Saison 2013/14 – die Spielerbewertung

21. Mai 2014 um 10:31 von Pele in der Kategorie Spielerbewertungen, YB

Nicht nur Ende Schuljahr, nein, auch Ende Saison ist Zeugnisbesprechung. Die Promotion wurde erreicht, ohne dabei zu glänzen.

Grundsätzlich bleibt zu erwähnen, dass die versöhnlichen Leistungen zum Saisonende die durchschnittlichen Noten etwas erhöht haben. Da damit aber auch der ersehnte Europapokal erreicht wurde, scheint uns dies legitim.

Folgendermassen fällt die Spielerbewertung von gaeubschwarz.ch aus:

Legende: (Spiele/Tore/Assists), gilt wettbewerbsübergreifend.

 

Torhüter

   

Marco Wölfli (19/-/-)

Note: 5

 

Zu Beginn der Saison als Captain durch Wuschu ersetzt, was seinen Leistungen eher zuträglich war. Konnte sich so auf sein Kerngeschäft konzentrieren und spielte eine starke Hinrunde.  Diese wurde leider in Thun abrupt und ohne Fremdeinwirkung beendet – ein Achillessehnenriss bedeutete das vorzeitige Saisonende für den dienstältesten YB-Spieler.

Gute Besserung, Wolf!

 

Yvon Mvogo (21/-/-)

Note: 5

 

Der U21-Natigoalie war ab dem Thun-Spiel ende Hinrunde plötzlich die Nummer 1 im Berner Tor. Mvogo glänzt durch starke Reflexe, präzise Abwürfe und eine gute Technik. Seine fehlende Erfahrung konnte er aber nicht durchgehend kaschieren, kassierte das eine oder andere Tor und zahlte Lehrgeld. Macht aber nix – Mvogo wird seinen Weg gehen und stellt die sportliche Führung bereits im kommenden Sommer/Herbst vor sehr schwierige Entscheidungen.  

David von Ballmoos (-/-/-)

keine Note

Durfte einzig im Spiel gegen die Armut glänzen, als er die Ronaldos, Zidanes und Elbers dieser Welt zur Verzweiflung brachte. Muss noch Geduld haben.

 

Verteidiger

   

Steve von Bergen (38/-/1)

Note: 5.5

Seit ewigen Zeiten hatte YB nie mehr einen solch souveränen und konstanten Abwehrspieler wie von Bergen. Sehr unkompliziert und schnörkellos gewinnt er fast jeden Zweikampf und lässt nichts anbrennen. Während der Hinrunde brachte er auch Spiele souverän über die Runden, in denen keiner seiner Nebenleute älter als 20 war. Einzig in der Rückrunden-Baisse liess er sich etwas von der allgemeinen Verunsicherung anstecken und hatte auch schwächere Spiele.  

Milan Vilotic (9/-/-)

Note: 3.5

DER Wintertransfer und die personifizierte Kampfansage an den FCB. Was leider erst später kommuniziert wurde: Vilotic wurde verletzt verpflichtet und in einem nicht-fitten Zustand eingesetzt. Der Hoffnungsträger hat in kürzester Zeit jeden Kredit verspielt und muss sich nun nach seiner OP wieder in die Mannschaft und in die Gunst der Fans spielen – schliesslich wird sein Platz aktuell von einem starken Eigengewächs besetzt.  

Alain Rochat (27/1/3)

Note: 4

Mit ihm rechnete niemand und zu Beginn musste Alain Rochat zuerst seinen Rückstand aufarbeiten. Seine Einsätze waren aber in erster Linie geprägt von Fehlern. Einzig seine Polyvalenz und die vielen Verletzten bei YB rechtfertigten seine Nominierungen in die Start-11. Mit der Umstellung auf die Dreierkette und seine damit verbundene Rolle als „moderner Libero“ drehte er aber mächtig auf und gehörte im Saison-Endspurt zu den Besten.  

Gregory Wüthrich (7/1/-)

Note: 5

Die Entdeckung der Saison. Spätestens ab der Verletzung von Vilotic war Wüthrich gesetzt und brachte eine starke Leistung nach der anderen. Dies wurde nun völlig zu recht mit einem Profivertrag belohnt. Sobald er diesen Sommer seine LAP bestanden hat, kann er sich auf den Fussball konzentrieren und wird ganz bestimmt um einen Stammplatz kämpfen.  

Marco Bürki (4/1/-)

keine Note

Die einzige Szene an die wir uns erinnern, ist sein schönes Tor im Cup. Ansonsten wohl der Pechvogel der Saison, fällt nun schon seit Monaten verletzt aus und es scheint keine Besserung in Sicht. Gute Besserung!  

Scott Sutter (31/2/3)

Note: 4.5

Zusammen mit Moreno Costanzo gehört Scott Sutter zu den umstrittenen „Langzeit-YBlern“. Deshalb gab es auch vereinzelt Kritik an der Vertragsverlängerung. In unseren Augen ist Scott Sutter ein solider Aussenverteidiger, der auch in dieser Saison gute Leistungen gezeigt – sowohl auf links als auch auf rechts. Die Aussenposition im 3-4-3 behagt ihm aber besser, was die letzten Partien deutlich zeigten. Der erfahrene Sutter soll bleiben, damit man dahinter Flo Hadergjonaj in Ruhe als Nachfolger aufbauen kann.  

Jan Lecjaks (9/-/3)

Note: 3.5

Kam im Winter zurück aus Oslo und war zuerst ohne Einsatzchance. Erst gegen Ende der Saison kam er regelmässig zum Einsatz. In der Viererkette war Lecjaks meist ein ungelenkes Ärgernis. Als Aussenspieler im 3-4-3 agierte aber zuletzt sehr stark, und wäre in dieser Form und in diesem System sicher gesetzt.  

Florent Hadergjonaj (12/1/1)

Note: 5

Der schlaksige Langnauer gehört zusammen mit Wüthrich und Mvogo zu den Entdeckungen dieser Saison. Erstaunlich abgeklärt und mit sehr wenigen Fehlern agierte Hadergjonaj auf der Aussenverteidigerposition und entwickelte sich dort rasch zu einem Publikumsliebling. Sollte er sich in ähnlichem Masse weiterentwickeln, werden wir noch sehr viel Freude an ihm haben.  

Thomas Fekete (2/-/-)

Keine Note

Zwei solide Auftritte, ein Profivertrag und eine Hüft-OP. Gute Besserung!  

zentrale Mittelfeldspieler

   

Christoph Spycher (29/1/1)

Note: 5.5

Über den Captain wurden genügend Worte verloren. Auf ihn war stets Verlass, egal ob im Zentrum oder als linker Verteidiger. Seine Konstanz war eindrücklich und man merkte jeweils sofort, wenn er fehlte. Leider war zu oft verletzt und diese Lücke konnte jeweils kaum geschlossen werden.  

Moreno Costanzo (35/8/8)

Note: 4

Mitunter starke Phasen und eindrückliche Spiele aber eben auch viel zu viele Durchhänger. Steht oftmals im Zentrum der Kritik, obwohl 16 Scorerpunkte durchaus solide sind. Ist kein Sechser sondern sollte sich nur um offensive Belange kümmern, daher wird wohl die 10ner-Position im 4231 eher sein Revier werden. Bleibt es beim 343 wird Costanzo schwer um Einsätze kämpfen müssen.  

Milan Gajic (23/3/1/)

Note: 3.5

Seine Form stieg gegen Ende Saison an, er hatte diverse starke Szenen in den letzten Spielen. Allerdings weiss man bei Gajic nie so recht, woran man ist. Er hat technische Qualitäten und kann die Offensive ankurbeln, gewinnt aber auch viele Zweikämpfe. Dennoch verzeichnet er in jedem Spiel etliche Ballverluste und Fehlpässe, was auf seiner Position absolut tödlich ist.  

Yuya Kubo (37/9/5)

Note: 4.5

Kubo ist wohl das Beispiel schlechthin für die fehlende Konstanz bei YB. Mal macht er ein super Spiel mit schönen Toren, technischen Finessen und Tempofussball. Und nur eine Woche später kommt kein Pass an, gewinnt er keinen Zweikampf und seine Schüsse ähneln Rückpässen. Wir glauben aber, dass sich Kubo nur noch steigern wird. Er musste sich erst an diese neue Welt gewöhnen, sprach kein Wort deutsch und konnte nicht mal die hiesigen Buchstaben identifizieren. Wenn er besser integriert sein wird, hat er die Chance auf dem Platz zu einem Leistungsträger zu werden. Das Potenzial ist sicherlich vorhanden.  

Pascal Doubaï (0/0/0)

keine Note

War die ganze Saison out. Ob es für ihn eine Zukunft auf dem Fussballplatz gibt, ist wohl nicht sicher. Gute Besserung!  

Leonardo Bertone (14/1/1)

Note: 4.5

Ein weiteres Eigengewächs, das in die erste Mannschaft eingebaut wurde. Zeigte gute Leistungen, konnte aber die mangelnde Erfahrung auf der anspruchsvollen 6er-Position nicht verbergen. Leo ist aber sicherlich ein Versprechen für die Zukunft und muss nun weiter sauber aufgebaut werden.  

Hélios Sessolo (1/3/1)

keine Note

4 Skorerpunkte pro Spiel sind ein stolzer Wert. Allerdings stand Sessolo nur beim Cupspiel in Veyrier im Einsatz. Wenn nächste Saison keine Perspektive auf mehr Einsatzzeit beim Fanionteam besteht, sollte man den Jungen ausleihen.  

Flügelspieler

   

Gonzalo Zarate (31/8/8)

Note 3

In den ersten Spielen war Zarate einer der grossen Figuren bei YB. Zusammen mit Nuzzolo spielte er ein beinahe perfektes Pressing, das die gegnerischen Verteidigungen überforderte. Danach fiel er zusammen mit der Mannschaft in ein Loch. Aus diesem fand er nicht mehr heraus. Zwar schoss er noch ab und an ein Tor – wie das wichtige 2:1 gegen Thun in der letzten Minute in der Rückrunde im Wankdorf – doch zu oft waren seine Auftritte geprägt von Lust- und Ideenlosigkeit. Der Super-GAU ereignete sich schliesslich in Zürich beim Rückrundenspiel gegen GC. Er handelte sich die wohl dümmste rote Karte der ganzen Super League Saison ein und wurde daraufhin von den YB-Funktionären in den Nachwuchs verbannt. Ob er je wieder im Fanionteam auflaufen wird, ist mehr als fraglich.

 

Renato Steffen (23/4/1)

Note 4

Die Vorrunde lief gar nicht nach Steffens Wunsch. Oft nur auf der Bank, dazu bei weitem nicht immer eingewechselt. Zu seinen dürftigen Leistungen kam eine unnötige rote Karte in Thun dazu. Sie zeigte, dass sich bei Steffen wohl einiges an Frust angesammelt hatte. In der Rückrunde konnte er sich leicht steigern und mit seinen Auftritten zum Teil überzeugen. Richtig brilliert hat er erst in den letzten drei Partien. Da war er jeweils einer der Besten bei YB. Dabei bewies er, dass er mit grossem Einsatz für die Mannschaft kämpfen kann, trickreich ist und auch weiss, wo das Tor steht. Diese letzten Auftritte vor der Saisonpause machen Lust und Hoffnung auf mehr!

 

Josef Martinez (18/2/4)

Note 3.5

Kam im Winter von Thun als Topskorer der Liga zurück zu YB und konnte den hohen Anforderungen nur in ganz seltenen Fällen gerecht werden. Zum Ende der Saison hemmte ihn gar eine dramatische Torimpotenz, die in einem unglaublich schlecht geschossenen Elfer gegen den FCL ihren Höhepunkt fand. Sein Potenzial hat er aber immer wieder aufblitzen lassen. Wenn er dies in Zukunft aber nicht konstant abrufen kann, wird er für YB keine Verstärkung sein.  

Raphaël Nuzzolo (35/6/9)

Note: 5

Nuzz hatte einen fulminanten Saisonstart. Danach verfiel aber auch er der allgemeinen Baisse. Obwohl er immer sehr bemüht ist, regelmässig seine Tore schiesst, Assists gibt und immerhin konstant – mit einigen Ausnahmen – eine einigermassen solide Leistung bringt, konnte auch er die Misere von YB nicht stoppen. Nach der überstandenen Flaute in der Rückrunde kam auch Nuzz wieder in Fahrt und stellte seine Wichtigkeit fürs Team unter Beweis. Seine Saison war leider nach dem Heimspiel gegen Aarau zu Ende, da er sich das Schlüsselbein brach. Trotzdem wird Nuzz auch in der kommenden Saison für YB sehr wertvoll sein.  

Josh Simpson (0/0/0)

keine Note

Fiel die ganze Spielzeit verletzt aus und viele befürchten, ihn nie mehr auf dem Rasen zu sehen. Gute Genesung!

 

Stürmer

   

Alexander Gerndt (24/6/5)

Note: 5

Spielte im Forte’schen System als Mittelstürmer und dies ist genau seine Position. Kämpft, läuft viel und kann den Ball in den eigenen Reihen halten. Seine Wichtigkeit wurde von Aussen oft zu wenig wahrgenommen, so dass sie viele erst bemerkten, als er sich seine schwere Verletzung zuzog und die Saison vorzeitig beenden musste. Seither vermissen ihn alle und können seine Rückkehr kaum erwarten. Bis zur Verletzung war er mit von Bergen der wichtigste und konstanteste YB Spieler.

 

Michael Frey (35/9/10)

Note: 5

Michi Frey konnte in dieser Saison einen weiteren Schritt vorwärts machen. Uli Forte brachte den Jungen auf der 10er Position, nachdem er zuvor meist als Mittelstürmer agierte. Zum YB Saisonstartfurioso trug Frey einen beträchtlichen Teil bei. Allerdings konnte er, als es dem Team nicht mehr wie gewünscht lief, den Karren nicht aus dem Dreck ziehen. Zwar war er stets bemüht, gewohnt engagiert und laufbereit, allerdings auch immer wieder überhastet und zu ungeduldig. Tiefpunkt der Saison war sicherlich seine (harte) rote Karte, für die er hoffentlich Lehrgeld zahlte. Danach stand er für eine Weile nicht mal mehr in der Startformation Fortes. Zum Saisonschluss konnte sich Frey aber wieder steigern und noch einige Treffer buchen. Frey hat sicherlich wieder viel dazu gelernt in dieser Spielzeit, doch alles lief noch nicht rund. Aber als YB Topskorer und mit den überwiegend guten Leistungen kann Michi sicherlich zufrieden sein.

 

Samuel Afum (25/4/1)

Note 2.5

Viele hatten noch im letzten Sommer die Hoffnung, dass sich Afum bei YB durchsetzen kann. Das gelang ihm in der abgelaufenen Spielzeit in keiner Art und Weise. Er konnte die ihm gebotenen Chancen als Joker und in der Startaufstellung nie nutzen und wurde auch immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen. Einzelne Strohfeuer – wie das Auswärtsspiel in der Rückrunde gegen den FCZ – können die verkorkste Afum-Saison nicht retten. Wer Afum heute weiterhin bei YB sehen will, dürfte in der Unterzahl sein.  

die Ehemaligen

   

Elsad Zverotic (8/0/2)

keine Note

Wechselte kurz nach Saisonbeginn zu Fulham. Wurde immer wieder als Sicherheitsrisiko eingestuft und zum Teil agierte er tatsächlich sehr pomadig. Zwar lief es YB mit ihm gut, allerdings wäre er bestimmt auch nicht der Spieler gewesen, der den Abwärtstrend hätte stoppen können.  

Christian Schneuwly (3/0/0)

keine Note

Spaltete die YB Anhängerschaft seit Jahren und besonders nach seinen guten Leistungen in Thun kam nochmals etwas Hoffnung auf, dass er es packen könnte. Doch er konnte auch die letzte Chance bei YB nicht nutzen. Einzig logische Konsequenz war der Wechsel nach Thun.

 

Dusan Veskovac (16/0/0)

Note: 4

Etwas überraschend kam sein Wechsel in der Winterpause in die Ligue 1. Spielte er doch keine einwandfreie Vorrunde und wurde jeweils als Sicherheitsrisiko eingestuft. Doch nach seinem Wechsel passte in der YB-Abwehr erst mal gar nichts mehr zusammen. Trotzdem, mit einem fitten Vilotic wurde Veskovac bestimmt mehr als nur ersetzt.  

Haris Tabakovic (5/1/0)

keine Note

Für Tabakovic gab es diese Saison noch keinen Platz im Kader. Wäre er bei YB geblieben, hätte er nur sehr wenig Einsatzzeit bekommen. Somit war es absolut richtig, ihn in die Challenge League zum FC Wil auszuleihen.

 

François Affolter (3/2/0)

keine Note

Hat in Bremen etwas gar viel Selbstvertrauen getankt und kam nur widerwillig zu YB zurück. Dieses Verhalten zeigte sich auch auf dem Platz, so dass dem Seeländer niemand eine Träne nachweinte, als er nach Luzern wechselte. Vor ein paar Saisons noch unvorstellbar.  
Trainer/Sportchef    

Uli Forte (39/-/-)

Note: 5

Unser neuer Trainer ist ein Energiebündel, ein guter Redner und sehr wahrscheinlich ein toller Motivator. Seine Ausstrahlung ist eindrücklich und wirkt meist sehr souverän. Zudem hat er erfreulicherweise stark auf die Jungen gesetzt, auch wenn hier natürlich anmerken kann, dass er oftmals keine andere Wahl hatte. Dennoch kreiden wir ihm folgende Punkte an und hoffen in der kommenden Saison auf Besserung:

– vielfach erfolgten die Wechsel (zu) spät

– hielt zu lange am gleichen System fest, was uns leicht ausrechenbar machte.

– Sollte sich vor den Medien ein wenig mit Lamentieren zurück halten, macht angreifbar.

Ansonsten: Merci Uli, weiter so!

 

Fredy Bickel (39/-/-)

Note: 5

Wie Fredy den Kader seit seiner Rückkehr verkleinert und verbessert hat, ist sehr eindrücklich. Dazu viele Eigengewächse mit einem Vertrag ausgestattet und mit Uli Forte den richtigen Trainer geholt. Zuzüge gab es wenige, dafür Qualitativ hochstehende wie von Bergen und Vilotic. Wobei Letzterer diesen Nachweis noch erbringen muss. Berücksichtigt man noch den Medien-Psycho-Terror, ist es umso eindrücklicher, dass er nicht schon lange die Flinte ins Korn geworfen hat.

Einen Kritikpunkt gibt es trotzdem: Die Geschichte mit Silberbauer ist ein Fleck im Reinheft. Hier muss im Sommer eine Lösung her – auch wenn diese beinhaltet, dass Silberbauer wieder in die erste Mannschaft integriert wird. Einen Spieler mit dieser Erfahrung und Qualität hätte man diese Saison ab und zu gut brauchen können.

Aufgabe für den Sommer: Es muss ein starker Sechser her!

 

GC – BSC YB 5:0

6. Mai 2014 um 10:48 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Hätte Milan Gajic etwas früher auf den Ball spekuliert, wäre der Ausgleich perfekt gewesen. Der Treffer zum 1:1 hätte den kollektiven Tiefschlaf aus der vierten Minute, als sich zuerst Sutter übertölpeln liess und Dabbur anschliessend von einem Missverständnis zwischen von Bergen und Bertone profitierte, korrigiert und das Spiel noch einmal neu gestartet.

Hätte, hätte, Fahrradkette. Gajic traf nicht, Zarate leistete sich die grösste YB-Dummheit seit Bobadillas 3-Minuten-Einsatz in Lausanne und als der Schiedsrichter das unnötige Eingreifen von Rochat auch noch überhart taxierte, war das Spiel gelaufen. Mit 8 Feldspielern über mehr als 45 Minuten den Schaden in Grenzen zu halten gehört zu den schwierigeren Aufgaben für eine Mannschaft. Zwei frühe Tore nach der Pause sorgten zumindest dafür, dass GC nicht mehr mit der ganzen Konsequenz nach vorne stürmte und YB den Ball über längere Zeit in den eigenen Reihen halten konnte. Das kurz vor dem Apfiff das 5:0 fiel, spielte an diesem Abend keine Rolle mehr: Platz zwei ist für die Young Boys endgültig gelaufen und die Verteidigung des dritten Platzes wird alles andere als einfach.

Das Spiel ist an und für sich kaum zu bewerten, hier dennoch die Noten vom Sonntag.

 

Mvogo 3.5/ Hatte nicht den sichersten Tag, zu viele Abpraller.

Sutter 3.5/ Zu Beginn mit viel Vorwärtsdrang, allerdings mit dem ersten Fehler vor dem 0:1.

Von Bergen 3.5/ Auch der Captain war nicht ganz auf der Höhe.

Rochat 2/ Sein Platzverweis war der endgültige Todesstoss, wobei eine gelbe Karte genügt hätte. In dieser Situation müsste er sich mit seiner Erfahrung cleverer anstellen.

Lecjaks 3.5/ In der ersten Halbzeit noch mit einigen Vorstössen, später nur noch in der Defensive tätig.

Bertone 3/ Rückte als Scheibenwischer in die Start-11 und war bemüht. Leider zu zögerlich vor dem 0:1 und auch ansonsten fehlerhaft – war aber auch ein schwieriges Spiel für den Jungspund.

Nuzzolo 4/ Versuchte zu Beginn die Offensive anzukurbeln, was teilweise gelang. Fleissiger Auftritt.

Gajic 1.5/ Bestimmt ein guter Fussballer. In einer Mannschaft, welcher es läuft, kann er ein wichtiger Faktor sein. In der aktuellen Saison ist er aber in meinen Augen sinnbildlich für einen Fehltransfer: negative Körpersprache, kein Reisser, viel zu viele Fehlpässe, null Rhythmuswechsel. Darf ab Sommer nicht mehr gesetzt sein, sofern er sich nicht um 300% steigert.

Costanzo 3/ Kein Spiel für Costanzo, auch wenn er noch einer der Aktiveren war. Ist in dieser Saison natürlich wieder der Sündenbock für das Nörgelvolk – gehört dennoch zu den Produktivsten im Kader. Mit einem körperlich robusten, erfahrenen Partner im Zentrum, wird Moreno aufblühen.

Zarate 1/ Im hoffentlich letzten Spiel für YB hat der launige Gaucho mal wieder den Vogel abgeschossen. In meinen Augen nebst Gajic ein Sinnbild dafür, weshalb YB vor Unkonstanz nur so strotzt.

Afum 2.5/ Eine halbwegs gelungene Aktion, viele Fehlpässe, frühe, taktische Auswechslung: Ein gebrauchter Tag für Afum.

Martinez 4/ kam in einer sehr schwierigen Phase in die Partie, erledigte seinen Job aber fleissig. Entlastete die Defensive diverse Male, konnte den Ball halten und einige Fouls produzieren.

Wüthrich/Frey keine Note/

Uli Forte 3.5/ Die Trainerleistung in so einem Spiel zu beurteilen ist nicht ganz fair. Immerhin wurde versucht, den Schaden in Grenzen zu halten. Aber Uli muss umgehend an der Disziplinschraube drehen. Zuviele Platzverweise, zu viele dumme Aktionen, zu viele Ausreden bei offensichtlichen Nicht-Leistungen.

Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass Forte der absolut richtige Mann am richtigen Ort ist und wir ihm mindestens die ganze Vertragslänge Zeit geben müssen.

Aber er muss ganz schnell an den richtigen Schrauben drehen um die Mentalität in der Mannschaft auf den richtigen Kurs zu bringen.

 

Fredy Bickel:

Die Vertragliche Situation ist schwierig, doch es gilt trotzdem einige Veränderungen in Angriff zu nehmen.

Im Zentrum braucht es zwei neue, dazu noch einen Flügelspieler der konstant seine Leistung abrufen kann. Den Verein verlassen darf Zarate und bei gutem Ersatz auch Gajic.

Dazu die Rückkehrer Wölfli, Vilotic und vor allem Gerndt und schon sieht es im Wankdorf wieder besser aus.

 

 

Hopp YB!

BSC YB – FC Luzern 2:1

7. April 2014 um 14:16 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Von den Luzernern gab es Geschenke und von den Zuschauern Pfiffe.

Der Fussballgott, oder vielleicht auch nur sein Super League Attaché, meinte es mal wieder gut mit dem gelbschwarzen Zitterorchester und stellte bei herrlichem Frühlingswetter bereits nach vier Minuten den Affolter in den Schilf, den Zibung vom Platz, den Ball auf den Elfmeterpunkt und somit die Weichen auf Sieg. Martínez überzeugte die knapp 17‘000 Zuschauer umgehend, dass dies nicht automatisch eine Freikarte zum Schaulaufen oder zumindest ein ungefährdeter Sieg bedeutet. Trotzdem entwickelte sich eine sehr einseitige Partie mit guten Möglichkeiten für das Heimteam.

Es brauchte ein weiteres Geschenk um dann doch endlich, nach fünf langen Spielen in der Abwärtsspirale, wieder auf die Siegerstrasse zurückzukehren. Nach einer einstudierten Standardsituation verwertete Pulic, zwar eher unplanmässig, dafür mit der nötigen technischen Fähigkeit, zum verdienten Führungstreffer für YB.

Danach verlief das Spiel noch einseitiger und die schwachen Luzerner konnten, mit einem Mann weniger, bis zur Pause keine einzige gefährliche Situation kreieren. Anders die Young Boys welche, mit der Vorsicht eines geschlagenen Hundes, öfters gefährlich vor Bucchi auftauchten. Nachdem Costanzo zuerst noch am Ersatztorhüter scheiterte und Frey seinen Heber von der Latte abprallen sah, war es erneut Costanzo welcher einen schnell und einfach vorgetragenen Berner Angriff mit einer Direktabnahme abschloss und das Leder in den Netzhimmel hämmerte. Hier haben die Young Boys kurz aufgezeigt was möglich ist, wenn nicht zu viel nachgedacht wird und man den Ball so laufen lässt wie er es am liebsten hat.

Die meisten im Stadion haben es ja vorausgesagt und einige sogar irgendwie herbeigesehnt, dass sich das Heimteam in der zweiten Hälfte „schwerer“ tun wird. Die Leuchten vermochten zwar weiterhin nicht für Glanzmomente sorgen aber das von Rückschlägen gezeichnete YB war auch nicht in der Lage den K.O. Schlag zu setzen. So kam es, dass nach einem Stellungsfehler Rochats und der einzigen Unachtsamkeit in der Berner Verteidigung, der Anschlusstreffer fiel und sich das Publikum für seine hellseherischen Fähigkeiten feiern konnte. Immer wieder erwähnte Forte in der Vergangenheit die Wichtigkeit der Fans in kritischen Momenten und vielleicht erinnerte sich der eine oder andere Ich-bezahl-ein-Abo-also-bin-ich-Besucher daran, als er die Spieler bei jedem Quer- oder gar des Teufels Rückpass mit Pfiffen aufmunterte. Leider fruchtete die Unterstützung des 12. Mann (hier ist für einmal nicht der Schiri Hänni gemeint!;) nicht wie gewünscht und es blieb auch nach ein zwei genötigten Fehlpässe in die Spitze beim 2:1 Heimsieg.

Was am Ende bleibt sind die 3 Punkte welche dank der ersten Halbzeit hochverdient in Bern bleiben und das offizielle Saisonminimalziel Europa League, wieder in ein frühsommerliches Licht rückt.

Zu den Noten:

Mvogo 5/ Machte ein gutes Spiel. Entschärfte teils spektakulär die Weitschüsse und Konterchancen von Luzern und versuchte, mit seinen genauen Auswürfen, immer wieder das Spiel schnell zu machen.

Sutter 4,5/ Defensiv eine sehr solide Leistung, jedoch wurde die Abwehr auch selten gefordert. Offensiv kam einmal mehr viel zu wenig.

Von Bergen 4,5/ Einmal mehr der Chef in der Abwehr, obwohl dieses Mal etwas „unterbeschäftigt“. Beim Gegentreffer gedanklich etwas zu langsam.

Vilotić 4,5/ Schön dass das Zusammenspiel mit Von Bergen immer besser klappt. Ebenfalls positiv, dass endlich auch wieder aus der IV lange Bälle ankommen. Beim Gegentreffer zu wenig energisch. Trotzdem seine beste Leistung in gelbschwarz.

Rochat 3,5/ Der Druck auf die Abwehr minim, trotzdem fand er den Weg selten bis nie in die Offensive. Stellungsfehler und ungenügende Zweikampfstärke beim Gegentreffer.

Costanzo 4/ Wieder ein schönes Tor durch einen Weitschuss aber sonst war da nicht viel. Erstaunlich viele Fehler in der Vorwärtsbewegung.

Spycher 4,5/ Mit ein Grund wieso die Verteidigung souveräner schien als auch schon. Seine Präsenz auf dem Feld ist für YB zurzeit unverzichtbar.

Zarate 4/ Hatte ein zwei gute Chancen auf Weitschüssen und war bemüht seine defensivaufgaben bestmöglich zu meistern. Ein bisschen mehr Bewegung würde ihm aber gut anstehen und YB von Nutzen sein.

Frey 5/ Erneut unglaublich viel unterwegs. Ist zumeist der Einzige welcher den Ball will. Muss aber nach zwei Rahmentreffern auf weitere persönliche Treffer warten.

Nuzzolo 4,5/ Zu Beginn stark, viel in Bewegung und holte den Elfer heraus. Jedoch darf in der Rückwärtsbewegung mehr erwartet werden. Ps. Man darf nach einem Foul auch mal gleich wieder aufstehen.

Martínez 4,5/ Auch er viel unterwegs und bemüht im Pressing. Der Penalty war hingegen miserabel getreten.

Kubo und Gajić zu kurz im Spiel für eine Benotung.

 

RGS-Stimmen:

BSC YB – GC – 0:4

24. März 2014 um 13:18 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

0:4 zuhause gegen GC. Ein heftiges Verdikt, eine Klatsche, ein Resultat das jegliche Träume auf eine Platzierung ganz vorne platzen lässt. Der Ärger auf den Rängen und vor allem auch auf dem Platz entlud sich in erster Linie gegen den Schiedsrichter, welcher gestern ganz und gar keinen guten Tag einzog. Doch sollte man sich, ungeachtet der teilweise spielentscheidenden Pfiffe, nicht auch an der eigenen Nase nehmen?

Der Reihe nach. YB begann solide und lies kaum etwas zu. Der wiedergenesene Spycher schien in punkto Ruhe und Souveränität auf die ganze Mannschaft Einfluss zu nehmen. Besonders die Viererkette machte einen besseren Eindruck als zuletzt. Vorne war man bemüht, doch es fehlte an gelungenen und vor allem an zusammenhängenden Aktionen: Frey wie immer fleissig und bemüht, doch ist er eben kein Gerndt. Steffen fleissig und etwas übermotiviert, doch er kann nicht verheimlichen, dass er oftmals überfordert ist. Und Zarate scheint sein grundsätzlich vorhandenes Potential viel zu selten abzurufen – auch wenn er gestern punkto Einsatz leicht verbessert auftrat. Lichtblick im Angriff ist Josef Martinez, der die nötige Qualität mitbringt, sich allerdings noch zu oft fallen lässt. Im Zentrum fehlten die offensiven Impulse von Costanzo merklich, auch wenn defensiv gut gearbeitet wurde.

Eine einstudiert (!), gut ausgeführte (!!) Cornervariante hätte zur Führung führen müssen, doch Scott Sutter vergab diese Möglichkeit. Ein frecher Eckball von Bertone von der anderen Seite, konnte nur knapp von Lang auf der Linie gerettet werden. Über die weiteren Standardsituationen hüllen wir den Mantel des Schweigens (nur soviel: Wenn mir als Profi die Kraft fehlt, mehrere stehende Bälle brauchbar vors Tor zu schlagen, sollte ich mir eventuell Gedanken machen, ob ich bei der Berufswahl nicht daneben gegriffen habe.)

Als man sich schon mit dem 0:0 zur Pause und der guten kämpferischen Leistung der Gelbschwarzen abgefunden hatte, flog plötzlich Steffen mit Gelb/Rot vom Platz. Es ist müssig, eine weitere endlose Diskussion anzufangen, da die Meinungen gemacht sind. Doch genau so unnötig und übertrieben es ist, in dieser Szene einen Platzverweis auszusprechen, ist die Aktion von Steffen dort auch nur in die Nähe des Balles zu laufen – notabene vorbelastet!

Die Aufgabe wurde für YB in der zweiten Hälfte dadurch nicht einfacher – und doch schlug man sich wacker. Mit einem 4-4-1 mache man die Räume eng und konnte GC somit daran hindern, die Überzahl auszunutzen. Mit einzelnen Nadelstichen konnte man sogar ab und zu für Entlastung sorgen und nach einem Fehler von Bürki hatte Martinez die grösste Chance auf dem Fuss. Doch so gut der Abschluss auch war – die Parade war noch besser und so blieb es beim 0:0. GC konnte also aus dem Spiel heraus nichts mit der Überzahl anfangen – doch leider einmal mehr auf die Stärke bei den Standards verlassen: Nach einem Corner setzte sich Caio gegen Bertone durch und köpfte zur 0:1 Führung. Ein Fehler, den man dem jungen Bertone verzeiht, spielte er doch ansonsten ein solides Spiel – und dass der Bundesliga-erprobte Brasilianer sich gegen den unerfahrenen Neo-Profi behaupten kann, liegt in der Natur des Spiels.

Dennoch gab YB nicht auf – es waren auch erst 65 Minuten gespielt und bis auf diese Situation hatte GC kaum gute Aktionen. Die Einwechslung von Nuzzolo brachte neuen Schwung in die Offensive. Nuzz wirkte frisch und spielfreudig und stellte die GC-Abwehr vor Probleme. So gelang es Grichting nur mit Mühe, den YB-Flügel vor dem Strafraum zu stoppen. Doch leider konnte auch diese Standardsituation nicht genutzt werden. YB gelang es also nicht schlecht, den ersten spielbeeinflussenden Entscheid von Schiri Jaccottet zu kompensieren. Solidarisch stemmte man sich gegen die drohende Niederlage – dennoch konnte die fehlende Qualität im Aufbau nicht kaschiert werden: Es fehlten Ideen und Spielwitz um die verbleibenden Offensivakteure einzusetzen.

Gegen den zweiten Entscheid des Schiri-Gespanns war man dann aber machtlos: Ein glasklares Offside-Tor von Dabbur wurde gegeben, 2:0 -> „Dr Mischt isch gcharrlet gsi“.

Danach entlud sich der Frust der Young Boys in diversen Aktionen und man stellte sich sehr ungeschickt an. Frey bremste wohl nicht ganz unabsichtlich etwas spät ab und rempelte durch Bürki an. Dieser liess für einmal sein provokatives Gehabe sein, doch statt eines strengen Blickes und einer deutlichen Ermahnung musste Schiedsrichter Jaccottet sich doch noch einmal kurz im wärmenden Licht der Scheinwerfer sonnen und verwies Michi Frey mit einer höchst unnötigen und fragwürdigen Ampelkarte des Feldes. Daraufhin brachen auch noch die letzten Dämme und YB fing sich noch zwei weitere Treffer in doppelter Unterzahl ein. Diese fielen anhand des vorher gebotenen aber kaum noch ins Gewicht.

Es gilt nun spätestens ab morgen, das (teilweise berechtigte, aber auch oftmals mühsame) Gejammer einzustellen und sich auf die verbleibenden Spiele zu konzentrieren. Der zweite Platz ist noch theoretisch, der dritte Platz ganz sicher machbar sofern man sich zusammenreisst und jedes Spiel konzentriert und seriös angeht.

Dieser Rang würd in etwa auch der Qualität der Mannschaft entsprechen, welche ganz sicher nicht nur Mittelmass darstellt, aber leider auch nicht ganz für die Spitze genügt. Die Absenzen von Gerndt und Wölfli fallen deutlich ins Gewicht – und wie gross der Leistungsunterschied zwischen Rochat und Spycher ist, konnte gestern bestaunt werden. Wo es aber am allermeisten an Qualität fehlt, ist das Zentrum. Neben Costanzo und hinter Martinez braucht es einen Leader, einen klaren Chef, einen Abräumer, Wasserverdrängung, Routine und was halt alles dazugehört. Weder Bertone noch Gajic können dieses Vakuum füllen und sich auf Wuschus weiteren Karriereverlauf zu verlassen, wäre zu riskant. Besonders Gajic scheint bis auf seine Stärke bei Penalties keinen Mehrwert in diese Mannschaft zu bringen, die nicht bereits durch Costanzo oder Bertone abgedeckt werden – und von den Defiziten mag er ebenfalls keines beheben.  Hier gilt es im Sommer unbedingt den Hebel anzusetzen, ansonsten wird auch in der kommenden Saison keine Steigerung zu erwarten sein.

Hier ist die sportliche Führung gefragt und gefordert, denn mit Spielern wie Wölfli, von Bergen, Vilotic, Spycher, Martinez und Gerndt kann das Saisonziel im kommenden Sommer nicht wieder „Rang 4, respektive Europa“ sein.

Zu den Noten:

Mvogo 3,5/ Sieht beim 3:0 nicht gut aus, was aber nicht mehr gross ins Gewicht fiel. Strahlt aber noch nicht die Sicherheit aus, die es braucht. Ist noch jung, muss und wird noch viel lernen.

Sutter 4,5/ Verbessert im Vergleich zu den letzten Spielen.

Von Bergen 5/ Wir bewerten heute bis nach dem Frey-Platzverweis, und bis dahin war die Abwehr gut organisiert.

Vilotic 4,75/ Ebenfalls eine solide Leistung von Vilotic bis zum 3:0.

Spycher 5/ Der Qualitätsanstieg ist augenfällig und es bleibt zu hoffen, das Wuschu noch ein Jahr anhängt.

Bertone 3,5/ Leider schuldig am Führungstreffer der Zürcher, kann Caio nicht am Kopfball hindern. Ansonsten eine solide Leistung.

Gajic 2/ Sollte sich um den Spielaufbau kümmern und schlug die Standards. Mit beiden Aufgaben hochgradig gescheitert.  Besonders die Freistösse waren katastrophal. Costanzo hätte man bei einer gleichen Leistung verrissen.

Steffen 2,5/ So streng der Platzverweis, so dumm die Aktion. Entweder wird jetzt auch im Kopf die Mutation zum Profi vollzogen, oder die Wege trennen sich im Sommer.

Martinez 4,5/ Der beste Offensivspieler, hat die Führung auf dem Fuss und war viel unterwegs. Seine Fallsucht gehört aber per sofort behoben!

Zarate 3,5/ War auch schon schlechter aber auch schon besser. Die Lücke zwischen Erwartung und Ertrag wird immer grösser und es wäre kein grosser Verlust, wenn man sich im Sommer von Zarate trennen würde.

Frey 3,5/ Fand nie richtig ins Spiel, wurde aber auch kaum eingesetzt. Ist kein Gerndt – wird er aber auch nie werden. Der Platzverweis war komplett übertrieben.

Nuzzolo 4,5/ Brachte viel Schwung und sorgte für mehr Gefahr als die restliche Offensive während des ganzen Spiels.

Afum/Kubo keine Note/

Uli 3,5/ Die Mannschaft war gut eingestellt und begann auch in Unterzahl sehr konzentriert und kompakt. Die Wechsel kamen allerdings viel zu spät und bezüglich des Jammerns müsste man einen grossen Teil auf die Fans oder den restlichen Staff delegieren – machts der Chef, wird’s irgendwann unglaubwürdig.

 

RGS-Stimmen:

BSC YB – FC Zürich 1:3

10. März 2014 um 12:44 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Die momentane Gemütslage beider Mannschaften war zu Beginn 1:1 aus deren Spielweise abzulesen. Bei wunderbarem Frühlingswetter begannen die Berner unsicher und mit vielen Querpässen, während die Zürcher mit breiter Brust Richtung Offensive drückten. Das 3-5-2 des Gastes sitzt und die Flügelläufe von Benito und Schönbächler machten Respekt doch hielt das Zentrum um Steve Von Bergen dicht und Chancen blieben in Halbzeit 1 auf beiden Seiten Mangelware.

YB konnte also eine Halbzeit ausgeglichen gestalten, hielt hinten die 0 und als Costanzo nach glänzender Einzelleistung die Gelbschwarzen in Führung schoss schien das vom Trainer geforderte Konzept aufzugehen…

Man mag danach beklagen, dass der Ausgleich per Prellball eher unglücklich, der Penaltyentscheid fraglich, der Beinschuss zum 1:3 Schlussresultat unnötig und das Resultat zu hoch ausgefallen war. Doch sollte man diese Äusserungen möglichst gleich wieder runterschlucken, wenn man zugeben muss, dass ausser bei zwei Standards, einer tollen Einzelleistung und einem Weitschuss Costanzos, keine Torchance für das Heimteam zu vermelden war.

Beim Prellball standen sich 6 Gelbe auf den Füssen rum während 2 Züricher den Ball ins Netz drückten. Beim zweiten Zürcher Treffer entschied sich Costanzo für den „falschen“ Gegenspieler, während Gajic den Ballführenden nicht genügend angriff und wie das restliche Mittelfeld nur hinterher schaute wie sich Djimsiti in aller Ruhe im Zusammenspiel mit dem starken Etoundi in den Strafraum spielte um dort einen Elfer herauszuholen. Beim 3:1 liess die Mannschaft ihren Nachwuchstorhüter und von Bergen sehr unglücklich aussehen, als man den eingewechselten Pedro über Links gewähren liess.

Positiv herauszuheben am gestrigen Nachmittag sind Moreno Costanzo und Steve Von Bergen. Moreno spielte sichere Pässe, war stets anspielbar, hatte ein bis zwei gute Abschlüsse und erzielte einen wunderbaren Treffer zur kurzzeitigen 1:0 Führung. Steve übernahm erneut die Rolle als Chef in der Abwehr. Ihm war es zu verdanken, dass nicht gleich im Anschluss an den Führungstreffer und dem darauffolgenden mannschaftlichen Sekundenschlaf das 1:1 fiel. Immer wieder war es unser Abwehrpatron welcher Mal für Mal defensive Unzulänglichkeiten auszubügeln vermochte. Ach und das Wetter war super!

Unter dem Strich bleibt ein erneut enttäuschendes und sehr ärgerliches Wochenende für die Gelbschwarzen, da man einmal mehr das Schwächeln der „direkten“ Konkurrenz nicht auszunutzen vermochte, eine Führung unnötig aus der Hand gab, spielerisch wie kämpferisch nicht überzeugte und im Wankdorf Stadion trotz 17‘000 Zuschauern Null Fussballatmosphäre aufkommt.

All dies gilt es diese Woche zu analysieren und schnellstmöglich zu verbessern, denn sonst ist der 4. Platz und somit das Minimalziel der Saison 2013/14 in Gefahr. Klar fehlten die verletzten Leistungsträger Spycher, Frey, Gerndt und zudem war der Topscorer Martinez angeschlagen aber Fredy Bickel wird sich für die Zukunft so einige Gedanken machen ob man die auslaufenden Verträge (Optionen?!) nutzen kann um alte Zöpfe abzuschneiden um weiter frisches Blut ins Team zu bringen. Bis dahin geniessen wir das schöne Frühlingswetter und hoffen auf bessere Gelbschwarze Zeiten.

Die Noten:

Mvogo 4 / Hielt zum Teil unkonventionell und musste sich auch ab und an auf SvB oder sein „Augenmass“ verlassen aber konnte nichts für die Niederlage. Tolle Auswürfe!

Sutter 2,5 / Nach sehr guter Vorrunde ist Scott in den letzten Spielen eher ein grosses fussballerisches Ärgernis. Er vermag zu keiner Zeit offensive Akzente zu setzen oder defensiv einen Gegenspieler abzumelden.

Von Bergen 5 / Rettete was zu retten war und bügelte immer wieder die Unzulänglichkeiten seiner defensiven Neben- und Vorderleute aus.

Vilotic 3,5 / Zeigte zwar vereinzelnd was er auf dem Kasten hat aber erneut führte eine dumme/unglückliche Aktion von ihm zur Niederlage.

Rochat 2,5 / Dito Sutter mit dem Unterschied, dass bereits in der Vorrunde nicht all zu viel von Rochat zu sehen war.

Costanzo 4,5 / Zeigte bei wunderschönem Wetter wieder einmal schöne Pässe, war oft anspielbar und machte ein Traumtor. Defensiv spielte er seinen Möglichkeiten entsprechend.

Gajic 3 / Dass wir auch gegen ein Chiumiento, Buff, Chikhaoui Mittelfeld kämpferisch nicht mithalten können sagt einiges aus. Offensiv war Gajic inexistent und auch defensiv war er ungenügend. Sehr enttäuschend empfand ich das hinterherspatzieren nach verlorenem Zweikampf im Mittelfeld wie z.B. bei der Szene kurz vor dem Penaltyentscheid.

Nuzzolo 2,5 / Für mich die grosse Enttäuschung dieser Saison. Bringt weder positive Impulse noch Torgefahr. Dazu defensiv unsichtbar.

Kubo 4 / Technisch gut aber sicher nicht die Persönlichkeit welche die Mannschaft als Spielmacher aus dem Dreck zieht.

Steffen 3 / Kämpferisch bemüht aber qualitativ ungenügend. Sei dies weil ihm die Spielpraxis abgeht oder weil nicht mehr drin liegt? Wir werden es sehen nachdem er mehr Einsätze bekommen hat oder wieder bei Thun spielt.

Zarate 3 / „Zarate könne auch den Mittelstürmer spielen“, meinte Uli vor dem Spiel. Den Beweis blieb der Argentinier zumindest gestern schuldig.

Martinez, Lecjaks, Afum / Zumindest die beiden erstgenannten schienen bemüht aber alle drei waren nicht in der Lage das Spiel noch zu drehen.

Forte 3,5 / Uli vermochte weder mit der Startaufstellung noch durch Auswechslungen oder einer ausgeklügelten Taktik positiv auf das Spiel einzuwirken. Ergebnis: die Mannschaft vergab erneut eine (1:0) Führung.

Publikum 3 / Ob nun organisiert oder nicht, der Support in Bern ist zurzeit stimmungsmässig maximal biederer Durchschnitt.

Die Stimmen von RGS:

BSC YB – Lausanne 5:3

17. Februar 2014 um 14:19 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Fussballfans sind gemeinhin etwas im Zwiespalt: Gewinnt die eigene Mannschaft zwar regelmässig, aber dafür mit unansehnlichem Fussball und meist nur 1:0, wird das fehlende Spektakel und die mangelnde Unterhaltung reklamiert. Bei Spielen wie gestern weiss man dafür am Ende nicht so recht, ob man sich über den teilweise sehr ansehnlichen Offensivfussball und die 5 Tore freuen – oder über die defensiven Unzulänglichkeiten ärgern soll.

Die ersten 25 Minuten bestanden aus gefälligem Fussball der Gelbschwarzen, inklusive zweier Tore (Martinez und Nuzzolo) und einigen weiteren Strafraumszenen. Als der Mist für die meisten der (wenigen) Zuschauer und leider wohl auch den Grossteil der YB-Mannschaft „gcharrlet“ schien, glichen die Waadtländer die Partie aus. Bei beiden Szenen sah die Hintermannschaft nicht gut aus.

Dieser Weckruf schien das Heimteam wieder an Fussball denken zu lassen – innert weniger Minuten stellten Gajic per Penalty und Martinez per Freistoss den Zweitorevorsprung wieder her.

 

Als Michi Frey nach der Pause zum 5:2 traf, schien das Spiel endgültig entschieden zu sein, zumal sich die Chancen in der Folge beinahe im Dutzend anhäuften. Leider wirkte YB in dieser Phase wieder sehr nonchalant und liess grosse Möglichkeiten aus. „Aus der ersten Halbzeit nichts gelernt“, schien das Motto gewesen zu sein – denn ohne auf grosse Gegenwehr zu treffen, erzielte Tafer das 3:5 aus Lausanner-Sicht. Einzig Yvon Mvogo ist es zu verdanken, dass das Spiel in der Schlussphase nicht noch spannender wurde.

Mit dem Schlusspfiff von Schiri San endete dieser sehr unterhaltsame aber auch Slapstick-artige Auftritt der Gelbschwarzen. Drei wichtige Punkte und die Sicherung des zweiten Ranges waren im Trockenen – sowie die Gewissheit, dass grosse Namen noch nicht zwingend für eine bombensichere Abwehr stehen müssen.

 

Die Noten

Mvogo 5/ Sieht beim 2:1 nicht gut aus, die Kommunikation mit Vilotic hat nicht funktioniert. In der zweiten Halbzeit aber mit einigen Top-Paraden.

Sutter 3,5/ Wirkte unkonzentriert und hatte Mühe mit seinen Gegenspielern.

Von Bergen 3,5/ Auch unser Abwehrchef für einmal mit einer schwachen Leistung. Er kann es besser, dass wissen wir.

Vilotic 3,5/ Noch nicht ganz in Bern angekommen. Hat aber in einigen Zweikämpfen bewiesen, dass er eine Verstärkung werden kann.

Rochat 2/ Unter den Einäugigen ist der Blinde der Bettler. Oder so.

Costanzo 4/ Solider Auftritt von Costanzo, allerdings muss er auf dieser Position auch die Defensive besser führen.

Gajic 4,5/ Für ihn gilt das gleiche wie für Moreno: die Abwehrarbeit betrifft nicht nur den Goalie und die vier Verteidiger, sondern auch das Mittelfeld. Hier muss er einflussreicher werden. Ansonsten gut.

Martinez 5.5/ Starker Auftritt von Sepp.

Kubo 4,5/ Ein Auf und Ab beim Japaner. Offensiv mit guten Szenen, oftmals anspielbar. Im Gegenzug aber etwas zu verspielt und mit zu vielen Ballverlusten.

Nuzzolo 5/ War fleissig und traf mal wieder. Muss defensiv mehr Unterstützung leisten und darf vor einem Abschluss auch mal den Ball annehmen.

Frey 4,5/ Noch kein Gerndt, aber füllte seine Rolle gut aus. Liess sich phasenweise zu tief zurück fallen.

Zarate/Afum/Bertone -/ Keine Note, wobei Afum mindestens einen Treffer erzielen muss.

Forte 5/ Die Offensive erfolgreich umgestellt – die Defensive muss allerdings gefestigt werden. Dafür gab es wieder zwei Standardtore! Warum Rochat aber nicht durch Lecjaks ersetzt wurde bleibt sein Geheimnis.

 

Die Stimmen von RGS:

 

BSC YB – FC Thun 2:1

3. Februar 2014 um 14:37 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Das einzige überharte Foul in der Kantonalmeisterschaft, ereignete sich in den letzten Spielsekunden: Mit gestreckten Beinen „erlegte“ Wittwer Zarate, und durfte froh sein, dafür nur die gelbe Karte zu sehen. Kurz darauf erfolgt der Schlusspfiff und alle Gelbschwarzen ballten glücklich die Fäuste: 3 Punkte zum Rückrundenstart!

Gegen einen defensiv soliden und konterstarken FC Thun, hatte YB das Spielgeschehen mehrheitlich im Griff. Nach einer tollen Gerndt-Flanke hätte Nuzzolo zur Führung einnicken müssen, allerdings konnte er das Leder Plastik nicht genügend nach unten drücken. So ging es leider Torlos in die Pause, welche zum ersten Mal seit langem ohne Spiel und Fanbox stattfand (Bravo!).

Nach der Pause waren es zuerst die Gäste, die schwungvoller aus der Kabine kamen. Doch das Startfurioso konnte nicht ausgenützt werden und so waren es die Young Boys, welche nach einem unerlaubten Rückpass zu einer Freistossmöglichkeit aus ca. 11 Metern kamen. Ausgerechnet Rückkehrer Martinez verwandelte den Ball und sorgte so für die Führung.

Gilbert Gress spricht jeweils von den „Füüüüüüüünf“ Minuten, welche nach jedem Tor zu überstehen sind. In dieser Phase der Unkonzentriertheit und der Emotionen kassiert man oftmals den prompten Gegentreffer – eine Disziplin in welcher YB leider in einer hässlichen Regelmässigkeit die Goldmedaille abräumt. Mittels abgefälschtem Freistoss traf der FC Thun postwendend zum Ausgleich.

Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch in welchem YB die feinere Klinge führte, der FC Thun aber die etwas klareren Chancen besass. Während Schneuwly und Wittwer die Torumrandung trafen, konnte Alex Gerndt alleine vor Faivre nicht reüssieren. Eben dieser Gerndt verzeichnete wie in Halbzeit eins eine tolle Hereingabe, diesmal vergab Kubo anstelle von Nuzzolo. Zarate wurde einmal regelwidrig gestoppt, was Schiri Graf als Freistoss taxierte – nicht wenige hatten das Foul hingegen im Strafraum geortet.

Als sich die meisten bereits mit dem Remis abgefunden hatten, traf Zarate aus der Distanz zum 2:1. Goalie Faivre machte dabei eine unglückliche Figur.

YB und dem Anhang war dies herzlich egal – der Sieg wurde frenetisch bejubelt und man tankte eine ordentliche Portion Moral für das kommende Spiel in Basel.

Die Noten:

Mvogo 4.5/ Kassierte sein erstes Gegentor und unterlief eine Flanke in der Schlussphase. Ansonsten aber mit einem soliden Auftritt und dem inoffiziellen Rekord für „die meisten kurzen Abwürfe/Abstösse in einem Ligaspiel“.

Hadergjonaj 4.5/ Etwas überraschend in der Startelf, aber mit einem soliden Auftritt. War in dieser Viererkette schon fast ein Routinier und wagte daher auch mehr offensive Vorstösse als auch schon.

Rochat 4.5/ Konnte von Bergen als Chef nicht komplett ersetzen, was aber auch niemand erwartete. Dessen Absenz machte sich vor allem in den hektischen Phasen in der zweiten Halbzeit bemerkbar.

Wüthrich 5/ Kommt mit dem Debütanten-Bonus auf die höchste Note in der Abwehr. Erledigte seine Aufgaben bis auf 2-3 Unsicherheiten gut.

Sutter 4/ Wirkte in einigen Duellen etwas zaghaft und trat offensiv etwas zu wenig in Erscheinung.

Gajic 4.5/ Umsichtig und zweikampfstark. Spielt aber immer noch zu viele Fehlpässe, was bei einem abschlussstärkeren Gegner ins Auge gehen könnte.

Costanzo 5/ Starke Leistung des Ersatz-Captains. Ungewöhnliche viele (gewonnene) Zweikämpfe und alles in allem sehr ballsicher. Fehlt gegen Basel leider gesperrt.

Martinez 5/ Starkes Comeback in Bern, bestätigte seine Startelf-Nomination mit einer soliden Leistung.

Frey 4/ Wie immer engagiert doch für einmal glücklos. Arbeitete viel, konnte aber kaum zählbares herausholen.

Nuzzolo 4/ Auch Nuzz mit einem  fleissigen Auftritt. Muss aber in der ersten Halbzeit zur Führung treffen (Kopfball nach Gerndt-Flanke).

Gerndt 4.5/ Sowohl Nuzzolo als Kubo hätte auf seine Hereingaben treffen müssen – er selber erst recht, als er alleine vor Faivre auftauchte. Würde er endlich mehrmals pro Spiel richtig angespielt werden, könnte er seine Torausbeute wohl rasch verdoppeln.

Kubo, Zarate, Lecjaks ohne Note/Alle drei versuchten sich ins Spiel zu kämpfen, was einigen gut (Kubo, Zarate) anderen weniger gut (Lecjaks) gelang.

Forte 5/ Sein Mut zur Jugend wurde belohnt, sein Joker stach und ab nächstem Wochenende darf er – unter anderem auch Dank seines Einflusses – auf das IV-Duo von Bergen/Vilotic zählen.

 

 

BSC YB – FC Basel 2:2

2. Dezember 2013 um 20:02 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

…vorneweg möchten wir uns für die fehlende Vorschau entschuldigen…

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Man wusste nicht so recht, ob man nun den Punkt gegen den Meister und Leader feiern oder den verlorenen zwei Punkten nachtrauern sollte.

Gewiss, nach der Führung durch Gaijc und den besseren Chancen über die gesamte Spieldauer, hat man eigentlich zuwenig Zählbares erhalten.

Dennoch ist ein Punktgewinn nach einem Doppelschlag kurz vor der Pause (im Wissen über die doch eher bescheidenen YB-Leistungen in letzter Zeit in den zweiten Halbzeiten) zumindest für die Moral Gold wert.

Das YB überhaupt einen Pausenrückstand zu beklagen hatte, lag einerseits an der mangelnden Chancenauswertung (Nuzzolo, Zarate) und andererseits an den turbulenten Szenen in der YB-Defensive nach dem 1:0.

Doch im Vergleich zu anderen Spiele zuvor, konnte YB reagieren und zeigte auch nach dem Seitenwechsel eine animierte, fleissige und kämpferische Leistung gegen einen FCB, der nicht überragend aber abgeklärt auftrat.

Der Ausgleich durch Kubo war hochverdient und ein allfälliger Elfmeter für Tabakovic wäre sicher keine Erfindung des Schiedsrichters gewesen.

YB führt damit die punktgleiche Verfolgergruppe an und kann aus den verbleibenden Spielen der Hinrunde gegen Thun (a) und St. Gallen (h) eine gute Basis für Rückrunde schaffen.

 

Zu den Noten:

Wolf: 5 / bei den Gegentoren machtlos. ansonsten souverän und für einmal mit brauchbaren Abstössen.

Sutter: 4.5 / engagierte und druckvolle Leistung auf seiner Seite.

von Bergen 5.5 / definitiv der beste YB-Verteidiger seit Tinu Weber.

Veskovac: 5 / eine gute Leistung von Veskovac, der in den letzten Minten auf die Zähne beissen musste.

Spycher: 5 / hatte seine Seite im Griff und meldete seine Gegenspieler ab. Leider waren die Flanken nicht immer präzise genug.

Gaijc: 4 / die genügende Note gibts für das Tor und die leichte Steigerung in der zweiten Halbzeit. Kämpferisch absolut i.O. allerdings mit einer haarsträubenden Fehlpassquote.

Costanzo: 4.5 / wie bereits gegen Lausanne mit einigen wichtigen und starken Zweikämpfen sowie ungewohnt kernigen Tacklings. Als Ballverteiler unauffällig aber umsichtig.

Nuzzolo: 5.5 / eine der besten Leistungen von Nuzz im YB-Dress. Einzig der verpasste Torerfolg trübt das Bild ein wenig.

Frey: 4.5 / fleissige, wenn auch etwas gar übermotivierte Leistung. Müsste in der zweiten Halbzeite den Ausgleich erzielen, nachdem ihm Gerndt den Ball perfekt per Brustabnahme in den Lauf spielt.

Zarate: 4.5 / wiederum eine gute Leistung des Argentiniers, der sich auch defensiv etwas verbessert zeigte.

Gerndt: 5 / besagte Szene auf Frey ist sinnbildlich für den Schweden, der es versteht, aus jeder noch so schwierigen Szene etwas mannschaftsdienliches zu machen.

 

Kubo: 5 / tolles Tor von Kubo!

Afum: – / Gute Besserung und komm bitte in Rückrundenform zurück.

Tabakovic: – / hatte eine Aktion die in beinahe zum Matchwinner gemacht hätte.

 

Uli: 5.5 / den richtigen Joker eingewechselt und vieles richtig gemacht. Einziger Kritikpunkt: Gaijc hätte man rausnehmen können.

 

Die Stimmen von RGS:

BSC YB – Lausanne 3:2

25. November 2013 um 11:54 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Nein, glanzvoll war der Auftritt der Unsrigen am Samstag nicht.

Dennoch holte YB zum dritten Mal in Folge drei Punkte und konnte den Anschluss an die Tabellenspitze halten.

Als Reaktion auf das blamable Cup-Out wurde nichts anderes als ein Sieg erwartet – nichtsdestotrotz konnte nicht damit gerechnet werden, Lausanne per Kantersieg aus dem Wankdorf zu fegen. Schliesslich haben die Waadtländer nun einen neuen Trainer und in der Tabelle definitiv nichts zu verlieren. Die Mission Ligaerhalt wurde neu lanciert und Marco Simone zeigte von Anfang an, dass er nicht vorhat, sich zu verstecken. Mit einem 3-5-2, inklusive wirbliger Flügelspieler (Khelifi und Tafer) sowie den fleissigen Coly und Ravet in der Sturmspitze, wollte Lausanne in Bern mehr sein als nur der Punktelieferant. Spielerisch hielten die Waadtländer phasenweise gut dagegen und in der Offensive suchten sie ihr Glück oftmals in den Distanzschüssen. Was nicht so recht in den Gameplan der Gäste passen wollte, war die Effizienz von YB. Zweimal waren es die vereinten Kräfte von Gerndt und Frey, die Zarate, respektive Nuzzolo den Torerfolg ermöglichten.

Nach dem 2:0 hatte YB das Spiel im Griff und abgesehen von 1-2 Unsicherheiten wäre auch eine 3:0 Pausenführung  möglich gewesen (Zarate, Rochat).

Gleich nach der Pause durfte Matar Coly dank gütiger Mithilfe von Alain Rochat auf 2:1 verkürzen. Es war dies der unnötige Knackpunkt im YB-Spiel, welcher Lausanne den Mut zurückbrachte und den Gelb-Schwarzen ebendiesen wegnahm. Mehrmals zeigten die Welschen gute Ansätze die aber (zum Glück) nicht in Tore umgemünzt werden konnten. Anders bei YB: Ein Fehlpass von Zambrella in die Füsse des besten YB-Spielers Alex Gerndt, bescherte diesem einen Assist – sein Zuspiel wurde nämlich von Nuzz zum 3:1 verwandelt. Die Entscheidung schien gefallen.

Da es aber aktuell selten ein wirklich souveränes YB-Spiel zu geben scheint, liess man 5 Minuten später Tafer zu viel Platz und Zeit, und dieser liess sich nicht zweimal bitten: 3:2 aus circa 20 Metern. Die Schlussphase war ein einziges hin und her, geprägt von zu komplizierten Lausannern und zu wenig konsequenten Bernern (Kubo). Nach 93 Minuten pfiff Schiri Erlachner ab und die YB-Welt war wieder halbwegs in Ordnung. Weitere drei Punkte und etwas Mut für den anstehenden Spitzenkampf gegen den FC Basel. Und die Waadtländer durften mit dem Gefühl nach Hause reisen, dass mit ähnlichen Leistungen auf jeden Fall noch Punkte zu holen sind.

Die Noten:

Wölfli: 5 / Hielt was zu halten war und rettete einige Male gegen Ravet und Coly.

Sutter: 4 / Zurück von seiner Verletzung mit einer genügenden Leistung. Ein paar Mal fehlte aber der Saft. Wurde von Zarate nicht immer gut unterstützt.

Von Bergen: 4.5 / Wirkte schon souveräner, wurde aber auch nicht genug unterstützt.

Rochat: 3.5 / Eigentlich mit einer soliden Leistung, allerdings mit einem kapitalen Bock gegen Coly.

Spycher: 4 / Solide aber unauffällige Leistung des Captains. Über seine Seite fällt das 3:2 – hier müssten wohl er oder Nuzz früher reagieren.

Gaijc: 4 / Ein Riesenfehler in der ersten Halbzeit, den er aber selber ausbügelte. Ansonsten fleissig und umsichtig, aber ohne zwingende Aktionen.

Costanzo: 4 / Für einmal mit diversen wichtigen Zweikämpfen in der Defensive, konnte diverse Konter früh unterbinden. Ein toller Pass auf Kubo, der diesen aber nicht in Zählbares ummünzen konnte. Es happert aber weiterhin bei den Standards.

Nuzzolo: 5 / 2 Tore, viel unterwegs und mit schönem Schnolz!

Frey: 4.5 / An den beiden ersten Toren beteiligt und auch sonst gewohnt fleissig. Wirkte aber in der zweiten Halbzeit ausgelaugt und wurde ausgewechselt.

Zarate: 4 / Traf endlich mal wieder und hatte auch sonst einige gute Szenen in der ersten Halbzeit. Leider vernachlässigte er die Defensivarbeit vor allem in der zweiten Hälfte.

Gerndt: 5.5 / Der beste YB-Spieler, auch ohne Tor. Erkämpfte sich enorm viele Bälle, war fast immer anspielbar und leitete alle drei Tore ein.

Kubo/Afum/Affolter: keine Note

Alle drei ohne Note. Kubo müsste entweder treffen oder auf Afum spielen. Letzterer wirkt immer noch nicht richtig frisch und Affolter durfte endlich mal wieder als IV ran.

Forte: 5 / Für die Gegentore kann er nichts. Wechselte früh genug um Impulse zu setzen und konnte die Mannschaft nach dem Cupspiel offenbar aufrichten. Am nächsten Wochenende folgt ein erster, echter Härtetest.

 

Die RGS-Stimmen:

FC Basel – BSC YB 2:1

2. September 2013 um 23:25 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Bern ist im Freudentaumel! Egal wer sich den Bernern stellt, er wird platt gemacht! Der unbändigen Kraft und geschmeidigen Technik ist kein Gegner gewachsen. So war es zumindest an diesem Wochenende in Burgdorf am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest, aber auch in den ersten 5 Spielen dieser Saison. Aus Basel gab es an diesem Wochenende nicht ganz so Erfreuliches zu berichten, denn das Erfrischenste an diesem Sonntag schien „der Schluck Wasser“ welcher aus der Gästekurve über den Zaun Richtung Teleclubmoderation flog. Das Spiel war nämlich bis in die 70. Minute ein richtiger Chnorz!

Anders als noch zu Hause gegen GC kam diese Niederlage nicht überraschend. Zu passiv traten die Gelbschwarzen an diesem Wochenende auf. Das vielgelobte Pressing wurde nur zögernd umgesetzt. Keine flüssigen Kombinationen, kein öffnender Pass, keine unwiderstehliche Flügelläufe, nicht einmal eine nennenswerte Einzelleistung oder gar eine Torchance war im gut gefüllten St. Jakobs Park auszumachen. Zu vieles überliessen die Gelbschwarzen dem Zufall. Das Zentrale Mittelfeld konnte zu keiner Zeit irgendwelche Akzente setzen und die Stürmer wussten mit den meist planlos nach vorne geschlagenen Bälle nichts anzufangen. Da auch der Gegner nichts Entscheidendes zum Spitzenkampf beizutragen vermochte, kam es auch mal vor, dass sich die Torhüter gar die Bälle gegenseitig zu kickten und die Zuschauer sich auf einen Gestellten vorbereiteten. Schaut man das Ganze von einer etwas positiveren Seite an, so liessen die Young Boys den Meisterschaftsfavoriten und CL-Teilnehmer nie ins Spiel kommen, machten hinten erfolgreich die Reihen dicht und waren auf gutem Wege einen Punkt nach Bern zu entführen.

Dann kam die 70. Minute und mit ihr die erste wirkliche Chance des Spiels. Für einmal kombinierten sich die Gelbschwarzen mit guten schnellen Pässen auf der rechten Seite durch und Kubo schob das Runde nach einer Nuzzolo Grätsche an Sommer vorbei – Schär konnte hier noch auf der Linie retten. Jetzt kam plötzlich doch noch Spannung auf und nur eine Minute später nickte Afum, der kurz zuvor für den verletzt vom Feld getragenen Zarate eingewechselt wurde, einen Costanzo Eckball wunderschön zum Führungstreffer ein. Im Nachhinein darf dies eher als Fluch denn Segen bezeichnet werden. Der Gästesektor lag sich immer noch in den Armen und Forte versuchte der Mannschaft klar zu machen, dass man konzentriert weiterspielen soll, als es gleich doppelt hinter Wölfli einschlug. Zwei Mal innerhalb 2 Minuten spielten sich die Basler mitten durch die Berner Verteidigung und drehten das Spiel mit den Treffern von Sio und Streller. Danach konnte der Berner Sportklub auch mit der Einwechslung von Tabakovic, einem dritten Stürmer, die kurze Unkonzentriertheit nicht mehr korrigieren.

Die Niederlage ist zwar sehr ärgerlich aber nicht überraschend. Jedoch trübt es den guten Start in diese Meisterschaft nur geringfügig, denn noch grüsst Bern auch im Fussball von der Spitze. In Basel darf man verlieren und eine Saison ohne Niederlagen hat niemand erwartet. Uli Forte wird mit seinem Staff das Spiel analysieren und mit dem Team an den Fehlern arbeiten, davon bin ich überzeugt. Es gilt sich nun auf die nächste Cup-Runde zu konzentrieren, dann kommen Luzern und St. Gallen und erst danach werden wir in etwa einschätzen können wo uns die Reise in dieser Saison hinführt. Es war nicht alles gut in den ersten Runden aber genauso wenig ist nach zwei Niederlagen alles schlecht und wie pflegt Michi immer zu sagen? „Wir müssen einfach immer weiter hart arbeiten“.

Wölfli 4 Rettete einmal stark gegen Salah sonst selten gefordert. Seine Abschläge und langen Bälle waren zu ungenau.
Zverotić 3,5 Defensiv solid aber offensiv inexistent.
Von Bergen 4,5 Bis auf 2 Minuten hielt er die Abwehr souverän zusammen.
Veškovac 3 War unsicher und selten in der Lage das Spiel von hinten heraus zu lancieren.
Sutter 3 Bekundete vorallem Mühe mit dem schnellen Salah. Konnte für einmal keine Impulse in der Offensive setzen.
Costanzo 4 Kämpfte aber blieb immer wieder am Gegner hängen. Guter Eckball zum 0:1.
Spycher 3,5 Bemüht aber glücklos.
Zárate 3,5 Blieb ohne Einfluss aufs Spiel. Musste nach grobem Foul ausgewechselt werden (gute Besserung und eine schnelle Genesung!)
Frey 3,5 Kam mit den langen hohen Bällen nicht zurecht und vermochte keine Torgefahr zu kreieren.
Nuzzolo 3,5 Auch Nuzzolo war sehr unauffällig.
Gerndt 3,5 War nicht ganz so viel unterwegs wie noch in den ersten Spielen.
Kubo 4,5 Mit ihm kam so etwas wie Torgefahr.
Afum 5 Brachte Schwung und erziehlte ein herrliches Kopftor.
Tabaković war zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

 

Sutter nach dem Spiel zu Gast bei RGS: