Popular Tags:

BSC YB – FC Basel 2:0

23. Juli 2017 um 11:26 von Jänu in der Kategorie YB

Brummender Schädel, pelzige Zunge, brennender Hals und flauer Magen… Nicht selten schwört sich der gemeine samstägliche Trinker beim sonntäglichen Aufwachen: Das will ich nie mehr erleben! Auch heute pocht’s mächtig im Oberstübchen und an feste Nahrung ist noch nicht zu denken, doch dieses Lächeln auf dem Gesicht und diese innere Zufriedenheit zeigt, dieser Kater ist anders!

Kein Wunder, schliesslich wurden die YB-Fans gestern Abend euphorisiert wie seit letztem August nicht mehr. Es war schon früh angerichtet für einen grossen Abend. Spitzenspiel, das Wetter passte, die letzten Tickets gingen über die analogen und digitalen Verkaufstheken, der Quartierplatz füllte sich früh und der Stadionspeaker meldete ausverkauft. So nahmen über 30’000 im Wankdorf Platz und eine biedere Eröffnungszeremonie mit einem etwas gar übermotivierten Claudius Schäfer später ging’s los. Anpfiff. Neue Saison. Neues Glück.

Auf den ersten Blick wurde klar, dass die Berner engagiert in die Partie starten wollten. Auf den zweiten Blick wurde aber auch klar, dass dies kein einfaches Unterfangen werden würde. Die Basler stand sehr solid, rückten in der Defensive konsequent raus und machten so die Räume eng. Zudem versuchten sie spielerisch das Heft in die Hand zu nehmen und hatten in der Folge leicht mehr Spielanteile. Dass dabei – ausser den von von Ballmoos abgewehrten Abschlüssen von Steffen und Lang – keine Torchancen resultierten, war der Verdienst der robusten und kampfbetonten Spielweise der Berner. Konsequent ging YB in die Zweikämpfe und scheute sich nicht, den Baslern auch mal auf den Fuss zu stehen. Gegen vorne war aber nicht wirklich an ein gepflegtes Aufbauspiel zu denken und so wurde mit langen Bällen versucht, Hoarau in Szene zu setzen, der die Bälle ablegen sollte. Doch wie auf der Gegenseite resultierten auch daraus kaum Torgefahr und wenn, dann war Vaclik kurz vor Ravet am Ball. Statt Chancen gab es der ersten Halbzeit viel harten und engagierten Kampf zu sehen in, in der beide Teams austeilten und auch einstecken mussten.

Die zweite Halbzeit wurde aus Berner Sicht mit einem langen Sanogo Ball so richtig lanciert. Perfekt kam er bei Adressat Ravet an, der flankte zur Mitte, wo Assalé den Ball direkt abnahm, aber leider nur das Aussennetz traf. Nun war die Berner Offensive in Schwung. Besonders schwungvoll vernaschte Ravet kurz darauf den Schulbuben Luca Zuffi und haute den Ball aus gut 20 Metern ins tiefe Eck. Das ausverkaufte Wankdorf explodierte! Und Torchancen gab es nach wie vor nur vor dem Basler Tor. Die überragenden Aussenverteidiger Mbabu und Benito hatten viel Zug nach vorne und eine Hereingabe des Erstgenannten führte kurz nach dem Führungstreffer zur nächsten grossen Chance, die Sulejmani aber mit seinem starken linken Fuss vergab, dies hätte der Doppelschlag sein müssen. Die Basler scheiterten weiterhin beim Versuch, sich auch nur eine Torchance herauszuarbeiten, dies obwohl sich YB nun deutlich zurückzog und Raphael Wicky mit einer Umstellung auf eine Dreierkette versuchte, mehr Mannen für die Offensive zu mobilisieren. Die schnellen Berner Aussenläufer nahmen den sich öffnenden Raum dankend an und versuchten weitere Torchancen für ihr Team einzuleiten. Und als die Berner nur noch durch einen Regelverstoss zu bremsen waren, gab es dafür den Freistoss, den Sulejmani in der 80. Minute wunderbar via Lattenunterkante in die Maschen haute. Das ausverkaufte Wankdorf explodierte ein zweites Mal! Ganz zum Schluss, man glaubt es kaum, kam der FCB tatsächlich noch zur Möglichkeit, den Anschlusstreffer zu erzielen. Langs strammer und gut platzierter Schuss streifte aber auf der falschen Seite des Pfostens vorbei. Dies dank dem Debütanten von Ballmoos, der sich mit einem Über-Reflex seinen ersten Shutout gleich selber sicherte. Der Sieg war eingetütet und die Nacht noch jung. Kein Wunder also, pocht der Kopf heute. Ein Pochen, das schöner nicht sein könnte.

Von Ballmoos: 6. Was für ein Einstand! Sicher, souverän, starke Reflexe und gute Abstösse (mit rechts).

Mbabu: 6. Ständiger Aktivposten nach vorne und hinten haute er alles raus was kam. Dazu einige sehenswerte Grätschen und die Höchstnote war perfekt.

Nuhu: 5. Machte seine Sache gut, wirkte aber jeweils zu Beginn der Halbzeiten sehr nervös.

Von Bergen: 5.5. Trocknete den hochgelobten van Wolfswinkel sowas von ab.

Benito: 5.5. Dank ihm entstand auch über die linke Seite viel Druck. Beindruckend war auch sein sicheres Passspiel.

Ravet: 5. Gefiel mir in der ersten Halbzeit bedingt. Der Führungstreffer war dagegen sensationell und stellte die Weichen auf Sieg.

Aebischer: 4.5. Rannte, ackerte, hielt seine Knochen hin. Viel Aufwand aber doch wenig Ertrag. War nach rund einer Stunde platt.

Sanogo: 5.5. Der Mann ist ein Fels und spielte einige gute Pässe nach vorne.

Sulejmani: 5. Holte mit seinem Tor Verpasstes nach. Denn er hätte schon viel früher das Skore erhöhen sollen. Sein inexistenter rechter Fuss zwingt ihn immer wieder zu etwas komischen Pässen, die auch mal den Adressaten nicht fanden.

Assalé: 4.5. Kein einfaches Spiel für ihn, hatte aber nach dem Seitenwechsel etwas mehr davon. Das Tor sparte er sich hoffentlich für Kiew auf.

Hoarau: 5. Der Turm ist zurück, konnte aber die Bälle in der ersten Halbzeit zu selten an seine Mitspieler bringen. Ansonsten eine mannschaftdienliche starke Leistung.

(Saison-)Vorschau: BSC YB – FC Basel

22. Juli 2017 um 10:43 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

50 Tage sind seit dem letzten Meisterschaftsspiel und dem damit verbundenen 2:0-Sieg gegen Lausanne vergangen. Beide Tore erzielte Ravet und entliess damit die YB-Fans zufrieden und entspannt in ruhige Sommerferien.

In dieser Pause wurde die Kaderplanung mit dem Ziel vorangetrieben, ein möglichst hungriges Team zusammenzustellen und allfällige sowie bereits bekannte Abgänge zu ersetzen. Wuschu Spycher agierte dabei umsichtig und überraschte mit einigen unerwarteten Aktionen. So konnten die ausgeliehenen Kevin Mbabu, Roger Assalé und Kasim Adams Nuhu fix übernommen werden, was besonders bei Erstgenanntem eine ziemliche Überraschung darstellt. Mit Jordan Lotomba wurde zudem ein sehr talentierter Spieler von Lausanne verpflichtet, der sowohl in der Defensive als auch in der Offensive auf beiden Seiten agieren kann. Ebenfalls auf der Aussenbahn (oder alternativ im Sturm) wird der Neuzugang vom FC Thun, Christian Fassnacht, eingesetzt werden. Die offene Planstelle im Zentrum wurde neu etwas offensiver besetzt: Von Gladbach wechselt mit Djibril Sow ein weiteres einheimisches Talent fix zu YB und soll im Zentrum die kreativen Einfälle liefern. Zudem konnte nach langem hin und her der Topscorer der vergangenen Challenge League Saison verpflichtet werden. Jean-Pierre Nsamé scheint ein Knipser zu sein, der vor dem Tor nicht viele Chancen braucht. Allerdings scheint sein Verhalten gegenüber dem bisherigen Arbeitgeber Servette nicht gerade vorbildlich gewesen zu sein, will man den diversen Medienberichten Glauben schenken. Daher erhoffen wir uns, dass Nsamé vor allem auf dem Platz für Schlagzeilen sorgen wird und nicht daneben.

Nsamé wird sich vorerst als vierter Stürmer hinter Hoarau, Assalé und Gerndt einreihen und nimmt damit die Position von Michael Frey ein, der YB zum wahrscheinlich letzten Mal verlassen hat.

Mit Yvon Mvogo und Denis Zakaria verliessen uns zudem zwei wichtige Leistungsträger in die Bundesliga, spülten aber auch eine entsprechende Entschädigung in die Kriegskasse. Diese Abgänge schmerzen zwar, stehen aber für den eingeschlagenen YB-Weg: Junge Talente erhalten die Chance sich zu beweisen und dürfen das Wankdorf als Sprungbrett nutzen. Im Gegenzug kann YB mit diesen Transfers die wirtschaftliche Situation erheblich verbessern und ist auch in der Lage weitere Talente auf den entsprechenden Positionen nachzuziehen.

Eine weitere, deutlich schwierigere Aufgabe bestand im „Ausmisten“ des etwas überteuerten Mittelbaus. Der in Ungnade gefallene Milan Gajic verliess YB in Richtung Ländle, Jan Lecjaks konnte an Dynamo Zagreb abgegeben werden und der zuletzt starke aber bereits in die Jahre gekommene Alain Rochat wird seine Karriere bei Lausanne beenden und macht somit Platz für Marco Bürki, der mit grossem Selbstvertrauen und gesteigerten Ansprüchen aus Thun zurückkehrt und sich mit Nuhu und Wüthrich um den Platz neben Abwehrchef Steve von Bergen balgen wird.

Als Ersatz für Mvogo wurde David von Ballmoos aus Winterthur zurückgeholt. Eine bereits früh geklärte Personalie, die mit der aktuellen Vereinspolitik absolut im Einklang steht und die durch Marco Wölfli mit einer soliden und erfahrenen Rückendeckung abgesichert ist.

Glaubt man der allgegenwärtigen Meinung der Fussballschweiz, kann YB in dieser Saison den Branchenprimus aus Basel angreifen. Wir sind zwar auch zufrieden mit dem Kader und blicken der neuen Saison freudig entgegen, können die vorherrschende Euphorie in Bezug auf den FCB aber nicht ganz nachvollziehen. Mit Ricky von Wolfswinkel wurde am Rheinknie ein Stürmer von internationalem Format als Ersatz für Doumbia und Janko verpflichtet. Ansonsten blieben die Leistungsträger aber beinahe komplett zusammen und so gelten die Basler selbstredend auch in der kommenden Saison als Topfavorit auf den Titel. Ein neuer Trainer und eine neu zusammengestellte Führung werden die Mannschaft eher noch hungriger auftreten lassen und es ist nicht anzunehmen, dass das Auftaktspiel vom Samstag ein gelbschwarzer Selbstläufer werden wird. Aufgrund des Auftaktprogramms mit Basel, Kiew und dem für gewöhnlich diffizilen Auswärtsspiel im Letzigrund, besteht eine durchaus beachtenswerte Gefahr für einen Fehlstart. Und wer die Euphoriekurven in und um YB kennt, weiss wie schnell die Vorverkaufszahlen innerhalb eines Monats um etliche Prozente sinken können…

Versteht uns nicht falsch, wir freuen uns auf die kommende Saison, sind absolut zufrieden mit der Kaderzusammenstellung und sehen in dieser Truppe sehr, sehr viel Potential. Dennoch wollen wir etwas atypisch ein wenig Demut streuen. Nicht weil wir nicht daran glauben würden, dass wir in dieser Saison endlich mal etwas reissen könnten – aber (Achtung: Floskelalarm) wir nehmen Spiel für Spiel und geben dem doch sehr jungen Team die Möglichkeit, sich zu finden und werden bei Rückschlägen auch mal ein Auge zudrücken und nicht gleich mit dem Zweihänder auffahren.

Der Auftakt in die Saison 2017/18 wird ein Festakt! Bereits über 26‘000 verkaufte Tickets werden für ein nahezu volles Wankdorf sorgen, gefüllt mit einem leidenschaftlichen Anhang und der Aussicht, nach 90 Minuten für einmal keinem tabellarischen Rückstand hinterher rennen zu müssen.

YB wird den Auftakt für sich entscheiden und die Partie mit 3:2 gewinnen. Rückkehrer Hoarau per Doppelpack und der eingewechselte Fassnacht werden die Tore für Gelbschwarz erzielen.

Aufstellung 2017/18 – Ausgangslage

yb1718

gaeubschwarz.be gelingt der grosse Coup

9. Juni 2017 um 12:55 von Mate in der Kategorie Allgemeines

Einen Tag, nachdem der BSC YB sein 30-Jahre-Ohne-Titel-Jubiläum feierte, ist gaeubschwarz.be-Redaktor M.W. der grosse Coup gelungen. Wie das Bild beweist, entführte er heute Vormittag das berühmte Siegergen aus dem Basler St. Jakob-Park. «Es lag völlig unbewacht in einer Kiste mit der Aufschrift z.Hd. Marco Streller und liess sich problemlos in einem Glas einfangen».

Siegergen

M. befindet sich mit der Beute auf dem Rückweg nach Bern, wo er das Gen nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Wankdorf-Stadion einpflanzen wird.

Der Diebstahl blieb bis anhin unbemerkt. Damit dies so bleibt, bitten wir unsere Leser um absolute Diskretion.

Hopp YB

BSC YB – Lausanne 2:0

7. Juni 2017 um 19:33 von Pele in der Kategorie YB

Die Geschichte der letzten Saisonpartie ist schnell erzählt. Bereits nach 15 Sekunden traf Ravet zur Führung, nachdem Lecjaks einen Pass der Waadtländer geschickt abzufangen wusste. In der Folge entwickelte sich ein unterhaltsames Spiel, das YB zwar dominierte doch mit einem Gegner, der sich spielerisch des Öfteren zu lösen wusste. Nach etwas mehr als einer halben Stunde schloss aber Yoric Ravet einen schönen Angriff mit seinem zweiten Treffer des Abends ab und sorgte für eine Vorentscheidung.

Nach der Pause gab es für Gelbschwarz noch zwei heikle Szenen zu überstehen, als Lausanne nur knapp am Anschlusstreffer scheiterte. Im Anschluss war die Messe aber mehr als gelesen: YB verwaltete das 2:0 im Vor-Ferienmodus und auch die geretteten Waadtländer rissen sich kein Bein mehr aus, was für eine eher maue letzte halbe Stunde sorgte. Dennoch blieb die Stimmung gut, sowohl bei den Lausannern (die doch recht zahlreich anreisten und von einer gesponserten Gratis-Auswärtsfahrt profitierten – Chapeu!) als auch bei den YB-Fans. Denn eigentlich war das Hauptthema des Abends der Abschied von Yvon Mvogo, den es im Sommer nach Leipzig zieht und der sich nach Abpfiff eine gefühlte Stunde Zeit nahm um sich bei allen gebührend zu verabschieden.

Somit endet die Saison 16/17 mit 69 Punkten und dem klaren zweiten Rang.
Einen detaillierten gs.be-Rückblick werden wir bald veröffentlichen und wünschen in der Zwischenzeit allen eine erholsame Sommerpause!

Danke für Eure Treue & Hopp YB!
Mvogo 6/ Hielt seinen Kasten auch ein letztes Mal dicht und hat dabei einmal das Glück des Tüchtigen beansprucht. Die 6 gibt es natürlich nicht für das Spiel sondern für die vergangenen Jahre in denen wir das eines der grössten YB-Torwarttalente bei seiner Entwicklung beobachten durften. Merci Yvon u aues Guete!

Nuhu 4.5/ Muss in der kommenden Saison seine etwas nonchalanten Aktionen auf ein absolutes Minimum reduzieren. Ansonsten zeigte er wiederum, dass er punkto Physis und Technik ein sehr talentierter Innenverteidiger ist.

Rochat 5/ Übernahm die Rolle des Chefs für den kranken von Bergen und erledigte dies meist souverän.

Benito 4.5/ Ist sowohl als Innen- wie auch als Aussenverteidiger eine grosse Verstärkung. Bleibt zu hoffen, dass er einmal verletzungsfrei durch eine Saison kommt.

Mbabu 5/ Wie immer einer der auffälligsten YB-Akteure. Verkündete seinen Verbleib gleich selber. Ob leihweise oder fix: Wir freuen uns!

Zakaria 4.5/ Gute Partie des Jungspundes, allerdings mit einigen Ballverlusten. Müsste punkto Abschluss nun etwas zulegen und wird dies wohl eher in Gladbach als in Bern versuchen. Merci Denis!

Aebischer 4.5/ Sehr zweikampfstark und passsicher, auch wenn ihm nicht alles gelingen wollte. Ist aber auf gutem Weg, sich in der kommenden Saison um einen Stammplatz zu bewerben.

Lecjaks 4.5/ Fast wie immer: Offensiv sehr wirblig und fleissig, defensiv mit einigen Wacklern.

Ravet 5.5/ Diese Tore werden ihm gut tun, auch wenn es jetzt zuerst in die Pause geht.

Assalé 5/ Ein stark verbesserter Auftritt des Ivorers, der wieder durch gute Aktionen auffiel. Zudem pünktlich zu seinem fixen YB-Vertrag mit seinem ersten Assist.

Frey 4/ Hat in dieser Saison in einigen Punkten Fortschritte gemacht und ist eigentlich ein besserer Spieler als vor einem Jahr. Jedoch fehlt ihm vor dem Tor im Moment fast alles. Hoffen wir, dass sich der berühmte Knoten in der neuen Spielzeit löst.

Gerndt/Seferi/Joss keine Note/

Vorschau BSC YB – FC Lausanne-Sport

2. Juni 2017 um 15:05 von Jänu in der Kategorie YB

Kehrunsaus! Zum letzten Mal bitten die Berner Young Boys im Wankdorf zum Tanz. Partner heute ist Lausanne, das sich vor allem dank einem fulminanten ersten Saisonviertel den Klassenerhalt vorzeitig gesichert hat. Ins Stadion geht wohl heute kaum einer wegen der Affiche. Viel mehr gilt es unseren gelb-schwarzen Helden für die vielen gelungenen Auftritte in dieser Spielzeit zu danken. Trotz Wirren im Verein, einem übermächtigen Basel, Lospech in der Europa League und dem ständigen Titelgelaber im Umfeld hat sich die Mannschaft in dieser Saison weiter festigen können. Auch die individuellen Fähigkeiten wurden gefördert und es ist daher kein Zufall, stehen einige Berner vor dem Absprung in die grösseren Ligen dieser Welt. Tiefschläge gab es, unbestritten, doch heute soll der Tag sein, an welchem wir diese begraben und definitiv hinter uns lassen. Denn nach den letzten 90 Minuten Fussball werden die Uhren wieder auf 0 gestellt. Bald ist es wieder Zeit für Gerüchte, Transfers, Wasserstandsmeldungen, Testspiele und Blumentopfsiege. Und wie jedes Jahr wird diese gewisse Prise Euphorie und Zuversicht in allen von uns mitschwingen. Diese Prise, die das alljährliche Kribbeln auslöst, wenn’s wieder losgeht und YBs nächster heisser Tanz ansteht.

Yvon Mvogo werden wir heute zum vorerst letzten Mal im Wankdorf sehen. Ich gebe zu, ich war einer seiner Kritiker, als er Wölfli ablöste. Aber meine Güte hat mich der Junge eines Besseren belehrt. Mit Fug und Recht konnten wir bisher behaupten, dass wir den besten Torwart der Liga zwischen den Pfosten hatten, einer der nicht nur sportlich, sondern auch menschlich ein Vorbild ist, wie er beispielsweise bei jedem Abklatschen mit den kleinen Kindern nach Spielschluss beweist. Merci Yvon für deine Paraden, deine Big Saves und deine offene und positive Art! Mittlerweile weiss ich, du hast alles, um ein ganz grosser zu werden. Tu es!

Ob noch andere Spieler gehen werden, wissen wir bis dato nicht. Der Transfer von Fassnacht (Salut Chrigu, übrigens!) deutet allerdings darauf hin, dass einer der offensiven Akteure YB verlassen wird. Gerndt, Sulejmani oder Ravet stehen wohl bei einigen Vereinen auf dem Zettel. Und natürlich hat auch ein Zakaria grosses Potenzial, um es im Ausland zu schaffen. Auch bei ihm heisst es aber vorerst noch abwarten und Tee trinken.

Ach ja, die 90 Minuten Fussball stehen heute auch noch an. YB wird seinen Fans noch mal Freude machen und 3:0 gewinnen (2x Frey, Mvogo) und Torschütze Mvogo in der 88. Minute unter tosendem Applaus auswechseln.

FC Thun – BSC Young Boys 0:0

29. Mai 2017 um 17:56 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

YB und der FC Thun trennten sich brüderlich die Punkte. Das Testspiel nutzte Adi Hütter um seine Mannschaft im 3-4-3 aufzustellen, so bekam Nuhu die Chance neben den Oldies Rochat und von Bergen in der Innenverteidigung und mit den beiden Aussenverteidiger Mbabu und Benito im Mittelfeld, die Abwehr zu bilden. Diese 5 machten dies so gut, dass Marco Wölfli in seinem 1. Saisonspiel gleich die «Null» mit nach Hause nehmen konnte. Während im defensiven Mittelfeld vor allem Aebischer herausgestochen ist, blieb der Angriff gestern in brütender Hitze einiges Schuldig.

Vielleicht lag es an den hohen Temperaturen oder auch ein wenig an der Testspielatmosphäre, doch als besonders spektakuläres Berner Derby wird das gestrige Spiel sicher nicht in die Annalen eingehen. Die Young Boys brauchten einige Zeit um sich an das ungewohnte 3-4-3 System zu gewöhnen und schafften dies, wenn überhaupt, nur in defensiver Hinsicht ohne grössere Probleme. Die Abwehr stand äusserst gut und kompakt, doch gelang ein schnelles Umschaltspiel nur zaghaft und hauptsächlich über Mbabus rechte Seite, während man im Angriff mit den wenigen Bällen zu hektisch und meist auch eigensinnig umging.

Ein Schuss Hedigers an das Lattenkreuz und der Anschliessende Nachschuss von Sorgic waren die besten Möglichkeiten des Heimteams in Halbzeit 1. Zwar hatte auch YB seine Möglichkeiten, doch diese vergab man zumeist bereits im Ansatz und bevor es richtig gefährlich werden konnte. Einzig kurz vor der Pause musste Ruberto aktiv eingreifen, als Roger Assalé alleine auf ihn zustürmte aber den Ball des herauseilenden Torwarts pariert sah.

Hatten die Thuner zu Beginn eher mehr vom Spiel und die zwingenderen Chancen, so vermochten die Gelbschwarzen nach dem Pausentee die Partie ausgeglichener zu gestalten. Aebischer, nach einem schnellen Angriff über Rechts und Ravet mit einem Weitschuss, prüften den Thuner Torwart. Als sich Jaccottet in der 79. Minute entschied Schirinzi, in seinem letzten Spiel für den FC Thun, nach dessen hohen Bein vom Feld zu stellen, bekamen die Hauptstädter vollends die Oberhand, ohne aber das Spiel für sich entscheiden zu können. So ging am Ende die Punkteteilung für beide Teams in Ordnung. Schlüsse ob dem 3-4-3 zu ziehen ist schwierig doch wir nehmen mit Wohlwollen zur Kenntnis, dass die Vorbereitung auf die Saison 2017/18 im vollen Gange ist.

Noten:

Wölfli 4,5 – Der Wolf hielt in seinem 422 Spiel für die Young Boys seinen Kasten zum 110 Mal rein. Trotzdem konnte das Berner Urgestein die fehlende Spielpraxis nicht vollends verheimlichen.
Nuhu 5 – Verteidigte ohne Fehl und Tadel und setzte gegen Ende des Spiels auch Akzente gegen Vorne.
Von Bergen 5,5 – War immer da wenn es brenzlig wurde, hielt die Defensive souverän zusammen und verhalf Wölfli so zu einem Shutout.
Rochat 5 – Gute Leistung vom Oldie. Rettet gegen Ende des Spiels in höchster Not das Unentschieden.
Mbabu 5 – Liess gegen Hinten fast nichts zu und beflügelte das Angriffsspiel gegen Vorne.
Aebischer 5 – Findet immer mehr seinen Platz im Team. Gestern viel er auch wieder vermehrt als Spielgestalter auf.
Zakaria 4 – Stopft gewohnt souverän die Löcher – hatte aber auch schon stärkere Spiele.
Benito 4 – Blieb ohne nennenswerte Fehler, fand aber trotzdem nie richtig ins Spiel.
Schick 3,5 – Auch wenn nur wenig Bälle den Weg zu ihm fanden, kam gestern zu wenig vom Österreicher.
Assalé 3,5 – Rannte viel aber selten mit Plan. Zudem vergab er die paar wenigen Chancen die sich ihm boten, bereits im Ansatz.
Ravet 3,5 – Es scheint als ginge unserem Assistgeber Nr. 1 gegen Ende der Saison die Puste aus.
Gerndt 3,5 – Fand nie wirklich ins Spiel.
Lecjaks – kam nach 80 Minuten für Rochat.

Vorschau FC Thun – BSC Young Boys

28. Mai 2017 um 09:30 von Marco in der Kategorie YB

«Ein Derby ist wie ein Final. Derbys werden nicht gespielt, sie werden gewonnen!» Mit diesen martialischen Worten liess sich FC Thun-Trainer Lizenzhalter Mauro Lustrinelli im Thuner Tagblatt zitieren. Dumm nur, dass Thuner «Derby»siege so selten sind wie Piranhas im Lachenkanal. Der letzte Erfolg der Berner Oberländer datiert vom März 2012. Seither ist YB mit der Strategie, die Partien gegen Thun zu spielen und zu gewinnen, ganz ordentlich gefahren.

In dieser Saison ist die Bilanz von YB gegen Thun sogar makellos – das gelang gegen kein anderes Team. Umso mehr wären drei Punkte in der Stockhorn Arena ein erfreulicher Abschluss in der Fremde. Auf die Gefahr hin, regelmässige Leser mit Wiederholungen zu langweilen: Ja, es geht auch gegen Thun um nichts mehr, aber ein Sieg wäre trotzdem wichtig. Die aktuelle Mannschaft von YB wird zu einem grossen Teil unverändert bleiben und in dieser Zusammensetzung die nächste Saison in Angriff nehmen. Positive Ergebnisse gegen die «Kleinen» Thun und Lausanne sorgen für Zufriedenheit zum Saisonende und helfen hoffentlich in der nächsten Spielzeit gegen solche Gegner eine bessere Punkteausbeute zu erreichen.

Neben Hoarau und Sanogo muss Adi Hütter in Thun auch auf Sulejmani verzichten, der sich gegen Basel eine Oberschenkelverletzung zugezogen hat. An seiner Stelle dürfte Schick auflaufen. Eine Option ist zudem, dass Wölfli anstelle von Mvogo das Tor hütet, quasi als Geschenk zum Saisonende. Mvogo könnte dann am Freitag im Wankdorf gebührend verabschiedet werden. Letzten Endes ist es aber zweitrangig, wer im Tor steht, da YB zu einem ungefährdeten 3:0-Sieg kommt. Die Tore erzielen Assalé und Frey (2x).

1593531_BSC_Young_Boys

BSC Young Boys – FC Basel 2:1

22. Mai 2017 um 17:07 von Mate in der Kategorie YB

Nun, für ein 5:0 hat es knapp nicht gereicht. Aber weil Siege gegen Basel immer schön sind, können wir auch mit dem 2:1 vom Sonntag sehr gut leben. YB schliesst damit die Saison mit einer positiven Bilanz aus den Direktbegegnungen gegen den Meister ab – böse Zungen meinen, dass für uns die Einführung von Playoffs eventuell halt doch eine gute Sache wäre. Mit solch hässlichen Gedanken wollen wir uns aber gar nicht erst beschäftigen. Wir schauen lieber zurück auf einen sonnigen Sonntagnachmittag, an welchem es nach dem Schlusspfiff den Anschein machte, dass (fast) alle irgendwie zufrieden waren.

Los gegangen war es ziemlich übel. Die Basler schienen durchaus gewillt, zu zeigen, wer in der Tabelle vorne die Eins stehen hat. So starteten die Gäste dominant in die Partie und gingen nach drei Minuten prompt in Führung. Delgado und Doumbia liessen ihre Klasse aufblitzen und wir müssen zugeben, dass das Tor ganz nett herausgespielt worden war. Das Heimteam liess sich davon aber nicht beeindrucken und nahm das Heft in die Hand. Lange mussten sich die YB-Fans nicht gedulden: Sulejmani lancierte Assalé mit einem herrlichen Lupfer in die Tiefe, dieser zeigte bei der Ballannahme seine technischen Fähigkeiten und vollendete kaltblütig – Fussballzauber, 1:1. Am Ursprung des Treffers hatte Michel Aebischer gestanden, welchem es mit einem superfeinen Zuspiel gelungen war, sein Team aus dem Basler Druck zu befreien. Der Treffer war der Beginn der spektakulärsten Phase des Spiels, wofür eigentlich vollumfänglich die Young Boys verantwortlich waren. Entsprechend wäre auch eine Führung bald einmal verdient gewesen. Doch Assalé sah seine Direktabnahme von der Strafraumgrenze durch Vailati abgewehrt und Sulejmani verpasste nach einem Traumpass von Ravet alleine vor dem Basler Tor den Abschluss. Gegen Ende der ersten Halbzeit kamen dann die Gäste wieder etwas besser ins Spiel, doch die YB-Verteidigung stand gut und grosse Gefahr kam eigentlich keine auf. So gab es nach einer sehr ansprechenden ersten YB-Halbzeit zwei Wehrmutstropfen: Zum einen das verpasste Führungstor und zum anderen das verletzungsbedingte Ausscheiden vom erneut gefälligen Sulejmani – wir hoffen auf nichts Ernstes und wünschen gute Besserung.

Nach der Pause übernahmen die Young Boys gleich wieder das Spieldiktat und kamen sofort zu einer guten Möglichkeit, welche die Berner aber leider nicht optimal zu Ende spielten – der für Sulejmani eingewechselte Schick scheiterte schliesslich an Vailati. Kurz darauf, es lief die 52. Minute, zirkelte Ravet einen Corner herrlich auf Zakaria. Dessen Kopfball konnte der Basler Goalie zwar noch abwehren, doch Schick drückte den Ball über die Linie – die verdiente Führung war Tatsache. Fünf Minuten später musste YB etwas Glück in Anspruch nehmen, als Basels El Younoussi einen Freistoss per Kopf an den Pfosten verlängerte und die Platzherren entsprechend knapp um den Ausgleich herumkamen. Ansonsten verzeichnete Gelbschwarz weiterhin Vorteile und hatte die unterhaltsame aber wenig intensive Partie –Schiri Amhof dürfte schon schwierigere Spiele zu leiten gehabt haben – gut im Griff. Während YB es in der Person von Assalé verpasst hatte, mit dem 3:1 den Deckel drauf zu setzen, bäumte sich der Meister zum Schluss doch noch einmal ein ganz kleines bisschen auf. Es war aber eine vergleichsweise milde Schlussoffensive und man hatte schon deutlich mehr Angst gehabt, dass sich das verpasste 3:1 noch rächen könnte. Wie auch immer, YB gewann das Spiel am Ende verdient und zeigte damit die erwartete Reaktion auf die bescheidene Leistung unter der Woche. So bleiben nun noch zwei Spiele, bevor sich die Mannschaft nach einer kurzen Sommerpause auf die nächste Saison vorbereiten wird. Wir freuen uns darauf und hoffen, dass unsere Equipe nicht allzu viele Veränderungen erfahren muss.

Die Noten:

Mvogo 5:             Auch in seinem zweitletzten Heimspiel der gewohnt sichere Rückhalt, deutete erneut seine Fortschritte in der Spielauslösung an.

Mbabu 4,5:          Mit einer guten Partie, wenn auch nicht ganz so auffällig wie auch schon. Etwas «speziell» seine Idee, mit dem Ball am Fuss das Stirnband zu richten (und dann den Ball zu verlieren).

Rochat 5,5:          Zeigte eine hervorragende Partie, starkes Stellungsspiel, gute erste Pässe.

Von Bergen 5:     Auch der Captain zeigte eine gute Vorstellung, wenn auch mit ein, zwei kleinen Wacklern.

Benito 5:              Gefiel erneut. Physisch erfreulich präsent, kein Vergleich zu seinen Auftritten vor der Verletzung. Scheint einen guten Aufbau gemacht zu haben.

Zakaria 5,5:            Sollte er im Sommer weggehen – wir werden ihn vermissen. Abgesehen von der Anfangsphase erneut mit einer ganz starken Partie.

Aebischer 5,5:     Starke Passquote, grosse Laufbereitschaft und robust in den Zweikämpfen. Ihn scheint nichts aus der Ruhe zu bringen, spielt auch unter Druck die guten, einfachen Bälle, als wäre es das Leichteste der Welt. Es ist eine Freude, dem Jungen zuzusehen.

Ravet 5:               Versuchte viel, es gelang ihm nicht alles. Aber sehr aktiv, herrlich sein Pass auf Sulejmani in der ersten Halbzeit.

Sulejmani 5:        Erst das 1-1 gegen T.X., dann der Lupfer auf Assalé: die Vorbereitung zum Ausgleich war erste Sahne. Schade, dass er nach Ravets Traumpass den Abschluss verpasste. Noch vor der Pause angeschlagen ausgewechselt.

Schick 5:             Der Österreicher zeigte eine gute Partie und erzielte das Siegtor.

Frey 4:                 Äh. Zwar mit gewohnt viel Einsatz und wertvoller Arbeit. Wird sich auch aufgrund der Konkurrenz steigern müssen, um auch Spielzeit zu erhalten, wenn es dann wieder ernst gilt.

Assalé 5,5:          Zeigte wohl sein bestes Spiel im YB-Dress. Sehr viel unterwegs, oft anspielbar und mit vielen guten Aktionen. Herrlicher Treffer zum 1:1, verpasste es in der zweiten Hälfte, für die Entscheidung zu sorgen.

Gerndt (für Frey) und Lecjaks (für Ravet) ohne Note.

Vorschau BSC YB – FC Basel

19. Mai 2017 um 14:50 von Jänu in der Kategorie YB
Noch ein letztes Mal in der aktuellen Spielzeit werden die Messer auf Seite der Berner Young Boys gewetzt. Der Meister vom Rheinknie gastiert am Sonntag im Wankdorf. Ein Spiel gegen Basel ist immer eine heisse Affiche. Das eine Team will jeweils beweisen, dass es durchaus in der Lage ist mit dem Krösus mitzuhalten, während dieser jeweils seine Vormachtstellung auch im Head to Head zementieren will.

Aus YB-Sicht ändert sich daran am Sonntag nichts. Man will den FCB besiegen und einmal mehr zeigen, dass man im Direktduell auf Augenhöhe ist. In der Tabelle kann zwar nichts mehr passieren, doch nach je einem Sieg und einem Unentschieden in den bisherigen Begegnungen, bietet sich YB die Chance, das Duell über vier Spiele in der Saison 16/17 für sich zu entscheiden, was ein schöner Erfolg wäre – auch wenn es dafür nichtmal einen Blumentopf gibt. Adi Hütter wird daher kaum Experimente machen wie noch am Mittwoch im Ländle und seine besten elf Mannen aufs Spielfeld schicken. Am Sonntag wird also die Tour de Kehraus für ein Spiel ausgesetzt.

Aus FCB-Sicht ändert sich dieses Mal viel. Die Konzentration dürfte auf Basler Seite nur dem Cupfinal gelten und sie möchten möglichst wenig Kräfte verbrauchen sowie keine Blessuren oder Verletzungen aus Bern mitnehmen. Das Direktduell gegen YB dürfte dem FCB daher für einmal ziemlich egal sein. Es ist somit gut vorstellbar, dass Fischer nicht mit seinem Top-Aufgebot nach Bern reisen wird und wichtige Spieler für den Donnerstag geschont werden.

Nicht nur aber auch darum, prognostizieren wir eine solch einseitige Partie im Wankdorf, wie wir sie seit langem gegen Basel nicht mehr gesehen haben. Der Tor- und Chancenfluss wird auf dem heimischen Rasen nach dem Luzernspiel direkt weitergeführt, so dass die Basler mit einer 5:0 Packung nach Hause geschickt werden. Gerndt sowie Joker Assalé treffen doppelt und Zakaria schiesst eines seiner seltenen Tore.


HOPP YB!

FC Vaduz – BSC Young Boys 1:0

18. Mai 2017 um 16:35 von Marco in der Kategorie YB

Einmal mehr tat sich YB in Vaduz unheimlich schwer und musste nach drei Siegen in Serie wieder eine Niederlage einstecken. Aufgrund der prekären Lage von Vaduz konnte man im Vorfeld eine Mannschaft erwarten, die um ihre letzte Chance spielt und YB in Bedrängnis bringen könnte. Dieser Fall ist zumindest in der ersten Halbzeit nicht eingetreten. YB startete gegenüber dem letzten Spiel mit sechs neuen Akteuren und begann aktiver als das Heimteam. Die Young Boys waren sichtlich bemüht, Druck aufzubauen und sich Chancen zu erarbeiten. Bis nach der Mittellinie funktionierte dies nicht schlecht, danach schlichen sich viele Ballverluste oder Einzelaktionen wurden von der Vaduzer Abwehr geblockt.

Besonders über die Flügel funktionierte kaum etwas. Sulejmani konnte nicht an seine Leistung vom Sonntag anknüpfen und Schick blieb unsichtbar. Im offensiven Zentrum rieb sich Gerndt auf, versuchte viel, blieb aber ohne Torerfolg. Auch wenn die Details nicht stimmten, war der Eindruck, den YB in der ersten Halbzeit hinterliess, nicht nur schlecht. Man hatte das Gefühl, dass ein Treffer den Knoten lösen könnte, leider tat YB viel zu wenig für ein Tor. Immerhin gelang auch Vaduz wenig bis nichts, so dass die Abwehr praktisch ohne Beschäftigung blieb. Während Vaduz harmlos blieb, schoss Lausanne, ihr direkter Konkurrenz um den Abstieg, in Luzern zwei Tore.

Möglich, dass dies in der Pause bei den Liechtensteinern für einen Weckruf sorgte. Nach dem Seitenwechsel kamen sie immer besser ins Spiel und zwangen Mvogo zu starken Paraden. Seine Vorderleute legten sich hingegen weniger ins Zeug und wirkten zeitweise fürchterlich ideenlos. Ein paar Weitschüsse waren praktisch die einzigen offensiven Lichtblicke. Wie es zu einem schwachen Spiel gehört, fiel das einzige Tor nach einem Standard. Nach einem Corner rettete Joss noch regelwidrig auf der Linie, doch im folgenden Gewühl gelang es Bühler den Ball ins Netz zu spedieren. Die Gelbschwarzen reagierten kaum auf den Gegentreffer. Sie versuchten es erneut mit Weitschüssen wobei der Pfostenschuss von Aebischer der gefährlichste war. So musste YB die lange Heimreise mit null Punkte antreten.

Die Enttäuschung hält sich aufgrund der Tabellenlage wohl in Grenzen. Bedauerlich ist hingegen, dass die leichtfertigen Punktverluste gegen kleine Teams immer noch zum YB-Alltag gehören.

Mvogo 5 Zwei gute Paraden, beim Gegentor ein bisschen überrumpelt.

Joss 4 Der Mbabu-Ersatz brachte kaum Impulse, war defensiv aber auch wenig gefordert.

Nuhu 4.5 Der zuletzt hart Kritisierte fiel primär durch einen Schuss aus 30 Metern auf.

Von Bergen 4.5 Leitete die Abwehr souverän, war aber auch selten unter Druck.

Lecjaks 4.5 In der ersten Halbzeit mit offensiven Versuchen, danach baute er ab.

Schick 3 Brachte sich nie ins Spiel ein.

Aebischer 5 War der aktivste Feldspieler.

Bertone 4 Wollte viel, konnte wenig. Zu viele verstolperte Bälle.

Sulejmani 3.5 Nach Licht folgt bei ihm oft Schatten. Das war wieder einmal der Fall.

Gerndt 4.5 Suchte immer wieder den Abschluss, leider erfolglos.

Frey 4.5 Wie so oft einsatzfreudig aber für einen Treffer zu wenig cool.

Assalé 4 Eine gute Aktion, mehr war nicht zu sehen.

Ravet 4 Ein bisschen besser als Sulejmani, aber nur ein bisschen.

Seferi Keine Note.