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FC Thun – BSC Young Boys 2:3

12. Dezember 2016 um 18:21 von Marco in der Kategorie YB

YB hat tolle Wochen hinter sich. Die Siege gegen Sion, Basel und Astana boten viel Spektakel, kosteten aber auch viel Kraft. Die Gelbschwarzen hatten vor dem Spiel in Thun bereits 30 Pflichtspiele in dieser Hinrunde bestritten – oft mit einem verletzungsgeschwächten Kader. Die Erwartungen vor dem «Plástico», wie die Kollegen vom Runden Leder das Duell getauft haben, waren also verhalten. Tatsächlich agierte der FC Thun von Beginn an mutiger und druckvoller als die Gäste aus Bern. Die Flanken in den YB-Strafraum sorgten immer wieder für Unruhe und Hektik. Die Rettungstaten der Defensiv-Leute wirkten oft eher zufällig als bewusst. Glück für YB, dass Thun im wiederkehrenden Gewusel vor Mvogo kein frühes Tor gelang. Auch die Offensive blieb lange Zeit blass. Gerndt der wie bereits gegen Astana auf dem linken Flügel zum Einsatz kam, fand sich auf dieser Position nie richtig zurecht. Frey und Hoarau als Sturmduo konnten sich zu Beginn kaum in Szene setzen. 

Das 1:0 für Thun zeichnete sich leider ab. Einmal mehr war es eine scharfe Flanke in den Strafraum, die der völlig freistehende Tosetti ins Netz knallte. Jetzt war eine Reaktion von YB gefordert. Und die kam nur vier Minuten später. Mbabu hatte plötzlich viel Platz und spielte einen wunderbaren Pass quer durch den Thuner Strafraum. Auch die Thuner Verteidiger waren davon so angetan, dass sie sich vornehm zurückhielten und Hoarau am Ende des Spielzuges den Abschluss und das Tor gewährten. Trotz des Ausgleichs war es eine schwache Halbzeit von YB und Adi Hütter musste in der Kabine ein paar verbale «Watschn» verteilen. Diese zeigten auf den ersten Blick Wirkung. YB gewann mehr Zweikämpfe und liess Thun weniger Raum zur Entfaltung. Auch die Offensive zeigte mehr Präsenz, Frey scheiterte nur knapp am Thuner Goalie und suchte danach erneut den Abschluss. Die positiven Signale nach dem Seitenwechsel wurden leider durch einen kapitalen Fehler von Benito zunichte gemacht. Sein Rückpass auf Mvogo geriet zur Vorlage für Sorgic, der dankend zum 2:1 einschob. Benito spielte zu diesem Zeitpunkt bereits mit gebrochenem Mittelfussknochen, wie YB am Montag bekanntgab. Eine Auswechslung zur Pause wäre im Nachhinein wohl die bessere Entscheidung gewesen. Trotzdem wünschen wir Benito natürlich gute Besserung. 

Bei YB lief an diesem Nachmittag vieles nicht rund, doch die entschlossenen Reaktionen auf die Gegentore verdienen Lob. Auch nach dem 2:1 dauerte es nur wenige Minuten bis zum erneuten Ausgleich. Nach einem Foul an Frey trat Bertone den Ball flach und scharf vor das Tor. Im Gewühl war die Masse von Sanogo Gold wert. Mit einem beherzten Einsatz drückte er den Ball über die Linie. Dass er dabei gleich auch noch Dennis Hediger von den Beinen holte, machte den Treffer noch ein bisschen besser. Man muss Thun zu Gute halten, dass es nie aufgab und immer wieder den Torerfolg suchte. Der Siegestreffer für YB entsprach deshalb nicht wirklich dem Spielverlauf, war aber natürlich hochwillkommen. Eine lange Flanke von Lecjaks passte genau auf den Kopf von Frey, der wuchtig einnetzte. YB hatte damit das Spiel gedreht, doch der Sieg war längst noch nicht im Trockenen. Es brauchte das Knie von Hoarau, um einen Schuss zu entschärfen und zwei Rettungstaten von Mvogo bis der Auswärtssieg Tatsache war. YB hat in Thun nicht geglänzt, aber gewonnen. Das zeugt von einer abgeklärten Mannschaft, die uns hoffentlich auch im 2017 viel Freude bereiten wird.

Mvogo 5 In der ersten Halbzeit mit ein paar Unsicherheiten, doch in der Schlussphase hielt er den Sieg fest.

Mbabu 4,5 Defensiv nicht immer sattelfest, doch der Assist für Hoarau war Klasse.

Von Bergen 5 Nicht so stilsicher wie sonst, aber besser als seine defensiven Mitspieler.

Benito 3,5 Tor verschuldet, Fuss gebrochen, es war definitiv nicht sein Nachmittag.

Lecjaks 4 Polemisch ausgedrückt: Vorne hui, hinten pfui.

Schick 4 Im Vergleich mit den letzten Spielen nur an wenigen Aktionen beteiligt.

Bertone 4,5 Lancierte nur wenig Angriffe, schoss aber einen tollen Freistoss.

Sanogo 4,5 Kam lange nicht auf Touren. Beherzter Einsatz zum 2:2

Gerndt 3,5 Fand nie ins Spiel und wurde zu Recht ausgewechselt.

Hoarau 5 Zeigte weniger Präsenz als auch schon. Aber das ist bei Gui klagen auf hohem Niveau.

Frey 5 Nach einer schwachen ersten Halbzeit drehte er auf und trug mit seiner Kampfbereitschaft entscheidend zum Sieg bei.

Sutter 4,5 Kam nach der Pause und brachte Stabilität ins YB-Spiel.

Ravet Keine Note, aber eine erfreuliche Rückkehr in der YB-Viertelstunde.

Bürgy Keine Note

Vorschau: FC Thun – BSC Young Boys

10. Dezember 2016 um 18:09 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Bereits ist wieder ein Fussballjahr zu Ende. Auch 2016 zeigte viele Facetten im Leben eines Fussballklubs auf die wir heute nicht weiter eingehen werden. Fakt ist, dass YB weiterhin ein Spitzenteam mit einer grossen individuellen Qualität und einem klaren taktischen Konzept ist, welches vom Trainerteam gut vermittelt wird. Problematisch ist die Abhängigkeit von einigen Leistungsträger, vor allem bei Guillaume Hoarau ist diese augenfällig. Da die Qualität im Kader (in der Breite) nicht auf allen Positionen gleich hoch ist, kommt es bei vielen Ausfällen daher zu schwächeren Spielen und Punkte-Einbussen. Dies ist unserer Meinung nach auch der Hauptgrund für den nach wie vor erheblichen Rückstand in der Tabelle.

Das bringt uns auch gleich zur Ausgangslage vor dem letzten Spiel des Jahres: Mit Wüthrich, Rochat, Ravet, Joss, Zakaria, Kubo und Sulejmani fehlen auch gegen Thun 7 Spieler verletzt oder angeschlagen, dazu sitzt Nuhu seine erste von zwei Sperren ab.

Auf dem Papier sind dies erhebliche Schwächungen, allerdings sind die Verletztungen „besser“ verteilt als noch im Sommer: Mit Mvogo, von Bergen, Benito, Sanogo, Gerndt und Hoarau ist die wichtige Achse fit und dabei. Um dieses Gerüst kann eine starke und kompetitive Mannschaft auf den Platz gebracht werden, die sich gegen niemanden verstecken muss.

Der Gegner aus Thun steckt in einer schwierigen Situation. Einerseits steht der Verein finanziell schlecht da und kämpft bis Ende Jahr noch um jeden Franken damit der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann. Andererseits läuft es auch auf dem Rasen nicht optimal, man steht nur einen Punkt vor Vaduz auf Rang 9 und hat bislang erst drei Partien gewinnen können (daneben stehen 7 Unentschieden und 7 Niederlagen).

Da kommt YB als Gegner eigentlich höchst ungelegen, da der Kantonsrivale seit 11 Spielen nicht mehr besiegt werden konnte (9 YB-Siege, 2 Unentschieden).

Dennoch gilt für YB die Devise, noch einmal hochkonzentrierte 90 Minuten zu absolvieren um die Serie der Ungeschlagenheit weiter auszubauen. Eine Niederlage kurz vor Weihnachten wäre höchst unnötig und und würde die Stimmung während der Vorbereitung nur unnötig dämpfen.

Wir sind überzeugt, dass Adi Hütter seine Jungs noch einmal optimal einstellt und wir am Sonntag eine überzeugende Auswärtsleistung sehen. YB wird die Partie mit 3:1 gewinnen, dank Toren von Hoarau, Frey und Bertone.

BSC YB – Astana 3:0 (0:0)

9. Dezember 2016 um 12:41 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Kühlschrank Wankdorf, die Nebelmaschine vor der geschlossenen Gästekurve hüllte das Stadion in eine Weihnachtswolke und YB hielt mit den Kasachen auf dem Platz ein Winterschläfchen… zumindest in den ersten 45 Minuten.

So ungemütlich es für die 7616 Zuschauer auf der Tribüne auch gewesen sein mag, wahrscheinlich hätte niemand freiwillig mit den Protagonisten auf dem Feld tauschen wollen. Trotz besten Absichten war beiden Mannschaften anzusehen, dass sie sich zwar mit Anstand aus der Europa League verabschieden wollten aber in der 1. Halbzeit so gar nicht auf Betriebstemperatur kamen. So blieb der Weitschuss von Aebischer die einzig nennenswerte Chance vor dem warmen Pausentee.

Aufgewärmt, mit Wärmesalbe auf Händen und Füssen und mit den besten Vorsätzen kamen die Gelbschwarzen danach aus den Katakomben. Gleich zu Beginn erspielte sich das Heimteam 4 gute Möglichkeiten, welche aber vorerst ungenutzt blieben. Zuerst scheiterte Bertone aus aussichtsreicher Position bevor Hoarau per Fuss und per Kopf das Runde nicht im Eckigen unterbrachte und zuletzt traf auch Gerndt, alleine vor Torhüter Erić, nicht zum verdienten Führungstreffer.

So mussten die Zuschauer bis zur 61. Minute und der Einwechslung von Michi Frey warten. Kaum eingewechselt nahm der Neue sogleich das Spieldiktat in die Hand, um nur 2 Minuten später mit einem scharfen Flachschuss zum verdienten 1:0 zu treffen. Weitere 3 Minuten waren nach der Führung vergangen, als Michi mit einem schönen Heber Schick in Szene setzte und der Assistgeber vom Dienst bediente den Topskorer so, dass der nach dieser herrlichen Passkombination nur noch zum 2:0 einzuschieben brauchte.

Gemütlich warm wurde es an diesem Abend zwar nicht mehr aber spätestens nach dem EL Premierentor Schicks, zum Endstand von 3:0, war es der geplante würdige Abschluss einer Europäischen Kampagne, welche vielleicht nicht ganz so spektakulär und erfolgreich verlief wie vorangegangene aber doch Lust auf mehr machte. Wir auf jeden Fall freuen uns bereits heute auf weitere Abenteuer unserer Mannschaft im Europapokal!

Noten:

Mvogo 5 Hatte kaum was zu tun ausser zu schauen, dass er nicht festfror um zwei, drei Mal stark zu parieren und die Null zu halten.
Sutter 4 Machte seine Arbeit aber blieb blass im Angriff.
Von Bergen 4 Mit ein paar Unsicherheiten aber ohne grobe Schnitzer. Offensiv inexistent.
Nuhu 4,5 Zurück in der IV mit einer robusten defensiven Leistung und gutem Passspiel.
Obexer 4 Unauffälliges Spiel des Jungspunds.
Sanogo 4,5 Zweikampfstark wie immer aber gegen Vorne verpasste er mehrmals den Zeitpunkt des Abspiels.
Schick 5 1 Tor und 1 Assist. Bitte Form über die Winterpause konservieren.
Bertone 5 Taute in HZ 2 auf und organisierte das Mittelfeld.
Aebischer 4,5 Sein Weitschuss war die einzige Chance in der 1. HZ, sonst nicht ganz so auffällig wie gegen Basel.
Gerndt 4,5 Lief und rackerte viel aber kam zunächstt kaum ins Spiel. Schade vermochte er nicht eine seiner 2 dicken Chancen zu verwerten.
Hoarau 5 In der ersten HZ sehr viel unterwegs aber ohne grossen Einfluss aufs Spiel. Im zweiten Umgang mit guten Chancen und dem obligatorischen Tor.
Frey 5,5 Der Matchwinner kam für die letzte halbe Stunde und entschied das Spiel.
Benito 4,5 Kam für Obexer und erledigte seinen Job fehlerfrei.
Duah war zu kurz im Spiel für eine Bewertung.

Danke und Häppy New Year! (Bild: Thomas Hodel - YBforever)

Danke und Häppy New Year! (Bild: Thomas Hodel – YBforever)

Vorschau: BSC YB – Astana

8. Dezember 2016 um 12:45 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Das letzte Heimspiel des Jahres 2016 – ein Jahr mit vielen Hochs und Tiefs, wie man es sich als YB-Fan gewohnt ist.

Das letzte Europäische Spiel der Saison – ein weiteres Kapitel mit Hochs und Tiefs, wie man es sich als YB-Fan gewohnt ist.

Unvergessen bleibt das Rückspiel gegen Donetzk, welches an Spannung und Leidenschaft kaum zu überbieten war. Wer an diesem Abend im Wankdorf weilte, wird ihn so schnell nicht mehr vergessen. Auf der anderen Seite der Skala steht das Heimspiel gegen Piräus. Nicht nur aufgrund der vermeidbaren 0:1-Niederlage nach einer akzeptablen Leistung, sondern aufgrund der Un-Stimmung die uns Ursle S. eingebrockt hatte. Nicht wenige sind davon überzeugt, dass ein 100% fokussiertes YB an diesem Abend mit drei Punkten in die Gruppenphase gestartet wäre – und gleichzeitig kann niemand dem Team verübeln, dass sich an diesem Tag nicht alles um das Geschehen auf dem Rasen drehte.

Item, zurück zur Aktualität:

Nach der grossartigen und mitreissenden Partie vom vergangenen Samstag, dürften heute gegen Astana deutlich weniger Emotionen im Spiel sein. Beide Teams sind bereits aus dem laufenden Wettbewerb ausgeschieden und werden möglicherweise nicht auf die besten 11 Akteure setzen. Erschwerend hinzu kommt die zu erwartend tiefe Zuschauerzahl. Es dürften sich keine 8000 Schnäuze ins Wankdorf verirren. Dies ist sicher auf die Kälte, aber auch auf die bereits erwähnte Ausgangslage zurückzuführen. Kommt dazu, dass Astana auf dem Papier nicht gerade der Verein ist, der die Zuschauer in Massen anlockt.

Daher steht die heutige Partie in erster Linie unter folgenden Vorzeichen

– Würdiger Abschluss des Heimspiel-Jahres

– Finanzieller Zustupf aufgrund der Siegesprämie

Adi Hütter betonte mehrfach, dass trotz des Kehraus-Charakters ein Sieg angestrebt wird. Dennoch erwarten wir die eine oder andere Veränderung in der Start-11: Im Tor dürfte Marco Wölfli für seine treuen Dienste belohnt werden. In der Abwehr gehen wir hingegen von keinen Experimenten aus, da mit Mbabu und Lecjaks zwei Akteure gesperrt sind und damit die Alternativen fehlen. Mit Sutter rechts und Benito links, sowie von Bergen und Nuhu in der Zentrale wird hinten nicht viel anbrennen.

Im Zentrum könnte der gegen Basel gesperrte Sanogo zurückkehren und neben Bertone auflaufen. Michel Aebischer gleich noch einmal von Beginn weg zu bringen, ist natürlich ebenfalls eine Alternative. Auf den Flügelpositionen erwarten wir Sulejmani und Duah, um dem zuletzt „dauerbrennenden“ Schick eine Verschnaufpause zu gönnen. Das gleiche gilt für Gui Hoarau, den wir durch Frey und Gerndt ersetzen würden.

YB hat unter Adi Hütter an Charakterstärke hinzugewonnen und wird dieses letzte Heimspiel um die goldene Ananas gewinnen. 3:0, Tore durch Gerndt, Sulejmani und Nuhu.

 

BSC YB – FC Basel 3:1

5. Dezember 2016 um 16:27 von Mate in der Kategorie YB

Es läuft die 79. Minute. Kevin Mbabu, zwei Zeigerumdrehungen vorher eingewechselt, lässt auf der rechten Seite Basels Riveros stehen und flankt zur Mitte, wo Guillaume Hoarau um Zentimeter seinen dritten Treffer verpasst. Es wäre wohl die Vorentscheidung gewesen und ein Tor zum richtigen Zeitpunkt, ein sogenannter „Baldriantreffer“ halt. Denn der Leader aus Basel war dank einem Handspenalty doch noch zum Anschlusstreffer gekommen und hatte danach trotz allem die eine oder andere Möglichkeit, sogar den Ausgleich zu schaffen. Ein solcher wäre aus Berner Sicht äusserst bitter gewesen. Denn was die Mannschaft zeigte, übertraf sämtliche Erwartungen. Es fehlten wichtige Spieler verletzt oder gesperrt. Vor allem die Absenzen im Zentrum würden, so war zu befürchten, gegen diesen Gegner besonders schwer wiegen. Trainer-Fuchs Hütter verblüffte mit der Nomination von Kasim Adams Nuhu auf der „Sechs“ und liess davor neben Leonardo Bertone, YB’s KV-Stift Michel Aebischer auflaufen. Letzterer gab des Trainers Vertrauen in Form einer erstaunlich abgebrühten Leistung zurück und sorgte zusammen mit Bertone und Nuhu dafür, dass der Ligakrösus in der ersten Hälfte eigentlich nie richtig gefährlich vor das Berner Tor kam. Und wenn, dann war es nach Standards. So in der fünften Minute, als Mvogo gegen Langs Kopfball eine erste Parade auspacken musste. Eine Zeigerumdrehung später war es aber Gelbschwarz, welches sich ein erstes Mal in den Armen lag. In Usain Bolt-Manier hatte Jan Lecjaks auf der linken Seite nach einem feinen Pass von Nuhu nicht nur den Basler Lang, sondern gleich auch noch Teamkollege Sulejmani überlaufen, spielte scharf zur Mitte, Vaclik musste vor dem heranstürmenden Schick intervenieren und lenkte den Ball vor die Füsse Hoaraus. Dieser tat, was er in solchen Situationen meistens tut – er versenkte die Kugel im Netz. Sechs Minuten waren da gespielt und das Spiel so richtig lanciert. Bis zur Pause verpasste YB den Führungsausbau, weil Schick einmal an Vaclik scheiterte und einmal knapp am Tor vorbei schoss. Von Basel kam praktisch nichts, zu gut stand YB und zu einfallslos agierte der bis dato ungeschlagene Leader. Und es war beim Pausenpfiff ausgerechnet der starke „Neo-Sechser“ Nuhu, welcher Basel etwas Hilfe anbot und für eine versuchte Tätlichkeit an Renato Steffen zurecht die rote Karte sah.

So stellte man sich auf den Rängen auf eine ganz schwierige zweite Halbzeit ein und es soll solche gegeben haben, die nun nicht mehr nur der Kälte wegen zu bibbern begannen. Doch Guillaume Hoarau verstärkte die Zuversicht in den gelbschwarzen Reihen wieder. Nach einem langen Ball von Bergens setzte er gemeinsam mit dem zur Pause für Sulejmani eingewechselten Gerndt nach, Basels Suchy und Goalie Vaclik kriegten das Muffensausen und vertändelten den Ball. Während Gerndt noch scheiterte, war erneut Hoarau zur Stelle und schoss ein zum 2:0. Auch in der Folge hatten die Berner das Geschehen trotz numerischer Unterlegenheit relativ gut im Griff. Basel hatte nun zwar deutlich mehr vom Spiel, die ganz gefährlichen Aktionen blieben aber vorerst aus. Als aber in der 65. Minute der Ball Scott Sutter vom Oberschenkel an die Hand prallte, blieb dem Österreichischen Schiedsrichter nichts anderes möglich, als auf den Punkt zu zeigen. Delgado verwertete souverän. Weil Basel nach einer Intervention Benitos keinen zweiten Elfer zugestanden erhielt und Mvogo später die beste Ausgleichschance – Doumbia kam aus wenigen Metern zum Kopfball – spektakulär zur Nichte machte, stand es also in der 79. Minute immer noch 2:1 für die aufopfernd kämpfenden Berner. Es kam zu Eingangs erwähnter Szene, in welcher Hoarau ganz knapp an der Vorentscheidung vorbeischrammte. Doch der aufgerückte Jan Lecjaks war zur Stelle, um den Ball zu erben. Er dribbelte Calla einen Knoten in die Beine flankte gefühlvoll zurück in die Mitte: Kopfball Mbabu, Tor, gelbschwarze Ekstase. Es war die Erlösung, zu wenig hatte Basel auszurichten, als ob man sich jetzt noch vor einer Wende hätte fürchten müssen.

So landete YB einen grossen und hochverdienten Sieg. Mit einem „Rumpfteam“ angetreten, dazu eine Halbzeit mit einem Mann weniger, hatte man Basel dank taktisch und kämpferisch hervorragender Leistung den Meister gezeigt und bewiesen, dass man den besseren Fussball spielen kann: mit deutlich mehr Ideen, dynamischer, schneller. Und während Adi Hütter mit Aufstellung und perfekten Wechseln erheblich Einfluss nahm und so grossen Anteil hatte am Erfolg, blieb sein Gegenüber blass und einfallslos, obwohl er eigentlich alle Vorteile auf seiner Seite hatte. Umso bitterer, dass der Kampf um den Meistertitel (Einschub als Zwangsoptimist: „mit allergrösster Wahrscheinlichkeit“) trotzdem  bereits entschieden ist. Aber Hand aufs Herz: wer hatte zur Pause schon daran geglaubt, dass YB mit einem 3:1-Sieg aus diesem Spiel gehen würde?

 

Die Noten:

 Mvogo 5,5:        Einmal mehr eine sackstarke Partie unseres Torhüters.

Sutter 4,5:         Verhinderte gegen Bjarnasson kurz nach der Pause den Ausgleich, verursachte später etwas unglücklich den Penalty. Sonst solid.

Von Bergen 5:   Gute Partie des Abwehrchefs, bestätigte den Aufwärtstrend aus dem Lausanne-Spiel.

Benito 5:            Noch einen Tick besser als gegen Piräus. Starke Leistung.

Lecjaks 5,5:       Dem Vernehmen nach sollen Lang und Sulejmani vom Luftzug des Lecjakschen Schmetterantritts vor dem 1:0 immer noch erkältet sein. Grandios auch die Vorarbeit zum 3:1.

Nuhu 3,5:          Starke Partie, aus welcher er sich mit einer Unbeherrschtheit selber frühzeitig verabschiedete und damit der Mannschaft einen Bärendienst erwies. Zum Glück ohne negative Folgen.

Bertone 5:         In letzter Zeit konstant gut, mit einigen grandiosen Zuspielen und starker Zweikampfquote.

Aebischer 5,5:   Gewinner waren sie alle, er aber im Speziellen. Quasi fehlerlose Partie, erstaunlich abgeklärt.

Schick 4,5:        Arbeitete viel, ging weite Wege, kam zu guten Gelegenheiten und gewann sogar einmal ein 1-1. Leider fehlte die Krönung in Form eines Treffers.

Sulejmani 4:      Nicht wie gewünscht im Strumpf, besonders defensiv mit Problemen.

Hoarau 6:          Ja, es mag einfallslos sein, ihm schon wieder die Bestnote zu verleihen. Aber wir können nicht anders. Herrlich wie er sich in der zweiten Halbzeit an Xhaka ranschleicht und ihm von hinten die Kugel wegstibitzt. Und auch wie er sich bei seiner Auswechslung von ihm „verabschiedet“.

Gerndt 4,5:        Es gelang ihm erneut bei weitem nicht alles, war aber mit seiner Aufsässigkeit enorm wichtig für das Berner Unterzahlspiel.

Mbabu:              Starker Kurzauftritt von Mbabu, welcher noch einmal viel Schwung brachte und seine Leistung mit dem 3:1 krönte.

Frey:                  Kam wohl nicht zuletzt auch noch, um Hoarau den verdienten Sonderapplaus zu ermöglichen.

Vorschau: BSC Young Boys – FC Basel

2. Dezember 2016 um 16:29 von Cabrón in der Kategorie Matchvorschau, YB

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Das letzte Heimspiel in der Meisterschaft in diesem Jahr steht an und es ist ein Leckerbissen zum Abschluss. Der FC Basel ist in der Spielzeit 16/17 ein erstes Mal zu Gast im Wankdorf zu Bern und mit ihm der verlorene Sohn (formerly known as Lord), der Neu-Basler, Seydou Doumbia. Er, Liebling der Massen, Muse Berner Strassenkünstler, Torschützenkönig nur mit Teileinsätzen, der der jeweils nach einem Treffer das Stadion herzte und mit dem Versprechen nach Moskau zog, einmal zurückzukehren. Zurück an den Ort, wo alles so schön begann… Er hält Wort, allerdings nicht wie sich dies die Gelbschwarze Gemeinde vorgestellt hat.

Was solls? Wer trauert dem Fahnenflüchtigen nach, wenn man einen Hoarau in den Reihen hat, der nicht nur über ähnliche Skorerqualitäten verfügt, sondern dazu noch ein Leader, Integrationsfigur, Entertainer und für die Jungen ein grosser Bruder ist? Längst hat der 1,91 m grosse Hühne den freigewordenen Platz in unserem Herzen eingenommen (1898-Gumble) und mit Aussagen wie «ich werde YB nicht verlassen, um nach Basel zu gehen», machte er den Ivorer vollends vergessen.

Heimspiel gegen Basel. Die Mannschaft und ganz Bern ist heiss drauf, dem unangefochtenen Leader seine erste Saisonniederlage zuzufügen. Sion verpasste dies letztes Wochenende genau so wie alle anderen und erstaunlicherweise konnten nur gerade die Abstiegskandidaten Thun und Lugano den Rotblauen Punkte abknöpfen. Jedoch darf man die Heimstärke der Young Boys nicht unterschätzen und wie eingangs erwähnt haben wir Hip Hip Hoarau der zuletzt alles richten konnte – wie zum Beispiel im letzten Spiel gegen Lausanne, als er aus spitzem Winkel abzog und herrlich zum siegbringenden 2:1 traf.

Man ist also bereit in Bern, den Punkterückstand (hier wird ihnen bei F. Ruch geholfen) auf die Basler zu verkürzen und zumindest im Direktvergleich gleichzuziehen, auch wenn wieder der eine oder andere Verletzte von Adi Hütters Matchblatt gestrichen werden muss. Neben den Langzeitverletzten sind Zakaria und Kubo fraglich und Sanogo nach seiner vierten Gelben Karte gesperrt. So kommt es erneut zu einigen Änderungen aber letztendlich gewinnen wir nach Treffern von Hoarau (2), Gerndt und Sulejmani in einem spektakulären Spiel mit 4:2.

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FC Lausanne Sport – BSC YB 1:2

28. November 2016 um 12:56 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Nach der hitzigen und angespannten Atmosphäre in Piräus ging es auf der Pontaise in Lausanne gestern deutlich entspannter zu und her.

Zwar begann YB vielversprechend und erarbeitete sich bereits in den Startminuten zwei gute Aktionen, doch danach dominierten lange Bälle und Fehlpässe das Geschehen bei den Gelbschwarzen. Der zu Beginn sehr aktive YB-Debütant Sven Joss verletzte sich bereits nach wenigen Minuten und musste durch Lecjaks ersetzt werden. Der Titel „Pechvogel des Jahres“ dürfte somit vergeben sein – Gute Besserung Sven!

Lausanne, das unbedingt die fünf Niederlagen in Serie vergessen machen wollte, agierte zielstrebiger und mutiger als die Berner. Allerdings waren auch die Romands zu unpräzise in ihren Aktionen. Dennoch hätte Pak die Führung erzielen müssen, als er Mvogo bereits umkurvt hatte. Doch Kevin Mbabu rettete YB mit der Grätsche der Saison vor dem Rückstand.

Bis zur Pause blieb es beim 0:0 und Adi Hütter beschloss, einige Korrekturen vorzunehmen. Durch die Hereinnahme von Aebischer für den unglücklichen Gerndt stärkte er das Mittelfeld und ermöglichte seiner Mannschaft so etwas mehr Zugriff auf das Spiel. Zudem wurde vermehrt versucht, das Spiel gepflegt aufzubauen. Mit dem ersten (und beinahe einzigen) schönen Angriff ging YB dann auch in Führung: Sanogo lancierte Sulejmani mit einem tollen Pass in die Tiefe, dieser spielte perfekt in die Mitte, wo Hoarau in Topscorer-Manier verwertete.

Danach flachte das Spiel wieder etwas ab und wurde meist nur durch Foulspiele unterbrochen. Lausanne stemmte sich gegen die nächste Niederlage, allerdings wollte ihnen kein Tor gelingen – bis sich der eingewechselte Ben Khalifa in der 86. Minute ein Herz fasste und aus ungefähr 30 Metern mit einem satten Schuss via Innenpfosten zum vielumjubelten Ausgleich traf. Ein Punkt, der wohl unter dem Strich verdient wäre und gemessen am ganzen Spiel seine Richtigkeit gehabt hätte. Hätte! Denn nur eine Zeigerumdrehung später bewies Guillaume Hoarau, wieso er zurecht als bester Stürmer der Liga gehandelt wird: Aus beinahe unmöglichem Winkel bescherte er YB nach einem Lecjaks-Einwurf den zweiten Auswärtsdreier der Saison!

Wermutstropfen dieses Wochenendes neben der Verletzung von Joss: Sékou Sanogo sah gegen Lausanne die vierte gelbe Karte und wird YB gegen Basel fehlen. Denis Zakaria stand wegen Oberschenkelproblemen gar nicht erst im Aufgebot und ist auch für das Basel-Spiel fraglich.

 

Die Noten:

Mvogo 3.5/ Gestern war nicht sein Tag. Viele Abpraller, schlechte Abschläge und einige Unsicherheiten.

Mbabu 5/ Defensiv ein belebendes Element, besonders seine Tacklings und seine Schnelligkeit sind ein Gewinn. In der Angriffsauslösung noch mit viel Luft nach oben. Hielt YB mit einer Weltklasse-Grätsche im Spiel und erhält dafür 0.5-Notenpunkte Bonus.

Nuhu 4/ Nur knapp genügend, da auch er einige Fehlpässe zu verzeichnen hatte. Dennoch aber mit vielen gewonnen Zweikämpfen.

Von Bergen 5/ Zuletzt oftmals in der Kritik, war SVB gestern der Abwehrpatron, den es in dieser Schlacht benötigte. Wenn auch nicht fehlerfrei, so auf jeden Fall omnipräsent.

Joss -/ Pechvogel des Jahres. In den ersten 4 Minuten der auffälligste Akteur – im Anschluss verletzt ausgewechselt.

Schick 4/ Einige vielversprechende Aktionen, allerdings auch mit einigen falschen Entscheidungen. Sein Treffer wurde korrekterweise wegen Abseits aberkannt.

Sanogo 4/ In der ersten Halbzeit im Aufbau ungenügend, allerdings mit einer Steigerung nach der Pause. Fehlt gegen Basel leider gelbgesperrt.

Bertone 4/ Dito Sanogo. Steigerte sich nach der Pause etwas, als er wiederum als vorgeschobener Spielmacher agieren konnte.

Sulejmani 4/ Herrlicher Assist auf Hoarau vor dem 1:0, dazwischen mit Licht und Schatten. In Halbzeit eins der einzige mit offensiven Impulsen.

Gerndt 3.5/ Nicht sein Spiel. Hatte Probleme bei der Ballkontrolle und konnte sich selten durchsetzen. Ein nicht ganz ungefährlichen Abschluss kurz vor der Pause – danach durch Aebischer ersetzt.

Hoarau 6/ Schon nur der zweite Treffer ist die Maximalnote wert.

Lecjaks 4/ Früh für Joss eingewechselt, absolvierte der Tscheche ein Spiel ohne grosse Fehler und durfte sich beim 2:1 einen Assist gutschreiben lassen.

Aebischer 4/ Überraschend früh eingewechselt, absolvierte Aebischer eine durchaus gelungene Halbzeit mit diversen Ballgewinnen. Ärgerlicher Ballverlust vor dem 1:1.

Sutter keine Note/ Wurde auf dem linken Flügel eingesetzt und hatte kaum eine Szene.

 

Vorschau: FC Lausanne Sport – BSC YB

27. November 2016 um 10:19 von Pele in der Kategorie Matchvorschau

Heute geht’s für YB zum Aufsteiger nach Lausanne. Sicherlich eine gute Chance für die Berner die durchwachsene Auswärtsbilanz der Saison 16/17 aufzubessern.

Der letzte Auswärtsauftritt in Piräus vor drei Tagen lässt hoffen. YB trat mit Spielfreude und grossem Einsatz auf, was mit einem Punkt belohnt wurde, der leider trotzdem nichts am europäischen Ausscheiden änderte. Wenn die Spieler aber im Waadtland ebenso zur Sache gehen, dürfen wir für heute optimistisch sein.

Hinsichtlich des Spiels in Griechenland, gilt es nebst der körperlichen vor allem die mentale Müdigkeit zu verdrängen. Das Ausscheiden traf die Spieler hart, auch wenn allen klar ist, dass man eine bessere Ausgangslage nicht in Piräus verspielt hat. Dennoch ist es ein harter Schlag: selten war ein europäisches Überwintern greifbarer als in dieser Saison. Diese Gedanken gilt es zu verdrängen. Zumal ein Sieg heute in Bezug auf die Tabelle Gold wert wäre, da Basel und Sion im Direktduell aufeinander treffen.

Was für YB spricht: Der Aufsteiger agiert unter Trainer Celestini offensiv und sucht die Flucht nach vorne. Oftmals gerät YB vor allem auswärts in Schieflage, wenn der Gegner sich zurückzieht und sich auf die Defensivarbeit fokussiert. Dies dürfte heute nicht der Fall sein. Einerseits bedeutet dies mehr Arbeit für die Gelbschwarze Defensive, andererseits werden sich für die Offensiven auch mehr Räume bieten.

Rochaden dürfte es durch die Strapazen der letzten Woche einige geben. Und dazu gibt es auch viele Möglichkeiten: Sutter oder Mbabu? Nuhu oder Benito? Lecjaks oder Benito? Zakaria oder Bertone? Schick oder Duah? Gerndt oder Sulejmani? Zwei-Mann Sturm mit Frey? Adi Hütter steht vor der schwierigen Aufgabe, das richtige Mass an Rotation zu finden und den richtigen Spielern eine Pause zu gönnen.

Egal welche Elf am Schluss auf dem Platz stehen wird, der Weg zu den drei Punkten wird in erster Linie über den Kampf und den Willen führen. Denn auf dem Papier hat YB mehr Qualität. Lausanne hat aber in dieser Saison schon bewiesen, dass es dieses Manko durch ein starkes Mannschaftsgefüge wettmachen kann. Nichtsdestotrotz glauben wir an einen Sieg von YB und den zweiten guten Auswärtsauftritt in dieser Woche. Hoarau (2x) und Gerndt werden für einen verdienten 3:1 Erfolg sorgen.

Vorschau: Olympiakos Piräus – BSC Young Boys

24. November 2016 um 16:54 von Cabrón in der Kategorie Matchvorschau, YB

Ein Sieg muss her!

Heute Abend zählen nur 3 Punkte. Ein Sieg muss her in Piräus, der Hafenstadt von Athen. Gegner ist der Griechische Rekordmeister und Klassenprimus Olympiakos. Ein starkes Team mit starken Einzelspielern aber zuweilen auch etwas launisch bei ihren Auftritten. Angepeitscht von einem berüchtigten Publikum wird es ein schwieriges Unterfangen für YB, den nötigen Sieg aus dem Hexenkessel Georgios-Karaiskakis-Stadion zu entführen. Schwierig aber sicher nicht unmöglich, denn die Young Boys wussten zuletzt zu überzeugen und auch wenn gegen Sion die wiedererstarkte Berner Defensive 3 Gegentore zuliess, so vermochte die Offensive deren 4 Treffer zu buchen.

Die Gelbschwarzen sind ohne die Verletzten Yoric Ravet, Yuya Kubo, Alain Rochat und Gregory Wüthrich angereist und mit Kasim Nuhu und Kevin Mbabu fehlen zwei weitere Verteidiger gesperrt. Keine leichte Aufgabe für Adi Hütter eine funktionierende Innenverteidigung aufzustellen, zumal einzig der unerfahrene Nicolas Bürgy oder der von einer langwierigen Verletzung zurückkehrende Loris Benito als Alternativen zur Verfügung stehen.

Wir vermuten, dass die Stunde für Bürgy schlagen könnte und der Youngster zu seinem ersten Europa League Spiel kommt. Benito ist zwar schon ein paar Wochen wieder im Training und spielte auch schon im Zwöi aber das heutige Spiel könnte trotzdem noch ein paar Tage zu früh für ihn kommen.

Im Mittelfeld dürfte der gegen Sion sehr spielfreudige Leo Bertone den Vorzug vor Michi Frey und dem Rückkehrer Alexander Gerndt erhalten und das System leicht zu einem 4-2-3-1 angepasst werden.

Optimistisch wie gs.be ist, glauben wir an die notwendige Topleistung unserer Manschaft und tippen auf einen 0:2 Auswärtssieg mit den Torschützen Hoarau und Gerndt. Hopp YB, mach uns glücklich!

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BSC Young Boys – FC Sion 4:3

21. November 2016 um 12:41 von Marco in der Kategorie YB

Die Ausgangslage war vielversprechend: Zweiter gegen Dritter, ein sonniger Herbstnachmittag und über 20’000 Zuschauer. Es war angerichtet für ein tolles Spiel und die Akteure auf dem Platz erfüllten die Erwartungen komplett. Bis die YB-Fans den 4:3-Sieg bejubeln konnten, mussten sie aber viel leiden. In der ersten Halbzeit präsentierte sich das ansonsten heimstarke YB ungewohnt fehleranfällig. Dies war umso ärgerlicher, weil YB eigentlich einen tollen Start erwischte.

Bereits nach neun Minuten bewies Sutter Übersicht als er den freistehenden Sulejmani im Strafraum anspielte und der Serbe per Direktschuss das 1:0 erzielte. Danach bauten die Young Boys unerklärlicherweise ab. Mit schnellen Kombinationen wirbelten die Walliser die Berner Reihen durcheinander. YB zog sich zurück und Sion fand viel Platz vor. Konaté nahm die scharfe Flanke auf ihn perfekt an und bezwang den chancenlosen Mvogo zum ersten Mal. Zehn Minuten später war es wieder Konaté, der sich im Strafraum durchsetzte und die Gäste in Führung brachte. Beide Male machte Lecjaks eine unglückliche Figur. Abgesehen vom Führungstreffer war die erste Halbzeit von YB nicht gut.

Plötzlich stellte sich die bange Frage, ob die 20 Jahre alte Serie der Ungeschlagenheit gegen Sion im Wankdorf zu Ende gehen könnte. Doch Adi Hütter fand in der Pause die richtigen Worte. YB suchte fortanden direkten Weg aufs Tor und natürlich war es Hoarau, der die Berner wieder in die Erfolgsspur brachte. Die Hereingabe von Schick war perfekt getimt und Hoarau setzte sich im Strafraum dank seiner Klasse und Masse durch. Leider bekleckerten sich die gelbschwarzen Defensiv-Reihen an diesem Nachmittag weiterhin nicht mit Ruhm. Nur eine Minute nach dem 2:2 schoss Sions Akolo mit einem schönen Schlenzer das dritte (und glücklicherweise letzte) Tor für die Walliser. Zuerst stimmte die Abstimmung zwischen Nuhu und Sanogo nicht und dann stand auch noch von Bergen falsch. Sion hatte ein leichtes Spiel.

Nach einer Stunde Spielzeit musste YB also wieder einem Rückstand hinterher laufen. Zum Glück brachte das erneute Gegentor die Hausherren nicht aus der Fassung. Im Gegensatz zur ersten Halbzeit kamen die Young Boys besser mit Sion zurecht und konnten das Spiel in die gegnerische Platzhälfte verlagern. Ein Corner von Sulejmani war es schliesslich, der YB den Ausgleich brachte. Freys kunstvolle Verlängerung mit der Hacke fand in Schick den perfekten Abnehmer. Sion liess nun etwas nach, blieb aber immer noch gefährlich. Doch wenn es brenzlig wurde, war Mvogo ein sicherer Rückhalt. Ein Highlight dieses spektakulären Spiels war die Einwechslung des genesenen Gerndt, womit Hütter auf ein 4-3-3 umstellte. Gerndt fand sogleich ins Spiel und verpasste nur knapp einen Torerfolg. Wenn er wieder etwas Spielpraxis hat, dürfen wir uns sicher auf Tore von ihm freuen. Vorerst muss es aber noch Hoarau richten. Als er im Sechzehner unsanft zurückgehalten wurde, holte er geschickt einen Penalty raus, den er natürlich auch gleich verwertete. Von der erneuten YB-Führung erholte sich Sion nicht mehr. Leider verpasste es Gelbschwarz trotz guter Chancen mit einem fünften Tor alles zu entscheiden. So mussten die YB-Fans bis zum Schlusspfiff zittern, als der Sieg endlich feststand. Fazit eines wunderbaren Nachmittages: Die 20-jährige Serie hält und YB macht glücklich.

Mvogo 5 Musste zwar dreimal hinter sich greifen, hielt YB beim Stand von 2:3 entscheidend im Spiel.

Sutter 5 Zeigte eine gute Vorstellung auf der rechten Seite und fiel mit präzisen Flanken auf.

Nuhu 4 Ein zwiespältiger Auftritt. Einerseits trägt er eine Mitschuld an den Gegentoren, andererseits ist er mit seiner Physis auch ein Gewinn für die Abwehr.

Von Bergen 3 Ein Spiel zum vergessen für ihn persönlich. Hoffentlich fängt er sich wieder.

Lecjaks 3,5 Defensiv fehleranfällig. Leistete aber viel Laufarbeit gegen vorne.

Schick 5 Bestätigte seine gute Form und schoss ein schönes Tor.

Zakaria Gutes Passspiel und eine wichtige Stütze im Aufbau.

Sanogo 3,5 Weniger auffällig als auch schon, aber gewohnt durchsetzungsstark. Mitschuldig am dritten Gegentor.

Sulejmani 4,5 Guter Beginn, dann baute er etwas ab. Konditionell noch nicht bereit für die volle Distanz.

Frey 4 Fand – trotz schönem Assist – irgendwie nie richtig ins Spiel.

Hoarau 5,5 Die Selbstverständlichkeit, wie er Tore schiesst ist immer wieder beeindruckend.

Gerndt 4,5 Tolles Comeback. Jetzt muss nur noch die Chancenauswertung zurückkommen.

Bertone Belebte das Spiel in der Schlussphase, schöner Pass auf Gerndt.

Mbabu Zu kurz im Spiel.