GC – YB 0:3

5. November 2018 um 18:00 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war lange Zeit ein trostloser Abend. Wenn GC im Letzigrund aufläuft, wiederspiegelt sich das ganze Drama um den Rekordmeister und einstigen Topklub an allen Ecken und Enden. Kaum Zuschauer, die «Exil-Kurve» erscheint erst kurz vor Spielbeginn und ist auch pünktlich auf den Schlusspfiff wieder weg. Dazu flimmert im Minutentakt Werbung für die Stadionabstimmung über die Stadionbildschirme, in denen Fussballpromis und Vereinspräsidenten um ein «Ja» flehen.

Natürlich: Dem Schweizer Fussball wäre ein anständiges Fussballstadion in Zürich zu wünschen. Doch man kommt nicht umhin, beim aktuellen Zustand der «Institution» GC ein leichtes Gefühl der Schadenfreude zu empfinden.

Item. YB startet mit den besten 11 in die Partie und dominiert die ersten Minuten klar. Hoarau verpasst nach rund zehn Minuten alleine vor Goalie Lindner – und von da an war die erste Halbzeit für den Eimer. Gelbschwarz gelang kaum eine Aktion, Präzision und Konzentration hatten sich kurzfristig verabschiedet. Zum Glück für YB musste GC-Trainer Thorsten Fink aufgrund von Verletzungen und Sperren mit dem allerletzten Aufgebot antreten, dass nicht die Qualität aufbrachte, dem Meister Schaden in Form von Toren zuzufügen.

Wie so oft in den letzten Wochen fand Trainer Gerry Seoane in der Pause die richtigen Worte und YB kam wie verwandelt aus der Kabine. Am Ende genügten vier starke Minuten, in denen Hoarau einen Ball gekonnt ins Tor schlenzte und Fassnacht, nach schöner Kombination über Hoarau und Benito, zum 2:0 abschloss. Makel: Benito stand ganz leicht im Abseits.

Danach war der Mist gekarrt und die Berner durften in den Verwaltungsmodus zurückschalten. Einzig die eingewechselten Aebischer und Schick hatten noch nicht genug und trafen zum wiederholten Mal mit der gleichen Cornervariante.

YB reicht ein durchschnittlicher Auftritt zu weiteren drei Punkten – und fügt dem bereits grosszügig gefüllten Torkonto drei weitere Treffer hinzu. Am Dienstag fliegt das Team nach Spanien und will sich gegen Valencia in der Königsklasse beweisen. Ein Punktgewinn würde die Hoffnung auf ein europäisches Überwintern am Leben lassen. Wir glauben daran! Hopp YB!

 

Die Noten

Von Ballmoos 4,5/

Nach seiner Blitzheilung wieder im Tor, muss aber dank seiner Vorderleute nicht eingreifen.

Mbabu 4/

Bei gestiegenen Ansprüchen wird auch kritischer benotet. Mbabu ist nach seiner Verletzung noch nicht wieder auf dem alten Level angelangt. Tendenz aber aufsteigend.

Von Bergen 5/

Lö Chef.

Lauper 5/

Guter Auftritt von Lauper, der als einer der wenigen über beide Halbzeiten sein Niveau erreicht.

Benito 4,5/

Schöner Assist vor dem 2:0, aber in der ersten Halbzeit mit vielen doofen Ballverlusten.

Fassnacht 4,5/

Der Thalwiler trifft zwar zum 2:0, erlebt aber einen unglücklichen Abend. Viele seiner Aktionen misslingen ihm.

Sow 5/

Vor der Pause der beste Berner, auch wenn sich bei ihm einige Ballverluste einschleichen.

Sanogo 4,5/

Assist vor dem 1:0, viele wichtige Zweikämpfe für sich entschieden. Sanogo versuchte die Mannschaft in der ersten Halbzeit aufzuwecken.

Sulejmani 4/

Für einmal will dem Zauberer nicht viel gelingen. Hat aber trotzdem bei den wenigen guten Aktionen vor der Pause seine Füsse im Spiel.

Assalé 4,5/

Wird vor der Pause zu wenig unterstützt und weicht oftmals auf die Seite aus. Fleissiger Auftritt.

Hoarau 5/

Zuerst vergibt er alleine vor dem Tor, dann besorgt der Torjäger aber doch den Dosenöffner.

Ngamaleu, Schick, Aebischer keine Note/

Schöne Aktion von Aebischer und Fussballgott Thorsten Schick zum 3:0.

 

Stade Nyonnais – YB 0:1

2. November 2018 um 12:57 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Für einmal müssen die grau gekleideten Gelbschwarzen keine Überstunden leisten. YB gewinnt das Cupspiel gegen Stade Nyonnais mit 1:0.

Gerry Seoane rotierte diesmals auf den defensiven Aussenbahnen, brachte Garcia und Schick für Benito und Mbabu. Im Zentrum kamen Leo Bertone und Michel Aebischer zum Einsatz. Der Gegner aus dem Waadtland wehrte sich nach Kräften, konnte aber kaum einmal gefährlich abschliessen. Trotzdem war es für YB kein Selbstläufer: Jede Chance musste man sich hart erarbeiten – doch vor allem Jean-Pierre Nsame blieb ein weiteres Mal in dieser Saison ohne Fortune vor dem Tor.

Doch der Kameruner hatte seine Füsse kurz nach der Pause dennoch im Spiel: Sein technisch schönes Zuspiel auf Sulejmani ermöglichte YB den vorentscheidenden Führungstreffer. Im Gegensatz zu Biel und Schaffhausen konnte Stade Nyonnais nicht auf den Rückstand reagieren. Der mangelhaften Chancenverwertung YBs ist es zu verdanken, dass die Niederlage für den Underdog nicht noch deutlicher ausfiel.

Nach 90 Minuten stand der Einzug in den Viertelfinal fest – für einmal musste YB in dieser Cupsaison die Kraftreserven nicht anzapfen. Ende Februar geht es in Luzern weiter – noch drei Siege fehlen bis zum ersten Cupsieg seit 1987.

 

Die Noten:

Wölfli 5/ Der Wolf liess sich nicht aus der Ruhe bringen und fuhr am Ort seines Profidebüts ein «Clean Sheet» ein.

Schick 4.5/ Unaufgeregt in der Defensive, ab und zu mit Szenen in der Offensive.

Von Bergen 5/ Der Capitano gewann viele Zweikämpfe. Blieb in der zweiten Halbzeit mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, konnte aber weiterspielen.

Camara 4.5/ Blieb fehlerlos aber auch unauffällig.

Garcia 4.5/ Kein entscheidender Cup-Auftritt wie noch gegen Biel, aber auch ohne grösseren Fehler wie noch gegen Sion.

Sulejmani 5.5/ Besorgt technisch stark den Gamewinner und schraubt seine fantastische Scorer-Ausbeute weiter nach oben.

Bertone 4.5/ Kommt für Sanogo ins Zentrum und ist bemüht. Spielentscheidendes will ihm aber nicht gelingen.

Aebischer 4.5/ Auch Aebischer trägt seinen Teil zum Sieg bei, ohne aufzufallen.

Ngamaleu 5/ Lange Zeit der auffälligste Berner.

Nsame 4.5/ Wer um einen Stammplatz kämpft, müsste seine Chancen effizienter nutzen. Bonuspunkt für den schönen Assist.

Hoarau 4.5/ Verpasst die eine oder andere Möglichkeit.

Lauper/Fassnacht/Sow keine Note/

BSC YB – Valencia 1:1

25. Oktober 2018 um 14:53 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Endlich ein Tor! Endlich ein Punkt! YB ist in der Champions League angekommen und beweist, dass der Schweizer Meister nicht nur Kanonenfutter ist. Dass man mit dem Punkt im Nachhinein sogar etwas unzufrieden ist, unterstreicht die formidable Leistung der Gelbschwarzen.

Das Team von Gerry Seoane startete engagiert aber ein wenig unpräzis in die Partie. Von Valencia kam wenig, doch die Spanier deuteten ihre technische Klasse mehrfach an. Besonders der belgische Stürmer Michy Batshuayi beschäftigte den Berner Abwehrverbund regelmässig – und traf nach einer knappen halben Stunde zur Führung. Die YB-Verteidigung spekulierte fälschlicherweise auf Abseits und CL-Debütant Wölfli verliess seinen Kasten zu früh.

Bis zur Pause gelang es YB nicht mehr, dem Spiel den Stempel aufzudrücken. Einzig eine Kopfballchance von Hoarau (40.) sorgte für ein wenig Aufregung.

Wie bereits in Zürich verfehlten des Trainers Retouchen in der Pause ihre Wirkung nicht. YB schnürte den spanischen Spitzenklub ein und sorgte beinahe im Minutentakt für Torgefahr. Nach 55. Minuten war es endlich soweit: Nach einem Foul an Djibril Sow bleib Schiedsrichter Treimanis aus Lettland nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Guillaume Hoarau (wer sonst?) verwandelte gewohnt sicher zum ersten CL-Treffer in der YB-Geschichte.

Wer nun dachte, YB würde sich stolz auf den Lorbeeren ausruhen, der sah sich getäuscht. Der amtierende Schweizer Meister drückte weiter und kam zu einigen guten Chancen. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit jubelten bereits viele Fans. Doch Sanogos Kopfball prallte via Goalie-Hände an den Innenpfosten – und von dort leider zurück in die Arme Netos.

So feiert man in Bern zwar den ersten Treffer und den ersten Punkt in der Königsklasse. Doch die starke Leistung in der zweiten Halbzeit hätte durchaus einen zweiten Treffer verdient gehabt.

 

Die Noten

Wölfli 5/ Der Wolf feiert mit 36 Jahren sein CL-Debüt – und sieht beim einzigen Gegentor nicht gut aus. Zeigt einige starke Angriffsauslösungen. Einen Notenpunkt extra gibt’s für Massregelung von Batshuayi.

Mbabu 5/ Der Aussenverteidiger ist wie bereits gegen den FCZ noch nicht bei 100 Prozent. Trotzdem sorgt er in der zweiten Halbzeit für viel Dampf.

Von Bergen 5.5/ Fantastischer Auftritt des Capitanos. Bestreitet seine Zweikämpfe von der ersten Sekunde an kompromisslos.

Lauper 5/ Zu Beginn mit einigen Wacklern. Doch Lauper steigert sich im Verlauf des Spiels und ist in der zweiten Halbzeit ein Grund, wieso es besser läuft.

Benito 5/ Nicht jede Flanke findet ihr Ziel. Doch Benito zeigt sich physisch auf der Höhe und absolviert ein starkes Spiel.

Sulejmani 5/ Technisch hat er sowieso CL-Niveau. Auch sonst ein unermüdlicher Wirbelwind, der nach 75. Minute ausgewechselt wird.

Sow 6/ Der beste Spieler auf dem Feld. Fleissig, viel unterwegs, technisch stark – und er holt den Penalty zum 1:1 clever heraus.

Sanogo 5/ Sorgt mit einem Kopfball fast für die Entscheidung. Auch sonst ist Sanogo präsent wie immer – auch wenn er gegen Kondogbia öfters den Kürzeren zieht.

Fassnacht 4.5/ Muss viel Defensivarbeit leisten und kommt daher nicht wie gewohnt zum Zug. Die absolviert er aber stark.

Assalé 5.5/ Der Ivorer ist an jeder Offensivaktion beteiligt und dribbelt Valencias Verteidiger Knoten in die Beine. Bleibt 1-2 Mal hängen, was die Bestnote knapp verhindert.

Hoarau 5.5/ Erster CL-Torschütze in Gelbschwarz. Spielt clever, holt Freistösse raus und hält den Ball in wichtigen Momenten in den Füssen, damit seine Kollegen nachrücken können.

 

Ngamaleu/Nsame/Bertone keine Note

FC Zürich – BSC YB 3:3

21. Oktober 2018 um 14:53 von Pele in der Kategorie Matchbericht, YB

Die Schweizer Super League ist eine Ausbildungsliga – und sportlich keine allzu grosse Nummer. International setzte einzig der FCB in den letzten Jahren ein paar Ausrufezeichen, daneben konnte YB in der Europa League für vereinzelte Highlights sorgen.

Wenn also eine Partie in der hiesigen Meisterschaft in der Nachbetrachtung als «Werbung für den Schweizer Fussball» bezeichnet wird, will das etwas heissen.

Gegen den FCZ verzeichnete YB einen Horrorstart: Bereits nach zehn Minuten führte Heimteam im Letzigrund mit 2:0 – ein Patzer des IV-Duos Von Bergen/Lauper sowie ein strenger Penaltypfiff gegen Mbabu sorgten für einen Zürcher Doppelschlag. Nur wenige Minuten später musste auch noch Goalie Von Ballmoos mit einer Hirnerschütterung und einer gebrochenen Nase vom Feld. Bis zur Pause kam YB kaum zu guten Möglichkeiten und alles deutete auf einen Auswärts-Dämpfer hin.

Doch wie so oft wusste das Team von Trainer Seoane nach der Pause zu reagieren. Die Gelbschwarzen starteten eine Aufholjagd und schnürten die Zürcher ein – ein wiederum streng gepfiffener Penalty sorgte nach souveräner Verwandlung durch Hoarau für den Anschlusstreffer.

Doch Schiri Jaccottet gefiel die Spannung nicht: Sein dritter Penaltypfiff richtete sich wieder gegen YB, diesmal wurde ein «Foul» von YB-Captain Von Bergen taxiert. Rodriguez verwandelte sicher zum 3:1 – der Meister war wieder gefordert. Und er zeigte seine ganze Klasse: Assalé sorgte innerhalb von zehn Minuten mit zwei Assists, verwandelt durch Ngamaleu und Hoarau, für ein hochverdientes 3:3.

In den letzten zwanzig Minuten hätte YB genügend Chancen zum Siegtreffer gehabt, doch die Berner sündigten im Abschluss. Der FCZ wurde einzig mit einem Ceesay-Konter gefährlich, doch diesen entschärfte der YB-Abwehrchef mit einer fantastischen Grätsche.

So hinterliess das Spiel leicht enttäuschte YB-Spieler und einen, trotz allem, stolzen YB-Coach. Auf der anderen Seiten durfte der FCZ trotz zweimaliger Führung mit dem Punkt zufrieden sein. Bis auf Trainer Magnin, der sich durch seinen Auftritt nach Abpfiff den Titel «Rumpelstilzchen 2.0» redlich verdiente.

Bericht BSC YB – FC Luzern 2:3 (0:1)

10. Oktober 2018 um 14:50 von Questra in der Kategorie Matchbericht, YB

Nach den ersten 45 Minuten sahen sich erstaunte Mienen im weiten Wankdorfstadion-Viereck an. Was war denn das? Die Berner Young Boys zeigten einen Auftritt, der so gar nicht zu ihrem bisherigen Saisonstart passen wollte, überall fehlte die letzte Entschlossenheit. Schlimm genug, dass die Berner schlecht spielten, die Luzerner, nach drei Niederlagen in Folge in einer sportlichen Krise, konnten das ausnutzen und gingen nach einem, aus Berner Sicht unnötigen Einwurf, einer schlechten Zuteilung und zwei verlorenen Kopfballduellen früh in Führung. Normalerweise sind die Gelbschwarzen in so einer Situation im Stolz verletzt und drücken auf den sofortigen Ausgleich. Nicht so am Samstagabend. Die Reaktion glich eher Gleichgültigkeit denn Kämpferherz. Und so war die schlechteste Halbzeit der diesjährigen Meisterschaftssaison Tatsache, keine einzige gefährliche Torchance konnten sich die Männer von Gerardo Seoane herausspielen.

Die Worte, die ebendieser Seoane in seiner Pausenpredigt gefunden haben muss, hätte ich gerne mitangehört. Wie das Biest, das sich am Ende des französischen Märchens in den zauberhaften Prinzen verwandelt, transformierten sich die Young Boys in den Verlustpunktlosen Leader und spielten die Luzerner so an die Wand, dass diese nicht mehr wussten, ob sie nun noch in der Realität oder in einer Gruselgeschichte gelandet sind.

Dem Dauerdruck der Hausherren hatten sie jedenfalls gar nichts mehr entgegenzusetzen. Nach einer Reihe starker Aktionen und mächtig viel Abschlusspech, konnte Hoarau mit seiner ersten gefährlichen Aktion endlich ausgleichen. Und als Einwechselspieler Nsame das vermeintlich vorentscheidende 2:1 gelang, fühlte sich manch einer 5 Monate zurückversetzt.

Doch so märchenhaft wie das damalige Spiel ausging, so grauenvoll war das Ende dieses Mal. Die Luzerner kamen in der zweiten Hälfte ganze drei Mal in die Nähe des bedauernswerten von Ballmoos, zwei Mal zappelte der Ball am Schluss im Netz des Berners. Erst hämmerte Schulz einen Sonntagsschuss in den Torhimmel, dann profitierte Knezevic von einem nicht gepfiffenen Abseits gegen Eleke. Das nach einem Lattenschuss entstandene Durcheinander, nachdem der Abpraller beim im Offside-stehenden Luzerner landete, nutzte Knezevic eiskalt aus, er schlenzte den Ball ins offenstehende Gehäuse.

Eine gute Halbzeit reichte dem Schweizer Meister nicht aus; die erste Niederlage der laufenden Saison ist hoffentlich ein Augenöffner, dass es trotz vermeintlicher Überlegenheit in der Meisterschaft schon nicht mehr reicht, wenn jeder auch nur ein paar Prozent weniger Einsatz zeigt.

 

Die Noten:

von Ballmoos: 4.5 / kein Spiel für den Torhüter, lange Beschäftigungs-, bei den Toren machtlos

Benito: 4 / verliert das Kopfballduell vor dem ersten Gegentor

von Bergen: 4.5 / aber auch dem Chef in der Abwehr gelang es nicht, die drei Gegentore zu verhindern

Camara: 4.5 / gefällt mit seiner unerschrockenen Spielart, findet den Mix zwischen Risiko und Sicherheit aber noch nicht immer

Schick: 4.5 / der Österreicher ist ein guter Ersatz für Mbabu

Moumi: 4.5 / in der ersten Halbzeit lust- und glücklos, in der zweiten Hälfte verbessert, mit Pech im Abschluss

Lauper: 5 / am Vielseitigen Lauper lag die Niederlage nicht, versuchte einiges

Sow: 4.5 / unglücklich in der Verteidigungsarbeit

Fassnacht: 4 / war bemüht, aber ihm fehlte etwas das Spielglück

Hoarau: 5 / immer anspielbar, machte dann auch viel Gutes mit dem Ball. Und seine Wucht beim Kopfballtor ist unerreicht.

Assalé: 4.5 / wirblig, mit guten Ansätzen

Wechselspieler:

Nsame (60′ für Assalé): 4.5 / machte sein Tor, aber mehr kam leider nicht von ihm

Sulejmani (71′ für Moumi): 5 / der Serbe brachte noch mehr Schwung und Unberechenbarkeit ins YB-Spiel

Aebischer (81′ für Fassnacht): zu kurz für eine Bewertung

Spielbericht Juventus Turin – BSC YB 3:0

3. Oktober 2018 um 14:26 von Questra in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

So fühlt es sich also an, wenn man gegen einen Anwärter auf den Champions League-Titel und einen der besten Clubs der Gegenwart spielen muss.

Wenn man die ersten 240 Sekunden nimmt, dann war das von YB eigentlich gar nicht mal so schlecht. Dass dann aber Juve gleich mit der ersten Chance ein solches Tor gelingt, war fürs Selbstvertrauen der Gelbschwarzen sicher nicht ideal. Klar kann man monieren dass Passgeber Bonucci zu viel Platz und Raum hatte, klar kann man Camara ankreiden, dass er den Ball unterschätzte. Man darf aber auch sagen: Wahnsinn, wie Dybala diesen Ball verwertet. Wenn schon der Millimeter genaue Pass eine Schokoladenmousse war, dann war der Abschluss der mit Schokospänen versüsste Schlagrahm obendrauf.

Dass man gegen Juventus Turin auswärts der Aussenseiter ist, geht nicht nur dem BSC YB so. Wir sprechen hier immerhin vom Champions-Leauge Finalisten von 2017, gegen eine Mannschaft, die Italiens Meisterschaft seit Jahren nach belieben dominiert. Was sollen wir hier Zahlenbeispiele nennen, die Statistik nach dem Spiel war bitter und deutlich. Um das Phrasenschwein mal wieder zu füttern: das Beste an diesem Abend war für YB noch das Resultat. Oder aber die mitgereisten Fans, die auch Minuten nach Abpfiff und alleine im Stadion ihre Mannschaft noch feierten. Die Stimmung im Berner Sektor war eine glatte 6.

Allein der omnipräsente Dybala machte am Dienstagabend den ganzen Klassenunterschied deutlich. Wer Junioren trainiert, sollte ihn als mustergültiges Schulungsbeispiel nehmen. Dass eine Aktion nach dem gespielten Pass oder dem abgegebenen Torschuss nicht vorbei ist, sondern man sich gleich wieder in der neuen Spielsituation anbietet, zeigte der treffsichere Stürmer mal um mal. Exemplarisch war dabei sein Abschluss der am Pfosten landetet, dem die gesamte YB-Abwehr nachstaunte, während der Argentinier dem Schuss nachging, den Ball wieder an seinen Füssen hatte und so gleich zu einer weiteren Chance kam. Und weil die Italiener gedanklich immer diesen Schritt voraus waren, konnten die Berner im ganzen Spiel bloss reagieren und kamen viel zu wenig ins agieren.

Die bittere Championsleauge-Auswärtsspiel-Premiere wurde noch bitterer, als Camara für ein übermotiviertes Einsteigen seine zweite gelbe Karte gezeigt bekam und so im nächsten Spiel gegen Valencia fehlen wird. Dem jungen YB-Verteidiger hier aber einen Vorwurf zu machen, ist meiner Meinung nach fehl am Platz. Er zeigte Präsenz, setzte den Körper ein und hatte dabei Pech, dass sein Gegenspieler einen Kopf kleiner und somit dessen Kopf auf Camaras Ellenbogenhöhe war.

Für die Berner wird nun wichtig sein, diesem Spiel nicht lange nachzutrauern und den Kopf wieder frei für das kommende Meisterschaftsspiel gegen Luzern zu kriegen. Wir trauen dem kompletten Staff rund um die erste Mannschaft aber zu, diese Situation antizipiert und die richtigen Schritte schon direkt nach dem Spiel in die Wege geleitet zu haben.

 

Die Noten:

von Ballmoos: 4.5 / schwieriger Abend für den Torhüter, sieht beim zweiten Tor unglücklich aus, aber ihm hier eine Mitschuld zu geben, wäre falsch

Schick: 4 / eine Lehrstunde für die Aussenverteidiger

Camara: 4 / wir lassen uns nicht von zwei misslungenen Aktionen blenden, das restliche Spiel war nicht schlecht

Von Bergen: 4 / auch dem Routinier ging es einige Male zu schnell, aber gegen Juve sahen Jüngere schon älter aus

Benito: 4 / eine Lehrstunde für die Aussenverteidiger

Sanogo: 3.5 / wurde in der Pause ausgewechselt um nach der gelben Karte Schlimmeres zu verhindern. Ist gegen Valencia wichtiger als gegen Juve.

Fassnacht: 3.5 / am Ball überhastet oder ungenau, gegen hinten dürften beide Flügel mehr machen

Bertone: 4 / machte seine Sache nicht schlecht, allerdings mit wenig Einfluss nach vorne

Sow: 4.5 / hatte einige gute Szenen

Sulejmani 4 / macht aus der ersten gefährlichen Aktion zu wenig, gegen hinten dürften beide Flügel mehr machen

Hoarau: 4 / so schwer es für von Ballmoos war, so schwer war es für Hoarau. Hatte als alleinige Spitze einen schweren Stand und hat glück, im nächsten Spiel nicht auf der Tribüne sitzen zu müssen.

 

Lauper (46’ für Sanogo): 4 / durfte sein Debut in der Champions League geben und fiel weder auf noch ab

Ngamaleu/Assalé (70’ für Fassnacht/Sulejmani): zu kurz, brachten aber etwas Schwung rein

FC Thun – BSC Young Boys 1:4

30. September 2018 um 20:00 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Letzte Saison zählte der Kantonsrivale zu den wenigen Teams, die dem Meister in einzelnen Spielen Paroli bieten konnten. So stellte sich vor Samstag die Frage: Vermiesen uns die Thuner das perfekte Saisonviertel? Die Antwort lautet: Nein!

Die Aufstellung liess wohl den einen oder anderen YB-Fan kurz leer schlucken. Trainer Gerry Seoane rotierte ziemlich durch und verzichtete unter anderem auch auf die Dauerbrenner Von Bergen und Fassnacht.

Gleich zu Beginn zahlte sich einer der Wechsel aus: Meisterschütze Nsame traf nach herrlicher Vorarbeit von Sulejmani zur Führung. Doch die Thuner antworteten nicht weniger spektakulär: Eine schöne Flanke von Hediger düpierte die neuformierte YB-Abwehr und Spielmann zeigte seine hervorragende Schusstechnik.

Mit dem Selbstvertrauen von acht Siegen in Serie liessen sich die Gelbschwarzen (für einmal in Grau) nicht aus der Ruhe bringen und gingen durch einen Sulejmani-Penalty wieder in Führung.

Nach der Pause kamen beide Teams zu guten Möglichkeiten, auch die Thuner versteckten sich nicht. Doch die meisterliche Effizienz der Stadtberner machte den Unterscheid aus. Aebischer nach einer frechen Cornervariante und der eingewechselte Assalé nach herrlichem Pass des ebenfalls eingewechselten Hoaraus sorgten für die Entscheidung.

Alles richtig gemacht, das perfekte Viertel absolviert – und erst noch Kräfte gespart! Hopp YB!

 

Die Noten:

Von Ballmoos 5.5/ In der ersten Halbzeit mit spielentscheidenden Paraden. Verhinderte die Thuner Führung mirakulös.

Schick 4.5/ Ein weiterer guter Auftritt des Österreichers. Rutscht vor dem Gegentor im dümmsten Moment aus.

Lauper 5.5/ Frech wie der junge Mann im zweiten Spiel von Beginn weg die Abwehr im Griff hat.

Camara 5/ Auch Camara zeigte ein gutes Spiel und leistete sich kaum Fehler.

Garcia 4.5/ Mit 2-3 Unachtsamkeiten im Aufbau. Ansonsten solider Auftritt.

Sulejmani 5.5/ Bester Mann in Grau.

Sanogo 5/ Captain Sékou zeigt ein starkes Spiel. Einziger Makel: Seine vierte Gelbe Karte bedeutet eine Sperre gegen Luzern. Ärgerlich: Sie war ein Witz.

Bertone 5/ Kampfstarker Auftritt von Leo, der seinen Nutzen erneut unter Beweis stellt.

Ngamaleu 4.5/ Für einmal ohne Treffer aber mit einem weiteren fleissigen Auftritt.

Aebischer 5/ Trifft schon wieder und ist fleissig. Ab und zu noch mit falschen Entscheidungen.

Nsame 5/ Eröffnet das Skore für YB und sammelt weiter Argumente für weitere Einsatzminuten. Baute gegen Ende etwas ab.

 

Assalé, Hoarau, Fassnacht keine Note/ Vor allem Assalé und Hoarau bringen Schwung (und ein Tor).

 

BSC Young Boys – FC St. Gallen 2:0

28. September 2018 um 09:54 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

«Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss.» Ungefähr so könnte man das Spiel der Young Boys gegen den FC St. Gallen treffend umschreiben.

Obwohl: YB ist nicht nur ein «gutes Pferd» – treffender wäre «vollblütiger, fantastischer Zuchthengst mit der Potenz einer ganzen Herde»

Trainer Seoane rotiert nicht nur aufgrund der Verletzungen von Sow und Mbabu, sondern lässt auch erstmals Sandro Lauper von Beginn weg in der Innenverteidigung laufen (weiter sitzen bei YB unter anderem Sulejmani, Camara, Sanogo und Hoarau auf der Bank). Zusammen mit Benito, Schick und Captain von Bergen hat der Abwehrverbund zu Beginn etwas Mühe mit dem vertikalen Spiel der Gäste, die unter Trainer Zeidler deutlich offensiver agieren als in den Jahren zuvor.

Doch der Meister strotzt vor Selbstvertrauen und demonstriert dieses schon nach fünf Minuten: Hoarau-Stellvertreter Nsame reagiert nach einem abgewehrten Assalé-Kopfball am schnellsten und bringt YB in Führung. Nach einer halben Stunde doppelt der nach wie vor formstarke Ngamaleu nach: Er verwertet den Abpraller seines eigenen Abschlusses zum 2:0.

Zugegeben: Die Ostschweizer kommen zu einem Pfostenschuss und sind bemüht. Dennoch ist die Führung zur Pause verdient. Nach dem Seitenwechsel zeigen sich die Berner für einmal ineffizient und vergeben eine gute Handvoll Topchancen. Auch als Ex-YBler Vilotic nach einem selten dämlichen Hands vom Platz fliegt, können die Gelbschwarzen die Überzahl nicht in weitere Treffer ummünzen.

So bleibt es beim ruhigen und unspektakulären 2:0. Oder wie ein St. Galler-Journalist schreibt: «Der Beste? Das YB-Team. Man hatte 90 Minuten den Eindruck, als könnte der Meister problemlos zwei Gänge hochschalten, wenn es nötig wäre.» Wie ein gutes Pferd eben. Pardon: Ein vollblütiger Zuchthengst mit der Potenz einer ganzen Herde.

 

Die Noten:

Von Ballmoos 5/ Wenig geprüft aber souverän

Schick 4.5/ Starker Auftritt des Österreichers, der seinen Wert fürs Team erneut unterstreicht.

Von Bergen 5/ Wie sagt Kollege Lauper nach dem Spiel? «Neben Steve zu spielen ist nicht schwierig!»

Lauper 5/ Eindrückliches Debut in der Innenverteidigung. Antizipiert stark und hat einen tollen ersten Pass.

Benito 4.5/ Hat nicht wahnsinnig viele Szenen, macht aber auch kaum Fehler.

Fassnacht 5/ Auch wenn ihm nicht alles gelingt, so hat er doch bei den meisten Offensivaktionen seine Füsse im Spiel.

Bertone 5/ Starker Auftritt des Backups. Ist in der Offensive und in der Defensive engagiert.

Aebischer 4.5/ Auch Aebischer zeigt ein starkes Spiel, kann aber nicht ganz an die Leistung aus dem Basel-Spiel anknüpfen.

Ngamaleu 5/ Moumis gut Form hält an: Er trifft zum vorentscheidenden 2:0. Auch sonst ein Aktivposten.

Assalé 4.5/ Fiel etwas ab, was vor allem an einem Missverhältnis bei Aufwand/Ertrag liegt. Ihm fehlt vor dem Tor die Leichtigkeit.

Nsame 4.5/ Trifft zur Führung – aber zeigt trotzdem kein Spiel, welches ihnder Startelf näher bringen würde.

 

Garcia, Seydoux, Sulejmani keine Note/ Herzliche Gratulation zum Debüt, Léo Seydoux!

Bericht FC Biel-Bienne – BSC YB

20. August 2018 um 12:09 von Questra in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Der BSC YB schlägt den Aussenseiter aus der 1. Liga klar und deutlich mit 6:0. Jean-Pierre Nsame erzielte in der ersten Halbzeit vier Tore. Danach war die Partie gelaufen, die zweite Hälfte verkam zum Schaulaufen des Favoriten; so hätte der Einstieg zum Bericht des Cup-Matchs vom Samstag auch lauten können. Denn die Chancen dafür waren für die Gelbschwarzen da. Besonders für Jean-Pierre Nsame: der Kameruner vergab hochkarätige Chancen im Multipack. Da er diese nicht nutzte, lief das Spiel ganz anders.

Die Young Boys zeigten sich im ersten Cup-Spiel in dieser Saison auf sieben Positionen verändert. Die Innenverteidigung um Captain und Abwehrchef von Bergen und Wüthrich erhielt eine erste Pause, Bertone und Aebischer durften im Mittelfeld die Fäden ziehen, Schick agierte auf dem Flügel und Jean-Pierre Nsame erhielt die Rolle des einsamen Stürmers. Zudem wurde das Spiel in der ungewohnten taktischen Aufstellung 4-1-4-1 in Angriff genommen, wobei auf der linken Seite Garcia zu seinem zweiten Ernstkampf und Camara, in der Innenverteidigung neben Benito, zu seiner Premiere im YB-Dress kamen. Als Captain führte Clublegende Wölfli die Berner ins Spiel, der in seinem Tor wenig gefordert und vor dem gegnerischen zu einem wichtigen Faktor werden sollte.

Die Young Boys starteten dominant und spielten von Anfang an mit breiter Brust. Nie kam während der ersten Hälfte der Eindruck auf, dass dieses Spiel nicht deutlich an die Berner gehen sollte. Nicolas Schittenhelm im Bieler Tor sah sich früh mit Abschlüssen eingedeckt, wobei die meisten den Weg auf sein Tor nicht fanden, zu ungenau agierten die Hauptstädter. Jean-Pierre Nsame hatte sein Visier noch nicht richtig eingestellt, ein Kopfball nach dem anderen verfehlte das Ziel. Und doch war er es, der den Favoriten kurz vor der Pause in Führung brachte. Nach einer herrlichen Aebischer-Flanke ging der Stürmer vergessen und hatte keine Mühe, seinen Kopfball einzunetzen. Der Bann sollte damit gebrochen, die Nerven der mitgereisten Berner-Fans beruhigt sein; es schien nur eine Frage der Zeit, bis beim FC Biel die Kräfte nachlassen und sich dem Favoriten die nötigen Räume öffnen würden.

Aber falsch gedacht: die Seeländer, die im ganzen Spiel nie Respekt vor dem Meister hatten, spielten ihre wenigen Chancen gekonnt aus. Und zeigten, dass sie genauso Fussball spielen können: ihr Ausgleich in der 63. Minute war praktisch eine Kopie des Berner Führungstors. Nach diesem Erfolg sprang der Funke auch endgültig auf die Bieler Fans über, die Heimmannschaft wurde nun lautstark unterstützt. Und die Bieler Spieler glaubten an die Sensation, schliesslich hatte man schon andere amtierende Meister im Cup ausgeschalten. Nicht, dass die Young Boys nicht weiterhin die stärkere Mannschaft waren, mittlerweile spielten auch die bisher geschonten Ngamaleu, Hoarau und Sulejmani, trotzdem wollte der zweite Treffer einfach nicht gelingen. Schlimmer noch: die Bieler dachten sich, was einmal von links gut ging klappt auch über rechts und spielten in der 86. Minute die YB-Abwehr ein zweites Mal mit einer einfachen Flanke erfolgreich aus. Dieses 1:2 aus YB-Sicht war äusserst bitter, so lässt ein Gegentreffer in den Schlussminuten der Partie nie mehr viel Zeit zum Reagieren. Zudem hätten die Berner weiterhin das deutliche Chancenplus auf ihrer Seite gehabt, eine grosse Blamage zeichnete sich jetzt ab.

Bis zu diesem Eckball tief in der Nachspielzeit: Sulejmanis Ball fand via Kopf des nach vorne geeilten Wölfli den Weg aufs Tor, der Abschluss konnte noch von einem Bieler Verteidiger geblockt werden. Der Prellball aber landete bei Ngamaleu, dieser sah seinen Abschluss an der Latte abprallen. Dann kam der grosse Auftritt Garcias, der mit letztem Einsatz die Kugel doch noch über die Linie drückte. Der Ausgleich fiel in der allerletzten Sekunde, denn Schiedsrichter Erlachner liess keine Sekunde mehr weiterspielen.

Die Bieler lagen nach diesem Genickschlag am Boden, haderten, aus ihrer Sicht war es ein ungerechter Eckball. Die Young Boys kümmerte dies nicht, sie liessen in der Verlängerung nichts mehr zu. Während die Seeländer nacheinander mit Krämpfen am Boden lagen, starteten die Young Boys Angriff um Angriff. Aber wieder dauerte es bis zum letztmöglichen Augenblick: Garcia tankte sich auf der Seite durch, flankte in die Mitte wo Hoarau seine ganze Klasse ausspielte und mit einem starken Kopfball die Berner doch noch eine Runde weiter schoss.

 

Die Noten:

Wölfli: 5 – Haderte, dass er nicht selbst das Ausgleichstor erzielte, ansonsten ohne grosse Prüfung.

Garcia: 4.5 – An zwei Toren direkt beteiligt, aber auch mitschuldig an den Gegentoren.

Camara: 4 – Schwieriges Spiel für die Verteidigung.

Benito: 4 – Ist auf der Seite besser aufgehoben.

Mbabu: 4 – Starke erste Hälfte, baute danach genau so stark ab.

Sanogo: 4 – Auch der Vorkämpfer erwischte nicht den besten Tag.

Bertone: 3 – So unsichtbar, dass nicht mal seine Auswechslung aufgefallen ist.

Schick: 4 – Versuchte immer wieder mit Kurzpässen das Spiel schnell zu machen, scheiterte aber dabei auch einige Male.

Aebischer: 4 – Tolle Flanke zum Führungstor, aber um eine Alternative zu werden muss mehr kommen.

Fassnacht: 3 – Das war nix.

Nsame: 3.5 – Erzielt zwar sein Tor, müsste aber alleine in der ersten Halbzeit für die Vorentscheidung sorgen.

Wechselspieler:

Ngamaleu (61’ für Fassnacht): 4.5 – Seine Einwechslung brachte wieder etwas Schwung.

Hoarau (74’ für Sanogo): 4 – Da wenn man ihn braucht, hatte aber auch schon mehr gute Szenen.

Sulejmani (78’ für Schick): 4.5 – Nach seiner Einwechslung ging wieder was.

Sow (106’ für Bertone): – zu kurz für eine Note.

BSC Young Boys – FC Zürich 4:0

6. August 2018 um 10:15 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Die Young Boys besiegen den FC Zürich im Spitzenspiel vor 22’827 Zuschauern, im Glutofen Wankdorf hochverdient mit 4:0.

Erneut liess Gerry Seoane den Schweizer Meister im gewohnten 4-4-2 auflaufen und mit Moumi Ngamaleu, der im Sturm den angeschlagenen Assalé ersetzte, gab es nur gerade eine personelle Änderung. So benötigte YB nur wenig Zeit, um den gut geschmierten Motor auf Betriebstemperatur und die PS auf den Kunstrasen zu bringen. Eindrücklich, wie die Gelbschwarzen bei brütender Hitze die Seitenlinien auf und ab rannten, den Gegner permanent mit Pressing unter Druck setzten und auch weite Wege nicht scheuten.

Die ersten 10 Minuten des FCZ waren gut, versicherte Magnin nach dem Spiel, doch akzeptierte man die Niederlage nach 45 Minuten und dem 3:0 durch Guillaume Hoarau. Dies mag stimmen, zumindest sah man in den erwähnten ersten 10 Minuten, zwei der vier Halbchancen der Gäste. Und YB? Die spielten wie die Götter, liessen in der Hitze den Ball und den Gegner laufen, produzierten 90 Minuten Spassfussball und siegten klar, deutlich und diskussionslos. Es muss für die Zürcher und die anderen Super League Teams beängstigend wirken, wenn man sieht wie abgebrüht, elegant und kraftvoll der Meister in diese Saison startete. Gerry fährt die offensive Linie Hütters weiter, festigt ganz nebenbei die Defensive und justiert während der Partie etwas hier und da und schon trifft Zauberfüsschen Miralem Sulejmani, nach herrlichem Hackenzuspiel Hoaraus, Fassnacht profitiert, genau wie kurz vor dem Pausentee Gui, von einem Zuki-Zuspiel und der Spitzenkampf ist bereits nach 45 Minuten entschieden. Wann immer nötig, vermochte das Heimteam das Tempo anzuziehen oder zu drosseln. Der Gegner wurde von A bis Z dominiert.

Dies beeindruckte Ludovic Magnin derart, dass er nach und nach seine Verteidigung stärkte und Umstellungen vornahm, um wenigstens den 0:3 Rückstand über die Zeit zu bringen. Es gelang ihm trotzdem nicht, auch wenn YB hitzebedingt ein oder zwei Gänge runterschaltete, dominierten die Berner weiterhin. So lobte Gerry die Mannschaft als solidarische Einheit mit viel Qualität, welche durch Superjoker JP Nsame unterstrichen wurde, indem dieser kurz nach seiner Einwechslung zuerst auf der Linie rettete, bevor er zum 4:0 Endstand traf.

Unser Resümee: 3 Spiele, 3 Siege und ein Torverhältnis von 8:0. Oder anders gesagt: YB macht glücklech!

 

 

Die Noten:

 

Von Ballmoos 5   Wurde von seinen Vorderleuten meist hervorragend abgeschirmt und falls nicht, war er zur Stelle.

Mbabu 6   Das Perpetuum Mobile ist auch bei über 40 Grad nicht zu stoppen. Grätschte hinten alles weg und vorne stellte er den Gegner ein ums andere Mal vor Schwierigkeiten. Der Publikumsliebling möge doch bitte noch etwas im Bern bleiben.

Wüthrich 5   Zu Beginn kurz etwas unsicher und mit einer defensiven Schwäche, danach abgeklärt und souverän. Setzt den Ball nach einer Ecke nur knapp neben den Pfosten.

Von Bergen 5   Der Capitano organisierte die Defensive gewohnt sicher und so steht auch im dritten Saisonspiel hinten die Null.

Benito 5   Auch Benito fährt dort weiter wo er letzte Saison aufgehört hat. Sicher in der Abwehr und stark im Spiel ohne Ball. Holte mit einer herrlichen Grätsche, Michi auf den Boden der Tatsachen zurück.

Fassnacht 5,5   Die erste Chance hatte Fassi noch versemmelt – danach war er einfach unwiderstehlich. Krönte seine starke Leistung mit einem Tor und einem Assist.

Sanogo 5   War als Abräumer zwischen Mittelfeld und Abwehr mitverantwortlich, dass dem Gegner kaum offensive Aktionen zugestanden wurde.

Sow 5   War auch schon offensiver in Erscheinung getreten doch seine Präsenz und Übersicht im zentralen Mittelfeld war mit ausschlaggebend, dass der Gegner über das ganze Spiel dominiert wurde.

Sulejmani 6   Unser Goldfuss zaubert und zaubert. Zwei Assists und ein Tor machte ihn zum Matchwinner.

Ngamaleu 5   Moumi wurde Nsame vorgezogen und ersetzte den angeschlagenen Assalé ohne Fehl und Tadel. Immer anspielbar war er ein stetiger Gefahrenherd für die Zürcher Abwehr.

Hoarau 5   Entschied mit einem herrlichen Assist zum 1:0 und dem Kopfballtor zum 3:0, noch vor der Halbzeitpause, das Spiel.

Nsame 5,5   Wie schön ist es einen Superjoker wie Jean-Pierre in der Hinterhand zu haben… kam in der 67. Minute für Sulejmani, rettete erst auf der Linie und traf dann zum 4:0 Schlussresultat.

Lauper 5   Sandro erfüllte seinen Job im 4-1-4-1 ohne Fehler und half mit, den verdienten Sieg über die Runden zu schaukeln.

Schick   Zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

 

Gelbschwarzer Spassfussball (Foto: Thomas Hodel)