BSC YB – GC 1:1

12. Dezember 2017 um 10:42 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Die Winterpause steht vor der Türe – und das ist gut so! YB wirkt nicht mehr so spritzig und unbekümmert wie über weite Strecken der Hinrunde. Auswärts wurde das spätestens in Lugano augenfällig, auch wenn dort der Schaden durch die individuelle Klasse von Sulejmani noch kaschiert werden konnte. Gegen Thun gelang das schon nicht mehr – und jetzt fehlt der letzte «Pfupf» auch in den Heimspielen. Gegen ein junges GC zeigt YB in der ersten Halbzeit eine fahrige und fehlerbehaftete Leistung. Die Hüpfer sind zwar nicht überlegen, doch gehen nicht ganz unverdient durch ein Traumtor in Führung.

Offenbar wurde Adi Hütter in der Garderobe sehr laut: Die Gelbschwarzen kamen wie verwandelt aus der Kabine und schnürten GC in der eigenen Halbzeit ein. Es erinnerte an ein Powerplay im Eishockey, nur die Tore wollten nicht in der gleichen Kadenz fallen. Einzig Kevin Mbabu, der beste Berner, traf nach einem schönen Solo zum Ausgleich. Ansonsten sündigte YB im Abschluss: Fassnacht traf die Latte, Aebischer zuerst einen Mitspieler, dann den Goalie. Kurz vor Schluss kamen die Zürcher zu einem ihrer mittlerweile seltenen Vorstösse und köpften den Ball durch Avdijaj noch an den Pfosten. Alles in allem also ein Punkt mit dem man leben muss – ob man will oder nicht.

Die Maxime «Wir schauen nur auf uns» gilt aktuell noch mehr als vor einigen Wochen. Egal, wie nah uns andere Mannschaften kommen – es gilt einzig und alleine den Fokus auf das nächste Spiel zu legen. Dieses findet am Sonntag in Luzern statt und gilt gleichzeitig als Übergang von der fantastischen Hinrunde in die hoffentlich noch viel fantastischere Rückrunde.

Die Noten:

Von Ballmoos 4.5/ Keine Chance beim Gegentor, ansonsten gut.

Mbabu 5.5/ Der beste YB-Akteur krönt seine Leistung mit einem tollen Treffer.

Von Bergen 4,5/ In der ersten Halbzeit wie viele seiner Kollegen nicht Stilsicher. Danach gut.

Nuhu 4,5/ Löst einmal technisch brillant gegen zwei Gegenspieler – hätte zu dieser Halbzeit gepasst, wäre dies ins Auge gegangen. Aber hätte und wäre nerven.

Lotomba 4,5/ Wie bei allen müsste man eigentlich zwei Noten verteilen. Nach der Pause deutlich besser.

Schick 4/ Hatte wohl die grössten Leistungsschwankungen zwischen den beiden Abschnitten.

Sow 5/ Kann seine Form bestätigen und sichert sich im Zentrums-Ranking hinter Sanogo Platz zwei.

Aebischer 4,5/ Nicht zum ersten Mal glücklos im Abschluss. Ansonsten engagiert.

Fassnacht 4/ Ihm klebt das Pech an den Schuhen – ein Tor würde ihm gut tun.

Hoarau 3,5/ Noch nicht in der Form, die es braucht. Eine gute Wintervorbereitung wird Wunder wirken.

Assalé 4/ Verpasst wieder öfters den Moment des Abspiels. Dennoch ein Aktivposten.

 

Moumi/Nsame/Bertone keine Note

BSC Young Boys – Skënderbeu 2:1

8. Dezember 2017 um 16:56 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Foto: Thomas Hodel

Foto: Thomas Hodel

Die Young Boys gewinnen ein sehr dürftiges Spiel gegen den albanischen Vertreter Skënderbeu nicht unverdient mit 2:1 und beenden die diesjährige Europapokal Kampagne auf dem 3. Platz.

Das Gute vorneweg: Adi Hütter rotierte fleissig durch und gab vielen Spielern, die bisher kaum auf Spielzeit kamen, die Chance sich zu beweisen. Hoarau gab sein Stammelf Comeback und trifft wieder aus dem Spiel heraus. Bertone ist nach langer Verletzungspause zurück und übernimmt gleich wieder Verantwortung. Die Gelbschwarzen kämpften verbissen bis in die Nachspielzeit und das Karma haust zurzeit im Wankdorf, so dass sich YB zumindest mit einem Sieg aus dieser EL Gruppenphase verabschieden konnte.

«Es war sicherlich kein Leckerbissen», meinte Adi Hütter nach dem Spiel und dabei dachte er nicht einmal an die ereignislose erste Halbzeit. Trotzdem sah er eine sehr bemühte Mannschaft, die auf einer schwierigen Unterlage, bis in die Nachspielzeit kämpfte, um in allerletzter Sekunde die Rote Laterne abzugeben. Natürlich liess die auf 9 Positionen veränderte Mannschaft die Automatismen vermissen, doch auch so war der gute Spirit im Team deutlich spürbar.

Karma gut, alles gut! Nachdem bereits Hoarau, nach herrlicher Hereingabe von Aebischer, mit dem Kopf für den umgehenden Ausgleich besorgt war, erledigte Assalé in der Nachspielzeit der Nachspielzeit den Rest und somit das Laientheater Skënderbeu.

Einen besonderen Dank und ein dickes Kompliment geht an dieser Stelle an den Walisischen Schiedsrichter Evans, der sich ab den vielen Unsportlichkeiten und Spielverzögerungen der Albaner, nie aus der Ruhe bringen liess. So hat er einen simulierenden Spieler auch mal eine Weile an der Seitenauslinie warten lassen, bevor er ihm Einlass gebot und sich dieser wieder irgendwo auf dem Spielfeld hat hinlegen können.

Auch wenn diese Europapokal Kampagne nicht wie gewünscht verlaufen ist, so konnte die junge Mannschaft einiges lernen und wichtige Erfahrungen sammeln, darum freuen wir uns bereits heute wieder auf das nächste Mal, wenn es wieder heisst: «Mit üsere gäubschwarze Droge ufem Trip dür Europa!»

Noten:

Wölfli 4,5 – Das YB Urgestein durfte wieder einmal ran und machte seine Sache gut. War kaum beschäftigt aber rettete einmal bärenstark.

Mbabu 4 – Defensiv zwar ohne gröbere Schnitzer aber auch irgendwie «lauffaul». Ausserdem konnte er im 4-3-1-2 kaum zu seinen gefürchteten Flügelläufen ansetzen. Da haben wir schon bessere Spiele von ihm gesehen.

Bürki 4 – Stand beim Gegentreffer mit Wölfli am Ende einer Fehlerkette, erledigte aber sonst das, was man von ihm verlangte.

Wüthrich 4 – Teils gute Spieleröffnung aber auch er hatte, aufgrund fehlender Spielpraxis, seine Unsicherheiten.

Joss 3,5 – Vermochte seine Chance nicht zu nutzen. Musste sich ein, zwei Mal ausdribbeln lassen und gegen Vorne stand ihm wie Mbabu der Flügel im Weg.

Schick 4 – Versuchte gleich zu Beginn Zeichen zu setzen aber tauchte danach ab.

Aebischer 4,5 – Mit dem einen oder anderen Stockfehler aber war sehr bemüht und schlug eine herrliche Flanke zum schnellen 1:1 Ausgleichstreffer.

Moumi Ngamaleu 3 – Blieb während 95 Minuten blass.

Teixeira 4,5 – Wollte bei seinem erst dritten Einsatz in gelbschwarz unbedingt zeigen was er kann, was ihm trotz der daraus folgenden Verkrampfung ab und an gelang.

Hoarau 5 – Hatte zuerst kaum Zugang zum Spiel und traf dann doch herrlich zum eminent wichtigen 1:1.

Nsame 4 – Er wird froh sein kommt die Winterpause. Kämpferisch, aber zu wenig durchschlagskräftig.

Bertone 5 – Welcome back Leo! Die Mannschaft hat dich vermisst.

Assalé 6 – Blieb während dem ganzen Spiel ohne Fehler und bestrafte die Unsportlichkeit der Albaner auf die schönste Weise.

Cup: BSC YB – FC St. Gallen 2:1

1. Dezember 2017 um 18:23 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Geschrieben von Questra

________________________

 

Giorgio Contini schien seine Mannen in der Garderobe richtig heiss für diesen Cup Viertelfinal gemacht zu haben: gleich die Hälfte der St. Galler Feldspieler lief in kurzärmligen Shirts auf. Wenn die Espen damit ein Zeichen in Richtung der Gelbschwarzen haben schicken wollen, ging die Rechnung nicht auf. Von solchen Kleinigkeiten lässt sich das YB Ausgabe November 2017 nicht beeindrucken. Den St. Gallern wehten im winterlichen Wankdorf nicht nur die Schneeflocken ums Gesicht, auch die Berner Wirbelwinde sprühten vor Spielwitz und Lauffreude. Sie sorgten dafür, dass die Ostschweizer trotz der kurzen Shirts gehörig ins Schwitzen kamen.

Der Leader trat zuhause auf, wie man es sich von ihm erhoffen durfte. Dominant, überlegen, stark. Als der erste, nennen wir ihn Abschluss, auf das Berner Tor kam, führten diese längst und hatten dazu bereits einige der besten Möglichkeiten ausgelassen. Denn das St. Galler Tor wurde von der ersten Minute an unter Beschuss genommen. Sow scheiterte bereits nach wenigen Sekunden mit einem Weitschuss an Cup Goali Stojanovic. Nsame lief alleine auf ebendiesen zu, doch vergab. Lotomba wurde nach tollem Zusammenspiel Sulejmanis und Assalés freigespielt, sein Abschluss aber vom Arm eines St. Gallers abgelenkt. Und die beste Chance bot sich Fassnacht, der, von Nsame perfekt eingesetzt, plötzlich keinen Gegenspieler mehr vor sich hatte. Fassnacht, Assalé und Sow konnten unbehindert aufs St. Galler Gehäuse zurennen und schafften es, das Tor nicht zu erzielen. Einerseits parierte Stojanovic stark, andererseits verpasste Fassnacht den Moment des Abspiels. Und trotzdem führten die Young Boys: Assalé fand zum Toreschiessen zurück. Der kleinste Berner erzielte den Führungstreffer nach einer perfekten Mbabu Flanke per Kopf.

Doch nicht nur die Offensive glänzte, auch der Abwehrverbund um die erneut überragenden von Bergen und Nuhu liess in der ersten Hälfte nichts zu. Und selbst das ist noch untertrieben. So waren die einzigen Gefahrenmomente übelste Foulspiele der St. Galler. Wie Lüchinger nach zwei solchen Grätschen die erste Hälfte beenden durfte, weiss allein Schiedsrichter Klossner.

Wer fürchtete, dass sich die vergebenen Chancen in Hälfte zwei vielleicht rächen könnten, dass die St. Galler vielleicht doch bereit sein könnten mitzuspielen, dass es vielleicht doch noch ein Cup Fight geben würde, sah sich so was von getäuscht. Von den Ostschweizern kam lange nichts. Auch, weil die Hausherren nichts zuliessen. Es war beeindruckend zu sehen, wie reif sich diese junge Mannschaft in diesem Viertelfinal präsentierte.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Führung der Berner ausgebaut war. Und wieder war es Assalé, der traf. Diesem Tor ging ein weiterer klasse lange Ball von Lotomba voran, dieses Mal lancierte er den unermüdlichen Sulejmani. Obwohl der Ball etwas zu lang schien, gab ihn der Serbe nicht auf. Der aus dem Tor eilende Stojanovic war an der Grenze des Torraums zwar knapp vor Sulejmani am Ball, konnte mit dem Fuss aber nicht befreien, sondern schoss Sulejmani ab. Der Prellball landete im Sechzehner, wo Assalé keine Mühe hatte, ihn ins verlassene Tor zu schieben.

Gefährlich waren die St. Galler bis dahin nur durch einen Aleksic Freistoss geworden, den David von Ballmoos aber sicher über die Latte lenkte. Aus dem Spiel heraus konnten  die Ostschweizer keine Chancen kreieren. Und doch wurde es kurz vor Schluss noch einmal spannend. Nach einem Eckball stimmte die Zuordnung in der YB-Defensive für einmal nicht, Haggui profitierte von einer abgelenkten Flanke und konnte am weiten Pfosten einnicken. Obwohl die St. Galler in den Schlussminuten anrannten, wirklich in Gefahr kam dieser verdiente YB-Sieg nie. Die Young Boys qualifizierten sich erstmals seit 2009 wieder für einen Halbfinal und empfangen im 2018 den FC Basel.

Die Noten (der erstmalige Halbfinaleinzug seit 2009 gibt jedem +0,5 Notenpunkte)

von Ballmoos 6/ Wie bewertet man einen Torhüter, der nichts zu tun hat? Man würdigt seine bisherigen Leistungen. Ganz stark was er in seiner ersten Saison auf höchstem Niveau bisher abliefert.

Lotomba 5/ Hinten sicher, nach vorne manchmal zu ungestüm oder nicht clever genug. Toller Ball auf Sulejmani vor dem 2:0.

von Bergen 5,5/ Der Chef im Abwehrzentrum. Liess nichts zu.

Nuhu 5,5/ Seine ersten Pässe und Seitenverlagerungen waren überragend.

Mbabu 5,5/ Perfekte Flanke zum 1:0. Auch wir haben Aussenverteidiger, die Spiele entscheiden.

Sulejmani 5,5/ Der einstige Schönwetterspieler ackerte im winterlichen Schneetreiben unermüdlich. In dieser Form enorm wertvoll.

Sow 5,5/ Hat körperlich zugelegt, arbeitete stark defensiv, gewann viele Bälle, verteilte diese umsichtig.

Aebischer 5/ War nicht ganz so stark wie Sow, aber half überall aus. Ein wichtiger Arbeiter.

Fassnacht 4,5/ Kämpfte, rannte, schoss, versuchte viel und scheiterte oft, traf falsche Entscheidungen.

Assalé 5,5/ Schoss die Tore, war viel unterwegs, fleissig. Eigentlich hätte er für seinen Torjubel Abzüge verdient.

Nsame 4,5/ Er war stets bemüht, trifft es nach diesem Spiel. Vergab eine Grosschance, war aber immer anspielbar. Liess seine Kaltblütigkeit etwas vermissen.

Schick 4,5/ Kam in der 70. Minute für Sulejmani. Klebte mehr an der Seite. Opferte sich in der Schlussphase, als er fürs Zeitspiel gelb sah und nun gesperrt fehlt. Nicht ganz so schick gemacht.

Hoarau 4,5/ Wurde in der 72. Minute für Nsame eingewechelt. Noch nicht in alter Form, aber er ist wieder da und kämpft sich zurück. Hob beim Gegentor aber das Offside auf.

Ngamaleu 4,5/ In der 82. Minute für Nsamé. Eigentlich zu kurz für eine Benotung, aber was solls. Wir stehen im Halbfinal, heute war jeder wichtig.

FC Lugano – BSC YB 1:2

27. November 2017 um 14:42 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war bestimmt keine Glanzleistung: Der YB-Auftritt wirkte von Beginn weg uninspiriert und ideenlos. In der Angriffsauslösung wurde zu oft mit langen Bällen operiert und der Chip hinter die gegnerische Abwehr wurde recht schnell als Stilmittel enttarnt und von den Lugano-Haudegen rigoros geklärt. Zu allem Übel hatten die Gelb(schwarz)en auch noch mit dem Wind zu kämpfen.

Die Folge aus all diesen Faktoren: Ein leichtes Übergewicht was den Ballbesitz betraf, aber nichts Zählbares. Lugano indes bewies, wieso sie die letzten vier Spiele ungeschlagen blieben: Eine solide und kompromisslose Defensive bildet das Fundament für schnelle und zielstrebige Konter. Das wirblige Duo Mariani/Gerndt sorgte für einige Aufreger, blieb jedoch (genauso wie Ngamaleu bei der einzigen YB-Chance) glücklos. Adi Hütter gefielen die ersten 45 Minuten überhaupt nicht. Mehrmals sprang er von seiner Bank auf und erklärte seinen Burschen lautstark, dass er es anders haben möchte.

In der Pause nahm er deshalb auch zwei Änderungen in seiner Kampfmannschaft vor: Für Nsame und Fassnacht kamen Hoarau und, etwas überraschend, Thorsten Schick zum Einsatz. Und letzterer schien mit der Wut im Bauch, seine bisherige Auswärtsschwäche beseitigen zu wollen. Sowohl gegen den Ball, wie auch im Spiel nach vorne, brachte Schick neuen Schwung in die Mannschaft. Seine rasch gespielten Flanken brachten deutlich mehr Gefahr, als die Stand-Dribblings der ersten Halbzeit.

Nach gut 70 Minuten verpuffte aber auch die neue Energie vorerst ergebnislos. Lugano gelang es vermehrt, sein Spiel aufzuziehen und mit schnellen Kontern für Gefahr zu sorgen. Gerade in der Phase, als man sich langsam aber sicher mit dem Punkt zufriedengeben wollte, setzte sich der eben eingewechselte Sulejmani den Ball für eine Freistossflanke. Dachte man. Der Serbe, dessen linker Fuss an die Virtuosität des Gitarrenspiels Jimi Hendrix’ erinnert, jagte den Ball mit Schmackes in den Winkel! Kurz darauf schlug ein weiterer Joker zu: Schick wurde von Lotomba herrlich lanciert und der Österreicher blieb vor dem Tor eiskalt.

In der Nachspielzeit gelang Lugano der Anschlusstreffer, was noch für ein kurzes Zittern sorgte. Doch am Ende behielt der Leader aus Bern die Oberhand. Dank Miralems Genialität, Schicks Überzeugung und dem goldenen Händchen unseres Lieblingsösterreichers, hält YB den Vorsprung bei sieben Punkten.

Die Noten

Von Ballmoos 4,5/ Teilweise fürchterliche Abstösse in der ersten Halbzeit, oft dem Wind geschuldet. In der Schlussphase mit wichtigen Interventionen.

Mbabu 4/ Er sah mindestens eine gelbe Karte und war in etliche Nickligkeiten verstrickt. Sicher nicht sein bester Auftritt in Gelbschwarz, trotzdem solid.

Nuhu 4,5/ Wirkte neben von Bergen gleich wieder viel sicherer. Risikierte ab und zu etwas viel, passiert ist jedoch nichts.

Von Bergen 5/ Relativ früh war zu sehen, weshalb von Bergen der absolute Chef in der Abwehr ist – und wie viel stärker diese mit ihm ist.

Lotomba 5/ Sehr engagierter Auftritt von Lotomba, der für seinen Assist beim 2:0 eine halbe Note supplément erhält.

Fassnacht 3,5/ Rieb sich in der ersten Halbzeit in vielen Zweikämpfen auf und wurde selten vernünftig angespielt. Musste in der Pause Schick weichen.

Sow 4,5/ Hat einen guten Lauf. Im Tessin mit vielen wichtigen Zweikämpfen und grossem Einsatz.

Aebischer 4,5/ Die beiden RS-Kollegen ergänzen sich gut, auch Aebischer taut langsam auf. Kann im Abschluss noch überzeugter agieren.

Ngamaleu 4/ Vergibt in der ersten Halbzeit die beste YB-Chance. Ansonsten fleissig, aber glücklos.

Nsame 3,5/ Unglücklicher Auftritt, war oftmals einen Schritt zu spät und kam selten in gute Abschlusspositionen.

Assalé 4/ Oft hart attackiert, blieb Assalé einige Male im letzten Moment hängen. Muss am Donnerstag seinen Tor-Knoten wieder lösen.

Hoarau 4/ Kam bereits in der Pause und war gleich in einige Szenen verwickelt. Strahlte aber noch zu wenig Torgefahr aus.

Schick 5/ Keine einfachen Zeiten für den Grazer, der meist aussenvor bleibt. Heute mit einem sehr starken Lebenszeichen, nicht nur wegen des Treffers.

Sulejmani 5,5/ Verlängern, merci!

 

Partizan Belgrad – BSC YB 2:1

25. November 2017 um 10:12 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es sollte nicht sein: Auch die letzte der etlichen Hereingaben von Sulejmani verpassen alle YB-Akteure vor dem Partizan-Tor. Der Ausgleich gelingt nicht – YB verliert und scheidet aus.

Dabei wäre auch in diesem Spiel mehr möglich gewesen. Eine Aussage, die beinahe auf jedes Europa-League-Spiel dieser Kampagne zutrifft. Im Gegensatz zu anderen Jahren, in denen man sehr knapp ein Weiterkommen verpasst hat, scheitert man jetzt zum zweiten Mal in Serie vorzeitig.

Keine Ausrede aber sicher eine Erklärung, ist die Zusammenstellung der gestrigen Equipe: 22,9 Jahre betrug das Durchschnittsalter zu Beginn des Spiels. Sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Halbzeit kommt der Gastgeber besser ins Spiel: Partizan geht nach 13 Minuten in Führung. Dieses Tor kommt einem Weckruf gleich, YB agiert nun aktiver und versucht das Spiel zu machen. Ngamaleu gelingt nach 25 Minuten im Anschluss an einen Eckball der verdiente Ausgleich. Die Berner sind bis zur Pause das aktivere Team, kann aber zuwenig Druck auf das gegnerische Tor ausüben.

Nach der Pause geht Partizan nach einem schönen Konter wieder in Führung. Dem Treffer haftet aber der Makel einer Abseitsposition an und hätte, zum Pech für YB, nicht zählen dürfen. In der Folge entwickelt sich die Partie phasenweise zu einem Fehlpassfestival auf beiden Seiten. Besonders Wüthrich und Benito machen in dieser Phase einen fahrigen Eindruck, doch auch im Sturm werden viele falsche Entscheidungen getroffen. Assalé verpasst oftmals den Moment des Abspiels und Nsame hat Mühe ins Spiel zu kommen. Die Einwechslung von Hoarau bringt ein wenig Struktur zurück und YB versucht in der Schlussphase noch den Ausgleich zu erzwingen. Doch entweder steht noch irgendwo ein Partizan-Bein im Weg, oder man verpasst – wie eingangs erwähnt – die Hereingaben knapp. Ein 2:2 hätte YB nochmals die Möglichkeit gegeben, im letzten Spiel mit einem Sieg gegen Skenderbeu auf einen gleichzeitigen Kiew-Sieg gegen Belgrad zu hoffen. Doch daraus wird nichts: Partizan holt sich die drei Punkte und überwintert europäisch. Auf YB wartet noch ein Kehrausspiel gegen Skenderbeu, bei dem wohl mit einem Minusrekord im Wankdorf zu rechnen ist.

Unter dem Strich wäre in dieser Kampagne mehr drin gewesen. Doch wie Trainerfuchs Adi Hütter nach dem Spiel sagt: “Drei Unentschieden und zwei Niederlagen sind zuwenig.”

Noten

Von Ballmoos 4,5/Machtlos bei den Gegentoren, ansonsten sicher. Konnte sich nicht allzu häufig auszeichnen.

Mbabu 4,5/ Bester, weil “unfahrigster” Verteidiger. Setzte sich Offensiv weniger durch als auch schon.

Nuhu 4/ Licht und Schatten wechselten sich ab. Sein Standard-Partner Von Bergen hat ihm aber in der einen oder anderen Szene gefehlt. Zum Organisator fehlt noch ein Stück.

Wüthrich 3,5/ In der YB-Schwächephase Mitte der zweiten Halbzeit der fehlerhafteste Akteur. Liess sich einige Male zu einfach ausspielen.

Benito 4/ Liess sich in der zweiten Hälfte zu Fehlern hinreissen, die er nicht immer ausbügeln konnte. Sein Ballverlust führt zum 1:2. Ansonsten aber mit einer gesunden Härte und aktivem Auftritt.

Ngamaleu 4,5/ Der Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 dürfte ihm etwas Auftrieb geben. Traf in der zweiten Halbzeit ab und zu die falsche Entscheidung oder wurde von Assalé ignoriert.

Sow 4,5/ Nicht mehr ganz so stark wie gegen den FCZ aber immer noch solide. Mit 2-3 Top-Zuspielen in die Spitze – genau die Pässe, die oftmals vermisst wurden.

Aebischer 4/ Sehr bemüht, aber oftmals etwas fahrig. Schaffte es nicht immer, genügend Präzision in seine Aktionen zu packen.

Sulejmani 5/ Der produktivste YB-Spieler. Kreierte einige vielversprechende Szenen über die Seite, die leider allesamt nicht verwertet wurden.

Nsame 4/ Etwas unglücklicher Auftritt des Kameruners, der oftmals einen Schritt zu spät kam.

Assalé 4/ Vergisst bei einigen Aktionen seine Mitspieler und versucht es alleine. Das ist für einen Stürmer zwar normal, die Balance muss er aber noch finden.

 

Hoarau/Fassnacht keine Note/

BSC Young Boys – FC Zürich 2:1

20. November 2017 um 14:14 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Auch gegen den FC Zürich feiern die Young Boys einen Heimsieg. (Foto: Thomas Hodel)

Auch gegen den FC Zürich feiern die Young Boys einen Heimsieg. (Foto: Thomas Hodel)

Lang war sie die Natipause und die Freude entsprechend gross als es endlich wieder gelbschwarzen Fussball zu sehen gab. Zu Gast beim Leader – der Aufsteiger. Mit der gestählten Brust eines Tabellenführers und der Selbstverständlichkeit eines Seriensiegers machten sich die Berner auf, die 20’000 Zuschauer zu beglücken und den Löwen zu erlegen.

Es sollte nicht das Spektakelspiel werden, welches üblicherweise zwischen diesen zwei Mannschaften zelebriert wird. Dies lies Fortes Catenaccio nicht ansatzweise zu. Zu gross war die Angst vor einer Klatsche, wie sie zuletzt der FC Sion (5:1), der FC St. Gallen (6:1) oder der FC Luzern (4:1) erleiden mussten. Die Statisten aus Zürich versuchten ohne Umschweife, in einem ultradefensiven 5–3–2, mindestens einen Punkt zu er-mauern oder eventuell sogar durch einen schnellen Gegenstoss die volle Punktezahl aus dem Wankdorf zu entführen. Uli wird nach dem Spiel zu Protokoll geben, dass der Plan beinahe aufgegangen wäre. Beinahe. Doch eigentlich ging es beinahe nur in eine Richtung. Die Räume und Chancen der Young Boys waren knapp bemessen, doch kam man gleichwohl zu guten Abschlussmöglichkeiten durch Assalé und Fassnacht, die in Halbzeit 1 jedoch beide ihren Kopfball nicht wunschgemäss auf das Tor von Vanins brachten.

Den kurzzeitigen Rückstand, nach einem unglücklichen Abwehrversuch unseres Toptorschützen Nsame machte es den Hausherren in der Folge zwar kaum einfacher Räume vorzufinden oder Chancen zu kreieren, doch liess man sich nie aus der Ruhe bringen und korrigierte das Resultat nur zwei Minuten später. Assalé war einmal mehr nur durch ein Foul vom Ball zu trennen und Miralem Sulejmani verwandelte den fälligen Penalty.

Auch wenn die Young Boys in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit nicht ganz so dominant auftraten wie zu Beginn der Partie, so bestand kaum je Zweifel daran wer die Punkte in diesem einseitigen Spiel einfahren würde. So kam es zur 84. Minute und dem Auftritt der 3 Musketiere, den YB-Teen-Avengers, den Matchwinnern des gestrigen Abends. Freistoss des überragenden und omnipräsenten Sows, Kevin «The Machine» Mbabu schraubte sich in der Mitte hoch und köpft den Ball Richtung Tor, wo der nicht zu bändigende Assalé, eng umklammert von Pa Modou, vorbei am fangbereiten Vanins, zum entscheidenden und hochverdienten 2:1 traf. Es wäre dies der uneingeschränkte Höhepunkt des gestrigen Spitzenspiels gewesen, wenn sich in der YB-Viertelstunde nicht Gui von der Bank erhoben und sich zum Aufwärmen aufgemacht hätte. Ein Raunen ging durchs Stadion und brandete in einer Standing Ovation, als nach zweimonatiger Verletzungspause unsere gefährlichste Waffe endlich wieder auf dem Platz stand.

Guillaume Hoarau ist zurück, die Jungs grüssen nach wie vor mit 7 Punkte Vorsprung von der Tabellenspitze, Adi Hütter und Roger Assalé verlängern ihre Verträge – läuft bei YB oder wie hiess es einst so schön? YB macht glücklech!

Noten:
Von Ballmoos: 4,5 Ohne Fehler und ohne Schuld beim Gegentor. Weiter hatte er kaum Chancen sich auszuzeichnen.
Mbabu: 6 Man kann sich nur immer und immer wieder wiederholen, dieser Mann ist über rechts nicht aufzuhalten.
Von Bergen: 4,5 Unauffälliges und fehlerfreies Spiel des Capitanos. Musste nach 57 Minuten verletzt vom Feld. Gute Besserung!
Nuhu: 4,5 Sicherte mit Steve die IV und liess Michi und Dwamena keinen Raum für Chancen.
Lotomba: 5 Defensiv klasse und offensiv immer mutiger.
Sulejmani: 5 Der Schönwetterfussballer ist längst zum Arbeiter und «Chrampfer» mutiert. Sorgt vorne für Unruhe und hinten für Unterstützung.
Sow: 6 SoWow! Was für eine Partie!? Eroberte die Bälle und die Herzen der Zuschauer. Kämpfte defensiv und brillierte offensiv! Überragendes Spiel von Djibril!
Sanogo: 4,5 Gewohnt zweikampfstark aber auch mit ein, zwei Stockfehlern.
Fassnacht: 4 Nicht so auffällig und durchschlagskräftig wie auch schon in dieser Saison. Es ist dies die Zeit zu beissen und Lehrgeld zu bezahlen.
Nsame: 4 Auch unser Top Torschütze war schon mal auffälliger unterwegs. Zudem mit einem unglücklichen Eigentor.
Assalé: 6 Von der ersten bis zur letzten Minute wirblig und ein stetiger Gefahrenherd. Röschu war nicht vom Ball zu trennen und brachte immer (s)einen Fuss an den Ball.
Wüthrich: 5 Kam nach einer Stunde für von Bergen und erledigte seine Arbeit konzentriert, souverän und cool.
Moumi Ngamaleu: 4 Ersetzte nach 69 Minuten Fassnacht. War agil, gewillt aber unglücklich im Abschluss.
Hoarau: ! Welcome back! Schön dich wieder dabei zu haben!

FC Basel – BSC Young Boys 1:1

6. November 2017 um 14:45 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Lange ist es her, seit es in einem Spiel Basel – YB im Joggeli spürbar um mehr als «nur» Prestige ging. Für einmal ging YB mit einem Punktevorsprung ins Rennen und Trainer Hütter stellte seine Elf nicht nur nominell, sondern auch taktisch etwas um. Für Lotomba und Nsame begannen Benito und Ngamaleu. Die Ausrichtung war etwas defensiver und kontrollierter als sonst, im Wissen, dass YB ein Unentschieden deutlich mehr bringt als den Baslern. Zudem ermöglichte die Umstellung auch Optionen für allfällige Wechsel.

Den über 30’000 Zuschauern bot sich ein Kampfspiel, das von Zweikämpfen und wenig zusammenhängenden Szenen geprägt war. Beide Teams verteidigten stark und kamen im Ballbesitz kaum zu gefährlichen Aktionen. Zu aufsässig waren beide Mannschaften, zu unpräzise die Pässe in die Spitze. Obwohl der FCB leichte Vorteile punkto Ballbesitz verzeichnen konnte, gehörte die beste Chance YB: Sulejmani reagierte am gegnerischen Strafraum am schnellsten und konnte mit seinem schwächeren Fuss abschliessen. Doch Vaclik war zur Stelle und vereitelte einen Basler Rückstand.

Nach der Pause wirkte Basel etwas entschlossener und liess YB nicht mehr viel Raum zur Entlastung. Die Gelbschwarzen verteidigten aber solid und liessen eigentlich nichts zu, bis Nuhu im Strafraum zu einem Dribbling ansetzte, den Ball etwas spät zu Sanogo passte, dieser bei der Ballannahme patzte und im Anschluss den Ball verlor. Serey Die fasste sich ein Herz und schloss stark in die untere, rechte Ecke ab. Von Ballmoos, der in der ersten Halbzeit eine Fleischwunde unter dem Auge verarzten lassen musste, war zwar dran, konnte den Ball auf dem nassen Rasen aber nicht entscheidend ablenken.

YB brauchte einige Minuten, um wieder in den Tritt zu kommen. Hilfreich war dabei die Einwechslung von Topscorer Nsame, der sich sofort ins Spiel einfand und mit seiner physischen Präsenz den gegnerischen Verteidiger das Leben schwer machte. Das Team bewies die zuletzt häufig zitierten Mentalität und Kampfgeist und arbeitete sich schrittweise nach vorne. Ein Konter führte nach rund 80 Minuten zu einem Freistoss. Den Ball von Sulejmani brachte keiner aufs Tor, doch der Rebound landete bei Mbabu. Der umkurvte seinen Gegenspieler wie einen Schuljungen und fand in der Mitte Nsame, der mit der Hacke wunderschön zum Ausgleich traf.

Ein verdienter Punkt, der das 7-Punkte-Polster erfreulicherweise aufrecht erhält. YB hat gezeigt, dass die Mannschaft reifer ist als in den Jahren zuvor. In der Natipause soll sich nun jeder erholen (Gute Besserung Jean-Pierre!) damit wir am Sonntag in einer Woche Zuhause den FCZ würdig empfangen können. Hopp YB!

 

Die Noten

Von Ballmoos 5/ Biss trotz Fleischwunde unter dem Auge durch und liess sich nichts anmerken. Beim Gegentor ist er dran, der Ball springt im dümmsten Moment auf.

Mbabu 5,5/ Defensiv sehr konzentriert und zweikampfstark. In der Offensiv nicht so viel Platz wie sonst – aber bei einer der weniger Aktionen entscheidend. Toller Assist.

Von Bergen 5,5/ Starker Auftritt des Captains. Der Abwehrverbund liess kaum etwas zu.

Nuhu 4,5/ Schwankte zwischen Welt- und Kreisklasse. Defensiv absolut Top, allerdings mit zwei, drei non-chalanten Aktionen. Legte sich sogar noch mit dem Publikum an, fand aber danach glücklicherweise wieder in die Spur.

Benito 5/ Begann für Lotomba und rechtfertigte seine Nominierung durchaus. Robuster Auftritt auf der deutlich belebteren Basler Seite.

Ngamaleu 4/ War bemüht, kämpfte aber glücklos. Hatte in der ersten Halbzeit einige gute Ideen, verstolperte aber einige Male den Ball oder wurde – meist von Assalé – nicht angespielt.

Aebischer 4,5/ Wehrte sich gut und fing diverse Bälle ab. In der zweiten Halbzeit dann etwas weniger präsent.

Sanogo 5/ Doofer Ballverlust vor dem Gegentor wegen einer schlechten Ballannahme. Solche Szenen wurden aber auch schon abgepfiffen. Sonst aber der Chef auf dem Platz.

Sulejmani 5/ Defensiv so engagiert wie selten, die Standards nur mittelmässig. Aber Sulejmani gab nicht auf und war auch am Ursprung des Freistosses sowie an dessen Ausführung beteiligt.

Fassnacht 4/ Fand nicht so recht ins Spiel und konnte seine Schnelligkeit zu wenig ausspielen. Gefällt auf dem Flügel besser.

Assalé 4/ Natürlich ist Roger ein wirbliger und fleissiger Stürmer, der für YB Gold wert ist. Gestern fiel er aber vor allem durch vertändelte Konter, zu späte Abspiele oder schlechte Flugeinlagen auf. Das kann er definitiv besser.

Nsame 6/ Das Tor allein ist die Höchstnote wert. Ansonsten: So stellt man sich den Auftritt eines Jokers vor.

Lotomba und Sow keine Note

BSC Young Boys – Dynamo Kiew 0:1

3. November 2017 um 13:05 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es stimmte vieles und doch fehlte am Ende das kleine Bisschen um den Abend erfolgreich abzuschliessen. Die Young Boys begannen stark, störten den Gegner früh und schalteten blitzschnell um, so dass Kiew gar nicht erst ins Spiel fand. Sow und Aebischer spielten im Mittelfeld gross auf, kämpften um jeden Ball, vertraten den gesperrten Sanogo ohne Fehl und Tadel. Die Verteidigung stand sicher und nach schnellem Umschalten ging es jeweils über die Seiten in die gegnerische Platzhälfte, die Stürmer liefen in die Tiefe und verpassten das Zuspiel nur um ein kleines Bisschen. Es war wie verhext! Um sich einer Biermetapher zu bemühen: Es war wie ein Schluck aus dem alkoholfreien Bier, welches im Stadion an europäischen Spielen ausgeschenkt wird. Es sieht aus wie Bier, es schmeckt (manchmal sogar ein bisschen) nach Bier aber die euphorisierende Wirkung bleibt aus – egal wie oft man daran nippt.

Nach einem Sulejmani Eckball in der 16. Minute fehlte nur ein kleines Bisschen, doch Nuhu köpfte den Ball an den Pfosten und der Nachschuss Nsames «klärte» der unglücklich kämpfende Assalé auf der Linie. Freistoss Sulejmani, geblockter Schuss Sow und wieder Nsame der aus spitzem Winkel das Tor nur um ein kleines Bisschen verfehlte. Zugegeben, es waren zumeist die ruhenden Bälle, welche zu akuter Torgefahr führten, denn aus dem Spiel heraus war der letzte Pass jeweils ein kleines Bisschen zu ungenau. Und was war mit Kiew? Fehlte der abgewanderte Yarmolenko oder der verletzte Mbokani? Dies war sicher mit ein Grund, weshalb die Ukrainer kaum einmal gefährlich vor dem YB Tor auftauchten. Doch vor allem standen die Mannen von Adi Hütter solid und setzten den Gameplan perfekt um. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis sich dies auch auf dem Totomat ersichtlich zeigen würde. So dachte man.

Auch wenn Dynamo nach der Einwechslung von Kravets etwas agiler auftrat und die schmutzigen Fouls sowie das unfaire Zeitspiel nach und nach beim Heimteam Wirkung zeigte, hatten die Gelbschwarzen auch nach dem Seitenwechsel mehr vom Spiel. 17 zu 5 Eckbälle und 17 zu 8 Torschüsse reichten jedoch nicht aus um den ersten Sieg in der diesjährigen Europa League Kampagne zu bewerkstelligen. Der wohl einzige Fehler, des ansonsten stark aufspielenden Lotombas, am gestrigen Abend oder sagen wir es war eine falsche Entscheidung, nutzten die Gäste zum entscheidenden 0:1 Siegtreffer. Denn Sulejmani verfehlte das Tor, bei seinem indirekten Freistoss aus 11 Metern, mehr als nur ein kleines Bisschen und Aebischers Weitschuss parierte der Kovalersatz Bushchan.

Mund abwischen und das Spiel gegen Basel aus dem Hinterkopf in den Fokus rücken!

Noten:
Von Ballmoos: 4,5 War nicht allzu sehr beschäftigt, doch erledigte, was zu erledigen war.
Mbabu: 4,5 Beackerte in gewohnter Manier seine rechte Seite, doch auch seine Flanken waren zu ungenau.
Von Bergen: 4 Defensiv solid aber Schwierigkeiten mit dem ersten Pass.
Nuhu: 5 Gegen Hinten souverän und gegen Vorne ohne Fortune.
Lotomba: 4,5 Unterband mehrere Gegenstösse nach Konter des Gegners und machte auch sonst fast alles Richtig, bis auf das eine Mal in der 70. Minute.
Fassnacht: 4 Kämpfte und lief viel, doch auch ihm gelang kaum etwas Zählbares.
Sow: 5 Gute Leistung des Youngsters. Stark am Ball und kämpferisch unterwegs.
Aebischer: 5 Bester Spieler auf dem Platz. Immer anspielbar, mit gutem Auge für die Mitspieler und zweikampfstark.
Sulejmani: 4 Sein Visier war gestern definitiv falsch eingestellt, aber viel unterwegs und sehr bemüht.
Nsame: 4,5 Hatte die eine oder andere Chance doch verpasste auch gestern seinen ersten Treffer in der EL.
Assalé: 4 Meist einen Schritt zu spät und mit einigen Fehlpässen. Das war nicht sein Spiel gestern.
Moumi Ngamaleu: kam in der 73. Minute für Nsame.
Schick: kam nach 81. Minuten für Fassnacht.

Michel Aebischer konnte seine starke Leistung nicht mit einem Tor krönen. (Foto: Thomas Hodel)

Michel Aebischer konnte seine starke Leistung nicht mit einem Tor krönen. (Foto: Thomas Hodel)

FC Luzern – BSC YB 0:1

23. Oktober 2017 um 18:57 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

In Zusammenarbeit mit Jänu

****

In Luzern fanden die Young Boys zurück in die Erfolgsspur. Nach dem enttäuschenden Resultat in Lausanne waren es nun wieder drei Punkte, die YB von einem Auswärtsspiel mit nach Hause nehmen konnte.

Der Leader startet jedoch verhalten ins Spiel und es war das Heimteam, das durch Juric und Kutesa zu den gefährlicheren Abschlüssen kam. YB steigerte sich aber kontinuierlich und näherte sich dem Luzerner Tor langsam an. Geprägt wurde die Partie in dieser Phase auch von vielen Unterbrüchen und Provokationen beider Teams. YB packte (endlich) wieder die Härte aus, die uns zu Beginn der Saison beeindruckt hat – übertrieb es aber auch ab und zu mit unnötigen Aktionen.

Kurz vor der Pause schliesslich der Höhepunkt der ersten Halbzeit: Nach einem wunderbaren Zuspiel von Aebischer (inkl. anschliessendem Foul), lupfte Sulejmani den Ball an Omlin vorbei ins Tor. Das sprichwörtlich wichtige Tor zum richtigen Zeitpunkt war gefallen.

Nach dem Seitenwechsel ging der YB-Steigerungslauf weiter, allerdings ohne, dass die Berner den Sack vorzeitig hätten zu machen können. Am nächsten kam diesem Unterfangen Fassnacht, der nach Assalés Vorarbeit aus bester Position zentral vor dem Tor den Ball nicht richtig traf. Auf der anderen Seite gelang es Luzern nicht mehr, für wirkliche Torgefahr zu sorgen, so dass der Sieg von YB ungefährdet blieb.

Ein Drittel der Meisterschaft ist durch. Ein Zwischenfazit zu ziehen erscheint aufgrund der vier Spielrunden an dieser Stelle sinnlos. Nebst dem Fünfpunktevorsprung ist es aber besonders schön zu sehen, dass die Mannschaft nach sieglosen Spielen, den Rank schnell findet. Auf die Niederlage in Lausanne wurde sofort reagiert und mit starken Spielen gegen Kiew und Luzern wichtige Punkte eingefahren. Eine schwächere Phase ist weit und breit keine in Sicht und die Mannschaft scheint intakt, fit und motiviert wie am ersten Tag der aktuellen Saison.

Die Noten:

Von Ballmoos 5/ Wichtiger Ablenker beim Abschluss von Kutesa. Ansonsten wenig geprüft, immer souverän.

Mbabu 4,5/ Fleissig und wirblig. Pech, dass er sein Dribbling nicht sauber abschliessen kann.

Von Bergen 4,5/ 2-3 unsaubere Angriffsauslösungen. Bestritt viele Zweikämpfe, rieb sich ab und zu mit Diskussionen auf. Fehlt gegen Sion gelbgesperrt.

Nuhu 4/ Eigentlich eine starke Leistung. Das Geplänkel vor der Schneuwly-Schwalbe war aber unnötig. Auch er holt sich die Gelbsperre ab.

Lotomba 5/ Blieb auch in der hektischen Phase der Partie ruhig. Getraut sich langsam auch in den Abschluss. Sollte Benito gegen Sion wieder einsatzbereit sein, dann soll er gleich in die IV rücken – Lotomba ist gesetzt.

Fassnacht 4/ MUSS das 2:0 erzielen, dazu eine schwache Flanke auf Nsame in der ersten Halbzeit. Ansonsten mit guten Ideen, zudem nahm er den Kampf rechtzeitig an und bot Schwegler Paroli.

Aebischer 5/ HA, haben wirs doch gesagt! Guter Auftritt des Jungspundes, toller Pass auf Sulejmani vor dem 1:0.

Sanogo 4,5/ Muss sich etwas am Riemen reissen in seinen Zweikämpfen. Gesunde Härte ist wichtig, allerdings hat er seine Arme nach wie vor nicht immer im Griff.

Sulejmani 5/ Eigentlich nicht allzu viele Szenen. Aber die Standards waren brauchbar und das Siegtor war wichtig – für uns und für ihn.

Assalé 4,5/ Omnipräsent, leitet einige gute Angriffe ein und ist ein Gefahrenherd. Traf ab und zu die falsche Entscheidung.

Nsame 4/ Bemüht aber glücklos. Entweder wählte er die falsche Variante im Abschluss oder wurde schlecht angespielt.

Ngamaleu/Schick/Sow keine Note/

BSC Young Boys – FC St. Gallen 6:1

2. Oktober 2017 um 16:45 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

———————

Gefüttert werden die Bären saisongemäss. Der Anteil an zuckerhaltigem sowie fettreichem nimmt gegen den Herbst hin dann zu, damit die Tiere sich einen Vorrat für den Winter anfressen können. Daher gelten die Mutzen gerade jetzt als besonders nimmersatt, um so mit genügend Reserven im nächsten Frühling an die begehrten Honigtöpfe zu gelangen.

Braunbaer-Braun-Baer-Ursus-arctos-brown-bear

———————

Achtung, fertig, Traumtor! Das Spiel war keine 3 Zeigerumdrehungen alt da dribbelte Roger Assalé den Grünweissen erstmals Knoten in die Beine und zirkelte den Ball herrlich in den Winkel. Es war dies der Auftakt zu einem wunderschönen Fussballnachmittag.

Gegen Skenderbeu noch geschont, kehrte mit Nuhu, Mbabu, Lotomba, Fassnacht und Nsame geballte Power in die Startelf zurück. Das Heimteam diktierte das Spielgeschehen nach Belieben und liess während 90 Minuten keine Zweifel aufkommen, wer im heimischen Wankdorf das Mass aller Dinge ist. Es rollte Angriff um Angriff Richtung Daniel Lopar. Der Gegner wurde regelrecht erdrückt und die Gelbschwarzen liessen den Gästen weder Raum noch Zeit, um selber einmal gefährlich zu werden. Zu keinem Zeitpunkt mussten die 20’098 Zuschauer um den YB Sieg zittern, denn die Berner liessen sich auch nach dem Anschlusstreffer durch Aleksic, nach einem zweifelhaften Penaltyentscheid, nicht aus der Ruhe bringen und reagierten umgehend mit dem 3:1 durch Assalé. Der Ivorer war gestern bestens aufgelegt, nicht unter Kontrolle zu bringen und stellte die St. Galler Abwehrreihen ein ums andere Mal vor unlösbare Aufgaben. Dass der Matchwinner nach 42 Minuten und einer angeblichen Tätlichkeit an Wiss vom Platz hätte fliegen können, ist vielleicht ein kleiner Schatten auf seiner Leistung, schmälert diese aber nicht im Geringsten.

Mbabu setzte seine rechte Seite unter Feuer, im Mittelfeld regierte Sanogo, Nsame behauptete Vorne gekonnt jeden Ball und Abwehrchef Steve von Bergen organisierte seine jungen Nebenmänner als gäbe es nichts Einfacheres. Der Ball lief wie an einem imaginären Schnürchen. Was YB zeigte war beeindruckender, kreativer Tempofussball. Die Defensive und die Offensive perfekt aufeinander abgestimmt und jederzeit in der Lage das Tempo zu bestimmen – ein Genuss!

Der Sieg ging auch in dieser Höhe verdient an die Hauptstädter. Dass dieser nicht noch um einiges klarer ausgefallen war, haben die St. Galler der nicht ganz optimalen Chancenauswertung der Young Boys zu verdanken, denn alleine Christian Fassnacht hätte gut und gerne noch 3 Treffer mehr erzielen können. Dem Berner Anhang war dies egal, er feierte die 6:1 Galavorstellung im Spitzenkampf lange in den Abend hinein und verabschiedete sein Team zwar nicht in den Winterschlaf aber in die wohlverdiente Nationalmannschaftspause.

Die Noten:
Von Ballmoos 5: Wurde kaum geprüft aber war da, wenn man ihn brauchte.
Mbabu 5,5: Defensiv ohne Probleme und auf Rechts viel unterwegs. Krönte seine starke Leistung mit seinem ersten Saisontreffer und dem Assist zum 4:1
Nuhu 5,5: Auch er liess defensiv nichts anbrennen. Zudem mit gewohnt sicherem ersten Pass und dem Treffer zum 5:1.
Von Bergen 5,5: Unser Abwehrchef hat zurzeit alles im Griff.
Lotomba 5: Findet sich immer besser zurecht und ist auf bestem Weg in die Stammelf.
Fassnacht 4,5: Vergab Chance um Chance ehe er (endlich) zum 6:1 Schlussresultat traf.
Sanogo 5: Regierte in gewohnter Manier das zentrale Mittelfeld.
Sow 4,5: Bis auf seine angebliche Schwalbe und der Flanke zum 5:1 ein eher unauffälliges Spiel von ihm.
Sulejmani 4,5: Viel unterwegs und mit einigen guten Zuspielen und Standards.
Nsame 5,5: Gestern mit seinem sechsten Treffer und drittem Assist in der Super League.
Assalé 6: Nicht nur wegen seinen zwei Toren und zwei Assists, der überragende Mann auf dem Platz.
Ngamaleu, Aebischer und Schick waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

Matchwinner Roger Assalé (Foto: Thomas Hodel)

Matchwinner Roger Assalé (Foto: Thomas Hodel)