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BSC Young Boys – FC Lugano 1:2

24. April 2017 um 19:56 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Steffi habe mit ihrem Freund Schluss gemacht, erzählt die Brünette ihrer blonden Sitznachbarin. Kinder rennen kreischend durch die Sitzreihen – deren Väter drehen ihnen den Rücken zu, schauen Richtung Balkon und fragen sich: «Isch René o da hüt?» Die schattige Ostkurve singt, hüpft und säuft auf jedem Fussballplatz, während sich das junge Ehepaar im C der Jacken entledigt, die Sonnenbrille richtet und sich mit dem Frühlingsbier zuprostet. Auf dem Feld plätschert derweil die Partie YB – Lugano vor sich hin.

Erholen sich die Zuschauer noch von der SCB Meisterfeier? Trötzelet man noch immer wegen dem Cup-Aus gegen Winterthur? Oder ist die Luft ganz einfach draussen, da in der Tabelle gegen Oben wie gegen Unten (anscheinend) nichts mehr geht? Die Bernerinnen und Berner interessieren sich an diesem Tag nicht wirklich für ihre gelbschwarze Liebe. Es wird zwar diskutiert, erklärt, geschaut und mit dem Finger gezeigt aber das wenigste hat mit dem Geschehen auf dem Platz zu tun. Dabei bekommt man gar kein schlechtes Spiel geboten. Die Young Boys behaupten geschickt den Ball in den eigenen Reihen (Ballbesitz 1. HZ 67% : 33%) und erarbeiten sich dann und wann gute Abschlussmöglichkeiten, ohne dabei erfolgreich zu sein. Der FC Lugano spielt auf seine typisch italienische Art aus einer bestens organisierten Defensive und schaltet blitzschnell um, um ihre gefürchteten Konter zu lancieren. Trotzdem hat die Partie den Charakter eines Testspieles.

YB verteidigt hoch aber nicht zu übermütig, um den konterstarken Luganesis nicht ins offene Messer zu laufen. Trotzdem dauert es keine 7 Minuten als genau dies ein erstes Mal der Fall ist. Eine weite Flanke von Mariani findet Sadiku und dessen scharfe Hereingabe verwertet der ehemalige YB Junior und aktuelle Shootingstar Ezgjan Alioski aus 3 Metern. Im Stadion nimmt man es zur Kenntnis. Danach zirkuliert der Ball erneut in den Reihen der Gelbschwarzen aber ausser bei Standards sind kaum gefährliche Chancen zu erkennen. Freys Kopfball nach einem Eckball ist zu harmlos und Sulejmanis Freistoss knallt an die Querlatte. Danach versuchte sich Michi mit Rechts aus 11 Metern Entfernung, doch treffen tut er nur den gegnerischen Verteidiger Sulmoni.

Man kann dem Heimteam keineswegs Passivität vorwerfen. Sie verteidigen hoch, lassen den Ball laufen, wechseln vermehrt die Seiten und doch scheint es als fehle mit Hoarau die einzig mögliche Angriffsvariante. Es fehlt die Anspielstation in der Spitze, wenn der Stürmer nach einer Verletzung noch nicht richtig ins Team zurückgefunden hat oder die Flügelspieler einen schwachen Tag einziehen. Sanogo, der nach einem Doppelpass alleine vor Salvi scheitert und Alexander Gerndt, welcher seinen Voleyschuss ebenfalls vom Tessiner Keeper abgewehrt sieht, bleiben die wenigen ungenutzten Ausnahmen in der 1. Halbzeit.

Dazwischen immer wieder das schnelle Umschaltspiel Luganos. Was vor der Pause noch glimpflich ausgeht, als Sadiku den Querpass Alioskis an den Pfosten hämmert, ist kurz nach der Pause die Entscheidung. Mariani schickt den Albaner auf Reisen und der trifft nach einem Sprint trocken mit einem Flachschuss zum 0:2. Die meisten YB Fans im Stadion haben auch diesen Treffer mitbekommen.

Halbzeit 2 ist nun ausgeglichener. Die Young Boys sind bemüht den Anschluss zu finden, haben aber bei ihren Abschlüssen weiterhin nicht das Glück des Tüchtigen und der Gast scheitert bei seinen Kontern mehrmals am hervorragend reagierenden Yvon Mvogo. Es ist der junge Michel Aebischer der mit seinem Jokertor in der 86. Minute Resultatkosmetik betreibt und zu seinem ersten Super League Treffer kommt. Er wird in seiner Karriere sicher noch wichtigere Treffer erzielen aber in diesem Fall ist man im Stadion ganz einfach froh, dass man auch für die eigenen Farben einen Treffer zur Kenntnis nehmen durfte.

Die Noten:

Mvogo 5 Durch seine starken Paraden verhinderte Yvon eine höhere Niederlage.
Mbabu 4 Zu Beginn sehr bemüht und mit gewohntem Zug in der Offensive. Tauchte im Verlauf der Partie ab.
Von Bergen 4 Organisierte die Defensive weitgehend gut und versuchte gegen Ende des Spiels, mit einigen Offensivaktionen, die Mannschaft anzutreiben.
Rochat 3,5 Defensiv dann und wann etwas anfällig und in der Spieleröffnung fehlerhaft.
Joss 3,5 Startete konzentriert war über die 90 Minuten aber zu wenig aktiv und fehleranfällig.
Schick 3 In allen Belangen eine sehr bescheidene Leistung des Österreichers.
Sanogo 4,5 Kampfstark wie immer aber auch er vermochte das Spiel nicht in die richtigen Bahnen zu lenken. Vergibt alleine vor Salvi.
Zakaria 4 Auch der andere ZM gewann einige Bälle im Mittelfeld aber vermochte nicht viel mit dem Ballbesitz anzufangen.
Sulejmani 4 Sehr bemüht in der Offensive mit einigen guten Aktionen aber defensiv etwas träge.
Frey 3,5 Hatte 2 – 3 gute Möglichkeiten, schaffte es aber wieder nicht den Topskorer Hoarau zu ersetzen.
Gerndt 3 Eine gute Direktabnahme und sonst… Alex hat nach seiner langen Verletzung noch nicht in das YB Spiel zurückgefunden.
Aebischer 5 Läuferisch und kämpferisch stark. Ausserdem mit seinem ersten SL Treffer!
Seferi 3,5 Fand nach seiner Einwechslung nie ins Spiel.

Vorschau BSC YB – FC Lugano

22. April 2017 um 11:14 von Jänu in der Kategorie YB

Wer in den letzten Wochen davon gesprochen hat, dass der zweite Platz YB nicht mehr zu nehmen sei, der ging fest davon aus, dass die Berner im heimischen Wankdorf kaum mehr Punkte liegen lassen werden. Zu Recht! YB hat den Anspruch im Wankdorf gegen jedes Team einen Dreier einzufahren. Nun kam letzten Montag die Heimniederlage gegen GC und liess uns Fans etwas ratlos zurück. War das ein Ausrutscher? Etwas, das auch den Besten passieren kann? Oder ist YB ohne Hoarau tatsächlich so limitiert, dass auch Heimspiele zu Zitterpartien werden?

Aufgeklärt darüber werden wir morgen. Der FC Lugano – der Heimausrutscher in der Hinrunde – weilt im Wankdorf. Die Tessiner befinden sich aktuell auf einem gesicherten Mittelfeldplatz und können, falls sie zu einem fulminanten Schlussspurt ansetzen, den Blick über die Landesgrenzen nach Europa richten. Die Luganesi wissen, wie im Wankdorf gewonnen werden kann und sie werden alles versuchen, um YB erneut Punkte abzuluchsen.

Das Hütter-Team sei also gewarnt. Die Rechnung aus der Vorrunde wird nicht im Schongang beglichen werden können. Ausser dem bereits angesprochenen Hoarau fehlen auch der langzeitverletzte Wüthrich und die gesperrten Assalé und Ravet. Hoffentlich gesellen sich nicht noch die erkrankten Bertone und Mvogo zu den Abwesenden, bei beiden ist ein Einsatz momentan noch ungewiss. Doch egal welche Elf auflaufen wird, der Sieg morgen ist schlicht Pflicht. Es gilt schliesslich zu beweisen, dass das GC-Spiel ein Ausrutscher war und sich die YB-Fans wieder auf die Heimstärke ihres Teams verlassen können.

Ein Spektakel erwarten wir nicht, der 2:0 Sieg wird eher ein mühsamer Krampf. Dank Zakaria und Frey bleiben die Punkte aber in Bern.

BSC YB – GC 0:1

18. April 2017 um 14:42 von Mate in der Kategorie YB

Niederlagen lassen sich meist irgendwie in verheerende, verdiente, unnötige, unglückliche, dumme, unerklärliche, verkraftbare und so weiter einordnen. Handelt es sich um Niederlagen gegen GC, verhält es sich jedoch etwas anders. Jene gestern war beispielsweise keineswegs verheerend und wäre auf der anderen Seite nicht GC gestanden, sie wäre sogar noch verkraftbar gewesen. In der Art und Weise wie sie zustande kam, war sie natürlich ärgerlich, ohne Frage.

YB war über die gesamte Spielzeit gesehen die aktivere Mannschaft, bestimmte weitgehend  das Geschehen und hatte in der ersten Hälfte eine Phase, in welcher die Gäste aus Zürich sich über Minuten kaum aus der eigenen Hälfte lösen konnten. Leider aber schaute nicht mehr dabei heraus als zwei Abschlüsse Ravets, wovon der Erste aus spitzem Winkel von Goalie Mall entschärft wurde und der Zweite am weiten Pfosten vorbeistrich. So waren es die Gäste, welche in der ersten Hälfte die beste Torchance verzeichneten, als Caio nach acht Minuten alleine vor dem glänzend reagierenden Yvon Mvogo scheiterte (und zum Glück den völlig freistehenden und einschussbereiten Dabbur übersah).

Auch in der zweiten Hälfte agierte YB insofern überlegen, als dass es um einiges mehr in Ballbesitz war und sich auch immer wieder in aussichtsreiche Positionen bringen konnte. In diesen aber agierten die Berner dann oft zu umständlich – so dass aus den guten Möglichkeiten kaum Torchancen und damit auch keine Tore wurden. Zwar verzeichnete man über die gesamte Partie nicht weniger als achtzehn Abschlussversuche – jedoch mangelte es diesen an Qualität .

So kam, was nie und nimmer hätte kommen dürfen. GC konnte irgendwie einen Eckball treten, dieser fand Dabburs Kopf und der Israeli hatte keine Schwierigkeiten, das 1:0 zu erzielen. Im Gegensatz zu anderen Partien war das Heimteam diesmal nicht mehr fähig, auf den Rückstand zu reagieren. So war die erste Heimniederlage in der Meisterschaft seit dem 30. Juli 2016 Tatsache. Damals hatte YB gegen Lugano verloren, die Mannschaft, welche nächsten Sonntag in Bern zu Gast sein und hoffentlich die Reaktion YBs auf diese Niederlage gegen GC zu spüren kriegen wird. Denn Niederlagen gegen GC sind vor allem eines: schmerzhaft.

 

Die Einzelnen:

Mvogo 5:             Reagierte klasse gegen Caio und war auch sonst gewohnt sicher. Mit einigen guten Spieleröffnungen.

Von Bergen 4,5:  Leider mit grossem Abzug, weil er es sich von Dabbur erwischen liess und damit beim Gegentor sehr alt aussah. Ansonsten ein gutes Spiel des Captains, gute Antizipation, gewann viele Bälle.

Rochat 4,5:          Solid, aber einmal mehr mit Auf und Abs  bei der Angriffsauslösung. Defensiv ein paar Mal ausgespielt, was GC viel Platz auf seiner Seite brachte.

Lecjaks  5: Vor allem in der ersten Halbzeit sehr aktiv und mit guten Vorstössen. Auch in der zweiten Hälfte mit einer schönen Vorlage, welche Bertone leider nicht verwerten konnte.

Mbabu 4,5:          Einmal mehr mit viel Schwung nach vorne. Einmal mehr schaute dabei aber nicht viel heraus und so war es wie (leider) fast immer bei ihm: Viel Aufwand, wenig Ertrag.

Zakaria  4,5:      In der ersten Halbzeit eine dominante Figur auf dem Platz. Nach der Pause mit deutlich weniger Einfluss als vor Wochenfrist in Basel.

Sanogo 5:            Auffälligster YB-Akteur mit gewohnter starker Zweikampfpräsenz und einigen ungewohnten  Rushes. Seine Abschlüsse waren allerdings wenig eindrücklich.

Bertone 4:            Konnte nicht den gewünschten Einfluss nehmen. Verzeichnete die grösste YB-Chance in der zweiten Halbzeit, doch das Abschlussglück war auch ihm nicht hold.

Ravet 4,5:            Rannte viel und versuchte das YB-Spiel anzukurbeln, agierte aber zusehends kopflos.

Gerndt 3,5:          Er ist offensichtlich noch nicht soweit. Sinnbildlich eine Szene in der ersten Halbzeit, als er zentral am Strafraum angespielt wurde und sich mit einer Drehung alleine vor dem Tor sehen würde – stattdessen aber den Ball «abdeckt» und nach aussen spielt.

Sulejmani 4,5:     Phasenweise gut, dann wieder auf Tauchstation . Konnte die Aufwärtstendenz aber zumindest knapp bestätigen.

Seferi, Schick und Benito wurden erst spät eingewechselt und deshalb nicht benotet. Vor allem Seferi würden wir aber gerne einmal etwas länger sehen.

Vorschau: BSC YB – GC

16. April 2017 um 17:23 von Pele in der Kategorie YB

verfasst vom Biber

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So ganz loslassen konnte ich die ganze Woche über nicht: Gegen Basel zeigte YB einmal mehr einen bärenstarken Auftritt und brachte den Serienmeister auswärts an den Rand einer Niederlage. Und nicht weil man Glück hatte, sondern weil man über 90 Minuten schlicht besser war. Doch mit dem Verfassen dieser Vorschau lasse ich das Spiel in Basel auch gedanklich endgültig  in den Archiven der Geschichte verschwinden und widme mich dem Spiel gegen GC. Und hier fange ich mit etwas Geschichte an: Aus den letzten zehn Partien gegen GC resultierten sechs Siege, zwei Unentschieden und nur gerade zwei Niederlage. Zudem waren die meisten dieser Spiele attraktiv und torreich.

Die Ausgangslage ist neun Spiele vor Saisonende für beide Teams völlig verschieden. YB liegt mit elf Punkten Vorsprung auf Sion auf dem zweiten Platz und dürfte nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung (wobei: gibt es so etwas bei YB?) diesen Vorsprung ins Ziel retten. GC hingegen befindet sich im Abstiegskampf und spürt den FC Vaduz (mehr oder weniger) im Rücken. Entsprechend brauchen die Zürcher jeden Punkt, um nicht auf nächste Saison ihre Stadtkollegen in der zweithöchsten Spielklasse abzulösen. Dennoch dürfen die Heuschrecken auf keine Geschenke aus Bern hoffen. Schon aus Prinzip. Deshalb erwarten wir einen torreichen 4-2 Heimsieg (Gerndt, Sulejmani, Zakaria, Ravet) mit insgesamt sechs verschiedenen Torschützen. Unsere Aufstellung:

 

P.S. „Heuschrecken dienen traditionell in Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas als eiweißreiche Nahrung. Meist werden sie zur Zubereitung gebraten oder gegrillt. Im Judentum sind Heuschrecken, mit Einschränkungen je nach Glaubensrichtung, koscher. Die arabische Küche (zum Beispiel im Jemen) kennt Heuschrecken als Vorspeise. In Kambodscha werden größere Exemplare mit Erdnüssen gefüllt und bei starker Hitze kurz im Wok gebraten. Auch im alten Orient wurden Heuschrecken verspeist.“ (Quelle: Wikipedia)

 

FC Basel – BSC YB 1:1

10. April 2017 um 19:02 von Pele in der Kategorie YB

Noch bevor man die sportliche Sicht des Spitzenkampfs beleuchtet, muss man leider auf den Tiefpunkt des Wochenendes eingehen. Nach knapp 40 Minuten stürzte YB-Getter Hoarau in einem Zweikampf dermassen unglücklich, dass er sich das linke Hüftgelenk auskugelte. Gui wurde noch am selben Abend operiert – die Dauer seines Ausfalls ist aber noch ungewiss. Im Hinblick auf die restlichen neun Spiele (bei 11 Punkten Vorsprung) dürfte der Ausfall zu kompensieren sein. Allerdings wird einem Angst und Bange wenn man an den Saisonstart und die allfällige Champions League Qualifikation denkt.

Gute Besserung Gui!

…und nun zum Spiel:

Selten zeigte sich YB im Joggeli über weite Strecken so stark wie beim gestrigen Auftritt.

Die erste Hälfte gehörte fast ausschliesslich den Gästen, einzig die Chancenauswertung war mangelhaft. Assalé in der ersten Minute sowie Sulejmani vor der Pause hätten für klarere Verhältnisse sorgen können. So stand es zur Halbzeit „nur“ 1:0 für YB, den Treffer hatte Ravet nach schöner Vorarbeit Assalés erzielt. Nicht wenige stellten sich die Frage, wie zwischen diesen beiden Teams nach 26 Partien ganze 17 Punkte liegen können!

Natürlich liegt es nicht in erster Linie an den Direktbegegnungen, sondern an den Spielen gegen die Teams aus den unteren Tabellenregionen – die gewinnt Basel fast ausnahmslos, während YB leider zu oft Punkte liegen lässt.

Item. Nach der Pause schickte sich der amtierende Meister an, seine Fans etwas zu besänftigen und startete furios. YB wusste sich kaum zu befreien und es war nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich fallen würde. Elyonoussi traf schliesslich nach einem Zuffi-Eckball zum 1:1. Wer nun dachte, das YB sämtliche Felle davon schwimmen würden, sah sich getäuscht. Zwar kontrollierten die Berner das Spiel nicht mehr so deutlich wie in der ersten Halbzeit, doch mit mehreren guten Kontern waren die Gelbschwarzen dem zweiten Treffer näher. Leider verlor Assalé zu Beginn der Schlussphase die Nerven und YB musste sich zu zehnt wehren. Die Kräfte schwanden minütlich und Adi Hütter musste sich sehr genau überlegen, wen er mit dem letzten Wechsel erlöste. Es war schliesslich Ravet, hätte aber genau so gut auch Sulejmani oder Rochat sein können. Trotzdem brachten die Gelbschwarzen den Punkt ins Trockene. Eigentlich ein Grund zur Zufriedenheit… wäre da nicht der extrem bittere Ausfall unseres besten Spielers.

Die Noten:

Mvogo 4.5/ Hatte erstaunlich wenig zu tun, beim Gegentor machtlos.

Mbabu 5/ Unheimlich aktiver Auftritt. Wie immer nicht frei von Fehlern in der Defensive, nach vorne jedoch ein unermüdlicher Antreiber.

von Bergen 5/ Zeigte deutlich, dass er den Part als Patron nach wie vor überzeugend spielen kann. Einige hervorragende Antizipationen.

Rochat 5/ Ebenfalls mit einem starken Auftritt. Absolvierte die Schlussminute stark angeschlagen und biss sich durch.

Joss 4.5/ Kommt immer mehr zurecht. Nicht ganz so aktiv wie Mbabu, dafür in der Abwehrarbeit etwas konzentrierter.

Ravet 5/ Bis zu seiner Auswechslung fleissig und omnipräsent. Blieb bei seinem Treffer ruhig, obwohl er fast zu viel Platz und Zeit erhielt.

Zakaria 5.5/ Verletzt? Trainingsrückstand? Spielt bei Denis keine Rolle. Bärenstarke Leistung des Mittelfeldspielers.

Bertone 4.5/ Ebenfalls ein guter Auftritt, wenn auch nicht ganz so überzeugend wie sein Nebenmann. Liess in hektischen Situationen einige Male die Ruhe vermissen.

Sulejmani 5/ Die Geduld scheint sich auszuzahlen. Nicht nur offensiv kommt Sulejmani besser in Form, auch in der Defensive nun bereits seit mehreren Spielen deutlich verbessert.

Hoarau -/ GUTE BESSERUNG GUI!

Assalé 3/ Eine eigentlich sehr gute Leistung machte Asselé durch seinen dummen Platzverweis und das dämliche Verhalten danach zunichte.

Frey/Lecjaks/Schick keine Note/

Vorschau FC Basel – BSC YB

8. April 2017 um 13:50 von Jänu in der Kategorie YB

Im Norden nichts neues. Es ist ruhig rund um YB und ums Wankdorf. Beweise gefällig? Das emotional aufwühlendste diese Woche war, dass die 99-jährige Hedy nach dem Vaduzmatch Hoaraus Trikot gekriegt hat. Gleich dahinter die beinahe Vollzugsmeldung des Mvogo Transfers nach Leipzig. Dazu baut Sophie ihre Führung im Bierprinzessinenranking weiter aus – wahrlich eine emotionale Achterbahnfahrt. Nun grundsätzlich schlecht muss diese Ruhe natürlich nicht sein, allerdings ist sie bei uns vor allem Zeuge von Langeweile. Wir drehen unsere wöchentlichen Super-League-Runden im beinahe luftleeren Raum.

Bei Basel geht es da in allen Bereichen etwas aufgeregter zu und her. Sportlich erreichte der FCB mit dem Sieg in Winti diese Woche den Cupfinal. Geschäftlich wurde offiziell, dass eine neue Führung das äusserst erfolgreiche Duo Heusler/Heitz ablösen wird. Mit Marco Streller wird ein Altbekannter für die sportliche Führung zuständig sein, Burgener kannten hingegen wohl die wenigsten ausserhalb Basels. Während die Cupfinal Meldung uns ziemlich egal sein kann, interessiert der Führungswechsel schon eher. Denn – aus unserer Optik – schlechter als mit Heusler/Heitz kann es eigentlich nicht kommen.

Sportlich geht es am Sonntag für kein Team um viel. Die Positionen sind bezogen, der Begriff Spitzenspiel nur Makulatur. Nun geht es aber noch ums Prestige, einen Sieg im Joggeli zu holen, ist immer eine gute Sache. Dazu noch Symapthiebolzen wie Xhaka oder Steffen mal ordentlich auf den grosse Zeh treten und schon könnte dies aus Berner Sicht ein durchaus gelungener Sonntagnami werden. Die einzige Saisonniederlage konnte YB dem FCB schon zufügen, höchste Zeit die Basler auch das erste Mal zu Hause zu bezwingen und das Prestige (sowie die drei Punkte) mit nach Bern zu nehmen.

Um den Hass etwas zu schüren und die Emotionen zu entfachen, würden wir mit Michi Frey beginnen. Gerndt und Assalé werden dem Spiel neuen Schwung verleihen. Den 2:3 Sieg sichern wird uns aber Hoarau, der mit einem Dreierpack beweist, dass er mehr Wert ist als jeder Doumbia dieser Welt.

 

BSC Young Boys – FC Vaduz 3:2

3. April 2017 um 15:35 von Marco in der Kategorie YB

Der letzte Eindruck bleibt haften. YB gewinnt gegen Vaduz und erzielt drei Tore, die budgetierten drei Punkte sind im Trockenen. Das ist nicht eine falsche Beurteilung, aber sie stützt sich eben nur auf den letzten Eindruck. Klammern wir die drei gewonnen Punkte mal kurz aus, fällt die Beurteilung der gestrigen Partie mehrheitlich negativ aus. Kollege Maté wies in der Vorschau darauf hin, dass die mentale Herausforderung gegen Vaduz grösser sein könnte als die sportliche. Er behielt sowohl Recht wie auch Unrecht. Die mentale Herausforderung war tatsächlich gross, bis zur Nachspielzeit sogar zu gross für YB. Doch überraschenderweise bekundeten die Young Boys auch sportlich Mühe.

Rückblickend begann die Misere mit dem Führungstreffer. Nach knapp zwei Minuten verwertete Hoarau den Penalty, der YB nach einem Foul an Sulejmani zugesprochen wurde. Der formidable Start erwies sich als Bumerang. Nur fünf Minuten später würgte Zarate quasi liegend den Ball zum 1:1 über die Linie. Beim schnellen Angriff der Vaduzer machte die ganze YB-Abwehr keine gute Figur, Captain Steve von Bergen stellte sich aber besonders ungeschickt an als er im Duell mit Zarate den Ball nicht wegbrachte. Nach dem Gegentreffer verlor YB komplett den Faden. Adi Hütters Elf hatte zwar mehr Ballbesitz, doch sie wussten nichts damit anzufangen. Die limitierten Qualitäten von Vaduz waren offensichtlich, reichten aber um den Spielstand zu halten. Zu oft versuchten es die Young Boys mit hohen (meist zu weiten) Flanken, die im Sturm keinen Abnehmer fanden. Ein intensives Pressing hätte den fragilen FC Vaduz wahrscheinlich rasch zusammenbrechen lassen, leider verzichtete YB in Halbzeit eins darauf.

Das wollte Hütter nicht auf sich sitzen lassen. Für den ungenügenden Schick kam Ravet und YB machte nach dem Seitenwechsel mächtig Druck. Leider wurden die Gelbschwarzen für ihr Engagement nicht belohnt, zwei Pfostenschüsse und ein Abseits-Tor waren der karge Ertrag. Es kam noch schlimmer. Nach einem Corner und einem hohen Bogenball stürmte Mvogo aus dem Tor, erwischte den Ball aber genau so wenig wie Sanogo und von Bergen. Muntwiler war der Profiteur, der für Vaduz auf 2:1 erhöhte. Mvogo wurde zwar von hinten behindert, das nimmt ihn aber nicht gänzlich aus der Verantwortung. Wieder musste sich YB von einem Rückschlag erholen und wieder dauerte diese Phase zu lange. YB trat zwar gewillt auf, eine Verbesserung gegenüber der ersten Halbzeit war zu sehen, doch das genügte nicht. Vaduz zog sich verständlicherweise in die eigene Hälfte zurück und YB kreierte auch einige Chancen, die Siegrist mit sehenswerten Paraden vereitelte.

So begann man sich auf den Rängen schon mit der Enttäuschung auseinanderzusetzen, als die Nachspielzeit alles auf den Kopf stellte. Der lange Ball von Ravet, die Verlängerung von Hoarau und der starke Abschluss von Frey, den er feierte als hätte er YB zu einem Titel verholfen. Doch auch so blieb noch gerade genug Zeit, um im Gewühl nach dem letzten Corner das Siegestor zu erzielen. Assalé lenkte den Schuss von Hoarau perfekt ab und Vaduz war geschlagen. Ein Sieg war budgetiert, das Ziel wurde erreicht. Doch bis dahin kam YB zu oft vom Weg ab.

Mvogo 4 Beim zweiten Tor wurde er behindert. Trotzdem machte er keine gute Figur. Das war nicht der Mvogo, den wir kennen.

Mbabu 5 Der aktivste Spieler von YB. Rannte, kämpfte und überlief seine Gegenspieler. Einzig die Flanken waren manchmal zu wenig präzis.

Von Bergen 3.5 Trägt bei beiden Gegentoren eine Mitschuld. Das darf dem Routinier eigentlich nicht passieren.

Rochat 3.5 Zu oft verteidigte er nicht konsequent und liess gefährliche Bälle passieren.

Joss 4.5 Gegen vorne zeigte sich der Youngster gefällig, in der Defensive noch zu wenig stabil.

Schick 3.5 War in der ersten Halbzeit kaum zu sehen, wurde zu Recht ausgewechselt.

Bertone 4.5 Rückte zu wenig auf und seine Weitschüsse brachten zu wenig Gefahr.

Sanogo 5 Rackerte wie gewohnt unermüdlich im Mittelfeld – ein Lichtblick.

Sulejmani 4,5 Einige gute Szenen in der Startphase, dann baute er etwas ab.

Hoarau 5 An allen drei Toren beteiligt, ansonsten eher blass für seine Verhältnisse.

Gerndt 4 Kam nie wirklich ins Spiel.

Ravet 5 Brachte etwas Schwung in die zweite Halbzeit.

Frey 4.5 Grosschance vergeben, Ausgleich erzielt, fragwürdig verhalten. Naja.

Assalé Der ideale Joker.

Vorschau BSC YB – FC Vaduz

1. April 2017 um 18:08 von Mate in der Kategorie YB

YB-Vaduz… Die Vorzeichen sind klar, alles andere als ein YB-Sieg wäre eine Enttäuschung. 5:0 gewann YB die letzte Partie gegen diesen Gegner zu Hause. Es war damals der Abschluss einer Serie von vier erfolgreichen Heimspielen in Folge – unter anderem in der Europa League gegen Apoel und gegen GC im Cup. Es war die Zeit, als noch nicht alle Felle davon geschwommen waren. Entsprechend schwieriger dürfte es momentan sein, den Fokus zu halten. Klar, «es ist ihr Job», «das sind Profis» und so weiter…. Logisch. Maschinen sind es dennoch keine. Ihr Hirn funktioniert insofern, als dass irgendwo im Hinterstübchen die letzte Spannung trotz allem fehlt. Diesen Teil des Hirns zu überlisten, dürfte somit aktuell eine der schwierigeren Aufgaben sein, welche es zu bewältigen gilt. Und wenn sonst gerade rund um wichtige Spiele gerne mentale Faktoren ins Feld geführt werden, so geht es auch am Sonntag zu einem grossen Teil genau um solche. Wir verzichten an dieser Stelle darauf, Rückstand oder Vorsprung aufzulisten…

In einer komplett anderen Situation befindet sich der sonntägliche Gast. Trotz der doch etwas überraschenden Entlassung von Trainer Contini, sind die Liechtensteiner in der letzten Runde nach der Heimniederlage gegen Lausanne auf den letzten Platz abgerutscht. Der Kampf ums Überleben ist im vollen Gange, morgen steht zum ersten mal der neue Übungsleiter an der Linie. Einen entsprechenden Auftritt darf oder muss man entsprechend erwarten. Spielerisch vermutlich nicht hochstehend, dafür mit umso mehr Kampf. Hier gilt es selbstverständlich dagegen zu halten. Auch dürfte man einem Gegner gegenüber stehen, welcher bereits einen Punkt als Erfolg abbucht und sich entsprechend vor allem auf die Verteidigung konzentriert. Da gilt es, mit kluger Laufarbeit und gutem Passspiel Wege zu finden, um das Vaduzer Bollwerk zu überwinden.

Gegenüber dem letzten Spiel vor der Nationalmannschaftspause (Zur Erinnerung: YB gewann in Lugano mit 2:0), wird Captain Steve von Bergen nach seinen Rückenbeschwerden in die Startelf zurückkehren. Da Nuhu eine Gelbsperre absitzen muss, wird neben ihm Alain Rochat auflaufen. Auf den Seiten erwarten wir wie in Lugano Mbabu und Joss, welchem wir erneut den Vorzug gegenüber Jan Lecjaks geben würden. Er soll weiter Spielpraxis sammeln. Ansonsten dürften die grossen Überraschungen ausbleiben, auch wenn wir vielleicht etwas anders aufstellen würden, als es der Trainer vermutlich tun wird. So erwarten wir auf den Flügeln Ravet und Sulejmani, im Zentrum Sanogo und Bertone und vorne Hoarau aund Assalé. Für uns denkbare Optionen sind beispielsweise Aebischer im Zentrum für Bertone zu bringen oder im Sturm wieder einmal Michi Frey von Beginn an laufen zu lassen. Für ihn würden wir Roger Assalé auf der Bank behalten – das wäre dann gleichzeitig eine nette Option, um allenfalls von dort noch für etwas Impulse zu sorgen. Wie auch immer Adi Hütter sich entscheidet, zählen wir darauf, dass seine Elf den Platz, der fehlenden Spannung zum Trotz, mit der richtigen Einstellung betreten wird und dem Gegner keine Schützenhilfe im Abstiegskampf leistet. Die Tore zum klaren 4:0-Sieg erzielen Hoarau, Ravet, Sulejmani und Frey.

FC Lugano – BSC YB 0:2

20. März 2017 um 17:09 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Schönstes Sommerwetter, 25 Grad und 3 Punkte im Schongang – ein perfektes Wochenende. Die Young Boys gewinnen trotz bescheidener Leistung im Stadio di Cornaredo vor 4’121 Zuschauern dank den jungen Wilden, dem Schönwetterfussballer Miralem Sulejmani und Effizienz, verdient mit 2:0.

Auch wenn vieles an das 0:0 vom vergangenen Wochenende erinnerte und schlimmes befürchtet werden musste, war gestern doch vieles anders. Adi Hütter stellte neben dem Routinier Rochat, welcher den verletzten Abwehrchef von Bergen ersetzte, die jungen Mbabu (21), Nuhu (21) und Joss (22) auf und gab so dem YB-Nachwuchs die Möglichkeit Spielpraxis zu sammeln und sich für weitere Aufgaben in Bern aufzudrängen. Die Jungs machten dies bis auf ein paar wenige Unsicherheiten gut. Auch wenn die Luganesi gestern sicher nicht den stärksten Sparringspartner abgaben, so konnte sich Mbabu, welcher Hoarau das 2:0 auflegte und auch sonst mit gewohntem Zug die rechte Seite beackerte aber auch Sven Joss, mit seinem schönen Lupfer auf Sulejmani zum 1:0, präsentieren und zeigen, dass sie durchaus eine Alternative über die Saison 2016/17 hinaus sein könnten. Dazu stand in Lugano neben Gerndt neu auch der andere Langzeitverletzte Loris Benito wieder einmal auf dem Matchblatt und diese stellten zusammen mit Lecjaks, Ravet und Frey eine ganz beachtliche Auswechselbank.

Auch bekam Sulejmani erneut eine Chance zu zeigen, dass er zu viel mehr fähig ist, als dass er bis anhin in dieser Saison gezeigt hatte. Als wollte er den Stempel des Schönwetterfussballers zelebrieren, packte er sein schönstes Sommergewand aus und entschied die Partie beinahe im Alleingang. Jeder einigermassen gefährliche Angriff (auch wenn es gestern nicht allzuviele davon gab) fanden den Weg über des Serbens linken Fuss. So fiel es für einmal nicht ins Gewicht, dass Leistungsträger wie etwa Hoarau oder Sanogo mit angezogener Handbremse zu spielen schienen und nur wenig Einfluss auf das Spiel hatten.

Ansonsten sind die (Haupt-)Ereignisse des Spiels schnell zusammengefasst:

11. Minute Sulejmani setzt sich mit etwas Glück am rechten Flügel durch, zieht zur Mitte und prüft Torhüter Salvi aus 15 Metern.
52. Minute Sadiku bringt eine Flanke volley aufs Tor, doch Mvogo reagiert glänzend.
72. Minute Joss’ Lupfer in den Strafraum findet den Kopf von Sulejmani und der köpft den Ball am zweiten Pfosten zum 1:0 ins Tor.
74. Minute Hoarau hat nach einem Querpass Mbabus alle Zeit der Welt und trifft aus kurzer Distanz zum Endresultat von 0:2.
81. Minute Alioski zieht nach einem katastrophalen Rückpass Nuhus alleine auf Mvogo, vergibt aber kläglich.

So bedankten sich die Young Boys am Ende, nach nur 3:2 Torschüssen aber 57:43 % Spielanteilen und einem Cornerverhältnis von 6:10, beim treuen, mitgereisten Anhang und verabschiedeten sich in die Nationalmannschaftspause.

Die Noten:
Mvogo: 4,5 Wurde ein einziges Mal geprüft und bestand diesen Test souverän.
Mbabu: 5 Brachte viel Zug über die rechte Seite und bereitete den Treffer zum 2:0 vor.
Rochat: 4,5 Der Oldie ersetzte den verletzten Abwehrchef von Bergen und machte dies mit Ausnahme einiger Abspiele gut.
Nuhu: 4,5 Eine sehr ansprechende Partie des jungen Ghanaer. Spielte abgeklärt, defensiv stark und mit gutem ersten Pass bis zu seinem fürchterlichen «Rückpass» in der 81. Minute.
Joss: 4,5 Bekam den Vortritt gegenüber Lecjaks, spielte gut und bereitete den Treffer zum richtungsweisenden 1:0 vor.
Schick: 3,5 Lieferte ein unauffälliges Spiel ab.
Sanogo: 4 Offensiv äusserst unauffällig, konzentrierte sich die Kampfmaschine auf seine Rolle des Zerstörers.
Bertone: 4 Das Spiel fand auf den Flügeln statt und so kamen die offensiven Stärken Bertones zu wenig zur Geltung.
Sulejmani: 5,5 Ist er doch ein Schönwetterfussballer? Trumpfte bei sommerlichen Temperatur wieder einmal auf. War an allen Toren und Chance(n) beteiligt. Arbeitete ebenfalls sehr gut defensiv.
Hoarau: 4 Der Captain blieb trotz seines Tores eher blass.
Assalé: 3,5 War viel unterwegs wusste aber meist nichts zählbares mit dem Ball anzufangen.
Ravet: 4 Kam für einmal von der Bank aber konnte dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken.
Frey: 4 Wollte aus der kurzen Einsatzzeiten möglichst viel herausholen – was ihm auch gestern nicht gelang.
Lecjaks: Keine Note

Vorschau FC Lugano – BSC YB

18. März 2017 um 17:38 von Jänu in der Kategorie YB

Temperaturen über 20°C, sonniger Himmel, altehrwürdiges Stadion und sportlich machbarer Gegner. Die Ausgangslage für einen guten Sonntag stimmt für die Young Boys an diesem Wochenende. Wäre doch nur nicht das Faktum, dass der Match für die Berner kaum mehr grosse Bedeutung hat. Einerseits sind die Basler, das wissen wir ja nun alle, 3 Millionen Punkte vor YB. Andererseits scheinen die «Konkurrenten» um Platz zwei nicht im Stande zu sein, die Hütter-11 ernsthaft unter Druck zu setzen.

Was dies für das Spiel auf dem Rasen bedeutet, sahen wir letzte Woche in Lausanne. Ein äusserst bescheidener Auftritt, bei dem man sich aus Berner Sicht damit zufrieden gab, den eigenen Kasten rein zu halten. Eine Zielsetzung, die gegen den aktuell letzten der Super League nicht gerade als ambitioniert durchgehen kann. Sie darf also gegen Lugano ruhig wieder etwas gewagter ausfallen und der Dreier angestrebt werden. Um die dafür nötige Spannung zu erzeugen, könnte Adi Hütter den Blick bereits etwas über die aktuelle Saison hinaus richten. Da im Juli wiedermal alles bei 0 beginnt, sollten Spieler, deren Form in dieser Saison eher unter den Erwartungen blieb, bis im Sommer nochmal die Chancen haben, sich aufzudrängen. Wir denken da insbesondere an Michi Frey, der viel mehr kann, als er aktuell zeigt, sofern er sein Selbstverständnis wiederfindet. Oder da wäre auch ein Jan Lecjaks, der in der aktuellen Verfassung eigentlich keinen Platz in einem Super League Kader haben dürfte. Oder auch Alex Gerndt, der nach seiner Verletzung den Tritt erst finden muss.

Bei der tabellarischen Ausgangslage fällt es verständlicherweise nicht einfach, das Getriebe auf WARP-Antrieb hochzuschalten. Aber – und da müssen wir uns der Floskel bemühen – die Jungs müssen Profis genug sein, um auch ohne grosse Spannung in der Tabelle ihre Leistung auf dem Platz zu bringen. Dass diese Spannung in keinem Wettbewerb mehr da ist, haben sie sich schliesslich selbst zuzuschreiben. So gilt es durch Siege wieder eine gewisse Freude und Zuversicht in Bern zu schaffen, die beide seit dem 1. März noch lange nicht zurück sind. Und dabei kann der Blick über den Tellerrand gerichtet werden und mit einem Auge die nächste Saison bereits geplant werden. Etwas, dass bei einigen Spielern für die Spannung sorgen könnte, die es für die drei Punkte im Tessin braucht.