YB – FCZ 2:4

27. Mai 2013 um 07:26 von Marco in der Kategorie Matchbericht, Redaktionelles, Spielerbewertungen, YB

Eine wirklich gute Fussballmannschaft beherrscht drei Dinge: Ein gutes Stellungsspiel, Pressing und Konterqualitäten. Auch mit nur einer der drei Eigenschaften kann ein Team dem Gegner immer noch sein Spiel aufzwingen. YB beherrscht nicht einmal ansatzweise eine dieser Fähigkeiten. Das führte das Spiel gegen Zürich schonungslos vor Augen. Über weite Strecken vermittelte YB den Eindruck einer Mannschaft, die sich aufgegeben hat. In der allgemeinen Tristesse gab es jedoch auch einige Lichtblick.

In der Anfangsphase deuteten Gerndt, Nuzzolo und Afum an, wie eine druckvolle Flügelzange aussehen könnte. Nuzzolo, der ausnahmsweise rechts spielte, verlieh dem Spiel mit präzisen Seitenverlagerungen gute Impulse. Gerndt auf links zeigte Einsatz und setzte sich mehrmals gegen die FCZ-Verteidiger durch. Es war dann auch sein Pass, den Afum nur noch einzuschieben brauchte zur 1:0-Führung. Neben dem Seitenwechsel von Nuzzolo überraschte Challandes mit der Nominierung von Leonardo Bertone als Sechser. Der 19-Jährige versuchte primär keine Fehler zu machen, dabei unterliefen ihm natürlich solche erst recht. Weil sich seine Vorderleute selten in Position brachten, musste er sich meistens mit Rück- oder Fehlpässen behelfen. Die YB-Offensive baute nach der Führung nämlich stark ab. Im Gegenzug fand Zürich besser ins Spiel und nach 20 Minuten glich Drmic aus. Mit zwei, drei schnellen Pässen übertölpelte der FCZ die Abwehr.

Für Nef und Zverotic wäre schon die Bezeichnung Statisten des Lobes zu viel. Wie immer nach einem Gegentor fiel YB völlig aus dem Konzept und stellte das Fussball spielen fast gänzlich ein. Fehlpass reihte sich an Fehlpass und kein einziger Spieler übernahm in dieser Situation Verantwortung. Costanzo blieb bei seinen Dribblings immer hängen und Farnerud fiel nur mit Ballverlusten auf. Diese Verluste standen meist am Anfang einer Zürcher Chance. So auch beim 2:1 als Chermiti plötzlich vor Wölfli auftauchte und das Tor schoss. Nach der Pause stand erstaunlicherweise die gleiche Elf auf dem Platz und es ging dementsprechend gleich weiter. In einer Situation in der YB Druck aufbauen sollte, schoben sich die Spieler den Ball zu bis er beim Gegner landete. Für die Vorentscheidung sorgte Gaijc als er einen Foulpenalty verwertete. Dem Pfiff ging ein Foul von Zverotic voraus. Aus der Distanz schien der Entscheid ziemlich streng. Das 4:1 für Zürich war dann die definitive Entscheidung. YB zeigte Auflösungserscheinungen.

Challandes reagierte erst jetzt mit den Wechseln Sutter und Tabakovic für Nuzzolo und Gerndt. Zürich beschränkte sich in der Folge aufs Kontern und YB fand viel Platz zum nutzlosen Ballgeschiebe. Nach dem gefühlten 72. Fehlpass wurde es Farnerud zu langweilig und er schoss mal Richtung Tor. Das hatte auch Da Costa nicht erwartet, so stand es am Schluss 4:2.

 

Noten:

Wölfli: 4

Zweimal gut gehalten, bei den Toren keine grosse Schuld, aber vier Gegentore sind zu viel.

 

Zverotic: 2

Da ist Sutter noch fast besser. Im Gegensatz zum DM als AV unbrauchbar.

 

Nef: 1

Schlechtester YB-Spieler der Saison.

 

Veskovac: 2

Zwei gute Grätschen reichen, damit man von Note 1 verschont wird.

 

Raimondi: 3

Gehört zur Verteidigung aber nur auf dem Matchblatt. Eine schöne Flanke.

 

Bertone: 3,5

Viel zu viele Fehlpässe. Trotzdem ein bisschen Jugendbonus.

 

Nuzzolo: 4,5

Weniger gut als auch schon. Lieber wieder auf links.

 

Costanzo: 3

Das wird nie mehr etwas in Bern.

 

Farnerud: 3

Ein Tor. Ansonsten ein Ärgernis

 

Gerndt: 4,5

Hat Potenzial angedeutet. Wenn es nicht läuft unsichtbar.

 

Afum: 4,5

Könnte gut kommen, wenn er mehr Bälle erhielte.

 

Sutter: 4

Unverständliche Einwechslung. Spielte dann nicht sooo übel.

 

Tabakovic: 4,5

Guter Einsatz. Die Wasserverdrängung gefällt.

 

Gonzalez: 3,5

Wie immer: Viel Aufwand, wenig Ertrag

 

Auf Radio Gelb-Schwarz nehmen Bertone und Nuzzolo Stellung zur Niederlage.

Stimmen zum Spiel

FC Luzern – YB 3:1

12. Mai 2013 um 14:41 von Marco in der Kategorie Matchbericht, Redaktionelles, Spielerbewertungen, YB

War der 4:0-Sieg gegen GC nur ein Strohfeuer oder der Wendepunkt, fragte gaeubschwarz.be vor dem Spiel gegen Luzern. Es war nur ein Strohfeuer muss man nach der 3:1-Niederlage in Luzern feststellen. YB spielte besonders in der zweiten Halbzeit so schwach, wie in den meisten Spielen dieser Saison. Es dauerte gerade mal acht Minuten bis Hochstrasser zum 1:0 traf. Bevor Hochstrasser nach Pass von Sally Sarr aus drei Metern Distanz das 1:0 schoss, liess sich Nef auf beschämende Art und Weise von Gygax düpieren. Gygax brachte es in der Ecke tatsächlich fertig, den Ball mit der Hacke durch Nefs Beine zu spielen. Es war leider nicht das letzte Mal in diesem Spiel, dass Nef neben Gygax uralt aussah.

Wenn man irgendetwas Positives an der sogenannten Leistung von YB suchen müsste, wäre es die Reaktion auf den frühen Rückstand. Fiel YB bisher zuverlässig auseinander nach einem Rückstand, gaben sich die Spieler diesmal nicht komplett auf. Luzern war zwar überlegen, YB zeigte aber gute Ansätze und insbesondere Afum rackerte und suche mehrmals den Abschluss. In der Szene als Afums Schuss an Lustenbergers Hand prallte, entschied der Schiri wohl korrekt auf kein Penalty. Wo ein bisschen Licht ist, ist bei YB stets auch viel Schatten. Viel zu oft überlistete Luzern das Berner Mittelfeld und brachte die Verteidigung ins Rotieren. Ausgangspunkt vieler Ballverluste war Farnerud, der nach dem Ausreisser gegen GC wieder an seine gewohnt schlechten Leistungen anknüpfte. Die Bemühungen in der Offensive zahlten sich in der 34. Minute aus als Gerndt nach einem Pass von Frey mit einem starken Flachschuss zum 1:1 traf.

In Sachen Pausenansprachen gewann ̶B̶̶e̶̶r̶̶n̶̶s̶̶c̶̶h̶̶r̶̶e̶̶c̶̶k̶̶e̶̶r̶ Bernegger deutlich gegen Challandes. Luzern spielte nach dem Seitenwechsel druckvoll und zeigte viel mehr Siegeswillen als die Young Boys, die mehr reagierten als agierten. Der FCL entschied das Spiel schliesslich mit zwei Toren innert fünf Minuten. Das 2:1 erzielte Gygax per Kopf nach einer Flanke von Sarr. Wie eingangs angekündigt war Nef auch dieses Mal beteiligt. Er gewährte dem 11 Zentimeter kleineren Gygax so viel Platz, dass er völlig umbedrängt zum Kopfball kam. Den Todesstoss versetzte Gygax YB als er einen Freistoss von Andrist unhaltbar ablenkte. Nef half tatkräftig mit, indem er den Kopf einzog. Nach dem fünftletzten Saisonspiel kann man feststellen, dass YB keinen Schritt weiter ist und auch nirgends einen Hoffnungsschimmer zu sehen ist.

 

Zeugnis

Wölfli 4,5
Machtlos bei den Toren. Verhinderte mit einigen Paraden eine Kanterniederlage.

Bürki 4
Kann und muss (noch) nicht die Abwehr stabilisieren. Schön wäre es trotzdem.

Veskovac 3
Kam beim 1:0 zu spät. Ist kein Abwehrchef

Nef 2
Hatte am meisten Einfluss auf den Spielausgang. War an allen Gegentoren mitschuldig.

Gonzalez 3
Reihte Fehlpass an Fehlpass. Zu wenig Defensivarbeit.

Farnerud 3
Fiel nur mit Ballverlusten auf.

Zverotic 4
Bemüht aber planlos. Mit Spycher an der Seite käme es wohl besser.

Nuzzolo 4
Setzte keine Akzente. Braucht wieder einmal ein Erfolgserlebnis

Frey 4,5
Kämpfte wie man ihn kennt. Intelligenter Pass zum 1:1. Dürfte mal wieder treffen.

Afum 4,5
Schiesst viel, trifft wenig

Gerndt 4,5
Ist der Bann gebrochen? Zweifel bleiben bestehen.

Costanzo 4
Ist nicht der Typ, der einen Zweitore-Rückstand noch im Alleingang herumreisst.

Raimondi 4,5
Brachte ein bisschen Sicherheit in die Abwehr. Luzern griff aber auch nicht mehr wirklich an.

Martinez 4
Super League ist nicht 1. Liga Classic. Leider.

Raimondi stellte sich nach dem Spiel den Fragen von Radio Gelb-Schwarz.

Raimondi auf RGS

BSC YB – GC 4:0

8. Mai 2013 um 14:01 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

  

Die YB-Sorgenkinder schlagen GC mit 4:0

Tore von Afum, Farnerud, Gerndt und Nuzzolo, dazu ein Sieg gegen den Meisterschaftszweiten und eine Mannschaft die läuft, rackert und kämpft  –  wer hätte dies gestern Abend vorauszusagen gewagt? Wohl nicht einmal die Protagonisten selbst und schon gar nicht die 15’069 Zuschauer, welche angeblich den Weg ins Wankdorf zu Bern fanden.

In den ersten 30 Minuten spielte eine eher verunsicherte aber bemühte YB Mannschaft gegen ein GC, welches mit der geschwellten Brust eines Titelkandidaten und starkem Pressing begann. Wäre Mann an der Ladys Night nicht so emotionslos und ohne Erwartungen ins Stadion gepilgert, niemand hätte sich über einen frühen Rückstand gewundert. Doch es kam anders, denn nachdem die Zürcher ihre guten aber nicht zwingenden Chancen nicht zu nutzen wussten, verwertete Afum seine vielleicht zweite Möglichkeit in „Gaeubschwarz“, indem er einen Schuss von Raimondi unhaltbar zum 1:0 ablenkte.

Nur kurz versuchten die Zürcher danach eine Reaktion zu zeigen aber da war plötzlich eine Raumdeckung und das Selbstvertrauen in den Reihen der Gelb-Schwarzen, welches man sich bei YB in dieser Saison einige Male gewünscht hat.

Nach der Pause spielten dann nur noch die Berner und als „Karate Kid“-Bürki und Vilotic auch beim letzten im Stadion die Emotionen auf Meisterschaftsendspurt kickten, lief es auf einmal fast wie von selbst. Der Ball fiel Farnerud nach einem Standard (!) und in Abwesenheit unserer Kopfballungeheuer auf den Kopf  –  2:0. Etwas später entschied Nuzzolo den „Rückkampf“ gegen Bürki für sich und erhöhte auf 3:0 und am Ende krönte Geeeerndt seinen kämpferisch und läuferisch vorbildlichen Einsatz mit seinem ersten Tor in „Gaeubschwarz“  –  4:0.

Ein schöner Frühlingsabend, 3 Punkte gegen GC, eine kämpferische und läuferische YB-Mannschaft… Aarebötle wäre für einmal sicher nicht schöner gewesen.

Fussball im Wankdorf kann manchmal so einfach und schön sein!

 

 

Einzelkritik:

Wölfli   5  –  Ein paar wichtige Paraden und zu Null gespielt.

Zverotic   4,5   –   Defensiv solid und offensiv unauffällig.

Spycher   5,5  –  Ganz egal wie Spielstark er war (oder eben nicht), seine Präsenz und Führungsqualitäten waren allgegenwärtig und mit ein Grund für das 4:0. Welcome back Wuschu!

Bürki   4,5  –  Zuerst etwas unsicher aber danach defensiv gut.

Raimondi   4,5  –  Defensiv bemüht und kämpferisch. Offensiv nur zu Beginn aktiv.

Farnerud   5  –  Endlich eine Leistungssteigerung und nach seinem Tor wieder richtig stark.

Schneuwly   4,5  –  Hat sich auf das beschränkt was er gut kann. Kämpferisch wie immer gut.

Costanzo   4,5  –  Sehr mannschaftsdienliches Spiel von ihm. Ging in die Zweikämpfe und zog im Mittelfeld die Fäden. Übernimmt immer mehr Verantwortung.

Afum   5,5  –  Kommt immer besser in Fahrt. Jetzt noch etwas mehr Durchschlagskraft und wir werden tanzen.

Nuzzolo   4,5  –  Wieder einmal ein Tor unseres Topskorers. War ausserdem Auslöser für die notwendigen Emotionen. Spielerisch kann er sich aber noch steigern, wie wir wissen.

Gerndt   5  –  Noch sind nicht alle Laufwege klar aber ENDLICH sein erstes Tor. Kämpferisch wie läuferisch ein Vorbild.

Sutter   4,5  –  Brauchte 5 Minuten bis er im Spiel war und spielte danach munter mit. Mit einem starkem Abschluss aus gut 25 Metern.

Gonzalez und Frey zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

Und hier die Stimmen zum Spiel von RGS:

 https://soundcloud.com/radio-gelb-schwarz/wolf-wir-haben-uns-das-gl-ck

 

 

FCSG – BSC YB 3:1

6. Mai 2013 um 10:52 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Dass sich YB gegen tief stehende Teams wie Servette oder Lausanne jeweils schwer tut und dies dann auch moniert, ist soweit akzeptabel kein Gegner mag das wirklich. Damit suggerieren die Spieler gleichzeitig aber, dass sie lieber Teams haben, die das Spiel machen und viel Dampf machen.

Ebendies tat St. Gallen… und wie! Respekt vor den Ostschweizern, die die Räume eng machten, hoch standen, früh und oft auch zu zweit attackierten. Dennoch: Irgendwie kommen wir zu einem Penalty, den Costanzo dann auch verwertet, so weit so gut. Obwohl die St. Galler dann noch aggressiver spielen und vom fantastischen Publikum nach vorne gepeitscht werden, braucht es zunächst einen Bock von Wölfli, damit St. Gallen auch resultatmässig wieder bei den Leuten war.

Erstaunlich, dass davor keine Tore fielen. Nuzzolos unnötige Aktion am 16er kippte das Spiel schliesslich. Wie zuvor unserem 10er, gelang auch dem St. Galler 10er ein Penaltytor. Danach erhöhte St. Gallen noch auf 3:1.

Ein Resultat das in dieser Höhe in Ordnung geht, hätte es doch auch höher ausfallen können, ja fast müssen.

Schade, hat man es verpasst, aus dem Lausanne-Spiel etwas Schwung mitzunehmen und die glückliche Führung geschickter zu verwalten. Einsatz und Wille können aus meiner Sicht nicht beanstandet werden. Es fehlte schlicht die Cleverness, die spielerische Klasse und eine klare Spielidee. So kam es, dass zwei Songs des Albums Ballast der Republik“ der Toten Hosen symbolisch für die Gefühlslagen in den Fan-Lagern standen.

RGS spielte Schade, wie konnte das passieren“, in der AFG-Arena lief Tage wie diese“…

 

 

Einzelkritik:

 

Wolf 2.5 – Riesenbock vor dem ersten Tor, beim dritten unglücklich.

 

Sutter 3.5 – Fing äusserst erfreulich an und wollte sich aufdrängen, baute stark ab und sah dann beim dritten Tor schlecht aus.

 

Nef 3.5 – Oft überlaufen, gewann weniger Duelle als sonst, kriegt gegen GC eine Pause.

 

Veskovac 4.25 – An ihm lag es eigentlich weniger, schaltete sich auch oft offensiv ein, zeigte aber dort seine technischen Limiten auf, kriegt gegen GC eine Pause.

 

Bürki 3.25 – Defensiv einigermassen solid nach vorne schlicht nie gesehen gegen GC wird er ins Zentrum rücken, gut so.

Zverotic 2.5 Spielte wieder einmal vor der Abwehr, schlechtes Spiel mit vielen Ungenauigkeiten.

Doubai 2 – Sein schlechtester Auftritt in dieser Saison, viele Fouls, anfällig, ungewohnt viele Fehlpässe und verletzt ausgewechselt, sah nicht gut aus und wird wohl gegen GC fehlen.

 

Nuzzolo 2 – Zeigt seit paar Spielen einen enormen Abwärtstrend und bräuchte gegen GC eine Pause.

 

Farnerud 1 – Was söu me da no sägä…?

 

Costanzo 4 – Zu Beginn mit vielen guten Aktionen, vor allem oft auch bissig im Zweikampf, zudem Penalty erneut verwandelt. Ging aber je länger je mehr unter.

 

Afum 4 – Noch einer der besten, mit seiner Schnelligkeit konnte er bis zum 1:0 viel Bälle erobern, holte paar Eckbälle raus. Ist aber definitiv kein 4-2-3-1-Stürmer, der (vor allem hohe) Bälle halten kann und sie weiterleitet, für mich klar ein Flügelspieler.

 

Spycher 4.5 – Welcome back, wir brauchen dich. Seine Ruhe am Ball, seine Seitenwechsel, sein energisches Auftreten er deutete seinen Wert an.

Schneuwly 4 – Gar nicht so übelst, gewohnt viel unterwegs, teils mit ordentlichen Aktionen. Nach seinem Sion-Gewurstel deutete er an, dass er es wieder besser machen will.

 

Frey – Zu kurz im Einsatz.

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Die RGS-Stimmen zum Spiel:

https://soundcloud.com/radio-gelb-schwarz/wuschu-spycher-wir-d-rfen-das 

BSC YB – FC Thun 1:2

16. April 2013 um 10:41 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Da war dieses Feuer mal wieder: Mit viel Wille und Überzeugung stürzte sich Moreno Costanzo – den Ball am Fuss – auf die gegnerische Verteidigung, liess mehrere Gegner stehen und sah seinen Abschluss knapp vom Thuner Goalie pariert. Dessen Abwehr wurde aber zur Vorlage für Nuzz, der wie üblich via Innenpfosten zur Führung traf.

Diese Szene war sinnbildlich für die ersten 25 Minuten in diesem Spiel:
YB agierte endlich wieder einmal frisch und unverkrampft, versuchte Druck zu machen und Spielfreude zu zeigen.
Wenn auch von vielen kritisiert, war Alex Gerndt unserer Meinung nach einer der besseren Akteure bei den Bernern. Er war enorm fleissig, viel lief über ihn und er arbeitete mehr als viele Stürmer in den Jahren vor ihm. Leider wird ein Angreifer aber an den Toren gemessen – und hier kann er nichts vorweisen, genau so wenig wie Samuel Afum, dem der Ausgleich verwehrt leider verwehrt blieb.

Item. Leider wurde Thun gegen Ende der ersten Halbzeit etwas stärker (oder YB schlechter?) und das Heimteam konnte sich nicht mehr richtig entfalten – der Ausgleich durch Marco Schneuwly war auch gleich der Pausenstand.

In der Pause waren wir unschlüssig. Das Tor hatte unsere mini-Euphorie etwas getrübt. Dennoch machten die ersten 25 Minuten endlich wieder mal Freude – das gab uns genügend Hoffnung, um in der zweiten Hälfte ein YB-Feuerwerk zu erwarten.

Weit gefehlt. Altes Fahrwasser. 1:2, wieder durch Schneuwly. Chaos und Hektik bei YB. Schlusspfiff.

Nein, aktuell klappt tatsächlich nichts bei unseren Gelbschwarzen. Dass uns Thun damit noch überholt hat, dürfte zwar die wenigsten richtig interessieren – dennoch widerspiegelt die Tabelle leider auch die Leistungen in dieser Saison.

Gerne würden wir hier einen Massnahmenplan präsentieren, um wieder etwas Freude und Aufbruchstimmung auskommen zu lassen. Doch das überlassen wir Fredy Bickel.

Hopp YB!

Die Noten:

Wölfli: 4
Bei den Toren machtlos, ansonsten sicher. Versuchte sich in der Schlussphase als Spielmacher – und scheiterte leider kläglich.

Gonzalez: 3.5
hatte auf seiner Seite viel Platz, welchen er nicht nutzen konnte.

Nef: 4
Gewann immerhin noch die meisten seiner Zweikämpfe.

Veskovac: 4
Siehe Nef. Berücksichtigt man seine fehlende Matchpraxis, war das ok.

Bürki: 3
Sicher ein Talent, aktuell aber nicht auf der Höhe. Eine Pause würde ihm nicht schaden.

Farnerud: 3.5
Wurde auf dem rechten Flügel eingesetzt. Zug von dort oft in die Mitte und ermöglichte Gonzalez somit viel Platz. Dieser konnte dies nicht nutzen und Farnerud verzichtete im Gegenzug darauf, in der Defensivbewegung auf seine Position zurück zu kehren. Toll. Ansonsten bemüht, aber in einer Unter-Unter-Unter-Unterform.

Zverotic: 2
Der schlechteste Mann auf dem Bitz. Traf ausschliesslich die falschen Entscheidungen, seine Pässe haben keinen Zug, seine Abschlüsse sind ein Ärgernis und seine Fähigkeit, verheissungsvolle Angriffe im Keim zu ersticken, gehört schon fast prämiert.

Doubaï: 4
Sorgte in der guten Phase für viele Ballgewinne und einige tolle Zuspiele.
Tauchte danach ab – war aber immer noch besser als sein Nebenmann.

Nuzzolo: 4.5
Traf mal wieder. War viel unterwegs und fleissig. An ihm lag es sicher nicht.

Costanzo: 4
In der ersten Halbzeit einer der besten (5). In der zweiten Halbzeit kam nichts mehr (3).

Gerndt: 4
Von mir erhält er die Fleissnote. Wäre jeder so viel unterwegs, wäre das YB-Spiel nicht zu statisch. Ein Tor täte ihm gut – dies wäre aber in einem 2-Mann-Sturm wohl realistischer.

Afum, Zarate und Schneuwly: keine Note