Vorschau: BSC Young Boys – FC St. Gallen

29. September 2017 um 20:00 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Die ersten neun Spiele sind passé und YB kann das zweite Viertel der Saison mit einem Spitzkampf starten! Zwei Dinge kommen dabei eher unerwartet: Erstens steigt YB als Leader in den Ring und zweitens kommt der Gegner nicht vom Rheinknie sondern aus der Olma-Stadt.

Die St. Galler profitieren mitunter von der momentan sehr ausgeglichenen Meisterschaft. Nach einem etwas unkonstanten Start wurde Grünweiss zuletzt nach zwei Siegen gegen Basel und Thun nach oben gespült. Das Team von Giorgio Contini hat die Offensiv-Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt und ist dadurch nur schwer ausrechenbar. Die letzten fünf Tore gegen Basel und Thun wurden von fünf unterschiedlichen Spielern erzielt (Ajeti, Buess, Tafer, Aleksiv und Aratore). Besonders Letzterer ist bei YB ein Begriff: Beim ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison (2:2) erzielte der Basler beide Tore. Diese Partie zeigte aber auch auf, dass die St. Galler keineswegs unwiderstehlich auftreten. Bis zum Ausgleich war YB im Kybunpark die dominierende Mannschaft und liess Grünweiss kaum Raum zur Entfaltung. Die Steigerung im weiteren Spielverlauf hatte in erster Linie mit dem Nachlassen von YB zu tun.

Adi Hütter dürfte am Sonntag die bestmöglichste (und fitteste) Mannschaft auf den Platz schicken. Die Rotation hat in Elbasan leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht, umso mehr gilt es, in der Meisterschaft auf Kurs zu bleiben. In der Verteidigung werden Nuhu und Mbabu ihre angestammten Plätze wieder einnehmen. Auf links dürfte Lotomba wieder den Vorzug vor Joss erhalten, sofern er sich von seiner Blessur aus dem Sion-Spiel erholt hat. Neben Sanogo erwarten wir Djibril Sow, der langsam aber sicher den nächsten Schritt machen dürfte. Bislang haben wir zwar durchaus gute Ansätze gesehen, leider hat sich das aber noch nicht auf seine Produktivität niedergeschlagen: 0 Scorerpunkte aus 13 Einsätzen sind für einen Mittelfeldspieler klar zu wenig.

Auf den Aussenbahnen werden Sulejmani und Fassnacht ins Rennen geschickt. Ngamaleu ist mit seiner Geschwindgkeit ein idealer Joker und wird sein eher schwaches Spiel in Albanien wieder wettmachen. Vorne beginnen Nsame und Assalé.

 

Nebst der Festigung des Leaderthrons geht es am Sonntag auch um den Fortbestand einer sehr schönen Serie: Der FC St. Gallen hat im neuen Wankdorf noch nie eine Partie gewonnen. Das darf, soll und muss so bleiben. Fassnacht, Sulejmani und Nuhu werden mit ihren Treffern beim 3:0-Sieg dafür sorgen, dass die Serie mindestens bis ins nächste Jahr bestehen bleibt.

Skënderbeu Korce – BSC Young Boys 1:1

29. September 2017 um 11:53 von Marco in der Kategorie YB

Bei europäischen Auswärtsspielen tut sich YB meistens schwer. Diese ärgerliche Tradition setzten die Young Boys auch gegen Skënderbeu Korce fort. Allerdings wäre in Albanien durchaus ein Sieg möglich gewesen. Die Qualitäten des Gegners waren überschaubar. Dass es nur zu einem Punkt reichte, hat sich YB selber zuzuschreiben.

Die Verletzungen verschiedener Spieler zwangen Adi Hütter zu einigen Wechseln, dazu kamen noch Rotationen, um die Belastungen englischer Wochen abzufedern. Somit erhielten Spieler der zweiten Garde eine Chance und das Matchblatt sah fast so aus wie bei einem Cupspiel gegen einen Unterklassigen.

In der Startphase präsentierte sich YB tatsächlich beschwingt und dynamisch. Bestes Beispiel war Sanogos Chance als er direkt vor dem Tor zum Kopfball kam. Diesen platzierte er leider direkt auf den Torhüter und es blieb lange die einzige torgefährliche Möglichkeit von YB. Mit der Zeit offenbarten sich die Schwächen der neu formierten Elf auf dem Platz. Der Ball konnte kaum länger als ein paar Sekunden gehalten werden und zwischen den Reihen herrschte eine nervöse Unruhe. Davon betroffen waren nicht nur die Akteure ohne Spielpraxis wie Bürki oder Wüthrich, sondern beispielsweise auch Ngamaleu, der zuletzt überzeugte. Das Glück der Young Boys war, dass auch Skënderbeu wenig zustande brachte. Tauchten sie für einmal tatsächlich vor dem Tor auf, machte von Ballmoos die Chance erfreulich kompromisslos zunichte.

Leider brachte auch der Seitenwechsel keine Verbesserung. YB fehlte die Coolness, um das Spiel zu kontrollieren und Tormöglichkeiten herauszuspielen. Wohltuende Abwechslung war Michel Aebischer, der nach einer Stunde aus aussichtsreicher Position nur knapp scheiterte. Noch besser machte es Skënderbeus Ali Sowe, der nach einem schnellen Konter Wüthrich stehen liess und für das Heimteam das 1:0 erzielte.

Endlich reagierte auch Hütter und schickte mit Nsame und Fassnacht Verstärkung auf den Platz. Das zeigte Wirkung. Nsame spielte auf Ngamaleu, dieser passte in die Mitte, wo Assalé souverän einschob. Der Ausgleich kurz vor der YB-Viertelstunde wendete eine Niederlage ab, viel mehr Positives folgte dem Treffer leider nicht mehr. Assalé und Nsame kamen in der Nachspielzeit noch einmal zu einer guten Gelegenheit, der Lucky Punch blieb jedoch aus. Die Schonung zahlreicher Stammkräfte war im Hinblick auf den Spitzenkampf gegen St. Gallen sicher nachvollziehbar. Allerdings führte der Auftritt in Albanien deutlich vor Augen, dass die zweite Garnitur von YB leider nur über beschränkte Qualitäten verfügt. Es ist zu befürchten, dass man dem verpassten Sieg in Elbasan noch nachtrauern wird.

Von Ballmoos 5 Tolle Intervention in der ersten Halbzeit. Beim Gegentor lag die Hauptschuld bei den Vorderleuten.

Wüthrich 3,5 Sehr fehleranfällig und beim Gegentor nicht schnell genug.

Von Bergen 4,5 Versuchte die neu formierte Abwehr zu ordnen. Das gelang nur mittelmässig.

 Bürki 3 Da fehlte mehr als nur die Spielpraxis.

Schick 3,5 Auch er nutzte seine Chance leider nicht.

 Sanogo 4,5 Hätte mit seinem Kopfball das Spiel in andere Bahnen lenken können. Tat es leider nicht, aber erledigte seinen Job im Mittelfeld.

Aebischer 4,5 Auch er mit einer vergebenen Grosschance. Zeigte aber gute Ansätze beim Spielaufbau.

Joss 4 Fiel auf seiner ungewohnten Position nicht auf.

Ngamaleu 4 Deutlich schwächer als in den vergangenen Spielen.

Assalé 5 In Halbzeit eins kriegte er wenig Unterstützung von seinen Mitspielern, danach lief es besser. Souverän beim Torschuss.

Sulejmani 4 Absoluter Einsatz war nicht zu erkennen. Schade.

Fassnacht 4 Kam in der 70. und konnte sich wenig einbringen.

Nsame 4,5 Versuchte viel nach seiner Einwechslung und war am Tor beteiligt.

Mbabu Keine Note

Vorschau: Skënderbeu Korça – BSC Young Boys

28. September 2017 um 13:02 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Nun hat es auch noch Lotomba erwischt. Der junge Aussenverteidiger ist nicht mit nach Albanien gereist und erholt sich in Bern von einem Schlag aufs Knie, den er gegen Sion kassiert hat. Damit vergrössert sich das Lazarett um einen weiteren aktuellen Stammspieler. Bleibt zu hoffen, dass Lotomba am Sonntag wieder fit ist und vor allem, dass die Verletzungshexe ihren Hunger nun endlich gestillt hat. Doofe Kuh!

In Elbasan geht es heute um eine gute Ausgangslage für den weiteren Verlauf der Gruppenphase. Das 1:1 im Heimspiel gegen Partizan Belgrad war ein kleiner Rückschlag, zumal man genügend Chancen hatte, dieses Spiel zu gewinnen. Ausserdem ist das Spiel in Albanien eine weitere Möglichkeit, die schlechte Auswärtsbilanz in internationalen Spielen aufzubessern. Aber Obacht: Das Team aus Korça hat sich in der Qualifikation unter anderem gegen Dinamo Zagreb durchgesetzt und steht in der heimischen Meisterschaft nach drei Spielen zusammen mit dem Meister aus Kukësi an der Spitze.

Trotzdem wird YB mit der Favoritenrolle vorlieb nehmen müssen und soll das Spieldiktat von Beginn weg übernehmen.

Adi Hütter wird im Vergleich zum Sion-Spiel einige Änderungen vornehmen – zum Teil gewollt (Sanogo) zum Teil gezwungenermassen (wahrscheinlich Joss für Lotomba). Mit Miralem Sulejmani ist ebenfalls zu rechnen, evtl. für Fassnacht oder Ngamaleu. Ansonsten dürfte die zuletzt aufgestellte Stammelf zum Einsatz kommen.

Wir rechnen mit einem souveränen 2:0-Sieg, die Tore erzielen Nsame und Sulejmani. Mit einem europäischen Auswärtssieg im Gepäck geht es anschliessend zurück nach Hause: Schliesslich wartet am Sonntag der Spitzenkampf (sic!) gegen den formstarken FC St. Gallen.

FC Sion – BSC YB 0:1

25. September 2017 um 09:49 von Mate in der Kategorie YB

Herrlich warmes Wetter begleitete den Auftritt der Young Boys im Sittener Tourbillon – ein Fuchs, wer sich für kurze Hosen entschieden hatte. Beste Voraussetzungen für ein tolles Fussballspiel also, doch zu einem solchen kam es je nach Sicht der Dinge nicht. In der ersten Hälfte neutralisierten sich die beiden Teams mit defensiv disziplinierten Leistungen weitgehend und liessen nur wenig (Sion) oder quasi gar nichts (YB) zu. Die einzig richtige Chance auf einen Treffer hatte Moumi Ngamaleu, er scheiterte aber nach einem tollen, von ihm selber fein eingeleiteten Angriff, alleine vor dem hervorragend reagierenden Mitryushkin. Ansonsten fehlten YB die zündenden Ideen, um die gute Sion Defensive zu knacken. Während es im Spiel mit dem Ball also Steigerungspotential gab, agierte YB in der Defensive sehr souverän und diszipliniert. Einmal mehr zeigte Gelbschwarz, dass eine gute Verteidigung halt doch bereits ganz vorne beginnt. Stürmer und Flügel zeigten sich fleissig, das Jungspund-Mittelfeld mit Aebischer und Sow hatte die Angelegenheit soweit im Griff und hinten spielte die von Captain Von Bergen organisierte Verteidigung souverän und abgeklärt. Das Ergebnis daraus war, dass David von Ballmoos keinen einzigen Torschuss abwehren musste. Und dennoch musste er einiges an Glück in Anspruch nehmen: Nach einer mutigen Intervention auf eine Hereingabe, verfehlten ihn die Stollen von Sions Bamert nur denkbar knapp.

Die zweite Hälfte startete für Sion verheissungsvoll und für YB ideal. Das Heimteam kam bereits nach einer Minute zum ersten Eckball. Nachdem Nsame den Ball zuerst verfehlte, konnte er die Situation dann doch bereinigen. Nach ein paar grossen Schritten lancierte er mit einem brillanten Zuspiel (und etwas Glück, dass Sion-Verteidiger Lenjani den Ball nicht abzufangen vermochte) Roger Assalé. Begleitet von Zverotic lief der Ivorer auf der linken Seite in den Strafraum, liess Zverotic mit einem feinen Dribbling alt aussehen und versenkte die Kugel via Innenpfosten im Walliser Tor. YB führte und brachte den Vorsprung ins Ziel – und damit drei Punkte aus dem Tourbillon nach Bern. Während man in der ersten Hälfte aber nie Angst vor einem Gegentreffer haben musste, schrammte Gelbschwarz in Halbzeit zwei doch das eine oder andere Mal knapp an einem solchen vorbei. So beispielsweise nach gut einer Stunde als Marco Schneuwly völlig freistehend den Ball nicht richtig traf. Oder dann in der 84. Minute. Es war ein weiterer Corner, welcher für viel Wirbel vor dem Tor von David von Ballmoos sorgte. Dieser hielt zuerst fantastisch gegen Mboyo, danach klatschte der Ball, nachdem er eine gefühlte Ewigkeit vor dem Tor herumgeflogen war, an die Latte. Am Ende konnte Zverotic den Ball nicht mehr aufs Tor bringen, durchatmen war angesagt. Insgesamt agierten Adi Hütters Mannen in dieser zweiten Hälfte weniger konsequent als noch im ersten Umgang. Sie kamen aber mit einem blauen Auge davon, auch weil Sion nicht genügend zu bieten hatte. Dass man bis am Schluss zittern musste, lag aber auch daran, dass YB es verpasste, die Partie mit einem zweiten Treffer zu entscheiden. Assalé (erneut rettete Mitryushkin stark) und Mbabu (im letzten Moment am Abschluss gehindert) hätten die Möglichkeiten dazu gehabt.

So gewann YB am Ende vielleicht auch etwas glücklich, aber aufgrund der gezeigten Leistung sicher verdient mit 1:0 im Tourbillon. Natürlich sind Siege im Wallis immer schön, doch dieser hatte doch irgendwie etwas Besonderes. Trotz so vielen doch nicht unwichtigen Absenzen drei Punkte im Wallis zu holen, ist auch in unserer aktuellen Situation nicht selbstverständlich. Und es zeigt das Potential, welches in dieser Mannschaft steckt.

Mit dem Spiel in Sion ging auch das erste Viertel der Meisterschaft zu Ende. Natürlich reicht ein Blick auf die Tabelle (YB hat 6 Punkte Vorsprung auf den FC Basel, anm. d. Red.), um ein positives Zwischenfazit zu ziehen. Noch erfreulicher als die Tabelle an sich, ist die Art und Weise, wie diese zu Stande gekommen ist. YB macht seine Sache bisher besser, als man sich dies erhoffen durfte. Die Mannschaft ist bestens organisiert und gefällt mit einem guten Spirit. Ausfälle konnten bisher ohne grossen Qualitätsverlust kompensiert werden, bestes Beispiel dafür ist das gestrige Spiel in Sion, wo plötzlich zwei Zwanzigjährige das defensive Mittelfeld bildeten und Bertone sowie den gefühlt unersetzbaren Sanogo gut vertraten. Die nur sieben Gegentore zeugen von einer soliden Basis und wenn man bedenkt, dass YB bisher eigentlich komplett auf seinen Topstürmer verzichten und Ende August mit Ravet seinen Offensivmotor ersetzen musste, sind auch die 19 erzielten Treffer bemerkenswert. Jedenfalls macht YB aktuell gerade sehr viel Freude. Adi Hütter hat die Mannschaft auf einen sehr guten Weg geführt, welchen es nun unbeirrt weiter zu schreiten gilt.

 

Die Noten:

Von Ballmoos 5,5: Rettete mit einem Riesenreflex den Sieg, zudem sehr souverän bei Flanken. Sein wohl bestes Spiel bis dahin.

Von Bergen 5,5:         Befindet sich in einer glänzenden Verfassung. Auch in Sion mit einer vorzüglichen Leistung, gewann wohl alle Zweikämpfe

Nuhu 5,5: In der ersten Hälfte ganz kurz mit Anzeichen von Nonchalance, doch was auch er abräumte war Wahnsinn. Stand so gut, dass er in der zweiten Hälfte einmal sogar kniend mit dem Kopf klären konnte, nachdem er zuvor ausgerutscht war.

Mbabu 5: Defensiv solid mit einer gesunden Härte, hatte auch er grossen Anteil daran, dass Sion nicht viele Chancen kreieren konnte. Hätte kurz vor Schluss den Deckel draufmachen können, doch fehlte am Ende wohl etwas die Kraft, um seinen Lauf mit einem Tor zu krönen.

Lotomba 5: Völlig unaufgeregt, erneut mit einer mehr oder weniger tadellosen Leistung.

Sow 5: Versuchte, die Fäden im Mittelfeld zu ziehen, was ihm nicht schlecht gelang. Zuckerpass auf Assalé, der das Zuspiel leider nicht in eine Torvorlage verwandelte.

Aebischer 4,5: Weniger präsent als Sow, doch wenn man bedenkt, wie lange er nun auf einen Einsatz warten musste, hat er gebracht, was man erwarten durfte.

Ngamaleu 5: Wird immer wie besser und dürfte uns noch einige Freude bereiten. Super Aktion als er dann leider an Mitryushkin scheiterte.

Fassnacht 4,5: Wurde nach 83 Minuten platt ausgewechselt. Erneut mit einem grossen Laufpensum, störte aufsässig und war extrem wertvoll im Spiel gegen den Ball. Sonst vergleichsweise unauffällig.

Assalé 5: Ward in der ersten Hälfte kaum gesehen, nach der Pause dann ein Paukenschlag von ihm. Sensationelles Tor. Hätte noch ein zweites erzielen dürfen.

Nsame 5: Auch er vorbildlich im Spiel gegen den Ball. Kriegte selber höchstens eine Halbchance kurz vor seiner Auswechslung. Ermöglichte das 1:0.

Sulejmani (für Nsame), Schick (für Fassnacht) und Wüthrich (für Assalé) ohne Note.

Vorschau FC Sion – BSC YB

24. September 2017 um 09:40 von Jänu in der Kategorie YB

Die heutige Vorschau ist nur unter gütiger Mithilfe von Questra entstanden, der damit seine ersten Schritte in unserem Blog wagt. :-) Herzlichen Dank dafür!

Auswärtsspiele im Tourbillon sind nie einfach, sorgen aber meistens für gute Unterhaltung. Einerseits ist da die Sittener Mannschaft. Schon fast traditionell mit guten Einzelspielern bestückt, gelingt es ihr aber selten, als Team aufzutreten, was zur Folge hat, dass sich der Gegner nie sicher sein kann, welchen FC Sion er denn nun gerade vor sich hat. So können im Rhonetal Galaauftritten problemlos totale Arbeitsverweigerungen folgen, was zum wallisische Auf-und-Ab führt, das sich der Schweizer Fussballfan vom FC Sion seit langem gewöhnt ist. Andereseits ist die Atmosphäre im Tourbillon immer speziell. Das Stadion gilt in der Super League als letztes reines Fussballstadion der alten Generation und versprüht so einen Charme, den nicht nur Fussballromantiker zu schätzen wissen.

Sportlich läuft es beim FC Sion noch nicht wie gewünscht: drei Siege in acht Spielen stehen drei Niederlagen gegenüber; trotz starken Stürmern, erst acht erzielte Tore; dazu ein negatives Torverhältnis; eine bittere Niederlage in der Qualifikation zur Europa League und ein blamables Ausscheiden im Cup gegen Lausanne-Ouchy. Weiter an der Macht steht ein Präsident, der am Mittwoch ein weiteres Stück Schweizer «Fussballgeschichte» mitschrieb, das allerdings hier gar nicht erst weiter kommentiert werden soll. Anders das Sportliche. Der allmächtige Zampano liess nämlich im Sommer keinen Stein auf dem anderen. Er bastelte nach der erstmaligen Cupfinal-Niederlage an seiner Mannschaft rum und zeigte dabei wieder einmal eindrücklich, dass seine Talente nicht im Mannschaftsbau liegen. Dass ausserdem eine solche Veränderung nicht von heute auf morgen Erfolge zeigt, erfährt der FC Sion derzeit, denn die Mannschaft hat sich bisher nicht zu einer Einheit entwickelt. Die individuelle Klasse jedoch ist nach wie vor vorhanden und die Berner müssen alles daransetzen, dass die Sion Spieler diese nicht entfalten können. Dazu braucht es in erster Linie eine Mannschaft, welche den Kopf zu 100% im Hier-und-Jetzt hat und mit der richtigen Einstellung den Platz betritt. Dafür zuständig ist vor allem der sportliche Staff und in dieser Hinsicht sind die Berner momentan Ligaspitze. Hütter, Peintinger, Gämperle, Spycher… alle ziehen am gleichen Strick und machen einen famosen Job. Die neue Geduld, die das Wankdorf umgibt, ist förmlich spürbar. Passend schrieb der BSCYB nach den drei Punkten gegen Luzern unter der Woche auf seiner Homepage: „Mit Geduld zum Heimsieg“. Und diese Geduld wird auch im morgigen Auswärtsspiel gegen Sion gefragt sein. Es gilt auch während Walliser Druckphasen die Ordnung nicht zu verlieren und geduldig den Matchplan zu verfolgen. Die eigenen Chancen werden nämlich kommen, auch wenn der Zugriff aufs Spiel nicht immer gegeben sein sollte. Doch diese Chancen kommen nicht durch abwarten, die Mannschaft wird sie sich über 90 Minuten hart erarbeiten müssen.

Die Ausgangslage für das sonntägliche Spiel ist für uns klar: hier YB, der Tabellenführer, der trotz der Sperre des bisher überragenden Sanogos als Favorit antritt. Da Sion, das nach seinem Gesicht sucht. Und über allem schwebt das Damokles-Schwert Constantin, welches am Donnerstag sieben Punkte aus den Spielen gegen Lugano, YB und Lausanne als Ziel bekannt gab, drei davon wurden im Tessin bereits geholt. Es ist anzunehmen, dass bei Nichterreichen der Vorgabe des Schwertes Opfer Tramezzani heisst. Nicht, dass wir dem Italiener das schnelle Ende bei Sion wünschen, aber nach der Niederlage gegen die Berner wird er als Hauptschuldiger angeklagt werden. Bei der Verhandlung werden die Staatsanwälte Fassnacht, Assalé und Ngamaleu glasklare Beweise vorlegen. Richter Totomat wird Henker Constantin nach der 1:3 Niederlage zum Handeln zwingen. HOPP YB!

BSC Young Boys – FC Luzern 4:1

21. September 2017 um 10:56 von Marco in der Kategorie YB

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Als am Ende auch noch Ngamaleu zum 4:1 traf, herrschte im Wankdorf schon fast ein bisschen Euphorie. Die letzten Minuten gegen den FC Luzern waren ein Schaulaufen und die Resultate aus den anderen Stadien, die über den Totomat flimmerten, waren das Sahnehäubchen eines gelungenen Abends.

Dabei musste sich YB lange gedulden, bis das Spiel in die erfreulichen Bahnen gelenkt wurde. Die Young Boys starteten zwar druckvoll in die Partie und hielten sich vornehmlich in der Hälfte der Luzerner auf, der Torerfolg blieb ihnen allerdings verwehrt. Viel Ballbesitz und gewonnene Zweikämpfe machten deutlich, dass die Gelbschwarzen mit der richtigen Einstellung in den Match gekommen waren. Die wenigen Angriffsversuche des FCL vereitelte die YB-Defensive problemlos. Wenn es aus dem Spiel heraus nicht gelingt, bietet sich ein Standard an. Der engagierte Sulejmani brachte den Corner präzise vors Tor, nach einem Abpraller stand Asselé richtig und brachte YB in Führung.

Alles im Griff, hätte man meinen können. Doch ganz so leicht wollte sich Luzern nicht geschlagen geben. Nur drei Minuten nach der Führung landete ein Freistoss vor David von Ballmoos, der zu zögerlich reagierte und Luzerns Schmid den Ausgleich ermöglichte. Der junge Goalie machte dabei keine gute Figur, doch schliesslich gehören auch Fehler zur Entwicklung. Das Tor war übrigens einer von nur drei Torschüssen, die Luzern in Halbzeit eins abgegeben hatte. YB liess sich erfreulicherweise vom Ausgleich nicht irritieren und zog sein Spiel gleich wieder auf. Erneut war es ein Standard, der kurz vor dem Pausenpfiff für die Führung sorgte. Sulejmanis Freistoss behändigte zuerst Fassnacht und danach Nsame, der Luzerns Torhüter mit einem gefühlvollen Kopfball überlistete.

Mit der hochverdienten Führung im Rücken kam YB aus der Kabine und war bereit, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Zunächst fiel aber vor allem die Reaktion der Innerschweizer auf. Sie zeigten sich deutlich angriffiger und tauchten mehrmals gefährlich vor von Ballmoos auf. Doch YB nahm das Spiel bald wieder in die Hand und suchte vehement den Entscheidungstreffer. Es war schliesslich Fassnacht, der YB ins Glück schoss. Sein erster Abschluss blockte der Goalie noch, gegen den Nachschuss war er dann aber chancenlos. Die letzten zwölf Minuten gehörten dann dem eingewechselten Ngamaleu und dem Totomat.

Von Ballmoos 4.5 Agierte beim Gegentor unglücklich. Positiv, dass er sich davon nicht aus der Ruhe bringen liess.

Mbabu 5 Offensiv wie gewohnt aktiv und engagiert in den Zweikämpfen. Die defensiven Schwächen fielen dank Luzerns Harmlosigkeit nicht auf.

Nuhu 5.5 Starker Auftritt des frischgebackenen Papas. Hütters Taktik, die Abwehr durch Routine zu festigen, geht auf.

Von Bergen 5.5 Auch der Captain erledigte seinen Job unaufgeregt und souverän.

Lotomba 5 Findet sich auf der linken Seite gut zurecht. Manchmal vergisst man fast, dass er erst 18-jährig ist.

Fassnacht 5.5 Hat grossen Anteil am souveränen Auftritt von YB. Das Nachsetzen beim 3:1 war grosse Klasse.

Sow 4.5 Setzte wenig Akzente, machte aber auch keine gravierenden Fehler.

Sanogo 5 Wie gewohnt stark in den Zweikämpfen und mit Initiative nach vorne.

Sulejmani 5 Vor allem in der ersten Halbzeit sehr aktiv und mit tollen Standards.

Assalé 5 Erfreulich, dass sein Engagement auch mit Toren belohnt wird.

Nsame 5 Trifft zuverlässig. In der aktuellen Form muss man sich über die Torproduktion keine Sorgen machen.

Schick 4.5 Ersetzte in der YB-Viertelstunde Sulejmani und fiel nicht auf.

Ngamaleu 5 Mausert sich zum wertvollen Joker und krönte seinen Kurz-Einsatz mit einem Tor.

Aebischer Keine Note

Vorschau: BSC Young Boys – FC Luzern

20. September 2017 um 16:28 von Cabrón in der Kategorie YB
Kevin Mbabu im Spiel gegen den FC Luzern vom 14. Mai 2017 (Bild: Thomas Hodel von ybforever.ch)

Kevin Mbabu im Spiel gegen den FC Luzern vom 14. Mai 2017 (Bild: Thomas Hodel von ybforever.ch)

Europapokal Gruppenphase, Einzug in die Achtelfinals des Schweizer Cups und Leader in der Super League. Alles läuft nach Plan und doch ist die anfängliche Euphorie nach dem furiosen Start in die Saison 2017/18 einer vorsichtigen Zuversicht gewichen. Klar, im Cup hatte man mit den zwei Promotion League Mannschaften FC Breitenrain und BSC Old Boys nicht viel mehr als gute Sparringpartner, doch waren es in der Vergangenheit auch immer genau solche Gegner, die uns mit beängstigender Regelmässigkeit K.O. schlugen. Noch nie gelang es den Bernern in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen und doch machte sich nach dem Ausscheiden gegen ZSKA Moskau Enttäuschung breit. Erstmals unter Adi Hütter stehen die Berner Young Boys nach 7 Spielen vor dem Serienmeister aus Basel und doch trauert der Eine oder Andere den verlorenen Punkten gegen Zürich oder St. Gallen nach – ganz zu schweigen von der Heimniederlage gegen den FC Thun. Man ist vorsichtig geworden und doch erwartet jeder heute Abend 3 Punkte gegen den FC Luzern.

Adi Hütter weiss, dass seine Mannschaft nun gejagt wird und sie Platz 1 Woche für Woche bestätigen muss. Diese Woche kommt der Jäger aus Luzern, der von Tabellenplatz 4 grüsst. Dies obwohl der FC mit nur 2 Siegen, 4 Unentschieden und 3 Niederlagen in die Saison gestartet ist. Sicherlich weil die Liga in diesem Jahr einiges ausgeglichener erscheint als in den letzten Jahren aber doch auch weil das Team von Markus Babbel auf Kontinuität und vermehrt auf junge aufstrebende Talente setzt. Es sind dies in erster Linie die Innenverteidiger Knezevic (20) und Schulz (22) und die stürmischen, jungen, wilden Follonier (23), Ugrinic (18) und Rodriguez (22) welche mit Routiniers wie Lustenberger, Schneuwly, Schwegler und Schürpf regelmässig Auflaufen. Mutig aber nicht gefeit vor Rückschlägen. Gut scheint der Australier Juric langsam aber sicher in der Leuchtenstadt angekommen zu sein, ist er doch nach dem Abgang von Marco Schneuwly neu der Topskorer des Teams.

Die letzten 3 Heimspiele gegen die Luzerner gewannen die Gelbschwarzen allesamt. Beim letzten Aufeinandertreffen im Wankdorf siegte man gar spektakulär mit 4:1. Neben Doppeltorschütze Sulejmani konnten sich damals auch Assalé und Michi Frey in die Torschützenliste eintragen lassen. Michi ist unterdessen nicht mehr bei YB. Genau so wenig wie Gerndt, Ravet, Zakaria, Rochat oder Mvogo. Dazu die verletzt fehlenden Spieler Benito, Bertone und Hoarau ergibt eine völlig neue Kampfmannschaft im Vergleich zum letzten Kräftevergleich. Nichtsdestotrotz sind die Berner auch dieses Mal klarer Favorit. Nach der Rotation im Cup dürften Kevin Mbabu, auf Kosten von Sven Joss, und Neo-Vater Kasim Adams Nuhu, für Gregory Wüthrich, in die Verteidigung zurückkehren. Im Mittelfeld erwarten wir neben Krieger Sékou Sanogo am ehesten Djibril Sow, der die Nase ganz leicht vor Michel Aebischer zu haben scheint, und die Flügelzange Miralem Sulejmani und Christian Fassnacht. Roger Assalé und Jean-Pierre (no accent aigu) Nsame werden dafür besorgt sein, die Luzerner «Baby-Verteidigung» zu wickeln und zu pudern, so dass am Ende erneut ein klarer YB-Sieg verbucht werden kann. Auch wenn unser Teamchef Adi Hütter warnt: «Luzern hat wenige Tore erhalten. Es wird schwer, sie zu schlagen» und weiter, «wir brauchen ein sehr gutes Spiel.»

Na dann: Hopp YB!

Old Boys Basel – Young Boys Bern 0:4

19. September 2017 um 12:30 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Bislang scheint Adi Hütter die richtigen Worte zu finden. YB agierte, wie bereits gegen Breitenrain, engagiert und konzentriert und liess OB kaum Luft zum Atmen.

Die logische Folge war eine 2:0-Führung nach einer guten halben Stunde, Nsame und Fassnacht hatten getroffen. Ersterer musste sich allerdings wegen eines Brummschädels auswechseln lassen – bleibt zu hoffen, dass er sich nicht als nächster Spielers ins leider wieder grosse YB-Lazarett einreihen muss.

Nach der Pause entschied der eingewechselte Assalé das Spiel mit einem Doppelschlag vorzeitig. YB hätte durchaus höher gewinnen können, doch sowohl Fassnacht als auch der erstmals eingesetzte Teixeira trafen nur die Torumrandung.

Die Losfee bescherte YB anschliessend mit dem FC Münsingen das zweite Cup-Derby der Saison. Die Partie wird am 25. oder 26. Oktober stattfinden.

Noten:

von Ballmoos 4.5/ Eigentlich kaum geprüft, daher die Standard-Note für Goalies.

Joss 5/ Gefälliger Auftritt des Konolfingers, der erstmals in dieser Saison von Beginn weg eingesetzt wurde.

Wüthrich 5/ Sein zweiter Einsatz, beide Male im Cup. Agierte umsichtig und versuchte das Spiel von hinten aufzubauen, schlug aber in der zweiten Halbzeit einige ungenaue Bälle.

von Bergen 5/ Keine Probleme für den Captain.

Lotomba 5/ Fleissiger Auftritt, gegen hinten fehlerlos. Offensiv mit guten Vorstössen.

Sow 4.5/ Agierte als einziger Sechser und begann gut. In der ersten Halbzeit mit schönen Pässen in die Tiefe, im zweiten Umgang unauffällig.

Ngamaleu 4.5/ Wurde nominell als «10ner» aufgestellt und war überall anzutreffen. Allerdings noch nicht so zwingend, wie er es in den vorherigen Partien andeutete.

Fassnacht 5.5/ Der beste YBler auf dem Feld. Omnipräsent auf dem Spielfeld und mit einem schönen Treffer zum 2:0.

Schick 4.5/ Nicht so auffällig wie seine Kollegen, aber dennoch ein fleissiger Auftritt.

Teixeira 4.5/ Sein erstes Spiel im YB-Dress. War viel unterwegs und hatte mehrmals Pech im Abschluss. In den 1:1-Aktionen oftmals mit den falschen Entscheidungen.

Nsame 5/ Hätte über 90 Minuten wohl mindestens noch ein zweites und drittes Tor erzielt. Bis zu seiner Auswechslung zusammen mit Fassnacht der auffälligste Spieler.

Assalé 5/ Doppelschlag und dennoch «nur» eine 5? Er hatte wiederum einige Aktionen, in denen er die komplett falschen Entscheidungen traf. Zudem nach wie vor zu grosse Fallsucht.

Aebischer/Bürki keine Note/

Vorschau: Old Boys – Young Boys

17. September 2017 um 14:45 von Pele in der Kategorie Matchvorschau

Nach Europapokal gegen Partizan Belgrad folgt am Sonntag das Cupspiel gegen die Old Boys aus Basel. Ein Spiel, welches vor allem geschichtlich eine kleine Prise Brisanz mit sich bringt. Schliesslich sind die Old Boys aus Basel bekanntlich der Grund dafür, dass man heute von den berühmten Berner Young Boys spricht. Es waren die Brüder Max und Oskar Schwab, welche zusammen mit Hermann Bauer und Franz Kehrli am 14. März 1898 einen Fussballclub gründeten und diesem den Namen FC Young Boys gaben. Grund dafür war, dass den vieren ein Auftritt der Basler Old Boys beim FC Bern grossen Eindruck gemacht hatte. So liessen sie sich nicht nur bei der Namensgebung ihres neu gegründeten Vereins inspirieren, sondern übernahmen auch die schönsten Vereinsfarben der Welt.
Old Boys gegen Young Boys also. Die Hoffnungen der Basler dürften vor allem im Ruf der Berner gründen, etwa einmal im Cup gegen einen Kleinen zu patzen und sich so zum Gespött der Fussballnation zu machen. Das Team von Aziz Sayilir ist doch eher mässig in die Saison gestartet und kommt in der Promotion League nach sieben Spielen gerade einmal auf einen Sieg.

So dürfte tatsächlich vor allem die Entscheidung der Gelbschwarzen aus der Hauptstadt darüber entscheiden, ob es eine knappe Angelegenheit gibt oder nicht. Hier vertrauen wir auf Adi Hütter und dass es ihm gelingt, das Team auch nach einem europäischen Auftritt und vor dem Ligaspiel gegen Luzern am kommenden Mittwoch, optimal auf die Aufgabe im Sportstadion Schützenmatte einzustellen.

Dabei dürfte er die Gelegenheit nutzen, dem einen oder anderen eine Pause, respektive etwas Auslauf zu gönnen. Explizit rechnen wir mit einer Nomination für Sven Joss und hoffen darauf, dass Michel Aebischer genügend fit ist, um wieder einmal etwas Spielpraxis mit der ersten Mannschaft zu erhalten. Ihn würden wir anstelle von Sekou Sanogo aufstellen, um diesen für einmal etwas zu schonen. Auch dürfte Marco Bürki die Gelegenheit erhalten, sich neben Kasim Adams Nuhu in der Innenverteidigung zu zeigen.

Die Captainbinde wird anstelle von Steve von Bergen Goalie Marco Wölfli tragen. Weiter dürfte Moumi Ngamaleu zu seinem ersten Spiel von Beginn weg kommen. Das reicht dann aus unserer Sicht auch
schon was die Rotationen anbelangt. Wir sind da aber natürlich auch deutlich gebrannter als das Trainergespann, welches aber bekanntlich nichts von den alten «Typisch YB»-Zöpfen hält.
Wie die Trainer sind auch wir positiv und rechnen mit einer klaren Angelegenheit. YB wird mit einem deutlichen 3:0 in die nächste Runde einziehen, die Tore zum Sieg erzielen Nuhu per Weitschuss, Assalé per Kopf und Ngamaleu.

Aufstellung
Wölfli
Joss – Nuhu – Bürki – Lotomba
Ngamaleu – Aebischer – Sow – Sulejmani
Fassnacht – Assalé

BSC YB – Partizan Belgrad 1:1

15. September 2017 um 12:19 von Jänu in der Kategorie YB

YB startete mit einem Punkt gegen Partizan Belgrad in die europäische Gruppenphase. Was dieser Punkt am Ende Wert sein wird, kann noch niemand erahnen. Dass man sich allerdings bei den Bernern drei Punkte erhoffte, war nach dem Schlusspfiff den Spielern, dem Staff sowie auch den Fans anzusehen. Nur ein Punkt war sicherlich nicht budgetiert.

Die Mission Überwintern wird mit diesem Unentschieden nicht einfacher. Objektiv betrachtet ist die Punkteteilung aber eine gerechte Sache. Im ersten Umgang war es zwar YB, das mehr vom Spiel hatte und auch auf den frühen Rückstand schnell reagieren konnte. Nach einem Angriff über Sow, Sulejmani und Assalé war es Fassnacht, der das Leder zum 1:1 in die Maschen haute. Jedoch konnten die Berner den Schwung nicht in die zweite Halbzeit mitnehmen. Partizan hatte nun mehrheitlich den Ball und YB lief diesem nach. Es gelang dem Hütter Team nie mehr, den Zugriff und somit die Kontrolle aufs Spiel zurückzugewinnen. Das in solchen Momenten enorm wichtige Umschalten von Defensive auf Offensive nach Ballgewinnen funktionierte leider ebenfalls nicht wie gewünscht. Oft wurde der Ball zu überhastet nach vorne gespielt, so dass der Gegner gleich wieder in dessen Besitz kam. Und wenn der Platz für den schnellen Gegenstoss mal da gewesen wäre, machten Ungenauigkeiten die Aktion zunichte. Zwei Mal war YB trotzdem genau genug, um in sehr aussichtsreicher Position abzuschliessen. Doch leider sündigten Fassnacht wie wenig später auch Sow im Abschluss, so dass den Bernern der zweite Treffer nicht vergönnt war. Glücklicherweise galt dies auch für die Serben, denen auch dank von Ballmoos ein weiterer Treffer verwehrt blieb.

Unterm Strich bleibt der eine Punkt für YB. Nun muss sicherlich auch auswärts, wohl besonders in Belgrad, gepunktet werden, damit wir im Frühjahr 18 noch im Wettbewerb dabei sind. Dafür muss bei den Bernern aber weiter an der Genauigkeit – besonders im Umschaltspiel – gearbeitet werden. Diese war gestern zum wiederholten Male in dieser Spielzeit alles andere als optimal. Dazu gehört, dass auch in hektischen Situationen die Übersicht gewahrt werden kann und so die richtige Entscheidung getroffen werden kann. Für unsere junge und wenig routinierte Mannschaft ist dies sicherlich eine grosse Herausforderung und die alten Hasen stehen hier besonders in der Pflicht. Wenn dann noch eine Prise Effizienz dazukommt, steht erfolgreicheren Auftritten nichts im Weg.

Die Noten:

von Ballmoos: 5. Rettet am Schluss den Punkt. Verzögerte teilweise einen schnellen Gegenstoss und war auch bei manchen Zuspielen etwas ungenau.

Mbabu: 4. Copy&Paste. Ein Auftritt wie der andere. Gute Vorstösse, schlechte Zuspiele. Liess sich beim Gegentor etwas gar leicht umkurven.

Von Bergen: 4. Defensiv solide. Seine Zuspiele und Spieleröffnung waren aber gestern Abend so schlecht wie wohl noch nie zuvor.

Nuhu: 5. Einer der besten auf dem Platz. Defensiv wie sein Kapitän souverän, gegen vorne mit starke langen Bällen.

Lotomba: 4.5. Zeigte sich immer wieder auf dem Flügel und war gewillt, etwas gegen vorne zu machen, gelingen wollte dies nicht immer. Schöne Ballrückeroberung nach einem Ballverlust in der zweiten Halbzeit, das ist vorbildlicher Kampfgeist, der mit einem halben Notenpunkt belohnt wird.

Sulejmani: 4. Blieb bis auf die Ausgleichsaktion gegen seine Landsleute blass. Viele seiner Eckbälle geraten zu kurz.

Sow: 4. Machte in der ersten Halbzeit Hoffnung, baute aber sehr stark ab in Halbzeit zwei und vertändelte zu viele Bälle. Zudem vermisst man bei ihm noch die im Zentrum nötige körperliche Präsenz.

Sanogo: 4.5. Hielt immerhin körperlich dagegen, ansonsten war es auch von Sekou eine eher durchzogene Leistung und er trägt auch Mitschuld am Nicht-Zugriff in Halbzeit zwei.

Fassnacht: 4.5. Trifft schon wieder europäisch, sollte aber noch mehr treffen und uns den Dreier holen, schade.

Nsame: 5. Hatte ebenfalls gute Torchancen, besonders der Abschluss kurz nach dem 1:1. Ansonsten sehr präsent, erkämpft sich mit seiner Grösse und seinem Kampfgewicht viele Bälle.

Assalé: 4.5. Wie immer mit viel Drive und Schwung. Wie immer zu eigensinnig.

Ngamaleu/Schick: keine Note: Ersterer wie schon bei seinem ersten gelbschwarzen Auftritt mit guter Ballsicherheit und Übersicht, wir freuen uns, mehr von ihm zu sehen.