FC Lugano – BSC YB 1:2

27. November 2017 um 14:42 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war bestimmt keine Glanzleistung: Der YB-Auftritt wirkte von Beginn weg uninspiriert und ideenlos. In der Angriffsauslösung wurde zu oft mit langen Bällen operiert und der Chip hinter die gegnerische Abwehr wurde recht schnell als Stilmittel enttarnt und von den Lugano-Haudegen rigoros geklärt. Zu allem Übel hatten die Gelb(schwarz)en auch noch mit dem Wind zu kämpfen.

Die Folge aus all diesen Faktoren: Ein leichtes Übergewicht was den Ballbesitz betraf, aber nichts Zählbares. Lugano indes bewies, wieso sie die letzten vier Spiele ungeschlagen blieben: Eine solide und kompromisslose Defensive bildet das Fundament für schnelle und zielstrebige Konter. Das wirblige Duo Mariani/Gerndt sorgte für einige Aufreger, blieb jedoch (genauso wie Ngamaleu bei der einzigen YB-Chance) glücklos. Adi Hütter gefielen die ersten 45 Minuten überhaupt nicht. Mehrmals sprang er von seiner Bank auf und erklärte seinen Burschen lautstark, dass er es anders haben möchte.

In der Pause nahm er deshalb auch zwei Änderungen in seiner Kampfmannschaft vor: Für Nsame und Fassnacht kamen Hoarau und, etwas überraschend, Thorsten Schick zum Einsatz. Und letzterer schien mit der Wut im Bauch, seine bisherige Auswärtsschwäche beseitigen zu wollen. Sowohl gegen den Ball, wie auch im Spiel nach vorne, brachte Schick neuen Schwung in die Mannschaft. Seine rasch gespielten Flanken brachten deutlich mehr Gefahr, als die Stand-Dribblings der ersten Halbzeit.

Nach gut 70 Minuten verpuffte aber auch die neue Energie vorerst ergebnislos. Lugano gelang es vermehrt, sein Spiel aufzuziehen und mit schnellen Kontern für Gefahr zu sorgen. Gerade in der Phase, als man sich langsam aber sicher mit dem Punkt zufriedengeben wollte, setzte sich der eben eingewechselte Sulejmani den Ball für eine Freistossflanke. Dachte man. Der Serbe, dessen linker Fuss an die Virtuosität des Gitarrenspiels Jimi Hendrix’ erinnert, jagte den Ball mit Schmackes in den Winkel! Kurz darauf schlug ein weiterer Joker zu: Schick wurde von Lotomba herrlich lanciert und der Österreicher blieb vor dem Tor eiskalt.

In der Nachspielzeit gelang Lugano der Anschlusstreffer, was noch für ein kurzes Zittern sorgte. Doch am Ende behielt der Leader aus Bern die Oberhand. Dank Miralems Genialität, Schicks Überzeugung und dem goldenen Händchen unseres Lieblingsösterreichers, hält YB den Vorsprung bei sieben Punkten.

Die Noten

Von Ballmoos 4,5/ Teilweise fürchterliche Abstösse in der ersten Halbzeit, oft dem Wind geschuldet. In der Schlussphase mit wichtigen Interventionen.

Mbabu 4/ Er sah mindestens eine gelbe Karte und war in etliche Nickligkeiten verstrickt. Sicher nicht sein bester Auftritt in Gelbschwarz, trotzdem solid.

Nuhu 4,5/ Wirkte neben von Bergen gleich wieder viel sicherer. Risikierte ab und zu etwas viel, passiert ist jedoch nichts.

Von Bergen 5/ Relativ früh war zu sehen, weshalb von Bergen der absolute Chef in der Abwehr ist – und wie viel stärker diese mit ihm ist.

Lotomba 5/ Sehr engagierter Auftritt von Lotomba, der für seinen Assist beim 2:0 eine halbe Note supplément erhält.

Fassnacht 3,5/ Rieb sich in der ersten Halbzeit in vielen Zweikämpfen auf und wurde selten vernünftig angespielt. Musste in der Pause Schick weichen.

Sow 4,5/ Hat einen guten Lauf. Im Tessin mit vielen wichtigen Zweikämpfen und grossem Einsatz.

Aebischer 4,5/ Die beiden RS-Kollegen ergänzen sich gut, auch Aebischer taut langsam auf. Kann im Abschluss noch überzeugter agieren.

Ngamaleu 4/ Vergibt in der ersten Halbzeit die beste YB-Chance. Ansonsten fleissig, aber glücklos.

Nsame 3,5/ Unglücklicher Auftritt, war oftmals einen Schritt zu spät und kam selten in gute Abschlusspositionen.

Assalé 4/ Oft hart attackiert, blieb Assalé einige Male im letzten Moment hängen. Muss am Donnerstag seinen Tor-Knoten wieder lösen.

Hoarau 4/ Kam bereits in der Pause und war gleich in einige Szenen verwickelt. Strahlte aber noch zu wenig Torgefahr aus.

Schick 5/ Keine einfachen Zeiten für den Grazer, der meist aussenvor bleibt. Heute mit einem sehr starken Lebenszeichen, nicht nur wegen des Treffers.

Sulejmani 5,5/ Verlängern, merci!

 

Partizan Belgrad – BSC YB 2:1

25. November 2017 um 10:12 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es sollte nicht sein: Auch die letzte der etlichen Hereingaben von Sulejmani verpassen alle YB-Akteure vor dem Partizan-Tor. Der Ausgleich gelingt nicht – YB verliert und scheidet aus.

Dabei wäre auch in diesem Spiel mehr möglich gewesen. Eine Aussage, die beinahe auf jedes Europa-League-Spiel dieser Kampagne zutrifft. Im Gegensatz zu anderen Jahren, in denen man sehr knapp ein Weiterkommen verpasst hat, scheitert man jetzt zum zweiten Mal in Serie vorzeitig.

Keine Ausrede aber sicher eine Erklärung, ist die Zusammenstellung der gestrigen Equipe: 22,9 Jahre betrug das Durchschnittsalter zu Beginn des Spiels. Sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Halbzeit kommt der Gastgeber besser ins Spiel: Partizan geht nach 13 Minuten in Führung. Dieses Tor kommt einem Weckruf gleich, YB agiert nun aktiver und versucht das Spiel zu machen. Ngamaleu gelingt nach 25 Minuten im Anschluss an einen Eckball der verdiente Ausgleich. Die Berner sind bis zur Pause das aktivere Team, kann aber zuwenig Druck auf das gegnerische Tor ausüben.

Nach der Pause geht Partizan nach einem schönen Konter wieder in Führung. Dem Treffer haftet aber der Makel einer Abseitsposition an und hätte, zum Pech für YB, nicht zählen dürfen. In der Folge entwickelt sich die Partie phasenweise zu einem Fehlpassfestival auf beiden Seiten. Besonders Wüthrich und Benito machen in dieser Phase einen fahrigen Eindruck, doch auch im Sturm werden viele falsche Entscheidungen getroffen. Assalé verpasst oftmals den Moment des Abspiels und Nsame hat Mühe ins Spiel zu kommen. Die Einwechslung von Hoarau bringt ein wenig Struktur zurück und YB versucht in der Schlussphase noch den Ausgleich zu erzwingen. Doch entweder steht noch irgendwo ein Partizan-Bein im Weg, oder man verpasst – wie eingangs erwähnt – die Hereingaben knapp. Ein 2:2 hätte YB nochmals die Möglichkeit gegeben, im letzten Spiel mit einem Sieg gegen Skenderbeu auf einen gleichzeitigen Kiew-Sieg gegen Belgrad zu hoffen. Doch daraus wird nichts: Partizan holt sich die drei Punkte und überwintert europäisch. Auf YB wartet noch ein Kehrausspiel gegen Skenderbeu, bei dem wohl mit einem Minusrekord im Wankdorf zu rechnen ist.

Unter dem Strich wäre in dieser Kampagne mehr drin gewesen. Doch wie Trainerfuchs Adi Hütter nach dem Spiel sagt: “Drei Unentschieden und zwei Niederlagen sind zuwenig.”

Noten

Von Ballmoos 4,5/Machtlos bei den Gegentoren, ansonsten sicher. Konnte sich nicht allzu häufig auszeichnen.

Mbabu 4,5/ Bester, weil “unfahrigster” Verteidiger. Setzte sich Offensiv weniger durch als auch schon.

Nuhu 4/ Licht und Schatten wechselten sich ab. Sein Standard-Partner Von Bergen hat ihm aber in der einen oder anderen Szene gefehlt. Zum Organisator fehlt noch ein Stück.

Wüthrich 3,5/ In der YB-Schwächephase Mitte der zweiten Halbzeit der fehlerhafteste Akteur. Liess sich einige Male zu einfach ausspielen.

Benito 4/ Liess sich in der zweiten Hälfte zu Fehlern hinreissen, die er nicht immer ausbügeln konnte. Sein Ballverlust führt zum 1:2. Ansonsten aber mit einer gesunden Härte und aktivem Auftritt.

Ngamaleu 4,5/ Der Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 dürfte ihm etwas Auftrieb geben. Traf in der zweiten Halbzeit ab und zu die falsche Entscheidung oder wurde von Assalé ignoriert.

Sow 4,5/ Nicht mehr ganz so stark wie gegen den FCZ aber immer noch solide. Mit 2-3 Top-Zuspielen in die Spitze – genau die Pässe, die oftmals vermisst wurden.

Aebischer 4/ Sehr bemüht, aber oftmals etwas fahrig. Schaffte es nicht immer, genügend Präzision in seine Aktionen zu packen.

Sulejmani 5/ Der produktivste YB-Spieler. Kreierte einige vielversprechende Szenen über die Seite, die leider allesamt nicht verwertet wurden.

Nsame 4/ Etwas unglücklicher Auftritt des Kameruners, der oftmals einen Schritt zu spät kam.

Assalé 4/ Vergisst bei einigen Aktionen seine Mitspieler und versucht es alleine. Das ist für einen Stürmer zwar normal, die Balance muss er aber noch finden.

 

Hoarau/Fassnacht keine Note/

BSC Young Boys – FC Zürich 2:1

20. November 2017 um 14:14 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Auch gegen den FC Zürich feiern die Young Boys einen Heimsieg. (Foto: Thomas Hodel)

Auch gegen den FC Zürich feiern die Young Boys einen Heimsieg. (Foto: Thomas Hodel)

Lang war sie die Natipause und die Freude entsprechend gross als es endlich wieder gelbschwarzen Fussball zu sehen gab. Zu Gast beim Leader – der Aufsteiger. Mit der gestählten Brust eines Tabellenführers und der Selbstverständlichkeit eines Seriensiegers machten sich die Berner auf, die 20’000 Zuschauer zu beglücken und den Löwen zu erlegen.

Es sollte nicht das Spektakelspiel werden, welches üblicherweise zwischen diesen zwei Mannschaften zelebriert wird. Dies lies Fortes Catenaccio nicht ansatzweise zu. Zu gross war die Angst vor einer Klatsche, wie sie zuletzt der FC Sion (5:1), der FC St. Gallen (6:1) oder der FC Luzern (4:1) erleiden mussten. Die Statisten aus Zürich versuchten ohne Umschweife, in einem ultradefensiven 5–3–2, mindestens einen Punkt zu er-mauern oder eventuell sogar durch einen schnellen Gegenstoss die volle Punktezahl aus dem Wankdorf zu entführen. Uli wird nach dem Spiel zu Protokoll geben, dass der Plan beinahe aufgegangen wäre. Beinahe. Doch eigentlich ging es beinahe nur in eine Richtung. Die Räume und Chancen der Young Boys waren knapp bemessen, doch kam man gleichwohl zu guten Abschlussmöglichkeiten durch Assalé und Fassnacht, die in Halbzeit 1 jedoch beide ihren Kopfball nicht wunschgemäss auf das Tor von Vanins brachten.

Den kurzzeitigen Rückstand, nach einem unglücklichen Abwehrversuch unseres Toptorschützen Nsame machte es den Hausherren in der Folge zwar kaum einfacher Räume vorzufinden oder Chancen zu kreieren, doch liess man sich nie aus der Ruhe bringen und korrigierte das Resultat nur zwei Minuten später. Assalé war einmal mehr nur durch ein Foul vom Ball zu trennen und Miralem Sulejmani verwandelte den fälligen Penalty.

Auch wenn die Young Boys in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit nicht ganz so dominant auftraten wie zu Beginn der Partie, so bestand kaum je Zweifel daran wer die Punkte in diesem einseitigen Spiel einfahren würde. So kam es zur 84. Minute und dem Auftritt der 3 Musketiere, den YB-Teen-Avengers, den Matchwinnern des gestrigen Abends. Freistoss des überragenden und omnipräsenten Sows, Kevin «The Machine» Mbabu schraubte sich in der Mitte hoch und köpft den Ball Richtung Tor, wo der nicht zu bändigende Assalé, eng umklammert von Pa Modou, vorbei am fangbereiten Vanins, zum entscheidenden und hochverdienten 2:1 traf. Es wäre dies der uneingeschränkte Höhepunkt des gestrigen Spitzenspiels gewesen, wenn sich in der YB-Viertelstunde nicht Gui von der Bank erhoben und sich zum Aufwärmen aufgemacht hätte. Ein Raunen ging durchs Stadion und brandete in einer Standing Ovation, als nach zweimonatiger Verletzungspause unsere gefährlichste Waffe endlich wieder auf dem Platz stand.

Guillaume Hoarau ist zurück, die Jungs grüssen nach wie vor mit 7 Punkte Vorsprung von der Tabellenspitze, Adi Hütter und Roger Assalé verlängern ihre Verträge – läuft bei YB oder wie hiess es einst so schön? YB macht glücklech!

Noten:
Von Ballmoos: 4,5 Ohne Fehler und ohne Schuld beim Gegentor. Weiter hatte er kaum Chancen sich auszuzeichnen.
Mbabu: 6 Man kann sich nur immer und immer wieder wiederholen, dieser Mann ist über rechts nicht aufzuhalten.
Von Bergen: 4,5 Unauffälliges und fehlerfreies Spiel des Capitanos. Musste nach 57 Minuten verletzt vom Feld. Gute Besserung!
Nuhu: 4,5 Sicherte mit Steve die IV und liess Michi und Dwamena keinen Raum für Chancen.
Lotomba: 5 Defensiv klasse und offensiv immer mutiger.
Sulejmani: 5 Der Schönwetterfussballer ist längst zum Arbeiter und «Chrampfer» mutiert. Sorgt vorne für Unruhe und hinten für Unterstützung.
Sow: 6 SoWow! Was für eine Partie!? Eroberte die Bälle und die Herzen der Zuschauer. Kämpfte defensiv und brillierte offensiv! Überragendes Spiel von Djibril!
Sanogo: 4,5 Gewohnt zweikampfstark aber auch mit ein, zwei Stockfehlern.
Fassnacht: 4 Nicht so auffällig und durchschlagskräftig wie auch schon in dieser Saison. Es ist dies die Zeit zu beissen und Lehrgeld zu bezahlen.
Nsame: 4 Auch unser Top Torschütze war schon mal auffälliger unterwegs. Zudem mit einem unglücklichen Eigentor.
Assalé: 6 Von der ersten bis zur letzten Minute wirblig und ein stetiger Gefahrenherd. Röschu war nicht vom Ball zu trennen und brachte immer (s)einen Fuss an den Ball.
Wüthrich: 5 Kam nach einer Stunde für von Bergen und erledigte seine Arbeit konzentriert, souverän und cool.
Moumi Ngamaleu: 4 Ersetzte nach 69 Minuten Fassnacht. War agil, gewillt aber unglücklich im Abschluss.
Hoarau: ! Welcome back! Schön dich wieder dabei zu haben!

FC Basel – BSC Young Boys 1:1

6. November 2017 um 14:45 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Lange ist es her, seit es in einem Spiel Basel – YB im Joggeli spürbar um mehr als «nur» Prestige ging. Für einmal ging YB mit einem Punktevorsprung ins Rennen und Trainer Hütter stellte seine Elf nicht nur nominell, sondern auch taktisch etwas um. Für Lotomba und Nsame begannen Benito und Ngamaleu. Die Ausrichtung war etwas defensiver und kontrollierter als sonst, im Wissen, dass YB ein Unentschieden deutlich mehr bringt als den Baslern. Zudem ermöglichte die Umstellung auch Optionen für allfällige Wechsel.

Den über 30’000 Zuschauern bot sich ein Kampfspiel, das von Zweikämpfen und wenig zusammenhängenden Szenen geprägt war. Beide Teams verteidigten stark und kamen im Ballbesitz kaum zu gefährlichen Aktionen. Zu aufsässig waren beide Mannschaften, zu unpräzise die Pässe in die Spitze. Obwohl der FCB leichte Vorteile punkto Ballbesitz verzeichnen konnte, gehörte die beste Chance YB: Sulejmani reagierte am gegnerischen Strafraum am schnellsten und konnte mit seinem schwächeren Fuss abschliessen. Doch Vaclik war zur Stelle und vereitelte einen Basler Rückstand.

Nach der Pause wirkte Basel etwas entschlossener und liess YB nicht mehr viel Raum zur Entlastung. Die Gelbschwarzen verteidigten aber solid und liessen eigentlich nichts zu, bis Nuhu im Strafraum zu einem Dribbling ansetzte, den Ball etwas spät zu Sanogo passte, dieser bei der Ballannahme patzte und im Anschluss den Ball verlor. Serey Die fasste sich ein Herz und schloss stark in die untere, rechte Ecke ab. Von Ballmoos, der in der ersten Halbzeit eine Fleischwunde unter dem Auge verarzten lassen musste, war zwar dran, konnte den Ball auf dem nassen Rasen aber nicht entscheidend ablenken.

YB brauchte einige Minuten, um wieder in den Tritt zu kommen. Hilfreich war dabei die Einwechslung von Topscorer Nsame, der sich sofort ins Spiel einfand und mit seiner physischen Präsenz den gegnerischen Verteidiger das Leben schwer machte. Das Team bewies die zuletzt häufig zitierten Mentalität und Kampfgeist und arbeitete sich schrittweise nach vorne. Ein Konter führte nach rund 80 Minuten zu einem Freistoss. Den Ball von Sulejmani brachte keiner aufs Tor, doch der Rebound landete bei Mbabu. Der umkurvte seinen Gegenspieler wie einen Schuljungen und fand in der Mitte Nsame, der mit der Hacke wunderschön zum Ausgleich traf.

Ein verdienter Punkt, der das 7-Punkte-Polster erfreulicherweise aufrecht erhält. YB hat gezeigt, dass die Mannschaft reifer ist als in den Jahren zuvor. In der Natipause soll sich nun jeder erholen (Gute Besserung Jean-Pierre!) damit wir am Sonntag in einer Woche Zuhause den FCZ würdig empfangen können. Hopp YB!

 

Die Noten

Von Ballmoos 5/ Biss trotz Fleischwunde unter dem Auge durch und liess sich nichts anmerken. Beim Gegentor ist er dran, der Ball springt im dümmsten Moment auf.

Mbabu 5,5/ Defensiv sehr konzentriert und zweikampfstark. In der Offensiv nicht so viel Platz wie sonst – aber bei einer der weniger Aktionen entscheidend. Toller Assist.

Von Bergen 5,5/ Starker Auftritt des Captains. Der Abwehrverbund liess kaum etwas zu.

Nuhu 4,5/ Schwankte zwischen Welt- und Kreisklasse. Defensiv absolut Top, allerdings mit zwei, drei non-chalanten Aktionen. Legte sich sogar noch mit dem Publikum an, fand aber danach glücklicherweise wieder in die Spur.

Benito 5/ Begann für Lotomba und rechtfertigte seine Nominierung durchaus. Robuster Auftritt auf der deutlich belebteren Basler Seite.

Ngamaleu 4/ War bemüht, kämpfte aber glücklos. Hatte in der ersten Halbzeit einige gute Ideen, verstolperte aber einige Male den Ball oder wurde – meist von Assalé – nicht angespielt.

Aebischer 4,5/ Wehrte sich gut und fing diverse Bälle ab. In der zweiten Halbzeit dann etwas weniger präsent.

Sanogo 5/ Doofer Ballverlust vor dem Gegentor wegen einer schlechten Ballannahme. Solche Szenen wurden aber auch schon abgepfiffen. Sonst aber der Chef auf dem Platz.

Sulejmani 5/ Defensiv so engagiert wie selten, die Standards nur mittelmässig. Aber Sulejmani gab nicht auf und war auch am Ursprung des Freistosses sowie an dessen Ausführung beteiligt.

Fassnacht 4/ Fand nicht so recht ins Spiel und konnte seine Schnelligkeit zu wenig ausspielen. Gefällt auf dem Flügel besser.

Assalé 4/ Natürlich ist Roger ein wirbliger und fleissiger Stürmer, der für YB Gold wert ist. Gestern fiel er aber vor allem durch vertändelte Konter, zu späte Abspiele oder schlechte Flugeinlagen auf. Das kann er definitiv besser.

Nsame 6/ Das Tor allein ist die Höchstnote wert. Ansonsten: So stellt man sich den Auftritt eines Jokers vor.

Lotomba und Sow keine Note

BSC Young Boys – Dynamo Kiew 0:1

3. November 2017 um 13:05 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es stimmte vieles und doch fehlte am Ende das kleine Bisschen um den Abend erfolgreich abzuschliessen. Die Young Boys begannen stark, störten den Gegner früh und schalteten blitzschnell um, so dass Kiew gar nicht erst ins Spiel fand. Sow und Aebischer spielten im Mittelfeld gross auf, kämpften um jeden Ball, vertraten den gesperrten Sanogo ohne Fehl und Tadel. Die Verteidigung stand sicher und nach schnellem Umschalten ging es jeweils über die Seiten in die gegnerische Platzhälfte, die Stürmer liefen in die Tiefe und verpassten das Zuspiel nur um ein kleines Bisschen. Es war wie verhext! Um sich einer Biermetapher zu bemühen: Es war wie ein Schluck aus dem alkoholfreien Bier, welches im Stadion an europäischen Spielen ausgeschenkt wird. Es sieht aus wie Bier, es schmeckt (manchmal sogar ein bisschen) nach Bier aber die euphorisierende Wirkung bleibt aus – egal wie oft man daran nippt.

Nach einem Sulejmani Eckball in der 16. Minute fehlte nur ein kleines Bisschen, doch Nuhu köpfte den Ball an den Pfosten und der Nachschuss Nsames «klärte» der unglücklich kämpfende Assalé auf der Linie. Freistoss Sulejmani, geblockter Schuss Sow und wieder Nsame der aus spitzem Winkel das Tor nur um ein kleines Bisschen verfehlte. Zugegeben, es waren zumeist die ruhenden Bälle, welche zu akuter Torgefahr führten, denn aus dem Spiel heraus war der letzte Pass jeweils ein kleines Bisschen zu ungenau. Und was war mit Kiew? Fehlte der abgewanderte Yarmolenko oder der verletzte Mbokani? Dies war sicher mit ein Grund, weshalb die Ukrainer kaum einmal gefährlich vor dem YB Tor auftauchten. Doch vor allem standen die Mannen von Adi Hütter solid und setzten den Gameplan perfekt um. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis sich dies auch auf dem Totomat ersichtlich zeigen würde. So dachte man.

Auch wenn Dynamo nach der Einwechslung von Kravets etwas agiler auftrat und die schmutzigen Fouls sowie das unfaire Zeitspiel nach und nach beim Heimteam Wirkung zeigte, hatten die Gelbschwarzen auch nach dem Seitenwechsel mehr vom Spiel. 17 zu 5 Eckbälle und 17 zu 8 Torschüsse reichten jedoch nicht aus um den ersten Sieg in der diesjährigen Europa League Kampagne zu bewerkstelligen. Der wohl einzige Fehler, des ansonsten stark aufspielenden Lotombas, am gestrigen Abend oder sagen wir es war eine falsche Entscheidung, nutzten die Gäste zum entscheidenden 0:1 Siegtreffer. Denn Sulejmani verfehlte das Tor, bei seinem indirekten Freistoss aus 11 Metern, mehr als nur ein kleines Bisschen und Aebischers Weitschuss parierte der Kovalersatz Bushchan.

Mund abwischen und das Spiel gegen Basel aus dem Hinterkopf in den Fokus rücken!

Noten:
Von Ballmoos: 4,5 War nicht allzu sehr beschäftigt, doch erledigte, was zu erledigen war.
Mbabu: 4,5 Beackerte in gewohnter Manier seine rechte Seite, doch auch seine Flanken waren zu ungenau.
Von Bergen: 4 Defensiv solid aber Schwierigkeiten mit dem ersten Pass.
Nuhu: 5 Gegen Hinten souverän und gegen Vorne ohne Fortune.
Lotomba: 4,5 Unterband mehrere Gegenstösse nach Konter des Gegners und machte auch sonst fast alles Richtig, bis auf das eine Mal in der 70. Minute.
Fassnacht: 4 Kämpfte und lief viel, doch auch ihm gelang kaum etwas Zählbares.
Sow: 5 Gute Leistung des Youngsters. Stark am Ball und kämpferisch unterwegs.
Aebischer: 5 Bester Spieler auf dem Platz. Immer anspielbar, mit gutem Auge für die Mitspieler und zweikampfstark.
Sulejmani: 4 Sein Visier war gestern definitiv falsch eingestellt, aber viel unterwegs und sehr bemüht.
Nsame: 4,5 Hatte die eine oder andere Chance doch verpasste auch gestern seinen ersten Treffer in der EL.
Assalé: 4 Meist einen Schritt zu spät und mit einigen Fehlpässen. Das war nicht sein Spiel gestern.
Moumi Ngamaleu: kam in der 73. Minute für Nsame.
Schick: kam nach 81. Minuten für Fassnacht.

Michel Aebischer konnte seine starke Leistung nicht mit einem Tor krönen. (Foto: Thomas Hodel)

Michel Aebischer konnte seine starke Leistung nicht mit einem Tor krönen. (Foto: Thomas Hodel)

FC Luzern – BSC YB 0:1

23. Oktober 2017 um 18:57 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

In Zusammenarbeit mit Jänu

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In Luzern fanden die Young Boys zurück in die Erfolgsspur. Nach dem enttäuschenden Resultat in Lausanne waren es nun wieder drei Punkte, die YB von einem Auswärtsspiel mit nach Hause nehmen konnte.

Der Leader startet jedoch verhalten ins Spiel und es war das Heimteam, das durch Juric und Kutesa zu den gefährlicheren Abschlüssen kam. YB steigerte sich aber kontinuierlich und näherte sich dem Luzerner Tor langsam an. Geprägt wurde die Partie in dieser Phase auch von vielen Unterbrüchen und Provokationen beider Teams. YB packte (endlich) wieder die Härte aus, die uns zu Beginn der Saison beeindruckt hat – übertrieb es aber auch ab und zu mit unnötigen Aktionen.

Kurz vor der Pause schliesslich der Höhepunkt der ersten Halbzeit: Nach einem wunderbaren Zuspiel von Aebischer (inkl. anschliessendem Foul), lupfte Sulejmani den Ball an Omlin vorbei ins Tor. Das sprichwörtlich wichtige Tor zum richtigen Zeitpunkt war gefallen.

Nach dem Seitenwechsel ging der YB-Steigerungslauf weiter, allerdings ohne, dass die Berner den Sack vorzeitig hätten zu machen können. Am nächsten kam diesem Unterfangen Fassnacht, der nach Assalés Vorarbeit aus bester Position zentral vor dem Tor den Ball nicht richtig traf. Auf der anderen Seite gelang es Luzern nicht mehr, für wirkliche Torgefahr zu sorgen, so dass der Sieg von YB ungefährdet blieb.

Ein Drittel der Meisterschaft ist durch. Ein Zwischenfazit zu ziehen erscheint aufgrund der vier Spielrunden an dieser Stelle sinnlos. Nebst dem Fünfpunktevorsprung ist es aber besonders schön zu sehen, dass die Mannschaft nach sieglosen Spielen, den Rank schnell findet. Auf die Niederlage in Lausanne wurde sofort reagiert und mit starken Spielen gegen Kiew und Luzern wichtige Punkte eingefahren. Eine schwächere Phase ist weit und breit keine in Sicht und die Mannschaft scheint intakt, fit und motiviert wie am ersten Tag der aktuellen Saison.

Die Noten:

Von Ballmoos 5/ Wichtiger Ablenker beim Abschluss von Kutesa. Ansonsten wenig geprüft, immer souverän.

Mbabu 4,5/ Fleissig und wirblig. Pech, dass er sein Dribbling nicht sauber abschliessen kann.

Von Bergen 4,5/ 2-3 unsaubere Angriffsauslösungen. Bestritt viele Zweikämpfe, rieb sich ab und zu mit Diskussionen auf. Fehlt gegen Sion gelbgesperrt.

Nuhu 4/ Eigentlich eine starke Leistung. Das Geplänkel vor der Schneuwly-Schwalbe war aber unnötig. Auch er holt sich die Gelbsperre ab.

Lotomba 5/ Blieb auch in der hektischen Phase der Partie ruhig. Getraut sich langsam auch in den Abschluss. Sollte Benito gegen Sion wieder einsatzbereit sein, dann soll er gleich in die IV rücken – Lotomba ist gesetzt.

Fassnacht 4/ MUSS das 2:0 erzielen, dazu eine schwache Flanke auf Nsame in der ersten Halbzeit. Ansonsten mit guten Ideen, zudem nahm er den Kampf rechtzeitig an und bot Schwegler Paroli.

Aebischer 5/ HA, haben wirs doch gesagt! Guter Auftritt des Jungspundes, toller Pass auf Sulejmani vor dem 1:0.

Sanogo 4,5/ Muss sich etwas am Riemen reissen in seinen Zweikämpfen. Gesunde Härte ist wichtig, allerdings hat er seine Arme nach wie vor nicht immer im Griff.

Sulejmani 5/ Eigentlich nicht allzu viele Szenen. Aber die Standards waren brauchbar und das Siegtor war wichtig – für uns und für ihn.

Assalé 4,5/ Omnipräsent, leitet einige gute Angriffe ein und ist ein Gefahrenherd. Traf ab und zu die falsche Entscheidung.

Nsame 4/ Bemüht aber glücklos. Entweder wählte er die falsche Variante im Abschluss oder wurde schlecht angespielt.

Ngamaleu/Schick/Sow keine Note/

BSC Young Boys – FC St. Gallen 6:1

2. Oktober 2017 um 16:45 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

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Gefüttert werden die Bären saisongemäss. Der Anteil an zuckerhaltigem sowie fettreichem nimmt gegen den Herbst hin dann zu, damit die Tiere sich einen Vorrat für den Winter anfressen können. Daher gelten die Mutzen gerade jetzt als besonders nimmersatt, um so mit genügend Reserven im nächsten Frühling an die begehrten Honigtöpfe zu gelangen.

Braunbaer-Braun-Baer-Ursus-arctos-brown-bear

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Achtung, fertig, Traumtor! Das Spiel war keine 3 Zeigerumdrehungen alt da dribbelte Roger Assalé den Grünweissen erstmals Knoten in die Beine und zirkelte den Ball herrlich in den Winkel. Es war dies der Auftakt zu einem wunderschönen Fussballnachmittag.

Gegen Skenderbeu noch geschont, kehrte mit Nuhu, Mbabu, Lotomba, Fassnacht und Nsame geballte Power in die Startelf zurück. Das Heimteam diktierte das Spielgeschehen nach Belieben und liess während 90 Minuten keine Zweifel aufkommen, wer im heimischen Wankdorf das Mass aller Dinge ist. Es rollte Angriff um Angriff Richtung Daniel Lopar. Der Gegner wurde regelrecht erdrückt und die Gelbschwarzen liessen den Gästen weder Raum noch Zeit, um selber einmal gefährlich zu werden. Zu keinem Zeitpunkt mussten die 20’098 Zuschauer um den YB Sieg zittern, denn die Berner liessen sich auch nach dem Anschlusstreffer durch Aleksic, nach einem zweifelhaften Penaltyentscheid, nicht aus der Ruhe bringen und reagierten umgehend mit dem 3:1 durch Assalé. Der Ivorer war gestern bestens aufgelegt, nicht unter Kontrolle zu bringen und stellte die St. Galler Abwehrreihen ein ums andere Mal vor unlösbare Aufgaben. Dass der Matchwinner nach 42 Minuten und einer angeblichen Tätlichkeit an Wiss vom Platz hätte fliegen können, ist vielleicht ein kleiner Schatten auf seiner Leistung, schmälert diese aber nicht im Geringsten.

Mbabu setzte seine rechte Seite unter Feuer, im Mittelfeld regierte Sanogo, Nsame behauptete Vorne gekonnt jeden Ball und Abwehrchef Steve von Bergen organisierte seine jungen Nebenmänner als gäbe es nichts Einfacheres. Der Ball lief wie an einem imaginären Schnürchen. Was YB zeigte war beeindruckender, kreativer Tempofussball. Die Defensive und die Offensive perfekt aufeinander abgestimmt und jederzeit in der Lage das Tempo zu bestimmen – ein Genuss!

Der Sieg ging auch in dieser Höhe verdient an die Hauptstädter. Dass dieser nicht noch um einiges klarer ausgefallen war, haben die St. Galler der nicht ganz optimalen Chancenauswertung der Young Boys zu verdanken, denn alleine Christian Fassnacht hätte gut und gerne noch 3 Treffer mehr erzielen können. Dem Berner Anhang war dies egal, er feierte die 6:1 Galavorstellung im Spitzenkampf lange in den Abend hinein und verabschiedete sein Team zwar nicht in den Winterschlaf aber in die wohlverdiente Nationalmannschaftspause.

Die Noten:
Von Ballmoos 5: Wurde kaum geprüft aber war da, wenn man ihn brauchte.
Mbabu 5,5: Defensiv ohne Probleme und auf Rechts viel unterwegs. Krönte seine starke Leistung mit seinem ersten Saisontreffer und dem Assist zum 4:1
Nuhu 5,5: Auch er liess defensiv nichts anbrennen. Zudem mit gewohnt sicherem ersten Pass und dem Treffer zum 5:1.
Von Bergen 5,5: Unser Abwehrchef hat zurzeit alles im Griff.
Lotomba 5: Findet sich immer besser zurecht und ist auf bestem Weg in die Stammelf.
Fassnacht 4,5: Vergab Chance um Chance ehe er (endlich) zum 6:1 Schlussresultat traf.
Sanogo 5: Regierte in gewohnter Manier das zentrale Mittelfeld.
Sow 4,5: Bis auf seine angebliche Schwalbe und der Flanke zum 5:1 ein eher unauffälliges Spiel von ihm.
Sulejmani 4,5: Viel unterwegs und mit einigen guten Zuspielen und Standards.
Nsame 5,5: Gestern mit seinem sechsten Treffer und drittem Assist in der Super League.
Assalé 6: Nicht nur wegen seinen zwei Toren und zwei Assists, der überragende Mann auf dem Platz.
Ngamaleu, Aebischer und Schick waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

Matchwinner Roger Assalé (Foto: Thomas Hodel)

Matchwinner Roger Assalé (Foto: Thomas Hodel)

Old Boys Basel – Young Boys Bern 0:4

19. September 2017 um 12:30 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Bislang scheint Adi Hütter die richtigen Worte zu finden. YB agierte, wie bereits gegen Breitenrain, engagiert und konzentriert und liess OB kaum Luft zum Atmen.

Die logische Folge war eine 2:0-Führung nach einer guten halben Stunde, Nsame und Fassnacht hatten getroffen. Ersterer musste sich allerdings wegen eines Brummschädels auswechseln lassen – bleibt zu hoffen, dass er sich nicht als nächster Spielers ins leider wieder grosse YB-Lazarett einreihen muss.

Nach der Pause entschied der eingewechselte Assalé das Spiel mit einem Doppelschlag vorzeitig. YB hätte durchaus höher gewinnen können, doch sowohl Fassnacht als auch der erstmals eingesetzte Teixeira trafen nur die Torumrandung.

Die Losfee bescherte YB anschliessend mit dem FC Münsingen das zweite Cup-Derby der Saison. Die Partie wird am 25. oder 26. Oktober stattfinden.

Noten:

von Ballmoos 4.5/ Eigentlich kaum geprüft, daher die Standard-Note für Goalies.

Joss 5/ Gefälliger Auftritt des Konolfingers, der erstmals in dieser Saison von Beginn weg eingesetzt wurde.

Wüthrich 5/ Sein zweiter Einsatz, beide Male im Cup. Agierte umsichtig und versuchte das Spiel von hinten aufzubauen, schlug aber in der zweiten Halbzeit einige ungenaue Bälle.

von Bergen 5/ Keine Probleme für den Captain.

Lotomba 5/ Fleissiger Auftritt, gegen hinten fehlerlos. Offensiv mit guten Vorstössen.

Sow 4.5/ Agierte als einziger Sechser und begann gut. In der ersten Halbzeit mit schönen Pässen in die Tiefe, im zweiten Umgang unauffällig.

Ngamaleu 4.5/ Wurde nominell als «10ner» aufgestellt und war überall anzutreffen. Allerdings noch nicht so zwingend, wie er es in den vorherigen Partien andeutete.

Fassnacht 5.5/ Der beste YBler auf dem Feld. Omnipräsent auf dem Spielfeld und mit einem schönen Treffer zum 2:0.

Schick 4.5/ Nicht so auffällig wie seine Kollegen, aber dennoch ein fleissiger Auftritt.

Teixeira 4.5/ Sein erstes Spiel im YB-Dress. War viel unterwegs und hatte mehrmals Pech im Abschluss. In den 1:1-Aktionen oftmals mit den falschen Entscheidungen.

Nsame 5/ Hätte über 90 Minuten wohl mindestens noch ein zweites und drittes Tor erzielt. Bis zu seiner Auswechslung zusammen mit Fassnacht der auffälligste Spieler.

Assalé 5/ Doppelschlag und dennoch «nur» eine 5? Er hatte wiederum einige Aktionen, in denen er die komplett falschen Entscheidungen traf. Zudem nach wie vor zu grosse Fallsucht.

Aebischer/Bürki keine Note/

BSC YB – FC Lugano 3:0

11. September 2017 um 21:15 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Wer kurz vor oder nach der Pause seinen Platz verliess, hat am Sonntag mindestens eine von zwei entscheidenden Szenen verpasst. Nach 42 Minuten waren es die Gelbschwarzen, die eher überraschend zu einer Pausenführung kamen. Nsame reagierte nach einem Sulejmani-Corner am schnellsten und netzte aus kurzer Distanz ein.

Zuvor hatten die offiziell gemeldeten 20’000 Zuschauer ein Spiel gesehen, in dem sich die formstarken Tessiner mutig wehrten und nach Ballgewinnen blitzschnell umschalten konnten. YB hatte zwar mehr vom Spiel, konnte allerdings nur wenig zwingende Szenen kreieren. Das Pressing, das in St. Gallen zu Beginn hervorragend funktionierte, wurde nicht konsequent genug umgesetzt. Erschwerend kam hinzu, dass Guillaume Hoarau zwar wieder auflief, sein Formtief aber zu keiner Zeit kaschieren konnte.

Quasi als „Arbeitserleichterung“ durfte sich Adi Hütter an diesem Tag auf die Verletzungshexe verlassen: Keinen einzigen Wechsel konnte er aus freien Stücken tätigen, sondern musste stets auf Verletzungen reagieren. Bereits nach einer knappen halben Stunde musste Benito wegen Oberschenkelbeschwerden das Feld räumen und Lotomba Platz machen. Vorneweg: Der junge Schweiz-Kongolese konnte mit einer starken Leistung Pluspunkte sammeln.

In der Pause blieb Hoarau dann in der Kabine. Offenbar ist die Verletzung noch nicht optimal verheilt, was wie bereits erwähnt, deutlich zu Tage kam.

Zurück zu den entscheidenden Szenen. 46 Sekunden nach Wiederanpfiff ging Carlinhos mit offener Sohle in einen Zweikampf gegen Nuhu und wurde folgerichtig mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Damit nahm das Spiel eine vorentscheidende Wendung. Lugano kam kaum mehr ins Spiel und YB nahm Schwung auf. Als sich Bertone nach einer Stunde bei einem Foul selber verletzte (und dafür Gelb sah), hatte der Trainer zwei Möglichkeiten: Ein 1:1-Wechsel Aebischer für Bertone oder aber ein Debut für den Neuzugang Moumi Ngamaleu. Er entschied sich für Letzteres und stellte YB damit sehr offensiv auf. Dieser Mut wurde belohnt, Ngamaleu passte auf Assalé und der traf endlich ins Tor. Der erste Saisontreffer des Ivorers wird dessen Knopf hoffentlich lösen. Definitiv gelöst ist indes der Knopf von Nsame, der einen herrlichen Angriff mit seinem zweiten Treffer des Spiels abschloss. YB hatte nun alles im Griff und hätte das Spiel auch noch höher gewinnen können. 

Weiter geht es für den neuen Tabellenführer (!) am Donnerstag mit dem Europa League-Auftakt gegen Partizan, bevor am Samstag das zweite Cupspiel wartet (Auswärts bei Old Boys Basel).

Noten:

von Ballmoos 4,5/ In der ersten Halbzeit auf dem Posten, nach dem Seitenwechsel nahezu beschäftigungslos.

Mbabu 4,5/ Machte enorm viel Dampf und profitiert in beide Richtungen von seiner Schnelligkeit. Nachwievor ein Thema: Seine Flanken.

Nuhu 5/ Bärenstarke Form.

von Bergen 4,5/ Für einmal wenig gefordert, hatte den Laden aber im Griff.

Benito 4/ Bis zu seiner Verletzung mit einer durchzogenen Leistung.

Sulejmani 4,5/ Aktiver Auftritt des Serben, allerdings verzögerte er das Offensivspiel einige Male unnötig.

Sanogo 4.5/ Zweikampfstark wie gewohnt, musste das Zentrum in der letzten halben Stunde beinahe alleine bespielen. In der ersten Halbzeit mit einem gefährlichen Abschluss.

Bertone 4/ Engagierter aber etwas unpräziser Auftritt bis zu seiner Verletzung. Hoffentlich ist er nicht allzu schlimm verletzt.

Fassnacht 4,5/ Der polyvalente Spieler rückte nach 60 Minuten ins offensive Mittelfeldzentrum und fand dort gleich ins Spiel. Auf dem Flügel vor allem beim Ballgewinn vor dem 1:0 auffällig.

Hoarau 3/ Kaum ein Ballkontakt, kleiner Bewegungsradius. Braucht offenbar noch etwas Zeit und darf diese auch erhalten da…

Nsame 5.5/… sein Nebenmann im gestrigen Spiel der beste YBler war. Fleissig, clever und abgebrüht. Hat seine Rolle langsam gefunden.

Lotomba 5/ Starker Auftritt von Lotomba. War sofort im Spiel und blieb quasi fehlerlos. Erzielte in der Schlussphase nach feiner Einzelleistung beinahe das 4:0.

Assalé 5/ ENDLICH! Hat sich diesen Treffer verdient und brachte frischen Schwung in die Angriffsbemühungen der Gelbschwarzen.

Ngamaleu 5/ Mit knapp 30 Minuten gerade noch im Beurteilungsfenster. Tolles Debut, lässt auf mehr hoffen.

FCSG – BSC YB 2:2 & kurzes Zwischenfazit

31. August 2017 um 13:08 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Mit dem Spiel in St. Gallen endete eine intensive Phase von 11 Spielen in kurzer Zeit.

Die Geschichte der Partie ist rasch erzählt: YB startete engagiert und zog nach langer Zeit wieder einmal ein rigoroses Pressing auf. Spielerisch wollte nicht alles gelingen, zu ungenau waren die Pässe und die Abschlüsse. Dafür liess die Defensive nichts zu und Wölfli (vierter Einsatz in der Saison, da von Ballmoos eine leichte Verletzung am Knie plagt) blieb beschäftigungslos.

Nach 25. Minuten führte das eingangs erwähnte Pressing zu einem Ballgewinn an der Strafraumgrenze. Fassnacht luchste Taipi den Ball clever ab und Nsame hatte in der Folge keine Mühe, zum 1:0 zu treffen.

Leider weckte dieser Treffer das Heimteam. St. Gallen nahm nun auch am Spiel teil und begann zu kombinieren, jedoch noch ohne YB vor grosse Probleme zu stellen. Doch ein unerwarteter und mutiger Abschluss Aratores führte vor der Pause zum Ausgleich für die Grünweissen.

Dem etwas platt wirkenden YB wurde mit dieser Szene der Stecker gezogen. Nach der Pause spielte fast ausschliesslich das Team von Contini und traf früh zum 2:1. Auch in der Folge waren die Ostschweizer näher am 3:1 als YB am Ausgleich.

Hütter wechselte mit Assalé, Sow und Lotomba neue Kräfte ein, doch keiner dieser Joker brachte den benötigten Schwung. Es wäre eine mühsame Natipause geworden, hätte man gegen St. Gallen verloren. Dieser Meinung war auch Kasim Nuhu, der kurz vor Ablauf der Nachspielzeit einen Eckball mit etwas Hand kontrollierte und wuchtig zum späten Ausgleich verwertete.

Dieser Punkt ist wichtig und es sind offenkundig alle froh, folgen nun ein paar Tage Pause.

Noten

Wölfli 4.5/ Bei beiden Toren machtlos, im Verlauf der zweiten Halbzeit stark gefordert.

Mbabu 4/ Wirkte platt und konnte sich nicht wie gewohnt umsetzen. Dennoch mit guten Aktionen gegen den Ball.

Nuhu 5/ Scheint seine Torblockade langsam überwunden zu haben. Auch defensiv konstant besser geworden.

von Bergen 4.5/ Der Abwehrchef ist in Form, konnte aber die beiden Gegentreffer auch nicht verhindern.

Benito 3.5/ Kein guter Auftritt. Zu viele Fehlpässe und einige schlechte Zweikämpfe.

Schick 3.5/ Wurde kaum gesehen und wirkte brutal langsam.

Bertone 3.5/ Unkonstanter Auftritt Bertones, bei dem sich starke Ballgewinne mit einfachsten Fehlpässen abwechselten.

Sanogo 4/ Auch Sanogo wird die Pause gut tun. Zwar immer noch der Aggressivleader, aber mit weniger „Pfupf“ als auch schon.

Sulejmani 4/ Einer der Aktiveren, gute Szenen in der ersten Halbzeit. Baute aber in der Folge ab.

Nsame 5/ Das Pressing der ersten Halbzeit lag ihm sehr, die Absprache mit Fassnacht funktionierte gut. In der zweiten Halbzeit kamen fast keine Bälle mehr.

Fassnacht 4.5/ Ergänzte sich gut mit Nsame und erzwang das 1:0. Auch sonst fleissig.

Assalé, Sow, Lotomba keine Note/

Nach dem furiosen Start in die Saison 2017/18 wurde die Euphorie in den letzten Wochen ein wenig gedämpft. Das 0:4 in Thun war ein brutales Verdikt, obschon in dieser Partie vor allem die Effizienz entschied. Danach folgten, abgesehen vom Cupspiel gegen Breitsch, vier weitere Spiele ohne Sieg. Diese sind aber unterschiedlich zu betrachten: Das 0:1 gegen ZSKA war unglücklichstmöglich, das torlose Remis in Zürich ging soweit in Ordnung. Beim Rückspiel in Moskau war man nahezu chancenlos und bei der oben beschriebenen Partie gegen St Gallen muss man im Nachhinein froh sein, einen Punkt geholt zu haben.

Das intensive Programm hat durchaus Spuren hintelassen. Adi Hütter rotierte im August durchaus häufig, ohne dass man zuviele Automatismen einbüsste. Erfreulicherweise blieb man bisher von schweren Verletzungen verschont. Sowohl die Blessur von von Ballmoos als auch der Oberschenkel von Hoarau sollte nach der Natipause wieder verheilt sein.

Mit Ngamaleu und Teixeira konnten zwei weitere Talente für den Angriff verpflichtet werden. Zusammen mit Fassnacht und Nsame sollen sie die bestehende Offensive variabler machen. Dies ist auch dringend nötig, denn die beiden Treffer in St. Gallen beendeten eine Serie von vier Spielen ohne eigenen Treffer. Dies ist insofern bedenklich, als dass man zu Beginn der Saison beinahe aus jeder Lage Treffer erzielen konnte. Gui Hoarau ist nach wie vor ein wichtiger Faktor in der Offensive – doch er sollte nach der Pause damit beginnen, wieder Tore aus dem Spiel zu machen.

Erfreulich sattelfest zeigt sich die YB-Defensive. Der schwache Auftritt in Kiew war eher eine Ausnahme als die Regel. Besonders die IV um Nuhu/von Bergen wirkt stabil und sicher. Aussen wäre die Kombination von Benito und Mbabu wohl der perfekte Aussenverteidiger. So bringen beide ihre Stärken ein, haben aber auch Schwachstellen (Mbabu: taktisch, Stellungsspiel, Flanken; Benito: Geschwindigkeit, Präzision). Beiden sitzt Lotomba im Nacken, der für sein Alter schon sehr weit ist und jederzeit eine der beiden Positionen übernehmen könnte.

Im Zentrum führt kein Weg an Sanogo vorbei. Daneben hat sich Bertone als Partner #1 etabliert, Sow hat seinen Platz noch nicht ganz gefunden und Aebischer seinen für den Moment verloren. Dennoch ist der Dreikampf um die Position neben Sekou noch lange nicht beendet.

Nach der erholsamen Natipause wird YB dreimal Zuhause (Lugano, Partizan, Luzern) sowie einmal auswärts (Old Boys im Cup) antreten. Mit diesen Begegnungen sollte wieder Schwung geholt werden – denn grundsätzlich ist man in allen Wettbewerben absolut dabei. So unattraktiv die EL-Gruppe auch geworden ist, ein Überwintern ist nicht unrealistisch. Im Cup zählt wie immer nur die nächste Runde und in der Meisterschaft ist man bislang bei den Leuten.

Es wird ein spannender und intensiver Herbst – Hopp YB!