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FC Luzern – BSC YB 2:4

20. Dezember 2017 um 15:50 von Mate in der Kategorie YB

YB hatte für diese Saison unbekannte Schwächen gezeigt. Auswärts gegen Thun kassierte man eine verdiente Niederlage und zuhause gegen GC resultierte aufgrund einer biederen ersten Hälfte nur ein 1:1. Dadurch konnte Verfolger Basel zum bis dato souveränen Leader aufschliessen, es schien als lechzte man allenthalben danach, dass YB einmal mehr seinem Ruf gerecht werden und es nicht einmal als Leader in die Pause schaffen würde.

Diese Rechnung wurde aber ohne den Wirt gemacht. Und dieser heisst aktuell Adi Hütter. Noch einmal war es ihm und seinem Staff gelungen, die Mannschaft optimal einzustellen. Und dieser gelang es, ein letztes Mal eine Topleistung abzurufen. Klar, das Spiel hätte anders laufen können. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn Demhasaj seine Riesenchance in der 6. Minute genutzt hätte. Lozärn hätte mit Mann und Maus gemauert, sie hätten auf Zeit gespielt und uns damit die Nerven geraubt. YB wäre gegen die blauweisse Mauer angerannt und je länger es dauerte wie desto klarer wäre geworden, dass Gelbschwarz heute kein Tor mehr erzielen würde und man sich heute als Verlierer vom Qualitätspublikum in der Swissporarena trennen muss.

Doch irgendwie ist halt in diesem Jahr doch etwas anders und so darf auch der Konjunktiv meistens zugunsten von Gelbschwarz gebraucht werden. Jedenfalls war da nun David von Ballmoos, welcher Demhasaj stoppte. Kurz darauf hatte YB selber eine Riesenchance: Hoarau kam mit seinem Schuss am für einmal starken Goalie Omlin vorbei, nicht aber am auf der Linie rettenden Knezevic. Von da an hatte YB die Sache im Griff. Die zahlreichen Corner waren von Beginn weg gefährlich und es war kein Zufall, dass Sanogo im Anschluss an einen solchen zur Führung einköpfte. Gut: Dass es Sanogo war, mochte vielleicht schon etwas überraschen. Nur vier Minuten später unterschätzte Knezevic einen Befreiungsschlag von Nuhu, Assalé schnappte sich das Spielgerät und da er nicht richtig angegriffen wurde, drückte er aus zwanzig Metern ab und erzielte herrlich das 2:0. Nachdem Sulejmani kurz nach der Pause eine Hoarau-Vorlage technisch hochstehend verwertete, war die Vorentscheidung gefallen. Ja, Luzern erzielte das 3:1 und nachdem wiederum Sanogo auf 4:1 erhöht hatte, mittels Penalty auch das 4:2. Doch sind wir ehrlich, so richtig Angst haben musste man auch am Sonntag nicht. Auch das ist anders. Und sonst war es immer noch Lozärn. Aber item.

Am Ende durfte Gelbschwarz auf das vielleicht beste Auswärtsspiel zurückblicken, auch, weil doch vielleicht etwas mehr Druck da war als gewöhnlich. Die Jungs haben diese Aufgabe aber souverän erledigt, womit wir wieder beim Anfang dieses Abschnitts wären. Irgendwie ist in diesem Jahr halt alles etwas anders. Wohl nicht zuletzt auch, weil der Wirt Adi Hütter heisst. Was der Österreicher und seine Kumpanen im YB-Staff mit den Jungs in dieser Vorrunde angestellt haben, ist schlicht fantastisch und hat enormen Spass gemacht. Danke an dieser Stelle schon einmal dafür. So lässt es sich doch gerne in die Winterpause gehen und im Vergleich zu den Vorjahren, dürfen wir uns auf eine ganz andere Gefühlslage für die Rückrunde freuen. Es wird wohl nicht unbedingt entspannter, bestimmt aber besser: YB startet dann als Leader, wer hätte das vor der Saison gedacht?

 

Die Noten:

Von Ballmoos 5,5:        Sein Big Save am Anfang war Gold wert. Auch sonst souverän. Fantastische Vorrunde von ihm.

Mbabu 4:                         Er war einer der wenigen, welche unter ihrem Wert blieben. Insbesondere defensiv fahrig.

Von Bergen 4:                Auch er mit einem seiner schwächsten Spiele in dieser Vorrunde. Beim ersten Tor auch mit etwas Pech, der Penalty war aber so etwas von unnötig.

Nuhu 4,5:                         Etwas besser als Von Bergen, war aber auch schon überzeugender.

Benito 4,5:                       War solide, hatte aber auch wieder unerklärliche Szenen dabei.

Sanogo 6:                         Zum ersten Mal auch aufgrund eines Doppelpacks der Matchwinner.

Sow 5:                               Ging zwar neben Sanogo fast etwas unter, was aber nichts über seine Leistung aussagt. Diese war erneut erfreulich gut.

Sulejmani 5,5:                Unterstrich seine Wichtigkeit mit einem weiteren Treffer und erfreute erneut mit seinem massiv verbesserten Defensivspiel. Zudem mit sehr guten Eckbällen.

Ngamaleu 4,5:               Mit viel Laufarbeit und einmal mehr guten Ansätzen. Wir sind zuversichtlich, dass der Knopf in der Rückrunde aufgeht.

Hoarau 5,5:                     Von wegen er hilft uns noch nicht. Strafte alle Skeptiker Lügen und zeigte seine Klasse. War an praktisch allen guten YB-Offensivaktionen beteiligt.

Assalé 5,5:                       Wieder viel besser als zuletzt. Setzte mit seinem Tor einen schönen Punkt unter seine starke Vorrunde.

Vorschau: FC Luzern – BSC YB

16. Dezember 2017 um 18:39 von Pele in der Kategorie Matchvorschau, YB

Noch einmal 90 Minuten. YB tritt am Sonntag in Luzern zum letzten Spiel des Jahres an und will eine sehr starke Hinrunde krönen. Trotz der zuletzt abgegebenen Punkte gegen Thun und GC, kann man beim YB-Jahrgang 2017 von einem guten Tropfen sprechen. Jung, spielfreudig und reif: Vor allem in Heimspielen wirbelten sich die Gelbschwarzen öfters in einen kleinen Rausch – auf fremden Plätzen wurde auch nach teils mässigen Leistungen regelmässig gepunktet.

Adi Hütter hat diese Mannschaft weiter entwickelt und ist mit seiner Arbeit noch nicht fertig. Bleibt zu hoffen, dass er mit dem gleichen Kader in die Rückrunde starten darf und seine Jungs den bestimmt hereinflatternden Vertragsofferten widerstehen können.

Zuerst muss jetzt aber die Aufgabe „Luzern“ bewältigt werden. Die Innerschweizer kamen zuletzt besser in Fahrt und gewannen drei der letzten fünf Spiele. Mit den beiden Siegen gegen Sion und den FCZ schob sich das Team von Markus Babbel auf Rang acht vor. Beste Torschützen sind die beiden Stürmer Juric und Demhasaj, die jeweils fünf Treffer auf dem Konto haben.

YB wird alles in die Waagschale werfen, um den Platz an der Sonne auch während den Festtagen innezuhaben. Nicht, dass es irgendetwas bringen würde: Aber der Blick auf die Tabelle macht einfach ungemein mehr Spass und könnte für einen zusätzlichen Motivationsschub während der kräftezehrenden Vorbereitungsphase sorgen.

In der Start-11 muss der Trainer auf Lotomba verzichten, der sich einem kleinen Eingriff unterziehen muss. Für ihn dürfte Benito in die Viererkette neben Nuhu, Von Bergen und Mbabu rutschen. Im Zentrum könnte Sékou Sanogo zu einem Comeback kommen. Seine Präsenz hat, ungeachtet der guten Leistungen des jungen Duos Sow/Aebischer, gefehlt. Neben ihm würden wir Leo Bertone einen Einsatz von Beginn weg gönnen.

Ganz vorne agieren Nsame und Assalé, flankiert von Sulejmani und Fassnacht. Guillaume Hoarau bringen wir als Joker – seine Form wird er sich im Winter zuerst wieder erarbeiten müssen.

YB gewinnt das letzte Spiel des Jahres mit 2:1, die Treffer erzielen Fassnacht und Nsame.

 

BSC YB – GC 1:1

12. Dezember 2017 um 10:42 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Die Winterpause steht vor der Türe – und das ist gut so! YB wirkt nicht mehr so spritzig und unbekümmert wie über weite Strecken der Hinrunde. Auswärts wurde das spätestens in Lugano augenfällig, auch wenn dort der Schaden durch die individuelle Klasse von Sulejmani noch kaschiert werden konnte. Gegen Thun gelang das schon nicht mehr – und jetzt fehlt der letzte «Pfupf» auch in den Heimspielen. Gegen ein junges GC zeigt YB in der ersten Halbzeit eine fahrige und fehlerbehaftete Leistung. Die Hüpfer sind zwar nicht überlegen, doch gehen nicht ganz unverdient durch ein Traumtor in Führung.

Offenbar wurde Adi Hütter in der Garderobe sehr laut: Die Gelbschwarzen kamen wie verwandelt aus der Kabine und schnürten GC in der eigenen Halbzeit ein. Es erinnerte an ein Powerplay im Eishockey, nur die Tore wollten nicht in der gleichen Kadenz fallen. Einzig Kevin Mbabu, der beste Berner, traf nach einem schönen Solo zum Ausgleich. Ansonsten sündigte YB im Abschluss: Fassnacht traf die Latte, Aebischer zuerst einen Mitspieler, dann den Goalie. Kurz vor Schluss kamen die Zürcher zu einem ihrer mittlerweile seltenen Vorstösse und köpften den Ball durch Avdijaj noch an den Pfosten. Alles in allem also ein Punkt mit dem man leben muss – ob man will oder nicht.

Die Maxime «Wir schauen nur auf uns» gilt aktuell noch mehr als vor einigen Wochen. Egal, wie nah uns andere Mannschaften kommen – es gilt einzig und alleine den Fokus auf das nächste Spiel zu legen. Dieses findet am Sonntag in Luzern statt und gilt gleichzeitig als Übergang von der fantastischen Hinrunde in die hoffentlich noch viel fantastischere Rückrunde.

Die Noten:

Von Ballmoos 4.5/ Keine Chance beim Gegentor, ansonsten gut.

Mbabu 5.5/ Der beste YB-Akteur krönt seine Leistung mit einem tollen Treffer.

Von Bergen 4,5/ In der ersten Halbzeit wie viele seiner Kollegen nicht Stilsicher. Danach gut.

Nuhu 4,5/ Löst einmal technisch brillant gegen zwei Gegenspieler – hätte zu dieser Halbzeit gepasst, wäre dies ins Auge gegangen. Aber hätte und wäre nerven.

Lotomba 4,5/ Wie bei allen müsste man eigentlich zwei Noten verteilen. Nach der Pause deutlich besser.

Schick 4/ Hatte wohl die grössten Leistungsschwankungen zwischen den beiden Abschnitten.

Sow 5/ Kann seine Form bestätigen und sichert sich im Zentrums-Ranking hinter Sanogo Platz zwei.

Aebischer 4,5/ Nicht zum ersten Mal glücklos im Abschluss. Ansonsten engagiert.

Fassnacht 4/ Ihm klebt das Pech an den Schuhen – ein Tor würde ihm gut tun.

Hoarau 3,5/ Noch nicht in der Form, die es braucht. Eine gute Wintervorbereitung wird Wunder wirken.

Assalé 4/ Verpasst wieder öfters den Moment des Abspiels. Dennoch ein Aktivposten.

 

Moumi/Nsame/Bertone keine Note

BSC Young Boys – Skënderbeu 2:1

8. Dezember 2017 um 16:56 von Cabrón in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB
Foto: Thomas Hodel

Foto: Thomas Hodel

Die Young Boys gewinnen ein sehr dürftiges Spiel gegen den albanischen Vertreter Skënderbeu nicht unverdient mit 2:1 und beenden die diesjährige Europapokal Kampagne auf dem 3. Platz.

Das Gute vorneweg: Adi Hütter rotierte fleissig durch und gab vielen Spielern, die bisher kaum auf Spielzeit kamen, die Chance sich zu beweisen. Hoarau gab sein Stammelf Comeback und trifft wieder aus dem Spiel heraus. Bertone ist nach langer Verletzungspause zurück und übernimmt gleich wieder Verantwortung. Die Gelbschwarzen kämpften verbissen bis in die Nachspielzeit und das Karma haust zurzeit im Wankdorf, so dass sich YB zumindest mit einem Sieg aus dieser EL Gruppenphase verabschieden konnte.

«Es war sicherlich kein Leckerbissen», meinte Adi Hütter nach dem Spiel und dabei dachte er nicht einmal an die ereignislose erste Halbzeit. Trotzdem sah er eine sehr bemühte Mannschaft, die auf einer schwierigen Unterlage, bis in die Nachspielzeit kämpfte, um in allerletzter Sekunde die Rote Laterne abzugeben. Natürlich liess die auf 9 Positionen veränderte Mannschaft die Automatismen vermissen, doch auch so war der gute Spirit im Team deutlich spürbar.

Karma gut, alles gut! Nachdem bereits Hoarau, nach herrlicher Hereingabe von Aebischer, mit dem Kopf für den umgehenden Ausgleich besorgt war, erledigte Assalé in der Nachspielzeit der Nachspielzeit den Rest und somit das Laientheater Skënderbeu.

Einen besonderen Dank und ein dickes Kompliment geht an dieser Stelle an den Walisischen Schiedsrichter Evans, der sich ab den vielen Unsportlichkeiten und Spielverzögerungen der Albaner, nie aus der Ruhe bringen liess. So hat er einen simulierenden Spieler auch mal eine Weile an der Seitenauslinie warten lassen, bevor er ihm Einlass gebot und sich dieser wieder irgendwo auf dem Spielfeld hat hinlegen können.

Auch wenn diese Europapokal Kampagne nicht wie gewünscht verlaufen ist, so konnte die junge Mannschaft einiges lernen und wichtige Erfahrungen sammeln, darum freuen wir uns bereits heute wieder auf das nächste Mal, wenn es wieder heisst: «Mit üsere gäubschwarze Droge ufem Trip dür Europa!»

Noten:

Wölfli 4,5 – Das YB Urgestein durfte wieder einmal ran und machte seine Sache gut. War kaum beschäftigt aber rettete einmal bärenstark.

Mbabu 4 – Defensiv zwar ohne gröbere Schnitzer aber auch irgendwie «lauffaul». Ausserdem konnte er im 4-3-1-2 kaum zu seinen gefürchteten Flügelläufen ansetzen. Da haben wir schon bessere Spiele von ihm gesehen.

Bürki 4 – Stand beim Gegentreffer mit Wölfli am Ende einer Fehlerkette, erledigte aber sonst das, was man von ihm verlangte.

Wüthrich 4 – Teils gute Spieleröffnung aber auch er hatte, aufgrund fehlender Spielpraxis, seine Unsicherheiten.

Joss 3,5 – Vermochte seine Chance nicht zu nutzen. Musste sich ein, zwei Mal ausdribbeln lassen und gegen Vorne stand ihm wie Mbabu der Flügel im Weg.

Schick 4 – Versuchte gleich zu Beginn Zeichen zu setzen aber tauchte danach ab.

Aebischer 4,5 – Mit dem einen oder anderen Stockfehler aber war sehr bemüht und schlug eine herrliche Flanke zum schnellen 1:1 Ausgleichstreffer.

Moumi Ngamaleu 3 – Blieb während 95 Minuten blass.

Teixeira 4,5 – Wollte bei seinem erst dritten Einsatz in gelbschwarz unbedingt zeigen was er kann, was ihm trotz der daraus folgenden Verkrampfung ab und an gelang.

Hoarau 5 – Hatte zuerst kaum Zugang zum Spiel und traf dann doch herrlich zum eminent wichtigen 1:1.

Nsame 4 – Er wird froh sein kommt die Winterpause. Kämpferisch, aber zu wenig durchschlagskräftig.

Bertone 5 – Welcome back Leo! Die Mannschaft hat dich vermisst.

Assalé 6 – Blieb während dem ganzen Spiel ohne Fehler und bestrafte die Unsportlichkeit der Albaner auf die schönste Weise.

Vorschau BSC YB – Skënderbeu Korça

7. Dezember 2017 um 15:27 von Mate in der Kategorie YB

Ganz ehrlich: keine Ahnung was man in einer Vorschau zu einem Spiel wie diesem von heute Abend schreiben soll. YB tritt im letzten Gruppenspiel der Europa League gegen Skënderbeu Korça an, wobei es höchstens noch um die bronzene Ananas geht. Der Fokus auf die Europa League war diese Saison sowieso nie übermässig hoch und seit dem Auswärtsspiel in Belgrad, ist er verständlicherweise komplett weg. Gespielt werden muss die Partie natürlich trotzdem und immerhin dürfte uns Adi Hütter zumindest eine interessante Aufstellung präsentieren.

Aus unserer Sicht gibt es jedenfalls keinen Grund, Kräfte zu verbrauchen, welche wir in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause gegen GC und Luzern  noch bestens brauchen können. Das Spiel vom vergangenen Sonntag hat gezeigt, dass die Batterieanzeige bei diversen Spielern mindestens orange wenn nicht sogar rot leuchtet. Wir gehen davon aus, dass dies auch das Trainerteam so sieht und die Situation als Gelegenheit betrachtet, Spielern Auslauf zu geben, welche bisher noch nicht allzu viel davon hatten. Für diese ist das zwar schön und eine Gelegenheit sich weiter zu empfehlen. Aber natürlich gibt es dafür rein mental einfachere Aufgaben, als ein Spiel, welches kaum jemanden interessiert.

Nichtsdestotrotz erwarten wir, dass YB im letzten Spiel doch noch einen Sieg einfährt und die Partie mit 1:0 – Torschütze Hoarau durch Penalty – gewinnt.

Hier vielleicht noch die Gründe, warum man das Spiel heute Abend trotz Kälte, keinem Bier und sportlichem Nimbus besuchen sollte:

1. YB spielt

Aufstellen würden wir wie folgt:

 

FC Thun – BSC Young Boys 3:1

4. Dezember 2017 um 16:37 von Marco in der Kategorie YB

Nein, das war nicht gut. YB zeigte gegen Thun eine der schwächsten Leistungen in dieser Saison und verliert verdient mit 3:1. Möglicherweise ist YB tatsächlich nicht mehr so frisch wie vor ein paar Wochen und natürlich ist klar, dass man nicht in jedem Spiel einen lockeren Sieg einfährt. Der Auftritt in Thun war aber schlichtweg ungenügend und bedarf einer Reaktion gegen GC. Erstaunlich, war die offensive Harmlosigkeit der Young Boys. In der ersten Halbzeit kam nur gerade Nsame zu einer echten Chance. Sein Schuss landete jedoch im Aussennetz. Es war zwar nicht so, dass die Thuner massiv überlegen waren, doch sie taten mehr fürs Spiel. Zu oft wurde YB im Mittelfeld überrumpelt und die Defensive war gefordert. Das Fehlen von Sanogo machte sich hierbei schmerzlich bemerkbar.

Es waren vor allem die Ballverluste, die dem FCT immer wieder Vorstösse ermöglicht haben. Nach 37 Minuten führte ein solcher zum ersten Tor für das Heimteam. Die YB-Abwehr machte dabei keine gute Falle. Nuhu wollte die Flanke zu früh blocken und wurde ausser Gefecht gesetzt. Benito liess Glarner danach zu viel Platz für einen gefühlvollen Kopfball, dem Von Ballmoos nur noch hinterher blicken konnte. Das einzige Positive war, dass die zweite Halbzeit die Chance zur Korrektur bot.

Nach der Pause liessen sich die YB-Spieler mit der Rückkehr auf den Platz viel Zeit. Entweder scheuten sie die Kälte oder Adi Hütter hatte sich in Fahrt geredet. Beides wäre nachvollziehbar gewesen. Hoarau ersetzte für den zweiten Durchgang Nsame und sollte mithelfen, den Rückstand aufzuholen. Leider tat sich YB weiterhin schwer und konnte nie wirklich sein Spiel aufziehen. Thun leistete gute Störarbeit und den Young Boys fehlte an diesem bitterkalten Nachmittag die Kreativität, etwas Überraschendes zu kreieren.

Mit dem Einbruch der Dunkelheit verdüsterten sich auch die Siegeschancen des Leaders. Kurz vor der YB-Viertelstunde flankte Hediger zum freistehenden Sorgic, der auf 2:0 erhöhte. Immerhin kratzte der Treffer am Stolz der Stadtberner. Mit dem ersten Angriff nach dem Anstoss kombinierten sich Hoarau und Sulejmani durch die Abwehrreihen und der Serbe verkürzte auf 2:1. Danach folgte die beste Phase von YB in dieser Partie mit einigen mutigen Aktionen Richtung Thuner Tor. Leider dauerte die Phase nur knapp zehn Minuten und blieb nach dem Anschlusstreffer torlos. Zum Schluss verlor YB den Glauben an den Ausgleich und die Konzentration. Das 3:1 pünktlich zum Abpfiff war irrelevant, aber natürlich nicht erfreulich.

Adi Hütters Spieler müssen nun noch einmal alle Kräfte mobilisieren und in den Spielen gegen GC und Luzern wieder an die starken Leistungen, wie sie YB schon oft gezeigt hat, anknüpfen.

Von Ballmoos 4,5 Bei den Gegentoren von den Mitspielern im Stich gelassen. Glänzte mit zwei starken Paraden.

Benito 3 Der Mbabu-Ersatz enttäuschte und war an den Gegentoren mitschuldig.

Nuhu 3.5 Das war nicht der Nuhu der letzten Wochen. Zu wenig abgeklärt und mehrere Fehlpässe.

Von Bergen 4 Auch der Captain konnte die Abwehr nicht stabilisieren.

Lotomba 4 Wenig offensive Efforts.

Fassnacht 4 Fand auch gegen Thun nicht aus seiner Baisse heraus, blieb unauffällig.

Sow 4 Spielte ein paar Fehlpässe und liess sich überlaufen. Kein Vergleich zu den letzten Auftritten.

Aebischer 4 Versuchte sich in der Offensive, leider fehlte die Entschlossenheit.

Sulejmani 4.5 Sein Tor brachte die Hoffnung zurück, doch mehr war da nicht.

Assalé 4 Ausnahmsweise ein blasser Auftritt des Wirbelwindes.

Nsame 4 Bemüht, aber glücklos. Die Auswechslung machte Sinn.

Hoarau 4.5 Zeigte gute Ansätze, doch nötig wäre ein Tor gewesen.

Schick 4 Hätte mehr Offensiv-Power bringen sollen. Das gelang nicht wirklich.

Ngamaleu keine Note.

Vorschau FC Thun – BSC YB

3. Dezember 2017 um 10:41 von Jänu in der Kategorie YB

Es liegt Schnee bis ins Flachland, die Sonne scheint und es ist Wochenende. Optimale Bedingungen um in die Berge zu fahren. Doch statt weisser Piste in Adelboden steht für YB grüner Plastik in Thun an.

Die Unterschiede zwischen den beiden Teams könnten aktuell nicht grösser sein. Hier die Young Boys, die von der Tabellenspitze grüssen, im Cup überwintern momentan die Spiele auch gewinnen, wenn sie keinen Sahnetag erwischen. Da der FC Thun, letzter im Championat, das äusserst bittere Aus im Cup am Mittwoch und mit der üblichen Scheisse von Rumpfteams am Fuss. Daher erstaunt es umso mehr, dass die Thuner in dieser Saison im Direktduell die Nase vorn haben und dies gleich mit 4:0. Im August staunten die Fans im Wankdorf nicht schlecht, als nach 90 Minuten gelbschwarzer Überlegenheit der Gast die Punkte mitnahm.

Schon damals war YB klarer Favorit und dies hat sich bis heute nicht geändert. Unter der Woche mussten beide in ihren Cupspielen 90 Minuten ran. Von der Physis her dürfte dies ähnliche Folgen gehabt haben, psychisch war das Spiel in Zürich für die Thuner aber sicherlich nicht leicht zu verdauen und sie werden froh sein, heute wieder auf den Platz zu dürfen, um die Gefühlslage zu verbessern. Adi Hütter will dies mit seiner Elf natürlich unter allen Umständen verhindern. Im Gegensatz zum Cup könnten einige Änderungen vorgenommen werden. Benito ist eine Option für Lotomba und wenn Sanogo fit ist, dürfte er wieder ins Zentrum rücken. Zudem wartet Gui Hoarau immer noch auf sein Startelfcomeback. Warum nicht heute in Thun? So hätte er sicherlich auch (Tor)Anteil am umkämpften 3:2 Sieg, Sulejmani und Fassnacht (wieder so eine Geschichte!) sind für die weiteren Treffer besorgt und die ausstehende Augustrechnung somit beglichen. HOPP YB!

Cup: BSC YB – FC St. Gallen 2:1

1. Dezember 2017 um 18:23 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen

Geschrieben von Questra

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Giorgio Contini schien seine Mannen in der Garderobe richtig heiss für diesen Cup Viertelfinal gemacht zu haben: gleich die Hälfte der St. Galler Feldspieler lief in kurzärmligen Shirts auf. Wenn die Espen damit ein Zeichen in Richtung der Gelbschwarzen haben schicken wollen, ging die Rechnung nicht auf. Von solchen Kleinigkeiten lässt sich das YB Ausgabe November 2017 nicht beeindrucken. Den St. Gallern wehten im winterlichen Wankdorf nicht nur die Schneeflocken ums Gesicht, auch die Berner Wirbelwinde sprühten vor Spielwitz und Lauffreude. Sie sorgten dafür, dass die Ostschweizer trotz der kurzen Shirts gehörig ins Schwitzen kamen.

Der Leader trat zuhause auf, wie man es sich von ihm erhoffen durfte. Dominant, überlegen, stark. Als der erste, nennen wir ihn Abschluss, auf das Berner Tor kam, führten diese längst und hatten dazu bereits einige der besten Möglichkeiten ausgelassen. Denn das St. Galler Tor wurde von der ersten Minute an unter Beschuss genommen. Sow scheiterte bereits nach wenigen Sekunden mit einem Weitschuss an Cup Goali Stojanovic. Nsame lief alleine auf ebendiesen zu, doch vergab. Lotomba wurde nach tollem Zusammenspiel Sulejmanis und Assalés freigespielt, sein Abschluss aber vom Arm eines St. Gallers abgelenkt. Und die beste Chance bot sich Fassnacht, der, von Nsame perfekt eingesetzt, plötzlich keinen Gegenspieler mehr vor sich hatte. Fassnacht, Assalé und Sow konnten unbehindert aufs St. Galler Gehäuse zurennen und schafften es, das Tor nicht zu erzielen. Einerseits parierte Stojanovic stark, andererseits verpasste Fassnacht den Moment des Abspiels. Und trotzdem führten die Young Boys: Assalé fand zum Toreschiessen zurück. Der kleinste Berner erzielte den Führungstreffer nach einer perfekten Mbabu Flanke per Kopf.

Doch nicht nur die Offensive glänzte, auch der Abwehrverbund um die erneut überragenden von Bergen und Nuhu liess in der ersten Hälfte nichts zu. Und selbst das ist noch untertrieben. So waren die einzigen Gefahrenmomente übelste Foulspiele der St. Galler. Wie Lüchinger nach zwei solchen Grätschen die erste Hälfte beenden durfte, weiss allein Schiedsrichter Klossner.

Wer fürchtete, dass sich die vergebenen Chancen in Hälfte zwei vielleicht rächen könnten, dass die St. Galler vielleicht doch bereit sein könnten mitzuspielen, dass es vielleicht doch noch ein Cup Fight geben würde, sah sich so was von getäuscht. Von den Ostschweizern kam lange nichts. Auch, weil die Hausherren nichts zuliessen. Es war beeindruckend zu sehen, wie reif sich diese junge Mannschaft in diesem Viertelfinal präsentierte.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Führung der Berner ausgebaut war. Und wieder war es Assalé, der traf. Diesem Tor ging ein weiterer klasse lange Ball von Lotomba voran, dieses Mal lancierte er den unermüdlichen Sulejmani. Obwohl der Ball etwas zu lang schien, gab ihn der Serbe nicht auf. Der aus dem Tor eilende Stojanovic war an der Grenze des Torraums zwar knapp vor Sulejmani am Ball, konnte mit dem Fuss aber nicht befreien, sondern schoss Sulejmani ab. Der Prellball landete im Sechzehner, wo Assalé keine Mühe hatte, ihn ins verlassene Tor zu schieben.

Gefährlich waren die St. Galler bis dahin nur durch einen Aleksic Freistoss geworden, den David von Ballmoos aber sicher über die Latte lenkte. Aus dem Spiel heraus konnten  die Ostschweizer keine Chancen kreieren. Und doch wurde es kurz vor Schluss noch einmal spannend. Nach einem Eckball stimmte die Zuordnung in der YB-Defensive für einmal nicht, Haggui profitierte von einer abgelenkten Flanke und konnte am weiten Pfosten einnicken. Obwohl die St. Galler in den Schlussminuten anrannten, wirklich in Gefahr kam dieser verdiente YB-Sieg nie. Die Young Boys qualifizierten sich erstmals seit 2009 wieder für einen Halbfinal und empfangen im 2018 den FC Basel.

Die Noten (der erstmalige Halbfinaleinzug seit 2009 gibt jedem +0,5 Notenpunkte)

von Ballmoos 6/ Wie bewertet man einen Torhüter, der nichts zu tun hat? Man würdigt seine bisherigen Leistungen. Ganz stark was er in seiner ersten Saison auf höchstem Niveau bisher abliefert.

Lotomba 5/ Hinten sicher, nach vorne manchmal zu ungestüm oder nicht clever genug. Toller Ball auf Sulejmani vor dem 2:0.

von Bergen 5,5/ Der Chef im Abwehrzentrum. Liess nichts zu.

Nuhu 5,5/ Seine ersten Pässe und Seitenverlagerungen waren überragend.

Mbabu 5,5/ Perfekte Flanke zum 1:0. Auch wir haben Aussenverteidiger, die Spiele entscheiden.

Sulejmani 5,5/ Der einstige Schönwetterspieler ackerte im winterlichen Schneetreiben unermüdlich. In dieser Form enorm wertvoll.

Sow 5,5/ Hat körperlich zugelegt, arbeitete stark defensiv, gewann viele Bälle, verteilte diese umsichtig.

Aebischer 5/ War nicht ganz so stark wie Sow, aber half überall aus. Ein wichtiger Arbeiter.

Fassnacht 4,5/ Kämpfte, rannte, schoss, versuchte viel und scheiterte oft, traf falsche Entscheidungen.

Assalé 5,5/ Schoss die Tore, war viel unterwegs, fleissig. Eigentlich hätte er für seinen Torjubel Abzüge verdient.

Nsame 4,5/ Er war stets bemüht, trifft es nach diesem Spiel. Vergab eine Grosschance, war aber immer anspielbar. Liess seine Kaltblütigkeit etwas vermissen.

Schick 4,5/ Kam in der 70. Minute für Sulejmani. Klebte mehr an der Seite. Opferte sich in der Schlussphase, als er fürs Zeitspiel gelb sah und nun gesperrt fehlt. Nicht ganz so schick gemacht.

Hoarau 4,5/ Wurde in der 72. Minute für Nsame eingewechelt. Noch nicht in alter Form, aber er ist wieder da und kämpft sich zurück. Hob beim Gegentor aber das Offside auf.

Ngamaleu 4,5/ In der 82. Minute für Nsamé. Eigentlich zu kurz für eine Benotung, aber was solls. Wir stehen im Halbfinal, heute war jeder wichtig.

Vorschau BSC Young Boys – FC St. Gallen

30. November 2017 um 09:19 von Marco in der Kategorie YB

Noch ist völlig offen, wer am Ende die Nase vorn hat. Klar ist, dass es eine hauchdünne Entscheidung wird. Der Cup-Viertelfinal YB – St Gallen im Jahr 1979 bietet 5900 Zuschauer, der Cup-Viertelfinal YB – St. Gallen im Jahr 2017 bietet, Stand Mittwochnachmittag, 5800 Zuschauer. Obwohl die Gegenwart die Vergangenheit noch überholen könnte, lässt sich bereits feststellen, dass YB heute Abend vor einer äusserst bescheidenen Kulisse antritt. Angesichts der erfreulichen Verfassung, in der sich YB derzeit befindet, ist das schlichtweg enttäuschend und offenbart die flatterhafte Zuwendung zu YB bei einem Teil des Berner Fussball-Publikums.

Genug der Kritik. Halten wir uns an Borussia Dortmunds Rekord-Torschütze Alfred Preissler und seine Lebensweisheit „entscheidend ist auf’m Platz“. Dort läuft es den Young Boys, zumindest gegen Schweizer Teams, formidabel. Zuletzt gewann YB auch Spiele, in denen nicht alles rund lief. Das ist natürlich höchst erfreulich und man gewöhnt sich erst gerade an diese neue Eigenschaft der Gelbschwarzen. Nichtsdestotrotz macht aber auch ein souveräner Sieg gewürzt mit einer zünftigen Prise Spielfreude sehr glücklich. Ein solcher ist im Cup natürlich völlig unnötig, da einzig das Weiterkommen wichtig ist. Allerdings gehen Zitterpartien im Cup meistens nicht zu Gunsten der Young Boys aus. Ein klarer Sieg wäre deshalb ein wunderbarer Beweis, dass sich YB auch im Cup-Wettbewerb von seiner Vergangenheit emanzipiert. Der Vollständigkeit halber sei natürlich der Cup-Achtelfinal der Vorsaison erwähnt, als Adi Hütters Mannschaft die Grasshoppers aus dem Wankdorf prügelte. Was damals die YB-Fans verzückte, darf sich gegen St. Gallen gerne wiederholen.

Bisher erledigten die Gelbschwarzen die Cup-Aufgaben souverän und kamen nie ins Wanken. Die Gegner aus Promotion League und 1. Liga waren zwar kein Cup-typisches Kanonenfutter aber natürlich auch noch nicht die ganz grossen Brocken. St. Gallen wird sicherlich eine grössere Herausforderung. Nach einem guten Saisonstart wurden die Ostschweizer in der Meisterschaft ein bisschen durchgereicht. Der Einzug in den Cup-Halbfinal wäre für den FCSG daher sicher ein willkommener Befreiungsschlag. Allerdings stand YB am Ursprung der grün-weissen Baisse, als man im Wankdorf einen tollen 6:1-Sieg verbuchte. Quasi eine Fortsetzung dieses Spiels wäre der Optimalfall für YB.

Punkto Aufstellung sind Experimente weder nötig noch sinnvoll. Wenn Sanogo tatsächlich nicht spielen kann, werden es Sow und Aebischer richten. Die Tore von Assalé, Sulejmani und Hoarau erwärmen die Herzen der Anwesenden und bescheren YB einen 3:1-Sieg.

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FC Lugano – BSC YB 1:2

27. November 2017 um 14:42 von Pele in der Kategorie Matchbericht, Spielerbewertungen, YB

Es war bestimmt keine Glanzleistung: Der YB-Auftritt wirkte von Beginn weg uninspiriert und ideenlos. In der Angriffsauslösung wurde zu oft mit langen Bällen operiert und der Chip hinter die gegnerische Abwehr wurde recht schnell als Stilmittel enttarnt und von den Lugano-Haudegen rigoros geklärt. Zu allem Übel hatten die Gelb(schwarz)en auch noch mit dem Wind zu kämpfen.

Die Folge aus all diesen Faktoren: Ein leichtes Übergewicht was den Ballbesitz betraf, aber nichts Zählbares. Lugano indes bewies, wieso sie die letzten vier Spiele ungeschlagen blieben: Eine solide und kompromisslose Defensive bildet das Fundament für schnelle und zielstrebige Konter. Das wirblige Duo Mariani/Gerndt sorgte für einige Aufreger, blieb jedoch (genauso wie Ngamaleu bei der einzigen YB-Chance) glücklos. Adi Hütter gefielen die ersten 45 Minuten überhaupt nicht. Mehrmals sprang er von seiner Bank auf und erklärte seinen Burschen lautstark, dass er es anders haben möchte.

In der Pause nahm er deshalb auch zwei Änderungen in seiner Kampfmannschaft vor: Für Nsame und Fassnacht kamen Hoarau und, etwas überraschend, Thorsten Schick zum Einsatz. Und letzterer schien mit der Wut im Bauch, seine bisherige Auswärtsschwäche beseitigen zu wollen. Sowohl gegen den Ball, wie auch im Spiel nach vorne, brachte Schick neuen Schwung in die Mannschaft. Seine rasch gespielten Flanken brachten deutlich mehr Gefahr, als die Stand-Dribblings der ersten Halbzeit.

Nach gut 70 Minuten verpuffte aber auch die neue Energie vorerst ergebnislos. Lugano gelang es vermehrt, sein Spiel aufzuziehen und mit schnellen Kontern für Gefahr zu sorgen. Gerade in der Phase, als man sich langsam aber sicher mit dem Punkt zufriedengeben wollte, setzte sich der eben eingewechselte Sulejmani den Ball für eine Freistossflanke. Dachte man. Der Serbe, dessen linker Fuss an die Virtuosität des Gitarrenspiels Jimi Hendrix’ erinnert, jagte den Ball mit Schmackes in den Winkel! Kurz darauf schlug ein weiterer Joker zu: Schick wurde von Lotomba herrlich lanciert und der Österreicher blieb vor dem Tor eiskalt.

In der Nachspielzeit gelang Lugano der Anschlusstreffer, was noch für ein kurzes Zittern sorgte. Doch am Ende behielt der Leader aus Bern die Oberhand. Dank Miralems Genialität, Schicks Überzeugung und dem goldenen Händchen unseres Lieblingsösterreichers, hält YB den Vorsprung bei sieben Punkten.

Die Noten

Von Ballmoos 4,5/ Teilweise fürchterliche Abstösse in der ersten Halbzeit, oft dem Wind geschuldet. In der Schlussphase mit wichtigen Interventionen.

Mbabu 4/ Er sah mindestens eine gelbe Karte und war in etliche Nickligkeiten verstrickt. Sicher nicht sein bester Auftritt in Gelbschwarz, trotzdem solid.

Nuhu 4,5/ Wirkte neben von Bergen gleich wieder viel sicherer. Risikierte ab und zu etwas viel, passiert ist jedoch nichts.

Von Bergen 5/ Relativ früh war zu sehen, weshalb von Bergen der absolute Chef in der Abwehr ist – und wie viel stärker diese mit ihm ist.

Lotomba 5/ Sehr engagierter Auftritt von Lotomba, der für seinen Assist beim 2:0 eine halbe Note supplément erhält.

Fassnacht 3,5/ Rieb sich in der ersten Halbzeit in vielen Zweikämpfen auf und wurde selten vernünftig angespielt. Musste in der Pause Schick weichen.

Sow 4,5/ Hat einen guten Lauf. Im Tessin mit vielen wichtigen Zweikämpfen und grossem Einsatz.

Aebischer 4,5/ Die beiden RS-Kollegen ergänzen sich gut, auch Aebischer taut langsam auf. Kann im Abschluss noch überzeugter agieren.

Ngamaleu 4/ Vergibt in der ersten Halbzeit die beste YB-Chance. Ansonsten fleissig, aber glücklos.

Nsame 3,5/ Unglücklicher Auftritt, war oftmals einen Schritt zu spät und kam selten in gute Abschlusspositionen.

Assalé 4/ Oft hart attackiert, blieb Assalé einige Male im letzten Moment hängen. Muss am Donnerstag seinen Tor-Knoten wieder lösen.

Hoarau 4/ Kam bereits in der Pause und war gleich in einige Szenen verwickelt. Strahlte aber noch zu wenig Torgefahr aus.

Schick 5/ Keine einfachen Zeiten für den Grazer, der meist aussenvor bleibt. Heute mit einem sehr starken Lebenszeichen, nicht nur wegen des Treffers.

Sulejmani 5,5/ Verlängern, merci!