Voegtu bei den Bavaren – Teil XXIX

Kategorie: Voegtus 34/34 Autor: Biber

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

VfL Bochum – FC Bayern 1-2

29’299 Zuschauer

Als letztes Spiel des Jahres 2011 stand das DFB-Pokal-Achtelfinale beim VfL Bochum auf dem Programm. Der Besuch im Ruhrstadion ist aufgrund der Freundschaft zwischen dem VfL und Bayern München, der geilen Kneipe ums Eck und mit des besten Gästeblocks in Deutschlands oberen Ligen immer eine besondere Freude.

Nach einer kurzweiligen Autofahrt, dem Zwischenhalt in Düsseldorf und der Anfahrt per Bahn traf ich zwei Stunden vor Anpfiff beim Stadion ein. Nach ein paar «Moritz Fiege» gings in den Gästeblock, wo wie immer in Bochum kurz vor Anpfiff eine besonders gute Stimmung herrschte.

Diese übertrug sich leider nicht auf den Platz. Eine verhaltene erste Halbzeit der Bayern und der frühe Rückstand deuteten nicht auf einen ruhigen Pokalabend hin, wie er zumindest von mir erwartet wurde. Die Mannschaft rappelte sich erst in der zweiten Halbzeit zusammen und startete ein richtiges Angriffsfurioso. Dieses mündete nach einem grandiosen Gomez-Pass im 1-1 durch Toni Kroos.

Statt so weiter zu machen, stellte die Mannschaft das Fussballspielen wieder ein. Zum Glück ist Schweini in der Rückrunde wieder dabei, dann ist auch endlich wieder ein Chef auf dem Platz. Das Spiel plätscherte vor sich hin und alles deutete auf eine Verlängerung hin. Bis Fipsi einen Pass abfing und Ribéry lancierte. Dieser legte auf unseren Holländer quer und dieser erzielte per Direktschuss den Siegtreffer. Was für ein Torjubel in Minute 91.

 In der Hinrunde 2011/2012 war das mein 27. Pflichtspiel des FC Bayern. Ein einziges wurde aufgrund einer Geschäftsreise verpasst (Villareal auswärts). Trotzdem legten der Fanclub und ich insgesamt 22’259 Kilometer für die grosse Liebe zurück. Soll die Serie in der Rückrunde weitergehen?

Pele, das Orakel

Kategorie: Getackelt Autor: Biber

Was war das für eine Hinrunde! Man ist sich in der Super League vieles gewohnt, aber ein solches Mass an Turbulenzen hat es wohl seit den glorreichen Zeiten von Kubilay Türkilmaz nicht mehr gegeben.

Wir gehen aber noch einen Schritt weiter und wagen bereits heute die Prognose auf das Ende der Saison. Lesen Sie, wer im Mai wo steht und warum:

 1. Zuerst wäre da der FC Basel. Obwohl die Bebbi wiederum nicht durch Spielkultur zu glänzen wussten, konnten sie sich auf Ihr Sturmduo Streller/Frei verlassen, die so ziemlich jedes knappe Spiel zu entscheiden wussten. Da spielte es auch keine Rolle, dass Wunderzwerg Shaqiri den Verein bereits in der Winterpause Richtung München verliess und der junge Xhaka im März seinen Wechsel zu Hamburg im kommenden Sommer bekannt gab. Dennoch werden die Basler mit Ihrer Saison nicht ganz zufrieden sein: Die Cupfinal-Niederlage im Wankdorf gegen den FC St. Gallen sowie die verweigerte Teilnahme an den Champions League Spielen gegen Bayern München wiegen schwer, und abgesehen von den noch ausstehenden finanziellen Entschädigungen aus Sitten und Muri wird hier auch kein weiteres Trostpflaster vergeben werden.

2. In Bern stand der Frühling ganz im Zeichen der Wiedergutmachung. Die Young Boys standen nach der enttäuschenden Hinrunde schwer in der Schuld und konnten zumindest teilweise die Gunst der Fans zurückgewinnen. Die positive Tendenz (in spielerischer Hinsicht) konnte konserviert werden und Dank des neuen Angreifers (N’Djeng von Esperance Tunis) wurden auch wieder Tore erzielt. Zwar schmerzte der Abgang Mayukas im Februar noch ein wenig, da aber neben N’Djeng sogar Nassim Ben Khalifa aufzublühen vermochte, steigerten sich die Gelb-Schwarzen deutlich. Zuhause wurde kein einziges Spiel verloren und auswärts sammelte man auch etliche Punkte, so dass man den FC Luzern in den letzten 4 Runden noch auf Rang 3 verdrängen konnte. Die Transferbombe platzte dann nach dem letzten Saisonspiel: Stolz verkündete Ilja Kaenzig den Zuzug von Mladen Petric auf die neue Saison hin. Hätte Benno O. in der anschliessenden Pressekonferenz nicht etwas von der vierten Phase schwadroniert – es wäre ein versöhnlicher Saisonschluss geworden.

3. Unter Murat Yakin erreichte der FC Luzern den beachtlichen 3. Rang. Den Abgang von Hakan Yakin versuchte man mit einer überraschenden Personalie zu ersetzen: Unter der Voraussetzung, nur am Sonntag eingesetzt zu werden, verpflichtete Walter Stierli Johann Vonlanthen! Dieser schlug auch gleich ein, erzielte in den ersten 3 Spielen stattliche 6 Tore. Stierli sprach bereits von einem Angriff auf die Tabellenspitze und die Fans der Leuchtenstädter wollten bereits wieder den „Bleck zom Tetel“ richten. Doch erstens kam es anders, und zweitens als man dachte: Der überraschende Tod von Uriella machte dem FCL nämlich einen dicken Strich durch die Rechnung. JvL zögerte keinen Moment, als ihn Icordo eines Morgens anrief und kündigte darauf hin umgehend bei Stierli sein Arbeitspapier. Seit dem 4. März amtet Vonlanthen nun bereits als Sprachrohr Gottes und leitet als solches die Geschicke von Fiat Lux.

4. Trotz turbulenter Rückrunde, konnte sich der FCZ noch auf Rang 4 vorkämpfen. Urs Fischer blieb fest im Sattel, auch als Fredy Bickel neuer Sportchef bei Hertha Berlin wurde und damit nicht mehr auf die kurzfristigen Abgänge von Leoni und auch Guatelli reagieren konnte. Zwar wurde der Zuzug von Davide Da Costa auf die neue Saison vermeldet, im Tor stand vorerst aber Ancillo Canepa welcher das Durcheinander clever nutzte und sich in der Winterpause eine Spielberechtigung verschaffte. Nach 3 Spielen wurde Canepa aber gesperrt: Er widersetzte sich dem generellen Rauch- und Pyroverbot im Letzigrund und wurde für den Rest der Saison gesperrt, nachdem er sich mehrmals weigerte, seine Pfeife vor dem Betreten des Spielfeldes auszuklopfen.

5. Nein, die versprochenen Aufstiegs-Autos haben die Grenats noch immer nicht erhalten. Ebenfalls warten die meisten Spieler auch im Juni noch auf Ihre April-Löhne. Aufgrund der Tatsache, dass beim Verband aber niemand mehr übrig war, der sich um die Situation bei Servette hätte kümmern können, durften die Genfer die Saison unbeschadet beenden und erreichten den starken fünften Rang. Für die kommende Saison hat Herr Pishyar die Qualifikation für die Champions League als Ziel herausposaunt – allerdings wird bezweifelt, ob die Grenats überhaupt noch in die neue Saison starten werden. Schliesslich hat der Schweizer Fussballverband reagiert und 20 neue Anwälte engagiert, um künftig schneller und gnadenloser durchgreifen zu können.

6. Nachdem Christian Schneuwly bereits im Januar zurück nach Bern beordert wurde, musste sich der FC Thun für die kommenden Aufgaben rüsten: Mit Mario Raimondi und Marco Schneuwly wechselten gleich zwei ausgemusterte YBler in DIE ARENA. Beide konnten sich auf Anhieb durchsetzen und waren wichtige Bestandteile des Projektes „Klassenerhalt“. Da sich dieses Ziel aufgrund juristischer Querelen in anderen Klubs bald einmal erledigt hatte, ging es in Thun nur noch um die goldene Ananas. Immerhin: die Ticketpreise wurden mittlerweile nach unten angepasst und Bernard Challandes leitet nun im Rahmen einer Resozialiserungsmassnahme nebenbei noch Entspannungskurse für aufbrausende Sportler.

7. Ciriaco Sforza schwärmte wie üblich von seiner tollen jungen GC-Truppe, die toll gekämpft hat, sich toll entwickelte und dank der tollen Verkäufe der tollen Spieler Zuber, Toko, Abrashi und Mustafi eine tolle Summe abstottern konnte. Weniger toll sind die Aussichten für die kommende Saison: Nach einem weniger tollen Saisonstart wird die weniger tolle Situation beklagt, seine tollen Spieler immer abgeben zu müssen. So könne keine tolle Konstanz gewährleistet werden, weswegen der tolle Ciriaco wohl zu einem tollen Deutschen Klub wechseln wird.

8. Auch nach der Entlassung von Martin Rueda, konnte sich Lausanne nicht an das Tempo in der Super League gewöhnen. Mit ganzen drei gewonnen Spielen in der Rückrunde war der sportliche Klassenerhalt utopisch – doch dank bereits erwähnten Querelen dürfen die Waadtländer auch in der kommenden Spielzeit Punkte liefern. Es sei denn, dem neuen Trainer gelingt der Umbruch im Sommer – dann wäre Turnaround möglich. Und gerade dafür ist Andy Egli ja eigentlich der richtige Mann.

9. Das Schlusslicht bildet – nicht ganz überraschend – Xamax Neuchâtel. Nach dem knapp verhinderten Konkurs war die neue Führung in Neuenburg erstmal damit beschäftigt, pünktlich auf das erste Rückrundenspiel ein 18-Mann-Kader zu stellen, da nicht weniger als 14 Spieler den Verein im Winter verliessen/verlassen musste. Mit den damit verbundenen Erlösen und diversen Zuwendungen aus der ganzen Schweiz, konnte der Spielbetrieb immerhin aufrecht erhalten werden. Die 50 abgezogenen Punkte waren aber eine zu grosse Hypothek – und so startet Xamax nächste Saison in der Challenge League. Immerhin.

(-) Das die Super League zum Ende der Saison 2011/12 nur noch 9 Teams aufweist, liegt natürlich am FC Sion. Dank Christian Constatin war der SFV bis und mit März aus dem Spielbetrieb der UEFA und FIFA ausgeschlossen. Weder Champions League noch Nationalmannschaftsspiele fanden statt – und es wurde April bis der SFV die Notbremse zog und den FC Sion aus dem Verband ausschloss. Sämtliche Spiele mit Sion-Beteiligung mussten zu Null gewertet werden, etliche Proteste seitens der Walliser wurden abgewiesen. „Null-Toleranz“ nannten die Verbandsspitze Ihren Plan und zogen diesen auch konsequent durch. Christian Constatin wurde seit Anfang Juni nicht mehr gesehen. Gerüchtehalber konnte man vernehmen, dass er zusammen mit Fredy Chassot und den verbleibenden 4 Spielern versucht, den FC Sion beim Französischen Fussballverband anzumelden.

Voegtu bei den Bavaren – Teile XXVII – XXVIII

Kategorie: Voegtus 34/34 Autor: Biber

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

FC Bayern – 1. FC Köln

69’000 Zuschauer

 Zum Hinrundenabschluss der Bundesliga-Saison 2011/2012 genügte ein Unentschieden, um den Herbstmeistertitel zelebrieren zu dürfen. Da es ein Freitagabend-Spiel war, beschlossen wir das ganze Wochenende in Deutschland zu bleiben und Samstags noch das Thüringen-Derby Carl Zeiss Jena gegen Rot Weiss Erfurt mitzunehmen.

Wir kamen relativ knapp in den Block und fanden dennoch rasch ein bequemes Plätzchen. Das Stadion war weit davon entfernt, ausverkauft zu sein – auch wenn es dies natürlich offiziell war. Die Kölner waren kaum einzuschätzen, spielen sie doch mal enorm stark und die Woche drauf wieder enorm schwach.

Schnell wurde klar, dass es nicht einfach wird. Der Gegner stand mit acht bis neun Mann am eigenen Strafraum und konzentrierte sich nur auf die Defensive. Torchancen schauten deshalb bis auf wenige Weitschüsse kaum heraus. Zu allem Übel kam in der 30. Minute noch die rote Karte für Ribéry dazu, der zu Recht für eine völlig sinnlose Unsportlichkeit bestraft wurde.

 Doch vielleicht war es genau das, was schlussendlich den Sieg brachte. Die Mannschaft zeigte in der zweiten Halbzeit mehr Einsatz und mehr Laufbereitschaft. Das 1-0 fiel rasch nach einem kämpferischen Einsatz von Thomas Müller konnte Gomez locker einschieben. Die weiteren Tore fielen zu günstigen Zeitpunkten und so stand am Ende ein ungefährdeter 3-0 Sieg zu buche, bei dem die Kölner etwa zweimal aufs Tor schossen.

 Zum Jahresabschluss geht’s am Dienstag zu unseren Freunden aus Bochum. Zusammen mit dem Spielbericht gibt’s die zurückgelegte Anzahl Kilometer, die für den grossen FC Bayern München zurückgelegt wurde. Hoch leben die Statistiken.

FC Carl Zeiss Jena – Rot Weiss Erfurt

9315 Zuschauer

 Das 97. Thüringer-Derby lockte 9315 Zuschauer ins Ernst-Abbé-Sportfeld. Es begann mit einer hübschen Fähnchen-Choreo des Heimteams. Die Gäste fielen dagegen mit Böller-Würfen gegen die Polizei auf. Diese gingen daraufhin in den Block und holten ungefähr zehn Mann raus. Die Situation eskalierte überraschenderweise nicht und das Spiel ging nach einem kurzen Unterbruch weiter.

 In der ersten Halbzeit sah man von beiden Mannschaften eine ordentliche Leistung mit guten Offensiv-Aktionen. Trotz des offensichtlich vorhandenen Hasses zwischen den beiden Lagern war auf den Rängen eine eher verhaltene Stimmung festzustellen. Von RWE kam bisweilen gar nichts und auch der Heimblock war das ganze Spiel über eher leise.

 Die zweite Hälfte gehörte ganz klar den Gastgebern. Zahlreiche Torchancen blieben ungenutzt und es hing immer die Gefahr in der Luft, dass Erfurt mit einem seiner seltenen Konter die Führung erzielt. Es hätte jedenfalls gut zur sportlichen Situation von Carl Zeiss gepasst, ein Spiel mit drückender Überlegenheit noch zu verlieren.

 Soweit kam es allerdings nicht: Sebastian Hähnge gelang in der 90. Minute mit einem Flachschuss aus zehn Metern die verdiente Führung. Erfurt konnte in der Nachspielzeit in Unterzahl nicht mehr reagieren und verlor das Derby. In der Tabelle haben die Erfurter aber immer noch 12 Punkte mehr auf dem Konto. Carl Zeiss bleibt auf einem Abstiegsplatz mit sieben Zählern Rückstand.

Gross-Bashing oléolé

Kategorie: YB Autor: Biber

Ein paar Gedanken von Köbi Kuhnz zu diesem Zeitungsinterview http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Gross-rumt-auch-Fehler-ein/story/21969457 un den Reaktionen darauf

Da gibt unser Trainer ein Interview, antwortet anständig, sachlich und korrekt auf sämtliche Fragen….und wird allseits in der Luft zerrissen, weil’s halt einfach grad Mode ist. Differenziert wird diesbezüglich schon lange nicht mehr, Hauptsache schlecht und Kaenzig raus, Hasler raus, Gross raus und – natürlich, wie weitsichtig – Investoren raus. Das hingegen würde sämtliche Probleme lösen, denn ohne diese lästigen Investoren wären die vorgenannten drei ja gar nicht erst nach Bern gekommen was besonders weitsichtig wäre (…und natürlich auch deren viiiiiiel bessere und – vor allem – beliebtere Vorgänger nicht. Merksch öppis?).

Zurück zum Interview. Gross raus, also – dabei sagt er nichts das man nicht nachvollziehen könnte, falls man denn versuchen würde auch nur ein bisschen Objektivität walten zu lassen.

Ich fand die Vorrunden-Spielweise auch hässlich/grässlich. Sieht man sich aber die beiden letzten Spiele an vermutet man dann doch eine Spielidee die durchaus sehenswert und/oder erfolgreich sein könnte. Im Thun-Spiel hatten wir 6-7 Gross-Chancen (Wortspiel?). Diese – eigentlich fertigen – Tore wurden allesamt mit schönen Spielzügen, grösstenteils über die Aussenverteidiger oder Flügel, herausgespielt die schön anzuschauen waren und Freude machen. Wenn das der Plan ist….

Die Frage stellt sich halt schon, ob nicht einfach viel zu viele Spieler ihrer Form hinterherhecheln und mittlerweile bin ich mir ganz sicher dass die Stürmer schlicht nicht gut genug sind, einzelne zumindest noch (oder noch lange) nicht und dass diese beiden Umstände der Grund unserer Frustvorrunde waren und die Spielweise nur das Symptom daraus. Einzelne mögen aus „Form hinterherhecheln“ „Fehlende Klasse“ machen, was daran aber wenig ändert.

Deshalb wünschen wir Christian Gross doch jetzt dass er a) tatsächlich seine 2 Wunschspieler im Winter erhält, b) in der Vorbereitung der Eine oder Andere seine Form (wieder) findet und dann können wir im Frühling seine Arbeit und seine Spielweise erneut beurteilen.

Das ganze Geschwätz rundherum (à la „3. Phase“ etc., jeder kennt’s) stammt nämlich nicht von ihm, er kann da nichts dafür und hat auch nie etwas dazu beigetragen. Im Gegenteil; er hat Fernziele formuliert „ich will dort sein wo’s um Titel geht“, gleichzeitig aber immer vom „Aufbau, der zu leisten ist“ gesprochen und dass das „Zeit benötigt“.

Dieser Artikel bedeutet also nicht dass ich jetzt zum Gross-Jünger mutiert wäre, ich wünsche mir für den Mann einfach eine faire Chance. Und falls – ich meine, wenn – er sie im Frühling nutzen wird sind wir ja alle froh. Schliesslich geht’s darum dass wir YB siegen sehen wollen. Ob da dann jemand an der Seitenlinie steht der mir nicht sooooo sympathisch ist wäre dann völlig egal. Und ob dabei X oder Y in der Innenverteidigung steht, ebenfalls.

Moinz Köbi

Voegtu bei den Bavaren – Teile XXIV – XXVI

Kategorie: Voegtus 34/34 Autor: Biber

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

FC Bayern – Werder Bremen 4-1

69’000 Zuschauer

 Nach der verdienten Niederlage gegen Mainz musste die Mannschaft heute eine Reaktion zeigen, um in der Tabelle nicht noch weiter zurückzufallen. Waren doch sowohl Dortmund als auch Gladbach an uns vorbeigezogen. Immerhin spielten die beiden Mannschaften gleichentags gegeneinander und konnten einander die Punkte wegnehmen. Nach der kurzen Anreise per Allgäu-Express trafen wir kurz vor Anpfiff im gut gefüllten Heimblock ein. Der Besuch des im Anschluss stattfindenden Basketballspiels in der umgebauten Rudi-Sedlmayer-Halle wurde leider per demokratischem Beschluss bis auf Weiteres verschoben.

 Die Mannschaft schien heute gut aufgelegt und spielte munter nach vorne. Die Bremer ohne Geltube Wim Tiese im Tor hatten keinen Stich und kassierten nach gut 20 Minuten das 1-0 durch Ribéry. Allerdings verpasste es der FC Bayern, vor der Pause nachzulegen, so dass es vorerst bei diesem Spielstand blieb. Nach Wiederanpfiff passierte, was wir von den vergangenen Spielen gewohnt waren: Mit einem trockenen Schuss ins untere linke Eck wurde unser Supertorwart zum 1-1 überwunden.

 Derweil traf frohe Kunde aus den anderen Stadien ein. Gladbach hatte ebenfalls zum 1-1 ausgeglichen. Mit drei Punkten würden wir wieder die Tabellenführung übernehmen. Das schien die Mannschaft anzustacheln, die sich nach ungefähr 10 Minuten wieder fing und Angriff um Angriff fuhr. Ein klares Foul an Müller führte zum Elfmeter, den der eingewechselte und wiedergenesene Robben sicher zum 2-1 verwandelte. Dann gings schnell: Ribérys 3-1 und ein weiterer Foulelfmeter unseres Holländers führten zum auch in dieser Höhe verdienten 4-1 Endstand. Weils im anderen Spiel bei diesem Ergebnis blieb, war der FC Bayern nach diesem Spieltag wieder dort, wo er hingehört: Auf Rang 1.

Manchester City – FC Bayern 2-0

46’022 Zuschauer

 Als wir die Reise nach Manchester buchten, wussten wir nicht, was uns dort erwartet. Sollte es um den Gruppensieg gehen oder musste der FC Bayern gar um den Einzug ins Achtelfinale bangen? Nichts von alledem war der Fall: Wir standen einen Spieltag vor Schluss als Gruppensieger fest und der Gegner war auf einen Heimsieg und einen gleichzeitigen Ausrutscher von Neapel angewiesen, um im Wettbewerb zu bleiben. Wir arrivierten einen Tag vor dem Kick im Norden Englands und vertrieben uns die Zeit auf dem “German Weihnachtsmarkt” mit “Gluhwein” und “German Bier” sowie einigen wirklich coolen und gemütlichen Pub-Besuchen.

 Am Spieltag änderte sich das Programm nicht wirklich. Einstimmen auf das unbedeutende Testspiel gegen die Ölscheichs mussten wir uns nicht speziell. Ich freute mich einfach auf den neuen Ground und auf das allfällige Ausscheiden der Neureichen, die vor nicht einmal zehn Jahren Durchschnittskicker wie Uwe Rösler beschäftigten und jetzt das Gefühl haben, zur Weltspitze zu gehören nur weil sich ein reicher Mann ein neues Spielzeug zugelegt hat. Aber eines muss ich zugeben: Das “City of Manchester Stadium”, welches heute ebenfalls einen teuer bezahlten Sponsorennamen trägt, ist ein wirklich schönes Stadion, in dem gute Stimmung möglich wäre, wenn das Heimteam denn noch Fans hätte.

 Item. Nachdem unsere Vereinsspitze vor dem Kick noch betonte, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen und es keinesfalls herschenken zu wollen, stellte Don Jupp trotzdem acht Neue auf, die sonst kaum einen Platz in der Startelf finden. Angeblich waren die Stammkräfte grippegeschwächt, naja. Ich halte diesen Schritt zwar für verständlich, aber dennoch ist es nichts anderes als Wettbewerbsverzerrung. Denn: Manchester City war schlecht, Bayern war noch schlechter und so endete ein ereignisarmes, ödes Spiel mit einem 2-0 für die Heimmannschaft, bei dem unser zweiter Torwart Jörg Butt bester Mann auf dem Platz war.

 Die Heim”fans” verliessen ab der 85. Spielminute das Stadion, so dass dieses bei Schlusspfiff schon fast leer war. Über die gesamten 90 Minuten waren zwei bis drei Mal kurze Anfeuerungsrufe zu hören, sonst nichts. Einen Heimblock gab es nicht, ausser ein oder zwei Blockfahnen sah ich keine Fahnen, keine Doppelhalter und keine hochgehaltenen Schals. So sieht also der hochgelobte englische Fussball ohne sogenannte Fans aus. Schöne neue Welt. Immerhin gewann Napoli gleichzeitig gegen Villareal, so dass die Citizens im Uefacup weiterkicken dürfen. Genauso wie der Stadtrivale. Manchester hat offensichtlich ein Champions-League-Problem.

VfB Stuttgart – FC Bayern 1-2

60’469 Zuschauer

 Die Ausgangslage konnte besser nicht sein: Gladbach hat verloren und Dortmund spielte nur 1-1. Mit einem Sieg konnten wir den Vorsprung auf drei Punkte ausbauen und die Herbstmeisterschaft eintüten, was zu gefühlt 90 Prozent gleichbedeutend mit der Übergabe der guten Meisterschale im Mai 2012 ist. Aber von Vorne: Nach einem kurzen Weihnachtsmarktbesuch am Stuttgarter Schlossplatz waren wir früh beim Stadion, dem erstmals seit dem (zweiten) Umbau ein Besuch abgestattet wurde. Fazit: Ziemlich gelungen. Zwar nervige Kontrollen beim ungefähr vierfach unterteilten und mit 19.50 Euro viel zu teuren Gästeblock, gehört aber sicher zu den besseren Stadien in der Liga.

 Der Kick war sehr ansehnlich. Immerhin waren alle Grippepatienten wundersamerweise wieder genesen. Vor allem der am Dienstag noch todkranke Robben spielte gross auf und rannte auf der rechten Seite auf und ab. Seine Vorlage in der fünften Minute konnte Gomez freistehend aus fünf Metern leider nicht verwerten und die Stuttgarter schossen im Gegenzug das völlig unverdiente 1-0. Heilandtonner, nicht schon wieder, entfuhr es mir. Aber die Mannschaft liess sich nicht aus dem Konzept bringen und erzielte nur fünf Minuten später den verdienten Ausgleich. Dabei blieb es bis zur Pause. Das einzig Bemerkenswerte war die Dummheit Molinaros, der innert fünf Minuten Robben zweimal umsäbelte und dafür zurecht Gelb-Rot sah. Dass das Stuttgarter Publikum unsere Nummer 10 danach eine Stunde bei jedem Ballkontakt gnadenlos auspfiff, zeigt den nichtvorhandenen Charakter der Schwaben.

 In Halbzeit zwei spielte nur noch der FC Bayern und ging verdient 2-1 in Führung. Dass die Mannschaft nach der Führung aber ihr Spiel zeitweise komplett einstellte, war aus meiner Sicht unverständlich. Dass wir so nicht noch den Ausgleich kassierten, war wohl nur eine glückliche Fügung des Schicksals. Mindestens zwei aussichtsreiche Chancen hatten die Stuttgarter standen den Stuttgartern zur Verfügung, welche diese allerdings nicht verwerteten. So blieb es bei diesem Resultat und der FC Bayern führt die Tabelle wieder mit drei Punkten an. So schnell kann’s gehen. Jetzt bleiben in diesem Jahr noch zwei Spiele. Mit zwei Siegen lässt sich dann ganz beruhigt Silvester feiern.

“Berg und Talfahrt” – Stadionkritik von Wahliassinho

Kategorie: YB Autor: Biber

Ein neues Stadion ist für einen langjährigen Mode-Fan immer eine Reise wert; erst Recht, wenn es noch eine sehr kurze ist – wobei kurz nur bezüglich Distanz stimmt und nicht bezüglich Zeit: Kurz nach dem Extrazug (als Mode-Fan fährt man nicht mit dem Extrazug ins Oberland) erreichen wir Thun. Schnell ist der Shuttle-Bus, der uns zum Stadion bringen soll, gefunden. Schon bald geht es aber nur noch im Marschtempo weiter und wir bekommen Anschauungsunterricht, wie man sich als YB-Fan verhält. Auf Umwegen erreichen wir das Stadion.

Hurra: die unsäglichen Jetons wurden abgeschafft und das Bier (Kosten: 5.50 plus 2.- Depot (es sei denn, ich wurde verarscht…))erhält man doch relativ schnell. Der Vorplatz erinnert stark an den wankdorf‘sche Vorplatz – ist aber längstens nicht so schön!

Die Eingangskontrolle ist halt wie eine Eingangskontrolle.

Drinnen gibt’s genügend Platz um gemütlich ein Bier zu trinken und eine Wurst zu essen (Köbi Kuhnz gibt bestimmt gerne Auskunft über das Alter des Brotes und den Käsegehalt der Wurst…). Auch drinnen bezahlt man ohne Jeton (!) – ein grosser Fortschritt, der somit fast alles besser macht als früher, da man früher das Stadion meist ohne Bier und Wurst und gefrustet vom miesen Spiel wieder verlies.

Die Sitzplätze (der Mode-Fan bevorzugt irgendein anderer Sektor als der Gästesektor) sind angenehm zu besitzen. Die Sicht wird, soweit der Autor das sehen konnte, nirgends durch Säulen beeinträchtigt. Dank dem grosszügigen Abstand zwischen den Sitzen kann so problemlos auch während des Spiels ein Bier geholt werden. Die Schlange vor den Toiletten ist lang (in der Pause), jedoch geht es sehr zügig, da nicht nur drei Pissoirs eingebaut wurden…

Fazit: Im Innern ein sehr schönes Stadion, das seinen Zweck voll erfüllt. Doch halt: Etwas Negatives gilt es noch zu berichten: Wer zum Teufel spielt heute noch auf Kunstrasen? Das ist ein Produkt von gestern und stellt ganz klar eine Wettbewerbsverzerrung dar!!!!

FC Dun gg. BSC Young Boys

Kategorie: Matchvorschau Autor: Biber

— verfasst von Pele —

Wahrscheinlich ist im YB-Umfeld niemand traurig, findet die Hinrunde 2011 morgen (endlich) ein Ende.

Mit viel Vorschusslorbeeren, grossen Tönen und viel TamTam wurde diese Saison gestartet – entsprechend kleinlaut wird nun die erste Hälfte beendet.

 Kein gesetztes Ziel wurde erreicht, weder national noch international. Die über die letzten Jahre aufgebaute Euphorie im Wankdorf wurde phasenweise übelst gebremst und nicht wenige forderten bereits im Oktober den Kopf des neuen Trainers.

 Diese Meinung teilen wir nicht (auch wenn wir uns ziemlich sicher sind, dass jeder andere Übungsleiter seinen Posten wohl bereits hätte räumen müssen – es in diesem Fall aber mitunter an Geld/Mut fehlt oder aber an einer zu grossen Portion Stolz, item.). Auch Christian Gross hat mindestens eine Saison zur Verfügung um seine Ideen durchzubringen – daher erwarten wir mit grosser Spannung die Entwicklung von YB in der Rückrunde.

 Morgen geht es darum, die Hinrunde ohne Wenn und Aber mit einem Sieg abzuschliessen und den leichten Aufwärtstrend vom vergangenen Spiel beizuhalten. Im „Derby“ gegen den FC Thun müssen 3 Punkte her, basta.

 Das 3:1 für YB wird doch folgende 11 Spieler sichergestellt:

 Wölfli
Sutter – Nef – Veskovac – Spycher
Degen – Farnerud – Silberbauer – Costanzo
Mayuka – NBK

PS für alle in der Region Thun Ansässigen: Wer in den letzten Jahren mit dem Spruch „Mir heinech z’erschte mau ds Stadion gfüllt“ konfrontiert wurde, darf sich ab Morgen Abend genüsslich die Hände reiben und eine gepflegte Rehabilitationsrunde starten. Viel Spass.

Voegtu bei den Bavaren – Teile XXI- XXIII

Kategorie: Voegtus 34/34 Autor: Biber

“Seit August 2011 besitzt Voegtu neben der Saisonkarte auch die begehrte Auswärtsjahreskarte für Spiele des FC Bayern und hat sich zum Ziel gesetzt, in der Saison 2011/12 alle 34 Bundesligaspiele (und was noch so dazukommt) seiner Bayern zu besuchen. Die Serie begleitet Fussballbegeisterte durch 34 Bundesligaspiele sowie Pokal- und Europacupschmankerl.”

FC Bayern – Borussia Dortmund 0-1

69’000 Zuschauer

 Mit fünf Punkten Vorsprung ging der FC Bayern in das Spiel gegen den ehemaligen Meister aus Dortmund. Mit einem Sieg würde dieser dementsprechend auf deren acht anwachsen, was gleichbedeutend mit der Herbstmeisterschaft wäre. Leider kommt es aber oft anders als man denkt. In einem schwachen Spiel, das keinen Sieger verdient gehabt hätte, erzielte die glücklichere Mannschaft den 1-0 Siegtreffer rund eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff.

 Zu dem Tag passte, dass wir den Zug verpassten und uns die Nacht in der guten Kölsch-Bar am Münchner Ostbahnhof um die Ohren schlagen mussten. Zugegeben, so schlimm war das dann doch nicht. Schliesslich führten wir die Tabelle an und die gute Stimmung gepaart mit der Party-Ballermann-Mucke in der genannten Kneipe hat noch jedes noch so trübe Gemüt aufgehellt. Nach einer spontanen Hotelübernachtung tuckerten wir dann am Sonntag Mittag gemütlich in die Schweiz zurück, wo ich mir noch die zweite Halbzeit des Schlagerspiels FC Gossau – YF Juventus zu Gemüte führte.

FC Bayern – Villareal CF 3-1

66’000 Zuschauer

 Wir starteten bereits am Mittag, um uns in der Innenstadt noch mit ein paar Glühwein, Bier und wunderbar leckeren Himbeer-Schnäpsen auf den Europapokal-Knaller gegen den Vorortclub Villareal einzustimmen. Ein Punkt würde reichen, um den Achtelfinaleinzug klar zu machen. Zum Glück fand das Spiel nur drei Tage nach der Niederlage gegen Dortmund statt. So hatte die Mannschaft sofort die Chance, sich zu rehabiliteren.

 Weiterhin ohne Schweinsteiger legte die Mannschaft ordentlich los und führte bald 2-0. Allerdings war die Souvernität der Abweher der ersten Spiele dahin und so verwunderte es nicht, dass selbst ein ultraschwaches Villareal kurz vor der Pause noch den Anschlusstreffer markierte. Zum Glück stand die Mannschaft nach dem Tee wieder sicherer und konnte mit dem 3-1 das Spiel entscheiden. Wie es der Zufall wollte, siegte das gute Napoli gegen die Ölscheichs aus Manchester; gleichbedeutend mit unserem Gruppensieg.

 Das Auswärtsspiel bei den neureichen Unsympathen aus England wird damit zum Testspiel. Umso schöner, wenn wir dort trotzdem siegen und Scheich Sowiesos Spielzeug in den Uefacup befördern.

FSV Mainz 05 – FC Bayern 3-2

34’000 Zuschauer

 Wieder mal ein Sonntagsspiel. Von den letzten 3 gingen 2 verloren, nicht gerade gute Aussichten. Aber gegen dieses Mainz sollte doch ein Sieg drinliegen. Vor allem weil sich Gladbach und Dortmund in ihren Spielen ungefragt an uns vorbeigeschoben haben. Die vierstündige Autofahrt in einer munzigen Reisschüssel gingen vergleichsweise rasch rum. Das neue Stadion liegt aber unfassbar schlecht und an Parkplätze wurde entweder nicht gedacht oder sie waren nicht ausgeschildert.

 Der Ground sieht von Aussen aus wie ein Baumarkt und ist nichts anderes, als eine weitere, moderne 0815-Fussischüssel. Item. Die Mannschaft legte los wie die Feuerwehr und kam in den ersten zwei Minuten zu guten Chancen. Danach wars aber vorbei mit der Herrlichkeit. Die Abwehr stand mehrfach im Schilf und Mainz ging früh mit 1-0 in Führung. Völlig zurecht. Bayern wurde zeitweise vorgeführt und konnte froh sein, nicht höher in Rückstand zu liegen zur Pause.

 Im zweiten Durchgang spielten wir flotter und glichen schon bald aus. Ich sagte noch zum Kollegen, wenn wir so weiter spielten, gewännen wir den Kick noch. Aber weit gefehlt. Kurz danach liess unser Supi-Torwart Herr Neuer einen Weitschuss passieren, unsere Deutsche Eiche Boateng verlor ein Kopfballduell und schon stands 3-1. Unglaublich. Aber erneut gelang der Anschlusstreffer und kurz vor Schluss bestand sogar die Möglichkeit, den (unverdienten) Ausgleich zu erzielen.

 Das gelang jedoch nicht mehr und so verlor man aufgrund eines uninspirierten Auftritts gegen kämpferische Mainzelmännchen verdient mit 3-2. Am nächsten Wochenende nehmen sich die beiden führenden Preussen gegenseitig die Punkte ab, so dass mit einem Sieg gegen die Kroketten aus Bremen mindestens der zweite Platz drinliegen muss. Sonst ist Feuer unter dem Dach.

BSC YB – FC Sion

Kategorie: Matchbericht Autor: Biber

— Verfasst von Pele —

Nach zweiwöchiger Ferienabwesenheit und gleichzeitiger, harter YB-Pause, freute ich mich gestern so richtig auf das letzte Heimspiel der Hinrunde.

Ich hatte von den beiden letzten Spielen nur gelesen, den Frust wahrgenommen und mich auch selber wieder mal gefragt, ob es das eigentlich Wert ist, jede Woche ein Büschel graue Haare und eine konstant schlechte Laune in Kauf zu nehmen – wenn es am Schluss des Fussballjahres dennoch nichts zu feiern gibt.

 Dennoch: 2 Wochen ohne YB-Spiel sind eine verdammte Plage und auch 7000 Kilometer Entfernung können die Nervosität vor einem Spiel kaum kaschieren.

Deshalb gings gestern mit oben bereits erwähnter Freude ans Spiel, auch wenn die Zuversicht schon deutlich grösser war und auch ich als Daueroptimist nur mit Müh und Not an einen Punktgewinn glauben wollte.

 Das Spiel war dann allerdings deutlich besser, als ich mir das ausgemalt hatte.

In der Offensive zeigte sich YB deutlich besser und kreativer als auch schon, die Angriffe wurden oftmals schnell und zielstrebig vorgetragen. Leider – und diese Erkenntnis ist nicht neu – sind wir im Sturm einfach schlicht und ergreifend unterbesetzt. Und zwar nicht nur quanti- sondern auch qualitativ. Mayuka braucht einen starken, kräftigen Stürmer neben sich und die Leistungen Ben Khalifas haben nicht mehr nur mit fehlender Spielpraxis aus der letzten Saison zu tun; da fehlts an ganz, ganz vielen Komponenten und es wird je länger je deutlicher, weshalb er auch in den Zweit-Mannschaften der Bundesligateams Wolfsburg und Nürnberg kaum gespielt hat.

Überraschend agil und spielfreudig zeigte sich für einmal Moreno Costanzo, der – im Gegensatz zu Degen und einigen anderen Akteuren – vermehrt und vehement den Abschluss suchte.

Die Angriffe wurden häufig über die Flügelspieler und Aussenverteidiger gefahren, welche sich auch einige Male schön durchsetzten. Doch entweder war da immer noch ein Bein (Spycher) dazwischen oder die Qualität der Hereingaben erinnerte an Regionalfussball (Zverotic). Und kam dann eine Flanke gut, so standen sämtliche Adressaten entweder bereits auf der 5Meter-Linie oder es wurden Fouls erfunden um möglichst noch ein Tor aberkennen zu können (Bissoguet: Wenn man solche Treffer nicht gibt, dann wird es künftig keine Kopfballtore mehr geben…).

 Item, Defensiv hatte man 2-3 Mal Probleme mit den schnellen Afonso und Sio, konnte sich aber meist schadlos halten – wäre da nicht das Zufallstor von Giovanni Sio gewesen, welcher per abverreckter Flanke und mit viel Glück zum Ausgleich traf.

 Alles in allem wäre ein Sieg gestern verdient und wichtig gewesen. Es war ein kleiner Aufwärtstrend und ein ganz kleines Zeichen dafür, dass die Gelbschwarzen doch noch fussballspielen könnten.

Tabellenmässig hilft der Punkt leider nicht wirklich weiter und ein Sieg im „Derby“ ist schlicht und ergreifend Pflicht.

 Die Noten:

 Wölfli 4/Sieht beim Gegentor unglücklich aus und hat Pech. Anschliessend aber mit 2 tollen Paraden und einigen gefährlichen Angriffsauslösungen.

 Zverotic 3,5/Mag defensiv überzeugend sein, hat aber so gut wie keine Qualitäten in der Offensive – hier hätte man mit Sutter die bessere Alternative auf der Bank.

 Nef 4,5/Abgesehen von den Problemen mit Sio überzeugend und ohne Fehler.

 Veskovac 4,5/Siehe Nef. Zudem mit überraschenden Offensivaktionen.

 Spycher 4,5/Solide gegen vorne und hinten.

 Degen 4,5/Engagiert und mit 1-2 sehr guten und kämpferischen Szenen inkl Assist. Schade scheut er den Abschluss, muss in der zweiten Hälfte mindestens 1 Tor erzielen.

 Doubaï 4.75/Zusammen mit Costanzo bester YB-Akteur. Die offensivere und kreativere Variante als Silberbauer – allerdings zum Teil mit einigen Stellungsfehlern.

 Farnerud 4/Unauffällig und mehr in der Defensive anzutreffen als gewohnt. Müsste in der ersten Halbzeit zwingend treffen.

 Costanzo 5/Auf einer ungewohnten Position ungewohnt stark. Zweites Tor zu unrecht aberkannt und auch sonst gefährlichster Spieler der Berner.

 Ben Khalifa 2/Das wird so nix.

Mayuka 3/Auch hier müsste wieder mehr kommen.

 Nuzzolo 3.5/Bemüht, hält aber den Ball zu lange und es fehlt der Zug zum Tor.

 Schneuwly -/Keine Note

Ojala -/Keine Note

BSC Young Boys – FC Sion

Kategorie: Matchvorschau Autor: Biber

Sion zuhause. Dieses Spiel gewinnen wir in der Meisterschaft immer. Und immer trifft Schneuwly. Ich mag jetzt die Statistik nicht hervor kramen, aber gefühlte 80% aller Tore gegen Sion stammen vom gleichen Spieler.

Wärend die meistens Fans noch putzhässig sind, sind einige wieder im Trott und freuen sich auf ein Spiel, das man ohne Anspannung und Nervenflattern schauen kann und wo anschliessendes Kammerflimmern nicht vorprogrammiert ist. Zudem bleibt das Bier bei diesem Wetter deutlich länger kühl. Schön.

Ich gehöre leider – trotz mittlerweile über zweieinhalb Jahrzente YB-Erfahrung – nicht zu den Glücklichen, denn ich kann und will mich nicht damit abfinden, dass man mal höher und mal weniger hoch den Gipfel raufkommt, am Schluss aber immer wieder abstürzt und von vorn beginnen muss. Aber ob ich will oder nicht, diese Saison ist wohl gelaufen. Nun denn, möge die Saisonvorbereitung 2012/2013 beginnen.

Wölfli
Sutter-Nef-Affolter-Spycher
Degen-Silberbauer-Costanzo-Nuzzolo (Raimondi?)
Ben Khalifa-Mister “Ich treffe gegen Sion immer” M. Schneuwly

Farnerud sollte pausieren. Von unserer Seite herzliches Beileid. Es gibt wichtigere Sachen als Fussball.