/34

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

FC Rot-Weiß Erfurt – FC Bayern 0-4
Steigerwaldstadion
18’000 Zuschauer

 Die unendlich lange Winterpause von exakt vier Wochen sollte mit einem Testkick im Osten der Bundesrepublik überbrückt werden. Die Konsultation des Fahrplans verriet uns, dass die Reise nach Erfurt in einem Tag zu machen ist und nur läppische 60 Euronesen kosten sollte. Bei einem solchen Schnäppchen wird nicht lang gefackelt, sondern ruckzuck gebucht.

Also starteten wir mit einigen Pils bewaffnet um 4.30 Uhr und fuhren via Basel und Frankfurt nach Thüringen. Viel Zeit blieb nicht bis zum Anpfiff, also gingen wir direkt zum Stadion. Dort trafen wir auf 18’000 Fans, die grösstenteils aus der Region stammten und sonst wohl nie zum FC Bayern fahren. Dementsprechend schlecht war die Stimmung in der Kurve. Aber so ist das halt bei Sinnloskicks auf dem Land.

Die Rückfahrt auf demselben Weg verlief zum Glück problemlos und pünktlich, sodass wir den letzten Zug in Basel erwischten und kurz vor 1 Uhr morgens daheim waren.

VfL Borussia Mönchengladbach – FC Bayern 3-1
Stadion im Borussia Park
54’047 Zuschauer

Das Eröffnungsspiel am Freitag Abend auf dem neumodischen Bökelberg bescherte zumindest mir keine Glücksgefühle. Die letzten drei Spiele wurden dort allesamt nicht gewonnen und auch diesmal glaubte ich nicht wirklich an einen Sieg. Trotzdem reisten wir selbstverständlich an und quartierten uns im nahgelegenen Düsseldorf ein.

Das Stadion bereitet einem keine Freude. Es liegt viel zu weit draussen und ist mit dem mühsamen Schöttelbös zu erreichen. Auch sonst waren wir nicht vom Glück gesegnet, obwohl die Affiche „Spitzenspiel unter Flutlicht“ normalerweise sehr viel Spass macht. Zu früh ging Gladbach wegen einem neuerlichen (!!) Bock in Führung. Damit war auch der letzte Funken Hoffnung erloschen und das Spiel verloren.

Die Rückreise nach Düsseldorf ging danach erstaunlich problemlos vonstatten. Dort enterten wir so schnell wie möglich das Lokal unseres Vertrauens, das den klangvollen Namen Kuhstall trägt. Trotz der Niederlage war die Stimmung ausgelassen. Schliesslich führt der FC Bayern die Tabelle souverän an.

FC Bayern – VfL Wolfsburg 2-0
Fröttmaninger Stadion
69’000 Zuschauer

Gegen die Wölfe von Trainer Magath, der von Spinneritis akutis befallen zu sein scheint, sollte eine Steigerung her. Wir fuhren wie immer mit dem Eurocity bis Lindau und mit dem kostengünstigen Bayernticket nach München. Dort angekommen zogen wir in das neu entdeckte Heiliggeiststüberl am Marienplatz. Eine herrlich kleine Kneipe für Einheimische mit Fussballflair.

Mit Hängen und Würgen wurde das Spiel gewonnen, so dass wir frohgemut und mit dem guten Augustiner beladen die Heimreise antraten. Weil sich der Fanclub-Präsident derweil im Kurort Oberstaufen vergnügte, mussten wir ohne die gewohnte Musik auskommen. Aber einmal pro Saison muss man sich dann halt die eine oder andere Gesternkaltschale mehr einhelfen und selbst für die Unterhaltung sorgen.

Hamburger SV – FC Bayern 1-1
Volksparkstadion
57’000 Zuschauer

Das beste und schönste Auswärtsspiel der Saison. Deshalb düsten wir schon mit dem Nachtzug in die Hansestadt, um möglichst früh zu arrivieren. Lustigerweise bediente uns im Barwagen dieselbe flotte Frau, die uns bei der legendären Rückfahrt aus Hannover die Fahrtkarten verkaufte, weil die Originale damals im Schliessfach blieben. Sie erinnerte sich tatsächlich an uns. Vergessene Fahrscheine kommen wohl nicht allzu oft vor. Eine durchaus süsse Maus, aber schon mit dem berühmten Ring am Finger ausgestattet.

In Hamburg angekommen düsten wir zum Hafen und entschieden uns für eine Schiffahrt nach Finkenwerder. Das Böötchen bahnte sich seinen Weg durch die fast zugefrorene Elbe. Der Kapitän, wohl kein Itauiäner, schiffte sicher ins Ziel. Die kleine Kneipe in unserer Strasse servierte original Hamburger Pannfisch und eine Scholle, die ich leider zuerst entgräten musste. Nicht mein grösstes Talent, wie ich feststellen musste.

Vor dem Spiel schütteten wir uns in Rosis Pilsbörse noch einige Flensburger zwischen die Ohren, bevor es per Taxi zum Stadion ging. Die Reise per ÖV ist lang und beschwehrlich, weshalb wir uns für die gemütliche Variante entschieden. Ein weiblicher HSV-Fan, extra angereist aus Bayern, blieb in der Kneipe während des Spiels und wollte uns ihren Kollegen mitgeben. Ihn verloren wir gottseidank vorher aus den Augen, so dass wir alleine rausfuhren.

Nach dem Unentschieden und dem Verlust der Tabellenspitze gings zurück in die Innenstadt, wo wir uns zuerst wieder in der Pilsbörse versammelten und später in der Nacht in den nahgelegenen Windjammer mit dem besoffensten Wirt der Weltgeschichte übersiedelten. Leider konsumiert seine Servierkraft keinerlei alkoholische Getränke, so dass auf der Endabrechnung leider nichts fehlte. Die Nacht verstrich wie im Fluge und schon gings, erneut per Taxi, zurück an den Bahnhof. Um 4.54 wurde nicht zurückgeschossen, sondern losgefahren.

VfB Stuttgart – FC Bayern 0-2
Neckarstadion
57’500 Zuschauer

Es blieb bis zur letzten Sekunde ungewiss, ob der Besuch dieses Spiels möglich war, weil eine Sitzung mit unbestimmter Dauer anstand. Dennoch buchte ich vorsorglich den Zug, optimistisch wie ich bin. Und siehe da: Es lohnte sich. Pünktlich um 16.40 Uhr war schluss, ich düste an den Bahnhof, deckte mich mit Feldplörre ein und fuhr um 17.10 los.

Drei Stunden später traf der Zug pünktlich in Stuttgart ein. Das nächstbeste Taxi fuhr zum Stadion und wurde von der lieben Polizei leider nicht bis zum Gästeblock durchgelassen. Also musste ich ums ganze Stadion rennen und verlor wichtige Minuten. Eine ganze Viertelstunde nach Anpfiff war ich endlich im brechenvollen Gästeblock angelagt. Zwischen den Köpfen hindurch liess sich zwischendurch ein Blick aufs Spielfeld erhaschen, mehr war nicht drin.

Immerhin besserten sich die Sichtverhältnisse in der zweiten Halbzeit, sodass ich das Spiel doch noch mitbekam. Die Rückfahrt verlief rasch und problemlos per PKW. Züge fuhren leider keine mehr.

Voegtu bei den Bavaren – Teil XXIX

22. Dezember 2011 um 11:40 von Biber in der Kategorie Voegtus 34/34

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

VfL Bochum – FC Bayern 1-2

29’299 Zuschauer

Als letztes Spiel des Jahres 2011 stand das DFB-Pokal-Achtelfinale beim VfL Bochum auf dem Programm. Der Besuch im Ruhrstadion ist aufgrund der Freundschaft zwischen dem VfL und Bayern München, der geilen Kneipe ums Eck und mit des besten Gästeblocks in Deutschlands oberen Ligen immer eine besondere Freude.

Nach einer kurzweiligen Autofahrt, dem Zwischenhalt in Düsseldorf und der Anfahrt per Bahn traf ich zwei Stunden vor Anpfiff beim Stadion ein. Nach ein paar «Moritz Fiege» gings in den Gästeblock, wo wie immer in Bochum kurz vor Anpfiff eine besonders gute Stimmung herrschte.

Diese übertrug sich leider nicht auf den Platz. Eine verhaltene erste Halbzeit der Bayern und der frühe Rückstand deuteten nicht auf einen ruhigen Pokalabend hin, wie er zumindest von mir erwartet wurde. Die Mannschaft rappelte sich erst in der zweiten Halbzeit zusammen und startete ein richtiges Angriffsfurioso. Dieses mündete nach einem grandiosen Gomez-Pass im 1-1 durch Toni Kroos.

Statt so weiter zu machen, stellte die Mannschaft das Fussballspielen wieder ein. Zum Glück ist Schweini in der Rückrunde wieder dabei, dann ist auch endlich wieder ein Chef auf dem Platz. Das Spiel plätscherte vor sich hin und alles deutete auf eine Verlängerung hin. Bis Fipsi einen Pass abfing und Ribéry lancierte. Dieser legte auf unseren Holländer quer und dieser erzielte per Direktschuss den Siegtreffer. Was für ein Torjubel in Minute 91.

 In der Hinrunde 2011/2012 war das mein 27. Pflichtspiel des FC Bayern. Ein einziges wurde aufgrund einer Geschäftsreise verpasst (Villareal auswärts). Trotzdem legten der Fanclub und ich insgesamt 22’259 Kilometer für die grosse Liebe zurück. Soll die Serie in der Rückrunde weitergehen?

Voegtu bei den Bavaren – Teile XXVII – XXVIII

19. Dezember 2011 um 15:48 von Biber in der Kategorie Voegtus 34/34

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

FC Bayern – 1. FC Köln

69’000 Zuschauer

 Zum Hinrundenabschluss der Bundesliga-Saison 2011/2012 genügte ein Unentschieden, um den Herbstmeistertitel zelebrieren zu dürfen. Da es ein Freitagabend-Spiel war, beschlossen wir das ganze Wochenende in Deutschland zu bleiben und Samstags noch das Thüringen-Derby Carl Zeiss Jena gegen Rot Weiss Erfurt mitzunehmen.

Wir kamen relativ knapp in den Block und fanden dennoch rasch ein bequemes Plätzchen. Das Stadion war weit davon entfernt, ausverkauft zu sein – auch wenn es dies natürlich offiziell war. Die Kölner waren kaum einzuschätzen, spielen sie doch mal enorm stark und die Woche drauf wieder enorm schwach.

Schnell wurde klar, dass es nicht einfach wird. Der Gegner stand mit acht bis neun Mann am eigenen Strafraum und konzentrierte sich nur auf die Defensive. Torchancen schauten deshalb bis auf wenige Weitschüsse kaum heraus. Zu allem Übel kam in der 30. Minute noch die rote Karte für Ribéry dazu, der zu Recht für eine völlig sinnlose Unsportlichkeit bestraft wurde.

 Doch vielleicht war es genau das, was schlussendlich den Sieg brachte. Die Mannschaft zeigte in der zweiten Halbzeit mehr Einsatz und mehr Laufbereitschaft. Das 1-0 fiel rasch nach einem kämpferischen Einsatz von Thomas Müller konnte Gomez locker einschieben. Die weiteren Tore fielen zu günstigen Zeitpunkten und so stand am Ende ein ungefährdeter 3-0 Sieg zu buche, bei dem die Kölner etwa zweimal aufs Tor schossen.

 Zum Jahresabschluss geht’s am Dienstag zu unseren Freunden aus Bochum. Zusammen mit dem Spielbericht gibt’s die zurückgelegte Anzahl Kilometer, die für den grossen FC Bayern München zurückgelegt wurde. Hoch leben die Statistiken.

FC Carl Zeiss Jena – Rot Weiss Erfurt

9315 Zuschauer

 Das 97. Thüringer-Derby lockte 9315 Zuschauer ins Ernst-Abbé-Sportfeld. Es begann mit einer hübschen Fähnchen-Choreo des Heimteams. Die Gäste fielen dagegen mit Böller-Würfen gegen die Polizei auf. Diese gingen daraufhin in den Block und holten ungefähr zehn Mann raus. Die Situation eskalierte überraschenderweise nicht und das Spiel ging nach einem kurzen Unterbruch weiter.

 In der ersten Halbzeit sah man von beiden Mannschaften eine ordentliche Leistung mit guten Offensiv-Aktionen. Trotz des offensichtlich vorhandenen Hasses zwischen den beiden Lagern war auf den Rängen eine eher verhaltene Stimmung festzustellen. Von RWE kam bisweilen gar nichts und auch der Heimblock war das ganze Spiel über eher leise.

 Die zweite Hälfte gehörte ganz klar den Gastgebern. Zahlreiche Torchancen blieben ungenutzt und es hing immer die Gefahr in der Luft, dass Erfurt mit einem seiner seltenen Konter die Führung erzielt. Es hätte jedenfalls gut zur sportlichen Situation von Carl Zeiss gepasst, ein Spiel mit drückender Überlegenheit noch zu verlieren.

 Soweit kam es allerdings nicht: Sebastian Hähnge gelang in der 90. Minute mit einem Flachschuss aus zehn Metern die verdiente Führung. Erfurt konnte in der Nachspielzeit in Unterzahl nicht mehr reagieren und verlor das Derby. In der Tabelle haben die Erfurter aber immer noch 12 Punkte mehr auf dem Konto. Carl Zeiss bleibt auf einem Abstiegsplatz mit sieben Zählern Rückstand.

Voegtu bei den Bavaren – Teile XXIV – XXVI

14. Dezember 2011 um 08:05 von Biber in der Kategorie Voegtus 34/34

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

FC Bayern – Werder Bremen 4-1

69’000 Zuschauer

 Nach der verdienten Niederlage gegen Mainz musste die Mannschaft heute eine Reaktion zeigen, um in der Tabelle nicht noch weiter zurückzufallen. Waren doch sowohl Dortmund als auch Gladbach an uns vorbeigezogen. Immerhin spielten die beiden Mannschaften gleichentags gegeneinander und konnten einander die Punkte wegnehmen. Nach der kurzen Anreise per Allgäu-Express trafen wir kurz vor Anpfiff im gut gefüllten Heimblock ein. Der Besuch des im Anschluss stattfindenden Basketballspiels in der umgebauten Rudi-Sedlmayer-Halle wurde leider per demokratischem Beschluss bis auf Weiteres verschoben.

 Die Mannschaft schien heute gut aufgelegt und spielte munter nach vorne. Die Bremer ohne Geltube Wim Tiese im Tor hatten keinen Stich und kassierten nach gut 20 Minuten das 1-0 durch Ribéry. Allerdings verpasste es der FC Bayern, vor der Pause nachzulegen, so dass es vorerst bei diesem Spielstand blieb. Nach Wiederanpfiff passierte, was wir von den vergangenen Spielen gewohnt waren: Mit einem trockenen Schuss ins untere linke Eck wurde unser Supertorwart zum 1-1 überwunden.

 Derweil traf frohe Kunde aus den anderen Stadien ein. Gladbach hatte ebenfalls zum 1-1 ausgeglichen. Mit drei Punkten würden wir wieder die Tabellenführung übernehmen. Das schien die Mannschaft anzustacheln, die sich nach ungefähr 10 Minuten wieder fing und Angriff um Angriff fuhr. Ein klares Foul an Müller führte zum Elfmeter, den der eingewechselte und wiedergenesene Robben sicher zum 2-1 verwandelte. Dann gings schnell: Ribérys 3-1 und ein weiterer Foulelfmeter unseres Holländers führten zum auch in dieser Höhe verdienten 4-1 Endstand. Weils im anderen Spiel bei diesem Ergebnis blieb, war der FC Bayern nach diesem Spieltag wieder dort, wo er hingehört: Auf Rang 1.

Manchester City – FC Bayern 2-0

46’022 Zuschauer

 Als wir die Reise nach Manchester buchten, wussten wir nicht, was uns dort erwartet. Sollte es um den Gruppensieg gehen oder musste der FC Bayern gar um den Einzug ins Achtelfinale bangen? Nichts von alledem war der Fall: Wir standen einen Spieltag vor Schluss als Gruppensieger fest und der Gegner war auf einen Heimsieg und einen gleichzeitigen Ausrutscher von Neapel angewiesen, um im Wettbewerb zu bleiben. Wir arrivierten einen Tag vor dem Kick im Norden Englands und vertrieben uns die Zeit auf dem „German Weihnachtsmarkt“ mit „Gluhwein“ und „German Bier“ sowie einigen wirklich coolen und gemütlichen Pub-Besuchen.

 Am Spieltag änderte sich das Programm nicht wirklich. Einstimmen auf das unbedeutende Testspiel gegen die Ölscheichs mussten wir uns nicht speziell. Ich freute mich einfach auf den neuen Ground und auf das allfällige Ausscheiden der Neureichen, die vor nicht einmal zehn Jahren Durchschnittskicker wie Uwe Rösler beschäftigten und jetzt das Gefühl haben, zur Weltspitze zu gehören nur weil sich ein reicher Mann ein neues Spielzeug zugelegt hat. Aber eines muss ich zugeben: Das „City of Manchester Stadium“, welches heute ebenfalls einen teuer bezahlten Sponsorennamen trägt, ist ein wirklich schönes Stadion, in dem gute Stimmung möglich wäre, wenn das Heimteam denn noch Fans hätte.

 Item. Nachdem unsere Vereinsspitze vor dem Kick noch betonte, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen und es keinesfalls herschenken zu wollen, stellte Don Jupp trotzdem acht Neue auf, die sonst kaum einen Platz in der Startelf finden. Angeblich waren die Stammkräfte grippegeschwächt, naja. Ich halte diesen Schritt zwar für verständlich, aber dennoch ist es nichts anderes als Wettbewerbsverzerrung. Denn: Manchester City war schlecht, Bayern war noch schlechter und so endete ein ereignisarmes, ödes Spiel mit einem 2-0 für die Heimmannschaft, bei dem unser zweiter Torwart Jörg Butt bester Mann auf dem Platz war.

 Die Heim“fans“ verliessen ab der 85. Spielminute das Stadion, so dass dieses bei Schlusspfiff schon fast leer war. Über die gesamten 90 Minuten waren zwei bis drei Mal kurze Anfeuerungsrufe zu hören, sonst nichts. Einen Heimblock gab es nicht, ausser ein oder zwei Blockfahnen sah ich keine Fahnen, keine Doppelhalter und keine hochgehaltenen Schals. So sieht also der hochgelobte englische Fussball ohne sogenannte Fans aus. Schöne neue Welt. Immerhin gewann Napoli gleichzeitig gegen Villareal, so dass die Citizens im Uefacup weiterkicken dürfen. Genauso wie der Stadtrivale. Manchester hat offensichtlich ein Champions-League-Problem.

VfB Stuttgart – FC Bayern 1-2

60’469 Zuschauer

 Die Ausgangslage konnte besser nicht sein: Gladbach hat verloren und Dortmund spielte nur 1-1. Mit einem Sieg konnten wir den Vorsprung auf drei Punkte ausbauen und die Herbstmeisterschaft eintüten, was zu gefühlt 90 Prozent gleichbedeutend mit der Übergabe der guten Meisterschale im Mai 2012 ist. Aber von Vorne: Nach einem kurzen Weihnachtsmarktbesuch am Stuttgarter Schlossplatz waren wir früh beim Stadion, dem erstmals seit dem (zweiten) Umbau ein Besuch abgestattet wurde. Fazit: Ziemlich gelungen. Zwar nervige Kontrollen beim ungefähr vierfach unterteilten und mit 19.50 Euro viel zu teuren Gästeblock, gehört aber sicher zu den besseren Stadien in der Liga.

 Der Kick war sehr ansehnlich. Immerhin waren alle Grippepatienten wundersamerweise wieder genesen. Vor allem der am Dienstag noch todkranke Robben spielte gross auf und rannte auf der rechten Seite auf und ab. Seine Vorlage in der fünften Minute konnte Gomez freistehend aus fünf Metern leider nicht verwerten und die Stuttgarter schossen im Gegenzug das völlig unverdiente 1-0. Heilandtonner, nicht schon wieder, entfuhr es mir. Aber die Mannschaft liess sich nicht aus dem Konzept bringen und erzielte nur fünf Minuten später den verdienten Ausgleich. Dabei blieb es bis zur Pause. Das einzig Bemerkenswerte war die Dummheit Molinaros, der innert fünf Minuten Robben zweimal umsäbelte und dafür zurecht Gelb-Rot sah. Dass das Stuttgarter Publikum unsere Nummer 10 danach eine Stunde bei jedem Ballkontakt gnadenlos auspfiff, zeigt den nichtvorhandenen Charakter der Schwaben.

 In Halbzeit zwei spielte nur noch der FC Bayern und ging verdient 2-1 in Führung. Dass die Mannschaft nach der Führung aber ihr Spiel zeitweise komplett einstellte, war aus meiner Sicht unverständlich. Dass wir so nicht noch den Ausgleich kassierten, war wohl nur eine glückliche Fügung des Schicksals. Mindestens zwei aussichtsreiche Chancen hatten die Stuttgarter standen den Stuttgartern zur Verfügung, welche diese allerdings nicht verwerteten. So blieb es bei diesem Resultat und der FC Bayern führt die Tabelle wieder mit drei Punkten an. So schnell kann’s gehen. Jetzt bleiben in diesem Jahr noch zwei Spiele. Mit zwei Siegen lässt sich dann ganz beruhigt Silvester feiern.

Voegtu bei den Bavaren – Teile XXI- XXIII

5. Dezember 2011 um 14:27 von Biber in der Kategorie Voegtus 34/34

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

FC Bayern – Borussia Dortmund 0-1

69’000 Zuschauer

 Mit fünf Punkten Vorsprung ging der FC Bayern in das Spiel gegen den ehemaligen Meister aus Dortmund. Mit einem Sieg würde dieser dementsprechend auf deren acht anwachsen, was gleichbedeutend mit der Herbstmeisterschaft wäre. Leider kommt es aber oft anders als man denkt. In einem schwachen Spiel, das keinen Sieger verdient gehabt hätte, erzielte die glücklichere Mannschaft den 1-0 Siegtreffer rund eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff.

 Zu dem Tag passte, dass wir den Zug verpassten und uns die Nacht in der guten Kölsch-Bar am Münchner Ostbahnhof um die Ohren schlagen mussten. Zugegeben, so schlimm war das dann doch nicht. Schliesslich führten wir die Tabelle an und die gute Stimmung gepaart mit der Party-Ballermann-Mucke in der genannten Kneipe hat noch jedes noch so trübe Gemüt aufgehellt. Nach einer spontanen Hotelübernachtung tuckerten wir dann am Sonntag Mittag gemütlich in die Schweiz zurück, wo ich mir noch die zweite Halbzeit des Schlagerspiels FC Gossau – YF Juventus zu Gemüte führte.

FC Bayern – Villareal CF 3-1

66’000 Zuschauer

 Wir starteten bereits am Mittag, um uns in der Innenstadt noch mit ein paar Glühwein, Bier und wunderbar leckeren Himbeer-Schnäpsen auf den Europapokal-Knaller gegen den Vorortclub Villareal einzustimmen. Ein Punkt würde reichen, um den Achtelfinaleinzug klar zu machen. Zum Glück fand das Spiel nur drei Tage nach der Niederlage gegen Dortmund statt. So hatte die Mannschaft sofort die Chance, sich zu rehabiliteren.

 Weiterhin ohne Schweinsteiger legte die Mannschaft ordentlich los und führte bald 2-0. Allerdings war die Souvernität der Abweher der ersten Spiele dahin und so verwunderte es nicht, dass selbst ein ultraschwaches Villareal kurz vor der Pause noch den Anschlusstreffer markierte. Zum Glück stand die Mannschaft nach dem Tee wieder sicherer und konnte mit dem 3-1 das Spiel entscheiden. Wie es der Zufall wollte, siegte das gute Napoli gegen die Ölscheichs aus Manchester; gleichbedeutend mit unserem Gruppensieg.

 Das Auswärtsspiel bei den neureichen Unsympathen aus England wird damit zum Testspiel. Umso schöner, wenn wir dort trotzdem siegen und Scheich Sowiesos Spielzeug in den Uefacup befördern.

FSV Mainz 05 – FC Bayern 3-2

34’000 Zuschauer

 Wieder mal ein Sonntagsspiel. Von den letzten 3 gingen 2 verloren, nicht gerade gute Aussichten. Aber gegen dieses Mainz sollte doch ein Sieg drinliegen. Vor allem weil sich Gladbach und Dortmund in ihren Spielen ungefragt an uns vorbeigeschoben haben. Die vierstündige Autofahrt in einer munzigen Reisschüssel gingen vergleichsweise rasch rum. Das neue Stadion liegt aber unfassbar schlecht und an Parkplätze wurde entweder nicht gedacht oder sie waren nicht ausgeschildert.

 Der Ground sieht von Aussen aus wie ein Baumarkt und ist nichts anderes, als eine weitere, moderne 0815-Fussischüssel. Item. Die Mannschaft legte los wie die Feuerwehr und kam in den ersten zwei Minuten zu guten Chancen. Danach wars aber vorbei mit der Herrlichkeit. Die Abwehr stand mehrfach im Schilf und Mainz ging früh mit 1-0 in Führung. Völlig zurecht. Bayern wurde zeitweise vorgeführt und konnte froh sein, nicht höher in Rückstand zu liegen zur Pause.

 Im zweiten Durchgang spielten wir flotter und glichen schon bald aus. Ich sagte noch zum Kollegen, wenn wir so weiter spielten, gewännen wir den Kick noch. Aber weit gefehlt. Kurz danach liess unser Supi-Torwart Herr Neuer einen Weitschuss passieren, unsere Deutsche Eiche Boateng verlor ein Kopfballduell und schon stands 3-1. Unglaublich. Aber erneut gelang der Anschlusstreffer und kurz vor Schluss bestand sogar die Möglichkeit, den (unverdienten) Ausgleich zu erzielen.

 Das gelang jedoch nicht mehr und so verlor man aufgrund eines uninspirierten Auftritts gegen kämpferische Mainzelmännchen verdient mit 3-2. Am nächsten Wochenende nehmen sich die beiden führenden Preussen gegenseitig die Punkte ab, so dass mit einem Sieg gegen die Kroketten aus Bremen mindestens der zweite Platz drinliegen muss. Sonst ist Feuer unter dem Dach.

Voegtu bei den Bavaren – Teile XVI- XX

9. November 2011 um 13:37 von Pele in der Kategorie Voegtus 34/34

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

Derby-Wochen in und um München

 

Ein kleines Round-Up der letzten Wochen, da ich nicht fortlaufend dazu gekommen bin. Lustigerweise spielten wir in zwei Wettbewerben nur gegen andere bayerische Mannschaften.

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FC Bayern – FC Ingolstadt 6-0

63’000 Zuschauer

 

Das dritte Mal seit der Eröffnung im Jahr 2005 war das Stadion im Münchner Norden zumindest offiziell nicht ausverkauft. Beim Zweitrundenkick im DFB-Pokal gegen unterklassige Ingolstädter waren aber dennoch 63’000 Leute im Stadion, auch wenn diese Zahl wohl um fünf bis zehntausend Personen zu hoch war.

 

Zur Mannschaft zählten heute die Ersatzspieler Butt, Contento, Pranjic, Alaba, Petersen und Usami. Nach Startschwierigkeiten und dem späten 1-0 in der 33. Minute, kam die Truppe im zweiten Durchgang immer besser in Schwung und schoss die in jeder Hinsicht unterlegenen Ingolstädter 6-0 ab.

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FC Bayern – FC Nürnberg 4-0

69’000 Zuschauer

 

Keine drei Tage später war beim nächsten Heimspiel der nördliche Nachbar aus Nürnberg zu Gast. Die verhassten Franken traten genauso bedauerlich auf die die Audi-Städter und hatten nie den Hauch einer Chance. Gomez traf schon nach zwei Minuten und einer mustergültigen Flanke Schweinsteigers zum 1-0. Damit war die Partie gelaufen.

 

Beim nie gefährdeten Sieg reihten sich vor dem Tee Schweini selbst und Ribery in die Torschütenliste ein, bevor Gomez im zweiten Durchgang zum 4-0 Endstadt einnetzte. Derby-Siege sind immer die schönsten, speziell wenn der Gegner am Tabellen-Ende festsitzt und hoffentlich absteigt.

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FC Bayern – SSC Neapel 3-2

66’000 Zuschauer

 

Das dritte Spiel innert sieben Tagen im dritten Wettbewerb. Das Champions-League-Rückspiel gegen die Süditaliener aus Napoli stand auf dem Programm. Mit einem Sieg und der Erhöhung des Punktekontos konnte der Gruppensieg so gut wie sicher eingetütet werden. Die Spieler waren sich dessen bewusst und zerpflückten die hochgelobten Italiener in ihre Einzelteile. Nach der wohl besten Halbzeit der Saison stand es eigentlich 3-0. Nur weil der Schiri ein Aufstützen eines Italieners nicht sah, konnte Napoli zum 3-1 einschiessen.

 

Bayern begann die zweite Halbzeit vorsichtiger. Bis in der 53. Minute Käsefresser Inler unserem Fussballgott Schweinsteiger eine Verletzung zufügte, lief alles nach Plan. Danach fiel die Mannschaft leider komplett auseinander und brachte nicht mehr viel zu Stande. Je eine Gelb-Rote-Karte auf jeder Seite zeugte von einem fahrigen Spiel, das der Schiri je längers je mehr aus der Hand gab. Ein unnötiger Freistoss führte zum Anschlusstreffer der Italiener.

 

Danach erwachte auch das Gästepublikum aus seinem Dauerschlaf und die Mannschaft drückte auf dem Ausgleich. Mit gemeinsamen Kräften konnte dieser jedoch verhindert werden und Mario Gomez gelang fast das 4-2 aus 80 Meter. Der herausgelaufene Torwart konnte allerdings in Extremis klären. Nach den eingesackten drei Punkten fehlt noch ein Punkt aus zwei Spielen zum Achtelfinaleinzug.

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FC Augsburg – FC Bayern 1-2

30’660 Zuschauer

 

Zum Abschluss der englischen Wochen reisten wir zum Bundesliga-Aufsteiger Augsburg. Das erste bayrisch-schwäbische Derby seit ungefähr 30 Jahren. Mit dem schweren Neapel-Kick in den Knochen durfte selbst gegen die zu Hause sieglosen Schwaben kein Schaulaufen erwartet werden. Der verletzte Schweinsteiger wurde durch den zuletzt starken Alaba ersetzt.

 

Die erste Halbzeit war spielerisch dennoch in Ordnung. Gute Spielzüge führten zu einem raschen 2-0, Augsburg war chancenlos. Anders in der zweiten Halbzeit: Die Kräfte schienen nachzulassen und so kam der Unterdog zum verdienten Anschlusstreffer in der 59. Minute. Wie schon beim Spiel vor vier Tagen lief nachher nicht mehr viel zusammen. Unser Torwart konnte kurz vor Schluss seine Klasse zeigen und gegen den freistehenden Kapllani retten. Verdient war der Sieg nicht, aber die drei Punkte nehmen wir trotzdem mit.

Voegtu bei den Bavaren – Teil XV

25. Oktober 2011 um 10:06 von Pele in der Kategorie Voegtus 34/34

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

 

Hannoverscher SV – Bayern München 2-1

49’000 Zuschauer

 

Weil die Truppe des netten Herrn Slomka im Uefa-Pokal mitkickt, wurde unser Auswärtsspiel auf den Sonntag gelegt. Damit blieb uns keine andere Wahl, als den Nachtzug zu buchen und am Montag direkt zur Arbeit zu fahren. Ferientage sind ein zu hohes Gut, um für ein gewöhnliches Bundesligaspiel verschwendet zu werden.

 

Die Hinfahrt am Sonntag Vormittag dauerte erträgliche sechseinhalb Stunden und ging wie im Flug vorbei. Dort angekommen trafen wir in der Bayrischen Botschaft (www.paulaner-am-thielenplatz.de) auf unsere zwei Kollegen, die zum Ende ihrer Ostblock-Tour aus Dubrovnik anreisten. Mein flauer Magen liess sich gottseidank mit der Nervosität aufs Spiel begründen, so dass ich kein schlechtes Gewissen zu haben brauchte.

 

Bei meinem ersten Besuch im Stadion zu Hannover mussten wir unfassbar genaue Eingangskontrollen über uns ergehen lassen. Trotzdem gelangten einige Bengalen in den wunderbaren Gästeblock, die zur Halbzeit gezündet wurden. Das mehr als hochklassige Spiel mit enormem Tempo und zahlreichen Grosschancen auf beiden Seiten war mit das Beste, was die Bundesliga in dieser Saison bisher sah. Schade, dass es eine schauspielerische Einlage des HSV-Kickers Pinto mitentschieden wurde.

 

Item, der pingelige Schiedsrichter Gräfe sprach dem Heimclub einen höchst zweifelhaften Elfmeter zu, welcher den Gegentorrekord unseres Torwarts verhinderte. Als in Halbzeit zwei Gomez eine hundertprozentige verdödelte und im Gegenzug ein unfassbar unglückliches Gegentor fiel, war das Spiel eigentlich gelaufen. Trotzdem kämpfte sich die Mannschaft nochmals heran und schaffte den Anschlusstreffer. Dass es nicht mehr für den Ausgleich reichte, war nur noch Pech. Alabas Freistoss strich enorm knapp am Gehäuse vorbei.

 

Die Rückreise war dann ziemlich turbulent. Wir verloren unterwegs einen Mann, weil dieser nicht mehr Herr seiner Sinne war. Leider beherbergte dieser jedoch den Schliessfachschlüssel und die Kontrolle über die Rückfahrscheine. Alles diskutieren mit dem netten Zugpersonal brachte nichts, sodass wir schliesslich neue Billiets kaufen mussten. Immerhin reichten unsere Batzeli noch für einen gepflegten Schlafwagen, sodass wir uns noch für sechs Stunden schlafen legten konnten, bevor das Büro seine Pforten öffnete.

Voegtu bei den Bavaren – Teil XIV

21. Oktober 2011 um 16:00 von Pele in der Kategorie Voegtus 34/34

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

 

SSC Napoli – FC Bayern 1-1

60’240 Zuschauer

 

Die Vorurteile gegenüber (Süd)italienischen Städten bestätigten sich bereits auf dem Weg vom Flughafen in die Innenstadt. Auf der rund 30 minütigen Busfahrt wagten junge Mofafahrer unmögliche Überholmanöver und Fiat-500-Fahrer zwängten ihr Gefährt durch 50-Zentimeter breite Lücken. Der helle Wahnsinn, der wohl nur in Neapel nicht zu Verkehrsunfällen führt.

 

Vor dem Spiel verköstigte sich die siebenköpfige Reisegruppe aus der Ostschweiz mit Pizzen und mehreren Flaschen Rotwein. Mehr oder weniger freundliche Napoli-Fans quatschten uns danach in der Innenstadt an und wünschten viel Glück. Nachdem am Vorabend zwei Bayern-Fans mit Messerstichen verletzt wurden, war das eine willkommene Abwechslung.

 

Rund fünf Stunden vor Spielbeginn trafen sich alle Bayern-Fans am Hafen. Von dort sollten wir in Bussen zum Stadion gefahren werden. Allerdings wurden Fragen nach dem Abfahrtszeitpunkt entweder mit Schulterzucken, „um sechs, sieben Uhr oder noch später“ oder gar nicht beantwortet. Für die eigentlich kurze Fahrt benötigte der Bus allerdings über eine Stunde. Der kleine Umweg wurde wohl in Kauf genommen, um die Fans auszunüchtern.

 

Das Stadion selbst war überwältigend. Ein wunderschöner, alter Ground mit über 60’000 heissblütigen italienischen Fans. Die gute Stimmung der rund 3000 mitgereisten Bayern-Fans ging im rund total unter, weil jeder Fangesang von den Tifosi niedergepfiffen wurde. Zu Spielbeginn begrüssten beide Kurven die Spieler mit einer genialen Pyroshow – weniger lustig allerdings, dass im späteren Spielverlauf zwei Fackeln in den Bayern-Block flogen.

 

Die schnelle Führung durch Toni Kroos liess die Zuschauer kurz erstummen. Aber nicht für lange Zeit, obwohl Bayern das Spiel bis kurz vor der Pause total im Griff hatte. Das folgende Eigentor durch Badstuber brachte die Mannschaft zwar für die nächsten fünf Minuten aus dem Tritt, aber eine wirkliche Torchance hatte Neapel nicht mehr. Zu Beginn der zweiten Halbzeit verschoss Gomez einen Elfer, wohl weil er beim Schuss von einem Laser-Pointer geblendet wurde.

 

Doch auch danach kontrollierten die Münchner das Spiel und gerieten nie wirklich in Gefahr, ein weiteres Gegentor zu kassieren. Allerdings suchte die Mannschaft das Führungstor nicht mehr allzu vehement und liess noch zwei weitere Grosschancen aus. So endete die Partie 1-1 – ein wichtiger Punkt im wohl schwersten Auswärtsspiel der Gruppenphase. Zur Rückreise muss ich nicht viel sagen: Nach der langen Blocksperre brauchten die Italiener drei Stunden, um uns die zehn Kilometer lange Strecke zurück in die Innenstadt zu bringen. Eine Katastrophe.

 

Die zwei zusätzlichen Tage in der sehr charmanten Stadt Neapel nutzten Wir zu Sightseeing und Ausflüge nach Pompei und auf den Vesuv. Zudem besuchten wir die angeblich beste Pizzeria der Welt bei Michele, die unsere Erwartungen allerdings nicht zu hundert Prozent erfüllen konnte. Mit viel Peroni, Vino Rosso, Amaretto und Grappa im Bauch traten die Rückreise an. Schön wars. Weiter gehts am Sonntag beim Bundesliga-Kick in Hannover.

Voegtu bei den Bavaren – Teil XIII

17. Oktober 2011 um 16:00 von Pele in der Kategorie Voegtus 34/34

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

 

FC Bayern- Hertha BSC Berlin 4-0

69’000 Zuschauer

 

Nach der Länderspiel-Pause stand wieder ein Bundesliga-Heimspiel auf dem Programm. Zu Gast in der bayerischen Landeshauptstadt war diesmal die Berliner Hertha, die nicht nur vier ehemalige Münchner, sondern auch eine langjährige Fanfreundschaft mitbrachte. Wie es fast jedem solchen Bekenntniss ergeht, wird auch dieses nur noch von einigen wenigen gepflegt, schade.

 

Im Spiel legten die Bayern los wie die Feuerwehr. Ein Schüsschen von Gomez aus 25 Metern kullerte an Thomas Kraft vorbei ins weite Eck. Zwei Minuten später überlief Boateng die gesamte Abwehr und Frank Ribery verwertete die Vorlage ohne Mühe zum 2-0. Ebenfalls in der Startviertelstunde schoss Schweinsteiger auf Vorlage von Ribery zum 3-0 ein. Damit war der Drops schon gelutscht und das Spiel gelaufen.

 

Mit halber Kraft liessen sich in der ersten Halbzeit noch drei weitere Hochkarätige Chancen erarbeiten, die allesamt ungenutzt blieben. Trotz dem Schongang in der zweiten Hälfte kam Hertha nur zu einer einzigen Torchance, die der Stürmer allerdings über die Querlatte drosch. Mittels Foulelfmeter erhöhte Gomez mit seinem zehnten Tor im neuten Spiel auf den 4-0 Endstand. Die eingewechselten Olic und Alaba konnten nichts mehr ausrichten.

 

Die schwache Hertha hätte sich über eine zweistellige Niederlage nicht beklagen können. Wir Bayern haben allerdings am Dienstag ein schweres Auswärtsspiel in Neapel vor der Brust und mussten deshalb die Kräfte einteilen. Wie so oft heisst es, das werde endlich ein Prüfstein für die Mannschaft. Wie immer in dieser Saison werden uns aber auch die Napolitaner um Nati-Captain Inler kaum stoppen können.

 

Voegtu bei den Bavaren – Teil XII

3. Oktober 2011 um 13:13 von Pele in der Kategorie Voegtus 34/34

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

TSG Hoppenheim – FC Bayern 0-0

30’150 Zuschauer

Obwohl das Spielzeug von Dietmar Hopp schon länger in der ersten Liga mitkickt, schaffte ich es erst in diesem Jahr, die Reise ins kraichgauer Kaff Sinsheim anzutreten. Mit Regionalzügen fuhren wir nach Karlsruhe, von wo uns ein Tram (!!) nach Eppingen und eine weitere S-Bahn nach Sinsheim-Museum/Arena führte. Schade, dass die DFL für diesen Club über die 50+1-Regel hinwegsieht und das Engagement von Dietmar Hopp zulässt. Ein Affront gegenüber Traditionsclubs, die Jahr für Jahr ums Überleben kämpfen.

Nach der Stärkung im Jupiter-Brauhaus mit schönem Biergarten liefen wir zum Stadion und gingen direkt in den Block. Die gute Stimmung übertrug sich leider nicht auf die Mannschaft, die ganz offensichtlich noch das Manchester-Spiel spürte. Hoppenheim hatte mehr vom Spiel, Bayern überzeugte dagegen mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung. Mit dem Wechsel Alaba für Gomez in Minute 58 zeigte Trainer Heynckes die Marschrichtung auf: Die Null halten und das Unentschieden holen.

Das klappte erstaunlich gut. Die offensiv starke Mannschaft von Trainer Stanislaswki kam nur zu wenigen Torchancen, die der erstmals richtig geforderte Neuer allesamt zunichte machte. Es hätte sogar noch besser kommen können: Aber Fussballgott Schweinsteiger stand beim vermeintlichen Führungstreffer knapp im Abseits. So endete das Spiel mit einem gerechten 0-0. Nach kräfteraubenden englischen Wochen ist es absolut in Ordnung, bei einem Auswärtsspiel einen Punkt zu holen und dabei hinten sicher zu stehen.

Bei der Rückfahrt wurden wir von zwei Fässern Jupiter-Bier begleitet. Weil die Heimreise nur 4 Stunden dauerte, leerten wir diese nicht ganz. Dafür freuten sich ein paar Winterthurer Jugendliche ab einer kleinen Hopfenspende.