FCSG – BSC YB 2:2 & kurzes Zwischenfazit

31. August 2017 um 13:08 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Mit dem Spiel in St. Gallen endete eine intensive Phase von 11 Spielen in kurzer Zeit.

Die Geschichte der Partie ist rasch erzählt: YB startete engagiert und zog nach langer Zeit wieder einmal ein rigoroses Pressing auf. Spielerisch wollte nicht alles gelingen, zu ungenau waren die Pässe und die Abschlüsse. Dafür liess die Defensive nichts zu und Wölfli (vierter Einsatz in der Saison, da von Ballmoos eine leichte Verletzung am Knie plagt) blieb beschäftigungslos.

Nach 25. Minuten führte das eingangs erwähnte Pressing zu einem Ballgewinn an der Strafraumgrenze. Fassnacht luchste Taipi den Ball clever ab und Nsame hatte in der Folge keine Mühe, zum 1:0 zu treffen.

Leider weckte dieser Treffer das Heimteam. St. Gallen nahm nun auch am Spiel teil und begann zu kombinieren, jedoch noch ohne YB vor grosse Probleme zu stellen. Doch ein unerwarteter und mutiger Abschluss Aratores führte vor der Pause zum Ausgleich für die Grünweissen.

Dem etwas platt wirkenden YB wurde mit dieser Szene der Stecker gezogen. Nach der Pause spielte fast ausschliesslich das Team von Contini und traf früh zum 2:1. Auch in der Folge waren die Ostschweizer näher am 3:1 als YB am Ausgleich.

Hütter wechselte mit Assalé, Sow und Lotomba neue Kräfte ein, doch keiner dieser Joker brachte den benötigten Schwung. Es wäre eine mühsame Natipause geworden, hätte man gegen St. Gallen verloren. Dieser Meinung war auch Kasim Nuhu, der kurz vor Ablauf der Nachspielzeit einen Eckball mit etwas Hand kontrollierte und wuchtig zum späten Ausgleich verwertete.

Dieser Punkt ist wichtig und es sind offenkundig alle froh, folgen nun ein paar Tage Pause.

Noten

Wölfli 4.5/ Bei beiden Toren machtlos, im Verlauf der zweiten Halbzeit stark gefordert.

Mbabu 4/ Wirkte platt und konnte sich nicht wie gewohnt umsetzen. Dennoch mit guten Aktionen gegen den Ball.

Nuhu 5/ Scheint seine Torblockade langsam überwunden zu haben. Auch defensiv konstant besser geworden.

von Bergen 4.5/ Der Abwehrchef ist in Form, konnte aber die beiden Gegentreffer auch nicht verhindern.

Benito 3.5/ Kein guter Auftritt. Zu viele Fehlpässe und einige schlechte Zweikämpfe.

Schick 3.5/ Wurde kaum gesehen und wirkte brutal langsam.

Bertone 3.5/ Unkonstanter Auftritt Bertones, bei dem sich starke Ballgewinne mit einfachsten Fehlpässen abwechselten.

Sanogo 4/ Auch Sanogo wird die Pause gut tun. Zwar immer noch der Aggressivleader, aber mit weniger „Pfupf“ als auch schon.

Sulejmani 4/ Einer der Aktiveren, gute Szenen in der ersten Halbzeit. Baute aber in der Folge ab.

Nsame 5/ Das Pressing der ersten Halbzeit lag ihm sehr, die Absprache mit Fassnacht funktionierte gut. In der zweiten Halbzeit kamen fast keine Bälle mehr.

Fassnacht 4.5/ Ergänzte sich gut mit Nsame und erzwang das 1:0. Auch sonst fleissig.

Assalé, Sow, Lotomba keine Note/

Nach dem furiosen Start in die Saison 2017/18 wurde die Euphorie in den letzten Wochen ein wenig gedämpft. Das 0:4 in Thun war ein brutales Verdikt, obschon in dieser Partie vor allem die Effizienz entschied. Danach folgten, abgesehen vom Cupspiel gegen Breitsch, vier weitere Spiele ohne Sieg. Diese sind aber unterschiedlich zu betrachten: Das 0:1 gegen ZSKA war unglücklichstmöglich, das torlose Remis in Zürich ging soweit in Ordnung. Beim Rückspiel in Moskau war man nahezu chancenlos und bei der oben beschriebenen Partie gegen St Gallen muss man im Nachhinein froh sein, einen Punkt geholt zu haben.

Das intensive Programm hat durchaus Spuren hintelassen. Adi Hütter rotierte im August durchaus häufig, ohne dass man zuviele Automatismen einbüsste. Erfreulicherweise blieb man bisher von schweren Verletzungen verschont. Sowohl die Blessur von von Ballmoos als auch der Oberschenkel von Hoarau sollte nach der Natipause wieder verheilt sein.

Mit Ngamaleu und Teixeira konnten zwei weitere Talente für den Angriff verpflichtet werden. Zusammen mit Fassnacht und Nsame sollen sie die bestehende Offensive variabler machen. Dies ist auch dringend nötig, denn die beiden Treffer in St. Gallen beendeten eine Serie von vier Spielen ohne eigenen Treffer. Dies ist insofern bedenklich, als dass man zu Beginn der Saison beinahe aus jeder Lage Treffer erzielen konnte. Gui Hoarau ist nach wie vor ein wichtiger Faktor in der Offensive – doch er sollte nach der Pause damit beginnen, wieder Tore aus dem Spiel zu machen.

Erfreulich sattelfest zeigt sich die YB-Defensive. Der schwache Auftritt in Kiew war eher eine Ausnahme als die Regel. Besonders die IV um Nuhu/von Bergen wirkt stabil und sicher. Aussen wäre die Kombination von Benito und Mbabu wohl der perfekte Aussenverteidiger. So bringen beide ihre Stärken ein, haben aber auch Schwachstellen (Mbabu: taktisch, Stellungsspiel, Flanken; Benito: Geschwindigkeit, Präzision). Beiden sitzt Lotomba im Nacken, der für sein Alter schon sehr weit ist und jederzeit eine der beiden Positionen übernehmen könnte.

Im Zentrum führt kein Weg an Sanogo vorbei. Daneben hat sich Bertone als Partner #1 etabliert, Sow hat seinen Platz noch nicht ganz gefunden und Aebischer seinen für den Moment verloren. Dennoch ist der Dreikampf um die Position neben Sekou noch lange nicht beendet.

Nach der erholsamen Natipause wird YB dreimal Zuhause (Lugano, Partizan, Luzern) sowie einmal auswärts (Old Boys im Cup) antreten. Mit diesen Begegnungen sollte wieder Schwung geholt werden – denn grundsätzlich ist man in allen Wettbewerben absolut dabei. So unattraktiv die EL-Gruppe auch geworden ist, ein Überwintern ist nicht unrealistisch. Im Cup zählt wie immer nur die nächste Runde und in der Meisterschaft ist man bislang bei den Leuten.

Es wird ein spannender und intensiver Herbst – Hopp YB!

Vorschau FC St. Gallen – BSC Young Boys

27. August 2017 um 06:54 von Marco in der Kategorie YB

«Wir werden bei Rückschlägen auch mal ein Auge zudrücken und nicht gleich mit dem Zweihänder auffahren.» Diesen Satz schrieb gäubschwarz.be-Chef Pele am 22. Juli in seiner Saisonvorschau. Nun sind wir soweit, dass wir uns diese Worte in Erinnerung rufen. Die letzten Spiele boten wenig Grund zur Euphorie. Sowohl im Europacup wie auch in der Meisterschaft musste YB zuletzt Rückschläge verkraften. Die zickige Losfee am Freitag vollendete schliesslich den aufkeimenden Ärger im Umfeld der Young Boys.

Nun steht das letzte Spiel vor der Natipause und im August bevor. Blickt man in die Vergangenheit lässt sich daraus kaum auf die Gegenwart schliessen. Auswärtsspiele in St. Gallen boten von euphorischen Siegen bis zu enttäuschenden Niederlagen die ganze Vielfalt des Fan-Daseins. Am Sonntagnachmittag ist selbstverständlich Ersteres anzustreben. Die Jungs vom Dammweg weisen bei jeder Gelegenheit auf die Tor-Impotenz von YB hin und widersprechen kann man ihnen natürlich nicht. Für einen Dreier in der Ostschweiz und insbesondere für das Selbstvertrauen sind Tore unabdingbar. Einfach wird es aber trotz der Notwendigkeit nicht. Ravet verabschiedete sich am Samstag definitiv nach Freiburg (An dieser Stelle: Alles Gute!), sein Ersatz Ngamaleu ist noch nicht spielberechtigt. Dazu kommt, dass Hoarau wahrscheinlich noch verletzt ausfällt.

Die YB-Offensive ist also stark dezimiert und steht gleichzeitig unter Zugzwang. Dass es Sulejmani, Fassnacht, Nsamé und Assalé richten können, ist unbestritten. Nun ist es aber wieder Zeit, dass sie ihre Qualitäten auch in Tore ummünzen. Wir halten uns an der Wahrscheinlichkeitsrechnung fest. Wenn der Ball schon so lange nicht mehr im Netzt gezabbelt hat, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es wieder einschlägt. Das tut es in St. Gallen gleich zweimal. Die Tore von Assalé und Fassnacht sichern den 2:0-Sieg und sorgen für eine ruhige Natipause.

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ZSKA Moskau – BSC Young Boys 2:0

24. August 2017 um 20:28 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Die Young Boys sind nach Moskau gereist um etwas Grosses zu erreichen. Am Ende blieb die Gewissheit, dass die Hürde ZSKA und somit die Qualifikation zur Champions League, doch noch eine Nummer zu gross ist.

Viel wurde im Vorfeld diskutiert: ob des Gegners, der eigentlich im Bereich des machbaren liegt. Des Fehlens von Guillaume Hoarau, was doch Chancen im schnellen Offensivspiel eröffnen kann. Des Resultates im Hinspiel, das nur eine taktische Richtung zulässt oder des Wechsels von Yoric Ravet zum SC Freiburg, der seine Kumpels zum Abschied die Sterne von Moskaus Himmel holt. Vielleicht war es die zu Beginn dieser Saison entstandene Euphorie welche die gelbschwarze Gemeinschaft zum Träumen verleitete, doch realistischer Weise muss man sich heute eingestehen, die Ziele waren noch eine Stufe zu hoch gesteckt.

Die junge, talentierte Berner Mannschaft, die durchaus auch gestern vereinzelnd ansehnliches zeigte, bekam die Möglichkeit weiter Erfahrung zu sammeln und aufgezeigt, was es noch braucht um eines Tages eine bessere Figur im internationalen Spitzenfussball zu machen. Klar, der Gegner trat im Rückspiel einiges druckvoller auf als noch im Hinspiel. Der 1:0 Rückstand kurz vor dem Pausentee, als man kurz die Zuordnung im Strafraum aus den Augen verlor, kam zu einer denkbar ungünstigen Zeit. Hätte Akinfeev 10 Minuten nach Wiederanpfiff Sulejmanis starken Abschluss nicht grandios entzaubert, so wäre es vermutlich nicht zum perfekt herausgespielten 2:0 Endresultat gekommen. Doch es kam genau so.

Die Russen waren von Beginn weg die bessere Mannschaft und setzten den Gast aus der Schweiz von der ersten Sekunde an unter Druck. Chalov, Fernandes und vor allem der überragende Vitinho bereiteten der YB Defensive Probleme und prüften Von Ballmoos eins ums andere Mal. Christoph Spycher und Adi Hütter mahnten bereits vor dem Heimspiel, dass es zwei perfekte Spiele benötige um in die Champions League Gruppenphase aufzusteigen und dies war es dann gestern Abend halt nicht. Die Mannschaft war sicherlich bemüht aber doch ein Stück weit entfernt von der geforderten Leistungsgrenze. ZSKA Moskau war stets eine Idee schneller, zur Stelle mit einem aufsässigen Pressing und liessen den Young Boys weder Raum noch Zeit, um auch nur ins Spiel zu kommen.

Es gilt jetzt diese Leistung richtig einzuschätzen, aus den Fehlern und Erfahrungen zu lernen, den Blick in die nahe Super und Europa League Zukunft zu richten, um den erfreulichen Weg der letzten Monate weiterzugehen. Bereits am Wochenende wartet mit St. Gallen ein weiterer Prüfstein auf dem Weg in eine erfolgreiche gelbschwarze Zukunft und spätestens danach ersetzen wir die Enttäuschung in der CL durch die Freude an der Europa League.
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Noten:

Von Ballmoos 5: Am jungen Torhüter lag es gestern definitiv nicht. Im Gegenteil, Dävu vereitelte bereits zu Beginn des Spiels die Vorentscheidung mehrmals.

Mbabu 4: Versuchte viel über die Seiten, blieb aber meist hängen.

Nuhu 4: Eigentlich bis auf die unzureichende Kopfballabwehr beim 1:0 sicher.

Von Bergen 4: Stemmte sich gegen die offensiv Bemühungen Moskaus aber nicht immer mit Erfolg.

Benito 3: Bekundete besonders in HZ2 grosse Mühe mit Fernandes und Vitinho, welche ihn Mal für Mal stehenlassen konnten.

Ravet 2,5: War er bereits weg…?

Sanogo 3,5: Mit einigen guten Zweikämpfen aber mit zu wenig Einfluss aufs Spiel.

Bertone 4: Sehr bemüht aber Moskau war eine Nummer zu gross.

Sulejmani 4,5: Ein paar gute Aktionen und eine riesen Chance die leider stark von Akinfeev zunichte gemacht wurde.

Assalé 4,5: Holte sich die Bälle Hinten, wirbelte Vorne aber es fehlte das Auge für den Mitspieler.

Nsamé 2,5: Der Sprung von der ChL zur CL war zumindest gestern viel zu gross.

Lotomba und Fassnacht waren zu kurz im Spiel für eine Benotung.

Vorschau ZSKA Moskau – BSC YB

23. August 2017 um 14:42 von Mate in der Kategorie YB

In der Vorschau zum Hinspiel hatten wir geschrieben, dass es erst in einer Woche etwas zu gewinnen gibt. Das wäre nun heute. Auf eine gute Ausgangslage hatten alle gehofft. Auch wenn diese besser ist als vor Jahresfrist gegen Mönchengladbach – von «gut» ist sie doch recht weit entfernt. Wir sparen uns die Rückblende, alle wissen, dass sie viel besser sein könnte, als sie dies jetzt ist. Da der Konjunktiv aber nach wie vor der grösste Feind des Erfolgs ist, tun wir, was unsere Mannschaft seit einer Woche macht: Wir konzentrieren uns auf das, was kommt.

Dies ist heute nichts geringeres als ein schwieriges Auswärtsspiel in Moskau gegen eine routinierte Mannschaft, welche über ein regelrechtes Abwehrbollwerk verfügt. Dabei muss YB aus dem Spiel mindestens ein Tor erzielen , eher zwei oder besser noch mehr. Es gibt einfachere Aufgaben und geht um viel Geld, um die Möglichkeit auf ein vielleicht einmaliges Erlebnis und nicht zuletzt auch darum, einen riesengrossen Pflock einzuschlagen. Die Jungs von Adi Hütter tun aber gut daran, keine Energie in solchen Gedanken zu verlieren. Sie werden alle auf dem Platz gebrauchen, müssen Zweikämpfe gewinnen, Präzision und Effizienz an den Tag legen. Es ist zu erwarten, dass die im Hinspiel sehr defensiv eingestellten Russen etwas mehr für das Spiel machen werden und eine ähnliche Taktik wählen, wie YB dies vor Wochenfrist getan hatte. Spiel kontrollieren und Gegner vom Tor fernhalten. Die Russen haben im Hinspiel ansatzweise gezeigt, dass sie zu einem guten Kombinationsspiel im Stande sind. YB tut gut daran, ihnen dazu möglichst keine Räume zu geben. Dazu wird man auf ein gutes Umschaltspiel angewiesen sein, um die Russen mit Schnelligkeit in Verlegenheit bringen.

Aufstellungstechnisch bringt der Ausfall von Hoarau von sich aus mindestens eine Änderung gegenüber dem Hinspiel mit sich. Dass er die Reise nach Moskau nicht mitmachen konnte, war bestimmt ein kleiner Dämpfer in der Vorbereitung, macht aber ohne Zweifel Sinn, wenn er nicht hundertprozentig einsatzfähig ist. Wenn sich Hütter für einen 1-1-Wechsel entscheidet, dürfte Jean-Pierre Nsamé den Vorzug gegenüber Christian Fassnacht erhalten. Nicht zuletzt weil Fassnacht mehr Möglichkeiten für eine Einwechslung bietet. Wir aber würden das Spiel in einer 4-3-3-Aufstellung beginnen, mit denselben Verteidigern wie im Hinspiel, davor Sanogo, Bertone und Sow, sowie Ravet, Assalé und Sulejmani.

Vielleicht zum letzten Mal im YB-Leibchen wird heute Yoric Ravet zu sehen sein. Ob er dann tatsächlich wechselt, wenn dem Team heute Abend der erhoffte Coup gelingt, man weiss es nicht. Was man weiss, ist, dass nur eine erneute Topleistung dazu führen wird, ihn vielleicht in diese Zwickmühle zu bringen. Ob er dann wechselt oder nicht, ist aktuell selbstverständlich aber allerhöchstens sekundär. Und wenn YB den Sprung in die Championsleague tatsächlich schafft, wird auch ein allfälliger Abgang des Franzosen für alle zu verschmerzen sein.

(Anmerkung der Redaktion: In der Zwischenzeit vermeldet die Zeitung mit den grossen Buchstaben, dass der Ravet-Abgang fix sei. Wir verzichten aufgrund der Quelle darauf, die Vorschau anzupassen. Sollte er wirklich weg sein, so freuen wir uns auf einen letzten Top-Aufritt des Franzosen, danken für seine Dienste und wünschen ihm viel Spass, im Herbst an einem nebligen Mittwochabend mit einem Ganter auf dem Sofa zu sitzen und seinen ehemaligen Teamkollegen beim Champions League-Auswärtsspiel im Bernabeu zuzuschauen)

Wir sind wie immer positiv und tippen allen Widrig- und Schwierigkeiten zum Trotz auf einen grossartigen Auswärtssieg. Bertone wird YB in Führung schiessen, die grosse Hoffnung kommt auf. Es folgt der Dämpfer nach dem Ausgleich der Russen, bevor sich ganz Bern in Ekstase befindet, wenn Nuhu in der Nachspielzeit das 2:1 erzielt.

 

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FC Zürich – BSC Young Boys 0:0

20. August 2017 um 17:30 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Nach Moskau ist vor Moskau. So fest wir uns alle vornehmen, Spiel für Spiel zu nehmen und dies auch von den Spielern erwarten, so schwierig ist es das Spiel vom kommenden Mittwoch auszublenden.

Adi Hütter versuchte mittels leichter Rotation, sowie einer Systemumstellung für neue Reize zu sorgen. Mit einem 3-4-1-2 sollte dem 3-4-3 des FCZ entgegengewirkt werden, Benito rückte in die Innenverteidigung neben Nuhu und von Bergen, Mbabu und Lotomba sollten auf den Aussenbahnen für Wirbel sorgen. Im Zentrum durfte sich Sow ein weiteres Mal neben Sanogo zeigen und versuchen, die drei Offensiven Fassnacht, Assalé und Hoarau mit Zuspielen zu füttern. So gut dies auf dem Papier klang, so ungenügend war die Ausführung dieses Plans in der ersten Halbzeit. Es entwickelte sich eine von Zweikämpfen und Fehlpässen geprägte Partie, in denen YB zwar nicht schlechter aber sicher etwas weniger zielstrebig agierte. „Mentalitätsmonster“ Frey zeigte sich gegen seine Kollegen (über)motiviert und lieferte sich über 90 Minuten ein hartes Duell mit von Bergen. Unverständlich wie er dabei ohne Verwarnung davon kommen konnte.

Erst kurz vor der Pause kam YB zu einer Chance, doch Assalé traf den Ball nicht optimal nachdem er bereits an Vanins vorbeigezogen war. Was vor allem auffiel war der ausbleibende Spielaufbau auf beiden Seiten, vor allem aber bei YB. Viel zu oft wurde mit langen Bällen operiert, die für den routinierten Alain Nef meist ein gefundenes Fressen darstellten.

In der Pause reagierte der Trainer und brachte das Duo Schick/Nsame für Lotomba/Assalé. Dadurch wurde das System wieder zu einem 4-4-2 umgestellt, was YB direkt eine deutliche Sicherheit einbrachte. Die ersten Minuten nach der Halbzeit gehörten klar den Gästen, es wurde flüssiger kombiniert und man näherte sich dem Strafraum sichtlich. Eine schöne Flanke von rechts konnte Hoarau per Seitfallzieher abnehmen – sah diesen Abschluss von Vanins hervorragend pariert. Es scheint, als müsse unsere Torversicherung seine Treffer aktuell doppelt und dreifach erzielen. Nach dieser Szene fing sich der FCZ ein wenig und kam zu zwei guten Steilpässen, die allerdings von Mbabu und von Ballmoos verteidigt werden konnten. Generell wirkte Gelbschwarz aber nun etwas stilsicherer, ohne zu zwingenden Torchancen zu kommen. Es schien, als würde sich der „Abschlussfluch“ der Spiele gegen Thun und ZSKA auch in Zürich fortsetzen. Zudem liess sich Hoarau auch noch angeschlagen auswechseln, dies hoffentlich nur als Vorsichtsmassnahme für Mittwoch. So blieb es nach 90 Minuten und einem durchzogenen Spitzenkampf beim 0:0. Eine Punkteteilung die in Ordnung geht und keinen Grund zur Besorgnis darstellt. Allerdings muss am kommenden Sonntag ein Erfolgserlebnis in St. Gallen her, um mit Toren, drei Punkten und Rückenwind in die wohlverdiente Natipause zu gehen. Rückenwind, der hoffentlich am Mittwochabend zu wehen beginnt Hopp YB!

Die Noten:

von Ballmoos 4.5/ Zu Beginn mit Glück gegen den anstürmenden Frey. Im Anschluss sicher.

Nuhu 4.5/ Ein Wackler in der ersten Halbzeit sowie ein sehr riskanter Pass gegen Ende des Spiels. Ansonsten sehr zweikampfstark und mit guten Seitenwechseln.

von Bergen 4.5/ Bekundete Mühe gegen Frey und erledigte seine Aufgabe nicht immer stilsicher. Hielt aber mit seinem Verbund die 0.

Benito 4.5/ Mit zwei wichtigen Rettungstaten und guten Tacklings. Seine Flanken sind gut, seine 1:1-Situationen noch nicht.

Lotomba 4/ Versuchte sich aktiv in die Offensive einzubringen, allerdings wollte ihm nicht allzu viel gelingen. Nahm sich aber in der ersten Halbzeit ein Herz und versuchte es aus der Distanz.

Sanogo 4/ Hatte Mühe gegen Rüegg und Sarr, nicht so dominant wie gewöhnlich. Hat Glück fliegt er nicht vom Platz, muss seine Hände unter Kontrolle behalten.

Sow 3.5/ Sichtlich bemüht aber ohne Fortune. Seine Standards waren sehr schwach.

Mbabu 4/ In der ersten Halbzeit verhalten und es hätte nicht verwundert, wenn er für Schick hätte weichen müssen statt Lotomba. In der zweiten Hälfte aber deutlich besser.

Fassnacht 4/ Bis zur Pause kaum gesehen. Nach der Pause auf dem Flügel deutlich auffälliger. Rückte nach der Auswechslung Hoaraus in die Spitze.

Assalé 3.5/ Kaum eine Szene gegen die massierte Zürcher Abwehr. Hat im Abschluss das Pech am Schuh.

Hoarau 4/ Stemmte sich gegen die FCZ-Defensive und kam zur besten Chance des Spiels. Sinnbildlich, dass diese nicht zu einem Treffer führte.

Nsame 4/ Grosser Einsatz nach seiner Einwechslung, behauptete diverse Bälle auch gegen mehrere Verteidiger. Trifft im Strafraum aber noch die falschen Entscheidungen.

Schick 4.5/ Seine Einwechslung brachte Schwung und bessere Standards sowie Flanken, die auch mal ankamen.

Ravet ohne Note/

Vorschau FC Zürich – BSC YB

18. August 2017 um 13:48 von Jänu in der Kategorie YB

Der August ist für YB ein wichtiger Monat. Jahr für Jahr gilt es heikle Cuprunden zu überstehen, sich für europäische Gruppenphasen zu qualifizieren und im nationalen Championat den Anschluss an die Spitze zu wahren. Und dies alles mit begeisterndem Fussball, schliesslich soll auch der eher träge Teil des Berner Anhangs ins Wankdorf gelockt werden. Etwas mehr als die Hälfte dieses Monats ist nun rum und YB schlägt sich in allen Punkten wacker. Jedoch spitzt sich die ganze Szenerie allmählich zu. War der ganze Monat wichtig, so darf die zweite Monatshälfte als eminent wichtig bezeichnet werden. Während der Cup vorerst ruht, warten in der Meisterschaft zwei heikle Auswärtsspiele in Zürich und St. Gallen. Da die Heimniederlage gegen Thun sicher nicht budgetiert war, stehen die Berner nun auswärts etwas mehr unter Zugzwang. Dazwischen steht das Auswärtsspiel in Moskau an, wo die Sterne besonders hell leuchten und wo mit einem Sieg wohl auch der trägste YB-Fan für den Herbst mobilisiert werden kann.

Doch machen wir doch so weiter, wie wir es auch in der ersten Augusthälfte taten und nehmen wir Spiel für Spiel. Der Aufsteiger und Leader wartet im Letzigrund auf YB. Dass die Zürcher Super League Niveau haben, war jedem klar, dass sie allerdings nach vier Spielen an der Spitze stehen, überrascht eher. Diese Spitze gehörte in den drei Runden zuvor YB und die Berner haben es nun in den eigenen Füssen, sich die Tabellenführung wieder zurückzuholen. Wir erwarten ein Spiel, bei dem beide Mannschaften vorerst eher auf abwarten spielen werden. Weder der FCZ noch YB wollen oder müssen von der ersten Minute an, alles in die Waagschale werfen. Basierend auf einer soliden Defensive werden aber beide Teams versuchen ihre Nadelstiche zu setzen und irgendwann den entscheidenden Treffer zu erzielen. Es könnte somit ein Spiel werden, das den Bernern liegt. Das Bollwerk um von Bergen hält in dieser Saison gut dicht und durch schnelles Umschalten wurde schon so manche Defensive schwindlig gespielt. Entscheidend wird also sein, was ganz vorne passiert, wo die beiden Stammstürmer noch etwas an Torimpotenz leiden. Weder Hoarau noch Assalé gelang in den bisherigen Spielen ein Tor aus dem Spiel heraus, höchste Zeit dies zu ändern.

Beim Gegner stehen gleich mehrere Ex-YBler auf und neben dem Bitz. Diese drei Mannen könnten für die Berner der Schlüssel zum Erfolg werden. Wenn man den Frey hinten an sich selbst sowie der YB-Abwehr scheitern lässt und dem Nef vorne Knoten in die hüftsteifen Beine spielt, dann wird dem Forte an der Seitenlinie das grosse Maul gestopft. Auch wenn das niemand kommuniziert, wissen wir, dass dies das interne Ziel bei YB ist.

Um einen forte’schen Schlund ganz zu versiegeln, reicht zwar der 1:0 Sieg (75‘, Assalé) nicht ganz aus. Doch YB wird damit weiterhin auf Kurs bleiben und das nötige Selbstvertrauen für die nächsten Spiele holen.

BSC Young Boys – ZSKA Moskau 0:1

16. August 2017 um 09:53 von Marco in der Kategorie YB

Es ist nur unglaublich bitter. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen, doch gs.be kommt seiner Pflicht nach und versucht es trotzdem. YB zeigte gegen ZSKA Moskau über mehr als 90 Minuten eine beeindruckend starke Leistung und steht am Ende mit leeren Händen und leeren Gesichtern auf dem Platz. Im Vorfeld reichten die Prognosen von pessimistisch, da schliesslich ein Champions League-Stammgast auftritt, bis verhalten optimistisch, da sich YB zu Hause vor niemandem verstecken muss. Die Optimisten behielten Recht. Die Young Boys zeigten bereits in den Startminuten, dass sie gewillt waren, etwas zu reissen.

Nur nach etwa einer Viertelstunde Spielzeit hatte YB eine kurze Schwächephase und zog sich in die eigene Hälfte zurück. Moskau kam zu ein paar verhaltenen Möglichkeiten und deutete seine Qualität an, doch mit etwas Glück und solider Abwehrleistung überstanden die Gelbschwarzen diese Phase. In der Folge übernahm YB immer stärker das Spieldiktat. Mbabu sprintete sich Räume frei und füllte diese mit scharfen Pässen. In der Offensive glänzte insbesondere Sulejmani mit starken Kopfbällen und seinem linken Fuss, in den man sich manchmal ein bisschen verliebt. Ebenso positiv präsentierte sich Assalé. Mit seinen wirbligen Vorstössen stellte er sogar die abgeklärten ZSKA-Verteidiger vor Schwierigkeiten.

Nach dem Seitenwechsel gab es definitiv keine Zweifel mehr, wer das bessere Team ist. Schnelle Angriffe über die Flügel, sorgfältige Auslösungen von Mittelfeld-Motor Sanogo oder trickreiche Standards. Das Repertoire schien unerschöpflich, einzig das erlösende Tor wollte nicht fallen. Am nahesten dran war Hoarau, der einen Schuss von Benito scharf und präzise ablenkte und dennoch im russischen Torhüter seinen Meister fand. Oder auch Assalé, der seinen Verfolgern entwischte und unsanft gestoppt wurde. In Spielen, in denen alles klappt, wäre ein Penaltypfiff eine valable Option gewesen.

Leider klappte nicht alles. Der Kopfball von Nuhu machte alle vorherigen Bemühungen zunichte. Dass es sein einziger Fehler des Spiels war, vergrössert den Schmerz nur noch. YB steht in Moskau vor einer enorm schwierigen Aufgabe. Mit einer Wiederholung der gestrigen Leistung und ein bisschen mehr Glück ist sie jedoch lösbar.

Von Ballmoos 4.5 Hatte seinen Kasten im Griff und wurde in der 2. Halbzeit kaum geprüft – bis zum Missverständnis mit Nuhu.

Mbabu 5 Steigerte sich im Verlauf des Spiels und hängte seine Gegenspieler regelmässig ab.

Von Bergen 5.5 Wieder ein souveräner Auftritt des Abwehrchefs. War oft an den Spieleröffnungen beteiligt.

Nuhu 5.5 Die Benotung war nach 90 Minuten abgeschlossen.

Benito 4.5 Mehrheitlich solid, defensiv hatte er ein paar Wackler.

Ravet 5 Richtige Entscheidung auf ihn zu setzen, auch wenn der ganz grosse Exploit ausblieb.

Sanogo 5.5 Wieder einmal gehörte der Braveheart des Mittelkreises zu den besten.

Bertone 5 Suchte wieder öfter den Abschluss – weiter so!

Sulejmani 5.5 Starke Partie. Wird zurecht als der Mann für die grossen Spiele bezeichnet.

Assalé 5 Wirbelte durch die Abwehr, kreierte Chancen, muss aber noch effizienter werden.

Hoarau 5 Blieb lange blass und plötzlich hatte er die beste Chance.

Fassnacht 4.5 Ersetzte Ravet und brachte neuen Schwung.

Nsamé keine Note

Vorschau YB – ZSKA Moskau

15. August 2017 um 15:56 von Mate in der Kategorie YB

Bei YB ist man sich einig: Will man an die Honigtöpfe der Champions League herankommen, braucht es gegen ZSKA Moskau zwei absolute Topleistungen. Trainer wie Sportchef betonten dies im Vorfeld bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Etwas anders sieht offenbar immer noch die Wahrnehmung im Umfeld aus. Dort spricht man gerne von der «riesigen Chance», dem «wenn nicht jetzt, wann dann» und davon, dass YB mit ZSKA ein «Superlos» gezogen hat. Dies ist sicher nicht falsch, wenn man sieht, was für Gegner sonst zur Debatte gestanden hätten. Dennoch ist es doch etwas gar verwegen, mit Aussagen wie «die muss man einfach schlagen» um sich zu werfen oder sich zu fragen, ob ein 2:0 Polster wohl fürs Rückspiel reichen würden, oder ob es nicht ein 3:0 sein sollte.

Vergleichen wir die beiden Mannschaften, fällt vor allem eines auf: Punkto Erfahrung sind uns die Gäste weit überlegen. Da steht auf YB-Seite ein junges, hungriges Team, welchem sich die Chance zur erstmaligen Champions League-Qualifikation bietet. Internationale Erfahrung fehlt fast gänzlich. Anders beim Gegner aus Moskau, bei dem schon nur die Innenverteidigung weit mehr Länderspiele aufweisen kann, als die gesamte YB-Mannschaft zusammen. Nun gewinnt Erfahrung alleine natürlich so wenig Spiele wie der Marktwert (YB nach Schätzungen eines Onlineportals rund 28 Mio. vs. rund 78 Mio. bei ZSKA Moskau). Beide zeigen aber halt etwas die Relationen auf, welche sich der eine oder andere vielleicht noch einmal vor Augen führen sollte. Oder auch der Umstand, dass die Moskauer in den letzten zehn Jahren nicht weniger als sieben Mal in der Gruppenphase der Champions League standen, YB dagegen, na wir wissen es.

Nichtsdestotrotz, träumen natürlich auch wir bei gäubschwarz.be vom grossen Coup und sind überzeugt, dass er möglich ist. Um diesen bewerkstelligen zu können, geht es nun heute einmal darum, eine solide Basis zu legen. Gewinnen können wir das Ding sowieso erst nächste Woche. Dass unsere Mannschaft taktisch und physisch auf hohem Niveau spielen kann, hat sie zuletzt gegen Kiew gezeigt. Energisch, kontrolliert und enorm fokussiert präsentierte sich Adi Hütters Mannschaft. Die Grundvoraussetzung, auch heute ein gutes Resultat zu erreichen und entsprechend mit intakten Chancen nach Moskau fahren zu können. Dann vielleicht noch eine uns gut gesinnte Glücksgöttin und wer weiss….sitzt plötzlich ganz Bern am 24.08.2017 vor dem Fernseher und wartet gespannt darauf, welche Gruppengegner die Champions League-Auslosung für den besten und berühmtesten Fussballclub der Welt bereithält.

Aufstellungstechnisch erwarten wir keine Überraschungen. Eigentlich stellt sich nur die Frage der Besetzung im Zentrum, wo wir uns für Leonardo Bertone entscheiden würden. Auf dem Flügel wird Yoric Ravet ins Team zurückkehren, mit seinem Drive und seinen Fähigkeiten, spielentscheidende Situationen heraufzubeschwören, ist er für diese Affiche unabdingbar.

Entsprechend ergibt sich dadurch die folgende Aufstellung, welche mit einer weiteren berauschenden Leistung für einen 2:0-Heimsieg (Tore durch Ravet und Hoarau) verantwortlich zeichnen wird.

YB-ZSKA

 

Cup: FC Breitenrain – BSC Young Boys 0:3 (0:1)

14. August 2017 um 23:36 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war das erwartete Fussballfest im Quartierderby auf dem altehrwürdigen Spitz! Die Ostkurve marschierte 2 Stunden vor Spielbeginn vom Wankdorf über Umwegen durch den Breitsch zum Stadion. Vorbei an lauter gutgelaunten Fussballfans, die meisten in Gelbschwarz aber doch auch ein paar wenige im weissschwarzen Breitenrainschal, die sich am Breitschplatz, wie meist vor den YB Spielen, noch ein Bier gönnten. Das Fussballstadion Spitalacker war rappelvoll. Sogar auf den Cateringständen, dem Clubhaus und den umliegenden Dächern und Balkonen war dichtes Gedränge. Kinder sassen an der Auslinie, schauten erwartungsfroh auf den Kunstrasen und den auftretenden Hauptdarstellern dieses ungewöhnlich schönen Cupspiels. 6’000 Zuschauer konnten dank provisorischen Zusatztribünen und dem Einsatz vieler Helfer, Live dabei sein und auch wenn die Sicht auf das Spielgeschehen ab der dritten Reihe und dem vierten Bier, vielleicht nicht mehr ganz so gut war, so zog sich diese überaus gute Feststimmung bis weit nach dem Schlusspfiff durch.

Die Young Boys befanden sich nach der Niederlage gegen Thun einerseits auf Wiedergutmachungstour aber andererseits auch irgendwie in Vorbereitung auf das Spiel für die Champions League. Dazwischen erwarteten alle einen souverän herausgespielten Aufstieg in die nächste Cuprunde. Adi Hütter rotierte 7 Spieler in das neu formierte 3-5-2 System aber lies nie Zweifel aufkommen, was Ziel und Zweck dieser Veranstaltung war. Der FC Breitenrain, bis in den kleinen Zeh motiviert, vom grossen Gegner und der Kulisse sichtlich beeindruckt, versuchte mehr oder weniger erfolgreich die Räume zu schliessen und die Null möglichst lange zu halten. Dies gelang bis in die 22. Minute und dem Kunststück von Nuhu. Es war dies der erste Treffer in einem Ernstkampf für die Gelbschwarzen und wurde dementsprechend gefeiert.

Ehe das Heimteam zu ihrer ersten Chance kam und die Nervosität einigermassen abstreifen konnte, war bereits eine Stunde gespielt und man lag nach einem glücklichen Treffer von Thorsten Schick mit 0:2 zurück. Danach traf Franjic im Offside stehend zum vermeintlichen 1:2 und Breitsch Urgestein und ex YB Spieler Kehrli verliess seine Posten in der Innenverteidigung um im Strafraum des Super League Klubs für Unruhe zu sorgen. Was nicht unbedingt gelang, dafür schoss der auffällige aber nicht ganz so effiziente Nsamé zum verdienten 3:0 Endstand.

Der Höhepunkt dieses schönen Fussballnachmittags war hingegen der Platzsturm dutzender Kinder und das «We love you Tänzchen» mit den YB Spielern vor der Ostkurve. Als jeder ein Autogramm erhascht oder ein Selfie geschossen hatte konnte kehrte man glücklich nach Hause zurück und manch einer erhofft sich schon bald wieder ein solch gelungenes Quartierfest auf dem Spitz.

Die Noten:
Von Ballmoos 4,5: Zugegeben, David hatte nicht wirklich was zu tun, doch musste er auch nie hinter sich greifen.
Bürki 4,5: Hatte kaum was zu tun aber erledigte was kam gut.
Nuhu 5: Defensiv nicht gefordert und offensiv mit seinem ersten Pflichtspieltreffer in Gelbschwarz.
Wüthrich 4,5: Stand zum ersten Mal in dieser Saison im YB-Kader und holte sich gleich einen sturmen Schädel und eine gebrochene Nase ab.
Bertone 4,5: Organisierte das Spiel im Mittelfeld – Konzentrierter Arbeitstag von Leo.
Schick 5: Begann gut aber baute nach seinem glücklichen Treffer etwas ab.
Sow 4: Suchte auch gegen das Unterklassige Breitenrain seine Rolle im Team.
Aebischer 4: Unauffälliges Spiel mit wenigen persönlichen Akzenten.
Lotomba 5: Viel unterwegs und mit zwei Assists.
Hoarau 4,5: Führte die «Jugendtruppe» souverän in die nächste Cuprunde.
Nsamé 5: Gefährlichster Spieler auf dem Platz. Hätte auch 1 oder 2 Treffer mehr erzielen dürfen.
Fassnacht 4: Kam für die letzten 20 Minuten als das Spiel bereits entschieden war und konnte keine Akzente mehr setzen.
Joss war zu kurz im Spiel für eine Benotung.

BSC YB – FC Thun 0:4

10. August 2017 um 10:31 von Jänu in der Kategorie YB

Das Meer tobt, der Wind peitscht übers Wasser und die meterhohen Wellen brechen in sich zusammen. Kein Nordseesturm hätte die YB-Träume brutaler unter sich begraben können, als der gestrige Abend. Die YB-Erfolgswelle brach in sich zusammen, schäumte und lief langsam auf dem Berner Plastik aus.

Zu analysieren gibt es heute eigentlich nichts. YB war wie gewohnt die spielbestimmende Mannschaft im eigenen Stadion. Man wollte von Anfang an das Spieldiktat an sich reissen. Leider gelang dies nur bis 30 Meter vor das gegnerische Tor, danach war Schluss. Das neue nicht eingespielte Sturmduo Nsamé/Assalé war nicht in der Lage, genügend Druck aufs Thuner-Tor auszuüben. Jedoch war es nicht alleine verantwortlich für die Harmlosigkeit der Gelbschwarzen in der ersten Halbzeit. Auf den Aussenbahnen kam weder von den Flügeln noch von den Aussenverteidigern der gewohnte Druck und so fehlte einer wie Guillaume Hoarau ganz vorne, der in solch schwierigen Momenten die Bälle halten und verteilen kann.

Die ersten 45 Minuten vergingen daher ohne, dass YB wirklich für Torgefahr sorgen konnte. Auch Thun war eigentlich nicht allzu gefährlich und trotzdem stand es zum Pausenpfiff 0:3. Zwei Eckbälle und ein sauber gespielter schneller Angriff waren für die Führung besorgt. Besonders ärgerlich aus Berner Sicht war, dass man sich beim Führungstreffer mit derselben Eckball Variante erwischen liess, wie man vor Tagesfrist gegen Lausanne noch selber geskort hatte. Die Effizienz, die YB in den letzten Spielen auszeichnete, war für einmal auf der Seite des Gegners anzutreffen und die Thuner machten sich die etwas zu zahmen Abwehrversuche der Stadtberner zu Nutze, um bereits zur Halbzeit für klare Verhältnisse zu sorgen.

YB steckte den Kopf nach dem Seitenwechsel nicht in den Sand und versuchte, das Ruder nochmal rumzureissen. Doch nachdem alle Assalés, Fassnachts und Hoaraus ihre Abschlüsse abgewehrt sahen, wurde auch dem Superoptimisten auf der Tribüne klar, dass heute kein YB-Treffer fallen wird. Im Gegenteil fiel kurz darauf auf der Gegenseite die Entscheidung. 4:0… Wärs auswärts gegen St. Gallen, Sion oder den FCZ passiert, wärs halb so schlimm, so tut’s weh. Verdammt weh. Trotzdem gilt es nun, nicht alles schlecht zu machen. Das Resultat war deutlicher als der Spielverlauf und es bringt nichts, nun die Mannschaft in den Senkel zu stellen. Der Staff wird seine Lehren aus dem Spiel ziehen und entsprechend weiterarbeiten. Eine davon wird sicherlich sein, dass der Fokus ausschliesslich auf dem Sportlichen liegen muss. Weder Shoppingtrips, noch Transfergerüchte, noch irgendwelche Medienlobhudeleien dürfen während den 90 Minuten irgendwo in den Köpfen präsent sein. Ob dies gestern der Fall war, können und wollen wir nicht beurteilen. Auffällig aber war, dass die Zweikämpfe mit einer Spur weniger Aggressivität und Verbissenheit geführt wurden, als in den Spielen zuvor. Man tat dem Gegner weniger weh und die normalerweise breite YB-Brust im Wankdorf wirkte für einmal einige Zentimeter dünner. Und es waren mitunter genau diese Zentimeter, die die Thuner auszunutzen wussten.

Wischen wir uns den Mund ab und gehen vorwärts. Adi Hütter wird die Mannschaft auf die nächsten grossen Herausforderungen wieder richtig ein- und aufzustellen wissen. Breitsch und ZSKA warten, wir sind bereit. HOPP YB!

Von Ballmoos: 4.5. Machtlos bei den Thuner Toren musste er die vier ersten Gegentreffer der Saison hinnehmen.

Mbabu: 3.5. Heute kam er mit seinen Rushes nicht durch und seine Flanken bleiben nach wie vor die Schwäche des jungen Aussenverteidigers.

Von Bergen: 4.5. Einer der besseren heute, die Spieleröffnung wird nie mehr seine Stärke werden.

Bürki: 2.5. Wir sehen das Positive: es kommen sicher bessere Spiele. Wird sich ärgern, dass er gegen seinen Ex-Verein einen schlechten Tag einzog.

Benito: 3.5 Ohne Zug gegen vorne und ohne zündende Ideen, dazu kamen einige ungenaue Pässe, die erfolgsversprechende Angriffsbemühungen zu Nichte machten.

Fassnacht: 4. Wollte wohl seine Ex-Kollegen schonen. Vergab einige Grosschancen. Immerhin war sowas wie Kampf auszumachen.

Sow: 3. Musste zur Halbzeit zu recht runter. Hatte keinen Zugriff im Mittelfeld und konnte daher auch keine Impulse setzen.

Sanogo: 4.5. Will man heute den besten YB Spieler küren? Keine Ahnung, aber Sanogo wäre ein Anwärter dafür. Gegen vorne kam allerdings auch von ihm nichts.

Sulejmani: 3. Nach ansehnlichem Beginn wars schnell vorbei mit Sulejmanis Spielwitz. Ihm fehlte in der ersten Halbzeit Hoarau als Anspielstation.

Assalé: 3.5. Hatte die Chance, YB ins Spiel zurück zu bringen. Viel Laufbereitschaft, wenig Ertrag.

Nsamé: 3. Ich hätte lieber Hoarau neben ihm gesehen. So blieb der Neuzugang sehr blass.

Bertone: 4. Wurde von Anfang an erwartet, konnte aber die Leistung aus dem Lausanne Spiel auch nach der Einwechslung nicht wiederholen.

Hoarau: 4. Er kam nach 45 Minuten für Nsamé und war präsent, ohne das Spiel entscheidend zu beeinflussen.

Lotomba: k.N. Kam rein und war danach drin.