BSC YB – Xamax Neuchâtel 2:0

4. Februar 2019 um 18:16 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war lange die erwartet einseitige Partie, in welcher die Gäste bis zur Pause keinen einzigen Torschuss verzeichnen konnten. YB kontrollierte das Geschehen von Beginn weg, Xamax versuchte mit einer defensiven Ausrichtung dem Leader den Weg zum Tor zu versperren. Dies gelang zwar mehr oder weniger, hatte aber auch mit kleinen Unzulänglichkeiten im Spiel der Young Boys zu tun. Dennoch schien der Führungstreffer nur eine Frage der Zeit.

Nur die wenigsten im Stadion dürften aber darauf getippt haben, dass dieser dann durch Loris Benito erzielt wurde. YB kam in der 14. Minute zu einem Corner und packte eine nette Variante aus, welche durch den Aargauer veredelt wurde. Der Jubel mit Assistenztrainer Harald Gämperle umrahmte das erste YB-Highlight im neuen Jahr. In der Folge blieb das Heimteam deutlich überlegen, ohne daraus aber weiter Kapital zu schlagen. So dürften sich alle über den Pausenpfiff des durchschnittlichen Schiedsrichters gefreut haben. Xamax, weil es weiterem Unheil in Form von Gegentreffern entgangen war und YB, weil alle elf Spieler selber in die Garderobe gehen konnten. Wir verstehen, wenn man dem Leader mit Härte entgegen treten will (muss), nur sollte man es nicht ganz so wörtlich nehmen, wie dies die Neuenburger zum Teil gemacht hatten.

Nun dann, weiter ging’s in Halbzeit zwei – und wie. Nicht einmal drei Minuten waren gespielt, als Aebischer das Spiel auf die Seite verlagerte, Thorsten Schick eine seiner herrlichen Flanken ins Zentrum schlug und dort Nicolas Moumi Ngamaleu zur Stelle war und mit einem Bilderbuchkopfball auf 2:0 stellte.

Man durfte davon ausgehen, dass dies bereits die Vorentscheidung war. Nur wenig später blieb ein Abschluss von Jean-Pierre Nsamé in der Gästeabwehr hängen, der Abpraller landete vor den Füssen von Guillaume Hoarau, doch der Franzose liess seine Abschlussstärke auch in dieser Szene vermissen und schoss den Ball aus sechzehn Metern weit über das Tor.

Nach einem Freistoss von Schick verpasste YB durch Fassnacht ein weiteres Mal den dritten Treffer, ehe dann die Gäste aus Neuenburg plötzlich mutiger wurden. YB seinerseits baute zwar nicht gerade ab, war aber in der einen oder anderen Situation doch etwas weniger konsequent. Dies und später auch die Einwechslung der Basler-Leihgabe Pululu führte dazu, dass YB nun plötzlich doch noch einen Torwart brauchte. Dieser bestand alle Prüfungen souverän und durfte es am Ende für sich in Anspruch nehmen, dass die Null bestehen blieb.

Noten:

Von Ballmoos 6 /

Keine Prüfung in der ersten Halbzeit, dafür umso geforderter in der letzten halben Stunde des Spiels, fehlerfrei und mit Big Saves gegen Kamber und Nuzzolo die Null ins Trockene gebracht.

Schick 5/

Einmal mehr: Wird er gebraucht, ist er zur Stelle. Schick ist einfach Gold wert und belohnte sich mit einem tollen Assist für seine Leistung.

Von Bergen 4/

Einige Wackler und weitaus weniger souverän, als wir uns das vom Capitano gewohnt sind.

Lauper 4.5/

Abgeklärt und umsichtig, seine Pässe sind einfach ein Genuss.

Benito 5/

Hat im Training offensichtlich gut aufgepasst, dafür gibt’s natürlich Bonus. Ansonsten auch mit der Körpersprache nicht immer ganz da, wo er zuletzt gewesen war.

Sow 4.5/

Ordnete das Spiel im Mittelfeld gemeinsam mit Aebischer souverän. Musste einiges einstecken.

Aebischer 4.5/

Ordnete das Spiel im Mittelfeld gemeinsam mit Sow souverän. Hatte bei den meisten gefährlichen YB-Angriffen seine Füsse im Spiel.

Ngamaleu 4.5/

Was für ein Kopfballtor, einfach herrlich. Ansonsten zwar enorm aktiv, in seinen Aktionen aber etwas gar hastig.

Fassnacht 4/

Wie immer engagiert und zweikampfstark, aber auch noch deutlich unter der Form vom Herbst.

Nsamé 3.5/

Kam nicht richtig zur Geltung. Vielleicht stimmt es halt doch, dass er und Gui für das YB-Spiel zu ähnliche Spielertypen sind.

Hoarau 3.5/

Schien irgendwie noch nicht hundertprozentig bei der Sache, verlor ungewohnt viele Zweikämpfe und liess auch im Abschluss das eine oder andere Mal die nötige Konsequenz vermissen.

Keine Noten für Assalé, Wüthrich und Garcia.

BSC Young Boys – Juventus Turin 2:1

13. Dezember 2018 um 11:07 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

2018 neigt sich langsam dem Ende zu. Und als ob das gelbschwarze Traumjahr noch besser werden könnte, setzt YB noch einmal einen drauf! Der Reihe nach.

Ohne Von Bergen, Sanogo und Sulejmani wirkt die Ausgangslage vor dem abschliessenden Gruppenspiel gegen den italienischen Rekordmeister noch schwieriger, als sie sowieso schon war.

Seoane und sein Staff entscheiden sich, auch nach den Erfahrungen in Manchester, für eine taktische Umstellung und starten in einem 3-4-3. Und dieser Plan geht nach einigen Startschwierigkeiten auf. YB agiert mutig und gut organisiert, lässt sich von den grossen Namen nicht einschüchtern. Ob Ronaldo, Costa, Mandzukic oder Pjanic: Die Berner zeigen sich in den Zweikämpfen hart und am Ball mutig. Und auch etwas glücklich: Ronaldo und Costa verpassen die Führung mehrmals knapp, bis YB endlich einmal in einem CL-Spiel in Führung gehen kann. Ngamaleu wird von Alex Sandro dämlich im Strafraum gefoult und Hoarau trifft zum 100. Mal für YB!

Nach der Pause drücken die Italiener mächtig und schnüren YB ein, ohne jedoch wirlich oft zu gefährlichen Szenen zu kommen. Zu dicht steht der Berner Riegel, zu aufsässig ist der Schweizer Meister in den Zweikämpfen. Nach etwas mehr als einer Stunde verpasst Fassnacht per Kopf das 2:0 knapp – eine Chance, die man in so einem Spiel eigentlich nützen muss. Doch YB verzweifelt nicht, kontert erneut über Benito und Ngamaleu bis der Ball bei Hoarau landet. Und dieser macht weiter Werbung für eine eigene Statue vor dem Wankdorf. Lässig lässt er Bonucci stehen und versenkt aus 17 Metern unhaltbar.

Die letzten zehn Minuten des Spiels fühlen sich auf den Rängen endlos an, vor allem nach dem Anschlusstreffer des eingewechselten Dybala. Juve drückt und trifft in der Nachspielzeit zum Ausgleich – doch das Tor zählt berechtigterweise nicht. Ronaldo stand beim vermeintlichen zweiten Dybala-Tor im Abseits. Nach fast fünf Minuten Nachspielzeit pfeifft der Schiri ab – und Bern liegt sich zum wiederholten Mal in diesem Jahr in den Armen.

Noch einmal 90 Minuten in Neuchâtel – dann geht das grossartigste Jahr in Gelbschwarz zu Ende. Hopp YB!

Die Noten

Wölfli 6/ Dribbelt schon in den Startminuten einen Vizeweltmeister aus, kratzt Ronaldo den Ball vom Fuss und strahlt 90 Minuten eine riesige Freude aus. Beim Gegentor machtlos.

Camara 5,5/ Steht sinnbildlich für die Steigerung YBs in der CL. Camara zeigt ein starkes Spiel und leistet sich kaum Fehler.

Lauper 6/ Schon fast unheimlich mit welcher Abgeklärtheit Lauper zu Werke geht. Sein Passspiel ist fantastisch, ebenso seine Antizipation.

Benito 5,5/ Auch Benito zeigt ein tolles Spiel, bügelt 1-2 Stellungsfehler gleich selber aus. Leitet den Konter zum 2:0 fantastisch ein.

Mbabu 5,5/ Kevin beweist auch gegen Juve, dass er bereit ist für den Schritt in eine Topliga. Darf aber gerne bis Sommer warten.

Sow 5/ Fleissig und omnipräsent. Ein paar Abspiele gelingen ihm nicht wie gewünscht, doch die fallen nicht ins Gewicht.

Aebischer 5,5/ Stark wie Aebischer sich im Zentrum behauptet und etliche Löcher stopft. Der Fribourger hat nochmals einen grossen Schritt gemacht.

Garcia 5/ Uli merkt man die fehlende Spielpraxis ab und zu an. Hat viel Zug nach vorne, defensiv ab und zu noch etwas ungestüm. Spielt mit unglaublich viel Herz.

Fassnacht 5/ Starke Angriffsauslösungen bei mehreren Kontern, zudem mit einem fantastischen „Zidane-Trick“. Müsste aber per Kopf das 2:0 erzielen.

Ngamaleu 5,5/ Einer seiner besten Auftritte im YB-Dress. Defensiv fleissig, offensiv überall anzutreffen. Holt den Penalty heraus und steuert den Assist zum 2:0 bei.

Hoarau 6/ Da gibts eigentlich nichts zu sagen. Le roi!

Bertone/Schick/Wüthrich keine Note/

Seoane 6/ Unglaublich wie Gerry in seiner ersten YB-Saison überzeugt. Grossartige Interviews, taktisch klug und mutig.

BSC Young Boys – FC Thun 3:2 (0:1)

10. Dezember 2018 um 16:15 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Die Young Boys drehen auch das Spiel gegen wacker kämpfende Thuner und gewinnen bereits zum 15. Mal im 17. Spiel. Dabei war der zweimalige Rückstand einiges erstaunlicher als der Doppelschlag in der YB-Viertelstunde, welcher die Siegsicherung brachte. YB legte von der ersten Minute an ein horrendes Tempo vor und bemühte sich das Spiel frühzeitig in die richtige Bahn zu lenken.

Der Gast hingegen ging wenig Risiken ein und versuchte durch kleine Fouls den Spielfluss der Gelbschwarzen gleich zu Beginn zu stören, was ihnen teilweise auch gelang. So wurde die Berner Drangphase zwar immer wieder unterbrochen doch stoppen konnte man die Sturmläufe nur bedingt. Dabei stellten sich die Thuner sehr clever und äusserst effizient an. Während sie bei zwei Schüssen auf das gegnerische Tor auch zwei Treffer verbuchen konnten, benötigte das Heimteam eine Quote von 0.25. Doch wie eingangs erwähnt, reichte dies erneut aus um eine weitere Partie in extremis zu drehen.

Dabei scheiterte vor allem Roger Assalé, der im 4-2-3-1 meist über Rechts kam, bereits in der Startviertelstunde einige Male aus aussichtsreicher Position. Das Heimteam fegte über das Kunstgrün, wie ein Turbolaubbläser durch die herbstlichen Strassen. Kaum landete die letzte Papierschlange, der sensationellen Choreo, auf dem Rasen legte YB los. Aebischer auf Pass von Fassnacht, Nsame nach toller Vorarbeit durch Seydoux, der ganz nebenbei ein tolles Startelfdebut feierte. Danach scheiterten auch noch Sulejmani und Assalé, bevor Von Ballmoos den Ball erstmals aus der Nähe betrachten konnte.

Im Grunde war es ein Spiel auf ein Tor mit ein zwei Entlastungsangriffen der Roten. Trotzdem brauchte der Ligaprimus 56 Minuten, einen herrlichen Lob Aebischers und die Technik eines Sulejmanis um erstmals in dieser Begegnung zu treffen. Danach vergab YB weiter Chance um Chance und benötigte etwas Glück und den Fuss vom Thuner Rodrigues um die Partie erneut auszugleichen. Danach war es nur noch eine Frage der Zeit, bevor der Pommesliebhaber Hoarau das siegbringende 3:2 erzielte.

Zurzeit klappt einfach alles in der Fussballhauptstadt Bern – dieses stimmungsvolle Publikum, die sensationelle Choreo und dieser unwiderstehliche Fussball – YB macht Glücklech!

 

 

Die Noten:

Von Ballmoos:   4 / Ein sehr unangenehmes Spiel für unsere Nr. 1. Bekam in den gesamten 90 Minuten keinen Ball zu halten und kassierte gleichwohl 2 Gegentreffer.

Seydoux:   5 / Tolles Startelfdebut des jungen Fribourgers. Versteckte seine Nervosität hinter frechen Flügelläufen.

Lauper:   5,5 / Ballsicher, super Spielverständnis und vielleicht die beste Spieleröffnung der Liga. Was kann der Junge eigentlich nicht?!

Ali Camara:   4,5 / Machte seine Sache gut doch war er offensiv auch schon auffälliger.

Benito:   4 / Ohne Fehler aber für einmal eher eine unauffällige Partie unseres Aussenläufers.

Sanogo:   5,5 / Hielt sich nach der zuletzt harten Kritik an seiner Spielweise etwas mehr zurück und stach dafür mit seiner spielerischen Extraklasse hervor.

Aebischer:   5 / Sieht bei beiden Gegentreffern etwas unglücklich aus, sein Assist zum 1:1 Ausgleich entschädigt aber für alles.

Assalé:   4 / Wirblig und gefährlich wie immer, doch im Abschluss unglücklich und zu wenig clever.

Fassnacht:   4,5 / Spielte im 4-2-3-1 zentraler als gewohnt. Machte seine Sache gut doch fehlte ihm das Glück im Abschluss.

Sulejmani:   6 / Mira…Mira…Miralem Sulejmani! *sing*

Nsame: 4 / Wie Assalé an vielen offensiven Aktionen beteiligt, mit guten Möglichkeiten aber ohne Abschlussglück.

Hoarau für Nsame und mit Pommesjubel, Ngamaleu für Assalé und mit einer riesen Chance kurz vor dem Abpfiff und Bertone für Aebischer waren zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

 

 

Matchbericht FC Basel – BSC YB

4. Dezember 2018 um 13:10 von Questra in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Wer sich ein Bild von der Verunsicherung des FC Basels machen wollte, musste sich nur die Pressekonferenz im Anschluss an das Spiel anschauen. Wie ratlos Trainer Marcel Koller den Journalisten Red- und Antwort stand, sprach Bände. Verwundert darüber darf man nach diesen neunzig Minuten vom eigentlichen Spitzenspiel der sechzehnten Super League Runde nicht sein. Denn es war eine Machtdemonstration im St. Jakob-Park. Nicht etwa vom Heimteam, dem entthronten Meister vom Rheinknie, nein, es war eine Demonstration des Gastes von der Aare.

Noch selten hat man den FC Basel vor heimischem Publikum so sehr schwimmen sehen, noch seltener wurde der einst so dominante Club zuhause dermassen vorgeführt. Die Young Boys waren das bessere Team, hatten mehr Präsenz, waren physisch bereiter und fussballerisch besser. Die Berner kamen vor der Pause zu mehreren aussichtsreichen Halbchancen, aber die letzte Konsequenz fehlte in der ersten Halbzeit. Der FC Basel seinerseits hatte während den ganzen neunzig Minuten zwei Abschlüsse; und selbst die sind noch grosszügig gezählt.

Doch es passte zur Dramatik des Spiels, dass trotzdem die Basler zur Pause in Führung lagen; und dies tatsächlich mit ihrem einzigen Schuss aufs Tor. Der Gegentreffer war aus Berner Sicht komplett unnötig, denn eigentlich waren sie in dieser Situation im eigenen Strafraum in Überzahl. Trotzdem konnte Kalulu ungestört flanken, trotzdem konnte Frei seinen Kopfball auf Ajeti spielen, trotzdem stand ebendieser alleine vor von Ballmoos und gab dem Ball die entscheidende Richtungsänderung.

Ebenso passte zum Spiel, dass genau dieser Gegentreffer der Genickschlag für die Basler war. Verunsichert – oder überheblich – wie sie sind, hielten sie es für eine vielversprechende Idee, sich nach diesem Tor komplett zurückzuziehen und die Führung dank Mauertaktik über die Zeit zu bringen. Notabene gegen das Team, welches in 15 Spielen bereits 47 Tore erzielt hatte.

Es kam dem spielstarken Gast also entgegen, dass sich das Heimteam in der eigenen Platzhälfte einigelte, so konnten die Berner ihre ganze Klasse ausspielen. Der omnipräsente Sulejmani kam zu einem wahren Standardtraining auf Wettkampfniveau, er durfte zwölf Eckbälle zur Mitte schlagen. Im Anschluss eines dieser Eckbälle kam der Ball zurück zum serbischen Zauberfuss. Dass man einem Sulejmani keinen Platz zum Flanken geben darf, müsste in der Super League eigentlich bekannt sein. Dennoch gaben ihm die Basler in der 69. Minute alle Zeit der Welt. Seine Hereingabe fand den Kopf von Ali Camara, der den Ball ungestört in die Maschen köpfelte.

Wer nun erwartete, dass vom Heimteam irgendeine Reaktion kommen sollte, sah sich getäuscht. Es waren nur die Berner, die weiter spielten, nur die Berner, die etwas ausstrahlten, nur die Berner, die den Sieg wollten. All dies wurde zehn Minuten nach dem Ausgleich mit dem Führungstreffer belohnt. Natürlich war es Sulejmani, der einmal mehr den Unterschied ausmachte. Sein scharf getretener Freistoss flog an Freund und Feind vorbei und landete in der weiten Torecke.

Dass der Gast aus der Hauptstadt erstmals seit über sechs Jahren die volle Punktzahl aus Basel mitnehmen sollte, daran gab es ab diesem Moment keine Zweifel mehr. Selbst der grösste Optimist der Muttenzer-Kurve musste dies eingesehen haben, verliessen doch bereits etliche Zuschauer vor Abpfiff das Stadion-Oval. Und verpassten so das Berner Schluss-Bouquet. Der eingewechselte Garcia, ebenfalls mit unglaublichem Gefühl im Fuss gesegnet, durfte ungestört in den Basler Strafraum flanken wo Fassnacht komplett vergessen gegangen war. Dessen Kopfball in den Torhimmel hatte mehr Wucht, als das ganze Basler-Spiel. So verkam der vermeintliche Spitzenkampf zu einer Kapitulation vor der Stärke des Berner Leaders.

(Anmerkung der Redaktion: allfällige Tätlichkeiten, Schiedsrichter-Fehlentscheide oder falsch gewählte Kartenflut wurden in diesem Text absichtlich ausgeklammert.)

Noten:

von Ballmoos: 5 / die grösste Gefahr für den Torhüter war, sich eine Erkältung einzufangen

Mbabu: 5.5 / er ist zurück, diese Stärke, diese Kampfkraft, diese Power, dieser Jubel – wow!

Lauper: 5 / einige Stellungsfehler am Anfang, danach stark, mit Magistralen Auslösungen

Camara: 5 / dieses IV-Duo macht spass, auch wenn Steve definitiv noch gebraucht wird

Benito: 5.5 / welche Präsenz auf den Aussenbahnen

Sulejmani: 6 / der Serbe war der Leader auf dem Feld

Sanogo: 5.5 / die Käptenbinde schien seine Brust noch breiter zu machen

Aebischer: 5 / musste Sow ersetzen, machte seine Sache als Ballverteiler in der Mitte stark

Fassnacht: 4.5 / rettete seinen Auftritt mit dem schönen Kopfballtor

Assalé: 5 / wirbelte gewohnt, kam zu Abschlüssen, zeigte starke Leistung

Nsame: 5 / er ersetzte Hoarau wieder stark, konnte Bälle halten und wagte sich immer, selbst in den Abschluss zu gehen

 

Wechselspieler:

Bertone (84′ für Sulejmani) / Garcia (88′ für Assalé) / Ngamaleu (93′ für Nsame): zu kurz für eine Benotung

Manchester United – BSC Young Boys 1:0

28. November 2018 um 10:30 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es scheint als müsse YB in der ersten Champions-League-Kampagne jeden erdenklichen Batzen Lehrgeld bezahlen: Ein starker, konzentrierter und mutiger Auftritt der sehr jungen Young Boys wird nicht mit einem Punkt belohnt.

In der Startphase brauchen die in Grau spielenden Berner einen Moment, um sich an die taktischen Umstellungen zu gewöhnen. Trainer Seoane setzt zu Beginn auf ein fluides 4-1-4-1, das sich in Ballbesitz in ein 4-3-3 wandelt. Aufgrund der Sperre Sanogos setzt der Coach auf ein Dreiermittelfeld mit dem defensiven Lauper und den beiden agilen Aebischer und Sow davor. Der Dreizack setzt sich aus Sulejmani, Assalé und Nsame zusammen.

Die Offensive kommt während der ersten Halbzeit noch selten zum Einsatz. Das in der Meisterschaft unkonstante Manchester United nimmt das Heft in die Hand und sucht sein Heil im Angriff. Doch im Unterschied zu den Auftritten in Valencia und Turin kann YB ein frühes Gegentor verhindern und kommt dank guter Organisation und einer konzentrierten Leistung besser ins Spiel.

Kurz vor der Pause kommt der Schweizer Meister sogar zu einer Grosschance: Eine flache Mbabu-Hereingabe versucht Djibril Sow mit der Hacke zu verwerten – es bleibt beim Versuch. Besonders ärgerlich: Gleich dahinter wäre Nsame „plütterläär“ freigestanden.

Zu diesem Zeitpunkt haben die Berner bereits auf eine Dreierkette umgestellt. Grund: Eine Verletzung von Captain von Bergen, der nach der Pause in der Kabine bleibt. Für ihn kommt Uli Garcia ins Spiel, der die linke Aussenbahn übernimmt – Benito rückt zu Lauper und Camara in die Innenverteidigung.

Und diese Umstellungen scheinen zu funktionieren. YB kommt immer besser ins Spiel und hat phasenweise sogar die Oberhand. Vor allem Garcia und Sow kurbeln die Offensive immer wieder an und sorgen für gefährliche Szenen. Nach 70 Minuten jubeln die 3000 FANTASTISCHEN Berner Fans lautstark – leider vergeblich: Ein abgefälschter Abschluss von Garcia wird von De Gea mirakulös pariert. Wahrscheinlich halten diesen Ball keine fünf Goalies auf der Welt…

In der Schlussphase verteidigt YB stark und kann durch Konter für Entlastung sorgen. Als der vierte Offizielle 3 Minuten Nachspielzeit anzeigt, scheint der Punktgewinn perfekt. Doch mit der Brechstange (in Person von Marouane Fellaini) erzielt Man Utd kurz vor dem Schlusspfiff den entscheidenden Treffer. Ein hartes Verdikt für YB, das mit einem Durchschnittsalter von unter 24 Jahren (!) eine tolle Leistung abliefert. Der verletzte Captain trifft den Nagel nach dem Spiel auf den Kopf: Dieses Spiel wird uns alle besser machen.

Hopp YB!

Von Ballmoos 5/ Gute Leistung des Goalies, trotz 1-2 Wackler.

Mbabu 5,5/ Sehr fleissig in Offensive und auch Defensive. Könnte einen Abschluss in der ersten Halbzeit auch aufs Tor bringen.

Camara 5/ Oft gescholten, lange Zeit auf der Bank verbracht. Gestern aber mit einer starken Leistung.

Von Bergen 4,5/ Sein Schnitzer führt nicht zu einem Tor, aber wohl zu seiner Verletzung. Gute Besserung.

Benito 5/ Spielt sowohl als Linksverteidiger stark, als auch in der Innenverteidigung. Macht gegen Fellaini nicht viel falsch und hat doch das Nachsehen.

Lauper 5,5/ In den ersten Minuten einige Fehlpässe, danach sackstark. Sowohl als Sechser, als auch als abkippender Verteidiger.

Aebischer 5/ Viele starke Ballgewinne des jungen Fribourgers.

Sow 6/ Bester YB-Spieler auf dem Feld, ist omnipräsent und steigert seinen Marktwert an einem Abend um gefühlt 10 Millionen.

Sulejmani 4,5/ Der Meister aller Standards wird wohl etwas zu früh ausgewechselt. Die Freistoss-Situation einige Minuten später wäre auf ihn zugeschnitten gewesen. Sonst ein fleissiger Auftritt mit viel Defensivaufgaben.

Assalé 4/ Strenges Verdikt. Aber Assalé verpasst unglaublich oft den richtigen Moment für den Pass und vertändelt gleich mehrere Über-/Gleichzahl-Situationen. Zudem mit einem unglaublich schlampigen Rückpass vor der Pause.

Nsame 5/ JP sieht nicht viele Bälle, stellt sich aber in den Dienst des Teams und ackert fleissig.

Garcia 5,5/ Uli bringt unglaublich viel Schwung in die Partie und kurbelt das Offensivspiel an.

Fassnacht, Ngamaleu keine Note/

Bericht BSC YB – FC Lugano

25. November 2018 um 20:17 von Questra in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Bis Miralem Sulejmani in der 83. Minute den Freistoss ins Tor zirkelte, war es eine äusserst zähe Angelegenheit. Obwohl die Berner mehr vom Spiel hatten, waren grosse Chancen an einer Hand abzuzählen; Sulejmani zirkelte einen ersten Freistoss um Milimeter am Lattenkreuz vorbei, dann scheiterte Assalé mit seinen Versuchen, erst am Lugano-Hüter Da Costa, später am Pfosten und ein drittes Mal an einer Abseitsposition. Ansonsten wurde den gut gezählten 21‘800 Zuschauern im Kühlschrank Wankdorf wenig Erwärmendes gezeigt.

Auch wenn der klare Leader der Super League auf ein schwächelndes Lugano traf, war die Partie keineswegs ein Selbstläufer. Ungenauigkeiten im Mittelfeld und fehlende Ideen in der Zone vor dem gegnerischen Tor waren die Hauptverantwortlichen für einer an Höhepunkten armen Partie.

Lange hatten die Gelbschwarzen den Gegner im Griff, einzig der ex-Berner Alexander Gerndt war ein Gefahrenherd. Er hebelte mit einem genialen Pass auf Carlinhos Junior die gesamte YB-Verteidigung aus, wodurch der Brasilianer alleine vor von Ballmoos auftauchte; sein Lob war allerdings die falsche Entscheidung, der YB-Goalie hatte keine grösseren Probleme damit.

Die nächste gefährliche Szene vor dem YB-Tor ging wiederum von Gerndt aus: der Schwede durfte aus 18 Metern einen (hart gepfiffenen) Freistoss treten. Sein Ball wurde glücklicherweise von der Mauer abgelenkt, dieser Schuss wäre sehr schwierig zu halten gewesen. Auch YB hatte seinen Aktivposten: Roger Assalé wirbelte im gegnerischen Strafraum, hatte mit seinen Abschlüssen aber genauso wenig Glück.

Versuchten die Luganesi in der ersten Hälfte noch etwas mitzuspielen, standen sie in den zweiten 45 Minuten doch deutlich weiter zurück. Fabio Celestini schien sich einen Punkt in Bern ermauern zu wollen. Und lange schien dieser Plan auch aufzugehen, Da Costa war ähnlich beschäftigungslos wie sein Gegenüber von Ballmoos.

Bis das Heimteam seine starken zehn Minuten auspackte: endlich wurden die Angriffe mit einer gewissen Konsequenz vorgetragen, endlich wurden die Bälle scharf vors Tor gebracht, endlich wurde der Abschluss gesucht. Als Sulejmani dann mit Tempo in den Lugano-Strafraum vorstossen konnte und von Daprelà mit einem Body-Check abgeräumt wurde, wäre ein Penalty die einzig richtige Entscheidung gewesen, doch Schiedsrichter Klossners Pfeife blieb stumm. Als wenig später Sanogo von Sabbatini von den Beinen geholt wurde, kam der Pfiff. Und damit Sulejmanis Zauberfuss, der zum verdienten Berner Sieg traf.

Die Hauptprobe für das Gastspiel im Old Traffort ist damit resultatmässig geglückt. Allerdings mit einem hohen Preis: Guillaume Hoarau musste zur Pause aufgrund einer Sprunggelenksverletzung ausgewechselt werden, leider wird der Franzose damit mindestens die Champions League Partie in Manchester verpassen.

von Ballmoos: 5 / dank seiner Parade in der ersten Halbzeit steht hinten die 0
Mbabu: 4,5 / hinten gut, nach vorne auch schon mit mehr Einfluss
von Bergen: 4,5 / hatte hinten alles im Griff, wurde aber auch nicht gross gefordert
Lauper: 4,5 / lässt zwar Carlinhos Junior ziehen, was zur gefährlichen Lugano-Chance führte, aber sonst fehlerlos
Benito: 4 / nicht immer ganz stilsicher
Sulejmani: 5 / ein Aktivposten, und dieses linke Füsschen…
Sow: 4,5 / mit weniger Einfluss aufs Spiel als auch schon
Sanogo: 5 / der dominante Mann im Mittelfeld
Fassnacht: 4 / bemüht, aber unglücklich kämpfend
Assalé: 4,5 / auch er ein Aktivposten, mit Pech im Abschluss
Hoarau: 4 / war in den ersten 45 Minuten zu wenig ins Spiel eingebunden, wir hoffen auf schnelle Genesung

Nsame (46‘ für Hoarau): 4 / mit ähnlich wenig Einfluss aufs Spiel wie Hoarau
Ngamaleu (80‘ für Fassnacht) und Aebischer (88‘ für Assalé) zu kurz für eine Bewertung

GC – YB 0:3

5. November 2018 um 18:00 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war lange Zeit ein trostloser Abend. Wenn GC im Letzigrund aufläuft, wiederspiegelt sich das ganze Drama um den Rekordmeister und einstigen Topklub an allen Ecken und Enden. Kaum Zuschauer, die «Exil-Kurve» erscheint erst kurz vor Spielbeginn und ist auch pünktlich auf den Schlusspfiff wieder weg. Dazu flimmert im Minutentakt Werbung für die Stadionabstimmung über die Stadionbildschirme, in denen Fussballpromis und Vereinspräsidenten um ein «Ja» flehen.

Natürlich: Dem Schweizer Fussball wäre ein anständiges Fussballstadion in Zürich zu wünschen. Doch man kommt nicht umhin, beim aktuellen Zustand der «Institution» GC ein leichtes Gefühl der Schadenfreude zu empfinden.

Item. YB startet mit den besten 11 in die Partie und dominiert die ersten Minuten klar. Hoarau verpasst nach rund zehn Minuten alleine vor Goalie Lindner – und von da an war die erste Halbzeit für den Eimer. Gelbschwarz gelang kaum eine Aktion, Präzision und Konzentration hatten sich kurzfristig verabschiedet. Zum Glück für YB musste GC-Trainer Thorsten Fink aufgrund von Verletzungen und Sperren mit dem allerletzten Aufgebot antreten, dass nicht die Qualität aufbrachte, dem Meister Schaden in Form von Toren zuzufügen.

Wie so oft in den letzten Wochen fand Trainer Gerry Seoane in der Pause die richtigen Worte und YB kam wie verwandelt aus der Kabine. Am Ende genügten vier starke Minuten, in denen Hoarau einen Ball gekonnt ins Tor schlenzte und Fassnacht, nach schöner Kombination über Hoarau und Benito, zum 2:0 abschloss. Makel: Benito stand ganz leicht im Abseits.

Danach war der Mist gekarrt und die Berner durften in den Verwaltungsmodus zurückschalten. Einzig die eingewechselten Aebischer und Schick hatten noch nicht genug und trafen zum wiederholten Mal mit der gleichen Cornervariante.

YB reicht ein durchschnittlicher Auftritt zu weiteren drei Punkten – und fügt dem bereits grosszügig gefüllten Torkonto drei weitere Treffer hinzu. Am Dienstag fliegt das Team nach Spanien und will sich gegen Valencia in der Königsklasse beweisen. Ein Punktgewinn würde die Hoffnung auf ein europäisches Überwintern am Leben lassen. Wir glauben daran! Hopp YB!

 

Die Noten

Von Ballmoos 4,5/

Nach seiner Blitzheilung wieder im Tor, muss aber dank seiner Vorderleute nicht eingreifen.

Mbabu 4/

Bei gestiegenen Ansprüchen wird auch kritischer benotet. Mbabu ist nach seiner Verletzung noch nicht wieder auf dem alten Level angelangt. Tendenz aber aufsteigend.

Von Bergen 5/

Lö Chef.

Lauper 5/

Guter Auftritt von Lauper, der als einer der wenigen über beide Halbzeiten sein Niveau erreicht.

Benito 4,5/

Schöner Assist vor dem 2:0, aber in der ersten Halbzeit mit vielen doofen Ballverlusten.

Fassnacht 4,5/

Der Thalwiler trifft zwar zum 2:0, erlebt aber einen unglücklichen Abend. Viele seiner Aktionen misslingen ihm.

Sow 5/

Vor der Pause der beste Berner, auch wenn sich bei ihm einige Ballverluste einschleichen.

Sanogo 4,5/

Assist vor dem 1:0, viele wichtige Zweikämpfe für sich entschieden. Sanogo versuchte die Mannschaft in der ersten Halbzeit aufzuwecken.

Sulejmani 4/

Für einmal will dem Zauberer nicht viel gelingen. Hat aber trotzdem bei den wenigen guten Aktionen vor der Pause seine Füsse im Spiel.

Assalé 4,5/

Wird vor der Pause zu wenig unterstützt und weicht oftmals auf die Seite aus. Fleissiger Auftritt.

Hoarau 5/

Zuerst vergibt er alleine vor dem Tor, dann besorgt der Torjäger aber doch den Dosenöffner.

Ngamaleu, Schick, Aebischer keine Note/

Schöne Aktion von Aebischer und Fussballgott Thorsten Schick zum 3:0.

 

Stade Nyonnais – YB 0:1

2. November 2018 um 12:57 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Für einmal müssen die grau gekleideten Gelbschwarzen keine Überstunden leisten. YB gewinnt das Cupspiel gegen Stade Nyonnais mit 1:0.

Gerry Seoane rotierte diesmals auf den defensiven Aussenbahnen, brachte Garcia und Schick für Benito und Mbabu. Im Zentrum kamen Leo Bertone und Michel Aebischer zum Einsatz. Der Gegner aus dem Waadtland wehrte sich nach Kräften, konnte aber kaum einmal gefährlich abschliessen. Trotzdem war es für YB kein Selbstläufer: Jede Chance musste man sich hart erarbeiten – doch vor allem Jean-Pierre Nsame blieb ein weiteres Mal in dieser Saison ohne Fortune vor dem Tor.

Doch der Kameruner hatte seine Füsse kurz nach der Pause dennoch im Spiel: Sein technisch schönes Zuspiel auf Sulejmani ermöglichte YB den vorentscheidenden Führungstreffer. Im Gegensatz zu Biel und Schaffhausen konnte Stade Nyonnais nicht auf den Rückstand reagieren. Der mangelhaften Chancenverwertung YBs ist es zu verdanken, dass die Niederlage für den Underdog nicht noch deutlicher ausfiel.

Nach 90 Minuten stand der Einzug in den Viertelfinal fest – für einmal musste YB in dieser Cupsaison die Kraftreserven nicht anzapfen. Ende Februar geht es in Luzern weiter – noch drei Siege fehlen bis zum ersten Cupsieg seit 1987.

 

Die Noten:

Wölfli 5/ Der Wolf liess sich nicht aus der Ruhe bringen und fuhr am Ort seines Profidebüts ein «Clean Sheet» ein.

Schick 4.5/ Unaufgeregt in der Defensive, ab und zu mit Szenen in der Offensive.

Von Bergen 5/ Der Capitano gewann viele Zweikämpfe. Blieb in der zweiten Halbzeit mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, konnte aber weiterspielen.

Camara 4.5/ Blieb fehlerlos aber auch unauffällig.

Garcia 4.5/ Kein entscheidender Cup-Auftritt wie noch gegen Biel, aber auch ohne grösseren Fehler wie noch gegen Sion.

Sulejmani 5.5/ Besorgt technisch stark den Gamewinner und schraubt seine fantastische Scorer-Ausbeute weiter nach oben.

Bertone 4.5/ Kommt für Sanogo ins Zentrum und ist bemüht. Spielentscheidendes will ihm aber nicht gelingen.

Aebischer 4.5/ Auch Aebischer trägt seinen Teil zum Sieg bei, ohne aufzufallen.

Ngamaleu 5/ Lange Zeit der auffälligste Berner.

Nsame 4.5/ Wer um einen Stammplatz kämpft, müsste seine Chancen effizienter nutzen. Bonuspunkt für den schönen Assist.

Hoarau 4.5/ Verpasst die eine oder andere Möglichkeit.

Lauper/Fassnacht/Sow keine Note/

BSC YB – Valencia 1:1

25. Oktober 2018 um 14:53 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Endlich ein Tor! Endlich ein Punkt! YB ist in der Champions League angekommen und beweist, dass der Schweizer Meister nicht nur Kanonenfutter ist. Dass man mit dem Punkt im Nachhinein sogar etwas unzufrieden ist, unterstreicht die formidable Leistung der Gelbschwarzen.

Das Team von Gerry Seoane startete engagiert aber ein wenig unpräzis in die Partie. Von Valencia kam wenig, doch die Spanier deuteten ihre technische Klasse mehrfach an. Besonders der belgische Stürmer Michy Batshuayi beschäftigte den Berner Abwehrverbund regelmässig – und traf nach einer knappen halben Stunde zur Führung. Die YB-Verteidigung spekulierte fälschlicherweise auf Abseits und CL-Debütant Wölfli verliess seinen Kasten zu früh.

Bis zur Pause gelang es YB nicht mehr, dem Spiel den Stempel aufzudrücken. Einzig eine Kopfballchance von Hoarau (40.) sorgte für ein wenig Aufregung.

Wie bereits in Zürich verfehlten des Trainers Retouchen in der Pause ihre Wirkung nicht. YB schnürte den spanischen Spitzenklub ein und sorgte beinahe im Minutentakt für Torgefahr. Nach 55. Minuten war es endlich soweit: Nach einem Foul an Djibril Sow bleib Schiedsrichter Treimanis aus Lettland nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen. Guillaume Hoarau (wer sonst?) verwandelte gewohnt sicher zum ersten CL-Treffer in der YB-Geschichte.

Wer nun dachte, YB würde sich stolz auf den Lorbeeren ausruhen, der sah sich getäuscht. Der amtierende Schweizer Meister drückte weiter und kam zu einigen guten Chancen. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit jubelten bereits viele Fans. Doch Sanogos Kopfball prallte via Goalie-Hände an den Innenpfosten – und von dort leider zurück in die Arme Netos.

So feiert man in Bern zwar den ersten Treffer und den ersten Punkt in der Königsklasse. Doch die starke Leistung in der zweiten Halbzeit hätte durchaus einen zweiten Treffer verdient gehabt.

 

Die Noten

Wölfli 5/ Der Wolf feiert mit 36 Jahren sein CL-Debüt – und sieht beim einzigen Gegentor nicht gut aus. Zeigt einige starke Angriffsauslösungen. Einen Notenpunkt extra gibt’s für Massregelung von Batshuayi.

Mbabu 5/ Der Aussenverteidiger ist wie bereits gegen den FCZ noch nicht bei 100 Prozent. Trotzdem sorgt er in der zweiten Halbzeit für viel Dampf.

Von Bergen 5.5/ Fantastischer Auftritt des Capitanos. Bestreitet seine Zweikämpfe von der ersten Sekunde an kompromisslos.

Lauper 5/ Zu Beginn mit einigen Wacklern. Doch Lauper steigert sich im Verlauf des Spiels und ist in der zweiten Halbzeit ein Grund, wieso es besser läuft.

Benito 5/ Nicht jede Flanke findet ihr Ziel. Doch Benito zeigt sich physisch auf der Höhe und absolviert ein starkes Spiel.

Sulejmani 5/ Technisch hat er sowieso CL-Niveau. Auch sonst ein unermüdlicher Wirbelwind, der nach 75. Minute ausgewechselt wird.

Sow 6/ Der beste Spieler auf dem Feld. Fleissig, viel unterwegs, technisch stark – und er holt den Penalty zum 1:1 clever heraus.

Sanogo 5/ Sorgt mit einem Kopfball fast für die Entscheidung. Auch sonst ist Sanogo präsent wie immer – auch wenn er gegen Kondogbia öfters den Kürzeren zieht.

Fassnacht 4.5/ Muss viel Defensivarbeit leisten und kommt daher nicht wie gewohnt zum Zug. Die absolviert er aber stark.

Assalé 5.5/ Der Ivorer ist an jeder Offensivaktion beteiligt und dribbelt Valencias Verteidiger Knoten in die Beine. Bleibt 1-2 Mal hängen, was die Bestnote knapp verhindert.

Hoarau 5.5/ Erster CL-Torschütze in Gelbschwarz. Spielt clever, holt Freistösse raus und hält den Ball in wichtigen Momenten in den Füssen, damit seine Kollegen nachrücken können.

 

Ngamaleu/Nsame/Bertone keine Note

FC Zürich – BSC YB 3:3

21. Oktober 2018 um 14:53 von Pele in der Kategorie Matchbericht, YB

Die Schweizer Super League ist eine Ausbildungsliga – und sportlich keine allzu grosse Nummer. International setzte einzig der FCB in den letzten Jahren ein paar Ausrufezeichen, daneben konnte YB in der Europa League für vereinzelte Highlights sorgen.

Wenn also eine Partie in der hiesigen Meisterschaft in der Nachbetrachtung als «Werbung für den Schweizer Fussball» bezeichnet wird, will das etwas heissen.

Gegen den FCZ verzeichnete YB einen Horrorstart: Bereits nach zehn Minuten führte Heimteam im Letzigrund mit 2:0 – ein Patzer des IV-Duos Von Bergen/Lauper sowie ein strenger Penaltypfiff gegen Mbabu sorgten für einen Zürcher Doppelschlag. Nur wenige Minuten später musste auch noch Goalie Von Ballmoos mit einer Hirnerschütterung und einer gebrochenen Nase vom Feld. Bis zur Pause kam YB kaum zu guten Möglichkeiten und alles deutete auf einen Auswärts-Dämpfer hin.

Doch wie so oft wusste das Team von Trainer Seoane nach der Pause zu reagieren. Die Gelbschwarzen starteten eine Aufholjagd und schnürten die Zürcher ein – ein wiederum streng gepfiffener Penalty sorgte nach souveräner Verwandlung durch Hoarau für den Anschlusstreffer.

Doch Schiri Jaccottet gefiel die Spannung nicht: Sein dritter Penaltypfiff richtete sich wieder gegen YB, diesmal wurde ein «Foul» von YB-Captain Von Bergen taxiert. Rodriguez verwandelte sicher zum 3:1 – der Meister war wieder gefordert. Und er zeigte seine ganze Klasse: Assalé sorgte innerhalb von zehn Minuten mit zwei Assists, verwandelt durch Ngamaleu und Hoarau, für ein hochverdientes 3:3.

In den letzten zwanzig Minuten hätte YB genügend Chancen zum Siegtreffer gehabt, doch die Berner sündigten im Abschluss. Der FCZ wurde einzig mit einem Ceesay-Konter gefährlich, doch diesen entschärfte der YB-Abwehrchef mit einer fantastischen Grätsche.

So hinterliess das Spiel leicht enttäuschte YB-Spieler und einen, trotz allem, stolzen YB-Coach. Auf der anderen Seiten durfte der FCZ trotz zweimaliger Führung mit dem Punkt zufrieden sein. Bis auf Trainer Magnin, der sich durch seinen Auftritt nach Abpfiff den Titel «Rumpelstilzchen 2.0» redlich verdiente.